Ausgabe 
4.11.1904 Zweites Blatt
 
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Präsidenten an der Hand verwundend. Daß ge­rade das Symbol des Glaubens unter dem Klerikalen Maura in Stricke gehen mußte! Gleichzeitig ergossen die Tinten­fässer ihren Inhalt über den Präsidenten, der, seiner Sinne raum mehr mächtig, blutend und jetzt auch äußer­lich schnurz, eine Glocke nach der arideren zer­schlagend, nur noch die Worte hervorzuteiicheii vermochte: ,Die Tribüne räumen! Gcheiine Sitzung!" DaS ivar leichter gesagt, als getan; zudem war da gar nichts luehr zu verheimlichen. Die überfüllten Tribünen, die sich an dem Höllenlärm in der parlamentarischen Arena redlich beteiligt hatten, wollten dcui traurigen, nie dagcwcsenen Schauspiel weiter beiwohnen, und namentlich die Tribüne der ehe­maligen Abgeordneten mußte von der Genödarmeric schließlich sasl nut Gewalt geräumt werden. Die Tiplo- matenloge hatte sich bereits kurz vorher geleert. Nift der ihnen eigenen Voraussicht hielten sich ~ die Vertreter der fremden Mächte auf der Straße für sicherer als in den heiligen Hallen, wo die Gesetze fabriziert werden. In der geheimen Sitzung trat dann dadurch, daß der ministerielle Abgeordnete, der die Opposition eine feige Bande ge­nannt, Abbitte leistete, einige Ruhe ein, sodaß die öffentliche Sitzung wieder ausgenommen werden konnte. Diese dauerte nun die ganze Nacht und den Sonntag weiter, trotz der so­eben von der Regierung dekretierten Sonntagsruhe, gewiß eine grausame Ironie des Schicksals!

lieber die Viehpreise

im verflossenen Geschäftsjahr äußert fiü) der Verwaltungs- Bericht über den städtischen Vieh- und S ch lacht - Hof in Berlin folgendermaßen:

Tie Liehpreise, mu Ausnahme derjenigen für Schlvcine, fmb Oie höchsten gewesen, die seit Eröffnung des Viehhofes bezahlt wurden. Besonders fällt die unverhältnismäßige Steigerung der Kälber- und Hammelpreise auf, und man fonuitt zu der lieben zeugung, daß Kalb- und Hammelfleisch mehr und mehr die Eigenschaften eines Vocksnahrungsmitttnä verloren haben und zu einer Delikatesse für d i e reichere Bevölkerung werden müssen. Tie gleichen Erscheinungen haben sich an f a ü allen deutschen Märkten gezeigt. Tie beiden letzten Jahre haben gezeigt, in welcher Weise die Viehzucht und die Viehmaft Teutschlands von den Erriteverhältmssen abhängig ist, und wie ein einziges schlechtes Ernleiahr auf sie lange Zeit schädigend ein- zuwirken vermag. Angesichts solcher Verhälmisse ift die von ge­wisser landwirtschaftlicher ^-cite immer wieder aufgestellte Be­hauptung, Teurschland könne sein Schlachtvieh in hinreichender Menge selbst erzeugen, und es müßten zum Schutze der einheimischen Viehzucht die Grenzen gegen die Vieheinfuhr möglichst vollständig gesperrt und die Viehzölle weiter erhöht werden, schwer zu ver- ftehen. Wäre das der Fall, so wären solche bebeutenbcn Preis­steigerungen, wie sie in den letzten zehn Jahren bei Hammeln und Kalbern eingetreten sirid, nicht zu verzeichnen, auch würden im Jahre 1902 und 1903 die Rindfleischpreise und im Jahre 1901 und 1902 die Schweinefleischpreise nicht so bedeutend in die Höhe gegangen sein. Jedenfalls wäre dann auch die Erwartung berechtigt, daß die Viehpreise in Teutschland nicht höher seien als iu den benachbarten Ländern. Tas ist aber keineswegs der Fall. Rechnet man die Handelspreise der fünf Städte Wien, Budapest, Paris, Iiotterdam und Kopenhagen zusammen, so er­gibt sich ein Durchschnittspreis von 98,5 Mk. für 100 Kgr. Lchsenfleisch 2. Qual, und 92,5 Mk. für 100 Kgr. Schweinefleftch 2. Qual, gegenüber 117,3 Mk. und 104,5 Mk. in Berlin, d. h. wenn die Preisnotierungen der angeführten maßgebenden Handels­plätze für die einzelnen Lander als maßgebend angenommen werden, so bezahlte der Teutsche 100 Kgr. Qchsenfleisch 18,8 Mk. und 100 Kgr. Schweinefleisch 12 Mk. teurer als ixid ganze angrenzende hier in Betracht gezogene Ausland. Noch ungünstiger steht Terttsch- land da, wenn außer den vorgenannten Ländern auch Rußland berücksichtigt wird, well es bedeutend niedrigere Fleischpretse hat als jene.__

Sitzung der Stadtverordneten.

Gießen, 3. November 1904.

Anwesend: Oberbgm. Meeum, die Beigeordneten Cursch- mann und Heyligenstaedt und die Stadtverordneten Bruck, Emmelius, Euler, Faber, Gutfleisch, Haubach, Helfrich, Heichelheim, Huhn, Jann, Jughardt, Keller, Kirch, Leib, Löber, Loos, Orbig, Petri, Schaffstaedt, Schiele und Wallenfels.

Lberbgm, Mecum teilt zunächst mit, daß der neue Leiter des Elektrizitätswerkes am 8. d. Mts. seinen Dienst hier antreten wird, ferner daß der Vorstand des hie­sigen Zweigvereins des evangelischen Bundes eine Einladung an die Stadtvertreter hat ergehen lassen zur Teilnahme an einer Feier des Vereins aus Anlaß des 400. Geburtsta ges P hilipps des Groß­mütigen, die am Sonntag den 6. ds. Mts., abends um 8i/z Uhr im Neuen Saalbau stattfinden wird und ivobei Pfarrer D. Diehl aus Hirschhorn einen Vortrag halten wird über das Thema: ,Was hat Philipp der Großmütige für das Hessenland getan?"

Eine weitere Mitteilung des Oberbürgermeisters betrifft die Einweihungsfeierlichkeit der hiesigen Uni­versitäts-Bibliothek, die am 12. ds. Mts. stattsindet, wozu der Großherzog sein Kommen in Aussicht gestellt

der Wisent ist als Luftballon stilisiert. Vaumbachs .Hasenhetze im Rokokokostüm fällt nach allen Seiten auseinander. Tas soll die Vorstellung des lockeren Rokoko geben; aber man vergißt ganz, wie itraff bei aller Bewegung das Rokoko seine Porzellan- plapiken schuf. Karl Begas' Eberjago steht, wenn man hier überhaupt noch megen will, innerhalb dieser Gruppen am niedrigsten. Als Gesamtcharalteristicum der Arbeiten ist anzu­geben: Gefühllosigkeit gegen die Gesetze und das Wesen der Plastik und eine rohe Formengebung, oic doch wieder in ihrer dioheit leinen ^til hat. Die Aufgabeii für den Bildhauer waren hier glücklicher, als bei Der Denkmalsplaslik, und deshalb ist das niedrige Niveau bet* Leistungen um so erstaunlicher. Es ist doch Nicht mehr dabei herausgetommen, wie oi: paar lebenden Bilder für ein AusilattuugsstüD Sowohl die plcmüchc Gesäjichts- stunde., wie sie auf der Sicgesallee gegeben wird), sowohl der plastische Literatur- und Musikunterricht, wie ihn Eberlein in Goethe und Wagner versuchte, wie endlich hier der plastische Anschauungsunterricht, das plastische Ausstattungsstück in sieben Bildern mit der Kunst haben sie alle nichts zu tun.

Frankfurter Stadtthe ater. Tie nächste, bereits in Vorlcr itun.z b:fdtb i f;e Novität wird ^Ludwig FuldaS neues StückMaskerade", ein modernes Schauspiel iu dvi Akten sein, o.sstn erste Aufführung in Jrautfurl uno Wien zu gleicher Zeit itahfinben soll.

Unter den vielen diesjährigen Kunstausstellungen nahm bic per Darmstädter Künstler kolonie einen be- sonoerm Platz cm, weil sie, wie ihre Vorgängerin vom Jahre 1901, Der Wohnungskun st und jenen Bestrebungen gewidmet war, di. ui'.s.re tagtiche Umgebung im Dienste einer höheren Lebens . ng veriw.rn ivOtlcti. Die erste ausführliche Publi­kation . . Ausst! l- . , utingt das b'cooemberheft der Mün­chen r . ruftD el 0 rative Kun st" mit 83 vorzüglichen Abb: g'H von Arbeiten L. Habichs, Paul Hausteins uni) I. y)l. Olbrichs,

hat. Se. Kgl. Hoheit wird wahrscheinlich um 10 Uhr morgens hier eintreffen und gleich nach Beendigung der Feier, die voraussichtlich bis etwa l/,2 Uhr dauern wird, wieder abreisen.

Um die Stadtverordneten darüber zu unterrichten, wie seither der Gang der Verhandlungen in der Frage der Lahn­kanalisation war, giebtOberbgm. Meeum einen längeren Rückblick. Am 7. Mai vor. Jahres hat die Stadtverordneten- Versammlnng die Herren Schiele und Heyligenstaedt abge­ordnet zu der Versammlung, worin die Konstituierung des Vereins zur Hebung des Projektes der Lahnkanalisation er- folgte. Am 11. Juni berichteten danach die beiden Herren darüber, und die Stadt trat dem Verein als Mitglied bei. Im Dezember v. I. teilte der preußische Minister seine Be­denken mit über das zunächst vorgesehene 35 Millionen-Projekt, und am 13. Februar d. I. wurde das jetzige Projekt gefaßt, wonach die Kanalisation für Schiffe von 300 Tonnen Inhalt geplant werden soll, was die Kosten für die Anlage aus 1012 Millionen Mk. herabsetzt. Es wurde berechnet, daß dadurch die Rentabilität gesichert sei, und daß es möglich sei, daß Schiffe von dieser Größe direkt vom Rhein nach den Ruhrhäsen verkehren könnten. Am 2. Mai richtete der Verein in diesem Sinne eine Eingabe an das preußische Abgeord- netenhaiis, dabei die Durchführung bis Gießen empfehlend, wodurch das Projekt rentabler werde. Oberbgm. Meeum, der selbst auch persönlich dem Verein als Mitglied bei­getreten war, hat diese Eingabe unterzeichnet. Am 6. Mai sand in Gießen eine Versammlung statt, die für die Durch- ührung des Kanals bis Gießen eintrat. Am 26. Juni erfolgte dann eine ea. 200 Personen umsassende Versammlung in Lim­burg, wobei mitgeteilt wurde, daß das Wasserbauamt Diez mit der Untersuchung der geplanten Durchführung bi§ Gießen betraut worden sei. In Niederlahnstein tagte man am 17. Sept, wieder, wobei das Wasserbauaiut Diez berichtete, daß das Projekt mit 12 Millionen durchzuführen sei iuid die Herstellung des Kanals dringend empfahl. Man schloß sich damals zugleich der Coblenzer Resoliition an, die am 14. Sep­tember gefaßt worden war und die Kundgebung enthielt, daß von bestimmter, mit maßgebender Seite nur dann für den Rhein-Hannover-Kanal eingetreten werden würde, wenn auch die Kanalisierung von Mosel, Saar und Lahn in Ans­icht gestellt werde. Später ivurde dann die Denkschrift der Großh. HandelLkauimer Gießen publiziert, die sich bezüglich des Bergbaus unseres Lahnbezirks an Oberbergrat EheliuL in Darmstadt gewandt hatte. Am 29. Oktober erfolgte auf dem Kreisanit eine Besprechung dieser Denkschrift der Handels­kammer, wobei u. a. Prof. Dr. Biermer, der anwesend war, die Bedenken gewiffer landwirtschaftlicher Kreise widerlegte und die Ueberzeugung aussprach, daß das Projekt bei der Landwirtschaft keinerlei Befürchtungen heraufzubeschwören habe. Ter Import landwirtschaftlicher Produkte durch das neue Einfalltor werde ganz unerheblich werden und nament- ich gegenüber den hohen Zöllen der heimischen Landwirt- chasl keine Gefahr bringen; im Gegenteil würde die Ein­führung billiger Düngemittel und die Erschließung neuer Absatzgebiete unseren Landwirten nur Nutzen bringen. Pros. Biermer will, so fuhr Oberbgm. Meeum fort, diesen Teil de§ zu schaffenden Gutachtens selbst bearbeiten. DaS letzte Geschehnis in der Lahnkanalsache ist der vorgestrige Beschluß der Handelskammer Wetzlar, den wir in unserem Blatte bereits veröffentlicht haben.

Oberbgm. Mecum bemerkte zum Schluß dieser Ausführ­ungen, daß er geglaubt habe, über die für die Stadt so wichtige Lahnkanalangelegenheit, an der die Stadt bisher nach Kräften mitgewirkt habe, einmal genauen Bericht erstatten zu sollen.

9!ach der Verlesung eines Schreibens des GerbenueisterS Plank empfahl Oberbgm. Mecum die Genehmigung eines Baugesuchs des Tr. Jung für die Bahnhofstraße, womit die Versammlung sich einverstanden erklärte.

Dagegen wurde daS Baugesuch des Ioh. Georg Pfaff für den Riegelpsad abgelehnt. Pfaff hat am Hause Nicgel- pfad 25 gegeu das Nachbarhaus 26 ein Dachgesimse aus Holz gebaut, waS, wenn auch die Umfassungsmauer die er­forderliche Entfernung von 3 Mtr. hat, nach § 75 der Aus­führungen zur allgemeinen Vauordnimg nicht statthaft ist, da danach für diesen Fall das Tachgefimse aus brandsicherem Material hergestellt sein muß.

Tas Bange such des H. Winn für den Riegelpfad wird genehmigt. Winn hat wegen eines über die Höhe von 11 Mtr. hinausragenden Giebels ein Tispensionsgesuch ein­reichen müssen, das befürwortet wurde, weil dadurch daS Aussehen des Hauses gewinnt und keine Ausnutzung beab­sichtigt ist.

Ferner werden zwei Baugesuche, für Neuenbäue 18 und für die Gail'sche Dampfziegelei genehmigt. Auch ein Gesuch Wagner für einen Balkon in der Stephanstraße statt eines Erkers, für den ihm bedingungsweise ein Dispens bereits früher genehmigt worden war, wurde bewilligt unter der Voraussetzung, daß der Balkon die Ausdehnung von ein Meter über die Fluchtlinie nicht überschreitet.

Für den Ausbau der Seitenstraße neben dem Veterinärmedizinischen Institut, von der Frankfurter- straße über das Grundstück von Gails Erben nach der Eisen­bahn, werden ohne Debatte 6300 Mk. in den Voranschlag eingestellt.

Ein Gesuch des Hilfsvereins vom Roten Kreuz um Ueberlassung von transportablen Schulbaracken für ein im Kriegsfall zu errichtendes Vereinslazaret wurde von der Schuldeputation empfohlen, insoweit Baracken im Kriegs­fall verfügbar seien. Die Versammlung schloß sich dem an.

Für die Stadtmädchenschule ist die Beschaffung von drei neuen Schultaseln nötig geworden. Rektor Hahn empfiehlt die Wormatia-Schultaseln mit praktischer 23er- fchiebungseinrichtung, und die Versammlung beschließt bic Anschaffung dreier solcher Tafeln zum Preise von je 65 Mk.

Für das Aufräumen der Flut grüben im Neu­städte r f e l d werden auf den Antrag des Tiesbauamts bic Kosten von 240 Mk. gewährt; bic Ausführung soll so lange hinausgeschoben werden, bis genügend Vorflut vorhanden ist. Bei dieser Gelegenheit macht Stv. Heichelheim aus die penetranten Gerüche in den Sch0orgräben, besonders in der Ostanlage, aufmerksam, wo eine gründliche Durch - jpülung und Bewässerung am Platze sei. Man brauche also bei dem Aufräumen von Gräben nicht so sehr in die Ferne zu schweifen, und es möge zunächst einmal mit denen inner­halb der Stadt begonnen werden. Oberbgm. Ni ecu m ant­

wortet darauf, daß der Schoorgraben gereinigt werde, sovlcll dies nur möglich sei. Die Anwohner möchten nur vermeiden, den Graben durch Hineinwerfen von Absattstoffen zu ver­unreinigen, wie dies vorgekommen sei. Der Besitzer der Ober­mühle habe sich schon darüber beklagt, daß Sonntags die Mühle stehen müsse, da von Samstags mittags bis Montags das Wasser zur Durchspülung des Grabens benutzt werde. Stv. Wallenfels beflogt die Lagerung von Geröll und Dreck hinter dem Lazarett und Stv. Petri den Zustand des SchoorgrabenS an der Westanlage.

Das 1. Bataillon des hiesigen Regiments will zwischen der neuen Kaserne und dem Schützenhaus einen Ziel-Wall Herstellen und ersucht dazu um die Verpachtung stä btischen Geländes, lieber dieses Gelände führt jetzt ein Weg. Dem Gesuch wird gegen eine Pachtgebühr von 3 Mk. jährlich entsprochen unter der Bedingung, daß auf Kosten des Regiments ein eingefriebigter Weg entlang der Sterne her- gestellt wird.

Ein Fuhrknecht hat das Geländer an der Lastwaage aus dem Seltersberg beschädigt, wodurch 12.06 Mk. Kosten entstanden sind, die, da von dem Fuhrknecht nichts zu holen ift, niedergeschlagen werden.

Die Bezirkssparkasse Gießen beantragt, die Bei­treibung ihrer Forderungen künftig dem Psarldmeister' der Stadt zu übertragen. Tie ftäb-t Finanzkommission hat dagegen nichts einzuwenden; da nur 4080 Posten in! Betracht kommen, die miterledigt werden können. Die Gebühren fließen in die Stadtkasse.

Tie Lieferungen für die Kläranlagen wur­den danach ans die Tagesordnung der öfsentl. Sitzung gesetzt. Oberbgm. Mecum erteilte dem Stadtbaumeister Braubach daS Wort, welcher an den ausgehängten Plänen die Osserten für dieMnlage erklärte. Für die Lieferung der Rechen sind drei M^ebote einge- lausen, da aber keines den ^Anforderungen, die man stellen muß, entspricht, wird nochmals beschräntte Submission aus­geschrieben. Tie Lieferung von Schützen und Pumpen für das Werk wurde dagegen vergeben.

Für die Schützen (Schleusen) sind drei Angebote ein- gegangen. Man entscheidet sich für gußeiserne Schleuseft irr die Klärecken, da sbie vor den Hohlschützen längere Halt­barkeit und verhältnismäßige größere Billigkeit voraus­haben. Es treten 2 Firmen in Konkurrenz : Bopp u. Reuter in Mannheim und Geiger in Karlsruh. Die erstgenannte Firma will die Lieferung für 26 925 Mark übernehmen, die andere sirr 27 200 Mark. Ta aber die Schützen der Firma Geiger, wie Stadtbaumeister Braubach ausführlich erklärt, rvesentliche Vorzüge und Verbesserungen vor denen, der arideren Firma voraushat, entschließt man sich, das Gciger'sche Angebot anzunehmen. Die Firma hat schopr) andere derartige Anlagen ausgefi'ihrt und garantiert für bic Lieferung auf die Tauer von zlvei Jahren.

Was die Lieferung der Pumpen cmgeht, so sind zu beschaffen: Hochwasser-, Schmutzloasser- und Schlamm-^ pumpen. Für die Hochwasser- und Schmutzwasserpumpe^ kommen nur Zentrisugalpumpen in Betracht. Was die Schlammpumpen an[angt, so mußte man sich für Lurg- sam laufende Kolbenpuntpeu entscheiden. Es kommen für bic Lieferung zlvei Firmen in Betracht: Königin Mariew- hütte in Kainsbors (Sachsen), die die Pumpen für Schlamm- maffer cinrichtet und für unsere Lieferung 33 500 Mark verlangt, und ferner die Firma Bopp u. Reuter in Mann­heim, die für die Bewältigung von Schlamm jeder Art garantiert und 33 725 oder 33 400 Mark verlangt, je nach­dem schnell oder langsam laufende Diotoren gewünscht werden. Auf den Vorschlag des Stadtbaumeisters Praubgch ist man damit einverstanden, die Lieferung an die Firma Bopp und Reuter z-u vergeben.

Auf Anregung des Stadtv. Sch affstädt will Baumeister Braubach, rvenn er demnächst nach Mannheim kommt, versuchen, eine möglichst lange Garantiezeit von der Firma zu erlangen. Die Entschcidtmg darüber, ofi man schnell oder langsam lausertde Motoren nehmen will, überläßt die Bersanmllung auf Vorschlag des Oberbgm^ der Baudeputatimi. Bei der Klaranlage soll übrigens die alte Pumve, die an der Westanlage gebraucht wurde, und sich recht'gut gehalten hat, ebenfalls Verwendung finden,

Obergbm. Mecum schlägt den Stadtverordneten, die damit einverstanden sind, vor, nächsten Dienstag nach­mittag gemeinschaftlich die Kläranlage zu besichtigen.

Zu den letzten Punkten der Tagesordnung referiert Beig. Eurschmann: Ein neuer H 0 lzpreist ar if für die stüdt. Waldunigen, der für das Rechnungsjahr 1905 Geltung bekommeil soll, wird genehmigt. Gleichk- zcitig werden 1711,50 Mk. bewilligt für die Folgen eines Wald brand es, der sich auf 2,8 Hektar erstreckte und wahrscheinlich 'durch die Funken einer Lokomotive verur­sacht wurde.

Die städtischen Forst warte haben um Gewährung einer Vergütung für das Beiwohnen ber den Holzver­steigerungen und das Ausstellen der Abzählungsprotokolle ersucht. Es wird ihnen von der Versammlung dieselbe Vergütung wie den Domänialforstwarten zugebilligt, nümj- lich für das Beiwohnen bei den Versteigerungen pro 1/2 Tag 1.50 Mk., pro Tag 3 Mk. und für das Abzählen 2 Pfennig pro Festmeter.

Es erfolgte darauf die Genehmigung einiger Hand­abgaben. Einige Holzbestände, die durch Käferfraß im Walde gefällt werden mußten, murbeit zum tarifmäßi­gen Preis an Wilh. Pitz abgegeben. Ferner wurde die Genehmigung zur Verpachtung e i n e s G r a b e n 's er­teilt, der von der Feldbercinigung, an die Stadt abgegeben worden war.

Was den Erlaß einer P 0 lizeiv er ordnun g dezgl. des Wirtschastsbetriebs mit Kellnerinnen an- langt, so wird man von einem derartigen Erlaß ab seh en, nachdem sich ergeben hat, daß die Rechtsprechung schon in solchen Fallen Unzucht fördernde Zustände erblickt und bestraft, wenn Kellnerinnen nur auf Die Trinkgelder aw- gewiesen sind und sonst Keinen Lohn bekommen.

Schließlich werden noch z w e i W i r t s ch a s t s g e s u ch e genehmigt: das des Karl Adams für Grünberger­straße 32 und des Friedr. Nik. Peil für das Eisenbahn- übernachtungsgebäude.

Damit wurde die öffentliche Sitzung geschlossen.

In der darauf folgenden geheimen Sitzung wur­den die Beisitzer zu den Siadtverordnetenwahlen bestimmt, Im übrigen wurde noch die Genehmigung zu Gelände - Arp- und Verkäufen erteilt

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