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5.1.1904 Zweites Blatt
 
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Dienstag 5. Januar 1904

154. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 3

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen.

pensgesuch der Witwe Wilh. Volz, in der Hammstraße,

Kolonialpost

: Ponzer-1

-ückkehrte, I

bestraft.

unb eines Giebels eines Wohnhauses und ferner ein

verantwortlich für de» Ml

P. Wtttko: tüt den BnactflenttUi ©. Bad,

RolattonSbrud und Öerlag der BrühlIchea UntoerfitätSbrucfetei (Pietsch Erden), Eletzen.

tzialdewokralle, sondern die Menschheit I Straße erricbten ivill ohne daß zuvor ein Vordergebäude ... werben soll, wird von der Baudeputation befürwortet

Nach einer telegraphischen Meldung des Kaiserlichen Gouverneurs von D eu ts ch - N e u g u in e a wurde die Handels­station in Peterhafen auf den französischen Inseln, die der Insel Neupornmern nördlich vorgelagert sind, von Ein­geborenen überfallen, wobei der Händler Rein­hardt und der Maschinist Doell ihr Leben einbüßten. Die Eingeborenen wurden durch eine Expedition der Polizei­truppe, die inzlvisHen nach der Herbertshöhe zur'-^^'"^

bedarf, wird genehmigt. n-n-r»

Das Baugesuch des Schlossermeisters Karl WiUe,

entschuldigt waren.

Oberbgm. Mecum hieß die Stadtverordneten zunächst

Keer und Ktotte.

Als mutmaßlicher Nachfolger des verabschiedeten kommand. Generals v. Wittich wird nach einem Telegramm derVoss. Ztg." aus Kassel Herzog Albrecht von Württemberg genannt.

Hitzung der Stadtverordneten.

Gießen, 4. Januar.

Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Curschmann, Georgi und Heyligenstaedt und sämtliche Stadt­verordneten, außer Dr. Gaffky, Emmelms und Hanau, die

machen. . r ,

Zur Tagesordnung stand weiter em Gesuch des ver> einigten Komitees für Erbauung e in es Thea ters und eines S aal baue s in Gießen, und Oberbgm. Mecum verliest ein längeres Schreiben, da§ von Prof. Dr. Fromme verfaßt ist. Darin werden die Vorarbeiten der Hauptkommisston und der Unterkommissionen dargelegt und berichtet, daß man im Juli vergangenen Jahres gemeinsam mit dem Saalbau- und Konzertverein ein Ausschreiben beschloßen habe zur Er­langung geeigneter Pläne, wofür die Kosten aus Nutteln der Vereine zu bestreiten seien. Ein Bau- und em Finanz- ausschiiß wurden beauftragt, mit den nötigen Vorarbeiten zu beginnen. Am 27. Juli trat ein Gesamtkomitee zusammen, unter dem Vorsitze des Kommerzienrates Heichelhcun, wobei man erklärte, daß man an der Errichtung eines Theatcr- und Saalbaues festhalten wolle. Von der Sicherung dec finanziellen Mittel wollte man vorerst absehen, um durch hübsche Pläne das Interesse weiterer Kreise 511 erwecken. Die weitere Behandlung wurde dann in die Hände eines Unter­ausschusses gelegt, bestehend aus Bauinspektor Becker, Professor Fromme, den Stadverordneten Haubach, Heichelheim, Kirch, Oberbgni. Mecum und Pros. Dr. Spenge!. Da wurde als­bald geplant, daß das Theater Raum für 700 Sitzplätze be­kommen soll, nämlich 350 im Parkett, 200 im 1. Rang und

eines Jauchebehälters wegen.

Zu einer Staua nlag e dcsBierbrauereibesitzers Bich le r ist der Kreisausschuß zuständig; die Stadtverordneten sollen nur darüber gehört werden. Die Baudeputation stlidct in der Sache nichts zu erinnern und die Versammlung geht dazu über, die nachträgliche Vergebung von Arbeiten, Lieferungen und Rechnungen zu genehmigen, Holzoersteigerungen vom 21. und 28. Dezember 190u den Zuschlag zu erteilen und sich für das Gesuch der hiesigen Feuerwehr zu erklären, die um Genehmigung von Mitteln durch die Großh. Brandversicherungskammer zur Beschaffung von Feuerlöschgeräten bittet.

Punkt 11 der Tagesordnung, die Entnahme von Kies aus brr Lahn betreffend, wurde ausgesetzt.

Eine längere Debatte rief die Umänderung des Grund­rißplanes des Neubaues für die höhere und er­weiterte Mädchenschule hervor. Ter ursprüngliche Bauplan war der Stadtverordnetenversammlung m einet früheren Sitzung bekannt geworden. Nun soll die Firma Stein und Meyer eine Umänderung der Fassade im Plan vornehmen, derart, daß die Turnhalle unten ins Haupt,chul- gcbäude kommt, woraus sich im höheren Stockwerk, welches über dem großen Raum die Errichtung schwerer Wände nicht verträgt, die Anlage eines Festsaales sich ergeben soll. Für diese Aenderung des Planes und Voranschlages soll der Firma Stein und Meyer eine Zuschlagssumme von 1000 Mk. bewilligt werden, wozu die Stadtverordneten ihr Einverständ­nis erteilen sollen. Mir dem Projekt sind indessen verschiedene Mitglieder der Versammlung nicht einverstanden. Stv. Schmal! erinnert daran, daß man ursprünglich das Schulhaus so billig wie möglich habe Herstellen wollen, allerdings mit der Ab­sicht, das unbedingt Notwendige nicht einzuschranken. Ihm erscheine nun ein Turnsaal und ein Gesangssaal zu viel und er gebe anheim, den Festsaal im oberen Stockwerk, der leben- falls viel und unnötige Kosten verursache, ~ wegzulasten. Stv. Kirch beiiicrkt, die Stadt habe doch ihr Hochbau- und Tiefbauamt, und er finde es merkwürdig, daß man den Ent­wurf von Plänen eines Schulhauses einem Privatarchitekten übertrage. Stv. Löber spricht in gleichem Sinne, und Stv. Haubach meint, man könne über der ^urnhalle, wie sie jetzt projektiert werde, doch vielleicht Klassensale schaffen und von einem Festsaal absehen. Oberbgm. Ate cum entgegnet darauf, dieser Versuch müsse ganz gewiß mißlingen; der groß-, hohl- Raum vertrage mcht oben > schwere Wände und außerdem werde sonst die Anlage der ; Luftheizung unmöglich gemacht. Wolle man auf den Festsaal verzichten, so müsse die Turnhalle unten heraus. Stadtv. Pirr meint auch, ob nicht das Stadtbauamt die Umgestal­tung des Planes vornehmen könne, worauf Oberbgm. Mecum bemerkt, er sei bereit, darauf einzugehen, man dürfe sich aber hernach nicht wundern, wenn das Stadtbauamt, das sich erst in den Plan einarbeitcu müßte, nicht das Richtige treffe. Auch Stadtv. Huhn wünscht eine eingehende Prüfung bezüglich der Turnhalle und des Festsaales und glaubt daraus aufmerksam machen zu sollen, daß man rechtzeitig untersuchen möge, ob die Beleuchtung der Turnhalle ausreichend sei, welches Bedenken Oberbgm. Mecum wiederlegt. stadtv. Hai.bach führt aus, cm Voranschlag des Stadtbauamtes müsse so zu stände kommen, daß man ihm Dispositionen über die äußere und innere Anlage gebe, sonst könne es allerdings vorkommen, daß ein Voranschlag für em Schulgebäude mit 600 000 Mark herauskormne. Eine Schule brauche mde.sen kein Luxusbau zu sein. Er schlage vor, bevor der nächste Voranschlag gemacht werde, solle n,an sich über die Ginrich- tung des Gebäudes schlüssig machen und eine detaillierte Auffassung über die äußere und innere Anlage zu Grunde legen. Alan möge sich andere Schulen in benachbarten Städten ansehen und erst dann die Entscheidung treffen. Beig Georgi schlägt ebenfalls vor, die Beschlußfaffung so lange zurückzusetzen, bis diese Besichtigungen vorgenomme» feien. So einigte man sich denn darüber, daß m Kurz« -um Zweck der Besichtigung von Schulen Frankfurt, Wies­baden und Darmstadt besucht werden sollen unter der Be- teiligung der Herren der Baudeputation und des Stadtbau- amts, des Direktors der Mädchenschule wie auch eines Ver­treters der Prioat-Firma. Auch die Stadtv. haben Gelegen- heit, falls sie ein Interesse dafür haben, die Reste mitzu-

kostenbeiträge von früher her nach dem Vorschläge der juristischen KolliNiission nicht mehr eingefordert werden möchten, wozu die Versammlung ihre Genehmigung erteilte.

Der Stadtv. Orbig ergriff darauf das Wort, um seiner Mißbilligung darüber Ausdruck zu geben, daß es vorgekommen sei, daß vom Kreisausschuß Gesuche um Wtrtschafts- konzession, die von der Wirtschaftskommission und der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt ivorden waren, nach­träglich ohne weiteres doch genehmigt wordcii seien. Das würdige die Arbeit der Angehörigen der Kommission herab und verniindere ihre Lust, noch ferner einer Korporation an­zugehören, die eine Tätigkeit von so zweifelhaftem Erfolg und Wertschätzung entfalte. Entweder möge man gegen das Vor-

Aie heutige Bummer umfaßt 8 Seiten.

Oloßyerzog ßrvft Ludwig in der Darmstadter Kerberge zur Keimat.

Se. Kgl. Hoheit unser Großherzog hat bekanntlich am ersten Weihnachtstage an der Weihnachtsfeier der Hand- werksburschen in der Darmstädter Herberge yir Hermat teilgeuommen. Der Großherzig begab sich um 7 Uhr, nach­dem er dem Frühgottesdienst in der Hoskirche beigewohnt hatte, in Begleitung des Hospredigers Ehrhardt zur Her­berge, in der der Geistliche seit langen Jahren die tfcier des Festes zu leiten pflegt. Er nahnr mit dem Hofprediger inmitten der 89 Männer, denen das Asyl Obdach gewährt hatte, unter dem Christbaume Platz und der Hofprediger hielt, nachdem die Versammelten einen Choral gesungen, eine kurze Andacht. Dann weilte er noch eine Stunde im Kreise der Heimatlosen. Ter Geistliche sprach mit den

Einzelnen und ließ sich aus ihrem Leben und von ihren Wanderungen erzählen. Der Großherzog aber horte schwei­gend zu und sah, wie trefflich den Männern der warme Kaffee, das Brok und der Kuchen mundete. Keiner von ihnen, so wurde schon damals uns berichtet und so schreibt man heute derFrkf. Ztg.", wußte, wer der stille Gast sei der mit dem Geistlichen gekommen. Man mochte ihn wohl für einen Herrn des Vorstandes halten. Erst a.s die Herren sich entfernt hatten, sagte der Herbergsvater den Erstaunten, daß der Großherzog von Hessen bei ihnen iS s jÄÄS I

XÄT.ÄÄS «S* ' *BS'ÄWS »*. - So verlief der Besuch. des Großherzogs in der Her- Bieder an den Sitzungen tellzunehmen.

berge zur öeimat Mancher, der davon gelesen, hat gewiß Bor Eintritt m die Tagesordnung bat Oberbgm. Mecum so fährt der Korresondent derFrkf. Ztg." fort und toir mn Genehmigimg der Stadtverordneten, daß Straßen­stimmen ihm vollkommen bei mi tden Worten desVor- - v

märts" anerkannt, daß unser Landesherr seine Zeit gut anzuwenden versteht, wenn er sie benutzt, um mit eigenen Augendas Elend der Aermsten zu sehen", aber nur wenige lwir dürfen wohl sagen, in Hessen ganz gewiß niemand. D. Red. d. Gieß. Anz.) werden tvohl den Vorgang nut ven Blicken jener Leute betrachtet haben, deren Anschauungen in einem Blatt, wie es dieHamb. Nachrichten" sind zum Ausdruck kommen. Dieses Scharsmacherorgan weist darauf hin, daß der Großherzog von Hessen regierender deutscher Buudesfürst sei, und fährt dann fort:

Uns scheint, daß diese Stellung doch dem persönlichen Be­lieben gewisse Schranken zieht und gewisse Rücksichten aus­erlegt. Zu letzteren gehört aber unseres Erachtens unbedingt, dap ein regierender Bundesiürst vermeldet, mit Elementen zu Un t c r- vwe|^y..,.u ....

nlsieren, deren anerkannter Führer erst kürzlich wieder erklärt , des Kreisausschusscs energisch protestieren, oder man hat, er werde nicht eher ruhen und rasten, bis er der bestehenden ä die Kommission als unnötig auflösen. Stadtv. Kirch d^MschmReichs^l aqhdcr^leiu11dedeutsche Staatsmann, der die spricht sich in ähnlichem Sinne ans und kaiserliche Politik vertritt, erklärt, die Sozialdemokratie zweifelhafte Vergnügen habe, dem Wirtschastsausschuß werde sich die Kopie einrennen an den ehernen Mauern der gegen- Oberbgm. Mecu m erkennt ebenfalls an,

wärtigen Staats- und Gesellschastsordnung, em paar Wochen pater Gießen ein Bedürfnis für viel neue Wirtschaften kaum

Heiligabend un Kreise von Leuten, die als besonders typliche Wirtschaften habe als irgend ernc andere, indem auf 112 oder Sozialdemokraten gelten können, und wird daiur U3 P^wnen eine Wirtschaft komme. Indem er aus einen vomVorwärts" öffentlich belobt. Wir muffen gestehen, daß . ~a[( u suchen kommt, den die Vorredner er-

iür ein solches Verhalten das Verständnis sehlt. Weshalb umgibt best m nlcn 31 ,

sich der Großherzog von Hessen, da er doch die Sozial- wahnt hatten, bcmeitt er, daß, wir m penen coen 9 dem 0 kratie s 0 l i e b t, nicht mit einem s 0 z i a l i st i j ch e n ungünstigen Lage uns befanden, datz die Städte nocy Ministerium? Tann bestände doch wenigstens eine Haxe I nicht wie in Preußen von den Kreisen los gemacht seien und Situation, und man hätte in Hessen verantwortliche ^eute, an die J in bcn Angelegenheiten der Wirtschaftsgesuche

d'° in d°'u &Äupt; Lndc feie höhere Instanz bUbetcn, di- di- stödMm V--. erhoben habe; vielleicht sucht sich d-r Großherzog von Hessen aus hältnisse oftmals mcht zur Genüge kennten. Er habe m den Reihen derGenossen" vom Dresdener Kongresse Leute seines ^inem Falle sein Einverständnis erteilt, daß über die Köpfe und un^csene^.ift un. Taum b««n W deren

Bettung uw) Achviug genossen, nimmt sich, heraus, un- Angelegenheiten als ?lngehörtger des Kreis- und Provmzial- serm Landesfursten wieder einmalgute" Lehren zu er-1 Ausschusses auch sein Augenmerk zugewandt hat, wurde zum teilen, und scheint dabei selber über eine prähistorische ersten Punkt der Tagesordnung übergegangen. .

Lebensauffassung noch nicht hinausgekommen zu sein, da gg handelt sich um ein Gesuch der deutsch- ihm hierflir, wie wahrscheinlich noch sür^vieles^andere Ver- L ni c r f rt n i e n Petr 0 leumgeicllschaft um Er- ständige,das Verständnis fehlt". laubniS zur Errichtung eines Pctroleumlagcrs hier, wozu cm

?.=£ «äÄfÄÄ SÖSS»1

Wi'seuschaft? Ter Jubel der durch den sürstlicheu Besuch der Stabtv. Krumm von einem En^egenkommen dieser geeyrten Leute spricht durchaus dagegen. Und angenorn- Gesellschaft gegenüber, die der Stadt nichts weniger als ein men, der Hamburger Faselhans hätte recht, die Leu e ^ ohmer Stachbar sei, absolut nichts wissen. D'.e Stadtv. neigten den sozialdemolratischen Lehren zu. Gibt es wohl c।c{ e unt) Georgi schließen sich dieser Meinung ein schöneres, edleres und erhabneres Mittel, diesen Lehren Georgi erklärt, wo es sich darum handele,

SÄÄWtiC» IWmäS

nnorria als dumm und ebenso töricht ist, so etwas wie einen Pelrolemnhandel zu monopolisieren, um dann rucks ) Seitfabcn der rechten Lebensart für Fürsten mit so be-ud willkürlich Preise diktieren zu können. Er beantrage, m schränkten Ansch^auungen edieren zu wollen. Je mehr Erwägung dessen das Dispensgesuch zu verwerfen un die Schranlen, die Hosenketteräte und andere ^ranzen Genehmigung zur Anlage der gewünschten Rohrleitung zu zwischen Thron und Volk üblerwcise errichtet haben, von! ^'anen. Dieser Antrag wird von der Versammlung em- aufgeklärten, volkssreundllchen und edel^denkenden H-ursten nnQenommcn. (Dieser Beschluß wird namentlich m

über den Haufen geworfen werden, desto eher wcroen die nnferec Detaillisten mit Dank begrüßt werden.

Gegner der Monarchie zu ihren Anl)angern^erzogen. Pjn . . 1 1

'st eine Binsenwahrheit, die selbst jenem Sacysenurwald- . 9^,. Wilhelm Seipp HL, der am

menlS tzeMaß Bött aber hat ,»ehrlich guten Grund, alten F-ldw-g eme Sch-un- err.chtcn wtll und-ine-Dispenses hrrt fiinf.-cr* ^iebe erfüllt zu sein xii seinem Vorurteils- bedarf, wird genehmigt.

losen Fürsten, dessen Herz mit gleicher Wärme schlügt für Das Baugesuch des Schloffermeisters Karl Wilke,

die Aermsten und Eiendesten wie für die Reichen und Satten. am Wieseckerwcg eine Werkstätte auf dem Hinterlande

Wahrlich Nicht Die ---------f f .

liebt unser huldreicher Herr und Fürst, er brmA feine lanoe». vt ---------------------

Erschein. ISgNch mit Ausnahme deS SonrUagS.

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Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ® Fl B M

nhessijche Landwirt" erscheint monailich einmal. v 'v H» v v