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5.4.1904 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

154, Jahrgang

Gießener Anzeiger

Cfa'fTTtl täglich mH Ausnahme des Sonntags.

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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giehen

heutige Dummer umfaßt 8 Seiten.

Zum 50jährigen Doktor

aus Groß-Zimmern.

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Nach der Erklärung v. Hoden^

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-M .Siebener Kamilienblätter" werden dem e jt'i - ger viermal wöchentlich beigelegt. Der -Mich« Landwirt" erscheint monatlich einmal.

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Dienstag 5. April 1904

Rotationsdruck und Verlag der Brüh loschen Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7.

Tel. Nr. ßL Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen

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aus Osnabrück. Zum Dr. phil.: Louis Karl Wolff, Direktor der Rheinischen Dampfkeffel- und Maschinenfabrik Büttner in Uerdingen, Friedrich Sehnert, cand. rer. nat

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Volitische Tagesschau.

Die Duellangelegeuheit des bisherigen Reichstagsabg. Dr. Zanecke.

Die Wahl des NationaUiberalen Dr. Max Jänecke, des Besitzers deSHannov. Cour.", zum Reichstagsabgeordncten für Lüneburg, ist bekanntlich für ungiftig erklärt worden und an seiner Stelle jüngst der Welfe v. Wangenheim in den Reichstag gewählt worden. In diesem letzten Wahlkampfe war von nationalliberaler Seite ein Flugblatt verbreitet worden, das ein gegen den welfischen Rechtsanwalt Dr. Dannenberg vor fünfzehn Jahren wegen Beleidigung Bennigsens gefälltes Gerichtsurteil wiedergab. Herr v. Dannen­berg beauftragte darauf den welfischen Reichstagsabg. Frhr. o. Hodenberg, von Dr. Jänecke Aufklärung über den Urheber dieses Flugblattes zu verlangen, v. Hodenberg fragte tele­graphisch bei Dr. Jänecke an, wo und wann er als Bevoll­mächtigter v. Dannenbergs ihn in einer Ehrensache sprechen könne. Dr. Jänecke fragte telegraphisch zurück, um was es fich handle. Bald darauf brachte der sozialdemokratische .Volkswille" die verfrühte Meldung von einer Duellforderung Dannenbergs an Dr. Jänecke, und zur Aufklärung des Tat­bestandes veröffentlichte dann Dr. Jänecke jenen Depeschen­wechsel, den auch wir unseren Lesern mitteilten. Diese Ver­öffentlichung in Sachen eines noch schwebenden Ehrenhandels wurde welfischerseits als eine Verletzung des Ehren­kodex angesehen, und Herr v. Hodenberg erklärte in der »Dtsch. Volksztg.", er halte sich nunmehr, nachdem Dr. Jänecke den Weg der Oeffentlichkeit beschritten und ehrverletzende Unter­stellungen gegen seine Person gemacht habe, der Aufgabe überhoben, in Ehrensachen mit Dr. Jänecke noch in Verbindung zu treten. Diese Aeußerung.hat nun Dr. Jänecke veranlaßt, den Freiherrn v. Hodenberg zum Duell zu fordern, Herr v. Hodenberg hat die For-

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auSjWev,, herrschte im enaeren deutschen Vaterlande die toeil) tolle Ruhe der österlichen Woche.

Wt ganz so friedliche Feiertage wie ihre deutschen KollklWi waren den augenblicklich am Ruder befindlichen StaaMmllern Frankreichs be"" '

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bergs muß man annehmen, daß er Dr. Jänecke nicht mehr für satisfaktionsfähig hält. Als Erwiderung auf die Erklärung Hodenbergs in der ,D. Volksztg." schreibt nun Dr. Jänecke imHann. Kurier":

In dieser Erklärung sind schwere persönliche Beleidigungen gegen mich enthalten. Nachdem ein Vorgehen meinerseits aus dem zwischen Ebrenmännern üblichen Wege ergebnislos geblieben ist, habe ich a 1 s Reserveoffizier die Angelegenheit den zu- kündigen Instanzen überwiesen und behalte mir außerdem gerichtliche Schritte in dieser Angelegenheit vor."

lieben, die noch kurz .alten mußten, der sie leickM lon i hrcn ministeriellen Sesseln hätte wegblasen können. Kurz^ tot Vertagung der Kammer haben die reaktionären Parten mnter der Führung Mölmes einen Vorstoß gegen oaö ttsiamnltd). langlebige und ihnen schon längst als Dorn im . erschienene Kabinett Comb es unternommen. Als sMzelknaben hatten sie sich dazu den Murineminister Pe> Lu» n ausersehen, dessen Amtsführung von chnen der Wrsssten Kritik unterzogen wurde. Zwar gelang es Die -vv; noch, den Angriff abzuschlagen und eine Mehrheit für & ritinisterielle Tagesordnung zu gewinnen, wie langeie ch aber Combes, dessen Hauptaufgabe, die Lahm- i.cguri j: i> s klerikalen Einflusses in Frankreich, fast er- fülit roch halten wird, ist eine andere Frage.

-u nerfreulichen Zustände auf der B a l k a n h a l b - in f e ill ireit entfernt, sich zu bessern oder gar aufzuhören, ..'hdivitf .euerdings in Permanenz erklärt werden zu joileni1.. llzber das famose Reformwerk in der Tür-

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t'c i illKbetn zwar allerlei unbedeutende Nachrichten Der» breite >..e aber unschwer erkennen lassen, daß der Be- yerrsc ch alter Gläubigen und seine Räte die Sachedila- orijdtrMÄanbelt wissen wollen. Möglich^ auch, baß der Padis.P. durch den nachlassenden Druck des im fernen .i |L u. ^gierten Rußlands verführt wird, die Aussühr-

N Nufieger Programms nach Kräften hinauszuschieben. )n i ist rnatisü>en Kreisen gilt folgende Einteilung der niazed-riAjchen Bilajets als feststehend: Die russischen Gen- darmtMQfsiziere erhalten das Vilajet Salonichi, die östreielGinNarischen das Vilajet Ueskueb, die italienischen das AWvt Monastir, die englischen den Regierungsbezirk DrdnvW D-'ie französischen den Regierungsbezirk Serres, Heide in -öilajet Salonichi.

T!«zlleiche Ursache scheint auch auf das kriegslustige Bule gnemvolk ihren Einfluß auszuüben, denn nach den letztem . Übungen sind die Komitatschis wieder eifrig an der 21 Weit,, die türkischen Vorposten zu beunruhigen oder afterftL-ihüioten zu begehen, tote Dörfer anzuzünden, Bauern zu Mi Üfi-.iiibcln und Vieh hu stehlen, worm ihnen von der tüctmiü 3oldateska übrigens nichts nachgegebeu wird. In S os: ciiiigetroffenen Nachrichten zufolge herrscht unter der bi M ritschen Küstenbevölkeruna sowie überhaupt unter dem n".Ä.ü tischen Elementen stark durchsetzten Landesgebiete großem, ^- ugefühl, sodaß bei der sonstigen Zuspitzung der türkisc'H ^lharischen Beziehungen das schlimmste zu be- f ür dj J i i st.

D ii. jianbien der auswärtigen Mächte am s e r b i s ch? n Hose^ ; jj inzwischen im Begriffe, wieder nach Belgrad zurüa. .i jy^u, da dre Forderung auf Entfernung der Ve r- s chw i. «rr. am Hofe erfüllt wurde.

Tas lebhafteste Interesse nicht bloß des politisch inter­essierten Teiles des Publikums nimmt immer noch der russisch-japaniscye Krieg in Anspruch, wenn auch bei den fast stets unkontrollierbaren Nachrichten, die das Sensationelle der ersten Meldungen verloren haben, die allgemeine Anteilnahme nicht so groß wie im 2lnfang ist. Als wichtigstes Ereignis der vergangenen Woche muß das Landgefecht bei Tschöngdschu im Norden Koreas, östlich der Jalumündung, bezeichnet werden. Gegenüber dem letzten Bericht von russischer Seite über dieses angeblich für die Russen siegreiche Gefecht wird in Tokio Daran festgehalten, daß die japanischen Verluste nicht groß ge­wesen seien. Es wird betont, daß von einer Verwirrung unter den japanischen Truppen nicht die Rede sein könne, da sie Erfolge erzielten, indem sie, tote russischerseits im ersten Bericht zugegeben wurde, die Russen zum Rückzüge nötigten und die Stadt besetzten. Bezüglich des hissens der Fahnen des Noten Kreuzes durch die Japaner, das als Zeichen der Verwirrung angesehen wurde, wird auf die Erklärung Wert gelegt, daß Japan feit 1886 Mit­glied der Genfer Konvention ist und die japanischen Truppen über die Bestimmungen für die Verwendung des Roten Kreuzes nicht im Zweifel fein können. Man behauptet sogar, daß die Japaner feit ihrem Erfolge bei Tschöngdschu erheb­lich nördlich von Andschu haben Vordringen können und die Russen sich zum Jalu zurückziehen. Japanische Privat- nachrichlen ferner besagen, die japanischen Trrrppen Hütten, nachdem sie die Russen aus Tschöngdschu verdrängten, einen Tag Raft gemacht und seien am nächsten Tage nach Jöng- dschu vorgerückt, von wo sie nadj> einem kürzen Gefecht die Russen weiter nach Norden drängten. Tie Russen zögen sich jetzt auf Unsan zurück.

Tast das alte Wort des östreichischen Feldherrn Monte- cucculi, zum Kriegführen gehören drei Tinge, nämlich Geld, Geld und nochmals Geld, feine Binsenwahrheit sei, ist den regierenden Gewalten im Lande der ausgehenden Sonne schon des öfteren zu Gemüte geführt worden. Tie Meldungen über finanzielle Schwierigkeiten, in denen sich die japanische Regierung schon jetzt nach der verhältnismüßig kurzen Dauer des Krieges befindet, wollen nicht verstummen. Ebenso nehmen die Plüne und Vorfchlüge, durch neue Steuern die leeren Staffen zu füllen, kein Ende, dtun hat der japa­nische Landtag in einer tönenden Resolution die Annahme der projektierten Kriegssteuer und der übrigen Finanzmaß­nahmen beschlossen. Ob aber, unbeschadet des bei dem Jnselvolk ausgeprägten Nationalgefühls und Der bisher bewiesenen Opfersreudigkeit, die Japaner imstande fein werden, die schweren Kriegslasten auch fernerhin zu tragen, muß abgetoartet werden. Zu verzweifeln aber brauchten sie bei einem etwaigen Versiegen ihrer Geldquellen nicht. Ahr mächtiger englischer Verbündeter hat ein viel zu großes Interesse daran, den russischen Einfluß in Asien nickst zu groß werden zu lassen, als daß er es ruhig mit anseden könnte, wie sein kleiner mongolischer Freund unter den Bajonetten der zarischen Söldner verbluten müßte.

Volitische Wochenschmi.

leister Wilhelm weilt noch immer an den sonni­gen: Schaden des Mittelländischen Meeres, in der sizilia- nifqjfon Hafenstadt Me ffina, wo er auch die Öfter feiet» tagi«; -gebracht hat. In Neapel hatte er mit dem König von!Mafien eine Zusammenkunft, die durch die offiziellen Tri:Äspräiche einen politischssn Anstrich erhielt. Die Quin- tess.m; i-er fürstlichen Toaste bestand in der Versicherung bei:Iki Herrscher, auch in Zukunft am Dreibunde fest- zulg'ckcu der sich bisher als sicherste Bürgschaft für den eu.'fälschen Frieden erwiesen habe. Der Kaiser spendete als. stia-en besonderer Befriedigung mit den Lerftungen deö; ft ? deutschen LloyddampsersKönig Wert" während oe-i i kre: eise von Bremerhaven nach Neapel, sowie allen für i die Bewohnung durch den Kaiser und sein Gefolge auf. 0(tu Schnelldampfer getroffenen Einrichtungen den v'. .^!:DLijgteit§anftaIten für die Angestellten des Nord» otiumdkt Lloyd 15,000 Mark. Alarmnachrichten üb. bin Befinden des Kaisers werden in Rom als bloße j^tum inöver bezeichnet. In der Umgebung des Königs vo. i: Masten wird auf das bestimmteste versichert, daß dec« lo set besser aussehe als früher, er fei qe lifuni er, als man ihn jemals in Italien gesehen; nai >7«ntlich falle der Kontrast gegen das letzte Frühjahr ausi,. Ivo das Aussehen des Kaisers etwas zu wünschen übcstig l stg. Der Pariser deutsche Botschafter teilt oben» re ji mitt, daß der Zustand des Kaisers zu keinerlei Be- forj^ffen Anlaß gebe. Richtig sei zwar, daß der Kaiser, als - t: üierün verließ, erkältet gewesen und in Vigo noch 'iic. g r.H aus dem Damm war; die Kreuzfahrt im Mittel- mecn (.»Ute ja aber auch vor allen Dingen eine Erbol- ungiMsi sein. In Berliner Hofkreisen nimmt man an, daß der i laiftr bereits um den 20. April herum wieder in der i Ktieishauptstadt weilen wird. Heber die Heimfahrt uerluoutit daß sie von Genua aus erfolgt, wo der Kaiser die ! .hvkenzoIlern" verläßt. Das Gerücht, der Sulla,n; l;ab e Wilhelm zum Besuch in Konstantinopel ein- j.'Xfcitr, jeftätiat sich nicht. Aus Wiesbaden kommt die icht, daß der Kaiser am 1. Mai zur Eröffnung ocr i mmen Mainzer Brücke erscheinen und am selben ; agpe mich wieder abreifen wird.

'Aeschwere Schlappe, die die deutsche Schütz­er uipve in Südwestafrika durch allzu schneidiges Lor gtjen einer Anzahl Offiziere erlitten hatte, ist noch imn~:a: mcht ausgewetzt. Vorderhand konnte Gouverneur LeutlMiir nur melden, daß der Unglücksort Owikokorero >ou i den! Hereros geräumt und dafür von den Deutschen efet'lfl feu Es gehört sicher keine große Prophetengabe dazuj'^, um die Behauptung aufzustellen, daß es noch ge- caurii« W dauern wird, ehe es gelingen wird, die auf- if'i W ereros, die sich so widerspenstig gezeigt haben, uie ^Mpstsche Kultur anzunehmen, zur Ruhe zu bringen, ckm i"7. i>. DL wird eine weitere Llnzahl von Jntendantur- ..nd illiisLiiuahnbeamten nach Südwestafrika entsandt werden.

Sühn int) so in dem verlorenen Winkel des dunklen Lrot Bll 'ööeiße und Schwarze blutige Kämpfe miteinander

Kus Sluü miO Kaui».

G i c ß c n , 5. April 1904.

LU. Promotionen. Im ..Honat März 1904 wurden an der Landes - Univesti'.^ promoviert: Zum Dr. med.: Ludwig Hachenberg, approbierter Arzt auS Eilpe, Wilhelm Kurz, approbierter Arzt aus Echzell, Hein­rich Zo epp ritz, approbierter Arzt aus Gießen. Zum Dr. med. vet.: Gottsried Albert, approbierter Tierarzt

jubiläum wurde erneuert daS Diplom als Doktor der Medizin dem Medizinalrat Dr. Friedrich Salzer in Worms, das Diplom als Doktor der Rechte dem Großh. heff. außerordentl. Gesandten und bevollmächtigten Minister am Kgl. preuß. Hofe, Bevollmächtigter zum Bundes­rat, Wirkt. Geheimrat Dr. v. Neidthardt, Exz., in Berlin.

** Personalnachrickiten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Generalleutnant Frhrn. v. Gall, Kommandeur der Großh. Hess. (25.) Tivision, das Großkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Turch Entschließung des DiiiiiftenumS des Innern sind die Lehramtsakzessisten Ml- helm Angelberger in Tarmstadt, Wilhelm Becker in Ofsenbach, Otto Diehl in Michelstadt, Karl Herbert in Worms, Otto Kammer in Alsfeld, Wilhelm Kolb in Nidda, Karl Schmidt in Mainz, Kaspar Schmidt in Worms und Dr. Johann Schwarz in Dieburg zu Lehr- amtsassessoren ernannt worden. Tas Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung S. K. H. des Großherzogs dem Diitgliebe der freiwilligen Feuerwehr zu Offenbach städt. Branddirektor und Kreisfeuerwehrinspektor Johann Joses Karl Müller. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben dem Oberförster Der Oberförsterei König, Wilhelm Hoffmann, dem Oberförster der Oberförsterei Kranichstein, Walter Frhrn. van der Hoop zu Darm­stadt und dem Oberförster der Oberförsterei Hoch-Weisel, Karl Schlotterer zu Butzbach, den Eharakter alsForst­meister" erteilt. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben zum 1. April dem Vorstand der Kal- lulatur der Brandversicherungskammer Rechnungsrat August £ a a g in Tarmstadt die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Ernannt wurde am 28. Mürz d. I. der Schreibgehilse Karl Lohr in Langen zum Registrator bei dem Amtsgericht Langen. Am 29. Mürz wurde der Steueraufseheraspirant Richard Falter aus Unterschönmattenwag mit Wirkung vom 1. April 1904 zum Steueraufseher ernannt. In den Ruhestand versetzt wurde Der Bahnwärter in der Preußisch-Hessischen Eisenbahngemernschaft Lorenz Kissel zu Bretzenheim mit Wirkung vom 1. April 1904 an.

** Die an Gymnasien usw. angestellten Eie­rn ent ar lehr er richten an die zweite Kammer die Bitte:

Sgofye Kammer wolle geneigtes! dahin wirken, daß den an den Staatsanstalten in der Eigenschaft als Volksschullehrer angeftelften Lehrern in Bezug auf Pen­sionierung und Hinterbliebenenverforgung die Rechte Der Zivilbeamten verliehen werden und daß des­halb

1. in Artikel 21 des Gesetzentwurfs über die Dienstver­hältnisse. der Staatsoeamten die Bestimmung unter Zisser 6 gestrichen,

2. der Artikel 66 des Gesetzes über das Volksschulwesen vom 16. Juni 1874 aufgehoben oder entsprechend ge­ändert werde, und

3. in Artikel 2 des Gesetzes vom 21. Juli 1900, die Witwen- und Waisenkasse der Volksschullehrer be­treffend, die auf dre Lehrer an Staatsanstalten be­züglichen Worte gestrichen werden."

* Folgender Antrag der Abgg. Hirschei unb Köhler-Langsdorf, betreffend, die Erbauung zweier Eisenbahnlinien, ausgehend von einer am Univ er sitäts- Forstgarten-Gießen an der Eifenbahnstrecke Gießen- Gelnhausen einzurichtenden Zentral-Station einerseits nach Bad-Nauheim, anderseits nach Laub ach, wurde uns mitgeteilt:

Unter Abänderung eines Antrags des Adg. Köhler, die Er­bauung einer Eifenbahnstrecke von Oder»Hörgern nach Station G a r b e n t e i ch betreffend, beantragen wir, die verehrliche II. Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung zu ersuchen:

I. a. wegen Erbauung einer. Eisenbahnstrecke, ausgehend von Station Bad-Nauheim an der Main-Weser-Bahn über Steinfurth, Oppershofen, Rockenberg, Griedel, weiter unter Benutzung der Strecke Butzl'achLich, nach Ober- Hörgern, sodann über Eberstadt, Holzbeim, Grüningen und Watzenborn-Steinberg nach einer zwischen dem Großh. Universitätsforstgarten im Gießener Wald und der Gailschen Thonwaren-Fabrik an der Eisenbahnstrecke GießeilGelnhausen einzurichtenden Zentral-Station,

b. wegen Erbauung einer Eisenbahnstrecke von diesem Zentral-Punkte aus über Hausen, Steinbach, Albach, Burkhardsfelden, Hattenrod, Harbach bei Ettingshausen oder Queckborn, die projektierte Linie LichGrünberg durchkreuzend über WetterfeldLauter nach Laubach mit den beteiligten Gemeinden, Gemarkungsinhabern und Privaten alsbald in Verhandlungen einzutreten;

II. Nach erlangter Uebereinfunft zwischen den beteiligten Ge­meinden, Privaten rc. und irgend einer leistungsfähigen Bau- unb Betriebsgesellschaft einen Staatszuschuß von 25 000 Mk. per 1 Kilometer dem Unternehmer zu gewähren.

** Zum Kongreß für experimentelle Psy- cho logie wurde von der Kgl. Eisenbaundiriklion in ent­gegenkommender Weise ein Zimmer vv.; < ron at§ Emp- sangsbureau zur Verfügung gestellt, jnt Verlage der Rickerschen Buchhandlung erscheint zum Kongreß eine kleine Schrist mit Programm, Verzeichnis der Vorträge, Teil- nehtnerliste sowie einem Führer durch die Stadt und Uni­versitätskalender.

** Vom Museum. Es ist augenscheinlich, daß daS Interesse an dem Museum des Oberhessischen Gcschichts- vereins in immer weitere Kreise der Bevölkerung bringt. Der Zuwachs in den ersten Monaten dieses Jahres ist an Stück­zahl in früheren Jahren noch niemals übertroffen worden. Zahlreiche neue Ausstellungsschränke, die eine bessere Gruppie­rung der ausgestellten Gegenstände ermöglichen und gestatten, daß diese freier und damit anschaulicher zu Gesicht gebracht werden können, haben der Sammlung seit kurzem ein ganz anderes Gepräge gegeben und ihre Gediegenbeit erst

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