Ausgabe 
4.6.1904 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Beschwerde über das immenschliche Vorgehen erheben und die Annahme einer anderen, freisinnigen Politik nach allen Beziehungen fordern sollte. Zur Deputation wurden unter anderen gewählt: ALegg, Heinrich Simon und ein seiner Haltung nach als äußerst gemäßigt 'bekannter schlichter Kauf­mann, dessen Name mir im Laufe der Jahre leider ent­fallen ist. Als diese Deputation zu Berlin eintraf, wütete daselbst der furchtbare Straßenkampf. Der um das Schloß tosende Kampf hatte eben auf­gehört. (Simon erzählte, er habe im Audienzzimmer eine von einer Kugel zerschmetterte Fensterscheibe und auf der entgegengesetzten Wandseite damit korrespondierend ein von der Kugel durchbohrtes (Gemälde wahrgenommen.) Man kann sich denken, daß die Abgesandten, von denen ohnehin mehrere als Männer entschiedensten Freisinns bekannt waren, rückhaltlos und ohne Scheu die Beschwerden ihrer Vollmachtgeber und das Verlangen des ganzen Volkes dem Könige mit möglichster Bestimmtheit vortrugen Dies taten denn sowohl Abegg wie Simon, und sie glaubten, daß dem von ihnen Gesagten wohl kaum noch irgend etwas beizusetzen sein dürfte. Da nahm indes, als sie geendigt, auch noch jener schlichte Kaufmann das Wort. Er rekapitulierte kurz die Wünsche und das Verlangen, dann fügte er bei:Und wenn nun Euere Majestät alles dieses gewährt haben, dann dann wird Ihnen das Volk vielleicht ver­zeihen." Der Eindruck dieser Worte auf den König war ein sichtlich tief erschütternder. Er schluckte, wie wenn er einen bitteren Tropfen die Kehle hinabdrücken wollte, und trat unwillkürlich einen Schritt zurück. Nachschrift. Von Dr. Stein in Breslau, 1848 Abgeordneter zur preußischen Na­tionalversammlung, seitdem Redakteur der Breslauer Zeit­ung, erhielt ich unterm 3. Januar 1881 folgende interessante Notiz von Stein:Tie Tatsache ist richtig; die Worte sind wörtlich so, wie Sie mir mittcilten, ge­sprochen worden und zwar von dem hiesigen, jetzt verstor­benen, sehr geachteten, gut königlich gesinnten Manne, Kauf­mann G. Kopisch, dessen Sohn hier ebenfalls bocfjgead)» teter Kaufmann, Mitglied der Fortschrittspartei ist."

Aus Stadt und Kaad.

Gießen, 4. Juni 1904.

- Auszeichnung. Dem Fr. Baumann, welcher sein Amt als Aichmeister in Gießen 36 Jahre lang inne hatte und aus Gesundheitsrücksichten niederlegte, wurde das allgemeine Ehrenzeichen für langjährige, treu geleistete Dienste am Bande des Ordens Philipps des Großmütigen verliehen.

* Promenadenkonzert findet morgen, Sonntag, in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. OuvertüreLeichte Kavallerie" von Suppß, 2.Martin- Walzer" von Zeller, 3. Finale aus A'ida von Verdi, 4. A. M. Nr. 9Herzog von Braunschweig".

Eine Spezialitätenvorstellung, die viel ver­spricht, da sie von einem originellen Künstlerensemble ver­anstaltet wird, wird am Dienstag, den 7. Juni, abends 8*/, Uhr im Cafs Ebel stattfinden. Aus dem Programm, das in einem Inserat der heutigen Nummer bekannt gemacht wird, ist zu entnehmen, daß u. a. auch eine Tänzerin sich produzieren wird.

* * Der Fechtverband Gießen-Lahr hat morgen, .Sonntag, auf der Schönen Aussicht sein diesjähriges Sommer­fest, verbunden mit Kinderspielen, Feuerwerk rc.

* Auf der Durchfahrt postierten heute die Teil­nehmer an der Wettfahrt der Motorzweiräder Frankfurt !Berlin unsere Stadt. Auf der Durchfahrtsstrecke Frankfurter­straße, Süd- und Ostanlage und Marburgerstraße waren zur Vorsicht Polizeiposten aufgestellt. Um 5 Uhr war in Frank­furt die Abfahrt, und kurz vor */, 9 Uhr fuhr der letzte der .Teilnehmer, die alle ziemlich Schritt hielten, hier durch. In der Frankfurterstraße rannte ein Fahrer einen Milchwagen an, kam dadurch zu Fall, raffte sich jedoch auf und fuhr weiter. Ohne Unfälle wird es aber auf der Fahrt, die über MarburgKastelHannover führt, sicher nicht abgehen.

sd. Darmstadt, 4. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Die Bank für Handel und Industrie hat zum Besten des russischen rotenKreuzes dem Wohltätigkeitskomitee des Bazars den Betrag von 1000 Mk. überreicht. Der Ausschuß zur Prüfung der Wahlrechtsoorlage hat Einladung zu einer Sitzung auf Dienstag, den 7. d. M. erhalten. Doch wird der Zusammentritt vom Ausfall der heutigen Beratung des Präsidiums und der Ausschuß­vorsitzenden abhängig gemacht werden.

r. Mainz, 3. Juni. Bei der gegenwärtig stattfinden­den Renovation des Kurfürstli ch en Schlosses hier ist man eben mit dem Abbruch der häßlichen Anbauten beschäftigt, die nach drei Seiten hin das Schloß bisher verdeckt haben. Diese Anbauten sind vor hundert Jahren zur napoleonischen Zeit errichtet worden und zwar als Stall­ungen und Remisen und Tienerschaftswohnungen. Nach Aufhören der napoleonischen Herrschaft dienten diese Bauten nur noch kurze Zeit diesem Zweck, indem sie alsbald zu Zollniederlagen und Magazinräumen verwendet wurden. Bei dem Ausheben der Fundamente des Teiles der An­bauten, welche zunächst dem Großherzoglichen Schlosse an der Ecke des Schloßplatzes und dergroßen Bleiche" ge­legen sind, stieß man letzter Tage auf einen nicht uninter­essanten Fund, nämlich auf ein mit einer Steinplatte verdecktes, mit einem Bleiumschlag versehenes Kästchen, in welchem sich, auf einer Bleiplatte geschrieben, die Grund­steinlegungsurkunde vom Jahre 1804, unter Kaiser Na­poleon, befand, mit den Namen des damaligen Stadtvor­standes und der Stadträte. Unter der Bleiplatte lag noch eine ebenso große Holztafel mit einer Anzahl runder Ver­tiefungen verschiedener Größe, in welchen sämtliche im Jahre 1804 gültige französische Goldmünzen in vorzüglichen Exemplaren lagen. Die Münzen sind sämtlich nocy sehr gut erhalten. Der Fund wird voraussichtlich dem städtischen Museum einverleibt werden.

Wiesbaden, 3. Juni. In der heutigen Stadt- verordnetnetensitzung kam ein Antrag (Freis. Volksp. und Freis. Vereinig.) zur Verhandlung, die Stadtverordneten­versammlung und den Magistrat zu ersuchen, bei der König­lichen Staatsregierung dahin vorstellig zu werden, daß an der gesetzlichen Grundlage unserer Schule als Simultan­schule nichts geändert werde. Der Mrgistrat hat dem Ver­nehmen nach den Antrag einstimmig gutgeheißen.

Kleine Mitteilungen aus .Hessen und den Nachbarstaaten. In Alsfeld sind es am 21. Juni d. I. 50 Jahre, daß der Gustav-Ad olf-Frauenverein gegründet worden ist. Es wird daher beabsichtigt, am 26. Juni das diesjährige Jahresfest des Alsfelder Zweig­vereins der Gustav-Adolf-Stiftung in Alsfeld zu feiern und damit die Jubiläumsfeier des Frauenvereins zu verbinden.

Ein erschütternder llnglücksfall ereignete sich zur Mittags­stunde auf der Strecke FeudenheimSeckenh eim der Lokalbahn. Ein Personenzuq erfaßte einen Radfahrer und chleiste ihn etwa 40 Meter weit fort. Das Zugpersonal be­reite zwar den Bedauernswerten rasch aus seiner gräßlichen Lage; allein auf dem Transporte nach Seckenheim erlag der Mann seinen schweren inneren Verletzungen.

Brände.

Stettin, 3. Juni. Durch eine gewaltige Feuers­brunst wurde das Dorf Mellen bis auf einzelne Gehöfte vernichtet. Tas Feuer brach gegen 1 Uhr nachts auf dem Gehöft des Fischers Prettin aus und griff infolge des herrschenden Sturmes unter den meist mit Stroh gedeckten Gebäuden mit rasender Schnelligkeit um sich. Die auf der Brandstätte anwesenden 40 Spritzen waren nicht imstande, dem entfesselten Element Einhalt zu tun. Niedergebrannt sind im Ganzen etwa 4 0 Gebäude. Nur die Kirche, das Pfarrhaus, die Schule, dvs Anwesen eines Gutsbesitzers so­wie drei Tagelöhncrhäuser sind von dem Brande verschont geblieben. Ein vierjähriges Kind und eine 80jäh- rige Frau sind in den Flammen umgekommen.

Vermischtes.

* Berlin, 3. Juni. 9üif einen M o r d, anscheinend einen Lnstmord, läßt ein Leichenfund schließen, welchen heute morgen Arbeiter im Verbindungs-Kanal auf Charlottenburger Gebiet machten. Sie fanden den Rumpf einer weiblichen Leiche treibend, welche halb in einem Sack steckte. Die polizeiliche Besichtigung ergab, daß der Leiche, welche nackt war und ein bis zwei Tage im Wasser lag, der Kopf ab- geschnitten, Arme und Beine aus den Gelenken herausgeschält waren. Der Sack stammte, wie die Recherchen ergaben, aus einer Spandauer Fabrik. Es fehlen alle Anzeichen, welche eine Aufklärung erleichtern könnten. Ein Arm wurde später in der Nähe des Fundortes entdeckt. Man nimmt an, daß die Leiche im Sack in den Kanal ge­worfen worden ist und daß eine Dampferschraube den Ver- chluß desselben gelöst hat, sodaß einzelne Teile herausfallen konnten. Das Polizeipräsidium setzte 1000 Mark Be­lohnung für die Ermittelung des etwaigen Mörders aus.

'Stargard in Pommern, 4. Juni. Im Dorfe Priemhausen wurden 24 Vauerngehöfte mit 15 0 Gebäuden eingeäschert.

* Petersburg, 3. Juni. In der vergangenen Nacht brannte das Sommertheater Olympia nieder. Da die Vorstellung längst beendet war, so ist nur Materialschaden zu verzeichnen.

* Ueber das Renkontre zwischen der Polizei uud Offizieren des Beurlaubten st andes aus Berlin in der Nacht zum Dienstag, wobei ein Herr von Bodenhausen schwer verletzt wurde, gibt jetzt die Polizei eine offizielle Darstellung. Danach seien die vier Herren nachts 3i/i Uhr laut schreiend im Paradeschritt durch die Straßen marschiert. Wiederholten Aufforderungen zweier Schutzleute, ruhig zu sein, leisteten sie nicht Folge. Durch das Verhalten der Herren gezwungen, hätten die letzteren von ihrer Waffe Gebrauch gemacht, wobei der Angreifer, v. Bodenhausen, die Verletzung erhalten habe. Demgegenüber gibt einer der Be­teiligten, Hauptmann a. D. v. Besser eine Darstellung, wonach die vier Herren in fröhlicher Stimmung aus einem Weinrestaurant kommend in durchaus harmloser Weise einen Parademarsch machten, ohne auffallend laute Kommandos. Als dann die beiden Schutzleute nach einander,sehr energisch" zur Ruhe mahnten, habe einer der Herren ruhig gesagt: Wir werden ganz ruhig sein, wir wollen nur einen Parade­marsch machen". Es sei dann nicht mehr kommandiert worden, und die Herren seien ruhig weitergegangen unter ganz harm­losen Bemerkungen, daß man in Berlin mit derartigen harm­losen Scherzen keinen Anstoß erregen würde. Trotzdem habe ein Schutzmann Herrn v. Bodenhausenauf irgend eine Aeußerung hin" gewaltsam am Arm gefaßt nnd geschüttelt. Als dieser sich das verbeten habe, ohne indes anzugreifen, sei er von den beiden Schutzleuten mit Gewalt nieder­geworfen und, wehrlos am Boden liegend, mit dem Säbel bearbeitet worden. Die Schutzleute seien von Niemandem angegriffen worden, auch seien keine aufreizenden Redens­arten gefallen. Hier steht also Aussage gegen Aussage und man darf gespannt sein, was bei der gerichtlichen Unter­suchung der Affäre herauskommt, die hier wegen der Stellung der Beteiligten begreiflicherweise lebhaft besprochen wird.______________________________________

Herichtssaal.

R. B. D a r m st a d t, 3. Juni. Mit demFall L e p s i u s" wird sich demnächst der Oberverwaltungsgeri ch t.s h o f noch einmal zu beschäftigen haben. Bekanntlich hatten sowohl Geh. Rat Lepsius, wie seine Gegner unter Führung des Prof. Back Beleidigungsllagen eingereicht. Der erwähnte Gerichtshof wird nunmehr zu entscheiden haben, inwieweit sich diese gegen­seitigen Beleidigungen auf den dienstlichen Charakter der 23 e» treffenden beziehen und demgemäß von ihm abzuurteilen sind.

Spielplan des Hrohh. Kurtheaters ZLad-Mauheim

(Direktion © t e i n g o e 11 e r).

Nauheim: Samstag den 4. Juni:Im weißen Rößl." Montag den 6. Juni:Alt-Heidelberg." Mittwoch den 8. Juni:Charleys Tante." Freitag den 10. Juni: Bettelstudent."

Gießen: Dienstag den 7. Juni:Bettelstudent."

Marburg: Donnerstag den 9. Juni:Zigeunerbaron."

hiesige Btudentenscyaft einem oernoroenen Kommili­tonen in corpore und offiziell das letzte Geleite gibt. Allein, wäre es nicht vielleicht praktischer und empfehlenswerter, wenn nur offizielle Vertretungen an das Grab des dahin­geschiedenen Kommilitonen entsandt würden? Es ist nicht zu leugnen und wird auch gerade im laufenden Semester genugsam bestätigt, daß derartige offizielle Beerdigungen recht viel Zeit kosten. Wenn, wie seither, die einzelnen Korporationen in corpore erscheinen, so werden dadurch immer viel Leute von den Kollegien und Uebungen abgehalten; denn nicht alle Herren Professoren nehmen auf eine Studentenbeerdigung mit ihren Vorlesungen Rücksicht Ueberdies kann man die Wahrnehmung machen, daß die Nicht-Korporationsstudenten bei solchen Gelegenheiten sehr spärlich vertreten sind, während die inkorporierten Studenten in den jüngeren und mittleren Semestern die Fahne hochhalten müssen. Nach alledem ist es wünschenswert, wenn sich die Gießener Studentenschaft darüber einigt, daß von nun ab nur noch Vertretungen zu den Beerdigungen der verstorbenen Kommili­tonen entsandt werden, daß speziell die einzelnen Korporationen sich fürderhin bei derartigen traurigen Anlässen durch ihre drei Chargierten vertreten lassen. Vielleicht stellt eine Studenten­korporation einen dahin gehenden Antrag im Studentenausschuß. Sie wäre des Dankes der meisten hiesigen Studenten sicher.

Ein Student

Kandel und Uerlrehr. Volkswirtschaft.

Berliner Börse vom 3. Juni 1904.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 25/s Prozent.

Anfangs- u. Schlußkurse.

Oest. Kredit . . .

. 201.50

201.50

Deutsche Bank . .

. 219.40

219.20

Darmstädter Bank

. 137.90

137.87

Bochumer Guß .

. 191.00

190.50

Harpener Bergbau

. 201.10

200.40

Tendenz:

Schwächer^

Düsseldorf, 3. Juni. Die Lage des Kohlen markte- bleibt befriedigend. Der Eisenmarkt liegt ruhig. Nächste Börse am 16. Juni.

Mctcoroloflische Beobachtungen

der Station Gießen.

Höchste Temperatur am 2.-3. Juni 4- 19,00 C.

Niedrigste 2.-3. = + 115,0 C.

Juni 1904.

Barometer am 0° reduziert

Temperatur der Lust

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung;

Windstärke 1

Wetter

3.

226

750,0

18,0

10,6

69

NNE.

2

Bew. Himmel

3.

95

749,8

15,6

10,8

82

N.

4

4.

72»

750,3

13,2

8,8

78

NNE.

2

Sonnenschein

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 5. Juni 1904: Zeitweise windig, nur zeitweise heiter, im Süden wolkig, bei kühlerer Nacht tagsüber etwas wärmer, trocken.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Temperatur der Lahn und der Luft

am 4. Juni 1904.

Nach Neaumur gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr.

Wasser 15'/,°, Luft 18°.

Albert Rübsamen.

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmelduugen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 4. Juni. In der Nachmittags-Sitzung des internationalen Bundes für Frauenstimmrecht wurde unter dem NamenWeltbund" eine internationale Organisation gegründet, die die politische Befreiung dec Frauen bezweckt.

Gmunden, 4. Juni. Prinzessin Marie von Hannover, die sich kürzlich einer Blinddarmoperation unter­zog, ist heute früh gestorben.

Petersburg, 4. Juni. Bei Föngwangtschäng sind 40 000 Japaner mehr, als bisher angegeben, konzen­triert. Die Hauptmasse der in Takusan gelandeten Armeen erreichte Ulaossa. Die erste Armee unter Kuroki befestigt Föngwangtschäng.

Petersburg, 4. Juni. Ein Telegramm aus Liao­yang meldet, daß ein großes Gefecht vor Port Ar­thur stattfand und heftiges Geschützfeuer in südlicher Richt­ung vernommen wurde. Einzelheiten fehlen noch. Ge­rüchtweise verlautet, dieRussen chatten ein siegreiches Gefecht bei Port Artchur gehabt. Das betreffende Telegramm, welches spät abends hier eintraf, sagt nicht, ob es sich um einen Ausfall des Generals Stössel handelt oder um einen Angriff der russischen Entsatzarmee unter General Stackelberg.

L. Singapore, 3. Juni. Die Reform beweg- un g unter den hier ansässigen, unter britischer Oberhoheit stehenden Chinesen hat so große Fortschritte gemacht daß sie sich in einer zahlreich besuchten Versammlung alle die Zöpfe abschnitten. Die nicht in der Versamm- luna anwesend gewesenen Chinesen folgen dem gegebenen Beispiele.

Tokio, 4. Juni. Der Feldmarschall Marquis Pamagata, der im Feldzuge von 1894 die 1. japanische Armee kommandierte und dann Kriegsminister wurde, ist jetzt zum Oberbefehlshaber aller japanischen Landstreitkräste ausersehen. Er wird sich demnächst nach Liaotung begeben. Bei dem Gefecht nördlich von Port Äsdan wurden nach neueren Meldungen ein japanischer Leutnant getötet, ein Hauptmann schwer, drei Leutnants leicht ver­wundet. Dazu kommt der Verlust von 58 Mann.

Gingesandt

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 4. Juni.

Recht stiefmütterlich werden die Bewohner der Straße An den Bahnhöfen behandelt. Nicht genug damit, daß wir auf Licht, Wasserleitung und gute Wege verzichten müssen, wird uns auch noch durch das tägliche Auslaufen von Jauche auf dem Pascoe- schen Acker die Lust verpestet. Dieser Tage ist dort auch noch eine Baracke für die fremden Arbeiter, die an der Kanalisation beschäftigt sind, gebaut worden, in welcher 50 Mann schlafen sollen, und wir glauben sicher, daß bei solchen Umständen eine Krankheit ausbrechen muß.

Hier mußte dringend Abhilfe geschaffen werden.

Die Bewohner An den Bahnhöfen.

Gießen, 3. Juni.

Es ist gewiß ein Zeichen anerkennenswerter Pietät und ein Beweis für ein rühmenswertes Solidaritätsgefühl, wenn die

Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt a. M.. 4. Juni.

3/a°/o Reichsanleihe . . 101.90 3% do. ... 90.15 3'/,o/o Konsole .... 101.85 3% do......90.30

3'/j®/n Hessen .... 99.90 3'/,% Oberhessen . . .. 4% Oesterr. Goldrente . . 100.90 4Oesterr. Silberrente 100.00 4% Ungar. Goldrente . . 99.35 40/, Italien. Rente . . . 103.30 4* ilt% Portugieser . . . 6O.ßO 8°/,. Portugiesen. .... 60.00 1% C. Türken ..... Türkenloso......127.80

4°/n Grieoh. Monopol.-Anl. 47.30 4V. % äussere Argentiner 43.35

3% Mexikaner .... 26.40 4,/#% Chinesen .... 87.50 Electric. Schuckert . . . 106.00 Nordd. Lloyd . . . . 102.10

Kreditaktien . . . e . 201.20 Diskonto-Kommandit. . . 186 20 Darmstädter Bank . . . 137.90 Dresdener Bank .... 151.20 Berliner Handelsges. . . 152.50 Oesterr. Staats bahn . . . 136.20 Lombarden.....17.10

Gotthardbahn.....190.2»

Laurahütte......241.50

Bochum ....... 190.00 Harpener...... 200.50

Tendenz: fest.

Verantwortlich für die gesamte Redaktion:

I. V.: August Goetz.

Bitt

Die Verteilt

An Stiftung

SU -fc

Gießen, den Die Armen

1. Schmied Karl zu Flmkow (S in Gr.-Buieck,

2. Schlosser M vember 1873 i irabm b-schuld'gt-

dast |ie als ve der Landwehr behörde ausge Uebertretung c Dieselben werdr

Freitag 5

vor das Gr. Schös geladen.

Bei unentschul Grund de: nach § Großh. Bezirkskonm verurteilt werden.

Gießen, den

D

Heugr«

der Fürs

Das Heugras von

Mittwoch den von den Wiesen in zusammen 100 Mc

An demselbet von den Wiesen : Morgen. Zusaimr

Donnerstag den von ben fiiir/ilityn: Oder- und Nieder-B

Mr

Freitag den 17 von der Fürstlichei markung Burkhardsf V.

Lich, den 2. !

taiwiiM

Aktiva, üasscnvorrat Vorschüsse Hypotheken Laufende Rech- nungen

Kaufschillinge Wertpapiere äwsenreste und

^'"'Hinsen gehende Ge- ^kosten Mobilien

$e Zahl der Während

Ner Stand

zA

Wirf

2. fe >

3-