Ausgabe 
4.6.1904 Zweites Blatt
 
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v. Bad-Nauheim, 3. Ium. Bts zum 2. Ium sind 6442 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch

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4694 anwesend waren.

2. Juni abgegeben.

Worms, 3. Juni.

sam mlung beschloß die Lieferung der gesamten maschinellen Einrichtung für das neue Wasserwerk der Stadt Worms der Firma Gebrüder Körting-Hannover zum Preise von Mk. 125 750. unter der Bedingung zu übertragen, daß für die Hauptpumpen das Fabrikat von Ehrhardt u. Sehner in Schleifmühle, für die Zentrifugalpumpen das Fabrikat der Firma Gebrüder Sulzer in Winterthur zur Verwendung kommt.

fc. Frankfurt a. M., 3. Juni. Im Bahnhof Sachsen­hausen geriet in vergangener Nacht ein junger Rangierer Namens Lenz zwischen die Puffer zweier Wagen. Beide Beine wurden ihm abgeqiietscht. Heute früh ist er im Kranken- hause nach qualvollem Leiden gestorben.

wird mit WeUrumit besprengt, das eine Staubentwicklung ge»; radezu unmöglich macht. Das Westrumit kam auch bei den jüngst stattgehabten Äusscheidungsrennen für Frankreich zur Anwendung. Nur dadurch wurden, nach dem einstimmigen Urteil der Renn­fahrer, Unglücksfälle, die dem Automobilsport nur schaden können, verhütet.

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Arbeiterbewegung.

(r.) Mainz, 3. Juni. Während der Maurerausstand noch immer anhält, ist hier noch ein zweiter Ausstand und zwar in der B e l e u ch t u n g s b r a n ch e. In dieser Branche waren im verflossenen Jahre bereits Lohndisferenzen entstanden, die indes beigelegt wurden, ohne daß es zu einem Streik kam. Es scheint dies.indes nur ein vorübergehender Waffenstillstand gewesen zu sein, denn die Arbeiter sind jetzt wieder mit An­sprüchen auf Lohnerhöhungen hervorgetreten, die die groben Jnstallationsgeschüste nicht zahlen wollen, und die zu einem Streik führen werden.

Sport.

Zum Gordon Bennett-Rennen. Für die Sicher­heit der R e n n f a h r e r, für die man gelegentlich des Gordon Bennett-Rennens alles Menschenmögliche getan hat, hat der deutsche Automobilklub noch ein weiteres Opfer gebracht, das viel Zeit uni) Geld kostet. Die ganze 137 Kilometer lange Strecke

vermischte».

* Ein widerwärtige Verballhornung hat das Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht in einer Serie von Bäcker-Boykott-Liedern erfahren, von denen derVor-

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Bietet als Fliege-Kolonne sich bar;

Meistersöhne sind da : Hoppegarten, Hurra!

Die Fr. D. Pr. bezeichnet diese Lieder mit Recht als bodenlos gemein und schreibt weiter: Ter Inhalt ist zum Teil derartig garstig, daß, wie immer der politische Standpunkt sein mag, ihr Inhalt Ekel und Abscheu erregen muß. Der Vorwärts aber rühmt diese Lieder, von denen er erwartet, daß sie ihren Zweck erfüllen werden in demKulturkampf" gegen den Schmutz der Backstube, und druckt einzelne Strophen aus diesen Gesängen ab, ohne freilich solche Verse wiederzugeben, die derart schmutzig sind, daß es nicht möglich ist, ihren Inhalt auch nur anzu- deulen. Vor etwa zehn Jahren ist auf einem sozialdemokratischen Parteitag Beschwerde geführt worden über schmutzige Stellen in einem vomVorwärts" veröffentlichten Roman einer Mutter Bertha. Tie in jenem Roman gerade von sozialdemokratischer Seite beanstandeten Szenen erscheinen geradezu harmlos gegen- über diesen sogenanntenLiedern".____________________________

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Kunst und Wissenschaft.

Ein internationaler Freibenkerkongreß wird vom 20. bis 23. September d. I. in Rom tagen. Als Redner sind eingeschrieben: überDogma und Wissenschaft" Ardigo, Berthelot, Salmeron, Novicon, Mandsley, Denis, Lom- broso und Haeckel; überKirche und Staat" Hubbard, Lorand, Sergi usw., über Missionswesen William Heaford._____________

nämlich Oesterreich-Ungarn in Lied und Tanz bringen. Böhmen bildet den Eingang mit einer symphonischen DichtungUltava" von dem durchaus national-tschechischen Komponisten Smetana. Dalmatien glänzt mit feurigen slavischen Tänzen. Steiermark ist durch einen OberländerIm Austragstüberl" für zwei Solo-Violinen vertreten. Galizien bringt schwermütige Stücke für eintönige, kupferne Hörner. In Ungarns Rakoczyweisen kommen die seltsamen Klänge aus der Heimat der Zigeuner zum Ausdruck. Eine ergötzliche Jagdmusik, auf 20 Wald­hörnern geblasen, gibt ein lustiges waidmännisches Bild aus Ober- und Niederösterreich u. s. f. Den Schluß bildet Wiener Volksmusik mit seiner herzgewinnenden Gemütlichkeit und heiteren Lebenslust.

** Stadttheater Gießen. Die erste Operetten­oorstellung des Großh. Kurtheaters Bad-Nauheim ging am Tonnerstag als Gastvorstellung in Marburg mit MillöckersB e t t e l st u d e n t" in Szene. Tie gut besuchte Aufführung bedeutete einen durchschlagenden, geradezu außerordentlichen Erfolg, wie er selten in Marburg erlebt worden ist. Jede Gesangsnummer wurde lebhaft applau­diert, verschiedenes da capo verlangt. In den großen echten Erfolg teilten sich die Damen Herms, Pelerh, Wingert, sowie die Herren Arndt, Rhode, Dodl und Kapellmeister Hüsing nebst dem gesamten Personal. Selten ist im Museum soviel Beifall gehört worden. Die durch die Operettenerfahrungen der letzten Jahre gezeigte anfängliche Zurückhaltung ist einer Stimmung der außerordentlichsten Anerkennung ge­wichen. Dieselbe Bettelstudent-Aufführung gelangt nächsten Dienstag, den 7. Juni, hier in Gießen als erste Operettenvorstellung zur Aufführung. Diese Vorstellung findet außer Abonnement statt. Zugleich liegt eine Liste bei Herrn Ernst Ehallier auf für Einzeichnungen zu einem Abonnement auf 6 geplante Vorstellungen; die Abonne­mentsbedingungen sind aus den Inseraten ersichtlich. Da das Zustandekommen des Abonnements von einer zahlreichen Beteiligung abhängig ist, so darf wohl mit Sicherheit darauf gerechnet werden, daß sich genügend Interesse für das Unter­nehmen zeigen und bereits die Bettelstudent-Aufführung ein gleich zahlreiches Publikum anziehen wird wie in Mar­burg. Der Vorverkauf befindet sich bei Herrn Ernst Ehallier.

Warnung vor Kurpfuschern. Unter der Firma Dr. John P. Haig Company vertreibt eine in Cin­cinnati ansäsiige Handelsgesellschaft eine Medizin zur Heilung des Kropfleidens. In den Anpreisungen, die diese Firma vornehmlich in deutschen Zeitungen erläßt, wird ein Dr. Haig als wohlbekannter Arzt in Cincinnati mit der Gesellschaft in Verbindung stehend angeführt. Die an aus­ländische Kunden gerichteten Schreiben der Dr. John P. Haig Company sind mit der UnterschriftDr. John P. Haig" versehen. Stattgehabte Ermittelungen haben ergeben, daß ein Arzt dieses Namens in Cincinnati gänzlich unbekannt ist und daß es sich hier zweifellos um ein auf die Ausbeutung des kropfleidenden Publikums hinarbeitendes Unter­nehmen handelt. Es wird daher vor dem schwindelhaften Geschäftsgebahren der Dr. John E. Haig Company ge­warnt.

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wärts" mit Lobpreisungen einige Proben wiedergibt. Da beißt in dem Streikbrecherlieb vom Meistersobn;

Stille Nacht, hilfreiche Nacht!

Jnnungsmacht Rettung bracht';

Aus ber Provinz 'ne Streikbrecherschar

Märkte.

Gießen, 4.Juni. Marktbericht. Aus heutigem WocüenmarK kosteten: Butter pr. Psb. 0.801.00 Mk., Hühnereier 1 St. 56 Pfg. 2 Stck. 0000 Pfg., Gänseeier 0000 Pfg., Enteneier 70 Pfg., Käse vr.Stck. 68 Pf., Kasematte 2 Stck. 56 Pfg. Erbsen vr. Liter 21 Pfg,, Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,801,00 M.., Hühner pr.St. 1,301,40 Alk., Hähne pr. Stück 0,801,70 Mk., Enten pr. Stuck 77,i 2,20 Mk., Gänse pr. Psd. 0070 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 0080 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6268 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 6072 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfb. 6876 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 5074 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,007,00 Mk., Weißkraut per Stück 912 Pfg., per Zentner 0.000.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 7,0010,00 Ait., Milch per Liter 18 Pfg., Aepjel per Zentner 20 bis 25 Mk., in Körben 0000 Pfg. Nüsse 100 St. 00- 00 Pfg. Marktzeit 71 Uhr.

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Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

B e r L i 11,3. ^>uui. _ucr uuniu.uim tii deutschen 0 ank beschloß in seiner heutigen Sitzung, ber auf ben 26. b. M. ein» berufenen außerordentlichen Generalversammlung zur Verstärkung ber Betriebsmittel Die Erhöhung bes Grundkapitals um 20 MilÜ Mart auf 180 Mill. Mk. in Vorschlag zu bringen. Die neuen Aktien, bie mit Dividendenberechtigung ab 1 Januar 1905 aus- gestattet werben, sollen durch Vermittlung eines Konsortiums ber alten Aktionären zum Kurse von 186 Prozent angeboten wer­ben. Tas Konsortium erhält: 2 Prozent Garantiekommission, sobaß nach Abzug ber Stempel- und sonstigen Kosten ber Deutschen Bank 180 Prozent verbleiben. Ferner wurde beschlossen, im Zusammen­hang mit dieser Kapitalerhohung bie Tantieme für Aufsichtsrat und Direktion dadurch zu ermäßigen, daß sie ab 1. Januar 1905 erst nach Abzug von bchz Prozent anstatt wie bisher nach, 5 Prozent Dividende beginnt.

Deutsche Genossenschaftsbank. Die General-Ver­sammlung, die über bie Fusion mit ber Dresdener Bank Be­schluß fassen sollte, war beschlußunfähig, boch fand eine provi­sorische Avslimmung statt, die eine imposante Mehrheit für die Fusion ergab.

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