Ausgabe 
4.6.1904 Erstes Blatt
 
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Samstag 4 Jnni1S04

154. Jahrgang

Erstes Blatt.

Schulstratze 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. bl.

tzine Episode aus dem Jahr ^848.

Es ist das Unglück der Könige, daß sie die Wahrheit nicht hören wollen", so lautete das Wort des uner­schrockenen Königsberger Demokraten Joh. Jacoby an König Friedrich Wilhelm IV. am Schlüsse einer Lludienz im Ber­liner Schlosse. An dieses Wort erinnert eine Episode, die wir in der deutschen Revue lesen. In denAufzeichnungen aus dem Nachlasse des Mgeordneten Dr. Kolb": ein Ab­schnittAus der Zeit des Frankfurter Parla­mentes" wird folgender Vorfall aus den Berliner Mürz­tagen erzählt:

In Breslau war früher, als in Berlin eine Volks­bewegung erfolgt, aber sogleich blutig durch das Militär nieder geschmettert worden. Es wurde die Ab­sendung einer Deputation an den König beschlossen, die

Deutsches Reich.

Berlin, 3. Juni. Der Kaiser hat bestimmt, nun auch in der M a r i n e das Andenken des verewigten G r o ß h e r z o g s von Mecklenburg-Strclitz zu ehren., Das Linienschiff Mecklenburg" hat bis nach der Beisetzung die Flagge Halbstock zu'setzen. Auch wird eine Abordnung des Schiffes, bestehend aus dem Kommandanten, einem Kapitän-Leutnant und einem Leutnant zur See an der Beisetzung teilnehmen.

Die Kanal-Kommission des Abgeordnetenhauses setzte heute ihre Beratungen fort und nahm die 88 8 bis 17 der Oder-Regulierungs-Vorlage mit einer Abänderung an. Die erste Lesung des Entwurfes ist damit beendet.

In Abgeordnetenkreisen nimmt man an, daß sowohl der Reichstag wie der Landtag vertagt werden. Die Ver­tagung des Landtages erscheint sogar völlig sicher und zwar rechnet man damit, daß sie Freitag den 1. Juli eintritt und bis zum Oktober dauern wird.

Von einer amtlichen russischen Stelle wird derBert Ztg." versichert, daß das Zustandekommen des deutsch-russi­schen Handelsvertrages gesichert ist. Der formelle Ab­schluß werde in kürzester Zeit erfolgen. Rußland habe den deutschen Wünschen gegenüber weitgehendes Entgegenkommen ge­zeigt.

Der Zentral-Verband der nationalliberalenPar» tei wird am 12. ds. vormittags 11 Uhr zu einer Sitzung zu- sammtreten, um zu dem preußischen Schul-Dotatians- antrage Stellung zu nehmen.

Der Reichskanzler sandte an Detlev v. Lilien- krön anläßlich dessen 60. Geburtstages ein Telegramm, in dem es heißt: Lassen Sie mich Ihnen danken für die vielen Gaben Ihrer schneidigen Muse, für manches tapfere Wort der Vater­landsliebe, womit Sie deutschen Jünglingen, Mädchen und Männern ans Herz gegriffen haben.

Gmunden, 3. Juni. Der Herzog und die Herzogin Johann Albrecht zu Mecklenburg sind heute nach­mittag hier eingetroffen. Zur Begrüßung auf dem Bahnhofe waren der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, der Herzog und die Herzogin von Cumberland mit den Prinzessinnen Alexandra mid Olga, dem Prinzen Ernst August, der Herzogin Max von Baden, sowie Statthaltereirat Graf Salburg erschienen. Heute abend findet Familientafel im herzoglichen Schlosse statt. Die Stadt ist zur Feier der bevorstehenden Vermählungsfestlichkeiten reich mit Guirlanden und Ehrenpforten geschmückt. Fast sämt­liche Häuser und alle öffentlichen Gebäude haben Flaggenschmuck in den Reichs-, Landes-, hannoverschen und mecklenburgischen Farben angelegt.

Homburg v. d. H., 3. Juni. Der Kaiser wird Donners­tag den 16. d. M. vormittags hier eintreffen und bis zum Abend des 18. bleiben. Am Nachmittag des 18. begibt sich der Monarch nach Cronberg, um der Enthüllung der Gedenktafel für die Kaiserin Friedrich beizuwohnen. Am Abend fährt der Kaiser nach Hamburg.

Karlsruhe, 3. Juni. Der Anteil Badens am Rein­ertrag der Main-Neckarbahn im letzten Betriebssahre beläuft sich, nach Abzug von 61600 Mark Ausgaben, auf 858 400 Mark, d. i. 33 050 Mark mehr als bisher.

Dresden, 3. Juni. Der König hatte heute nacht einen leichten Anfall von Koliffchmerzen, wie bereits früher mehreremal; deshalb wurde die Reise nach Ems heute nicht angetreten.

händigen Namenszug versehen. Weiterhin ist ein größeres Ver­kaufszeit in echt russischem Stil errichtet, wo Aquarelle usw. von der Fürstin Kudascheff und andern hochgestellten Damen zu sehr soliden Preisen zu haben sind. Daneben hat sich ein Silhouettenschneider etabliert. Am Vormittag konnte man noch den Witz hören, daß der gräflicheSchneider" ob des schlechten Wetters wohl nur schiefe Gesichter schneiden würde wenig Stunden darauf schon war er von Liebhabern ihres Konterfaits en profil dicht umringt und in der angenehmen Lage, auch dem Großherzog durch eine wohlgelungene Silhouette seine Lieb­haberkunst zu beweisen. Wir wandern weiter an einem Schnell- photographiestand zu einer umfangreichen Anlage, in russischen Farben, in welchem wirklich alles echt russisch ist, sogar das elektrffche Lickt am Abend zeigt diese Farben. Hier ist eine reiche Fülle der russischen Bijouterieerzcugnisse ausgestellt, dar­unter auch eine Reihe von Handarbeiten der Zarin und der Großfürstin Elisabeth. Sehr angenehm im Grünen sitzend kann man auch sein Schälchen russischen Tee, Chokolade und Kuchen in der gegenüberliegenden Anlage einnehmen, imb wer seinen Durst mit gröberem Geschütz zu löschen gewohnt ist, der findet wenig Schritte davon die beste Gelegenheit an einem großen Bierausschank, der vom 24. Leib-Dragoner-Regiment, dessen Chef der Zar ist, dort erricktet wurde. .Erwähnenswert ist ferner noch eine sehr reich besetzte Tombola, zu welcher die Lose I ä 30 Psg. von jungen Damen präsentiert, reißenden Absatz

Toulon, 3. Juni. Während der gestrigen Einseg­nungsfeier der ersten Kommunikanten kam es in einer Vorstadtkirche zu ernsten Kundgebungen. Der Geist­liche der Gemeinde hatte sich geweigert, 10 Kinder wegen nicht geniigender Vorbereitung mit zur ersten Kommunion zu nehmen. Die Eltern dieser Kinder sowie mehrere Fremde drangen gestern während der Zeremonie in die Kirche ein, rissen die Heiligenbilder herunter und ver­brannten sie und zerschlugen alles, was ihnen in die Hände fiel. Gendarmerie und Polizei mußte requiriert werden, um die gänzliche Demolierung der Kirche zu verhindern. Die Hairpträdelsführer wurden verhaftet.

Nr. 139

rfftelnl ««glich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem kesfischen Landwirt die Siebener Familien« Hättet viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Un werf.-Buch-u. Stein­drucke rei. flt Lang«.

Feuilleton.

R. B D a r m st a d t, 3. Juni. Das große Wohltätigkeitsfest, Las zum Besten des russischen Roten Kreuzes heut nachmittag 4 Uhr im Garten des Alten Palais eröffnet worden ist, verspricht einen äußerst glänzenden Erfolg zu erzielen. Nach den jüngsten unschöner! Regentagen hatte sich heut mittag der Himmel prächtig ausaeklärt, und so konnte sich bei mildein Sonnenschein in dem Alten herrlichen Park ein fesselndes gesellschaftliches Bild ent­falten Die griinen Rasenflächen bildeten den Tummelplatz der jüngeren Welt in den Hellen Sommertoiletten, und rings unchxr an Bäumen oder Bosquets angelehnt, hat man die zahlreichen Zelte und Buden errichtet, in denen von zarter Hand allerlei schöne Sachen zu höchst mäßigen Preisen dargeboten wurden. Ganz allerliebst mit sckönen Blumen geschmückt und mit eben­solchen Damen besetzt ist der Blumenkiosk, splendid mit orien­talischen Herrlichkeiten der türkffche Bazar und ^ktaus, chank, ihm gegenüber das anmutige Postkartenzelt, m welchem sich neben zahlreichen andern Damen auch die beiden Prmzeffinnen Batt'nberg mit dem unablässigen Abstempeln der Ansichtskarten billig,' pro Stück 5 und 10 Pfg. und deren Verkauf be­mühen. Hier werden allerdings auch wertvollere Schatze bereit­willig abgegeben, denn der Großherzog hatte bei seinem Befuch am Vormittag in liebenswürdigster Weise einige mit seinem eigen»

fanden, und eine veritable Ueberbrettlbühne, auf welcher neben andern morgen auch Frl. Klara Ziegler Proben ihrer Kunst zum Besten geben wird. Die große Wagenremise links am 'Ein­gang ist zu einer hübsch dekorierten Restaurationshalle um­gewandelt, deren ganze Längsfront das fast überreich besetzte Buffet einnimmt: hier werden neben den Delikatessen der Saison auch belegte Brötchen und Wein und Bier in Glas zu je 20 Pfg. ausgegeben. Ter weite Raum davor ist wieder mit Tischen und Stühlen besetzt, und von hier aus lauschte namentlich in den Mendstunden ein zahlreiches Publikum den Klängen der nach­einander von Regimentskapellen des 24. Leib-Tragoner-Regts., des 61. Feldartillerie-Regts. und des Leibgarde-Regts. Nr. 115 gespielten Weisen. Auch der Großherzog verweilte bis zur späteren Abendstunde auf dem Festplatz und nahm dort auch das Abendessen ein. ,

Dem Krieg zwischen Rußland und Japan wird dieWoche", getreu ihrem Programm, ein Spiegelbild der Zeitgeschichte zu geben, wie bisher mit größter Aufmerksamkeit folgen, dabei aber auch alle anderen wichtigen Ereignisse, die gerade in diesem Jahre die Welt bewegen, in Wort und Bild mit unerreichter Schnelligkeit darstellen. Ausführliches ist aus dem illustrierten Prospekt zu ersehen, der der heutigen Nummer unseres Blattes beiliegt. Zur probeweisen Bestellung derWoche" kann die dem Prospekt beigefügte Karte benutzt werden.

Zer Krieg zwischen Japan nvd Jußland

Port Arthur hat nur Bedeutung als Seefestung, für 6en Landkrieg fällt es nach Art seiner Befestigung und mit seiner verhältnismäßig geringen Besatzung von etwa 18000 Mann nicht ins Gewicht. Deshalb ist seine Wegnahme für den Fortgang und die schließliche Entscheidung des Landkrieges ohne Bedeutung. Anders verhält es sich aber, wenn die Bedeutung Port Arthurs als Seefestung in Rech­nung gezogen wird. Fällt Port Arthur, bevor das Ostsee- Geschwader eingetroffen ist, so verliert die Flotte damit ihren wertvollen Stützpunkt, und ihr Schicksal scheint be­siegelt zu sein. Die russische Flotte niederzuringen, ehe es zu einer Vereinigung beider Geschwader kommt, ist eine unbedingte Notwendigkeit, weil die vereinten Geschwader eine erdrückende Uebermacht über die japanische Flotte haben. Das erste Geschwader vor Port Arthur und Wladi­wostok muß vor der Vereinigung mit dem zweiten unschädlich gemacht sein, damit die japanische Flotte den Rücken gegen letzteres frei hat.

Seit Beginn des Krieges sind nun alle Unternehmungen der japanischen Flotte darauf gerichtet gewesen, die Flotte vor Port Arthur zu vernichten oder wenigstens völlig lahm zu legen, jedoch bisher ohne ausreichenden Erfolg. Wenn also den Japanern daran gelegen sein muß, die russische Flotte vor Port Arthur und Wladiwostok vor ihrer Ver­einigung mit der Ostseeflotte möglichst zu vernichten, und sie auf den bisher eingeschlagenen Wegen dieses Ziel in der ihnen noch zu Gebote stehenden Zeit von 34 Monaten nicht zu erreichen hoffen dürfen, so ist es naheliegend, den Versuch zu macyen, die Festung auf ihrer schwächsten, der Landseite, anzugreifen, da mit der Festung doch voraus­sichtlich auch die Flotte auf die eine oder die andere W^ise verloren geht. *

Heute liegen folgende Nachrichten vor:

Die russische Stellung bei Kintschou

wurde, so berichtet General Stössel vom 28. Mai, am 26. Mai abends nach erbittertem Kampfe,-ckier zwei Tage ge­dauert hatte, aufgegeben, da den Russen nicht weniger als drei Divisionen und 120 Geschütze gegenüberstanden. Das /.euer des Feindes, namentlich von vier Kanonenbooten und sechs Torpedobooten, vernichtete, so berichtet der Ge­neral, unsere Batterien auf der Stellung bei Kintschou volständig. Das fünfte Regiment auf der Stellung selbst '^impfte heldenmütig. Durch das Feuer des Regiments, das Feuer unserer Batterien und des Kanonenbootes ,,Bobr", welches bei Hunuesa lag, erlitten die Japaner un­geheure Verluste. Unsere Verluste an Toten und Verwun­deten betragen gegen 30 Offiziere und 800 Mann. Alle Geschütze, soweit sie von uns nicht vernagelt wurden, sind gesprengt und unbrauchbar gemacht. Die auf der Stell­ung befindlichen Geschütze während des heftigen Kampfes weqzuschaffen, war natürlich unmöglich. Man hätte dies drei Tage vorher tun müssen. Der Kampf am 26. Mai selbst begann um 5 Uhr morgens und dauerte bis 8 Uhr abends, als ich befahl, die Stellung allmählich zu räumen. Ein Teil der Minen und Flatterminen ist nicht gesprengt, da die Japaner unter dem Schutz des Feuers ihrer Schiffe unsere Stellung direkt von der Seeseite umgingen.

Gefecht bei Likiattm

Eine Abteilung japanischer Kavallerie hatte am .30 Mai einen Zusammenstoß mit einem russisch en, aus Infanterie, Kavallerie und Artillerie bestehen­den Detachement in der Nähe von Likiatun, n e u n M e i l e n nördlich von Port Adams, und schlug es. Das Gefecht fing um Vsl Uhr an und dauerte zwei Stunden. Die Russen wurden nach Norden zurückgeworfen. Die japanischen Verluste betrugen: tot 26 Mann, darunter 1 Offizier; verwundet wurden 37, wobei 4 Offiziere. Die Bewegung der Russen nach dem Süden läßt vielleicht aus den Versuch schließen, Port Arthur zuentsetzem Die Ver­luste der Russen sind unbekannt. Diese Meldung hangt wohl mit der Nachricht zusammen, daß der russische Ge­neral S talken berg mit 14 000 Mann auf.dem Marsche von Liaujanq gegen Wafangtien an der Eisenbahn nach Port Arthur begriffen sei. Große Chuugusenhanfen sammeln sich nordöstlich von der Liao-Ebene. Sie beabsichtigen, nörd­lich von Mukden die Bahn zu beunruhigen und die Russen abznschneiden. m ,

Heber die Lage innerhalb Port Arthnr

berichtet der Korrespondent derTimes" von feinem DampferHaimun" folgendes: Alle verfügbaren Rahr-

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General-Anzeiger v .ssss*»

v den poltt und allgem.

Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW V aZ VJr zeigenteil: Hans Beck.

unas mittel wurden von der Militärbehörde re­quiriert. Die Einwohner und Zivilisten müssen von dem leben, was sie verheimlichen oder was ihnen von chinesi­schen Dschunken zugeht. Bei halber Ration kann die Garnison fünf Monate anshalten. General Stössel hat eine große Anzahl von Dschunken auf der Reede.

Die japanischen Kriegstruppen.

Seit Kriegsausbruch bis in die letzten Tage haben nur annähernd 100 000 Kombattanten Japan verlassen. In Korea und nördlich vom Jalu stehen lediglich Kurokis drei Divisionen und einige Landwehr für die Etappen. Doch sind weitere Transporte jetzt lebhaft im Gange. Die zweite Armee wird nach ihrer Komplettierung aus der ersten, dritten, vierten, fünften und elften Division, sowie einer neuformierten Feldartillerie-Brigade bestehen. Der allge­meine Vormarsch beider Armeen in die innere Mandschurei wird nach der Regenzeit Ende Juni erwartet. Das große Hauptquartier besteht darauf:Vorher muß Port Arthur fallen". Belagerungsgeschütz steht in dem Hafen von Moji bereit; die Minengefahr verzögert die Abfahrt.

Ein konzentrierter Angriff auf Port Arthur wird um den 10. Juni erwartet. Der japanische Generalstab schlug nach einer wenig zuverlässigen Meldung aus Tokio einen förmlichen Sturm von der Landseite vor; der Mikado versagte aber vorläufig seine Zustimmung, nachdem ihm der Minimalverlust auf 5000 Menschenleben beziffert wor­den war. Doch bestehen viele Militärs auf Der in der Armee populären Sturmibee. Die dritte Armee besteht aus den mobilen Divisionen neun und zehn und zwei neu­formierten Feldartillerie-Brigaden.

In Japan werden die Folgen des Krieges schon recht fühlbar. Manche Geschäfte sind geschlossen. Fremdenbesuch fehlt und ist auch ratsam, da viel Spionenriecherei herrscht. Ent­schlossenheit und Zuversicht sind unvermindert.

Man schreibt uns aus Berlin, 3. Juni:

Wir haben in diesen Tagen Gelegenheit genommen, uns in militärischen, diplomatischen und Finanzkreisen um­zuhören über die Auffassungen, die vom gegenwärtigen Stand des ostasiatischen Krieges gehegt werden. Die Auf­fassungen in ihrer Gesamtheit kurz zu kennzeichnen, bedarf es nur der zwei Worte: kritisch und skeptisch. Nirgends fanden wir einen festen Glauben an den schließlichen Trumph russischer Waffen. 2lllen- falls, daß die Möglichkeit eines solchen infolge von un­berechenbaren Zufälligkeiten zugegeben wird, die ja die besten Dispositionen, die genialsten strategischen Pläne zu Nichte machen kann.Ter Geschichte dieses Feldzuges, wenn sie einmal von einem ehrlichen russifchen Historiker ge­schrieben wird", äußerte ein höherer Militär,muß die Uebersrchift: Zu spät! gegeben werden. 2llles ist ent­weder nicht rechtzeitig oder unzureichend fertig geworden. Die Einnahme von Port vütthur durch die Japaner ist ein bevorstehendes Ereignis von fast mathematischer Gewißheit. Die russische Flotte w^d mit dem Fall Port Arthurs aus­geschaltet, die Japaner haben dann die unbeschränkte Herr­schaft zur See. Sind aber die Japaner Herren zur See, dann ist schon dadurch, durch die Möglichkeit fortgesetzten Truppennachschubes der Landkrieg für sie halb gewonnen." Aus Finanzkreisen geben wir folgende Aeußerungen wieder:Auch, wenn man, wie wohl überwiegend, der Meinung ist, daß der Siegespreis Japan zufällt, so braucht man doch noch nicht von der Angst um das Schicksal der russischen Werte sich niederdrücken zu lassen. Ein Riesenreich wie das russische wird nicht untergehen, und bei seinen Hilfsquellen nicht in die Lage kommen, Bankerott anzu­sagen. Rußland hat seine Gläubiger stets loyal und ge­wissenhaft behandelt." Endlich sei eine diplomatische Stimme zitiert. Die deutsche Diplomatie verhehlt das Eine nicht, daß jeder neue Sieg der Japaner auf China und die Bewegung gegen die Fremden einwirkt.

Klerikales aus Krankreich.

Paris, 3. Juni. Der Gemeinderat von Villevey- rac beschloß mit 14 gegen 7 Stimmen, dem katholischen Klerus eine Prozession durch die Stadt zu gestatten. Die protestantische Geistlichkeit richtete hiergegen einen Pro­test an den Präfekten. Die Antiklerikalen beabsichtigen ge­legentlich der Prozession, welche am nächsten Sonntag statt­finden soll, eine Gegenkundgebung zu veranstalten. Es werden ernste Zwischenfälle befürchtet.

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