Ausgabe 
5.1.1904 Zweites Blatt
 
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platze geschaffen werden. die Bühnentiese 9 4-6 = 14 Meter betragen. Der Saalbau soll Platz bekommen für 750 bis 800 Personen (einschließlich

bewährteste Nahrung für . '

und 150 im 2. Rang. Auße-Lmi soll Platz für 150 Steh- jedenfalls viel mehr als das EgL Opern- und Schau- Die Bühnenöffnung soll 9 Meter, sptelhaus in Berlin.

sehr schnell zu entsprechenden Verfügungen führen.

Es gibt eine Reihe älterer Theater, deren Heuersicherheit viel zu wünschen übrig läßt.

Sluibev tollten niemals ihre Taste Milch ohne Zutat; von einem TeelöffelMaizena" erhalten. Taufende von Müttern L;abeii ihre Vcibies nutAlatzena" grob und kräftig gemacht. Man befrage alle dte es sctzea aebranchl haben. 242

Verfahrens der französischen Firma.

* Berlin, 31. Dez. Ter Kultusminister hat ein Gesuch der Franziskanerinnen, im Kloster Karthaus bei Trier, neben dem bestehenden Haushaltungspensionat ein wissen - ch aftliches Pensionat errichten zu dürfen, abgelehnt.

* Dresden, 4. Jan. Am Samstag soll in der Um­gegend von Dresden ein Pi st o l e n d u e l l slattgefunden haben. Als Gegner standen sich gegenüber der bekannte Roman­schriftsteller Freiherr von Ompteda und ein Ritt­meister, der nut der Gattin des Schriftstellers, einer ge­borenen Französin, die Flucht ergriffen hatte. Das Duell ist dem Vernehmen nach unblutig verlaufen.

Paris, 2. Jan. Der vermißte DampferVienne" ist an der Westküste Afrikas aufgefunden worden. Das Schiff setzte seine Fahrt fort und hatte keine Verluste an Menschenleben. Es handelt sich nur um eine kleine Havarie der Maschine. Das Schiff ist von einem norwegischen Schiffs- Kapitän entdeckt worden, der gestern in Oran eingetroffen ist. Dieser begab sich sofort zur Marine-Präfektur und teilte mit, er habe dieVienne" am vergangenen Dienstag auf der Höhe von St. Vineent getroffen. Das Angebot, ihn zu unter- tützen, sei abgelehnt worden.

* Paris, 4. Jan. Die Hinterlassenschaft der verstorbenen Prinzessin Mathilde Bonap arte besteht aus 2 Millionen Francs in Baar und Wertpapieren sowie aus einer großen Anzahl Gemälde und Juwelen von uner­meßlichem Werte. Unter den Juwelen befindet sich auch das von Napoleon I. der Mutter der Prinzessin geschenkte Perlen­halsband. Vier Wärter der Irrenanstalt in Tours wurden unter der Anschuldigung, Zeinen Irrsinnigen er­drosselt zu haben, verhaftet.

* Dünkirchen, 4. Jan. Der Dreimaster Connier, welcher von San Francisco nach hier unterwegs war, ist gesunken. Die aus 25 Mann bestehende Besatzung konnte gerettet werden.

* Lissabon, 1. Jan. Der norwegische Dampfer Romsdal" glaubt den seit einiger Zeit vermißten DampferVienne" am Dienstag mittag bei Kap St. Vincent gesehen zu haben. Tas Schiff sei manöverierunfähig gewesen und bei starkem Winde in der Richtung auf Gibraltar- getrieben. Einer Nachricht aus Oran zufolge hat der Dampfer Vienne" Maschinenhavarie erlitten und kommt nur langsam von der Stelle.

* Nom, 1. Jan. In der letzten Nacht drangen zwei als Briefträger verkleidete Verbrecher in den Gepäck­raum der Post ein und stahlen mehrere wertvolle Pakete. Nach den letzten Meldungen soll der Wert der ent­wendeten Sachen 150 000 Franks, nach derTribuna" sogar 300 000 Franks betragen.

* St. Gallen, 4. Jan. In Schönengrund bei Herrsau ist der Gaskessel einer Fabrik explodiert. Das Gashaus wurde demoliert, der Gasmeister getötet und mehrere andere

Zandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Preissteigerungen in der Industrie. Wir haben schon vor einigen Tagen darum hingewiesen, dag in den vevjd)ieben|ten Industriezweigen sich eine Preisbesserung geltend macht. In den Eisengießereien, den Röhrem'abrtken, der Zement- und Elettriziläts- branche wird von, wenn auch vorerst nur geringen, Preisbesserungen gemeldet. Die amerikanische Gefahr, die früher gleich einer drohenden Gewitterwolke um WirlfchastShorizont geschwebt hatte, kann als definitiv beseitigt gelten. Praktischer als wir Deutschen es in gleicher 2age waren, haben es die Amerikaner vorgezogen, ihre Belriebsstätten zu schließen, als daß sie das Nationalvermögen durch Massemmterbteiungen auf dem Weltmärkte verschleuderten. Seit sich dieses herausgestellt mtd man die Schleuderkonkurrenz der Amerikaner zu fürchten aufgehört hat, ist unserer Produktton eine ruhige, ungestörte Entwicklung ivicbergegeben, an deren weiterem Ausbau alle Kräfte auf das angejpannteite tätig find. Em rascher und großer Aufschwung von Handel unb Wandel ist natürlich bet der unbefriedigenden Verfassung des Weltmarktes ausgejchloiien. Aber eine anhaltende stetige Entwicklung zu einer befriedigenden Rentabilität ist bei dem Fernsein plötzlicher überraschender We>idting ehr wohl möglich, da der innere Konsum der stets zunehmenden Bevölkerung an Nahrungs-, Kleibungs-- und Genußntitielu, sowie an großen Massenverbrauchsmilteln un Wachsen begriffen ist und zu einer Einnahmevermehrung in den verschiedensten L-chichlen der Bevölkerung geführt hat nnb noch führen dürste.

Der Rheinisch Westfälische Effektenmarkt. Tas ®e» schäft in Kohlelikuxen war am 2. Januar nach sehr ruhig. Tas Publikum hält überhaupt zurück. Hamburg und Franziska zogen weiter an. Ebenso Freie Bogel, Alte Haase und Julius Philipp höher, dagegen wtirden Borussia,und Friedrich der Grove »fiebriger offeriert. J>i Kalikuxen ist das Geschäft eben!alle noch immer still; Umsätze werden nur in ganz geringem Mage getätigt. Alexaudershall, Benthe, Adolisglück, vedwigsburg, Hohen- zollern, Kaiseroda, Glückauf b. Sondershausen, Helldrungen 1 und 2 und Siegniiiiidshall zu letzten Kursen im Verkehr. Bon E r z - k u x e n Eallerstollen etwas fester. Glückauf b. Neviges zum letzten Kurse in Nachfrage.

Ausfuhr nach den Bereinigten Staaten. Dre Ausfuhr aus dem KonstfiarbeM Berlin Hai nicht, wie zu erwarten gewesen iväre, im vierten Quartal 19U3 gegenüber der gleichen Periode des Vorjahres ab- soiiderii angenommen und zwar mit einem Betrage von 2 025 537 Toll, um rund 80 000 Toll. Im ganzen Jahr be­trug die Ausfuhr 8 690 665 Toll. d. h. 1007 808 Toll. mehr. An­ders lagen die Verhältnisse int Konsularbezirk Köln im vierten Quartal. Don hier ans wurdeit nur für 571613 Doll, exportiert, gegen 1085 341 Toll. Gleich ungünstig lagen die Verhättniffe im Konsularbezirk Barmen. Tort stellte sich die Ausnihr im letzten Vierteljahr auf 1676 898 Doll, gegen 2 060 986 Doll, in der ent- sprecheiiden Zett des Vorjahres, und weist soniit eine Abnahme um 384 087 Doll, auf, wovon allein 348114 Doll, auf Elsen- und Stahlwaren entfallen. ......

Sind Verschleierungen und Fälschungen von Geschäfts» berichten erlaubt'? Diese für Jnduslrle und Handel fimdamenlal wichtige Frage bejaht Professor Tr. Rehm in der soeben er­schienenen Neujahrs-Nummer derTetitschen Juristen Zeitung . In seinem Aufsätze überdie llebertreibtmg des QstenheltsprmzipS un Aktteiiwesen" gelangt er im Anschlüsse an die bekannten Pro­zesse der letzten Zeit, wo Gesellschaftsorgune, weil sie jo bas Unter- nehmen durchzubringen hofften, in wahrheitswldrigster Weise Bilanz nnb Geschäftsbericht fälschten und verdunketteii, zu dem Re­sultate, daß ähnlich, wie es eine große Zahl rechtlich zugclassencr Bilanz-Berschleierungen und Bilanz-Fäfichungen gäbe, auch ernt solche Berechtigung für Geschäftsberichte begründet wäre, und das- demnach die Verschleierung unb Fälschung v'on Geschäftsberichten in gewissem Umfange aUerbings erlaubt sei. Wir machen unsere Leser auf biese ungemein wichtige, scharfsinnig begrünbete Ab­handlung in bem neuesten Heile bteses Zentralblattes des Juriften- ftaiibes aufmerfjam, baä zugleich eine bebeutungsuollc neue Ent­scheidung des Reichsgerichts über öen Verstoß wider die guten Litten durch Nichtübung kaufmännischer Kulanz mit ausführlicher Begründung enthält.

Personen verletzt.

* Fritz Friedmann vermißt. Ter frühere be­kannte Verteidiger Tr. Fritz Friedmann, der sich der Artistenlausbahn zugewandt und auch in Gießen debü­tiert hat, wird seit dem 31. v. M. vermißt. Lerne jetzige Frau Anna, geborene Mertens, die er nach erfolgter Scheid­ung von seiner ersten Gattin uor einem Jahre geehelicht hat, teilt mit, daß Tr. Friedmann am 31. Dezember abends von Würzburg, wo er ausgetreten ist, nach Berlin abgereist, dort aber nicht angekommen ist. Sie fürchtet, daß ihrem Manne ein Unglück zugestoßen ist.

* Ein grauenhafter Kind esmord ist auf dem Bahnhose Kreiensen entdeckt worden und hat zur Ver­haftung der Mutter gesührt. Es liegen hierzu folgende Einzelheiten vor: Am Neujahrsmorgen traf mit dem Ber­liner Personenzuge ein junges Mädchen in Kreiensen ein, das sich vormittags auf der Station aufhielt und dann mit dem fälligen Mittagszuge nach Northeim weilersuhr. Als bald darauf die Wartefrau die Bahnhofsaborte reinigen wollte, sand sie die Röhren des einen Frauen­abortes verstopst. Bei näherer Untersuchung entdeckte sie die Leiche eines Kindes. Diese war in den Röhren so sest eingedrängt, daß sie nicht zurückgezogen, sondern hinab­gestoßen werden mußte, ehe man sie an das Tageslicht be­fördern tonnte. Ein sosort hcrb.igerusener Arzt stellte fest, daß hier ein Mord vorliege. Am selben Nachmittage kehrte die mutmaßliche Mörderin, die sich durch ihr scheues Wesen verriet, von Ncortheim nach Kreiensen zurück, wo alsbald ihre Festnahme durch die Gendarmerie erfolgte. Durch ihre Vernehmung wurde solgendes festgestellt: Tas Mäd- chen, welches aus Ditfurt gebürtig ist, hat am 14. Dezember ü. I. in einer Privatentbindungsanstalt zu Berlin ein Kmd männlichen Geschlechts zur Welt gebracht. Mit dem Vor satze, das Neugeborene beiseite zu schaffen, ist sie am Syl vesteravend von Berlin nach Kreien,en gefahren. Zur Aus­führung ihres Plaues hat sie dem kleinen Wesen eine seidene Lchnur um den Hals geschlungen und es in die Abort­röhre versenkt. Unmittelbar nach der Tat ist sie dann nach Northeim gefahren, nachdem sie ihr Gepäck auf der Zwischenstatton Salzberhalden zur Weiterbeförderung an ihre in Einbet wohnende Schwester aufgegeben hatte. Die jugendliche Kindesmörderin wurde in das zuständige Ge­richtsgefängnis zu Gandersheim eingeliefert.

* Eine Bluttat ist im Kreise Kott bus verübt worden. Ein Lehrling Namens Jürk wurde von drei jungen Burschen zwischen den Ortschaften Peitz und Otten­dorf überfallen, beraubt und tödlich verwundet. Jürk sollte 550 Mk. aus Peitz nach der Fabrik in Ottendorf bringen. Unterwegs wurde' er von zwei Brüdern Tippe und einem gewissen Stecklinn, Arbeitern im Älter von 17 dis 20 Jahren, angehalten und durch einen Messerstich in die Kehle ver­letzt, worauf die Räuber die Geldsumme, welche ^ütf bei sich führte, an sich nahmen und davon gingen. Trotz der schrecklichen Wunde hatte der Lehrling noch die Straft, die Namen der drei Verbrecher, die ihm bekannt waren, in sein Notizbuch zu schreiben. Ms man den armen Jungen

gasundeu.

mager.-

darmkranXe 945

Vermischtes.

Essen a. d. Ruhr, 4. Jan. Das Patentamt ver- 'agte enbgiltig das von Krupp angcmcldete Patent auf Verfahren zur Erleichterung des Transportes von fahrbaren großkalibrigen Geschützen mit Rohr­rücklauf. Gegen das Patent hatten die französische Firma Schneider, L. Ereusot und die Fahrzeugfabrik Eisenach Be­schwerde eingelegt. Tie Versagung des Patents stützte sich auf die 1901 veröffentlichte Beschreibung eines ähnlichen

Dalais bei Potsdam:

Ter Zustand des räumlich überaus beeng- , ten und mit ungenügenden Ausgängen und hölzernen : Treppen versehenen Buhnenhauses des kgl. Opernhauses ' entspricht nicht den Anforderungen, die im Interesse der , Sicherheit des in dem Bühnenhause wirkenden, oft nach ; Hunderten zählenden Personals gestelltwerden müssen. Nach dem Ergebnis der von den beteiligten Ressorts seit ge­raumer Zeit vorgenommenen Prüfungen kann es keinem 1 Zweifel unterliegen, daß ein gänzlicher Neubau des Bühnenhauses unerläßlich in der Herstellung weiterer < Ausgänge an beiden Setten nicht möglich ist, der Frage 1 eines Neubaues des ganzen Opernhauses näher - getreten werden muß. Der Kaiser hat indes in Fürsorge für das im Opernhaus toirkende Künstlerpersonal aus Vor- : trag angeordnet, daß noch in dem jetzigen Bühnen­hause unverzüglich alle Maßnahmen getroffen werden, . die zur Erhöhung des Schutzes für Leben und Ge- sundhett der beteiligten Personen irgend möglich sind. Tie Arbeiten werden hauptsächlich in der Feststellung weiterer Ausgänge an beiden Seiten des Bühnenhauses in der Anbringung umlaufender Galerien bestehen. Zu­gleich hat der Kaiser befohlen, daß bis zur Vollendung dieser Arbeiten das Opernhaus geschlossen wird.

DerLok.-Anz." kann mitteilen, der Umbau der Bühne des königlichen Schauspielhauses sei ebenfalls beschlossen worden. 'Nach dieser offiziösen Verlautbarung unterliegt es keinem Zweifel, daß diese Anordnungen aus Befehl des Kaisers erfolgt find. Nach Berliner Blättern ist die Bühne des Kgl. Opernhauses die Stätte, die im Falle eines Brandes die Gefahren Tür und Tor öffnet. Tie Gar d ero b e n sind es haupt­sächlich, die durch ihre Anlage eine Rettung der Bühnenangehörigen fast unmöglich machen, sie führen aus schmale Holztreppen hinaus, von denen der Weg ins Frere nur schwer zu erlangen ist. Dieser un­geheuerliche Mißstand war es auch, ber den neuen Ge­neralintendanten veranlaßte, immer und immer wieder aus den notwendigen Neubau eines Opernhauses hinzu­weisen. Einer lais erlichen Audienz im Neuen Palais ging eine Beratung voran, an der sich außer dem Ge­neralintendanten 0011 Hülsen Finanzminifter von Rhein­baben, der Minister des Königlichen Hauses v. Wedel, Po- zeipräsident von Borries, Baurat Genzmer, Branddirektor Giersberg, Geh. Hosrar Winter, Oberinspektor Brandt und 20 Polizeikommissare beteiligten. Tas Ergebnis dieser Be­ratungen wird im Verein mit dem Vorträge und den wiederholt zum Ausdruck gebrachten Wünschen des Ge­neralintendanten die kaiserliche Entschließung bestimmt haben.

Der Plan der Erbauung eines neuen kgl. Opernhauses m Berlin schwebt nach derFrkf. Ztg." schon seit längerer Zeit, 'Nickst Rücksichten der Feuersicherheit, oder wenig­stens diese nicht in erster Linie, haben chn hervorgerusen, sondern der Wunsch, das alte, äußerlich unscheinbare, im Bühnenraum zu beschränkte Haus durch ein schöneres und den Anforderungen, die die große Oper an Raum und Maschinerie stellt, entsprechenderes zu ersetzen. Ter Plan ist bisher an den Hohen Kosten geschettert, die die kgl. Schatulle zu tragen hätte. Es hieß vor einiger Zett, daß man an den Landtag Herangehen wolle, damit er einen Teil der Kosten bewillige, und es war sogar angekündigt, daß diese Forderung im nächsten preußischen Etat erscheinen soll. Jedensalls hat das große Unglück in Chicago jetzt die Gelegenheit geboten, diese fajon lange schwebende Angelegenheil schnell zu betreiben. Aus der Tatsache, daß der preußisch,e Finanzminifter an den Besprechungen teil» genommen hat, geht hervor, daß wirklich die Absicht be­steht, Staatsmittel für den Bau eines neuen Opern­hauses heranzuziehen. Inzwischen finben weitere Konfe­renzen der Behörden über die Feuers ich er heit der Berliner P "ivart Heater statt und roerben wahrscheinlich

in feinem Blute liegend sand, brachte man ihn foforr nach Kottbus in eine Privatklinik, wo er aber kurze Zeit nach seiner (Anlieferung verstarb. Tie Mordgesellen saßen wenige Stunden später bereits hinter Schloß und Riegel. Stecklinn ergriff man in Peitz, die beiden Dippe auf dem Bahnhof von Kottbus. Letztere hatten sich schon neue Klei­der, Wäsche und Uhren getauft, ihre alten Anzüge und ein blutbespritztes Hemd trugen fic in einem Bündel bei sich. Welcher der Lerhasteten Jürk die tödliche Wunde beige­bracht hat, ist noch nicht sestgestellt.

* Eine Dame aus der Großstadt. Eine junge Dame trat vor Kurzem in den Laden eines Flcischermeisters in Elbing, um einen Schinken zu kaufen.Ich habe hier vor wenigen Wochen," sagte sie, zwei Schinken gekauft, die vorzüglich waren; kann ,ch noch dieselbe Sorte bekommen?" O gewiß, gnädige Frau," antwortete der Meister, auf eine gange Reihe Schinken zeigend, das ist alles die nämliche Marke!"Gut, sagte die junge Frau.Sind sie aber auch wirklich alle von demselben Schwein?"Gcwch," erwiderte der Meister, ohne eine Miene zu verziehen.Wenn das so ist, bann schicken Sie mir gleich drei Schinken."

"Gegen den Schnupfen werben, besonders in bet Zeit vor Weihnachten täglich neue Mittel empfohlen, die fast alle das eine miteinander gemein haben, daß sie iveAig ober garmcht helfen. Ein ganz probates Mittel. aber für sonst gesunbe Menschen ist leider noch viel zu wenig bekannt, nämlich eine gründliche Durcharbeitung des ganzen Körpers in Form irgend einer Sportbetätigung. Radfahrer erreichen diesen Zweck am besten durch eine ein- bis zweistündige Spazierfahrt in so scharfem Tempo, daß eine ergiebige Tran­spiration eintritt. Die dadurch hervorgerufene starke Haut­tätigkeit in Verbindung mit der immerwährenden Umspülung mit frischer Lust übt auf den ganzen Körper, namentlich aber auf die Schleimhäute, eine so kräftige Wirkung aus, daß der hartnäckigste Katarrh schon nach einer einzigen derartigen Tour fast ganz verschivlndet. Selbstverständlich kann man statt zum Radfahren auch ebenso gut zum Schlittschuhlaufen oder irgend einer anderen energischen Arbeit in frischer Luft feine Zuflucht nehmen. Das Radfahren ist aber zweifellos das bequemfte und wirksamste Mittel. Nach Beendigung der Fahrt ist ein laues Bad ober eine kalte Abwaschung zu empfehlen, weil dadurch am besten einer neuen Erkältung vorgebeugt wird.

der Galerie- mit einem Podium für 50 Personen Orchester unb 200 Personen Chor. An den Saal sollen sich ein kleinerer Saal, daneben em Zimmer für 50 Personen, Wirt- schaftsräumc, wie sie für einen größeren Wirtfchaftsbetrieb erforderlich sind, anschließen. Was die Kostenfrage anlangt, so »berechnete Bauinspektor Becker, daß für den Theaterraum 280 000 Mark, für den Saalbau 368 000 Mark und für den Keller für beide 100 000 Mark in Anschlag zu bringen seien, also Gesamtkosten von 748 000 Mark. An dem Projekt beider Bauten wurde zunächst festgehalten unb be­schlossen, balbigst eine beschränkte Konkurrenz zur Erlangung von Plänen auszuschreiben.

Tie Stadtverordnetenversammlung soll nun gebeten Werden, daß sie grundsätzlich zustimmen wolle, daß der ^Schülersche Garten als Bauplatz, vorbeha.tlich gewisser Be- idingungen, zur Verfügung gestellt werde. Tie Lage dieses Gebieets eigne sich am besten, und auf eine hohe Pacht- !summe aus einer Wirtschaft großen Stils werde man wohl rechnen können. Außerdem wird eine kleine Bttletsteucr auf die höheren Plätze vorgeschlagen, und man könne auf eine mäßige Verzinsung der Kapitalanlage rechnen. Tie Kosten '.[ollen durch Geschenke und unverzttisliche Beiträge von iopserwttligen Mitbürgern aufgebracht werden, wofür man Ieine Summe von 200 000 Mk. rechnet, und der Rest, der sdurch Attienverzinsung aufzubringeu wäre, soll sich in der 'angegebenen Weise verzinsen. Man habe die sichere Hoss- nung, daß die Stadt, die durch vermehrten Verkehr und .Zuzug kapitalttästiger Bevölkerung viel Vorteile von dem geplanten Bau habe, den Schülerschen Garten kostenlos sunb zinslos zur Verfügung stelle und daß die Stadtv. 'im übrigen dem Projekt ihre Sympathie entgegenbringen 'tzvürden.

Tie Versammlung beschloß, grundsätzlich Einverständnis zu erteilen, daß die ,Schülersche Besitzung für das Projekt in Aus- ff icht genommen werden kann. Ueber die näheren -Bedingungen und den Zeitpunkt wolle man sich Enkschließung Vorbehalten.

Zum Schluß der öffentlichen Sitzung wurde dem Ger- Manischen Dl u f e u m in dttirnberg ein erhöhter Jah­re szu schuß um 25 Mk. vom 1. April d. I. ab zur -Verfügung gestellt.

Die geheimeSitzung mußte in den meisten Punkten ;ber vorangerückten Zeit wegen ausgesetzt werden.

Aas AeriMkr Hpcrnyaus geschloffen.

W. T. B. bringt folgende Meldung aus dem Neuen