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4.10.1904 Erstes Blatt
 
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Nr. 233

G»schei«i täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gtetzener Zamilien» blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der BrÜhl'schen Untvers^Bucb-u. Slein- druckeret. 9t Bange. Rebaftion, TrpedMon imb Druckerei:

Gchulstratze 7.

Ldresse für Depesche:,: Anzeiger Gießen.

Fernsprechanschluß Nr. 51.

Erstes Matt.

154. Jahrgang

Dienstag 4. Oktober 1904

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Vezugspret-r monatlich 75 Pf., viertel^ jÜKrlich Mk. 2J2O; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2. viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür tue TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeUenpreiS: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich Khr den potü. und auaern. Teil. P. Witiko: für »Stadt und Land^ und »GerichtSsaal": August Goetz, für den An­zeigenteil: HanS Beck.

General-Anzeiger

- und MzeigeblaiL für den

Zie heutige Kummer umfaßt 8 Setten.

Gießen, den 4. Oktober 1904.

Betr.: Herbstübungen der Großh. Hess. (25.) Division. Das GroWrzogliche Kreisamt Gießen Sv vie BnrgerMeiftereieu des VrsLKsS.

Insoweit Sie mit der Einsendung von Flrrrschaden- nachweisungen im Rückstände sind, erinnern wir Sie an deren alsbaldige Vorlage (bis längstens 8. l. Mts., rrrittags 12 Uhr).

___I. V.: Dr. Kranzbühler._____________

Kekmmttmachung.

Betr.: Achtuhrladenschluß für die Uhren-, Gold- und Siiberwarengeschaste in Gießen.

Gemäß der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 25. Januar 1902 haben wir den Großh. Beigeordneten Herrn Curschmann zum Kommisiar bestellt.

Gießen, den 3. Oktober 1904.

Großberzogliches Kreisamt Gießen. _______________I. V.: Dr. Wagner._______________

Gießen, den 3. Oktober 1904.

Cetr.: Festsetzung der ortsüblichen Tagelöhne und der Durchschnittswerte der Naturalbezüge.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 29. Augnft l. Js. (Kreisblatt Nr. 117) noch nicht entsprochen haben, werden wiederholt an deren Erledigung bei Meidung unangenehmer Verfügung mit Frist von drei Tagen erinnert. _____ I. V.: Haberkorn.

Amtliche Nachrichten über Viehseuchen.

Die Notlaufseuche in Cappel (Kreis Marburg) ist erloschen. Die Sperre ist chieder aufgehoben.

In dem Gehöfte des (H Nau L in BelterShausen (Kreis Marburg) ist die Nonaufseuche unter dem Schweine- bestande auSgebrochen. Es ist Gehöftsperre angeordnet.

WMische Tagesschau.

DaS Verbrechen auf dem Gießener Bahnhof.

Das Roheitsverbrechen aus dem Gießener Bahnhof, wo in der Nacht des 14. August der verheiratete Monteur Luch^ erschossen worden ist, hat durch das Gießener Schwurgerich seine Sühne gefunden: der Handlungsreisende Kehrein, der Revolverheld, ist zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nach Maßgabe der Beweisaufnahme ist dem gesetz­lichen Rechte Genüge geschehen. Betrachtet man die Strafta t an sich, so will freilich das Urteil ziemlich milde erscheinen. Es handelt sich hier um eine Tat der Roheit und obendrein um eine absolut reuelose Kaltblütigkeit und herzlose Unberühr-^ barkeit des Verbrechers, die Abscheu einflößt. Ein schwerer Schlag ins Gesicht des Rechtes und der Gerechtigkeit war der Antrag des Verteidigers auf Verneinung der Schuldfragen. Staatsanwalt, Geschworene und Gerichtshof waren von gleicher humaner Milde beseelt, als sie alle den guten Leumund des Angeklagten berücksichtigten und annahmen, daß er unter dem Einfluß des Alkohols gestanden hat. Doch ist der Alkohol immer eine schlechte Entschuldigung und sollte als Cntlastungsmoment möglichst selten gelten. Wer unter den Einwirkungen des Alkohols zu sinnlosen Taten hingerissen wird, der muß sich um so mehr davor hüten, daß er diesem Dämon" unterliegt. Und die Trunksucht zu bekämpfen, könnte auch als eine Ausgabe des Strafrechtes anerkannt werden. Schließlich hat die gerichtliche Strafe doch nicht nur den Zweck der Wiederherstellung des verletzten Rechtes, sondern auch eine ethische, erzieherische, bessernde Ausgabe.

Kehrein war nach Verkündigung des Urteils vom Vor­sitzenden gefragt worden, ob er die ihm zuerkannte Strafe anerkennen wolle, und hatte geantwortet, darüber zunächst mit seinem Verteidiger Rücksprache nehmen zu wollen. Jetzt hat er, wie wir erfahren, erklärt, daß er die Strafe an- nchme. Er hat Recht damit getan.

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Eine sehr pikante Mitteilung

über die Zustände in der Redaktion der hyperradikalen Leip- z i i, e r Volksztg. briri ' das Bernsteinsche Montagsblatt. Ihm wird nämlich von einem seiner Mitarbeiter geschrieben:

Kaum ist der Parteitag geschlossen, so setzt die Leipziger Vv'lkszmtnng ihren Hardenfeldzng gegen Südekum fort, den sie angesichts der Entrüstung deö gesamten Parteitags ver- lengnet hatte. Am 22. v. M. hatte die Redaktion an den Parteiton U legraplsiert und in der Leipziger Volkszeitung feier- lich erklärt, daß die Notiz über denBürger Südekum" der Mißgriff eines einzelnem Redakteurs sei, dem die Gesamtredak- tion völlig fern stehe. Aber in ders^ben Nummer der Leipziger Volks-eitung von Freitag, dem 22. September, an derselben Stelle, w-o nachher zu lesen war, daß die Gesamt­redaktion j ene No ti z n n t e rdrü ckt hätte, wenn sie rechtzeitig Kenntnis davon gehabt hätte, hatte ur- spräuglich eine ebenso feierliche Erklärung der Ge­sa m t r e d a l't i o n gestanden, in der sie daS Verhalten des Gen-ssm Jäckh billigte und sich in energischer Weise jede EimnistlulN'! des Parteitags verbat. Dazu war man schließlich bod) nicht kühn renug. Tiefe ursprüngliche Erklärung der Gesamlredaktion wurde her a u sg e s chn i t te n und durch

den innerlich unwahren Widerruf ersetzt. Mer drei Exemplare derwahren" Leipziger Volkszeitung wurden unter den korri­gierten Exemplaren von der Expedition der Leipziger Volks­zeitung nach Bremen gesandt, befinden sich in den HändeN von drei Delegierten und sind auch von vielen Parteigenossen ern- gesehen worrden. Nach dem Parteitag übt jetzt der Mut wieder seine Spannkraft in der Brust der Leipziger Redakteure, und Südekum wurde weiter angeHardent. Was' würde wohl die Leipziger Volkszeitung sagen, wenn einrevisionistischer" Re­dakteur mit solch dopvelten Konzepten arbeitete, solche Un­summe von Mut imb Wahrhaftigkeit bewiese?"

»1.1 IHMMKI !IW>I««gp imwuumi«»c Deutsches Reich.

Berlin, 3. Okt. Ter Kais er stiftete ein Kapital von 28 000 MarE für Witwen und Waisen Don Bewohnern der Ro- mintener Heäde.

T^er Verwaltimg^ - Ausschuß des oldenburgischen Landtages hat sich einstimmig zu Gunsten der Thron­folge deL Herzogs van Schleswig-Hol st ein-Son- derburg- Glücksbnr g entschieden.

Reichskanzler Graf Bülow reist morgen, dem offiziösen W. T. B." zufolge, von Homburg nach Rom, um in etwa 14 Tagen über München nach Berlin zurnckzu kehren. TieFrkf. Ztg." dementiert aber diese Meldung.

Zur Entstehungsgeschichte des Nachrufs für den Graf-Regenten Ernst zur Lippe glaubt die autis. Staatsbürgerztg." berichten zu können, das so arg verspätete Erscheinen des Nachrufs habeseinen Grund darin, daß die durch die öffentliche Mißstimmung unangenehm berührte Behörde erst an, den R e i chskanzler sich wandte, der seinerseits sich der peinlichen Situation dadurch entzog, daß er die Entscheidung dem Kaiser zur persönlichen Regelung überließ. Der gewundene Ausdruck des amtlichen Berichts ist ein getreues Widerspiel seiner Entstehung.': Erst drückten sicy alle um diese unangenehme Pflicht; was' dann entstand, war ein Schmerzenskind."

H-rrr Liebermann v. Sonnenburg, der Antise­miten- n$b Agrarierführer, soll, wie einst Eugen Richter, von seinen GeinNnungsgenosfen eine Geldspende gestiftet erhalten. Es. ist. nämlich 25 Jahre her, daß Herr v. Liebermann politisch tätig ist. Ter u. a. auch von Tiedcrich Hahn unterzeichnete Aufruf, dm z. B. dieDeutsche Tagestztg." bringt, appelliert analle .deutschgesinnten Männer."

Iw einer zu Genthin abgehaltenen Vertrauensmänner- Versammlnng der Konservativen wurde Chefredakteur Dr. O e r t e l als konservativer Reichstagskandidat für Ie - r i ch o w aufgestellt.

Ihrem früheren Beschluß entsprechend haben die E n gr os- fchlä ch t e rg e se ll e n gestern die Schlachtungen v erwe i g ert. Infolgedessen wurde nur etwä ein Zehntel oer Tiere geschlachtet. Tie Schlachtungen sindm unter starker polizeilicher Bewachung statt, doch soll die Zahl her Arbeitswilligen nur klein gewesen fein. Der Vorstand der Berliner Fleisch!erinnung hat sich für allgenreine behördliche Untersagung der Sonntags'schlachtungen er­klärt. Man erwartet also Verständigung.

Die letzten Tage haben ein vermehrtes' Angebot au dem ArEeitsmarkt gebracht, zu dem die Entlassungen vom Mi litär sehr viel beitragen. Eine seit Jahren gemachteE Beobachtung lehrt, daß das platte Land einen nicht unbedenümden Teil junger Leute in die Garnison abgibt, während es von dien Marmschaften, die ihre Dienstzeit absolviert haben, fast niemand mehr als Arbeiter zurückerhält. Tie Reservisten bleiben in den Städten und vermehren hier das Angebot auf dem gewerb­lichen Mbeitsürarft.

H a m bürg, 3. Okt. Eine Versammlung der infolge des' bekannten Vorgehens der Altonaer Polizeibehörden beim Kai­ser maMöver-Zapfen ft reich Verletzten und Ge- schadii.gte.n beschloß in einer Immediateingabe dem Kais eg .hie Angelegenheit zu unterbreiten. (Frkf. Ztg.)

Köm i gsb e r g i. Pr., 3. Okt. Unter dem Vorsitze des Ober- präsideEen Grasen Moltke bildete sich hier ein Komitee, das die Schaffuvg eines in Memel zu errichtenden Nationaldenk- maleS zum Gedächtnis des Jahres 1807 in die Wege leiten Nmll. In den nächsten Tagen sollen Aufforderungen zur Bildung eines' großen, 200 bis 300 Mitglieder umfassenden Aus­schusses ergehen und Sammlungen in her ganzen Monarchie he> gönn er^ werden.

Kirche und Hchule.

Dresden, 3. Okt. Tie 17. Generalversammlung des .v " WAe lischen Bundes wurde heute unter sehr zahl­reicher Beteiligung der Bevölkerung im Festsaale des Evangelischen Vereins eröffnet. Nach einer beifällig aufgenommenen Ansprache des Leiters der Versammlung des Landtagsabg. Tr. Kogel be­grüßten , Tr. v. Zahn im Nanren des königlich sächsischen Landes- konsift^riums, Oberbürgermeister Ventler im Namen des Rates der SMdt Dresden und Oberkonsistorialrat Diebelius im Namen der evangelischen Gemeinde Tresden die Erschienenen. Nach einer Reihe weiterer Begrüßungen antwortete der Vorsitzende des evange­lischen .Bundes Graf Winzingerode in einer längeren Ansprache.

Eine proteftantische Tranung in einer ka- tholi^chen Kirche. In der katholischen Pfarrkirche zu Mo- surau Mreis Kofel) fand dieser Tage eine protestantische Trauung statt. Das' Brautpaar war, tote jetzt näher bekannt ivird, der Ober-1 leutnaiLt Ehrenreich v. Man st ein vom Hufarenregiment Graf Götzen" in Ratibor und Fräulein Margarete v. Kö­nig, Tochter des Rittergutsbesitzers v. König, der, obgleich Protestdnt, Patron der katholischen Pfarrkirche ist. Nachdem die Orgel den Ehoral:Jesu, geh voran!" gespielt hatte, hielt Pastor Pohl aus Ratibor die Traurede. Tier Kardinal-Fürstbischof Tr. Kvivp hatte im Hinblick auf das dem Patron v. König zur Seite stehende Reckt die Erlaubnis zu der Amtshandlung des protestantischen Geistlichen in der katholischen, Kirche erteilt.

Kolonialpost»

m Tie von General v Trotha hierher übermittelte l'cachrMt, daß dre Bewegungen der Truppen in Teutsch-Südwcst- afrika unter Umständen durch Rücksichtnahme auf den Verpfleg- ungs'uyrchschnb imgünftin beeinflußt werden könnten, hat, wie die ,,'^oiff. Ztg." aus sicherer Quelle erfährt, zu dem Beschluß gefühist, die. Intendantur zu verstärken.

Ter Gouverneilr des Kiaulschaugebietes, Kapitän z. S. Trntppel, wird seinen ihm bewilligten mehrmonatigen Urlaub n T^l'tschland verbrinaen.

AttsliNtd.

Piaris, 3. Okt. Aus Rom wird berichtet, daß der ehe- malrv N- luisterpräfident^ dee- Kaiserreiches und Akademiker Emil Olivier vom Pap,t in längerer Audienz empfangen wurde Untep dem Eindrücke derselben sagte Olivier zu dem Berichlerstal'

ter desTemps": Tte französische Regierung möge es sich sehr wohl überlegen, ehe sie sich in einen Konflikt mit einem solchen Papst einlasse. Pius X. w^rde sich un­beugsam jedem Unternehmen widersetzen, welches die ReÄe des OberArten der katholischen Welt verletzte.

, New York, 3. Okt. GeneralMunoz ,der bisherige Chef der Rebellen m U r n g u a y , ist von seinen eigenenPartei- gängern wegenVerrats, begangen durch den Friedens­schluß mit der Regierung Uruguays, erschossen worden. General Pampillon führt mit angeblich 6000 Mann den Ausstand fort.

Aden, 3. Okt. (Reuter.) Wie gemeldet wird, plünderte der Mullah Ogaden, wobei 600 Einwohner ge tötet und eine beträchtliche Menge Kamele und Schafe erbeutet wurden. Es heißt, der Mullah erhielt kürzliw eine große Anzahl Gewehre.

Aer Krieg zwischen Japan und Mußland.

Port Arthur.

London, 3. Okt. Das Rewtersche Bureau meldet ausi Tschisu: Während des letzten Sturmes auf Port Arthur griffen die Japaner wiederholt den für die Russen sehr wichtigen H o h en g e l an. Am^ 22. September nahmen! sie diese Stellung, indem sie die steilen Berghange wie 'Ameisenj erklommen. Da der ^Versuch, diese Stellung z>urückerobern,. äußerst gewagt war, wollte General Stössel keinen Befehl dazu erteilen; er rief Freiwillige auf. Jeder, an den die Frage erging, war bereit, worauf eine Anzahl Freiwilliger ausgewählt wurde. Mannschaften und Offiziere nahntejw Handgranaten, und es gelang ihnen in verzweifelt'ernj' Kampfe, die Japaner aus allen Positionens zu vertreiben. Die Russen beziffern den Verlust der Japaner in den vier Tagen des Sturmesf auf 10 000 Mann. General Stössel erließ eine Pro- llamation, in der er den Daank an Gott und an die helden­mütige Garnison für die Zurückweisung des Sturmes' aus­drückte.

Tschisu, 3. Okt. (Reuter.) Ein hier eingegangener Privatbrief besagt: Der letzte Vorstoß der Japaner vor Port Arthur bestand aus einer abwechselnden Reihe hef­tiger Beschießungen kund fortwährender Sturmangriffe. Der Angriff gegen den großen tzügek zeigte eine verzweifelte Entschlossenheit und dauerte biet' Tage hindurch Ein japanisches Bataillon in ungedeckter Stellung im Tale wurde durch russisches Shrapnellftuer nahezu vernichtet. Schließlich gelang es den Japanern. Feldgeschütze und zwei Maschinengewehre hinter eine rasch^ aufgeworfene Schutzwehr in Stellung zu bringen. Diese war jedoch infolge des Feuers der Jnnensorts unhaltb'ar, und als die Russen zum Angriff übergingen, wandte sich das Glück gegen die Japaner, die fast aufgerieben wurden^ Zwei weitere Versuche der Japaner, jene Stell­ungen einzunehmen, schlugen gleichfalls fehl. Dae Chinesen, die vorgestern Port Arthur verließen, sagen: Die Wirlling des Feuers der rmssischen Artillerie und der Maschinengewehre war fürchterlich. Die Mhänge des Großen Hügels seien mit verstümmelten Leichen und abgerissenenj Gliedmaßen besät. 300 Russen und 200 Fa'paNer lagen tot zusammen in einem einzigen Graben. Me Japaner unterbanden teilweise die Wasfer- zusuhr, doch sind noch and ere Mittel zur Wasser- beschafsung vorhanden, die nur mit dem Fall der Stadt genommen werden könnten. Auch Lebensmittel gäbe es genügend, nur die Fleischkonserven seien nahezu aufgebraucht. Daher würden täglich 30 Esel ge­schlachtet. Ein Pfund Fleisch koshet 10 Schilling und ein Ei 10 Pence.

Au8 der Mandschurei.

Tokio, 3. Okt. (Reuter.) Das Marinedepartement meldet, daß am 20. September ein zur Beseitigung von Seeminen verwendeter russi sche r Dampf er am Hafen- emgang von Port Arthur auf xine Mine gestoßest und gesunken sei. Im japanischen Marineministerium meint man, die Russen litten Mangel an kleinen zur Beseitigung von Minen geeigneten Dampfern. Die Meldung, daß ein japanisches Ka­nonenboot südlich von der Halbinsel Licnltifchan durch eine Mine zum Sinken gebracht worden sei, ist amtlich nicht bestätigt worden.

London, 3. Okt. Aus Mukden vom 1. Oktober wird gemeldet: Die Japaner scheinen die Taktik ge- ä n d e r t zu haben und v e r s ch an ze n s i ch; trotzdem sin^ ilmgehungsversuche im Osten nicht ausgeschlossen. Die Gegner pprechjen einer vom andern mit Hochachtung. Alle Beschuldigungen wegen angeblicher Folterungen ver- wnndeter urb gefangener Soldaten und wegen Mrßbrauchs der weißen Flagge haben aufge- g e h ort; die Gefangenen werden gut behandelt. Die chine- fifrlien Behörden legen außerhalb des Kampfbereich<es Ge­treidelager an, um einer Hungersnot vorzubeugen'; dre Ernte ist sehr reichlich. Mukden macht einen trostlosen Eindruck; ein Teil der Bewohner ist in die Wälder geflohen.

Mukden, 3. Okt. (Reuter.) Die Japaner, die im Westen von Mukden tätig sind, bedienen sich int weitgeheiiden Maße der Chn n chnf e n5anden zu Kund schäfte rz wecken. Die russische Kavallerie ist nach dieser Ricbtung hin stark, die Pferde befinden sich in bester Verfassung und die Wege ind gut. Die Russen sind ostlvärts tätig. Zwischen den Vorposten finden kleine Gefechte statt. Sonst ist die Lage unverändert.

Petersburg, 3. Okt. Nach Meldungen aus M u k d e n ist die j a p a n i f ch c A r m c e in weiterem V o rr ü ck e n be­griffen, hauptsächlich int Norden von Jentai in der Umgebung von Pentschitu. Bedeutende Truppeuverftärktmcpm sind daselbst eingetroffen.

Paris, 3. Oft. Ter Petersburger Korrespondent desEck>o de Paris" beröffcnH' t einen Privatbries vom KriegsiMuplatz, dessen Schreiber erzäblt -N bei der Nachricht von der N ied e r - läge bei Liaujang Statll)alter Alexei ew mit äußerster Ucberstürzurrg ainen Spezialzug in Mukden Heizen ließ