die segensreichen Früchte des theo- cktisch allseitig zu verwenden, ist es
Te6epho5iischer Kursbericht
101.90
4% Oesterr. Goldronto
4l/6% Oesterr. Silberrente'j 100.65
47.90
Freitag
7.
8.
9.
Samstag Sonntag
. 101.85
. 89.90
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100.50
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62.70
61.90
4% Ungar. Goldrente . . 40/q Italien. Rente , . . 41/, % Portugieser . . . 3°/o Portugiesen. . . . . 1% C. Türken . . . < Türkenlose ...... 4% 0riech. Monopol.-Anl. 4l/»% äussere Argentiner
Reichsanleihe do.
Konsole . do. . .
Hessen Oberhessen
. 29.50
. 90.70 . 121.70 . 105.25 . 213.50 . 194.50 . 142.90 . 156.25 . 161.50< . 140.30 . 18.20 . 190.00 . 254.00 . 214.25 . 218.40
3V2% 8p/o
8V,°/o 3% 372%
3% Mexikaner . . 41/2% Chinesen . . Electric. Schuckert . Nordd. Lloyd . .
Kroditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstadter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden , . . Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum . . « » . Harpener . . . .
Tendenz: fest.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag den 6. Oktober 1904: Meist trüb, windig, tagsüber kühler, Regen- fätle, in Starkenburg nur geringer Regen.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
Arverteröervegurrg.
Dresden, 4. Okt. In der Zigarettenfabrik von I 0se tti ist ein streit ausgebrochen.
zu gleicher Zeit explodieren mußten. Dadurch, daß eine der Ladungen vorzeitig explodierte, wurde das Komplott entdeckt, und man grub eine verbindende Zündschnur aus, die man abschnitt, um weiteren Schaden zu verhindern. Dies ist der zweite Versuch innerhalb weniger Tage. Man schreibt ihn den italienischen Sozialisten zu, die darüber empört sind, haß sich die Arbeiter vom Simplon dem allgemeinen Streik nicht anschlossen. Der erste Versuch richtete sich gegen einen Eisenbahnzug mit Arbeitern in dem Tunnel.
"Defraudationen, Unglücks fälle re. Bei bem griechischen Konsul und Weingrosststen Ott in Würzburg wurden sämtliche Bücher befchlagnahint. Er steht im Verdacht, jahrelang Defraudationen zum Nachteil feines Münchener Filialleiters begangen zu haben. — Wie aus Johannesburg in Südafrika telegraphiert wird, explodierte das Dynamit- Magazin der Anged Deep Mine. Die Erschütterung war furchtbar, doch wurden weder Menschen verletzt, noch Bergwerks- Einrichtungen beschädigt. — Wegen D e p 0 t - U n t e r s ch 1 n g u n g ist der Bankier Kniehase, in Firma Kniehase & Co. in Berlin verhaftet worben. — Der frühere Rittmeister Freiherr von Grabow aus Berlin ist in D r e s b e n wegen bes Ver- bachtes. mehrere hunderttausend Mark unterschlagen zu haben, unter Anklage gestellt und in Haft genommen worden. — In Duttweiler (Pfalz) sind drei Scheunen abgebrannt. Die Iran bes Besitzers Probst kam in den Flammen um.
Vom Kriege.
London, 5. Okt. Ein in Petersburg eingelauftntzZs Telegramm sdes Generals Stössel berichtet, die Angriffe der Japaner aus das Fort Visoky vom 19. und 21. September wurden zurückgeschlagen. Tichjte Infanteriekolonnen stürmten, konnten aber das Feuer der Geschütze von den Forts nickft aushalten.
Paris, 5. Okt. Aus Kyonchou und Chimchongdo irt Korea !werden Revolten gemeldet, zu deren Unterdrückung japanisches Militär ausgesandt wurde. — Ein russischer Matrose traf in Paris mit der Flagge des bei Tschemulpo gesunkenen Kreuzers Warjag ein. Tie Flagge wurde von der russischen Vtoschast übernommen.
Paris, 5. Okt. Tie hiesige Ausgabe des „Newyork Heraid" erfahrt aus Petersburg, der Vorschlag des' Präsidenten Roosevelt über die Einberufung einer Friedenskonferenz werde in den offiziellen K'reisew als durchaus ü b e r r a s ch e n d und unzeitgemäß angesehen. — Eine Petersburger DepeM >an mehrere hiesige Blätter besagt, daß die Gerüchte über eine Demission! des Mar ine Ministers Avellan von neuem entschieden dem entiert werden. Ferner heißt es, der Tag der Ausreise des Baltischen Geschwaders sei noch nicht festgesetzt und werde jedenfalls geheim gehalten werden.
London, 5. Okt. „Daily Telegraph" berichtet, daß in der Nacht vom 22. auf den 23. Sept, die Russen einen; Ausfall gegen eine Stellung machten, welchie vom 36.- japanischen Infanterieregiment besetzt war. Bei diesem Angriff wurden die Russen vollständig a u f g e r i e b e n, Von den 40 0 0 Mann, die sie vor der Schlacht zählten blieben nur 1 Unteroffizier un'b 11 Mann! übrig. (Der „Daily Telegraph" ist eins der berüchjtigsteni Londoner Lügenblätter. D. Red. )
Rom, 5. Okt. Die „Italia Militare "veröffentlicht ein! Telegramm aus Tschifu, worin berichtet wird, daß diej Japaner zwei wichtige Forts und vier kkleinere Verschanzungen bei Port Arthurerobert hätten.
Petersburg, 5. Okt. General Oku überschritt den Hun-Fluß und machte eine Umgehungsbewegung in westlicher Richtung. Nach der Ansicht russischer Militärs gilt es als sicher, daß Kuropatkin viele Streitkräfte abgeben müsse, um die Umgehung sversucheOkuszuverhinderru^^^^^^^^^^^^^^
Nniversttäts-Wachrichlen.
— Tie juristische Fakultät der Universität Leipzig hat aus Anlaß des 25 1 übrigen Bestehens des Reichsgerichts die Senatspräsidenten Maßmann und Treplin, sowie die Reichs- geriMsräte Beer, Förster, Kaufmann Planck, Schütt und Stellmacher, den Rcichsanwalt Zweigert und den Rechtsanwalt Geh. Justizrat Patzki zu Ehren- d 0 11 0 re n ernannt. _____ _______
ujw., we! die reine
an den zuständigen Stellen soweit gefördert worden, daß mit einer Einbringung der einzelnen Etats an den Bundesrat spätestens zm Anfang des nächsten Monats gerechnet werden darf. Bis zum Schluß des November hätte der Bundesrat sich mit dem Etat zu beschäftigen, sodaß als sicher anzunehmen ist, daß der Reichstag bei seinem Wiederzusammentritt den Etat für 1905 vorsindet.
Kiel, 5. Okt. Prin_z und Prinzessin Heinrich werden mit dem Prinzen Sigismund am 17. Oktober nach Darmstadt zu einem 14tägigen Besuch bei dem Großherzoglichen Hofe abreisen. Tie Rückkehr nach Hcmmelmark ist für Anfang November geplant.
Paris, 5. Okt. Professor Koch wohnte einer Sitzung der medizinischen Akademie bei.
Paris, 5. Ott. Ter Chefarzt des hiesigen Irrenhauses zu Sainte Anne, Tr. Ballon erhielt gestern von eifern W a h n s innigen eine n M eifer st i efc in den Nacken. Sein Zustand ist besorgniserregend. Wenn Tr. Ballon mit dem Leben davon!.mmen sollte, roirb eine schwere Lähmung zurückbleiben, da das Rückenmart verletzt worden ist. ;
Wien, 5. Okt. Zur Affäre der Prinzessin Luise von Koburg wird mformierterseits mitgeteilt, daß das Oberhofmarschallamt dem Wunsche der Prinzessin nach n 0 ch m a l i g c r U n t e r s u ch u n g ihres G e i st e s z u st a n d e s statt geben wird, umsomehr, als auch Prinz Philipp von Koburg, Dr. Feistmantel und Bachrach sich dafür ausgesprochen haben. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird auch gegen die Wahl der Sachverständigen durch die Prinzessin selbst vom Oberhofmarschallamt kein Widerspruch erhoben werden.
Wien, 5. Okt. Tie „Wiener Ztg." publiziert die Ernennung des ordentlichen Univenitä<sorosessors in Marburg Tr. Hans Meyer zum ordentlichen Professor der Pharmakologie an der Wiener Universität.
Volksversicherung. In England und Amerika hat die Volks- Versicherung die allerweiteste Ausdehnung. Bei einer einzigen Londoner Gesellschaft bestehen 15 Millionen Policen über 3 Milliarden Mark, bei einer Newyorker 7 Millionen über 5 Milliarden Mark. In Deutschland ist die Volksversicherung erst seit ihrer Aufnahme durch die Viktoria bekannter geworden, und doch sind darin schon nahezu 1 Milliarde Mark versichert, wovon etwa die Hälfte auf die Viktoria entfällt. Die deutsche Gcsellfclmft leistet ihren Versicherten in jeder Weise mehr als die englischen und amerikanischen. Zunächst sind ihre Versicherungssummen im Verhältnis zur Prämie sehr viel höher. Ter Prozentsatz der Verwaltungswsten, Altionärdwidenden und Tantiemen einbegriffen, ist noch nicht halb so groß, als bei der Londoner Prudential, bei der fast jede zweite Person Großbritanniens und Irlands versichert ist. Ter Unrostensatz ist bei der Viktoria kleiner als bei jeder anderen inländischen wie auslänoischen Volks-Ver- sicherungs-Gesellschaft. Auf die Aktionärdividenden und die gesamten Tantiemen kommt von den Unkosten im Jahre nur ein halber Wockienbeitrag, also bei einer 10 Pfennig-Police, worauf im Jahre 5,20 Mk. zu zahlen sind, für das ganze Jahr 5 Pfg.! Es liegt auf der Hand, daß bei einer weniger umsichtigen und rationellen Verwaltung bi; ie 5 Pfg. und weit mehr an Verwalt- nngslostcn leicht mehr verbraucht werden könnten. Von der in Betracht kommenden Policenzahl verfielen bei der Viktoria nn Jal/re 1903 nur 2,4 Prozent, ein glänzendes Remltat, wie c> bisher von keiner and . reu in- oder ausländischen Gei einmal' reicht werden konnte. Bei der Viktoria gehen täglich über l.nio Bdlksversick>erungsanträge ein, und sie zahlt sckwn letzt monal" lich nahezu 1 Million Mark für Sterbefalle und Ubläufe in der Bolksversicherung aus: l/3 davon sind gezahlte Gewinnanteile, c 10
Neueste Meldungen.
Berlin, 5. Okt. Das Deutsche Theater hat am Dienstag mit einem breiaktigen Drama „Maria Frieb- haminer" von Heinrich unfein einen starken unb lauten Erfolg gehabt. Der jugendliche Verfasser wurde nach jedem Akte gerufen und zum Schluß sehr lebhaft begrüßt.
Berlin, 5. Okt. Die Vorbereitungen für die Aufstellung der einzelnen Teile des Reichs Haushalts-Etats für 1 9 0 5 sind nach einer Mitteilung der „Berl. Pol. Nachr."
Bergzabern, 5. Okt. Wegen gegenseitiger Beleidigung verurteilte gestern das Schöffengericht den Apo- thekenbesitzer Georg Worg von hier zu 15 Mark und den ebenfalls hier wohnhaften prakt. Arzt Tr. Werber, welcher sich bei der Beleidigung tätlich vergriff, zu 60 Mark Geldstrafe und beiderseitiger entsprechender Kostentragung. T>as Vorkommnis, das sich im Bürgerkasiuo zutrug, dürfte ein weiteres gerichtliches Nachspiel Huben, das sich auf den Grund der Beleidigung bezieht.
Major v. Sydow, der vom Kriegsgericht in Hannover wegen schwerer Mißhandlung seiner Tochter zu vier Monaten Gefängnis und Tienstentlassung verurteilt wurde, hat Berufung gegen das Urteil eingelegt.
Aerzte-Zweikampf. Im Februar d. I. forderte der Arzt am Friedrichstädter Krankenhausc. zu Tresden Tr. Hein seinen Kollegen, den an dem gleichen Institut anaestellten Militärarzt Tr. Wolff, mit dem er bei einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung in Differenzen geraten war, a u f S ä b e l. Es wurden 60 G ä n g e ausgemacht, falls nicht vorher einer der Gegner kampfunfähig werden sollte. Beim 16. Gange erhielt Tr. Wolff einen Hieb, der eine Verletzung der Schädelbecke zur Folge hatte. Tr. Hein erhielt seinerzeit vom Kriegsgericht eine Strafe von vier N-'onaten Festungshaft; Tr. Wolff wurde vom Landgericht ebenfalls zu vier Monaten, Tr. Meyer, der Kartellträger Tr. Heins, zu drei Tagen Festung verurteilt.
feruungen ohne direkte Verbindung. Eine internationale Ge- sellschaft zur Ausnutzung der Erftndung ist gebildet.
z-zi Mouistenbund. Ernst Häckel veröffentlicht im Oktoberheft der Frankfurter Halbmonatsschrift ,^D a s f r e i e W o r t" 30 Thesen für einen zu gründenden Monistenbund. Er schreibt: Um die einheitliche naturgemäße Weltansch.auung in weitesten Greifen M verbreiten und die segensreichen Früchte des theoretischen Monismus auch vraktisch allseitig zu verwenden, ist es wünschenswert, daß alle vahiu gerichteten Bestrebungen durch Gründung eines einheitlichen Monistenbundes einen gemeinsamen Mittelpunkt finden. In dieser „universalerr Monistengemeinde" würden rücht nur alle Freidenker und alle Anhänger der monisti- sch«r Philosophie Aufnahme finden, sondern auch alle „freien Gemeinden, ethischen Gesellschaften, freireligiöse Gemeinschaften" :lchL als Richtschnur ihres T^enkens und Handelns allein i Vernunft anerkennen, nicht aber den Glauben an tradi-
Kunst und Wistenschaft.
Eine sensationelle Erfindung. Ritzaus Bureau in Kopenhagen meldet: Ter Erfinder des Telegraphons Poulsen hat eine neue Erfindung gemacht, wodurch er imstande ist, auf einfache Werse ein Kontinuieren der elektrischen Wellen heÄvvrzubringen. Tndurcki wird ermöglicht, die drahtlose Telegraphie so zu regulieren, daß ein Auffangen von Depeschen von unbefugter Seite völlig ausgeschlossen ist. Ferner bietet die Erfindung die Möglichleit der drahtlosen Telephon i«, ferner ermöglicht sie das Steuern eines Bootes nndÄbfeuern eines Torpedos auf große Ent-
tionelle Togmen und angebliche Offenbaru-ngen. Tie bevor- stehmden Kongreffe in Rom und Saint Louis (der erstere ist bereits Mvesen) bieten die günstigste Gelegenheit, alle diese zer- ftmiten Kräfte zu vereinigen in einem großen universalen Monistenbund." '
Feue^sicherheit im Theater. Tie Feuersicherheit im Potsdamer Königlichen Schauspielhause ist neuerdings durch eine selbsttätige Feuermelde v orrichtu ng erhöht worden, die in allen Räumen des Theaters angebrackst wurde, welche nicht unter ständiger Aufficyt der Feuerwehr stehen. Bei plötz- iicfyer Wärmeentwicklung ertönt beim Posten auf der Bühne, in der Portierloge, sowie im Telegraphenzimmer des Feuerwehrdepots ein Glockenzeichen. Gleichzeitig wird dem Posten auf der Bühne durch ein Tableau angezeigt, aus welchem Raume die Meldung kommt. Ter Einführung der Neueinrichtung sind ausgedehnte Pwben vorangegangen. Tie langsame Envärmung eines Zimmers durch Ofenheizung wird durch den Apparat nicht angezeigt, sondern nur akute Feuerentwickelung.
Herichtssaal.
sh.) Friedberg, 4. Okt. Bor dem hiesigen Schöffengerichte hatten sich Heinrich Fix f en. und dessen Sohn Hein- rich Fix jun. wegen Körperverletzung zu verantworten. Zwischen Angehörigen der Famllie Fix und im selben Hause wohnenden Mietern bestanden Reibereien, die vor Gericht teilweise geschlichtet wurden. Am Abend des 2. März L Js. kam es nun abermals zu unerguicklichen Szenen. Aus diesem Grunde erwartete am folgenden Tage mittags gegen 121/2 Uhr der Angeklagte Heinrich Fix jun. auf der Straße den Akademiker Bernhardt, um von letzterem Genugtuung zu verlangen, welche B. verweigerte. Nun überfiel Fix jun. seinen Gegner und mißhandelte ihn, was der als Zeuge vernommene Professor Eger bekunden kann. Kommilitonen eilten B. zu Hilfe und brachten ihn in die Wohnung. Kurze Zeit nach diesem Vorfall kam es im Hause selbst zu Streitigkeiten zwischen dem angeklagten Sohne und den Akademikern Gülich und Limmer. Durch das Geräusch der Streitenden wurden die übrigen Hausbewohner aufnierffam. Auch der Vater des Angeklagten eilte herbei, und half fernem Sohne, indem er mit einem Pfeifenrohr dreinschlug, aber, lediglich um den Streit zu schlichten, wie die heutige Beweisaumahme ergab. Der Solm aber hatte sich ein altes Rapier geben lassen unb damit hieb er auf die Gegner los, die sich mit Stöcken wehrten, so gut es ging. Der zuerst mißhandelte Akademiker B. war erjt einige Wochen voicher operiert worden und befand sich aiff dem Wege der Genesung. Infolge der Mißhandlung auf der Straße war er aber wieder bettlägerig und krank geworden, sodaß der mehrere Wochen ärztliche Hilfe benötigte. Im Verlaufe der Verhandlung tritt er deshalb no-tz als Nebenkläger auf und verlangt eine entsprechende Buße. — Alv sachverständiger Zeuge bekundet praktischer Arzt Tr. May-Bad-Nauheim, daß der angeklagte Fix jun. ein äußerst reizbarer und sehr nervöser Mensch sei. Tiesem Umstand seien wohl seine strafbaren Handlungen zuzuschreiben, die er bei ruhiger Erwägung wohl nicht begangen halte. Bei einer eventuellen Strafzumessung mußte dies als nnlberuoer Umstand in weitgehendstem Maße beruasickstigt werden. Ter Staatsvertreter weist in seinem Plaidoyer aus dieses ^ztsiche Attest hin und auf die Unbescholtenheit des Zungen -.canne^. Trotz der Schwere des Falles sollen mildernde Umstande m weitgehendstem Maße in Betracht kommen und eine Gefängnisstrafe, wie sonst üblich, ausgeschlossen werden. Tas Urteil lautere. In zwei Fällen wird der angeklagte Sohn der Körperverletzung nach § 223a für schuldig erklärt und in ^lue Geldstrafe von zusammen 120 Mark verurteilt. Außerdem muß der Verurteilte 200 Mark Buße entrichten und 1 einen upen der Gerichtskosten übernehmen. Ter mitangeklagte Vater wird von Strafe und Kosten freigesprochen.
sd. Darmstadt, 5. Okt. (Trahtbericht.) Konrad Gerbig aus Schwarz bei Alsfeld wurde heute vom Schwurgericht wegen Brandstiftung in Kl. Rohrheim bei Gernsheim begangen, zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt.
Flensburg, 4. Okt. Im Prozeß gegen den P asto^r Jacobs e n und den früheren Gasthofbesitzer Lassen aus >Lck)erre- beck wegen Bilanzverschleierung, Gelds di i c b n n g und Zuwendung unrechtmäßiger Vermögensvorteile an Jacobi en zum Nachtelle der Kreditbank in Scherrebeck wurde Jacobsen von der hiesigen ersten Strafkammer gänzlich frei- gesprochen. Lassen wurde wegen Bilanzverschleierung in zwei Fällen unter Zubilligung uiildernder Umstände zu 600 Mark Geldstrafe verurteilt, bezüglich der beiden anderen Anklagepunkte wurde er sreigeiprochen. Ter Staatsanwalt hatte gegen beide Angeklagte zehn Neonate Gefängnis und 200 Mark Geldstrafe beantragt.
Leipzig, 4. Okt. Tar> Reichsgericht verwarf die von dem Lehrer Nickel in T r a k e h n e n gegen das Urteil des Land gcrichts I Berlin vom 8. April 1904 eingelegte Revision als unbegründet, kicket war vom Landgericht wegen Beleidigung des Landl la llmeisterü v. Dettingen zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt worden.
Eine Tisehen-Uir geschenkt
beliebten Gioth's gemahlenen Kernseife an den Fabrikanten
I. Gioth, panau, einsendet. hvll7
Spielplan
der vereinigten Stadttheater Gicßen-Marbnrg und des Großherzoglicheu Kurtheaters Vad-Nauhcim.
(Direklion S t e i 11 g 0 e 11 e r).
Donnerstag den 6. Oktober: At a r b u r g: „Der Talisman." " Gießen: „Die Journalisten."
Nauheim: „Die Journalisten/ Gießen: „Der Talisman."
Landwirtschaft.
— Eine Ausschußsitzung des landw. Vereins für die Provinz Ober Hessen findet Donnerstag, den 6. O ktober, nachmittags 3 Uhr, im Hotel zum Prinzen Karl in Gießen unter dem Vorsitz des Präsidenten statt. Tie Tagesordnung umfaßt zelm verscksiedene Gegenstände. Auch die Kanalisation der Lahn steht auf der Tagesordnung, ferner die Errichtung eines Zentralzuchtviehmarktes, der Gießener Wetter- dienst mw Zander es
Kändcl und WerKeyr. Volkswirt schäft.
Syndikatswesen in Deutschland. Das Syndikats-- roefen in Deutschland ist in fortgesetztem Aufschwung begriffen. Fast kein Tag vergeht, der nicht auf diesem Gebiete eine neue Erscheinung zu Tage förderte. Der Stahlwerksverband ist jetzt mit der Emschatzung der Werke der Fertigfabrckate beschäftigt und es wird auch vom Internationalen Schienenverband gesprochen. Vereinigt haben sich ferner die Brückenbauanstalten, wie wir bereits gemeldet; dann hat sich eine wirtschaftliche Vereinigung deutscher Gaswerke gebildet und die Preiskonvention der Zement- industriellen dürfte jetzt auch vielleicht einmal zu Stande kommen. Nach dem Vorbild des Kvhlensindikats und des Stahlverbandes erwartet man von den Syndikaten die Schaffung einer gewissen Stetigkeit für das gesamte Wirtschaftsleben, also auch eine größere Standigkeit der Erträgnisziffern. Dadurch verliert die Aktie, wie der ^Aktionär" schreibt, in den Augen des großell Publikums mehr und mehr den Charakter eines Papiers mit schwankenden Erträgnissen.
Hibernia-Angelegenheit. Bekanntlich hat die Hiberniagesellschast gegen den von der Dresdner Bank durchgesetzten Antrag'.'Aushebung sämtlicher Beschlüsse der Generalversammlung vom 27. August betr. Kapitalerhöhung Beschwerde erhoben. Tas Landgericht, Kammer für Handelssachen, Bochum, hat dieser Beschwerde Folge geleistet. Dadurch ist der ganze Plan der Dresdner Bank sehr gefährdet und sie sah sich genötigt, gegen das Bochumer Urteil Beschwerde beim Kammergericht ein^ulegen. Es wird nun von der Entscheidung dieses Gerichts zunächst abhängen, ob der Regierung der Weg soweit geebnet ist, daß sie das gegenwärtig halbe Aktienkapital von Hibernia übernehmen kann, ohne befürchten zu müssen, daß durch Kapitalsvcrmehrung die Macht dieses Besitzes vermindert wurde. Wie uns scheint, befindet sich Minister Möller in einer wenig angenehmen Lage und er weiß vorläufig keinen anderen Ausweg, als Zeit zu gewinnen. Klugen stehen in diesem Streite immer nicht minder Kluge gegenüber und dabei hat die Ministerpartei doch den Nachteil, daß bei ganz unbefangener Prüfung der Verhältnfffe das Recht eher auf der anderen Seite zu finden ist. Schon die ersten Schritte, die der Handels-Minister in dieser Angelegenheit getan hat oder tun ließ, haben die Kritik stark herausgefordert.
— Reichsbauk. Am 17. Oktober wird in W e i ß w a s s e r (O.-Lsi eine von der Reichsbankstelle in Görlitz abhängige Reichs- banknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giro-Verkehr eröffnet werden.
Märkte.
Lauterbacher Frachtpreise vom 1. Okt.: Korn 15 Mk., Hafer 14 Mk., Erbsen 22 Mk., Kartoffeln 5,75—7,60 Mk., alles pro 100 Kg.
kc. Frankfurt a. M., 5. Okt. (Orig.°Telegr. des „Gieß. Anz.") S ch w e i n e m a r k t. Zcnn Verkauf standen 1693 Schweine. Schweine: 1. Qualität 60—00 Pfg., Lebendgewicht 47—00 Pfg., 2. Qual. 58—59 Pfg., Lebendgewicht 46—00 Pfg., 3. Qualität 52—55 Pfg., Lebendgeivicht 00—00. Geschäft gut; Ueberstand unbedeutend.
kc. Frankfurt a. M., 4. Okt. Heu- und Strohmarkt. Heu kostete heute Mk. 3.60—4.00, Stroh sDif. 2.10 bis Mk. 2.30. Alles per 50 Kilo. Tendenz: Fest.
0 Kirchhain, 4. Okt. Tie Sperrung der Gießener Viehmär 11 e seitens des Oberhessischen Viehhändler-Vereins scheint auf unsere Viehmärkte belebenden Einfluß auszuüben, denn der heute hier abgehültene Rindviehmarkt war außerordentlich lebhaft. Der Auftrieb von Rindvieh belief sich auf etwa 300 Stück, die bei guten Preisen vielfach schon im Vorverkauf abgesetzt wurden. — Auf dem Schweinemarkt belief sich die Zufuhr auf etwa 500 Stück. Ter Handel war flau und die Preise gingen sehr zurück. Saugferkel kosteten 16—19 Mk., größere 30—40 Mk., und Läufer 80—90 Mk. pro Paar je nach Größe und Qualität.


