Ausgabe 
4.10.1904 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

um ein Bedeutendes gestiegen. Die Heilkraft unserer Quellen, die landschaftliche Schönheit unserer Gegend, besonders unseres wohlgepftegten Parkes und vor allem auch die gesunde reine Lust erwerben sich immer neue Anerkennung. Für gesellige Unterhaltung war in diesem Jahre mehr als sonst geboten.

Vor allen Dingen fanden alle zwei Wochen regelmäßig die auch in der Umgegend so sehr beliebten Militärkonzerte stalt. Eme Theatergesellschaft sorgte für angenehme Abwechslung. Eine Anzahl Gesang- und Jnstrumentalvereine aus benach­barten Städten, wie Gießen, Frankfurt usw. lockten Scharen von Fremden herbei. Das wird den Ruf unseres Bades ver­breiten helfen. Es war diesen Sommer reger Verkehr in unserem Badeort. Von Seiten der Badeverwaltung geschieht auch stets das Beste zur Hebung unseres Bades.

Alsfeld, 3. Okt. Die Feier des 25jährigen DrenstlubrläumS unseres Bürgermeisters Arnold sand am Samstag und Sonntag statt. Der Samstag brachte um halb 8 Uhr einen feierlichen Choral vom Turm. Ilm 9 Uhr bewegte sich unter den Klängen der Musik ein von den hiesigen Vereinen gebildeter Fackelzug durch die Straßen und Gassen. Auf dem Markte nahm der Fug vor dem Rathause, in welchem der Jubilar mit seiner Familie und seinen Angehörigen weilte, Aufstellung. DieHarmonie" leitete dre Feier durch den Vortrag des LiedesGlaube, Liebe, Hoffnung" stimmungsvoll ein, woraus Beigeordneter Georg Kurtz jr. eine Ansprache an den Jubilar richtete. Der Jubilar sprach sichtlich bewegt der versammelten Bürgerschaft seinen herzlichsten Dank für die ihm gewordene Ehrung on§, bie ihn mit hoher Freude erfülle und die er nie vergessen werde. Danach begaben sich die Teilnehmer insDeutsche HauS" zum gemütlichen Schoppen, der bei Konzert der Kapelle Müller bis gegen Morgen währte. Am Sonntag morgen von halb 12 Uhr ab sand sich eine stattliche Zahl von Gratu­lanten, vor allem die Vertreter der Behörden, Schulen, Ver­eine, städtischen Beamten re. zur Beglückwünschung des Jubi­lars auf dem Rathaus ein. Kreisrat Dr. Melior als Ver­treter der Staatsbehörde überbrachte dem Jubilar die aller­höchste Anerkennung seiner Verdienste, das Ritterkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, Oberantts- richter Dr. Scriba überbrachte die Glückwünsche des Amts­gerichts, Amtsanwalt Brab diejenigen der Staatsanwaltschaft. Beigeordneter Kurtz sprach im Namen der Stadt; er über­reichte eineu silbernen Pokal als Zeichen der Dankbarkeit der Bürgerschaft. Die Wünsche der fteiwilligen Feuerwehr über­mittelte deren stellvertretender Kommandant Herr Carl Hölscher. (O. Z.)

R. B. Da.rntstad't, 3. Okt. Ter hiesigen Stadt- verordnetenversa.mjmlu.ng wurde heute nach- ntittag in vertraulicher Sitzung der Plan des Darm­städter Bahn Hofs um b aues zur ' Erörterung vor­gelegt, dessen Kosten pH auf 12 Millionen Mark belaufen. Die Stadt hatte bekanntlich Gutachten von den Herren, Geh. Baurat Koch-Darmstadt, Oberbaurat "Bau­meister-Karlsruhe^ und Baumeister Gleien-Hamburg Veranlaßt, und diese Herren erstatteten heute über diese schwierige Materie ihren Bericht. Es dreht sich bei dem Projekt hMptsächüch um den völligen Umbau, des Bahn­hofs der ^siisä^n Ludwigsbahn, wobei der jetzige Güter- baynhos verlegt werden würde. Dann soll ein Vorbau längs des jetzigen Main-Reckarbahnhofs erfolgen, also der Platz mit dem Liebigdenkmal zum Teil bebaut werden. Um dies aber durchführen zu können, müßte die Verbin­dung der Rhetnstraße nsit der Griesheimerstraße ca. 21/? Meter tiefer gelejgt werden. Hiergegen wehrt^sich aber die Stadt ganz entschieden. Die Sachverständigen sollen sich indessen entgegen de^n Plänen der Eisenbahn- Verwaltung daHn erklärt haben, daß der Umbau und die damit bedingte Geleisverlegung auch ohneBertiefung der Rh eiustraße durchzuführen sei. Diesen Ausführ­ungen schloß sich die Stadtverordnetenimehrheit im allge­meinen an und beschloß, die GutaHten. der Sachverstän­digen durch Druck zu veröffentlichen.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Im Wahlkreise Fulda stellte das Zentrum den Reichsgerichtsrat Spahn als Landtagskandidateu auf. In Schotten erschoß sich ein 26jähriger Manu von Eschenrod. Liebeskummer soll die Ursache sein. Die Eltern des Mädchens wollten das Verhältnis nicht dulden. In Büdingen wird, wie beim Gymnasium nunmehr auch an der höheren Mädchenschule der Vormittagsunterricht ein­gerichtet. Wie man aus Hanau berichtet, feierte am 1. Oktober in Schloß Philippsruhe der landgräfliche Hofrat Friedrich Bensing sein 50jähriges Dienstjubiläum. Alls diesem Anlasie wurden ihm vom Kaiser der Kronenorden 3. Klasse mit der Jahreszahl 50 und vom Großherzog von Heffell das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß- lnütigen verliehen. Vom Landgrafen Alexander Friedrich von Hessen wurden dem bewährten Beamten, dec 50 Jahre lang dem kurfürstlich und dem landgräflich hessischen Hause ge­dient hat, verschiedene Auszeichnungen zu teil. In Mainz werden seit dem 1. d. Mts. 2 Kinder von 12 und 8 Jahren einer, wie derRh. K." schreibt, sehr achtbaren Familie vermißt. In Darmstadt wird am Mittwoch, den 12. Oktober, das neue Reichsbankgebäude eröffnet worden. Der Großherzog hat dazu sein Erscheinen in Aussicht ge­stellt; auch Reichsbankpräsident Dr. Koch wird an der Feier te ilnehmen.

Menarversammlung der hlsstschen Anwaltskammer.

th. Darmstadt, 3. Okt.

Um Samstag hielt die hessische Anwaltskammer ihre regelmäßige Plenarversammlung hier .ab. Der Vorsitzende Justizrat Metz I. gedo.ch.te der Tatsache daß der 1. Ok­tober d. I. ein wichjsiger Gedenktag in der Geschichte der deutschen Rechtsverfossnng sei, denn an diesem Tage seien 25 Fahre verflossen, seit die JussizMetze in Kraft traten, das Reichsgericht seine Tätigkeit begann und damit zu­gleich, die freie Advokatur eingeführt wurde. Mer noch ein zweites 25jähriges Jubiläum begehe die Kalnmer heute, Tiämliu); das silberne Jubiläum des Kollegen Dr. Entfleisch, welcher am 1. Oktober 25 Jähre Mit­glied der Anwallskannner sei. Der Vorsitzende gedachte der großen Verdienste des Jubilars um den hessischen An- wallsfand mit) sprach ihm namens der Karniner und der verfanimelten Mal Legat deren herzlichste Glückwünsche aus. In warmen Worten dankte Justizrar Dr. Gutfleisch. Dar­auf trat die Versammlung in die Ber ung ein.

Jmf der Tagesordnung stand ein Antrag des Vor- ftaubi, des deutschen Arnvollsvereins auf Abänderung des

Statuts der Hilfs'kasse für deutsche Rechts­anwälte. Dieser Antrag bezweckte eine wesentliche Er­höhung der Beiträge für die Hilfskasse und zwar sollten zu deren dermaligen Einnahmequellen, den regelmäßigen Jahresbeiträgen der Mitglieder (früher 10 Mk^ in den letzten Jahren 20 Mk. Piro Jahr), freiwilligen Beiträgen der einzelnen Anwaltskammern und stiftungsmäßigen Zu­wendungen, noch eine direkte Quelle geschafsen werden, nämlich regelmäßige Beiträge der Kammern. Diese sollen in der Weise geleistet werden, daß die einzelnen iAjtv- waltskammern beschließen sollen, regelmäßige Jahresbei­träge, je nach der Zahl ihrer Mitglieder, zu leisten und diese Jahresbeiträge pro Kopf ihrer Mitglieder, b.' h. auf die sämtlichen Anwälte des betreffenden Oberlandesgerichts auszuschlagen. Man hofft hierdurch zu erreichen, die seit­her im Fall der Bedürftigkeit eines Kollegen oder den Hinterbliebenen eines verstorbenen Anwalts gewährten Bei­hilfen etwa verdreifachen und daneben den Reservefonds nicht unerheblich verstärken zu können^.

Der Vorstand der hessischen Anwaltskammer ist auf Grund eines in der heutigen Versammlung von Justizrat Braun-Mainz erstatteten Berichts einstimmig zu dem Re­sultat gekommen, daß der Vorschlag des Vorstandes des deutschen Anwaltsvereins unausführbar und unannehm­bar sei. Der dementsprechende Vorstands an trag wurde ein­stimmig zum Beschluß erhoben.

Ebenso wurde nach sehr eingehender Debatte einstimmig der vom Vorstand gestellte Antrag angenommen, beim Justizministerium dringend in motivierter Eingabe um die Schaffung eines dritten Se­nates beim O b c r l a n d e s g e r i ch! t D a r m st a d t ein zu ko mm en. In der Begründung dieses Antrages wurde hervorgehoben, daß an den beiden Senaten des Oberlandesgerichts fast regelmäßig Termin auf Beruf­ungseinlegungen auf 6 Monate hinaus angesetzt werden, daß ebenso die Der yemb lungert, welche aus irgend einem zufälligen Grunde ausfallen müssen, auf 6 Monate ver­tagt werden. Es sei dies nicht etwa ein durch außer­gewöhnliche Arbeitsüberhäufung herbeigeführter vorüber­gehender Zustand, sondern diese Verhältnisse beständen an beiden Senaten ganz gleichmäßig schon seit Jahren als Regel. Es steht wohl zu erwarten, daß dem Antrag der Anwaltskammer, nachdem sich der hessische Richtertag bereits im gleichen Sinne geäußert habe, entsprechen wird.

Die Versammlung beschloß noch die nächste Versamm- lung der Anwaltskammer in Gießen abzuhalten.

Kerichtssaal.

R. B. D a r m st a d t, 3. Okt. Vor dem Schwurgericht begann heute die Verhandlung über die Mordtat gegen den Polizeidiener Johannes Schneller in Lorsch, die int Juni d. I. allgemeines Aufsehen erregte. Ter Mordtat verdächtig und angeklagt ist der 25 jährige ledige Fabrikarbeiter Johannes Rosenberger. Ter Angeklagte hat zuerst die Mord­tat geleugnet, später aber eingestanden. Er macht über sein Zu­sammentreffen mit Schneller folgende Angaben: Er habe in der Nacht zum 8. Juni auf einem Gerstenacker bei Lorsch ge­schlafen und sei plötzlich aufgerüttelt worden. Ter Forderung, sofott aufzustehen, sei er gefolgt, und der Polizeibeamte habe ihn am linken Aermel geführt und in seiner linken Hand fein Ge­wehr getragen. Er selbst habe seine rechte Hand in die Hosen­tasche gesteckt und darin seinen Revolver festgehalten. Auf die Aufforderung, seine Hand aus der Tasche zu nehmen, habe er dem Beamten mit der linken Faust einen Stoß vor die Brust gegeben. Tarauf habe der Beamte sein Gewehr in Anschlag ge­bracht und da habe er selbst blitzschnell seinen Revolver gezogen und sei damit gegen den Gewehrlauf gefahren. In demselben Moment habe der Beamte sein Gewehr losgedrückt, worauf auch er seinen Revolver ab gefeuert habe. Tic Anklage läßt diese Schilderung mangels anderer Beweise im allgemeinen gelten, bestreitet jedoch, daß Schneller zuerst geschossen habe. Es sei unwiderleglich festgestellt, daß der Revolverschuß zuerst fiel und gleich darauf der andere folgte; der Revolverschuß ging dem Beamten direkt ins Herz. Tas Schwurgericht verurteilte den Angeklagten zu 15 Jahren Zuchthaus.

Dresden, 4. Okt. Ein gerichtlicher Rekord ist am hiesigen Amtsgericht erzielt worden. Von einem Amtsrichter wurden von vormittags Vs9 Uhr bis mittags 1 Uhr 146 Ter- mine und zwar 8 Verkünd igungs- und 138 Verhandlungs­termine erledigt.^

Wien, 3. Okt. Graf Milewski, welcher seinerzeit auf dem hiesigen Nordbahnhofe den Privatier Emanuel Barber bunf)i einen Revolver schuß verwundet hatte und des­halb wegen schwerer Körperverletzung angeklagt war, wurde in der heutigen Gerichtsverhandlung fr e i g e spr oche n, weil aus dem Gutachten der Gcrichtsärzte sowie den Zeugen-Aussagen her­vorging, daß Graf Mllewsti die Tat im Zustande der Sinnes- Berwirrung begangen hat.

Kisenbal)N"Zkitui!g.

Zu einer neuen E ts e n b a hn kon f e r e n z sollen Vertreter der p r c u ß i s ch - h e s-s i s ch e n Gemeinschaft, der sächsisch eit und der süddeutschen Bahnen am 28. No­vember zusammenkommen. Vis dahin hofft man die neuen Leit­ungspläne im einzelnen fcßgcstcllt zu haben, die auf eine Ver­einfachung und Förderung des allgemeinen Gü­ter- und Personenverkehrs hinzielen. Am schwierigsten erscheint, wie das schlesisch. Blatt aussührt, die anderweitige Ver- lehrseinteilung zwischen Baden, Bayern und Württemberg, das jetzt teilweise beim Verkehr zwischen Baden und Bayern u m - fahren wird. Man sei überzeugt, daß, wenn die Konferenz im November auch noch keine vollkommene Entscheidung bringen werde, eine solche doch in einem den Verkehr fördernden und alle Teile befriedigenden Sinne in einiger Zeit herbeigeführt werden könne.

Kandcl und W-rkchr. Hrolkswinschaft.

Tck e Gewerkschaft E l l s e n b u r g steht im Begriff, auf den vor kurzem erworbenen Feldern, die mit der Gewerkschaft Fernie" marl'scheiden, einen Großbetrieb einzurichten. Tie Vor­arbeiten hierzu sind bereits im Gange. Tie Untersuchungsarbeiten haben ergeben, daß auf sieben der mit Fernie markscheidenden Felder abbauwürdiges Erz dersttbeu Qualität, wie es diese Ge­werkschaft fördert, vorhanden ist.

D a r m st ä d t e r Baut. Geh. Justizrat Tr. R i e ß e r wird auf seinen Wunsch, auf Grund freundschaftlicher Verständigung mit dem Aussichtsrate, am 31. Dezember aus der Tirektion der Tarmstädter Bank ausschciden. Ter Aufsichtsrat brachte sein lebhaftes Bedauern zum Ausdru'ck, daß hiernach die langjährigen bewährten Tiienste d-es Geh. Rats Rießer der Tirektion der Bank nicht noch auf längere Zeit hinaus erhalten bleiben und beschloß einstimmig, der nächsten ovdentlickxn Generalversamm­lung der Bank dessen Zuwahl zum Aufsichtsrate vorzuschlagen.

R e i chs b a n ka u s w e is. Tie Erwartung, daß die letzte Septemberwoche eine außergcwrhnlicy starke Anspannung bringen werde, hat sich erfüllt. Tie V^ink ist mit 305 U40 000 Mark in der Nolensteuer gegen 153 990000 im Vorjahr und 151 020 000 vor zwei Jahren. Nicht nur die Anforderungen des Staates, sondern auch die privaten an die Bank waren diesmal sehr stark.

Ttt s k o n t e r h o h u n g ? Berliner Meldungen zufolge waren die Auspriiche an die Neich-sbaick auch am Samstag noch so groß, daß die Frage einer ev. Tisk^nterhöhung für die nächste Zeit erwogen wird, da infolge Ur Abnahme der neuen Schatz- anwelsuugen Geldbedarf vorerst bestehen bleibt. Man tarnt je­doch darauf rechnen, bab der bisherige Diskontsatz weiter auf­recht erhalten wird, umsomehr als schon bald große Rückflüsse durch Fälligworden kurzfristiger Wechsel stattfindeu.

Berlin, 3. Okt. Der Zusammenbruch des' Bank- h aus es Ehrenberg u. Co. hat zur Verhaftung des Gdschäftsinhabers Paul E l l e r h o l z geführt. Tie Verhaftung erschien einerseits wegen Fluchtverdacht, andererseits deswegen er­forderlich, weil die Höhe des Tefizits bei der Firma sich als eine recht beträchtliche heransgestellt hat. Nach den bisherigeit Er­mittelungen beträgt die Unterbilanz annähernd eine halbe Million. Tavon entfallen mehr als die Hälfte auf die Depots, die ent= weder zum oder auch ganz veruntreut worden sind.

Norielle Mellimigen.

Originaldrahlmcrdnttgen des Gießener AnzergerS.

Ulm, 4. Okt. Ter Uu eroffsiier Biegler von der ersten Batterie des württembergischen e- rlillerüregiments Nr."13 wurde vom Kriegsgericht der 27. Division wegen Sol­dat e n m i ß h a u o l u n g itt 300 Fällen z u 4 Mo­naten Gefängnis verurteilt. Tie Verhandlung und Begrülldnng des Urteils,, erfolgte unter Ausschluß der Oesfen tlichkeit.

Wien, 4. Okt. Ein im Auftrage seiner Regierung an beit beutsch - östrei ch ischen Hanbelsver-^ tragsverhanblungen teilnehmender ösrreichischer StaatsmatlN sprach sich über den gegenwäriigen Stand der Verhandlungen sowie über die Aussichten eines neuen Hanbetsverleages folgendermaßen aus: Die Treyung, den Handelsvertrag vorzeitig zu tundigen, sei nicht 0!ou, der) deutschen Regierung ausgegangen, soubern von agrarischer Seite, die damit einen Druck ausüben wollte. Der Wunsch der östreichischen Regierung gehe dahin, sofort mit den Verhandlungen zu beginnen. Es seien aber noch vorberei­tende Arbeiten zu vollenden, welche eS im günstigsten Falle erst möglich machien werden, daß Die Verhandlungen in der zweiten Hälfte des Oktober ihren Anfang nehmen. Es^ ist die Hoffnung vorhanden, daß keine lange Zeit nötig sein wird, um zu einem günstigen Abschluß zu gelangen. Bezüglich der Dauer des Vertrages bestehe die Absicht, ihn auf 12 Jahre abzuschließen. Tie Regelung der Vete- rinärsrage wird zweifellos bei den Verhandlungen die größten Schwierigkeiten bereiten, da Deutschland das äußerste versuchen wird, um die Ge s u nb h e i t seiner Vieh st änbe zu sichern. In bezug auff bie biesseitfgen Zugestänbnisse bei bett Industriellen ist in Erwägung zu zieyen, baß beibe Reiche ihre Zölle so stark hinaufgesch.raubt haben, daß bic Verhandlungen in biefer Richtung nicht mehr anstreben tonnen unb eher eine Herab­setzung zu erwirken wäre.

Lonbon, 4. Okt. Aus Obessa wirb berichtet, baß bie Polizei keine Spur davon habe, wer eine Bombe vor b en Zug bes Zaren auf bie Eisenbahnschsienen gelegt habe.

Bonnbor f (Schwarzwald), 4. Okt. In Ober-Wangen, brannte baö Anwesen eines TaglöhnerS. Während des Brandes stürzte eine Giebelmauer des Hauses ein und' begrub unter sich den 58 Jahre alten Landwirt und« Gemein berat Johann Sibler unb ben 12jährigen Knabenj Karl Mog von Nigolsheim bei Bruchsal. Beide Verunglückte! tonnten nur als gräßlich verstümmelte Leichen aus dem Schutt herausgezvgen werden.

Toulon, 4. Okt. Die parlamentarische Kommission zur Untersuchung der Zustände in der fra^n- zösischen Marine besichtigte das Arsenal junb bie Werft in Toulon. Ter Unterdirektor des Arsenals, Sal- vayre, hat ber Kommission erklärt, es herrsche keine Dis­ziplin int Arsenal. Er könne bisweilen nicht mehr arbeiten lassen, ohne baß bie Werkführer De leibigun gen urch Tätlichkeiten ausgesetzt seien. Der Achtstuubeü- tag ergebe eine geringere Arbeitsleistung alö ber Z e h n st u n b e n t g g.

Olbenburg, 4. Okt. Tie Beschwerbe bes Rebak- teurs Biermantt vomResibenzboten" gegen feine Ver­haftung ist vorn Laubgericht abgewiesen worben.

*

Vom Kriege.

Tokio, 3. Skt. Za E y r e n d e s P r i n z e n K a r l A n t o n von H o h e u z o l 1 e r n fand heute int Schloß ein Abschieds­bankett statt. Ein japantscher Prinz trank auf das Wohl Kaiser Wilhelms und des Prinzen von Hohcnzollern. Er sagte, die Ent­sendung cüie§ so hervorragenden Mitglledcs des deutschen HofeS nach Japan zur Begleitung der )apanischen Armee liefere d e it Beweis, daß nicht nur zivischen den beiden Kaiserhäusern die b e st e n B e z t e y u n g e n bestehen, sondern daß dies auch zwischen den beiden Völkern der Fall sei.

Paris, 4. Okt. Aus M u k d e n wird berichtet, daß bei den jüngsten Kämpfen japanische Artillerie aus Versehen auf japanische Infanterie schoß. Tie Infanterie warf sich ouf die Artillerie und lötete mehrere Artilleristen. Vom Kriegs­gericht wurden wegen dieser Affäre 90 Mann zum Tode durch den Strang verurteilt.

London, 4. Ctr. Em aus Tschifu hierher telegraphierter amtlicher Bericht des Verteidigers von Port A r t h u r, Generals Stößel vom 23. September bestätigt bie Z u r ück s ch I a g u n g der 1 e ß t e it japanischen 21 n ft ü r m e. General Stößel er­ließ darnach folgende Proklamation:Ruhm uud Tank sei Gott, Ruhm unserer heldcnyailen Garmfon, Ruhm Jllmaun, Sychow uud Pogorski, besonderer Ruhm und Tank unseren lavieren Frei- willigen, welche den Feind von den Trancheen venrieven.

Tokio, 3. Cfu Ter japanische Finanzminister empfing die hervorragendsten japanischen Bankiers, um ihnen die Bedingungen der n e n e it 80 Millionen Pen-Anleihe mitzutei'len. &er Emissions-Kurs beträgt 92. Tie Anleihe ist mit 5 pCt. verzinslich und in 7 Jahren rückzahlbar.

London, 4. Ott.Taily Telegraph" meldet aus Naga­saki : Tie I a p a n e r beendeten am 24. Scptbr. einen unter­irdischen Gang nach Port A r t h u r und nahmen ihn sosort i11 Benutzung. Tas Ergebnis unbela

TeSe^Sucmischer S^igrsberächt.

3Vu°/u lieichsauloihe . . 101.90 ö 'Zu do. ... 89.95 3l/,% Konsols .... 101.80 3°;-) do 89.85

3 /«°/n Hessen .... 100.05 3'/»% Obcrhessen . . .. 4% Oestei r. Goldronto . . 101.85 4/6 % Uestorr. bilberronfo 100.40 4% Unffar. Goldrontö , . 100.40 47q Italien. Rente . . . 104.00 4 ,>o Portugieser , . . 62.80 8C/ Portugiesen 61.75 1 % C. Türken ..... Türken !oso 130.80

4°/o Griech. Mor.opo'.- Anl. 47.90

4l .z°» iiusioro Arirontmor.

| 2u/ü Mexikaner .... 29.70 4 */*» /u Chinesen .... 90.75 ! Eicc.r e. Schuckort . , . 122.70 | Nordd. Lloyd . . . . 105 40

Kreditaktien . . . , . 213.50 Diskonto-Konimandit. . . 194.50 Darnr.st ädter Bank . . 142.90

Dresdener Bank .... 156.00 Ber in er Han deisgee. . . 161.90 Oesterr. Stuatabalm . . . 140.49 Lombariiei; 18.20 Gotthar«i!)Hhn .... 189.50

Laura Inltto 252.50 Bochum 211.50 llarpenor 217.20

Tendenz: fest.

KaufeFay S Sodener!"

ra mb Das ist in dieser Jahreszeit der wichtigste Imperativ! g|g Kaufe Fan's Sodener, denn du bi|t nie vor Erkältunger W ö sicher, kaufe Fay's Sodener, denn du tvcißt nie, wann im M du sic nötig haben wirst, kaufe öau's lodener, denn die W U schützen dich vor allen den Erkältungen, die sie, iveim erst V U vorhanden, bekämpfen. Also präge dir'S ein und vergiß Cv nie: Kaufe Jay's Sodener! Tle Schachtel zu 85 Pfg.

J ui allen Apotheken, Drogerien und Niincralivasierhand- Ki B hingen zu haben. hv16/t