hin, die durch eine Drücke über die Eau Noire bezeichnet wird. Ter Bau auf Schweizer Gebiet hat den Ingenieuren weit schwerere Ausgaben gestellt, die erst nach jahrelangen Erörterungen entschieden worden sind. Die billigste Lösung der Aufgabe würde gewesen sein, die Linie im Grunde der Talschlucht bv5 nach Vernähaz durchzuführen und zur Vermeidung der Gorge du Trient in einen Tunnel enden zu lassen. Tiese Linie wäre aber für die Dörfer zur Seite des Tals fast nutzlos gewesen. Ein zweiter Plan wollte der Straße die Töte 'Jtoire folgen und in einem langen Tunnel den Eol de la Forclaz durchsetzen. Tie Bewohner des Dorfes Trient waren über diesen Plan sehr glücklich, der aber als sehr teuer und auch für die Allgemeinheit zu wenig nutzbringend gleichfalls aufgegeben wurde. Man entschied sich schließlich für eine Linie an der linken Seite des Flusses über die dort gelegenen Dörfer, die auch mehr große Gasthäuser besitzen wie das Trienter Tal. Ter jetzt begonnene Abschnitt von Vcrnayaz nach Salvan zwingt tue Bahn zu einein Anstieg von 450 Meter, bereit Ueberwindung keine leichte Aufgabe ist, da die Strecke in der Luftlinie nur etwa drei Kilometer lang ist. Die Linie wird daher in großen Dogen angelegt, die ihrem Verlauf die Gestalt eines S geben, und es müssen Zahnräder angewandt werden, die nach dcui gleichen System wie die der Jungfraubahn eingerichtet sind. Der übrige Teil der schweizerischen Linie vertäust aus ziemlich einfachem Gelände, nämlich in einem Einschnitt an der Seite einer jähen Schluchit mit nur kurzen Tunneln. Tie schwierigste Strecke von Vernayaz soll für die Hauptverkehrszeit nächsten Jahres beendet sein, während für die ganze schweizerische Strecke eine Bauzeit bis zum Jahre 1907 tn Aussicht genommen ist. Nach ihrer Vollendung wird die ganze Bahn eine der schiönsten und malerischsten in der Schweiz sein. Ein großer Verkehr ist ihr der Lage nach fast sicher, und es wird daher nur von der Höhe der Baukosten abhängen, ob sie sich gut bezahlt machen 'wird. _______________________________
Kunst um Wissenschaft,
— Irene Triesch vom Deutschen Theater in Berlin eröffnete, wie wir in der „Köln. Ztg." lesen, am Samstag im Alten Stadttheater ein Gastspiel mit den beiden S chn i tz- ler scheu Stücken Liebelei und Literatur. In dem ersteren Schauspiel erfreute der Gast durch die einfach schlichte Darstellung der Christine, die bodji voll innigen Gemütslebens war. Die Leistung verdient den Vorzug vor derjenigen der Frau Sorina, weil in der Schlußszene nicht so viel Aufwand äußerer Mittel gemacht und trotzdem eine tief erschütternde Wirkung erzielt wird. Im vollsten Gegensatz zu dem rührend kleinbürgerlichen Bilde der Christine bot Irene Triesch in dem Einakter Literatur als Margarete ein keckes farbiges Zeitbild satirischen Stils. Das überspannte Ueberweib war schon durch die müch-tige rote Frisur und die hellgrüne Tollette humoristisch gekennzeichnet, und die Dialogführung war voll köstlicher ironischer Laune. Am Sonntag veranstaltete Irene Triesch unter Mitwirkung von Direktor Otto Purschian und Dr. Simchowitz einen Bibelabend, T-r. Simchowitz hielt zunächst einen Vortrag über den Charakter der Bibel als Literaturwerk und über die Eigenarr der farbenreichen, plastischen und elegant beweglichen hebräischen Sprache, die nicht abstrakt, sondern lebhaft sinnliche in ihrem Ausdruck sei. Irene Triesch gab nun verschiedenen Bibeldichiungen eine überaus charak- reristische Färbung orientalischs-leidenschaftlicher und süß einschmeichelnder Rede. Insbesondere ist das Jcunmerlied der gefangenen Juden im 137. Psalm hervorzuheben und der sinnlich schmachtende Vortrag des hohen Liedes SalomoniS.
Kniversilüts-Nachrichten.
Berlin, 4. Jan. Geheimrat Prof. Friedr. Jolly, Direktor der Klinic für Nerven- und Geisteskrankheiten der Charite, ist heute nach, kurzer Krankheit gestorben. — Jolly, geb. 1844 zu Heidelberg, studierte in München und Göttingen und habilitierte sich 1871 in Würzburg. 1873 ging Jolly nach Straßburg als a. o. Professor für Psychiatrie und Direktor der psychi atri schien Klinik. 1875 wurde er daselbst o. Professor. 1890 kam Jolly nach Berlin als ordentlicher Profefsor und Direktor der psychiatrischen und Nervenllinil an Scette von Westphal. Von seinen Schriften seien erwähnt: „Hysterie und Hypochondrie", „Untersuchf- ungen über den elektrischen Leitungswiderstand desmenschf- licyen Körpers" (1884). Seit 1890 redigierte der Verstorbene das „Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten".
Heidelberg, 4. Jan. Ter Pvofeflor für römisches Recht an der hiesigen Universität, Karlowa, ist nach längerem Kranksein gestorben.
Aus.Karlsruhe wird uns geschrieben: Als ein erster Schrill am dem Wege der völligen Gleichstellung und Gleichbe- rechngung aller Technischer! Hochschulen des deutschen Reiches, erscheint die Ausarbeitung und Gemhmigung einer neuen Tiplomprüsungsordnung an der Karlsruher Technischen Hochschule auf Grund von gerneinsamen Vereinbarungen innerhalb der beleilrglen Dundcsstaalcn. Bezüglich der Zulassung weiblicher Sludrerender hat dle Fridericicma dieselbe Berechtigung erhalten, welche die beiden Landesuniversitäten seil dem Jahre 1900 besitzen. Aus Grund einer Prüfung wurde iin Studienjahre 1902/1903 der Grad eures Tokloringenreurs 13 Diplom-Ingenieuren verliehen.
GerichlssM.
Berlin, 1. Jan. In Wiesbaden besteht eine Polizei- oerordriung, welche die Vorschrift enthält, daß der Transport v o n . F l e i s ch nur in stels j mibe r gehaltenen Wagenräumen gejchehen soll. Eur Flelscherrneister hatte, rvie die „Frkf. Ztg." schreibt, bisweilen in seinem Fleischtransporlwagen auch lebende Schweine transportiert unb rvar deshalb in Strafe genomrnen .worden. Ter Fleijchcrineister wurde vorn Schöffengericht und Landgericht freigesprochen, die Slaatsarrwallschaft legie Revision beim K a ni m e r g e r i ch t ein, dies erklärte die Revision auch für be° aründet und gab die Sache an das Landgericht zur anderweiten Entscheidung zurück, da die in Rede stehende Verordnung giltrg und dahm ailszulegen sei, daß in derr Räumen der Fleijchtransporl- rvagen keine lebenden Schweme befördert werden dürfen; denn Ausdünstungen der Tiere teilen sich nicht nur den Wagerlräumen, sondern auch dem Fleische mit.
Ai ü n ch e n, 3. Jan. Vor bcni Landgericht wurde gestern der R e i ch s t a b g. für Schmalkalden, Fabrikant Leonhard Seyboth in München iv e g e n Urkunden- s ä l s ch u n g, im Zusammenhang mit Betru g zu 1 I a h r u n d 3 Ac o n g t e it Gesäng n i s und 5 Jahre Ehrverlust verurteilt. Handel und Verkehr. UolliLwirlfchasl.
w. Gießen, 15. Jan. In der gelungen hier ftallgeyablei, Gewerkenversammlung der G e iv e r k f ch a s t G l e ß e n er Braun- st e i n b e r g iv e r t e vormals Fernie berichtete der Vorsitzende des' Grnbenvorstandes, Rechtsanwalt Grünewald, über die Durchführung der in der letzten Gewerkenversammlung (9. Mai v. I.) beschlossenen Finanzierung. Tie Sanierungsidee sei eine sehr gute gewesen, die Gießener BergwerksgejelljchaN m. b. H. in Bonn habe ihre Ausgabe, die.Mittel zur Besriedlgung Fernies und kür die Kosten der Reuanlagen un Werk zu beictiahen. aelöft. —
Ter dieser Tage von Berlin aus gegen die Gewerkschaft gerichtete Artikel sei weiter nichts als em bösartiges Machwerk, das durchgängig Unwahrheiten enthalte. Die gefchäftliche Lage des Unternehmens sei gut und biete gute Aussichten für die Zukunft; auch ließen die schwebenden Rechtsangelcgenheiten keinerlei Befürchtungen für die Gewerkschaft zu. — Ter Vorsitzende teilte mit, daß das Grubenvorstandsinilglied Bankier A. Zobel ein Schreiben an ihn gerichtet hat, in wetchem er von der Gewerkenversammlung die Genehmigung erbitte, jein Amt niederlegen zu dürfen. Die Versammlung beschloß, diesem Ersuchen zu willfahren und wählte an Stelle Zobels Bankier Loiüs David-Bonn zum Mitglied des Grubenvorstandes. — Tas vom Vorsitzenden entworfene Statut wurde hierauf in mehrstündiger Beratung geprüft und mit geringen Aenderungen genehmigt und angenommen. Endlich wurde dem Grubenvorstand für 1903 eine Vergütung von 20 000 Mk. ausgesetzt. Zum Vorsitzenden des Grubenvorstandes und zum Vertreter der Gewerkschaft nach außen wurde Rechts- aitwalt Grünewald-Gießen, zu dessen Stellvertreter Heinrich Ref° Frankfurt a. M., bestimmt. Die ordentliche Geioerkenverjammlung zum Zwecke der Vorlage der Bilaiiz rc. wird voraussichtlich im März d. I. stattfinden.
Fabrik feuerfester und säurefester Produkte. In der Generalversammlung, in der 2374 Stimmen vertreten waren, wurden die Verglcichsvor schlüge der früheren Aufsichtsratsmitglieder Gebrüder Tuchen mit 400 000 Mark bar und Anrechnung eines früher gegebenen Darlehens von 350 000 Mk., des Baron d'A b l a i n g. mit 250 (X)J Mk. unter Anrechnung seiner Forderung von 75 000 Mark, des Geh. Justizrats Tr. R e a tz in Gießen mit 12 000 Mk. bar unter Verzichtleistung seiner angemeldeten Massenforderung angenommen. Ter frühere Direktor Arthur Boeing protestierte. Zu Liquidatoren werden gewählt das frühere Vorstandsmitglied Lehmann -Neuwied und Rechtsanwalt H e n n i g - Berlin. Tie Festsetzung der Bezüge derselben wird vertagt. Ten bisherigen Auf- jichtsratsmitgliedern Lütty werden 5000 Mk. und Sollers 3000 Mk. für die seitherige Tätigkeit bewilligt. Zur Wahl neuer Auftzchtsrutsmitglieder und Vorlegung der Liquidations-Bilanz findet in nächster Zeit eine neue General- versannnlung statt.
A. Schaaffhausenscher Bankverein. Die Verwaltung bringt die Mitteilung in die Oetz nitlichkeit, daß die Dividende für das Jahr 1903 höchstens um 1 Proz. höher fein wird als für 1902, wo sie bekanntlich 5 Proz. betrug. Lange bevor von der bekannten Vereinigung Die Rede war, wurden Die Aktien Des Schaaffhausen- schen Bankvereins wiederholt in die Höhe getrieben und zwar nut Dem besonderen Hinweis, daß Der Bankverein im laufenDen Jahr mit sehr günstigem Erfolg arbeite und an der Internationalen Bohrgeselljchaft rejp. indirekt Durch dieje bedeutende Gewinne gemacht habe.
Märkte.
Gießen, 5. Jan. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 0,90—0.95 Alk., Hühnereier 1 St. 8—10Vfg< 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier OO—00 Pfg., Enterleier8—0 Pfg., Käse pr.Stck. 6—8 Pf., Käsemalle2 Stck. 5—6 Pfg., Erbjen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 0,80—1,00'1)1?., Hühner pr. St. 1,30—1,40 Alk., Hähne pr. Stück 0,80—1,70 Alk., Enten pr. Stück 1,70—2,20 Alk., Gänse.pr. Pfd. 68—70 Pfg., Ochjenfleisch pr. Pfund 68—78 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—66 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. PfD. 70—76 Pfg., Hammelfleisch pr. Pjund 65—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,50—6,00 Alk., Weißkraut per Stück 5—7 Pfg., per Zentner 1.3O—1.60 Alk., Zwiebeln pr. Zentner 4,50—5,00 Alk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 16 bis 20 Alk., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 35—40Pjg.
Arbeiterbewegung.
Dresden, 4. Jan. Geh. Rat. Roscher ist gestern Abend wieder nach Cnmmiqchau abgereist. Er hat vorher noch mit den hiesigen Industriellen Rücksprache genommen. Alan ist verschiedentlich geneigt, an Die Emjendung Roschers große Hoffnungen zu knüpfen. Man hat aber andererseits auch nach hier vor- liegenDen Nachrichten Grund zu der Annahme, daß, wenn diese Hoffnungen sich verwirklichen jollten, es jedenfalls nicht durch ein ^)t ach geben Der Arbeitgeber gejchehen könnte.
Paris 4. Jan. In Böziers sind 2000 Landarbeiter infolge der Weigerung der Grundbesitzer, für einen sechsstündigen Arbeitstag 3 Francs Lohn zu gewähren, tu den A u s st and getreten. — In Hennebont veranstalteten gestern die Arbeiter einen Umzug mit einer roten Fahne. Es kam zu einem Zusammenstoß mit Der entschreitenden Gendarmerie, wobei mehrere Personen verletzt wur- Den. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen.
L y o n, 4. Jan. Die französischen Textilarbeiter wollen, angeregt durch Die Agitation Der englischen Baumwollspumer eine internationale Bewegung für Den Zehnstundentag unter Den Textilarbeitern ins Leben rufen.
Barcelona, 4. Jan. Ter hier seit einiger Zeit herrschende A u s st and der S ch i f f s a r b e 11 er nimmt an Ausdehnung immer mehr in dem Maße zu, wie neue Schiffe in Den Hafen emlauien. Die Zahl der Ausitändigen beträgt annähernd 4000. Die Ausständigen jandten an Die Arbeiter an Bord Der in anderen jpamjchen Hafen liegenden Schiffe Abordnungen nut der Aufforderung ab, sich ihnen anzujchlteßen und in den Ausstand zu treten.
Kanbwirtjchast.
Berlin, 2. Jan. Der Präsident des Deutschen L a n d- w i rts ch a f t s r a t s, Gras von Schwerin-Löwitz, hat die 3 2. Plenarversammlung dieser Körperschaft zum 9. bis 12. Februar d. I. hierher einberufen.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Januar 1904.
c -
Ct-
4.
215
746,4
— 2,4
3,6
85
8.
1
4.
925
746,4
— 1,7
4,0
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SE.
1
5.
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745,8
— 1,3
4,2
97
NW,
2
Wetter
Bed. Himmel
II u, II u
Niedrigste Temperatur am 3. bis 4. Januar — 1,60 C.
Höchste ,, „ 3, „ 4. „ — 6,5u C.
Wetterbericht vom 4. Januar 1904.
Verl au f der Witterung von Sonntag bis Montag.
Tas westliche ausgebreitete Tief dringt langsam ostwärts vor, während gleichzeitig das östliche Hoch nach Jnnerrußland zurückweicht. Auf der Ostscttc des Tiefs sind viele Teiltiejs entwickelt, welche, über unser Gebiet von Süd nach Nord ziehend, eine Wind- jchwanlung von Süd nach Südost und hiermit Beivölkuiig, stellenweise leichte Schneefälle und Temperaturerhöhung Hervorrufen. Diene Tiefs folgen nach. Daher für Dienstag uno Alittwoch etwas milderes, trübes und zeitweise windiges Wetter mit leichten Schneefällen zii ertvarten. Zunächst noch tein Tauwetter.
Wetterdienst in Gießen: A. Peppler.
£iUHilini-$liid)ridjini.
Verlobte. Lina Heldemnuth mit Hugo Müller, Wetzlar und Herleshaitzeu.
Neueste Meldungen.
Originaldrahtmeldttngen des Gießener Anzeigers.
Berlin, 5. Jan. Tie F o r t d au er d c s Dr o s ch ke n- kutsch crftreiks ist das Resultat fünfstündiger Einig- ungsverhandlungcn vor dem Gewerbegericht und zweier gestern abend abgehalteuer Verfammlungen der Fuhr- 1)errett und der Droschkeututscher. — Nach Verübung von Unterschlagunge u ist der Kassierer Gustav Biedatz von der Vieh komm issionsfirma Lehmann u. Philipp, bei der er länger als W Jahre tätig war, flüchtig geworden.
London, 5. Jan. Der Standard läßt sich aus Tokio telegraphieren: Hier ist das Gerücht verbreitet, daß die Antwort Rußlands, die am 2. Januar eingegangen sei, unbefriedigend laute. Eine Bestätigung des Gerüchtes liegt nicht vor. In Kreisen, die man für wohlunterrichtet halten kann, wird geglaubt, daß die russifche Regierung trotz der friedlichen Aeußerungen des Grafen Lamsdorff völlig von der russischen Kriegspartei beherrscht sei. Demgemäß rechnet man hier nicht darauf, daß eine günstige Antwort Rußlands eingehe. — An der nach den Neujahrsfeiertagen wieder eröffneten Börse in Tokio trat gestern ein beispielloser Curssturz ein. Mehrere Makler sind ruiniert. — Eine Depesche des Daily Telegraph aus Tokio besagt: Tag und Diacht treffen russische Truppen in Wladiwostock ein, dessen Bevölkerung in großer Erregung über die Wendung der Dinge sei. Die Zeitungen in Tokio sind geteilter Meinung über die Lage. Während die einen in der Meldung, daß Diußlands Llntwort versöhnlich sei, einen Schimmer von Hoffnung sehen, glauben die anderen Rußlands Ausflüchte, um auf Japan die Verantwortlichkeit für den Konflikt zu schieben.
London, 5. Jan. Spät nachts waren hier Gerüchte verbreitet, daß der Mikado von der Kriegspartei entthront worden sei.
Gmunden, 5. Jan. Die Abreise des Königs von Dänemark wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, dürfte aber jedenfalls nicht vor Ende dieser Woche statt- finben. Der König leidet an Schwächezust ä-n den und gichtischen Schmerzen. Bis zum 27. Dezember wohnte er allen Festlichkeiten anläßlich der silbernen Hochzeit des Herzogs Karl von Cumberland und der Verlobung der Prinzessin Alexandra mit dem Großherzog von Mecklenburg bei. Seit diesem Tage hütet er aber das Zimmer.
Agram, 5. Jan. Diunmeyr stellt sich heraus, daß der Ichährige, feit zwei Jahren in einer Irren- anstaltinternierteBaronZornbergnichtirr- sinnig ist. Er hatte eine große Erbschaft gemacht und war von seinen Verwandten als geisteskrank erklärt worden.
Petersburg, 5. Jan. Zn Hofkreisen wird versichert, daß das Zarenpaar diesen Winter nicht nach Aalta gehen wird, da einerseits die ostasiatische Angelegen» heit den Zaren benötigt, in der Nähe von Petersburg zu bleiben und andererseits der Gesundheitszustand der Kaiserin noch immer zu wünschen übrig läßt.
Tientsin, 5. Jan. Ein russischer Offizier hat die Eisenbahnbehörde in Khinuting informiert, daß binnen 48 Stunden russische Soldaten die Stadt und die Bahn besetzen würden.
L. Newyork. 5. Jan. Der deutsche Universitätsprofessor Karl Garlack, der zusammen mit der nationalen Weinbaukommission tätig ist, wurde bei Peekskille im Staate Newyork von einem Schneesturrn überrascht. Er wurde später von einem Hunde, der zur Aufspürung der Verunglückten ausgeschickt war, unter dem Schnee vergraben aufgefunden. Seche Glieder waren bereits erfroren; er dürfte sich jedoch erholen.
L. Washington, 5. Jan. Die seit zwei Monaten im Gange befindlichen Nahrungsmittelproben zur Untersuchung^ der Wirkung von Salicyl säure auf den menschlichen^ Organismus wurden eingestellt, da sich bei den Personen, die falicylsäurehaltige Dlahrungsmittel erhielten, eine schwere« Schädigung der Gesundheit herausstellte.
Telephonischer Kursbericht.
Frankfurt ft. Jäl.. 5. Januar 1904.
372% Reicheanleibo . . 102.45 3% do. . . . 91.25 37,% Konsole .... 102.25 3°/0 do......91.50
31/2% Hessen .... 101 40 3% Oberhessen . . . 99.50 4% Oesterr. Goidrcnto . . 102.85 4*/c% Oesterr. Silberrente 101.10 4% Ungar. Goldrente . . 100.45 4u/o Haben. Rente , . . 103.80 4 72% Portugieser , . . 62.50
Portugiesen, .... 32.35 1% C. Türken .... 37.35 Türkenlose...... 137 80
4°/o Oriech. Monopol.-Anl. 43.90 4l/} % äussere Argentiner 42.90
89/o Mexikaner .... 26.9(7 4‘/27o Chinesen .... 88.50 Electric. Schlickert . . . 105,50 Nordd. Lloyd . . . , 104.25
Kreditaktien . . . , . 213.60 Diskonto-Kommandit, . . 193.30 Darmstädter Bank . . 143.60
Dresdener Bank .... 254.20 Berliner Handelsges. . . 160.20 Oesterr. Staate bahn . . . 143.30 Lombarden ..... 16.10 Gotthardbahn.....192.00
Laurahütte...... 235.00
Bochum . ...... 188.00 Harpener......201.00
Tendenz: schwach.
' ' ' ' IL'-l1* LJ.'"."!" ......... 7 ' ■L.1. 1 K
Hessische Landes-Hypotheken-Bank.
3 V2 % Pfandbriefe:
Cours 100%
3 % % Communal-Obligationen : Cours 100.30 %*
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