Ausgabe 
3.11.1904 Zweites Blatt
 
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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Arris Eichen.

Politische Tagesschau.

Redaktton, Expedition u. Druckerei: Schulftr,!.

TeU Nr. 6L Telegr^-Adr. r Anzeiger Gießen.

Der deutsche Synodalentag in Worms.

Die Bemühungen, das evangelische Gemeindeleben inner­lich zu kräftigen, gehen auf eine ganze Reihe von Jahren zurück. Seit man angefangen hatte, der Bewegung von innen her neues, frisches Leben zuzuführen und die Laienwelt zu einer Einwirkung auf das kirchliche Leben in höherem Grade als bisher heranzuziehen, begann sie sich durchzusetzen. Die Gründung eines freien Verbandes deutscher Syno­dalen, die nun in Worms beschlosien wurde, bildete das erste greifbare Resultat dieser Tendenzen.

Hierbei sind zwei Hauptpunkte zu berücksichtigen. Der erste betrifft die Frage: Welche Berechtigung und innere Kraft wohnt der deutschen Synodalen-Bewegung inne? Die zweite Frage ist die, ob cS im Interesse der Entwickellmg de§ Volks­und Kulturlebens, speziell vom protestantischen Standpunkte aus, wünschenswert ist, eine mehr oder minder geschlossene Organisation der evang. Laienwelt, bezw. der Synodalen zur Durchführung zu bringen.

An die Stelle der kirchlichen Bevormundung des Mittel­alters setzte die Reformation die freie Ausgestaltung des kirch­lichen Genreindelebens. Die Gemeinde wurde zum Organ des religiösen Lebens. Dadurch kam ein ungemein fortschritt­liches Eleinent in die religiösen Bestrebungen hinein, eine bisher durch den kirchlichen Autoritätskultus hintangehaltene freie Weiterentwickelung religiöser Ueberzeugung, die eigene Verantwortlichkeit, eigenes Stellungnehmen und Stellungsuchen wurde ermöglicht. Die Unterordnung unter die Traditionen wurde beseitigt. Die Religion wurde eine innere persönliche Angelegenheit jedes einzelnen, sie hörte auf, das Geheimnis und das Vorrecht einer bestimmten priesterlichen Kaste zu sein. Die Gesamtheit der einzelnen ortsansässigen Personen, die Gemeinde, übernahm selbständig die Verwaltung ihrer kirch­lichen Angelegenheiten. An die Stelle eines bisher aristo­kratischen Kirchenregiments trat in der Idee die kirchliche Demokratie, eine Entfesselung der individualen religiösen Volkskräste.

Der Landesherr aber übernahm das Amt des obersten kirchlichen Vertreters und ihm zur Seite trat dominierend die landesherrliche Behörde, d. h. in den verschiedenen Landern die Oberkirchenräte bezw., wie bei uns in Hessen, die Ober­konsistorien, denen Superintendenten, Dekane rc. untergeordnet wurden. Dies brachte e§ mit sich, daß die landesherrlich ein­gesetzten Behörden allmählich einen immer größeren Einfluß auf die Ausgestaltung deS kirchlichen Lebens gewannen. Der Einfluß der Laienwelt wurde wieder zum Teil durch sie lahm gelegt. Die .Kirche" wurde ein Verwaltungsinstitut kirchlicher Angelegenheiten, das religiöse Eigenleben, die Kraft der religiösen Bestrebungen, die Freiheit der einzelnen Christenmenschen, für die Luther eingetreten war, kam dabei

. Rotationsdruck und Verlag der Brühl 'schm W Universttatsdruckerei. R. Lange, Gießen.

geschehen. Tas ist aber das Bedauerliche, WD vtv|v .......Mett Fällen den Hang zum LrrxnS bei den

jungen Leuten nicht eindämmen, sondern durch Schenkungen usw. steigern. Tie Angelegenheit ist nicht nur von Bedeutung für die Studentenschaft, sondern für die Gesamtheit. Die stn de n tis chen Sitten und Unsitten werden ins Leben mit hin­

ständig ausgeschlossen.

Die Wormser Kundgebung synodalen Lebens ist erfreu­lich insofern, als sie wieder einmal die Notwendigkeit und Unentbehrlichkeit der Laienwelt für alle evangelischen Be­strebungen vor Augen führt, sie berührt ferner dadurch angenehm, daß sie eine fr e i e Organisation der Synodalen schafft. Andererseits vermißt man in dieser Kundgebung ein klares Programm und ein entschiedenes Auftreten, welche die notwendigsten Voraussetzungen sind, wenn Er­folge von Bedeutung und eine Wirkung auf die evange­lische Volksmasse erhielt werden soll. Ob' letzterer Uebel- stand bleibt, muß die Zukunft lehren.

zu kurz.

Erst das überall siegreiche Vordringen des Katholi­zismus, der die von ihm beherrschten Volksschichten in­nerlich zu durchdringen wußte, brachte führende protestan­tische Kreise zu der Einsicht, daß eine Verknöcherung des kirchlichen Lebens' und bgr kirchlichen Institutionen über alles vermieden werden müsse, wenn die Widerstandskraft des Protestantismus gegenüber Nonr ungebrochen erhalten bleiben solle. Man suchte daher bei uns Hessen und auch in Preußen das kirchliche Leben zu kräftigen durch die Aus­gestaltung des Synodalwesens, das der Laren­welt eine Vertretung in der Synode verschaffte. Diese Be­strebungen, die auf eine Verstärkung des Laieneinflusses hinausgehen, fanden forort in weiten Kreisen des evange­lischen Volkes' die Resonanz, die sie zu ihrer Durchsetzung nötig gebrauchen. Ein Teil des! Vvlkes aber ist das zu verschweigen hieße Vogel Strauß-Politik betreiben den kirchlichen Neigungen entfremdet. Die evangelische Kirche hat sich lange von den inneren Lebensfragen der Nation zurückgehalten und als sie ansing, sich mit ihnen zu beschäftigen, geschah eH in einer Weise, die nicht immer glücklich genannt werden kann. Nachdem sie lange ge­schwiegen hatte, verstanden viele ihre Sprache nicht mehr, als sie anhub zu reden. Während dieser Zeit ist die ka­tholische Kirche umgekehrt den intimsten Regungen der

Volksseele sorgsam sinnend nachgegangen, und hat sich 1 in manchen Gebieten zum wirtschaftlichen Protektor der . abhängigen Bevälkerungsschichten aufgeworfen, so daß sie . für ihre Anhänger eine unentbehrliche Hilfe werden mußte.. Die katholische Kirche hat, in ihrer Weise, für das Volk , gekämpft, der Protestantismus hat des öfteren begütigend einzuwirken gesucht, aber er wich beklagenswerterweise schrittweise zurück und räumte den Hxniptteil der Arena.

Es ist daher in hohem Maße berechtigt, wenn die evan­gelischen Gemeinden selbst anfangen, die Hand ans Werk zu legen, um für die evangelische Sache, die zugleich die Sache des Kulturfortschritts ist, einen Kampf zu führen. Eine Crnenernng des protestantischen Wesens /atm sehr wohl ans einer freien und freudigen Betätigung der Laienwelt hervorgehen. Ob es aber rätlich ist, in Reso­lutionen wie in Worms Klage über den jetzigen Zustand gar so laut anzustimmen, erscheint doch zweifelhaft. Was hat es für einen Zweck, stets Konstatiertes noch einmal zu wiederholen, baß man nur ja im! anderen Lager darüber jauchze. Es gilt vor allem, jn deutlicher Weise zu den einzelnen Tagesereignissen klar und entschieden Stellung zu nehmen, zu zeigen, was das evangelische Volkselement über gesetzgeberische Pläne und Maßnahmen, über die Mißachtung christlicher Grundsätze im sozialen Leben, bei irgend welchen Anlässen, z. B. auch in kolonialen Fragen, denkt und empfindet. Es fehlt die rein evangelisch-chrN- liche Kritik zu allem, was sich im Reiche und in den Einzil- staaten, im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben er­eignet. Man imuß zu den Menschen sprechen, wenn man sie für seine Sache erwärmen wrll. An dem Schwei­gen, das nun schon Jahrzehntelang andauert, leidet der Protestantismus als an seiner schlimmsten Krankheit. Redet man aber, so findet man auchVerständnis" und braucht sich nicht überGleichgiltigkeit" zu beklagen.

Damit ist auch der Schlüssel zur Lösung der zweiten Frage gegeben. Organisationen haben keinen Wert, wenn sie nur ein rein äußerlicher Aufbau sind. Nicht daraus kommt es |an, daß die Synodalen organisiert sind, sondern darauf, welche innere Kraft ihre Organisation haben kann. Der Wormser Beschluß zeugt nicht gerade von großer Zuversicht. Die evangelische Kirche bedarf aber, darüber dürste es keine Meinungsverschiedenheit geben, gar sehr der zusammenfassenden Organisationen und grade der Weg der synodalen Zusammenfassung ist unter den gegenwärtigen Umständen ein überaus empfehlenswerter Akt. Durch die Persönlichkeiten, die im Vordergründe der synodalen Bewegung stehen, ist die freiheitliche Cntwicklrrng des religiösen Lebens in keiner Weife gefährdet. Eine Beeinträchtigung der Giemeindefreiheit, des eigentlichen Le­benselements der evangelischen Kirche, erscheint als voll­

wurden die mit Jagdemblemen gezierten monumen­talen Bänke (oon Felderhoff) enthüllt. Der Kaiser unter­nahm einen Rundgang und verlieh Ordensauszeichnungen an Künstler und Oberförster. Ein Vorbeimarsch der Gardeschützen schloß die Feier.

Im Anschluffe an die Feier fand im königlichen Schlöffe eine größere Frühstückstafel statt, an welcher auch die Künstler, die Forstmeister und Oberförster teilnahmen. Der Kaiser hielt folgenden Trinkspruch:

Mein Glas soll gelten dem edlen Waid w erk und allen ehrlichen deutschen Waidmännern, und soll nrgleick ein Wort des Dankes enthalten für die Tättakeit der Forstmänner, die ficb heute um mich versammelt haben. Ich spreche ihnen meinen vollsten Dank und meine Anerkennung aus,, daß sie meine Ideen und Wünsche inbezug auf die Jagd, die WÜdpflege und das Waidweck mit Ausbietung aller Ihrer Kräfte zu ent­wickeln und zu fördern bemüht sind. Ich spreche vor allen Dingen den Herren meine besondere Anerkennung und meinen Dank auS, die mich auf meinen Pürschen begleiten und dieselben interessant und zugleich glücklich zu gestalten bestrebt sind. Wir alle folgen dem einen schönen Grundsätze, unser Wild zu hegen und zu pflegen, es waidmannisch zu jagen und in ihm, dem Geschöpfe, den Schöpfer zu ehren, wie es m dem allen guten deutschen Iagdspruch steht. Auf das edle Waidweck, auf alle edlen deutschen Waidmänner leere ich mein Glas mit einem kräftiger? Horridoh!" . .

Oberlandforstmeister Wesener erhielt ein Pvrträt de§ Kaisers mit seiner Unterschrift zum Geschenk.

Halter sagte ihnen, daß Macke am gestrigen Nachmittag zu ihm gekommen sei und wegen einer dringenden Geschäftsangelegenbelt um einige Tage Urlaub gebeten habe. Man habe ihr, der sieißig- sten Arbeiterin, diesen gewährt. Darauf habe sie ihre kleinen Ersparnisse, die sie der Kasse der Fabrik übergeben, abgehoben und sei dann noch eine zeitlcmg iit ihrem Arbeitsraume und in der Färberei gewesen. Daraufhin habe sie sich entfernt, mcm wisse nicht wohin. Öinn habe auch weiter niast cms sie gcWet.

In diesem Augenblick trat ein Werkmeister in das Bureau.

Entschuldigen die .Herren", sagte er,aber ich habe eine wichtige Meldung zu machen."

Was gibtS?" fragte der erste Buchhalter

Sie wissen. Herr Buchhalter", entgegnete der Werkmeister, daß ich die Arbeiten in der Färberei zu leiten habe und daß ich in meiner Werkstatt das Schränkchen mit Farben und giftigen Stoffen habe."

Ja was ist's damit?"

Ich halte den Schrank stets fest verschlossen und trage den Schlüssel stets bei mir. Nur während der Mittagspause lege ich den Schlüssel an einen versteckten Ort, da ja während dieser Reit niemand in der Fabrik ifi Als itf) geftern nun nach der Mittagspause in meine Werkstatt znrdckkehrte, sand ich den Schlüssel im Scpranle stecken. Ich erschrak Ich glaubte, ick hätte den Schlüssel stecken lassen. Andere Geschäfte nahmen mich dann in Anspruch .Heute morgen will ich Farbstoffe aus dem Schrank holen nnb da sah ich zn meinem Schrecken, daß ein Schächtelchen mit arsenhaltigem Pulver fehlt. "

Das ist sehr ernst, Meister!" rief der Buchhalter.Haben Sie Verdackt, wer das Schäckittlchen genommen haben lönnte?"

Ja. Es kann nur Macke Brandt gewesen sein, denn nur diese ist während meiner Abwesenheit hier in der Fabrik hewesen und wußte auch, wo der Schlussel über Mittag lag. Sie hals mir ja bei meinen Arbeiten und ich batte volles Vertrauen zu ihr."

Mit einem schmerzlichen AeclZzen sank der AmtSgerickstsrat auf einen Stuhl; Ferdinand war sehr blaß geworden und schonte ernst drein.

Studentischer Luxus.

Bei dem Rektoratswe chsel an der Leipziger Universität hat der aus dem ME scheidende Rektor Professor Dr. Bücher einige bemerkens- und beherzigens­werte Worte über den Luxus in der Studentenschaft gesagjt. Er hat u. a. ausgeführt, in den meisten Verbindunaen könne kaum noch ein Stiftungsfest gefeiert werden, das nicht mindestens drei Tage dauere; kostspielige Ausfahr­ten wechselten mit Festen und Aufführungen^ deren Vor­bereitungen allein die Beteiligten viele Stunden und Tags dem Studium entzögen; es habe sich geradezu ein Kodex des Luxus ausgebildet, der den studierenden junges Mann; einschätze nach dem, was er ausgebe: nachgerade müsste die Frage aufgeworfen werden, ov hier nicht ein Zurück­schneiden geiler Auswüchse, ein Zurückkehren zur alten.' Einfachheit des deutschen Studententunrs dem Verbirrdmrgs- leben selbst am meisten nützen werde.

Recht bemer^nswert ist, was die feudaleDeutsche Tagesztg", das Organ der deutschen Landedelleute, die bekanntlich ihre Söhne zumeist in deutschen Korps habens schreibt. Man höre: '

Rektor Bücher hat auf einen munden Punkt in unserem Stu- bentenleben hingewiesen. Man hat vor einiger Zett sehr tobaft und mit vollem Rechte über den Luxus, der -um Teil im Heer«, eingerissen ist, geklagt. Noch berechtigter und noch begründeter, scheint uns die Klage über den studentischen Luxus zu sem, schon deshalb, wckl er hier mehr noch als dort auf Kosten der Eltern getrieben wird, und weil gerade das Smdententmn in eurem innerlichen Gegensätze zu allem protzigen Luxus stehen müßte. Der Rektor Bücher hätte gut und gern noch manches binzusügerr. können. Nicht das ist der Hauptschaden, daß breitägige Studenten-- feste gefeiert werden, sondern der wunde Punkt liegt dann, toit sie gefeiert werden. Man überbietet sich dabei in einem künstlich gemachten, sinnlosen, mindestens gewaltig übertriebenen LuxnS, der den Genuß nicht gesteigeck, sondern beeinträchttgt, der ledigllch bestimmt ist, nach außen hin zu Wicken. Es ist eine Art deS Affentums eingeckssen, die früher gerade von den Studenten verhöhnt und bespöttelt wurde. Eine .Korporation sucht dfr andere zu übertrumpfen. Früher legte man Weck darauf, möglrchst flott, stramm, burschikos und waffentnckttg zu erscheinen, Kljt äfft man- bas blasierte, schlotternde, in sich zusarmnengesimkene Gigerltum nach Früher wollte der Studentf o r s ch" sein, heute legt er Wert darauf,patent" zu erfchcknen. Diese beiden Worte der ©tu- bent^nsprache bezeichnen am besten den Wechsel der Auffassungen. Es ist nun freilich eine alte Erfahrung, daß Kapuztuerpredraten besonders auf Studenten kreise nicht zu wirken pflegen. WaS getan werden kann und muß, das sollte besonders von den sogen.

Alt en Herren" geschehen. Das ist aber das Bedauerliche, daß diese A. H. in vielen Fällen den Hang zum LuxuS bei den

Korridoy!

Berlin, 2. Nov.

Heute vormittag wurden die I a g d g r ii p p e n am Großen Stern im Tiergarten im Beisein bc§ KaiserpaareZ feierlich enthüllt. Mit dem Kaiserpaare erschienen der Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich und die Prinzessin Viktoria Luise. Von Ministern waren anwesend Frhr. v. Hammerstein, v. PobbielSki, Frhr. v. Reinbaben, v. Budde. Unter den Eingeladenen waren auch zwanzig Forsimeisier und Oberförster aus den Revieren, in denen der Kaiser jagt. Unter Jan- farenklang wurden die Gruppen enthüllt (der Hubertus- brunnen von v. Uechtritz, die altgermanische Wisent­jagdgruppe von Schaper, die moderne Fuchsjagd von Haverkamp, die mittelalterliche Saujagd von Carl Begas und die Hasen hetze von Baumbach). Gleichzeitig

Der Mng.

Kriminal-Roman von O. Elster.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Wir danken wir brauchen Ihre Dienste nicht mehr", ent gegnete her Rat ziemlich schroff. ,/Und merken Sie fkch, Herr Kaspar Neugebanr, ich brauch« keinen Aufpasser, wenn er auch von meinen lieben Verwandten aus zärtlick>er Fürsorge für mein Wohl gestellt loirb"

Neugebaur lauste.Ah, Sie haben erraten . . r ,

Allerdings!" fajitc her Rat giftig.Machen Sie sich^weiter keine Arbeit und grüßen Sie meine Heben Verwandten.

Ich würde Ihnen doch raten, Herr Amtsgerichtsrat, mir mcht so schroff entgegenzutreten", entgegnete Neugebaur drohend.

Pah. ich weiß mit Leuten Ihrer Art umzugehen, Herr Neu-' gebanr! Ich kümmere mich den Kuckuck um Sie und Ihre De­nunziationen. Ich rate Ilmen, noch heute abzureiftn und meine Wege nicht mehr zu kreuzen."

Ich werbe Ihren Rat befolgen. Aber ich warne Sie noch-

Äbien, mein Herr. Ich habe keine Zeit mehr, mich Ihrer angenebnien Unterhaltung zn erfreuen."

Damit schoß der erzürnte alte Herr zur Tür hinaus. Ferdi­nand folgte ihm. ,, ,, , ,

Sie hätten doch nickst so schroff fein sollen, Herr Rat ,

sagte er. ,

Mag fein, baß ich mich habe hinreißen lassen, hesiwer zn fan, als'ig war. Aber ich kann dieses schleick-ende Gewürm nickst leiden. Was kann er mir an tun? Höchstens mir einen Prozeß anbängen. Darauf bin ich vorbereitet. Jetzt aber haben wir Wichtiger's zu tun, als uns um diese Kleinigkeiten zu bekümmern. Lassen Sie uns zur Fabrik gehen/' , <

In dieser fragten f*< nach Mane Brandt. Ter erste Buch,-

Aber was kann Marie Brandt mit dem Gift beabsickstigen?" rief der Buchhalter.Sie war eine brave, fleißige F«m, lebte. m geordneten Verhältnissen Herr Amtsgeckchtsrat, können Sie Auskunft geben?"

Vielleicht, meine Herren", entgegnete der Rat tief auf­seufz end.Ich fürchte, Macke Brandt hat Selbstmord verübt"

Aber weshalb?"

Ich kann Ihnen das jetzt nicht auseinandersetzen, Herr Buch­halter. Die Motive zu diesem verzweifelten Schritt, hängen mit Begebenheiten in dem früheren Leben der Unglücklickstn die nur dieser Herr da nnd ich kennen. Vor enter GerichtS- kommission werden wir Rede und Antwock stehen. Aber so weit sind wir ja nock nickt. Vor allem kommt es darauf an, dm Aufenthalt ober den Verbleib der Unglücklickpn festzustellen." *

Ja, der Gendarmecke-Posten muß benachckchttat werden!"

Gewiß. Die österreicknsckie Gendarmerie sowohl wie die preu- süsche drüben in Fckedriehstal. Außerdem muß an bas ^istrlich^ Vezicksgeckcht und an das königlich preußssche Amtsgericht Meldung eistattet werben. Wie man mir mitteilt, hat Macke.Bs^ud von hier aus die Straße verfolgt, ivcldie in das Böhmische hinein führt." , ....

Daun werden sie unsere Gendannm schon auffntoen ver­lassen Sie sich darauf!" _

Die Fabckkleitnug erstattete darauf die nottoendlgen "Meld­ungen und nach kurzer Zeit gingen telegraphische -derEk nam ollen benachbarten Genbarmerie-Pvsten ab nnb die Gendarmen diesseits und ienfcitS der Grenze machten sich auf die Suck-e nach der Veckchwundenen.

(Fortsetzung folgt.)

-Wie Maximilia n Sarden Blumentb al« Mit- arbeitet- wurde, ein nnfreiivin.net »roat unb rast dm Toten S?ihnen" dem dieSn Fun ft Sardens nack cdeu einen scharfen '< . ibebrief gewidmet hat o.i\\ ixrt siar

Blumenthal bei seinem jüngsten Aufenthalt i« Wien bei einem Interview verraten. Za. Sarden hat selber bet dem Werk ge-

Nr- ZÄH Zweites Blatt. 154. Jahrgang Donnerstag 3. November 1904

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-Anzeiger viermal wSchentlich beigelegt. Der MM- H Bku b W vk, W fclWx M. U U W W W

Missliche Landwirt" erscheint monatlich einmal. V NT V v