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Zweites Blatt
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Gießener Anzeiger
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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen
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Nie Heutige Kummer umfaßt 12 Seiten
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154. Jahrgang
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Nheinl täglich mit Ausnahme deS Sonntags.
Li „Siebener Zamiliendlätter" werden dem ^75-iger dermal wöchentlich beigelegt. Der Ölfische Landwirt' erscheint monatlich einmal.
Aenercs^. Krankenpflege vemc- kann,juchlr. ein. äLrc. bitte, am Lrd.xe berget,ßitEtn,
Unter dem Vorbehalt, daß daS Ehrenwort nicht in unbestimmte Allgemeinheit, sondern auf gewiß bestimmte Gegenstände gefordert werde, unterzeichnet
W. Kekultz, St, J.
K. KekulS, St F.
Wernher, unbedingt.
F. Dieffenbach, stud. jur. aus Lauterbach.
R. Koch aus Gießen, unbedingt.
G. Koch aus Gießen.
CH. Reh au8 Darmstadt
L. Buff aus Roedelheim.
I. Draudt auS Gundernhansen.
C. SueS aus Darmstadt, wie Kekulö.
E. Pistor, stud. jur., unbedingt, ftr. Bulber aus Großenbuseck. Willenbücher auS Brensbach.
E. Neidhardt auS Vöhl trit mit Vergnügen dem erwähnten Vereine bei, sezt jedoch die Wirkung dieses seines Wortes hinaus, bis nähere annehmbare Regeln feste Bestimmungen darüber enthalten.
I. A. Friß, stnd. jur. aus Lindenfels, tritt rücksichtlich der Gegenstände ganz im Sinne des vorliegenden Plans den, rücksichtlich der Zeit aber mit Suspension der Wirksamkeit seines Ehrenworts bis zu seiner völligen Selbstständigkeit und, wie eS sich wohl von selbst verstehe, während eines etwaigen Aufenthalts im Auslande.
CH. Wagner aus Großenbuseck, stud. jur.
Friedrich Koch, stud. rei metallicae aus Giesen, mit Ausnahme seine? Aufenthalts im Auslande, was sich wohl von selbst versteht.
Ludwig Kattrein, stud. jur. aus Giesen, wie Stud. Neidhardt.
F. Stammler, stud. jur. aus Grünberg, ab. tr. gl. Bedaq. wie Stud, Neidhardt.
L. Klingelhöffer, stud. jur. aus Alsfeld, ist ganz einverstanden mit Studiosus Neidhardt u. Stud. Fritz.
H. P. Kramer, stud. jur. aus Mainz, vorderhand unter der von Neidhardt angegebenen Beschränkung,^für meine Person jedoch unbedingt.
Carl Dittmar, St. J. aus Darmstadt, unter den Beschränkungen des Stud. Neidhardt und Fritz, welcher letzteren Bemerkung, hinsichtlich der Minderjährigkeit, er vorzüglich deßwegen beachten zu muffen glaubt, weil er, so wie vielleicht noch mancher andere, den dies vom Beytrit zum Vereine abhält, sich nicht zur unbedingten Verleihung seines Ehrenworts berechtigt glaubt.
C. Weyland, stud. theol. aus Darmstadt, tritt mit Vergnügen, jedoch unter derselben Beschränkung wie Stud. I. A. Fritz bey.
Der Schuh ßeimifrfier Industrie vor Hundert Jahren.
(ftFTem Leser unseres Mattes fiel beim Stöbern in n fiten papieren ein vergilbtes Zeitungsblatt in die .Hände, b< ta’fiir uns Kinder einer neuen Zeit nicht ohne wirtschafts- m :°i^sticbes Interesse ist. Es ist eine Beilage zur „Neckar- vom 21. Juli 1820 und bringt einen Entwur ’ ;,i;i k ' m Verein für Unterstützung vaterländischer „Jn- bitaflric'., der folgenden Wortlaut hat:
Mittwoch «.April 1904
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Untverfttätsdruckereu R. Lauge, Gießen.
Redaktion, Expedition u. Druckerei: Echulstr.7.
TeU Nr. 6L Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.
ug. ö. Z)L und -schäft 3227 ufler.
junge, als
Zrelt W |32O1 ieiea. jqul- 3162
Gießen, den 1. April 1904.
W Großherzogliche Kreisamt Gießen
to die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.
Snrorit Sie der Bekanntmachung vom 5. v. Mts. (Kreis- bllod! Nr. 29) noch nicht entsprochen haben, werden Sie an dcrmn s ofo rtige Erledigung erinnert.
I. B.: Dr. Wagner.
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Weiße und Farbige.
Wir leben in einer Zeit der Rassenkämpfe. Sie erstrecken sich auf alle Erdteile mit Ausnahme Europas. Ter Zusammenstoß -zwischen Schwarzen und Weißen in Afrika, zwischen Gelben und Weißen in Asien fesielt täglich das öffentliche Interesse. Aus dem australischen Gebiet kamen immer wieder Meldungen von räuberischen Ueberfällen der Einge borenen gegen Europäer, und der neue Erdteil, Amerika, weist, soweit die nördliche Hälfte in Bettacht kornmt, eine steigende Erbitterung der Weißen gegen die Neger auf. In den Golfstaaten kommt der Rassenhaß so elementar zum Ausbruch, daß dort tatsächlich die Gefahr einer völligen Ausrottung der Neger besteht. Tic Weißen haben sich bewaffnet und eine regelrechte Mobilisierung veranstaltet; sie wollen es durchsetzen, daß die Schwarzen den amerikanischen Boden verlassen. Tie Milizen scheinen dieser Bewegung gegenüber machtlos, und es darf angenommen werden, daß der den Negern wohlgesinnte Präsident Roosevelt bei der Neuwahl nicht die Mehrzahl der Stimmen in den Golfstaaten erhält. Auch in Südamerika tobt der Kampf zwischen Meißen und Farbigen. Ter Schauplatz ist diesmal Uruguay. Es handelt sich natürlich um eine Revolution, wie sie für die transatlantischen Freistaaten charakteristisch ist. Aus Montevideo, der Haupt- nnd wichtigsten Hafenstadt Uruguay's, liegt aber der „Voss. Ztg." ein Privatbrief bnr der erkennen läßt, daß die jetzige Revolutton von den „üblichen" in bedenklicher Weise sich unterscheidet, daß man es diesmal mit der Entladung des seit Jahren zwischen Weißen und Roten angesammelten Hasses zu tun hat. Die Kämpfenden schrecken in ihrer grausamen Wut nicht davon zurück, Verwundete und Tote zu verstümmeln, und die Viehherden, den Stolz und Reichtum des Landes, niederzumetzeln. Auf den Feldern mußte die Ernte verfaulen, die Wolle konnte nur zum geringen Teil an die Küste gebracht werden, weil fast alle Eisenbahnlinien und Brücken zerstört sind. Tie uruguayische Regierung sucht die wahre Natur und das Bedenkliche des Aufstandes totzuschweigen, in ihren spärlichen Telegrammen nach Mrenos Ayres spricht sie immer nur von Siegen der Regierungsttuppen über die Rebellen. In Wirklichkeit aber ist, wie es in dem erwähnten Privatbrief heißt, die Aussicht auf baldige Beendigung der Revolutton sehr schwach Taß durch solchen Rassenkampf das Land tn feiner wirtschaftlichen Entwicklung weit zurückaeworfen, damit auch der Ausfuhrhandel und das Interesse der an diesem beteiligten fremden Staaten geschädigt wird, liegt auf der Hand. Turch die Revolutton in Uruguay wird nicht zuletzt Deutschland in Mitleidenschaft gezogen.
Aus Stadt und Aaud.
Gießen, 6. April 1904.
JS'I5 Großh. Regierungsblatt Nr. 8 enthalt: 1. Gesetz, den Verkehr mit Fahrrädern und Automobilen auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen betreffend. 2. Finanzgesetz fiir das Etatsjahr 1904. 3. Bekanntmachung, Änderungen der Postordnung vom 20. März 1900 bett 4. Verordnung, die Fahrräder und Automobile bett. 5. Bekanntmachung, die Veranlagung der direkten Staatssteuern für das Etatsjahr 1904 bett. 6. Bekanntmachung, die Vertretung des Großh. Fiskus in Konkursen bett. — Tas Großh. Regierungsblatt Nr. 9 enthält: 1. Gesetz, betteffend Ylendernng des Arttkels 1 des Ge- setzcs, die Gehalte der Volksschullehrer betteffend, vom 2. Januar 1901. Vom 26. März 1904. — 2. Gesetz die Bildung eines Ausgleichsfonds betteffend. Von gleichem Datum.
n Gesangswettstreit geht uns folgende
Zuschrift zu: Am Ostermontag fand im Neuen Saalbau erne Sitzung von Delegierten aller an dem nationalen Gesangswettstreit teilnehmenden Vereine statt, zu der etwa 200 Herren erschienen waren. Außer den Vertretern der Gesangvereine waren Oberbürgermeister Mecum 'Us Kreise von sechs Stadtverordneten sowie Mit- gtteder der einzelnen für das Fest eingesetzten Aus- W zugegen. Ter Vorsitzende des geschäftsführenden Ausschusses, Herr Linker, eröffnete die Sitzung. Ein Chor oes festgebenden Maschinenbauer-Gesangvereins schloß sich an; alsdann sprach Herr W. Homberger Worte des Willkomms im Namen dieses Vereins und der Ausschüsse. Sie endeten mit einem Hoch auf unseren kunstsinnigen Landes- herrn, der durch Stiftung eines Ehrenpreises auch diesem Unternehmen gegenüber sein Wohlwollen bereits ausdrückte. Oberbürgermeister Mecum ergriff das Wort, um den Ver-
u so zahlreich wie möglich an den Tagen
des Wettstreits unsere Stadt aufzusuchen. Nach kurzem schwanken habe er sich bald überzeugt, daß Gießen und der festgebende Verein imstande seien, das Unternehmen würdig und festlich auszugestalten; die Teilnahme der Bürgerschaft stehe allseitig in Aussicht; hat doch der Männer- fesang in unserer Stadt längst eine feste Heimstädte ge- unden. Ter Kunst galt des Redners Hoch Die Arbeiten des Teleoiertentages fanden glatte Erledigung. Die Bedingungen für das Wettsingen wurden nochmals durchgesprochen und endgiltig festgesteltt, ebenso wurden die Vereinbarungen, über die Werbungsbestimmungen sür die Preisrichter getroffen und genehmigt. Ein Mittagessen vereinigte die Telegierten und die hiesigen Teilnehmer bis zum Abend Festzustellen ist erfreulicherweise, daß sich bei den Vereinen die zu unserem Wettstteit rüsten, allgemein eine frohe, erwartungsvolle Stimmung geltend machte. Das ist gewiß von guter Vorbedeutung für die festlichen Tage zu Pfingsten'
)( Schwalheim, 4. April. Der hessische Staat läßt gegenwärtig für den Germania-Mineralbrunnen eine Süßwasserleitung herstellen, an die sich auch unsere Ge-
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Schritten abzuraten. Speziell ist der Reichstagsabg. Hu6 nach dieser Richtung hin tättg gewesen. Es kann als ganz sicher gelten, daß jeder nennenswerte Streik vermieden wird. Tie Führer der Organisatton wissen sehr gut, daß diese eine große Kraftprobe nicht aushalten kann.
Sfo-trit der Aufruf.
Bhtetr den Unterzeichneten dieses Entwurfes finden mir kirnen von Männern, die heute noch einen guten KlaniU Kuben. Mir nennen nur: Tr. Schott, Prof. Elben, Prof'. Lö'istlin in Urach, Mörike, Prof. Schjwab, General v. V'M-üiler, Graf v. Zeppelin, Hauff in Kannstadt, Le» gattcttrttun Bilfinger, Prof. Osiander, I. G. Cotta (der berü^F?: Buchhändler) und Gerock.
' D dieses alte Zeitungsblatt ist ein Bogen Schreib- vaviacn migeheftet, auf dem sich folgende handschriftlichen Bem^mqen finden:
bsiiliegendem Blatt der Neckarzeitung wird die Errichtung eines >: liei ns zur Beförderung der deutschen Industrie und des fast g ,ar bvirniederliegenden Handels mit deutschen Produkten bekannt Glicht, mit einer Aufforderung, gleiche Vereine zu errichiste.
ä&firir Deutsche wollte eine solchen Aufforderung nicht bÄ>erpWü!
« >: rden daher diejenigen eingeladen, welche einem solchen Verei: r. üitetten wollen, dieß durch ihre Unterschrift und dadurch gegeö. ilchrenwort zu erklären.
D :ui, den 24ten July 182-1
Schoedler. c. r.
Fr. Wilkens.
Vslttifche Tagesschau.
Stillgelegte Zechen.
Ein Berliner Mitarbeiter schreibt uns unterm 5. April: Aus dem Ruhrgebiet sind in letzter Zeit M°agen von solcher Eindringlichkeit gekommen, daß die Oeffentlich- keit ihnen Beachtung schenken tnußte. Handelt es sich doch um das Schicksal vieler tausender von Bergarbeitern und deren Familien, die vor der Gefahr des Ruins stehen dadurch, daß eine Anzahl von Zechen, die von großen Bergwerksgesellschaften zum Zwecke der Erzielung einer höheren Betetligungsziffer im Kohlensyndikat erworben sind, sttllgelegt werben soll. In den Revieren Hattingen und Mitten sind angeblich 22000 Bergarbeiter von dieser Mäßige! bedroht. Ein Teil dieser Arbeiter könnte ja anderswo Beschäftigung finden, aber die Sachlage gestaltet sich aus dem Grunde besonders ungünstig, daß der kleine Besitz, den diese Leute Laufe langer Jahre sich sauer erworben haben, ein Häuschen, ein Stück Acker- oder Weideland, nahezu wertlos wird. Man wirft mit Recht die Frage auf, wer in einem durch die Sttlllegung der Zeche verödeten Bezirk als Käufer auftreten möchte? Es kommt eben hinzu, daß alle diejenigen, die von jenen Zechen gelebt haben, die ihren Erwerb fanden als Warenlieferanten. Handwerker, Landwirte usw. unbedingt der Verdienstlosigkeit und damit dem Mangel ausgeliefert werden. Ganze Gemeinden werden auf ^diese Weise gewissermaßen gesprengt. Tie von einem so zähen Wechsel bettoffenen haben sich an die Behörden, an die preußische Staatsregierung, an Landtagsabgeordnete gewandt, um eine Vermittlung oder, wenn kein anderes Mittel bleibt, ein Eingreifen des Staates herbeizuführen. Solche Schritte wird kein billig Denkender verübeln können. Indessen gewahren wir bis jetzt weder im „Reichsanz.", uoch „in der „Nordd. Allg. Ztg." oder in einem anderen offiziösen Organ eine Kundgebung, die etwas wie Hoffnung einzuflößen geeignet wäre. Der Staat kann in diesem Falle durch ein einziges Machtwort eingreifen; er ist in der Lage, die Besttmnrung des Berggesetzes geltend zu machen, daß „überwiegende Gründe des öffentlichen Interesses" die Bettiebseinstellung verbieten. Wird von dieser Bestimmung Gebrauch gemacht — und es ist nicht einzusehen, warum die Anwendung nicht statthaben sollte, — dann ist die Frage mit einem Federzuge entschieden.
♦
In der „Nat.-Ztg." lesen wir:
Tie kurz vor dem Feste und während desselben abgehaltenen Belegschafts-Versammlungen im westfälischen Kohlenrevier haben klar bewiesen, daß zwar unter den Knappen eine große Gärung vorhanden ist, daß die Führer aber mit Erfolg bestrebt sind, von übereilten
Auch hier finden wir also eine Reihe von Namen heute bekannter und angesehener Gießener bezw. hessischer Familien. Gar sehr viel Erfolg freilich dürfte jener Verein, wenn er überhaupt zu stände kam, was allerdings anzunehmen ist, nicht erreicht haben, denn heute noch ließt bekanntlich der Teutsche alles, was aus dem Auslande kommt, bettachtet es mit ehrfurchtsvoller Scheu und erwirbt es, wenn es seine Mittel erlauben, mitunter zu Preisen, die den Wert übersteigen, auch wenn die Qualität gegen Erzeugnisse des Inlandes zurücksteht.
Vielleicht fällt nach abermals hundert Jahren dieses Zeitungsblatt jemandem in die Hände. Möge er dann das Recht haben, seine Zeit zu preisen, weil dann der Teutsche sich von der einschränkungslof^n Bewunderung des Auslandes hoffentlich endgiltig befreit haben möge!
«In Erwägung, t'ß fremde Nationen den deutschen iVihWf- und Manufakt.n-Maaren und roheri Stoffen ihre '’i'rfte verschließen; daß hingegen die Fremden alle behiiftf)< Märkte mit ihren Maaren überschwemmen; und d<rif iirrdurch die ganze teutsche Gewerbs-Jndusttie, bis 91”' bif kleinen Gewerbe herab zu Grunde gehen, der Ver- faM be»< Gewerbstandes aber notwendig auch den Ruin i eknidbauers, des Schäferei-Besitzers, des Kapitalisten, ninb Staats-Beamten, mit Einem Worte der ganzen zur Folge haben müsse:
Zn der Ueberzeugung, daß, um dem immer mehr üll-'ah.nid nehmenden Luxus mit fremden Fabrik- und m tt>??nnufakttr-Waaren zu steuern, und die allgemeine Vii^mri.ing von sich abzuwenden, den Teutschen nichts nbttz :»leibe, als ihre Consu77ttion lediglich auf deutsche GÄWlissriisse zu beschränken, und daß es eben so wohl in 1 ^Pflichten als in den Interessen eines jeden deutsche Siaatsbürgers liege, so viel von ihm abhängt, mit- tUMltiritn, daß den Regierungen die Anwendung dieses 9-mittels erleichtert werde;
Zn Berücksichtigung endlich, daß es jene Regierungen, wellltc i'ich zu Rettung des deutschen Nabrungsstandes ber* eir-H haben, in ihren preiswürdigen Vorsätzen bestärken rrriiiik, rvenn sie sehen, wie sehr die ganze Nattori und in€T';{?fpT?bere die Consumenten von der Notwendigkeit jener ! < uc?ref-sel durchdrungen sind, haben die Unterzeichneten - t'.gtnbe Beschlüße gefaßt:
Art. 1.
Ast seinem Ehrenworte macht sich jeder der Unter» ’.ei'tinetmt verbindlich, die noch näher zu besttmmenden ' Ärfn'.isse an Kleidungsstticken und Manufaktur-Waaren, >r vr künftig für sich und seine Angehörigen bedürfen toirrt, fron inländischen Crzeugnißen an^uschaffen, und aujMenr, so viel an ihm liegt, dazu beizuttagen, daß s i7M?'.2tbstrger der vaterländischen Industrie dieselbe Un- te27Mchlng angedeihen lassen.
Art. 2.
fctrr inländischen Erzeugnissen sind diejenigen zu ü': ipf'r.. welche in den Staaten von Bayern, MirtteM'- ber -g Laden, Hessen-Tarmstadt, den herzogl. sächsischen, für N i'mßischen Landeia, d. h. in dem Umkreise der- 1 n Staaten erzeugt werden, welche sich zu gemein» schaHihüM Handlungs-Maasregeln vereinigt haben, und die Iichij rodn an dieselben anschließen werden.
Art. 3.
fic näheren Bestimmungen und Anordnungen wegen der t Lu ichnung der Maaren, und insbesondere in An- seharr.' derjenigen Maasregeln, wodurch die Erreichung des t e ^cks der Gesellschaft gesichert werden soll, bleiben dm r ii^lüßen der Generalversammlung dieser Gesellschaft VorlÄ'elecn.
Art. 4.
'!fls Beschlüsse vorzubereiten und die Gesellschaft ins LcV«!« rufen, sind die Herren ....
vonr kn erst unterzeichneten ^Mitgliedern beauftragt.
U:aenwärttgen Statuten, deren Abänderung und Ber- befst'rmp! der General-Versammlung Vorbehalten bleibt, soll: taij öffentliche Blätter die möglichste Publicität 1 ge:?■ und die Bewohner aller zu dem süddeutschen H rn it gs-Verein gehörigen Länder dringend aufgefordert Werl2«: gleiche Gesellschaften zu stiften, indem nur durch d. 5 N'"mnmenwirken Aller der beabsichttgte Zweck erreicht wcrLÄ ffann.
tziettgart, den 8. Juli 1820."


