Ausgabe 
5.9.1904 Zweites Blatt
 
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Nr. 208

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehrn

SÄiOB

Kekanntmachung.

Vetr.: Milzbrand zu Hausen.

Bei einer Kuh des KaSpar Atzbach zu Hausen ist ein Fall von Milzbrand sestgestellt worden.

Gießen, den 3. September 1904.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

. 3i B.: Hechler.

§ie Alucht der Prinzessin von Kovurg.

Tas Oberhofrnarscdallamt in Wien hat auf die Klage des Prinzen Philipp von Koburg verfügt, daß die Prinzessin Luise in die Gewalt ihres Gatten z u r ü ck z u b r i n g e n sei. Ter Vertreter des Grafen Mattachich, Tr. Stimmer, ist itadj der Schweiz obgereist, um sich mit seinem Klienten zu beraten. Wie in wvhlinformierten Kreisen behauptet wird, befindet sich die Prinzessin Luise bei Freunden in vollständiger Sichecheit. Sie beabsichtigt, ihre Memoiren in Paris erscheinen zu lassen, wo ihr ein Verleger eine hohe Honorarsumme zur Verfügung gestellt hat.

Prinzessin Luise wird in Paris erwartet.

Nach einer bisher zwar unbestätigten Meldung soll eine Dame, in der man die vermißte Prinzessin Luise erkannt haben will, auf einem Dampfer von Calais nach Dover gefahren und von dort nach London weitevgereist fein.

Gegenüber den Blättermeldungen, daß sich die Prinzessin Luise in Zürich oder in einer von dem Psychiater Forel geleiteten Heilanstalt aufhalle, teilt die Schweizerische Telegr.Agent, mit, nach ihren Erkundigungen könne mit fast absoluter Bestimmtheit erklärt werden, daß die Prinzessin nicht in Zürich sei. In keinem Hotel und in keiner Pension seien Personen abgestiegen, die mit der Prinzessin und ihrer Begleitung identisch fein können. Auch tne Polizei wisse nichts von dem Aufenthalt der Prin­zessin in Zürich. Die Schweizerische Depeschenagentur teilt ferner mit, daß ihre Anfrage bei der Tirellion der vor Jahren von Forel geleiteten Irrenanstalt in Burghölzle dahin beantwortet wurde, daß die Wahrung ihres Berufsgeheimnifles jegliche Aus- runstserteilung verbiete. Nach privaten Informationen der Agen- toc an zuverlässiger Stelle wellt die Prinzessin nicht in der Anstalt. Auch in der jetzt von Forel geleiteten Anstall bei Morges am Genfer-See hält sich nach einer direkten Mittellung aus der Anstatt die Prinzessin nicht auf.

r3 Ilinzessin Lulle hat an eine in Wien wohnende befreundete Per­sönlichkeit einen Brief gerichtet, in dem sie gegen eine neue linker- bnngung in einer Jrrenanstatt energisch protestiert und in dem sie fordert, daß ihre Zukunft sichergestellt wird. Die Prinzessin & S- eSJ,cl^'.ii?er. Basel nach Frankreich en tkommen. Vrofellor Forel befindet sich in Lyon.

. Nachforschungen haben ergeben, daß Mattachich vor acht Tagen in Budapest geweilt hat, um für die Flucht das nötige Geld gegen ^rlj4ncmng des schmuckes der Prinzossiu aufzutreiben, was wdoch nicht gelang. In Gesellschaft von Mattachich wurde wieder­holt Frau Stöger gesehen.

Prinzessin Luise schreibt in einem in Bad Elster zurück- gelassenen Briefe an ihre Kammerjungfer Olga:Ich bin weg, ich ertrage kein Unrecht, Gott hat mein Gebet erhört, leben Sie wohl. Ferner wird der Kammerjungfer empfohlen, acht zu geben, daß nichts von den Sachen wegkomme. Der Brief wurde nach Wien geschickt.

Aus vatikanischen Kreisen wird gemeldet, daß die Prinzessin beabsichtigt, den Papst um Auflösung ihrer Ehe zu bitten

4- Sept- Unfrei auf der Polizeistation der Ost- chwe^ergaben daß man nirgends Kenntnis von dem Mfenthalt der Prinzessin Luise von Koburg hat, noch Spuren des Weges ermittelte, auf dem sie und ihr Begleiter nach der Schweiz gekommen sein sollen. Bis gestern hatten die verschißenen kan- tonalen PolizeikommandoL' noch keinen Auftrag zum Anbalten und Festnahme der Prinzessin im Betretungsfalle. Dieser Befehl hat erst von Bem aus zu kommen. Man glaubt hier allgemein daß es inzwisäien den Flüchtigen gelungen sein dürste, über Basel die französische Grenze zu erreichen.

> Der fünfte Ta« für Denkmalpflege findet, wie schon erwähnt, am 26. und 27. Sept, in Mainz statt. Neben Berichten über die Gesck-äft-sführung, über den Stand der Gesetz- gebuiU jn den verschiedenen Staaten, sowie über die Herstellung dos Handbuches der beutftfyen Kunstdenkmäler stehen bis jetzt folgende VvrtrLge auf der Tagesordnuna: Pros. Frentzen (Aackn'n) und Geheimrat Stubben (Berlin):lieber die städtischen Bau­ordnungen im Dienst der Denkmalpflege". Baurat Tornow (Metz) und Hofrat v. OeclxellKuser (Karlsruhe):^lieber die Vorbildung

Krr Aufstand in Aeutfch-Südwestafrika.

General v. Trotha meldet: Die Konipagnie Ritter von der Abteilung v. Estorss und Bastards fingen am 31. August und 1. September eine Anzahl Herero und 100 Stück Vieh in der Gegend von Okosondusu. Dort und bei Otjunpelpenda wurden in und bei den Wasserstellen viele hundert Stück toten Viehs gefunden. Kalatiel mit sehr viel Vieh soll bei Otiomasu, Samuel mit Tjetjo und Michael bei Okahandja und Okowindombo fein und auch Otjimbind e besetzt haben.

Dolttische Wochenschau.

Was eintreteu mußte, ift endlich geschehen: Frei- Girbach ist; von dem Haupsschauplatz feiner ^ahgCeit zurückgetreten. Zwar ist er Oberhofmeister der Kaiserin geblieben, boH, wird er in dieser rein höfischen Stellung kaum jemals wieder Gelegenheit geben zu öffent- lrcher Erörterung. Die Hauptsache ist einmal, daß er der emflußreichen Stellung als KadineErretar der Kaiserin enthoben ist h«iti> Weitens, daß er gleichseitig den Vorsitz m den ihm ulnterstellten kirchlichen Vereinen nieder gelegt hat. Bis cruf eine der äußersten Rechten angehörenden kleinen Gruppe haben alle Kreise der Bevölkerung die Tat­sache von dem Sturze Mirbachs mit der größten Genug­tuung vernonttnen, denn das merkwürdige Treiben dieses Herrn hatte überall berechtigtes Erstaunen, wenn nichitt Entrüstung erxegt. Während der bevorstehenden Kaiser- Manöver, M denen auch die Kaiserin teilnimmt, wird ubrrgens Freiherr v. Mirbach ,wiegen Erkrankung" seinen Dienst als Ob er h ofmeifter der Kaiserin nicht vergehen! Der schpn genannte Herr v. d. Knese­beck, der die Kaiserin am Samstag auch nach Altona begleitet htzt, ist mit der Vertretung des erkrankten Ober- hosmeisters beauftragt worden. Daß Herr v. Mirbach an all den .Enthüllungen der letzten Monate leidet, ift sehr glaublich. Es hat den Anschein, als, ob dies Leiden das Ende auch seiner Oberhoftneisoerlaufbahn bedeute.

Der Todestag Lassalles, der aus den 31. August fallt, gab auch in diesem Zähre den Genossen wieder Ge­legenheit, das Gedächtnis eines ihrer Parteigründer auf ihre Weife zu ehpen. Gegenüber der Ueberschätzung Last alles, der man bei dieser Gelegenheit in der sozialdemo- kraüschen Presse begegnete, ift es wohl angezeigt, aus ein Schristchen hinzuweisen, das der frühere Sekretär des allgemeinen deutschen Arbeitervewins, Bahlteich, ver­faßt hat. Das Bild, das Bahlteich von seinem früheren Präsidenten entwirf^ ist gerade kein sehr erfreuliches. (Er wirft ihm Ehrgeiz, Rachsucht, ja sogar ausgeprägten Größenwahnsinn vor und stellt die allerdings nicht be­wiesene Behauptung auf, der gefeierte Tribun sei nahe daran gewesen, die Sache des Proletariats zu verraten. Jn ähnlicher Weise tpitt auch Eduard Bernstein der Be­wunderung, die Lassalle so reichlich gezollt wird, entgegen, indem er die Mängel seiner Lehre und die SchMchje seiner Persönlichkeit aufdeckt. Sicher ist, daß Lassalle' andere Ziele im 2luge hatte^ wie die heutigen Führer der sozial­demokratischen Partei. Jn Wahrheit ist diese auch längst über die Lehren Lassalles zur Tagesordnung übergeaangen und hat sich mehr den marxistischen Maximen angeschlossen. Als Agitationsstoff leistet aber der Name Lassalle nnmer noch gute Dienste.

Tie Ablehnung der Verstaatlichungs­offerte durch die Generalversammlung der Hibernia- aktionäre bedeutet einen Mißerfolg des preußischen Han­delsministers Möller:, zugleich des mit ihm einverstan­denen preußischen Staatsrnttttsterchmrs. Jn chrer ganzen Größe wird sich fte H,iberniaangelegenheit aber erst bei den kommenden parlamentarischen Behandlungen zeigen, bei denen es vor allem darauf ankommen wird, seftzüstellen, jvas den eigentlichen Anlaß zu der VerstaatlichungsEon gegeßen hat. Angeblich soll eine Beschwerde eines schle­sischen Magnaten über Verweigerung von Kohlen für ein Hüttenwerk in Pommern seitens des Syndikats das Vor­gehen des Handelsministers veranlaßt haben Doch läßt sich darüber mit Sichierhett nichts ausfagen. Ferner muß die preuß. Regierung im Landtag Indemnität nachsuchen für die Verwendung von Staatsmitteln zum Ankauf von «Aktien der Hiberssia. Zu solchen Käufen war die Regier­ung in Berlin ohne vorherige Zustimmung des Landtages nicht berechtigt. Jn der offiziösen Presse wird andauernd mit der Einbringung eines Syndikatgesetzes gedroht, falls in derHibernia"-Frage nicht eine Verständigung mit , der Regierung erzielt wird. Schwerlich aber tium ein \

solches Gesetz nicht bloß für dre hibernia" oder das Ruhr­revier erlassen werden, sondern würde für alle Syndikat- blldungen in allen Produktionszweiaen Gelttmg haben Einer solchen gesetzlichen Regelung des Syndikatwesens stehen aber außerordentliche Schwierigkeiten entgegen, und es bleibt eine offene Frage, ob es. gelingen würde, ein brauchbares Gesetz zu /tande zu bringen. Daß ein solches dem Reichstag schon in absehbarer Zeit, etwa im Laufe der nächsten Session, vopgelegt werden könnte, erscheint nach Lage der Dinge so gut wie ausgeschlossen.

Die amtliche ,Mrl. Korr." meldet: Auf eine Mit­teilung der Bergwerksgesellshast hibernia" betreffend die Ablehnung der Staatsofferte in der Generalversammlung vom 27. August erwiderte der Handelsminister in einem Schreiben vom 2. September, daß er, da die Beschluß­fassung aus den Kreisen deir Aktionäre ini Rechtswege angefochten werde, zunächst den Aus­gang dieses Rechtsstreits abwapten müsse, ehe er den Be­schluß als reMsbeständig anerkennen könne.

Mehrere Tage haben die Russen und Japaner vor Liaujang in den heißesten Kämpfen gerungen, die die neuere Geschichte kennt. Etwa 200 000 Russen standen unter Kupopatkin auf den Höhen südlich und südöstlich Liau- )angs den ca. 300 000 Mann starken Armeen des Marschalls Oyama gegenüber. Drei ganze Wiochen hatte Kuropatkin auf dieser Stelle auf den Angriff Oyamas gewartet und schon dadurch einen ziemlichen Erfolg erreicht, denn Zett­gewinn war und ist für die Russen viel. Nur durch Zeit­gewinn vermögen sie ihre noch^ ümmer unzulängliche Kriegsrüstung zu ergänzen und der japanischen allmählich gleichwertig zu machen. Der russische Oberbefehlshaber ist indessen noch auf ein anderes Mittel verfallen, um den bestehenden Stärkeunterschied auszugleichen. In wahrhaft genialer Weise hatte er es verstanden, auf den Höhen von Liaujang durch Anlegen von Befestigungswerken aller Arten eine Verteidigungsstellung von außerordentlicher Stärke zu schaffen. Jn verzweifellem Ansturm versuchten die Ja­paner, anfangs vergebens, die Höhen zu nehmen, bis es ihnen nun doch gelungen ift, Liaujang zu besetzen. Eine Meldung des Reuterschen Bureaus aus Petersburg vom 3. September besagt, die Russen hätten Liaujang geräumt und dieses wäre von den Japanern be­setzt worden; das erste sibirische Armeekorps! unter General v. Staüelberg in Stärke von 25000 Manu fei westlich von Liaujang durch die Ja­paner abgeschnitten worden. Ferner meldet Gene­ral Kuropatkin ebenfalls vom 3. d. 2JL:

In der Nacht zum 3. Septemberbemachtigte sich der Feind des grüßten Teiles unserer Stellun­gen bei Likwantun. Unsere Truppen zogen sich nordwärtszurück. Mit Rücksicht auf die überlegenen Streit­kräfte des Feinde- erteilte ich den Befehl, Liaujang -u räumen und nach 9to rdeu zurück-ugehen.

Also jetzt erst ist Liaujana in den Händen der Japaner. Man sieht, der russische MiDerftanb muß den Japanern ungeheuere Schwierigkeiten gemacht haben. Ebenso müssen die Verluste auf beiden Setten sehp schwer sein, wird doch der der Japaner auf 2025 000 Mann angegeben. Ein abschließendes Urtefl über den Kampf abzugeben, ist noch nicht möglich Das aber kann man als sichrer annehmen, daß von einemSedan", das die Japaner ihren Gegnern bereiten wollten, keine Rede fein kann. Immerhin ist die Lage der russischen Armee äußerst gefährlich, und äußerst bedenllich das Wschpeiden des Korps Stackelberg.

Vor Port Arthur ist es augenblicklich still geworden. Allem Anschein nach sind die Japaner, nachdem ihnen chre wiederholten zähen Angriffe schwere Opfer gekostet haben, nicht mehr der Ansicht, die Festung mit stürmender Hand nehmen zu können, sondern begnügen sich anscheinend da­mit, sie auszuhungern. Die Kapitulation kann sich wohl noch eine Wette' hinziehen, wird aber doch endlich, einmal erfolgen müssen, zumal die russische Flotte in den ostasiati­schen Gewässern jede Bedeutung verloren hat und bis auf weiteres kaltgestellt ist.

ZeuiUewn.

7" Regisseur. Bei der Generalprobe

ru gWCoppelia", Paß am 1. September als Ja a? rAltung im königl. Opernhaufe in Berlin ein flavifcher Tanz nicht recht.

Künstter mühten sich ab, das Richtige zu ^blftn, es kam aber kein Tempo in die Spvinaerei hinein. *;ta- dw wie demB. T." berichtet wird, .ein Ratgeber ein, auch in dieser Bczich-ung wohl keiner &(Ute2 Kaiser. Er hatte im Zuschauerraum Platz unterrichtete mit kurzen Worten Musik und Tar- Uel.,r Darüber, w-ie die Tonakzente fallen, wie die vorgeschriebenen Wenowigen ousgeKhrt werden müßten. .Alles war in hohem ,rade udcrra>chjtJa, .Sie sehen mich an"t sagte der kaiserliche J k r' A,c?- aber dock) soUnd es war wir stich so, oenn oer sraiftr hatte den Tanz in Ungarn gesehen und seinen wechjelnden Reigen genau im Gedä^stniS behalten.

r Daniit in der Frage des Heidelberger

^cylotzbaues auch der Humor nicht zu kurz kommt, chtnit ein alter Militär, Hermann v. Pftstrr-Schwaighusen, wcawr z. D., lvohnhaft zu Darmstadt, ein blütenreiches Flug- olatt versaht zu haben. .Hier nur einige seiner Stilblüten in der ^"^OrthographieWie sagte doch der Bürgermeister von 'huigK als er Friedrich Wilhelm IV. ein Glas Vrüneberger Champagners bot:Majestät, es ist noch nicht vom Besten."

«mittelalterlicher Städre". Prof. Wall4 (Berlin):lieber Erhalt» jung des Berliner Opernhauses". Hofrat v. Oechel- häuser (Kmlsruhe):Ueber die Sa al bürg" (mit Licht­bildern). Prof. Rathgen (Berlin): .lieber die Erhaltung von Attertumssunden, insbesondere von Gegenständen aus Pöetalst' (mit Lichtbildern).

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Ein Studentendrama von Hartleben.3m grünen Baum zur Nachtigall" heißt ein deutsches Lust- Wiel, bas in den hertzen ^ommertagen dieses Jahres in Italien eittstanden i|L Otto Erich Hartleben schrieb cs zum größten Teil m der toHkanistt-en Ballonwbrosa, der Sonimrrftisck>e der Diplv maten und Dickster in Italien, und hat es in seiner Billa Halkyone am Gardasee beendet. .Das Stücr hat drei Akte. Es spielt nidxr eth?a in Italien, sondern in Eospeda bei Jena, in der Studenten- kneipeIm grünen Baum zur Nackstitzall" und schildert das Leben der deutschen Kuleurstudentcn in Scherz und Ernst, wie es itiirM)! ist.

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. ~D i Wag e." Herausgeber: Rud. Strauß. Redaktion und Adniinistratton: 2/s, Fwstgassc Nr. .12, Preis per Nummer 32 Pfg. Abonnement 4 Mk. vicrteljählich. Die 36. Nummer M 7. Jahrg. der Wochenschrift weist folgenden Jühalt auf: Reickls ratsal^eordneter .Adawert Graf Sternberg: Die Tschechen und der russisch-japanische Krieg.> Droftssor Lud wlg FleiW^r: Die Sonnta-srulv t>er Sckmljugend. - Regier- ungörat Kolb: Löhne und Lohndrücker in Amerika Klara Mautner: Judent u ob ruei ei > ä h! e

Mssentechnik. August Striudberg: Spießrutenlaufen.

- Paul Werth . All red G<ftarb: Volks-

wirüsck-aftliches.

Oestllch von Ottosontju-Epata ist kein Wasser mehr. Es gehen vor: v. Estorss von Okosondusu auf Otjomasa über Otjom- bow-Kutun (nach Otiosontj oede zu kommen ist nicht möglich); die Abteilung Volkmann, der bei Estorss ift, auf Okamatangara; Reitzenstein von Otjekongo in der Richtung Oka- mea-Peki; Meister auf Okahandja; Wahlen, iöo Deimling ist, hat Gonbahemne, 10 Kilom. östlich von Karidona, erreicht und wird auf Okahandja-Otowindombo vorrücken. Er fetzt die Auf­klärung auf Epukiro fjjrt. Die Linie Karid-ona-Oparakane ist vom Feinde bisher nicht überschritten. Heydebrecks Vormarsch auf Epukiro wird beschleunigt. Fiedler bleibt in Materberg, das Haupt- qnaEer ist in Otjosondu, später bei der Abteilung Meitzer.

Zu den Vorgängen in Teutsch-Südwestafrika geht der ,^8oss. Ztg." aus ihrem Leserkreise folgende Mitteilung zu: Laut tew- graphischer Benachrichtigung aus Swakopmund ist ein Tett der soeben erst gelandeten Kompagnie des 2. Feld-Regi­ments nach Gobabis und Schwarz-Nossob in Marsch gesetzt worden. Es heißt daher, daß man einem Ausweichen der Hereros nach Südosten mit starken Trnppe n entgegentreten will.

Tie Angaben über eine bevorstehende Abberufung des Gouverneurs von Südwestafrika und über seine Ersetzung durch den Generallonsul in Kapstadt von Lindequsst entbehren nach derNordd. Allgem. Ztg." jeder Begründung.

Reiter Holland geb. den 11. Nov. 1882 in Seligenthal, Kreis Schmalkalden, früher Kaiser Alexander Gardearenadier- regiment, entfernte sich auf dem Wege von Okahandja nach Otutndn von der Truppe mnd wird seit dem 14. August vermißt.

Tilgung alter Schmach, fei es nach Errichtung neuer Ruhmes- Mar ke."

Große Gefahr bestund bereits."

Geschändet WM es von einem Volke, .das niemals den Namen edeler Wandalen verdient hatte, in friedens- brüchigern Nückenanfalle."

Aber spätere Altersfolgen sollen in Zukunft sich in nicht minderem Maße liebend erfreuen an sttlgerechter Erneuer­ung eines geschichtlich wertvollen Denkmahles."

Man liefet im Bädeker, bei Dutzenden mahle risch gelegener Wohuschlösser."

Wir Preußische Wehrherren erachteten damals es für selbstredend,--daß dein Straßburger Münster

ftui zweiter Turm aus v ö l k i s ch e n Spenden mit staatlicher Bei steuer bescheett werde. Seiner Zett ivar solche Vollendung noch nur Mangels geldlrckM Mittel unterblieben. Derlei be­deutet jedoch keine RuhmeS-Mavke. . .

Heutige Jugend kennet ihn (den Kölner Dom nämlich) aber, ebenso treulich gesonnen, mit zweien Türmen."

Wie schon bemerkt: Majestät, eS ist noch nicht vom Besten!

Zweites Blatt. 1S4. Jahrgang Montag 5. September 1904

Erscheint tSgNch mit Ausnahme des Sonntags. AW" 9 ro .

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1!3balb nad, beut herrlichen Kriege von 1870-71, da

deut hl ein Volke duvck) Gottes Gcuade einftens geraubte uuv vvirar v. ueaneujianiev ^carrsruye-:ucver die iöc Reichsland wieder gewonnen waren, erfüllte viele vaterländisch zur Tenkmalpslege-Stadtbauinspektoi' Stiehl (Berlin): lieber angeregte, hockZgemute Herzen auch ein Sehnen: sei es nach I Aufnahme, Sammlung und Erhaltung ber Äeinbürgerhäuscr