Nr. 285
Erscheint tL-lich mit Ausnahme des DonntagS.
Die Lietzener Zamlllenblätter" werden dem e9Ini\ctflei Dtemial wöchentlich beigelegt. Der ^hrjstscht Landwirt' erscheint monatlich einmal.
Rotationsdruck und Verlag der Brü Hk 'scheu UnwersitätSdruckerei. R. Lange, Gletzea.
Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.
Tel. Nr. 5L Telegr^Adr, < An-eiger Gieheu»
Fünftes Blatt. 154. Jahrgang Samstag 3. Dezember 1904
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger, Amts- und Anzergeblatt für den Kreis Eichen.
Völkische Tagesschau.
Zur Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes in Preußen wird der „Köln. Ztg." berichtet, es bandle sich darum, den ländlichen Grundbesitzern (unter Ausschluß des Großgrundbesitzes) Gelegenheit zu geben, ihre Hypothekenschulden in unkündbare, billig verzinsliche und amortisierbare Hypotheken zu verwandeln, um sie so mit Hilfe der Amortisation allmählich zu tilgen. Durch die staatliche Aktion solle denjenigen Grundbesitzern zu Hilfe gekommen werden, die über zwei Drittel, und zwar bis fünf Sechstel des Wertes ihres Grund und Bodens verschuldet sind; die höher verschuldeten sollen als unrettbar verloren ausgeschlossen sein. Die geplanten Maßnahmen sollen zunächst versuchsweise nur für die Provinz Brandenburg und die Rheinprovinz bestimmt sein. Die Krediteinrichtungen dieser Provinzen sollen ihr Statut dahin ändern, daß sie über die bisherigen ersten vier Sechstel des Wertes hinaus auch noch das fünfte Sechstel in Form einer unkündbaren Amortisationshypothek beleihen. Die an der Entschuldung teilnehmenden Grundbesitzer sollen zu Iahres- gesellschaften vereinigt werden, deren jede einen Garantiefonds bis zur Höhe von 10 Prozent der Gesamtdarstellungssumme der betreffenden Jahresgesellschast dadurch aufbringen soll, daß jedes Mitglied seine gesamten, also auch die für die Vorhypotheken zu zahlenden Tilgungsraten zunächst zu diesem Fonds entrichtet. Außerdem wird beabsichtigt, daß der Staat eine Garantie für Verluste bis zu 10 Prozent der Entschuldungsdarlehen übernimmt.
Die „Köln. Ztg." schreibt zu diesen Plänen:
„Die vorgeschlagenen Maßnahmen erscheinen, abgesehen von vfjrem zweifelhaften praktischen Werte, um deswillen recht bedenklich, weil damit die in Betracht kommenden Kreditinstitute den wichtigen, bisher immer festgehaltenen Grundsatz durchbrechen müßten, in ihren Beleihungen nicht über die Grenze der Mündelsicherheit hinauszugehen. Gerade dadurch genießen ihre Schuldverschreibungen das allgemeine Vertrauen, und sie haben damit die Möglichkeit, sich billiges Geld zu verschaffen, um an den Stellen, wo sie jetzt schon helfend eintreten können, wo es sich nämlich um Beleihung der ersten zwei Drittel des Wertes des Grundbesitzes handelt, einen außergewöhnlich billigen Hypothekenkredit gewähren zu können."
Aus Stadl und Land.
Gießen, 3. Dezember 1904.
•• Ludoviciana. Die Gießener Studentenschaft hat Sr. Königl. Hoh. dem Großherzog, ihrem Rector Magniflcentissimus, anläßlich seiner Verlobung eine künstlerisch ausgestattete Glückwunschadresse mit folgendem Wortlaut zugehen lassen:
„Allerdurchlauchtiqster Großherzog! Allergnädigster Fürst und Herr!
Das ganze Hessenland jubelt über die Verlobung Euer Konig- /ichen Hoheit mit Ihrer Durchlaucht der Prinzessin Eleonore von
Solrns-Hohensolrns-Lich. Die Studentenschaft der hessischen Landes- Nniversitä't fühlt sieh gedrungen, auch ihrerseits dieser Begeisterung Ausdruck zu verleihen. Die Liebe zum altangestnrnrnten ruhmreichen Herrseberbause, besten jüngstem Sprossen wir vor einigen Tagen als Rector Macrnificentissinms unserer Landesuniversität
trags dieses stimmbegabten Baritonisten. So dürfen- wir öl}0 erwarten, daß Gießen kommenden Sonntag neben einer Carreno auch einen Sänger von hervorragender Begabung kennen lernen wird.
huldigen durften, erfüllt die Herzen des ganzen Hessenvolkes. Wir
fc. Frankfurt a. M., 2. Dez. Der Photograph Adoff Lützenberg, Inhaber der Photographensirma E. vom Wert u. Co., wurde heute morgen in seinem Bureau Friedensstraße 2, tot aufgefunden. Der Tod ist durch Gift
deren hohen Braut' unseren alleruntertänigsten Glückwunsch darzubringen und für alle Zukunft Euer Königlichen Hoheit Treue zu geloben.
Der Ausschuß der Gießener Studentenschaft."
Der in Behren'scher Schrift ausgesührte Text der Adresse nimmt den mittleren Raum des Kunstblattes ein und ist von
aber,"die mir inZukunf. seine °cisti§en Leiter “ «LK .”"1“ be"
diele Empßnduuo mit besonderem Stolz, u'nb Io ergreifen wir tn Ciioanlnqe. ^ptelplan. 1. Ouvertüre z. Op. „Indra ireudiqcn Herzens die Geleqeuheit, Euer Köniqlieben Hoheit und von -rlotow. 2. Allerseelen I Lied von Lassen. 3. Mimosa- Walzer von Jones. 4. Armermnrsch 206.
grünem Geranke umgeben! um dieses gruppieren sich färben- berbeigcfübrt worden. Ob ein Selbstmord oder ein unglück- reich 25 Wappenschilder der 21 Gießener Korporationen und >'cher Zm'all vorliegt, ist noch nicht sestgestellt. Lützenberg 4 Fakultäten mit den entsprechenden Farben. Das Blatt ist ullegte nämlich Mittel gegen Schlaflosigkeit zu nehmen, in einer schlicht gehaltenen broneeblauen Ledcrmappe unter- Möglicherweife bat er durch einen Irrtum Gift genommen, gebracht, die nur in prächtigem silbernem Wappenschmuck ein Derm^fcbtc».
Äntoniterkreuz, das Wappen der Universität, auf dem Vorder- * gjn Denkmal in Schlesien, Das „Berl. Tagedeckel zeigt. Adresse und Mappe sind von der Münchow'schcn meldet Gelegentlich des Ia gd auf entha ltes des Hof- und Umversitätsdruckeret (£). Kindt) hergestellt. — Kaisers in Oberschlesien dürfte die Mitteilung interessant Ursprünglich hatte die Studentenschaft einen Fackel zug iein> bnfi ber Monarch bereits am 2. Dezember 1902 gern Lich alsbald nach der Verlobung projektiert, jedoch mußte gütlich seines Besuches in Groß-Strelitz auf 50000 von davon abgesehen werden, weil Se. Kömgl. Hoheit an dem ibm er[C(1fe Kreaturen zurückblicken konnte. Aus
betreffenden Tage abreiste. Es wurde dann in Aussicht ge- bjefcm Anlasse ließ der Schloßherr Graf Tschirschky-Renard
nommen, die Adresse bereits am 30. November Sr. Kömgl. nencniiber bcm Standorte des Kaisers einen 2 Meter hohen Hoheit durch eine Deputation, bestehend aus je einem Ver- Malhügel a>is roten erratischen Blöcken errichten, deren freier der Adelphia, der Frankonia und des SC. überreichen obErftcr- ein f$8n gekörnter Porphyr, gespalten ist. Die
zu lassen, indessen konnte an diesem Tage der Depiitatiou Spaltfläche trägt unter der Kaiserkrone die nachstehende In-
Audienz nicht erteilt werden. Da mm leider auch der für „Seine Majestät der Kaiser und König
heute vorgesehene Empfang ausfallen mußte, beschloß die Wilhelm II. erlegte an dieser Stelle am 2. De- Deputation, die Adresse Sr. Königl. Hoheit direkt zu über- 8embet 1 902 Allerhöchst seine 50000. Kreatur, senden. _ _ einen weißen Fasanenhahn."
** Konzertverein. Reben Frau Teresa Carreno wird sich im nächsten Konzert am 4. Dezember, nachmittags 51\ Uhr den Gießener Musikfreunden Herr Hans Vaterhaus vorstellen. Das von demselben in Aussicht gestellte Programm läßt das Beste erwarten; es waltet darin ein vornehmer, ernster Geschmack neben der Art eines Baß buffo, sodaß ein glücklicher Gegensatz gegeben ist. Herr Vaterhaus, ein Baritonist, ist aus der Stockhausenschen Schule hervorgegangen und besitzt alle Vorzüge, so sagt uns eine Kritik aus Worms, die jene treffliche Methode dem ernststrebenden fleißigen Schüler vermittelt. Dabei zeigt der Künstler ein leb-
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Haftes dramatisches Temperament bei natürlichen schönen Stimmmitteln. Der Frankfurter „Herold" berichtet über den Abend der Stockhausenschen Gesangsschule, daß Herr Vaterhaus au§ Zürich die Senechalarie aus Boieldieu's Johann von Paris vorzüglich gesungen und mit Löwe's Hochzeitslied eine eminente Zungentechnik bewiesen habe. Und die Frankfurter Zeitung rühmt die hervorragende Intelligenz des Vor-
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Inh.: S. Herzberger, vormals 8. Weimersheim Nachfolger. d»/u


