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* Der Kaiser und der älteste inaktive Unteroffizier. Gelegentlich des jüngsten Kaiserbesuches in Biebrich ließ sich der Monarch, wie wir bereits meldeten, den 101jährigen Landwirt Becht aus Delkenheim bei Wiesbaden, den zurzeit ältesten inaktiven Unteroffizier vorstellen. Der Kaiser schüttelte dem Alten kräftig die Rechte und erkundigte sich nach seinen Familienverhältnissen, sowie Erinnerungen an seine Militärdienstzeit. Becht sprach sodann dem Kaiser seinen Tank für das Geschenk aus, das ihm der Monarch zu seinem 100. Geburtstage hatte zukommen lassen, und wünschte dem Kaiser, daß er auch 100 Jahre alt wer den möge. Lachend erwiderte der Monarch, daß er sich alle Mühe geben werde, dieses Lebensalter zu erreichen. Inzwischen hatte sich die Kaiserin dem alten, fast Lauben Greise genähert. Aus die Aeußerung der hohen Frau über seine Rüstigkeit wünschte der alte Veteran auch der Kaiserin eine so lange Lebensdauer, die ihm selbst beschieden sei. Hierauf erwiderte die hohe J-rau: „Ich glaube aber, daß ich in den Jahren nicht so rüstig sein werde!" — Bei der Verabschiedung bat der alte Brecht, der Kaiser möge bei seinem 55. Urenkel, der gerade an demselben Tage das Licht der Welt erblickt hatte, eine Patenstelle annehmen, worauf der Kaiser eine zusagende Antwort gab und sofort den Oberpräsidenten v. Windheim beauftragte, das weitere in
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der Angelegenheit zu veranlassen.
* Ein Geschenk des Kaisers an die Kaise- r i il Gelegentlich einiger Atelierbesuche bei Berliner Künstlern, die das Kaiserpaar am Dienstag nachmittag machte, wurde der Kaiserin eine Uelberraschung bereitet. Der Kaiser hatte bei Pros. Karl Begas vor einiger Zeit eine Statue der Kaiserin in Lebensgröße bestellt, und nun konnte er ihr das schöne Werk im Atelier des Pros. Begas als Geschenk nach der Rückkehr aus Italien vollendet vorführen. Gleich beim Betreten des Ateliers geleitete der Kaiser seine Gemahlin zu dem lebensgroßen Marmorbildnis. Die Statue soll im Neuen Palais zu Potsdam aufgestellt werden Tas Bildwerk zeigt die Kaiserin im geschlossenen Spitzenkleid mit großem Federhut. Die hohe Frau hält in ihrer Rechten eine Rose und über der lmken Hand einen Spitzenschal. ■— Später begab sich das Kaiserpaar in das Melier des Bildhauers Prof. Uphues, in [hem das gwoße Gußmodell des Kaiser- Friedrich-Denkmals für Charlottenburg seiner Vollendung entgegengeht. Es ist ein Werk von doppelter Lebensgröße. Ter Herrscher trägt die Uniform der Pasewalker Kürassiere, nett Helm und Küraß. Dar, p«t oder durch den indüuntkL q
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R. B. Darmstadt, 3. Mai. Sieben Jahre Zuchthaus wegen Diebstahls hat der erst 20 jährige Metzger Friedrich Hofmann aus Eitelbrunn in Bayern von der hiesigen Strafkammer zudiktiert erhalten. Er war vor mehreren Monaten wegen eines schweren Embruchs in eine hiesige Holzschneiderei, den er mit mehreren Genossen aussührte, zu 6 Jahren Zuchthaus verurteil- worden. Heute war er angeschuldigt, am 28. August v. I. dem Eishändler Friedrich Stumps hier ein Fahrrad gestohlen zu haben. Da der Angeklagte schon wiederholt vorbestraft ift, so wurde ihm für diese Tat ein Jahr Zuchthaus zugerechnet, sodaß er also jetzt im Ganzen 7 Jahre Zuchthaus zu verbüßen hat. — Ein Ein bruchsdiebstahl im Kreisamt brachte heute dem Taglähner Christian Gebhardt aus Erbach i. O. eine Zuchthausstrafe vor. 3 Jahren ein. Der schon wiederholt wegen Diebstahls vorbestrafte Angeklagte hatte sich mit einem nicht ermittelten Kumpanen aus Frankfurt a. M. zusammengetan und von dort aus einen gemeinschaftlichen Einbruchsdiebstahl im Kreisamtsgebäude zu Erbach i. O. verabredet. Sie drangen durch das Fenster eines Aborts in die Räume des Großherzoolichen Kreisanriß ein, sprengten die Türen und versuchten den Kassenschrcmk zu öffnen. Do ihnen das aber nicht gelang und sie auch sonst keine Wertgegenstände entdeckten, mußten sie ohne Beute wieder von dannen ziehet- und ,sie fuhren auch gleich früh morgend nach Frankfurt zuruck. Nur ein dem Kreisrat gehöriges Messer soll der Kumpan des Angeklagten als des Mitgehens wert erachtet haben und das war auch der Grund, daß die heutige Anklage nicht aui versuchten, sondern auf vollendeten schweren Diebstahl gegen Gebhardt lautet«. Er wurde, wie erwähnt, zu 3 Jahren Zuchthaus abzüglich 3 Monate Untersuchungshaft verurteilt, und ferner auf 10 Jahre Gyr- vertust und Stellung unter Polizeiaufsicht erkannt.
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für die Entsendung Trothas entschieden. Wieweit bieje Mitteilungen zutreffen, läßt sich im Augenblick nicht fest- stelleir. Mffällig ist aber, wie lange das offiziöse Tele- graphenbureau wartete, bis es die erste private Nachricht von der Berufung des Herrn v. Trotha bestätigte.
General v. Trotha war in letzter Zeit wiederholt als für die Entsendung nach Südwestafrika in Aussicht genommen genannt worden, weil er als Truppenkommandeur in den afrikanischen Kolonien bereits Erfahrung hat. Er war als Oberst in den neunziger Jahren längere Zeit Kommandeur der Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika und war 1900/01 im chinesischen Feldzuge Kommandeur b:r 1. Ostasiatischen Jnfanteriebrigade. Mit der Ernennung General v. Trothas ist selbstverständlich der Rücktritt Ober st Leutweins, wenn nicht als Gouverneur, so doch als Befehlshaber der Schutztruppe verbunden. Es erscheint aber auch nicht sehr wahrscheinlich, daß Oberst Leutlvein nach dieser diminutio capitis noch mit genügender Autorität als Gouverneur des Schutzgebietes zu wirken im stände ist, und deshalb muß man wohl annehmen, daß bis zur Pazifizierung des Schutzgebietes dem neuen Truppenkommanüeur auch die Gouverneursfunltionen übertragen werden.
Wie die „Kieler N. Nachr." melden^ ist der Major von Glasenapp mit der Führung des Marineexpeditionskorps in Südwestafrika betraut worden.
Demnach wäre Oberst Dürr, der Inspekteur der Marineinfanterie, von der Stellung als Führer des Expeditionskorps enthoben worden. Taß der Kaiser dem energischen Vorgehen des Majors im übrigen Beifall zolle, wußte man ohnehin. „Macht nur feste so roetter", so ungefähr soll sich der Kaiser nach Owikokoreo geäußert haben.
Von militärischer Seite wird uns heute geschrieben:
In Kreisen, die dem Großen Generalstabe nahe stehen, rechnet man durchaus mit der Möglichkeit, daß der Feldzug gegen die Hereros in diesem Jahre nicht zu Ende geführt wird. Angesichts der neuen Verstärkung der deutschen Truppen werden, so meint man, die Hereros vielleicht ihre Taktik ändern und danach trachten, einer entscheidenden Begegnung aus dem Wege zu gehen. Ten Deutschen bliebe bann die mühevolle Aufgabe, den Feind zu suchen, wobei es gilt, Zersplitterungen der eigenen Streitmacht zu vermeiden. So beklagenswert ein langwieriger Kolonialfeldzug aus verschiedenen Gründen ist, eine erwünschte Wirkung übt er: er vermittelt den Deutschen Vertrautheit mit der kolonialen Kriegsführung, die andere Nationen vor ihm voraus haben. Die Truppe, die die Schule des Hererofeldzuges durchgemacht hat, wird zur Kolonialtruppe im eigentlichen Sinne des Wortes, und daraus ergibt sich der dauernde Charakter dieser Organisation. Man besitzt Kolonien noch nicht, wenn man sie erworben hat; sie gehören dem Mutterlande erst, wenn es in der Lage und bereit ist, sich seinen Besitz mit Waffengewalt zu sichern. Die 800 Mann starke Schutztruppe in Südwestafrika konnte die Sicherheit nicht gewährleisten. Ob die Schutztruppe für Ostasrika im Falle einer Erhebung der dortigen Einge'borenenstämme ausreichen würde, ist bei der räumlichen Ausdehnung auch dieser Kolonie und bei den unzulänglichen Verkehrsmitteln zum mindesten eine offene Frage. Deutschland würde wohl mit größerer Zuversicht in die koloniale Zukunft schauen können, wenn es über eine jederzeit schlagfertige und kriegsgeübte Kolonial!ruppe verfügte. Ter erste Schritt zur Bildung eines derartigen militärischen Verbandes ist getan mit der Hinaussendung des Expeditionskorps nach Südwestafrika und der Angliederung weiterer Truppensomrationen cm dasselbe. Die den verschiedenen Armeekorps und Waffengattungen entnommenen Mannschaften nebst Vorgesetzten gewinnen Fühlung und gewöhnen sich an gemeinsames Operieren unter neuartigen Verhältnissen. So bildet sich das Expeditionskorps zu einem einheitlichen Ganzen aus und damit zu einem wertvollen Machtsattor für die Kolonialpolitik. An eine Wiederauflösung dieser Organisation denkt die Heeresverwaltung bezw. die Regierung Wohl kaum. Man geht im Gegenteil schwerlich fehl in der Annahme, daß aus dem Expeditionskorps seinerzeit der Kern für eine Kolonialtruppe herausgeschält werden wird.
Marsch der ftnnländischen Reiterei.
Oberon-Ouoerture von Weber.
Rosen aus dem Süden, Walzer von Strauß.
Ob du mich liebst, Lied von Paul Lincke.
Serenata von Moszkowsky.
Introduktion der Oper „(Samten*.
Negers Traum, von Lansing.
Italienischer Bersaglierimarsch von Eilenberg.
Anfangsbuchstaben der Programmnummern ergeben
„Morosini". Der Kaiser schenkte der Gräfin und ihrer Tochter auch wertvolle Schmucksachen, ein vierfaches Diamantenarmbaud mit dem Bildnis des Kaisers, Brochen usw. und nahm vor der Abreise noch das Mittagessen im Paläste der Gräfin ein. Bei diesem Anlasse soll er den Wunsch geäußert haben, einen alten Patr izierp alast in Venedig zu besitzen. Diese Gesprächswendung hat die venetianischen Palaftb^sitzer in große Aufregung versetzt. Einer von ihnen, der Antiquitätenhändler Guggenheim, erklärt in den Zeitungen, daß der Kaiser blos den Palazzo Balbi am Canal Grande im Sinne haben könne, dessen glücklicher Besitzer Guggenheim ist. Der Kaiser habe diesen Palast schon vor sechs Jahren einmal Eaufen wollen, habe aber die Bedingung gestellt, daß der antike Hausrat vollständig in dem Palast verbleibe, und das sei nicht möglich gewesen. Ter Palazzo Balbi ift ein Hochrenaissancebau von dem venetianischen Mchitekten Alessandro Vittoria. Er wurde im Jahre 1582 beendet und zeigt schon barocke Zutaten. Die innere Ausschmückung rütyrt von dem verone- sischen Bildhauer Girolamo Campagna her, die ganz mittelmäßigen Malereien von dem Settecentomaler Guaranna Der Palast liegt zwischen der Akademie und der Rialto- brücke mit prächtigem Blick auf den Canal Grande. — Die Gräfin Annina Morosini, die Kaiser Wilhelm schon seit vielen Jahren kennt und auszeichnet, galt früher als eine der schönsten Frauen Italiens und ist auch jetzt noch eine sehr stattliche Erscheinung. Sie hat in den letzten Jahren viel häusliches Unglück gehabt, erlitt schwere Vermögensverluste und trennte sich von ihrem Manne, so daß sie jetzt nicht mehr im Paläste Moroftni wohnt, sondern wieder bei ihren Eltern, in einem bescheidenen Paläste abseits vom großen Kanal. In der letzten Zeit spielte sie in Venedig keine hervorragende Rolle mehr. Die Auszeichnung durch den deutschen Kaiser hat sie aber sogleich wieder in den Vordergrund des venetranischen Lebens gestellt.
Werk wurde aus dem Atelier ins Freie hinausgeschoben und fand densu/neingeschränkten Beifall des Kaisers. Der Monarch bezeichnete es als eine großartige Lösung und lobte insbesondere die lebenswahre Wiedergabe der Züge, sowie den Sitz und die Haltung der Reiterfigur. In dem Garten, der das Melier umgibt, steht die für Washin- t o n bestimmte Bronzefigur Friedrichs des Großen. Von dem in Wilmersdorf gelegenen Melier begab sich das kaiserliche Paar noch nach Friedenau in die Bildhauerwerkstatt von Valentino Casal, den der Kaiser mit den Worten: „Italien läßt Sie schön grüßen!" qn- sprach, während die Kaiserin von dem Töchterchen des Herrn Casal ein Bukett enigegennahm. Zunächst wurde Eberleins für Rom bestimmtes Goethe standbild besichtigt. Von diesem siuo zwei Gruppenteile: Mgnon und der blinde Harfenist, sowie Iphigenie und Orest bereits nach Rom abgesandt toorben. Im Laufe dieses Monats wird die Goethefigur selbst sowie die Gruppe Faust und Mephisto zur Aufstellung in der Villa Borghese abgesandt werden. Der Kaiser, der seiner Hoffnung Ausdruck gab, daß das Denkmal noch im Spätsommer enthüllt werden könne, nahm die Goethestatue in ihrer Vollendung in Augenschein. Er sprach seine volle Befriedigung über das Werk wiederholt aus und nahm auch die in etwa dreifacher Lebensgröße bargestellte Marmor- figur Moltkes in Augenschein.
* Aus der Umgebung der Gräfin Morosini, die Kaiser Wilhelm durch seine Freundschaft auszeichnet, vernimmt man noch einige interessante Einzelheiten über den Aufenthalt des Kaisers in Venedig. Der Kaiser hatte die venetianischen Behörden und die Gräfin Morosini zu Tische geladen. Bei Tafel kam das Gespräch auf den Wiederaufbau des Glockenturmes von San Marco. Die Gräfin erklärte sich als entschiedene Gegnerin des Wiederaufbaues. Der Kaiser nahm darauf das Glas, wandte sich zum Grafen Grimani, dem Bürgermeister von Venedig, und trank auf das Wohl Venedigs, „der wunderbarsten aller Städte — mit oder ohne Glockenturm". Das Programm zur Tafelmusik hatte der Kaiser selbst entworfen. Es lautete:
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einfinden, erlauben wir unS, Ihnen beifolgenden ErdglobuS zu übersenden. Möge er Ihnen neben der Dankbarkeit des hiesigen Publikums die Wege zeigen, die Sie in unser Lahnstädtchen zuruck- führen. Mehrere Damen Weilburgs." — Wie die Theaterdireklion versichert, gedenkt sie auch nächstes Jahr die Zeit zwischen den Saisons von Gießen und Nauheim wieder in Weilburg zu verbringen.
In den nächsten Tagen werden die Brüder Steingötter ihre Theater in Nauheim und Brandenburg eröffnen.
Bad-Nauheim, 3. Mai. Zum Kuraufenthalt ist am Sonntag Ihre Hoheit die Frau Herzogin Mutter vonAnhalt hier eingetroffen. In Begleitung der hohen Frau befindet sich die Hofdame Freiin von Ende und Kammerherr von Schimpfs. Die Herrschaften haben in Villa Goswin Wohnung genommen. — Freitag, 6. Mai, (Geburtstag S. K. K. H. des Kronprinzen) nachmittags von 3—6 Uhr Deutsches Nationalkonzert der Kur- Kapelle. Sonntag, 8. Mai, Konzert der Kapelle des Thüringischen Manen-Regiments Nr. 6 aus Hanau.
8. Laubach, 4. März. Heute fand am hiesigen Amtsgericht in der bekannten Konkursangelegenheit des Handelsmannes Bärmann Katz, welcher seit 18 Jahren am hiesigen Platze ein Handelsgeschäft betreibt, der erste Gläubigertermin statt. Die Passiva belaufen sich auf etwa 32 000 Mk. Der Gemeinschuldner stellte den Antrag .auf Zwangsvergleich mit 10 pCt., von denen 5 pCt. sogleich, die weiteren 5 pCt. erst nach 2 Jahren zahlbar sein sollen. Als Prüfungstermin wurde der 27. Mai d. I. festgesetzt. — Die erloschene Firma Bärmann Katz wird unter der Firma Jenny Katz, Ehefrau des Gemeinschuldners, weitergeführt.
(I) Geiß-Nidda, 1. Mai. Die dieser Tage hier ab- gehaltene Verpachtung eines Teiles des Kirchen- gutes gab ein ganz überraschendes Resultat. Bisher kamen an Pacht für diese ca. 70 (kleine) Hess. Morgen (ca. 2000 Quadratmeter) etwa 1500 Mark ein. Nun ist der Pachtpreis auf über 4000 Mark, annährend das Dreifache, gestiegen. Einzelne (kleine) Morgen wurden mit bis 60 Mark bezahlt. Ob bei derartigen Preisen die Landwirtschaft noch rentiert, erscheint sehr fraglich. Es ist dies aber ein Symptom, das hier nicht vereinzelt bastel)t, und das gewiß volle Beachtung forbert.
p. Alsfeld, 3. Mai. Nächsten Samstag den 7. Mai findet hier im Hotel „Deutsches Haus" von nachmittags halb 4 Uhr an eine amtliche Bürgermeister-Versammlung für den Kreis Alsfeld statt, deren Tagesordnung in erster Linie die für den Kreis akut gewordene Frage der Errichtung eines Kreiskrankenhaufes enthält. — Gestern weilte der Altertums- und Denkmalpfleger für das Großherzogtum Hessen, Ministerialrat i. P. Soldan, in unserer Stadt. Sein Aufenthalt galt besonders der Besichtigung verschiedener Baudenkmäler Alsfelds und einiger seit altersher geschichtlich bekannter Punkte der nächsten Umgebung. So wurde u. a. auch der „Gönsberg" hinter dem Frhrl. Riedesel'schen Schloß zu Altenburg im Beisein der Altertumsschutzkommission von Alsfeld einer eingehenden Besichtigung unterzogen. Auf diesem Berge befindet sich nämlich eine außerordentlich ausgedehnte Wallburg germanischen Ursprungs. Auch alte Hünengräber werden dort bestimmt vermutet, weshalb hier im Laufe des Sommerhalbjahres unter fachmännischer Leitung Aus- und Umgrabungen vorgenommen werden sollen.
Darmstadt, 3. Mai. Im Herbste v. I. wurden auf Beschluß des ärztlichen Landesvereins für das Großherzogtum Hessen in allen Kreisen des Landes ärztliche Vertragskommissionen eingerichtet, zur Neuregelung der Verhältnisse der Kassenärzte und der Krankenkassen, da die Leistungen der letzteren infolge des am 1. Januar 1904 in Kraft getretenen Reichsgesetzes eine Erweiterung erfahren haben. Nahezu alle Aerzte des Landes haben in einem Schutz- und Trutzbündnis sich verpflichtet, diese Kommissionen anzuerkennen und sich ihren Beschlüssen zu fügen. Im Kreis Darmstadt haben die feit Beginn des Jahres 1904 geführten Verhandlungen jetzt mit fast allen Krankenkassen zu einem befriedigenden Ergebnis geführt, indem besonders alle größeren Kassen in der Stadt Darmstadt den berechtigten Wünschen der Aerzte Rechnung getragen haben. Die Möglichkeit eines AerztestrcUs, wie er zurzeit in vielen Orten Deutschlands besteht, erscheint daher bei dem Entgegenkommen beider Teile ausgeschlossen. Man hofft, daß die bis jetzt noch nicht abgeschlossene Neuregelung bei verschiedenen kleinen Kassen und in einigen Landgemeinden des Kreises Darmstadt sich ebenso gestalten wird.
M! a i n z, 3. Mai. Der Verbandstag desBäcker- Jnnun g sv erb an de s für das Großherzogtum Hessen tagte, nach der „Frkf. Ztg", heute hier im Hotel „Rheinischer Hof". Den Vorsitz führte Obermeister Jckstadt-Mainz. Namens der Stadt begrüßte Bürgermeister Schmidt die Delegierten und namens der Provinzialregierung Kreisamtmann Tr. Merck. In die Fünferkommission wurden die Innungen Bensheim, Bingen, Eberstodt, Michelstadt und Pfungstadt gewählt. Von dem Sekretär der Handwerkskammer wurde mitgeteilt, daß wegen der schädigenden Wirkungen der Konsum- und Produktivgenossenschaften eine Enquete eingeleitet sei. -Ein Antrag, beim Ministerium des Innern dahin zu wirken, daß die §§ 73 und 74 der Reichsgewerbeordnung einheitlich in Hessen geregelt und die §§ 184, 185 und 186 des hessischen Polizeistrafgesetzes äbgeänbert werden sollen, wurde angenommen. — Die Verhandlungen werden fortgesetzt.
Frankfurt, 4. Mai. Die Behörde glaubt nicht, daß der an der Richard Wagner-Straße gefundene Zweikilo- stein die Waffe ist, mit der Hermann Lichten stein erschlagen wurde. Uebrigens wird jetzt, nachdem die Untersuchung erdrückendes Beweismaterial gegen Groß ergeben hat, von der Behörde nicht mehr so großer Wert wie früher auf die Herbeischaffung der Mordwaffe gelegt. Die Untersuchung an dem dieser Tage gefundenen Stein konnte keine Blutspuren nachweisen.
Iie Entsendung des Kenerals v. Hrotya.
In einem Teil der Presse spiegelt sich die Ueberrasch- ung wieder über die Entsendung des Generals v. Trotha nach Südwestafrika. In der Tat ist dies Ereignis insofern eine Ueberrafchung, weil noch ganz vor kurzem offiziös behauptet worden war, entgegen anderen Meldungen, Oberst Leutwein werde den Oberbefehl beibehalten. Das „Berliner Tagebl." glaubt, daß der Gouverneur nur -einstweilen im Amt «etoleibt, bis für ihn ein Nachfolger gefunden ist. Zunächst fei durch Graf Bülow, den preuß. Kriegsminister und den Kolonialdireflor befürwortet worden, daß Leutwein den Oberbefehl behalte. Erst nach der Konferenz habe sich der Kaiser, auf dessen Initiative -die Kandüratur Trotha überhaupt zurüctzuführen sein dürfte,
Das Schreien der Kinder, welche mit reichlicher unverdünnter Milch ernährt werden, beruht meistens auf dem zu großen Gehalt derselben an Käsestoff, welcher die grobe Gerinnung der Kuhmilch im Magen veranlaßt und durch Gahrungen cm *t?rrn das Zwergfell in die Hohe treibt, wodurch sich die Kinder belästig fühlen. Ter Zusatz von Kufeke's Kiudermehl vermindert dir arobflockige Gerinnung des Käsestoffes und d,e Gahrungen iw Darm, sodaß der Stuhlgang leichter erfolgt. _________
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