§ Friedberg, 4. Auq. Sein 3 5 jä hrig es Priester- jubiläum beging dieser Tage der kiesige katholische Geist- hebe Pfarrer Dr. Praxmarer. Au? diesem Anlaß brachte chm deute abend die katholische Gemeinde einen Fackclzug dar. Danach begaben sich die Vertreter der Kirchengemeinde m die Wohnung des Pfarrers und überreichten ikm mehrere Geschenke, u. a. ein Meßgewand und ein Kirchenlexikon. AuS gleichem Anlaß will die Kirchengenwinde nächsten Sonntag eine Familienfeier abkalten. Pfarrer Dr. Praxmarer wirkt letzt fünf Iabre hier.
R.-B. Darmstadt, 6. Ang. (Eigener Draht bericht.) Gestent nachmittag sprang ein in der Liebigstraße bei seinen Eltern wohnender Student in einem plötzlichen Anfall von Geistes st ärun g an 6 dem Fenster des zweiten Stockwerkes und trug einen komplizierten Bruch des Unterschenkels davon. Der Student hatte sich vorder zwei geladene 91c* volver angeschafft, die ihm der Vater abgenoinmen hatte. Darauf schloß er sich ein und tat den verhängnisvollen Sprung. — In der Rheinstraße haben sich auch gestern wieder Menschenansammlungen in der Nähe deS »Darmst. HoseS" wiederholt, doch waren c6 ausschließlich Neugierige, die vergeblich baranf warteten, daß irgend etwas neues passieren solle. Die Schutzleute hatten 311111 Einschreiten keine Veranlassung, da die Arbeitswilligen aus Lorch schon vor halb 6 Uhr die Arbeitsstätte verlassen hatten und in die Heimat gefahren waren. — Von der sozialdemokratischen Partei und den Gewerkschaften war gestern nachmittag ein Plakat angeschlagen worden, worin die Streikenden ausgefordert wurden, hd) ruhig zu verhalten und Ansammlungen zu vermeiden. Da der Anschlag aber in einem hochfahrenden Tone abgesaßt war, wurde er von der
Polizei wieder entfernt.
Alzey, 4. Aug. Die Bürgermeisterei Alzen macht be fannt, daß der SituationSplan für die in der Provinz Rhein Hessen zu errichtende Irrenanstalt offenliege, da die Ent
eignung von Gelände notwendig werde.
vermischtes.
• Ilsfeld, bet Heilbronn, 4. Aug Heute nachmittag brach biet Großfeuer auS, durch welches bisher 28 Häuser nebst den dazugehörigen Scheunen. daS RatbauS und die Kirche eingeä scheu wurden. Tas Ftuer soll von Kindern angelegt worden sein.
Aniverjitäts-MiSrichten.
Tas Rechtsstudium in Preußen. Durch eine Verfügung des preußischen IustizministerS Schönstedt erkält daS Regulativ für die erste juristische Prüfung Referendar' Prüfung zum Teil eine andere Fassung. Tie Hauptbestimmungen lauten- Tie erste juristische Prüfung erolgt bei einem der £berlanbc8gericf'te zu Königsberg, Berlin. Stettin. Breslau, Naumburg. Kicl. Celle, Hamm, Kassel und Köln. Tie Prüfung ist abzulegen entweder: a' bei derjenigen Prüfungskommission, in deren Bezirke die Besänftigung deS Rechtskandidtt n als Referendar in Aussicht genommen ist. oder nach Dahl des Reck tS- fanbibaten, b) bei derjenigen Prüfungskommission, in deren Bezirk die Universität belegen ist, an welcher der Rechtskandidat das letzte und mindestens ein früheres Studienharbjahr zu« gebracht har. Zu Mitgliedern der Kommission werden vorwiegend Riclner und Universitätslehrer bestellt, außerdem können dazu insbesondere auch Staat-- und Rechtsanwälte bestellt werden. Ter Vorsitz wird stets einem richterlichen Mitglied übertragen. Tic 'christliche Cramenarbeit ist binnen einer sechswöchigen Frist in Reinschrift abzuliefern. Zu einem Prüfungstermin sollen nickst mehr als vier Rechtskandidaten geladen werden. Die Prüfung ist insofern eine össentliche, al- zu ihr Studierende btr Rechtswissenschaft und Rechtskandidaten als Zuhörer Zi tritt haben: die näheren Angaben über die Voraussetzung der Zu- lailung und über die Zahl der Zuhörer erläßt der Vorsitzende. Tie Frage, ob die Prüfung überhaupt bestanden und im De- jahungsfall, ob sie „ausreichend", ^,gut" oder „mit Auszeichnung" bestanden sei wird unter Mitwirkung deS Vorsitzenden durch Stimmenmehrheit, und zwar nach btm Gesamtergebnisse der schriftlichen und der mündlichen Prüfung entschieden. Bei Stimmengleichheit gibt der Vorsitzende den Ausschlag. Wer die Prüfung nicht bestanden hat, ist nach dem Ablauf eines auf sechs bis zwölf Monate tu bestimmenden Zeitraums auf seinen Antrag zu einer einmaligen Wiederholung der Prüfung zuzu- lassm sofern er nachweist, daß er ein Halb ahr dem fortgesetzten Rechtsstudium an emer Universität gewidmet hat. Die Prüfungskommission ist ermächtigt, dem Rechlskandidatcn diejenigen Fächer zu be'rid,neu, deren wiederholtes Studium von ihm vor der nochmaligen Zulassung verlangt wird. Durch einstimmigen Beschluß der Prüfungskommission kann a) daS weitere RechtS-
studium erlassen und b) die Wiederholung der Prüfung auf den schriftlichen oder den münblictwn Teil beschränkt oder auch nur eine der Vergünstigungen zu n und b allein bewilligt werden.
,5tunfl und HSilfe«schäft.
— Kuno Fischer erläßt folgende Danksagung: Zu meinem 80 Geburtstage bin ich durch eine künstlerisch auS- gestattete Glückwunfclwdresse von Schülern und Freunden choch erfreut worden. Wien benen die in so liebenswürdiger Weise an dieser hohen Ehrung für mich teilgenommen bnlxn, spreche ich meinen allerherzlichsten, tiefempfundenen Tank auS. Kuno Fischer.
Kirchliche Unchrichten.
Evangelische Gemeinde.
10. Sonntag nach Trinitatis, den 7. Augu ft. c*»olttsdlenlt.
3n her Ltadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlaffer.
Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinbe.
Vormittags 9V, Uhr: Plärrer Schwabe.
Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst.
Pfarrer Euler.
Näckstkünltigen Sonntag, den 14. August, findet Beichte imb heiliges Adeiidmahl für Matthäus- und PlarkuS^emeinde im Hauptgottesdienst statt. Anmeldungen dazu vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
I« der ZohanucSlirche.
DonnittagS 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Zugleich Christenlehre für die Nc»,konfirmierten auS der IohanueSaemeiude.
Vormittags 91/| Uhr: Pfarrer Euler.
Nach allen Gottesdiensten Kollekte für die Innere Mission.
Sonntag, abends 8 Uhr : Versammlung und Bibelbelvrechung im Ronfinnanbenfaale der JohanneSkirchc. Text: Apostelgeschichte 20, 17- 88. ____________
Katholische Gemeinde.
SamStag, den 6. August 1904.
Nachmittag- um 5 Uhr und abend- um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.
S 0 n n t a g, d e n 7. August 1904.
11. Sonntag nach P l i n g st e n.
Vormittag- von 6'/. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Meße, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.
, um 8 Uhr: Die zweite heilige Meße.
, um 9 */• Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittag- um 27, Uhr: Christenlehre; daraus Andacht.
F-raelitische Religionsgemeinde.
K-tt,»die«n in der -yn«gege l -ndaitaq,). SamStag, den 6. August 1904.
Vorabend 7.80 Uhr.
Morgen- 8.SO Uhr.
Nachmittags 4 Uhr.
Lchrifterklärung.
Eabbathau-gang 8chO Uhr.
tVictcorologifrtie Beobachtungen der Station Gießen.
-
Wetter
August 1904.
2
c zj
751.1 I
749,5
748,6
80,1
22,0
18,6
10,9
11.7 j
86
66
73
8. 2
0. Still
NNE. 1
Sonnenschein Klarer Himmel Sonnenschein
Höchste Temperatur am 4. August ■■ 4- 30,4 u C.
Niedrigste , ,4. , — 4- 16,3'6.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sam-tag, den 6. August: Vorwiegnid heiter, Temperatur wenig verändert.
Nähere- bnrd) die Gießener Wetterkarte.
Temperatur der Lahn und der Luft
am 6. August 1904.
Nach Reaumur gemessen niittagS zwischen 12 und 1 Uhr.
Wasser 20*, Lust 22° R.
Albert AM nm en.
Kitteralur.
— Werden und Vergehen nimmt unter den gemeinverständlichen Darstellungen der Naturgeschichte, soweit sie unter den allgemeinen Begriff der Entwicklungögcscknchte fällt, einen hohen Rang ein. Der Verfasser diese- Werke-, Ernst Krause (CarnS ©ferne) verfügte Über ein auSged.'lmteS Wissen auf den meisten in Betracht kommenden Gebieten. ^0 hat er pne. man möchte fast fogen monumentale Darstellung der „Entwicklungsgeschichte des Nafurganzen" vom Standpunkt der Deszendenztheorie gesckmfsen. DaS Buch fyot zu Lebzeiten deS Verfasser- fünf Auflagen erlebt, und eben jetzt, noch nicht ein Ialw nach Krauses Tod, beginnt die sechste in Lieferungen zu erscheinen. Sie wird von Wilhelm Bölsche, der seinem verstorbenen Freunde ein bio- graphssckxS Vorwort widmen will, besorgt und soll in vierzig Lieferungen, von denen alle vierzehn Tage eine herauskvmmen wird, vollendet vorliegen. iVerlin. Gebr. Bornträger.)
fließe Meldungen.
Berlin, 6. Aug. Die russische Regierung hat, wie die »Nordd. ReichS-Korresp.^ berichtet, in Berlin die Anfrage gestellt, wie man sich gegenüber einem Ersuchen um die Erlaubnis zur Durchfahrt beS russischen Ostsee-GeschwaderS durch den Kaiser-Wilhelm- Kanal gegebenenfalls verhalten würde. Daraufhin sei in freundschaftlicher Weise gebeten worden, von einem solchen Ersuchen abzustehen, da man die Erlaubnis hierorts nicht vereinbar halten würde mit der amtlich erklärten Neutralität de« deutschen Reiches in dem gegenwärtigen russisch-japanischen Streitfälle.
Paris, 6. Aug. Der .Matin* meldet auS Niut- schwang, daß allenthalben in China starke Truppen- massen aufgeboten werden, welche dem General Puantschikai unterstellt werden. Diese sollen zur Verstärkung der Truppen deS Generals Ma dienen. Man erwartet ernste Erei gnisse.
Petersburg, 5. Aug. DaS Prisengericht in Wladiwostok hat über die Angelegenheit deS Dampfers .Arabia^ Folgendes beschlossen: Die für Japan bestimmte Ladung von 59 000 Pud Mehl und Eisenbahnmaterial, waS über die Hälfte der Ladung auSmacht, ist als gute Prise anerkannt. Der übrige Teil der Ladung, welcher für Hongkong bestimmt ul, sowie daS Schiff selbst, werden freigegeben. DaS Prisengericht wird sich heute mit der Versenkung von vier japanischen Schoonern und deS deutschen DampserS »TkeaE sowie mit der Affäre deS ^Knight Commander- beschäftigen.
Petersburg, 5. Aug. Die japanischen Kommandanten, welche in Gefangenschaft geraten sind, bestätigen, daß bei der ersten Kreuzfahrt deS Wladiwostok-Geschwaders am 8. Juli zwei japanische Torpedoboote irrtümlicherweise von den Japanern selbst beschossen und in den Grund gebohrt worden sind.
Für die O^efamt-Rediktion verantwortlich: i. V. August Goetz.
Bekanntmachung.
Einquartierung betreffend.
Die Stadt Gießen wird bei den diesjährigen Herbstübungen mit Einquartierung belegt:
vorn 22. August biS IO. September vom Infanterie-Regiment Nr. 168,
vom 2. bis 10. September vom Stab und I. Batl. Infanterie- Regiment« Nr. 115,
vom 3. biS 10. September vom Stab der 49. Infanterie-Brigade.
Auf Beschluß der Stadtverordneten - Versammlung soll von uvang-weiser Unterbringung dieser Truppenteile bei der hiesigen Einwohnerschaft abgesehen, dieselben vielmehr in geeigneten Quartieren bei Privaten und in Wirtschaften gegen entsprechende Bezahlung nntergebracht werden. ES wird dabei eine gute und andreichende Verpflegung imb geeignete« Nachtlager gefordert. Die Geivahrung einer Strohstreu nut Teppich ist unzulässig.
An Vergütung wird für den Tag gewährt:
für einen Otfuier ohne Verpflegung 2 Mk. (für etwaiges Frühstück 50 Pfg.),
für einen Mann mit Verpflegung 2 Mk., ohne Verpflegung 40 Pfg. Voraussichtlich findet die Eiuguartieriing der Qfsiziere ohne
Verpflegung und der Mannschaften mit Verpflegung statt.
Diejenige!?, welche bereit sind, Qnartiere unter den vorstehenden VorauSsetznngen zn übernehmen, werden ansgefordert, sich spätesten« bi» zuni 0. Anguß bei der unterzeichneten Behörde — Zimmer Nr. 15 — zu mclben.
Gießen, den 29. Juli 1904. B*/e
Großhcrzo........r." ■ isterei Gießen.
I. D.: C urfchmann.
iac
Giessen, den 3. Aagnst 1904.
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Unterfertigter C. C. erfüllt hierdurch die traurige Pflicht, seine lieben a. H. a. H. und auswärtigen i. a. C. B. i. a. C. B. von dem am 1. d. Mts. in Waldau (Ostpreussen) erfolgten Ableben seines lieben a. H.
Seminardirektor
geziemend in Kenntnis zu setzen.
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