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Zweites Blatt
154. Jahrgang
Nr. 54
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger. Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Die heutige Kummer umsaht 10 Seiten
Freitag 4. März 1904
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitätsdruckerei. R. Lange. Gießen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7.
Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.
Erscheint ISgNch mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Gießener Samilienblätter“ werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der „hessische Landwlrf erscheint monatlich einmal.
Das Verzeichnis über die Kulturveränderungen in der Ge- ineindo Gießen, welche seit der vorjährigen Steuerregulierung konstatiert worden sind, und deren Wahrung bei dem Steuer- kommlssariat zu beantragen ist, liegt auf dem Bureau des Großh. Ortsgerichts Gießen auf die Dauer von 4 Wochen zur Ginsicht der Jnteresienten offen.
Gießen, den 24. Februar 1904.
Großh. Ortsgericht Gießen.
ÄroS.
Das Verzeichnis der in der Gemeinde Gießen seit der »origen Steuerregulierung ganz neu erbauten, sowie der durch Wauveränderungen im Wert erhöhten oder verminderten oder glanz abgegangenen Wohnhäuser und Gewerbsanlagen liegt cuf die Dauer von 4 Wochen auf dem Bureau des Großh. Ortsgerichts Gießen zur Einsicht der Jnteresienten offen.
Gießen, den 24. Februar 1904.
Großh. Ortsgericht Gießen.
GroS.
Krivz A-cnverg per Kericht.
(Ausführlicher Bericht.)
Berlin, 3. März.
Gegen den Prinzen Prosper Arenberg wurde hemte vor dem Kriegsgericht der ersten Gardedivision im Wiederaufnahmeverfahren verhandelt. Ter Prinz hat be- lmmtlich als Leutnant der Schutztruppe in Teutsch-Süd-
I>er Kurpfuschcrproz.ß zu T>lstt.
Nach einer längeren Auseinandersetzung über die Haltlosigkeit der vom Angeklagten angewandten Augen- diaguose werden verschiedene Zeugen vernommen, die fest des Glaubens sind, daß Schröter sie geheilt habe. Marie M e s e r e i t litt im Sommer 1900 an der Basedowschen Krankheit Nnd hatte auch Herzklappenfehler. Sie ist von mehreren Aerzten behandelt unnd hat dann, als es nicht besser wurde, Schröter geholt. Dieser bat sie magnetisiert und Neibesitzbäder verordnet und ihr Zustand hat sich während der dreiwöchentlichen Behandlung durch Sch gebessert. Als Honorar hat sie 30 bis 36 Mr. bezahlt. Sie erklärt, Schröter habe sie vollständig geheilt.
Besitzer Jestigkeit aus Petratschen sagt aus, sein neunjähriger Sohn Paul litt an einer skrophulösen Augenentzündung und sei sechs Wochen von Dr. Schlösser behandelt worden. Im Jahre 1900 sei er dann zu Schröter gegangen und von diesem geheilt worden. Schröter hat bei dem Knaben einmal den Lebens weck er angewandt. Der Sachverständige Dr. Puppe hat einen „Lebensweckeri' zur Stelle geschasst, der sich als ein langes, schwarzes Rohr darstellt, an dessen unterem Ende ein federnder Verschluß angebracht ist. Beim Anziehen desselben fährt oben ein Bündel silberner Nadelspitzen heraus, die, als der Vorsitzende einen Versuch an der Hand des Angeklagten damit macht, diesen zu einem schmerzhaften Aufruf veranlassen. — Schröter erklärt dazu, er habe den Apparat niemals so scharf angewandt. — Prof. Puppe erklärt jedoch, daß Baunscheidt vorschreibe, den Verschluß mindestens zwei Zoll herauszuziehen. Auch ein Fläschchen „L e b e n s ö l" ist zur Stelle. Der Angeklagte bezeichnet es jedoch als eine Imitation.
Magazinarbeiter Leppert aus Tilsit bekundet, daß er einmal beim Zeitungslesen eingeschlafen sei und nachher einen steifen Arm hatte. — Bors.: Das ist das, was man so die „Maur er k r an kh e it" zu nennen pflegt. (Heiterkeit.) — Zeuge: Nein, der Arm war bis zum Ellbogen gelähmt. Der Zeuge ist dann zunächst zum Kassenarzt gegangen, der ihm Ameisen sprritus verordnete, und als dies nichts half, wandte er sich an Schröter, der ihm in die Augen sah und zu ihm sagte: Lieber Freund, Sie trinken zu viel Schnaps! (Heiterkeit.) Der Zeuge wurde dann magnetisiert und mit dem „Lebenswecker" be- handelt, wodurch der Arm wieder beweglich wurde.
Im Anschluß an die Vernehmung dieses Zeugen erwähnt der Angeklagte, daß er einmal in der Tilsiter Heilanstalt beobachtet habe, wie ein an LähmungSerscheinunaen Gr- kranlter, bei dem man Simulation angenommen habe, in der Weise behandelt worden sei, daß ihm die Haut am Körper
in einer Viertelstunde eine ganze Flasche. Er trank auch eine Viertellitertasse auf einen Zug leer.
Dem Zeugen Burger, seinerzeit Sergeant der Schutztruppe, war der Angeklagte sofort bei seiner Ankunft ausgefallen. Mr nannten ihn den verrückten Prinzen.
Holtmann war von 1896—98 Kammerdiener bei dem Angeklagten.- Der Prinz sei oft früh morgens betrunken nach Hause gekommen und habe sich dann mit seinem Hund herumgezankt. Er stach mit dem Degen nach dem Hunde. Das Tier biß nach dem Herrn, bis der Prinz sein Mütchen gekühlt hatte. Dann streichelte er das Tier und tausch ihm das Blut ab. Den Prinzen aus dem Bette zu bringen, war ein schweres Stück Arbeit. Er hatte den Prinzen mit dem Stiefelknecht bedrohen, mit Wasser begießen müssen, die Bettdecke fortzureißen versucht, während dieser, ein ungewöhnlich kräftiger Mann, die Decke über den Kopf zog und sich durch nichts stören ließ.
Zimmermann war von 1896 bis 1898 bei dem Prinzen als Kutscher. Der Prinz, der damals sich zum Fähnrich-Examen in Berlin vorbereitete, trank täglich Unmengen Kognak, Steinhäger und Sekt und verkehrte sehr viel mit Frauenzimmern. Er rauchte etwa 30 bis 40 Zigarren täglich.
Es folgen die Gutachten der Sachverständigen.
Oberstabsarzt Dr. Lieber, der, als der Mord an Cain geschah, Chefarzt der Schutztruppe in Windhuk war, bekundet, der Prinz habe damals eine sehr starke Malaria durchgemachl, und es sei ein Wunder, daß er mit dem Leben davongekommen. Als der Sachverständige die Details des Mordes erfuhr, habe er erklärt, daß der Mörder geisteskrank sein müsse. Er habe danrals den Wunsch ausgesprochen, den Mörder zur Beobachtung nach dem Lazarett zu erhalten, doch war der Prinz schon nach Deutschland ubergesührt. Der Sachverstänoige spricht schließlich die Ansicht aus, daß der Prinz unter dem Eindruck der Geisteskrankheit gehandelt, die ihm den freien Willen geraubt habe.
Dem Gerichtsarzt Dr. Schwärtz- Hannover ist der Angeklagte durch sein scheues Benehmen ausgefallen, obwohl er ihn nicht behandelt hatte. Er hatte erst später Gelegenheit, ihn genauer kennen zu lernen, als das Amtsgericht Hannover ein Gutachten darüber forderte, ob der Prinz seine Angelegenheiten selbst erledigen könne. Der Sachverständige gebt verschiedene Fälle an, die besonders charakteristisch für den Verfolgungswahnsinn und die häufig lächerliche Furcht des Angeklagten seien, und fügt zum Schluß hinzu, daß am Tage vor der Ueberführung des Prinzen nach Tegel dieser einen solchen Tobsuchtsanfall gehabt, daß sich niemanb in die Zelle wagte.
Geheimrat Prof. P e l l m a n n - Bonn schließt sich den Ausführungen an und spricht die Ueberzeugung aus, daß Prinz von Arenbecg e r b l i ch b e l a st e t sei.
Dieser Ansicht ist Pros. Mendel, der nachweist, daß der ohnehin schon geistig schwach Veranlagte unter der Einwirkung besonderer Reizmittels wie Rauchen, sexueller Verkehr, Trinken, jeder freien Willensäußerung beraubt gewesen sei.
Dec Staatsanwalt beantragte schließlich auf Grund der Gutachten der Sachverständigen Freisprechung wegen Unzurechnunasfähigkeit des Angeklagten. Der Ge- richtsbof beschloß Vertagung, um weitere Zeugen zu vernehmen.
Politische Tagesschau.
Zur parlamentarischen Geschäftslage.
Wenn die Präsidenten der deutschen Parlamente zurzeit Ain Gefühl der Amts Müdigkeit beschleichen würde, dann konnte es nicht wunder nehmen. Die Geschäftslage clllenthalben ist wirklich trostlos. In D a r m st a d t wie int Berlin, im Reichstag, wie im preußischen Abgeord- Mtenhause dasselbe Bild: Im Parkett gähnende Leere, am Rednerpult Männer, die sich gelobt zu haben scheinen, iiDer alles Mögliche, was auch nur im losesten Z u - snmmenhang mit dem Etat steht, in epischer Breite zu sprechen, a l t e E r m a h n u n g e n, S e l b ft d i s z i p l i n zm üben und sich kurz zu fassen, in den Wind schlagend. Und dabei sehr wesentliche Etats noch unerledigt! Me Regierungen maljnen, die Präsidenten mahnen, oie Fraktionsvorstände „ersuchen dringend", die Presse bettet in Demut mit der ihr eigenen Besetzewenheit — kaum ü gendwo Hal es bisher sonderlich geholsen, den Redestrom einzudämmen. Jeder, der das Wort hat, hält seine Ausführungen für absolut gebotendie „Anderen" sind stets die „Zeitvergeuder", die „oben Dauerredner", die „Quasseler", und wie sonst die kollegialen Liebenswürdig- t'k iten in intimen Krersen lauten. Und mit alledem nicht grnug, wachsen, wie man hört, die Kommissionsberatungcn ins Ungeheuerlick-e. Im Plenum halten dann dieselben 9kbner ungefähr dieselbe Rede nochmals; wie die Schauspieler aus den Proben und am Abend bei der Vorstellung 'Mr ist im parlamentarischen Falle die Erscheinung nicht so- amüsant.
Mit Resolutionen (in dieser Form schmuggelt man jetzl alle möglichen und unmöglidjen Anträge ein) wird fast ein Um fug getrieben. Der Zusammenhang der Resolutionen, der varlamentarische-n Wünsche, mit dem Etat, ist vielfach äußerst lose, künstlich herbeigeführt. Me wenige Resolu- tiionen können dabei auf Berücksichtigung seitens der Regierungen rechnen. Auf der anderen Seite bleibt so manches liegen, dessen Dringlichkeit anerkannt ist.
Wie die agrarische „Tagesztg." schreibt, wird in rnaß- geHenden Kreisen mit einer Erledigung des Börsenge- se:tzes während der laufenden Reichstagssession Überhaupt niicht mehr gerechnet. Die „Nationalztg." führt aus, es sei gar nickst abzusehen, wann die anderen dringenden Fragen endlich gelöst werden sollen. Insbesondere erscheine im Reichstag die Erledigung des Militärpen- sronsgesetzes dringend int Hinblick darauf, daß mit Rücksicht auf die bevorstehende Neuregelung seit einigen Monaten eine vollständige Stockung in allen damit zusammenhängenden militärischen Personalveränderungen ein* getreten ist, die für den Nachschub recht unerfreuliche Wirk- umgen zur Folge hat. Das von der „Nationalztg." ange- sührte Beispiel ist ein klassisches für die unliebsamen folgen, die aus der parlamentarischen Verschleppung entstehen können.
Deutschland und Portugal.
Man schreibt uns aus Berlin, 3. März:
Dem Gerücht, Kaiser Wilhelm werde gelegentlich se iner Mittelmeerfahrt eine Zusammenkunft mit dem jlönig Don Karlos von Portugal haben, ist wohl mit Zweifeln zu begegnen. Die politischen Beziehungen Wüschen Deutschland und Portugal sind zurzeit nicht ber- aut, daß durch eine Monarchenbegegnung sozusagen das Siegel daraus gedrückt werden könnte. Das Signal zu der Empörung derHererosist bekanntlich durch Ueber - griffe der unter portugiesischer Oberhoheit skshenden O v a m b o s gegen deutsche Untertanen gegeben ioorben, ohne daß die portugiesische Regierung sich ber- amlaßt gesehen hätte, die UebeHäter zur Rechenschaft zu zbehen, die infolgedessen mit den Hereros konspirierten und dem deutschen Expeditionskorps vielleicht noch au schaffen machen. Eine Begegnung Kaiser Mlhelms mit dem König oen Portugal könnte wohl nur den Zweck einer Vereinbarung i n der Hinsicht haben, daß im Fall erforderlich werdeu- ber Züchtigung der Ovambos die deutschen Truppen die Er- laiubnis zum Betreten portugiesischen Gebietes erhalten. £;er Autorität Portugals würde solche Genehmigung keinen Abbruch tun, denn sie ist in Angola ohnehin stark erschüt- te-ct und könnte aus einer Züchtigung ber Ovambos durch deutsche Truppen höchstens Vorteil ziehen.
westasrika einen Neger grausam aetöiet und mehrere Neaerweiber f ur d> t b a r züchtigen lassen, er wurde inWindhukzuzehnMonatenGefängnis, hernach aber in Berlin vom Kriegsgericht der ersten Gardebivision im September 1900 wegen Mordes und Körperverletzung zum Tode verurteilt. Ter Kaiser begnabiate ihn zu 15 Jahren Zuchthaus und verwandelte die Strafe bald darauf in 15 Jahre Gefängnis, diese Strafe verbüßte der Prinz in Hannover, bis Unregelmäßigkeiten bekannt wurden und eine Uebersührung in das Gefängnis in Tegel erfolgte. Turch Beschluß des Reichsmilitärgerichts wurde die Wieber- ausnahme des Verfahrens angeorbnet behufs Ermittelung, ob der Prinz bei Begehung der Tat geisteskrank gewesen sei. Tie Verhandlung leitete Kriegsgerichtsrat Dr. v. Maischte. Ter 1875 in Belgien geborene Angeklagte ist 1897 mit drei Tagen Stubenarrest bestraft, weil er einen früheren Feldwebel und dessen Braut beleidigt hatte, und 1898 mit zehn Tagen Stubenarrest wegen Mißhandlung eines Untergebenen.
Tie Anklage lautet wieder auf vorsätzliche Körperverletzung und Mord unter Mißbrauch der T ienstgemalt. Aus Befragen erklärt der Angeklagte, daß er sich der Vorfälle nicht mehr entsinnen könne. Nach den Anklagealten hat Prinz Arenberg ourck den Reiter Kieberger auf den Dastardpolizisten Cain, den er im Verdacht hatte, daß er auf englisches Gebiet fliehen wolle, schießen lassen. Tie Kugel des Reiters zerschmetterte den redjten Oberschenkel Eains. Hierauf gab der Prinz auf den Kopf Eains einen Schuß ab. Trotzdem lebte der Unglücklicke noch und blieb bei vollem Bewußtsein. Ta rief der Prinz: Ich kann nicht anders, e r muß sterben. Nun befahl er dem Kieberger, das Seitengewehr zu ziehen und den Cain zu erstechen. Ter Reiter vollzog auch diesen Beseht und st a ch C a i n w i e d e r h o 11 in die Herzgegend. Ta aber der Bastard noch weitere Lebenszeichen von sich gab, bohrte ihm der Prinz den La de stock ins Gehirn, bis er ft a r b. Tie drei Herero, toeldje den Cain bei dem Prinzen verleumdeten, sind später wegen wissentlich falscher Anschuldigung mit Zwangsarbeit bestraft worden.
Tem Zeugen Lucian, der in der Nähe des Schauplatzes der Bluttat eine Farm hatte, hat der Prinz eine Stunde nach der Tat erzählt, daß Cain bei dem Vater des Prinzen in Belgien angestellt war. Er erzählt, daß der Prinz als achtjähriger Knabe Öfter Fischen, die er gefangen, die Augen ausgestochen und den Bauch ausgeschnitten habe. Auch habe er Katzen, die er in Fallen gefangen, die Pfoten a b g e s ch n i 11 e n, damit sie, wenn er die Hunde auf sie hetzte, sich nicht wehren konnten. Als junger Offizier habe der Angellagte einen auSgegrabenen Dachs an den Hinterfüßen aujgeyängt, das Tier zwei Tage mit dem Kopf n a d> unten hängen lassen, dann dem TachS das Maul »u gebunden und die Hunde auf ihn aehetzt. Er habe den Prinzen für geisteskrank gehalten. Betrunken hat der Zeuge den Prinzen nur einmal gesehen. Ein Vetter des Prinzen sei geisteskrank. Tie Mutter sei hochgradig nervös. Schon als siebenjähriger Knabe sei der Prinz nut einem geladenen Revolver bewaffnet umhergegangen. Kurz bevor der Prinz zu den Kürassieren kam, hatte die Mutter ihm einen kleinen Seiden- jpitz geschenkt. Er hetzte einen anderen bösartigen Hund auf das Tierchen, und während beide Vierfüßler miteinander kämpsten, biß der Prinz dem Seidenspitz den Schwanz ab. Seine Lehrer hat der Prinz geprügelt.
Ter Arzt Dr. Schlüter, der mit ihm die Rückfahrt von Südafrika gemacht hat, erklärt als Zeuge, daß der Prinz bei Beginn der Reise gefragt habe, ob es wohl zu viel fei, wenn er täglich eine Flasche Kognak trittfe. Als in der Nordsee sich ein kleiner Sturm erhob und die übrigen Passagiere aus Teck promenierten, sei der Prinz im bloßen Hemde mit einem Schwimmgürtel unter die Promenierenden geftürmt mit dem Rufe: Tas Schiff geht unter! Auf Teck sei er gewöhnlich barfuß gegangen.
Zeuge Burnke erklärt, daß ber Prinz sich in Sübwest- asrika nickst wie ein Offizier betragen habe. Er sei in einer alten, schmutzigen Hose umhergelausen.
Zeuge Lucian erzählt, eines Tages habe der Prinz eine große, giftige Schlange beim Schwänze gepackt und sie in der Art, wie es die eingeborenen Zauberer tun, getötet. Kein Weißer hätte dem Prinzen diese Tollkühnheit, die ihm leicht das Leben kosten konnte, nachgeahmt. Störrischen Kamelen, die sich am Boden nieder kauerten, ließ er Feuer unter dem Schwanz anzünden, und wenn bann bie Tiere wie von der Tarantel gestochen anfsprangen, freute sich ber Prinz kindisch darüber. Viel besprochen sei ein Streich des Prinzen geworden, den er gegen einen Geistlichen verübte. Aus einem Patrouillenritt begleitete ein Pater bie Kolonne. Als der Geistliche in Gedanken versunken einige Schritte vorausritt, sprengte Prinz Arenberg an ihm vorüber und schoß seinen Revolver seitlich ab, sodaß das Geschoß nur um ein Haar breit an der Nase des Paters vor- beisauste. Ein weiterer Zeuge erklärte, daß, wenn ein Ochse geschlachtet wurde, ber Prinz schnell herbeigekommen sei und sich über die Tobeszuckungen des Tieres gefreut habe. Er rührte auch mit dem Stock in der Wunde, die ber Schlächter dem Tiere beigebracht hatte.
Ein Zeuge sagt aus,, schon mit 16 Jahren habe ber Prinz mit Frauenzimmern Verkehr gehabt. Sv sei er einmal mit feiner Mutter und Schwester in WvrriShofen zur Kneippkur gewesen. Während in den anstoßenden Nebenzimmern Mutter und Schwester schliefen, habe er in seinem Zimmer mit Dirnen wüste Orgien gefeiert. Ter Zeuge glaubt, daß der Prinz schon als Kind am VerfolgungS- wahnsinn gelitten habe.
Ein weiterer Zeuge teilt mit, er hätte den schwersten einheimischen Tabak geraucht, der jedem Europäer eine Zerrüttung ber Nerven eintrage. Eingeborene uno seine Hunde habe er in der entsetzlichsten Weise mißhandelt.
Polizei-Sergeant Wieianb bestätigt, daß der Prinz sehr eigentümlich war. Der Prinz trank viel Kognak und leerte
irat wünscht noch v. C-ftern iduSL eq. Dame m. 30000 8er«. bl liebeu. Herrn guL peri en,io.a.o.Ärtti.,eitS!ah. glai‘.5)erliiiS.0.26. Wudp.
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