Ausgabe 
3.10.1904 Erstes Blatt
 
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3n beut KapitelS c r V t s t n r i s" seien 900 Positionen auS beu Städten um Erhöhung des Servis cingelausen. Der PrstDuftstcr von V?.uu vbaili fei der einzige Petent aus dein Wahlkreise biv . bg. 'Jaliau gclvcscn, da in Lauter bad) die Wohnungsmieten sei;r ijod: seien. Cr habe aber feine Petition lvieder zurüa gezogen, naa dem ihm bekannt wurde, baß in Ms selb die Beri ältnisse ebenso liegen. Demzufolge stehe Wallau diesem v ejcy in.cresselos gegenüber.

Beim Ersetz über die (S n t schädigun g n n schn ldig Verhäftet e r erivüHut Redner die ResoUUion Paasche, welche will, baß für Fälle, die um,, ans der Reichs lasse bezahU werden, in den einzelnen Bundesstaaten Betrage vorgesehen werden sollen.

Bei der Bc fteue r n n g der W etten habe eS Bayern fertig gebracht, leine Stenern zahlen zu müssen, da die M itglieder der R enn - re. ,V ereine nach dem Gesetz v < i Steuer befreit seien; dort seien diese Vereine üB raus stark. Es stehe ein neuer Gesetzentwurf in Aus­sicht, wonach auch die Vereinsmitglieder zur steuer bei Wetten heran gezogen um? eben; dieselbe werde den Gemeinden abgezogen und das Reich könne die dadurch zu erwartenden 34 Milt. Marl gut gebrai chen. Fern, r stehe eine Gesetzes­vorlage über die Bekämpfung der Reblaus in Ülussichü

Abg. Tr. Wallau spricht noch kurz über seine Tätig­keit im Reichstage. Bon den 100 Sitzungen habe er 93 besucht, für die übrigen habe er sich Urlaub vom Präsi­denten erwirkt infolge dringender dienstlicher Anwesenheit in Lauterbach. Soviel in seinen Kräften stehe, habe cr den Wahlkreis vertreten, und die annnsende Versammlung be­lohnt dies durch ein kräftiges Bravo und Erheben von den Sitzen.

Zrrr Diskussion wurde das Wort nicht verlangt. Tie Rede Dr. Wallaus dauerte l1? Stunden.

Aer Aufstand in Aeutsch-Südrvcstajrika.

Die Schutztruppe für Südwestafrika erhält eine abermalige Vergrößerung durch die Errichtung eines besonderen Eisenbahnbataillons, an dessen Spitze der Major Bauer, bisher Kommandeur des 3. Telegraphen­bataillons, tritt. Außer diesem Stabsoffizier sind drei Haupt­leute, zwei Oberleutnants und sieben Leutnants, bic durchweg den Verkehrstruppen angehören, und cm Stabsarzt als Ba- taillonsarzt zu dem neuen Truppenteil lommandlert. Ferner enthält da§Mil.-Wochcnbl." die Meldung von der Er­richtung eines Feld Vermessungstrupps der Schutzlruppc. Zum Vcrmefsungsdirigenten ist der Hauptmann Albert von Hahnke vom Großen Gencnalsiabc ernannt, dem zwei Lbcr- leutnants als Trigonomcter und sechs Oberleutnants als Topographen beigegeben werden. Diese Offiziere treten erst Mitte Oktober zur Schutztruppe, während die des neuen Eisenbahnbataillons bereits im September in der Schutzlruppc angestellt worden sind.

Wie Generalleutnant v. Trotha soeben berichtet, hat cr mit der drahtlosen Telegraphie nach dem System »Telesunken* noch auf eine Entfernung von löt) Kilo- Metern tadellose Verständigung erzielt. In Anbe­tracht der Terrainverhältnisse und der schwierigen Lage, in der sich unsere Schutztruppen im Kampfe mit den Hereros befinden, zeigt dieses Resultat, welche bedeutende Rolle die Funkentelegraphie im Kriege zu spielen berufen ist.

Tas Etappenkommando meldet aus Okahandja, daß die Verbindung mit dem Oberkommando durch Gewitterregen feit vier Tagen unterbrochen ist.

Deutsches Reich.

Berkin, 2. £ft. Tie neue Mittelmeerreisc des Kais ers^wird auf ärztliches Anraten cr-. folgen, da die Seeluft sowohl im Frühjahr im Süden wie im Hochsommer im Norbert besonders günstig auf den Ge­sundheitszustand des Kaisers einwirkt. Tie Reise findet anfangs nächsten Jahres nach der Hochzeit des Krou- prinzen statt.

TieNordd. Allg. Zlg." schreibt über den Besuch des Ministers Giolitti bei dem Reichskanzler Grasen Bü­low: Als BegleitersMeinung bei solchen Begegnungen Pflegen allerhand Gerüchte in Umlauf zu kommen. Die von ihrem Zweck und dem Inhalt der geführten Unter­redung zu berichten wissen. In Wirklichkeit yat keine die beiden verbündete Mächte speziell berührende Tages- frage den leitenden Staatsmann Italiens bewogen, die Reise nach Homburg zu unternehmen. Vielmehr wurde er lediglich von dem Wunsche dorthin geleitet, einen Ge­dankenaustausch, über die allgemeine Lage zn pflegen, einem Wunsche, der im Hinblick auf das fort­dauernd vertrauensvolle und unerschüttErt bundestreue Verh ältnis zwischen Deutschland und Italien keiner besonderen Begründung bedarf. Mit Besrie-

2ie schreckte zurück vor dem Gedanlcn, der ihr urplötzlich durch die xseele schoß.

(Fortsetzung folgt.)

Siegfried Jacobsohn, Tas Theater der ReiMshauptstdt, Gehestet 2 Mark, Verlag von Albert Langen in München. Ter Verfasser giebt im vorliegenden, zur rechten Zeit erscheinenden kleinen Werke eine lritische Geschichte des Berliner Theaters von der Begründung des Deutschen Rei­chs bis zur jüngsten Gegenwart und betrachtet das WortThea­ter" im weitesten Sinne jassend, Dramatik, Sck-auspielkunü, 'Thea- rerokonorme, Puvlüum in ihrer Entwicklung. Er trägt dazu bei. Daß der gegenwärtige Stand unseres Theaterlebens denn in mehr als einem Sinne drückt, leider unleugbar, die berlinische bie geiamte deupchc Entwicklung aus recht begriffen werden tmtn; er ermogucht auch, zu erkennen, wohin eine künftige Entwicklung gehen soll und mup,. Tas; dies von einem stark pn- sönlra-en Temperament gestaltete Zeitbild somit nicht nur der kritischen Klärung Dienst leisten tonn, sondern auch mit der Fülle interessanter Eharokteristiten und Duails, die cs um­schließt, eine fesselnde Lektüre bilden wirb, ist gewiß.

Ein Telegramm au- Thorn meld.:: das von Fellner und Helmer sür 450 000 Mark neuerbauteStadtt Heater zu welchem staatlicher^cit- ein Bmrzusch.ist von 150 000 Mark gewährt und dem eine kaiserliche Subvention ton jährlich 10000 Mark zuteil geworden, n urd -

im Deüein des berptu.loenten Delbrück eingeweiht. Nach der Festansprache des Oberbürgermeisters Dr. Kersten' gelaugte ein dramatisches Festspiel:Als die Preus; n tarnen" vom ßkb San'wt^rat Dr. Lindau--rHorn unoWallensteins Lager" zur Darstellung. Das Festspiel b handelt den Ucbcrgang Thorns aus polnischer Schutzherrsck-ast unter die Oberhoheit Preußens im Januar 1793.

* Am 1. Oktober merte der Kunsthistoriker, Prosesso» Ferdinand Luthmer das Soiähriqe Jubiläum als Direktor uei Üansts.ewerbejchule zu Frankfurt a. M. (Luthmer ist, wenn wir »acht irren, beteiligt gewesen an der Zeichnuna der Pläne für cen jetzigen Umbau oes Gießener Bahnhofsgebäudes. T. Red. d. Gieß. Anz.)

bigung kann sestgcstellt werden, das; die ^vicdcrholten i iugcien Besprechflängen des Reichskanzlers mit seinem Gasst' v ü i I i g e v E i n v c r n e h m c n über alle zur Erörterung gelangten Fragen ergeben haben, sodaß bei hervorragende italienisch^ Staatsmann aus Deulschlaud nach seiner Heimat mit dem neu gestärkten Bewußtsein zurückkehren konnte, daß wischen bei deutschen und italienischen Politik keine ? i f f c r c n z e n bestehen.

In sonst gut u nterrichkclen politischen Kreisen wird angenommen, baß bie Entscheidung über die Lippesche Angelegenheit nicht )obcilb erfolgen bürste. Der Bundesrat als bie Vertretung der brutschen Bunbesfürst.en imb freien Städte hat sich zwar zur Entscheidung ber- arogcr Thronstreitigkeiten sür zuständig erklärt, in Wirk- 1 iiljli it aber werden die b c u t f dj,e n F ü r st.e n bies m a l p c r s v ti 1 i ch b e r u f e n sein, i h r Urteil abzugeben. Bis dahin wird sich Lippe überhaupt nicht im Bundesrat vertreten lassen, womit bic Frage nach der Legitimation seines Vertreters gegenstandslos wird. Der Wieg des schiedsger i chtlicheu Verfahrens wird nicht mehr beschritten werden.

Bon einem neuen Proteste gegen die geplante Ordnung der o ld en b ur g is che n Thronfolge wird derlVoss. Ztg." aus Olocnvurg derich-tet: Eine Gräfin s)Ji eher au- Dresden-Striesen hat ihrer Meinung nach Anspruch auf die Herrschaft über die getreuen Olden­burger. Sie ist jedoch bereit, bic Ansprüche gegen eine Entschädigung kbzrureien. TiePrätendentin" fängt mit der Zeit von 58 vor Christus an, um ihre Ansprüche zu rechtfertigen. Der R a m e Meyer, den sie fuhrt, u n t e r ft ü tz t s e h r ft a r 1 ihre A nspr ü ch c, beim er beweist oic Abstammung von bcu Hausmeie ru ber Mero­winger und damit alles klebrige. Ob er allerdings die Lanolagsvr.cn our Anerkennung der Ansprüche ber Nachf- Fominiii Pippins des Kleinen bewegen wird, ist noch zweifelhaft.

(Xycer unö Arotte.

Wegen Duells pensioniert. Ter Oberleutnant Balduin Hagen vom 17. Infanterieregiment ist laut Militär- Verordnungsblatt mit der gesei.lt .en Pension verabschiedet worden. Laagen wurde erst im Juni 1904 vom 8. zum 17. Jnfaut.-Reg. Versel , nacktem int genannten Monat vor dem Äiegsgericht der 8. Jmomirlc-Brigade in Metz eine Verhandlung gegen ihn stangcsundcn l>at, naa> loelcher er wegen Zwciiauipss mit tvbliajen Waswn zu zwei Monaten Festung- n verurteilt wurde. Hagen l at sogleich uiiic Strafe angcireten und wurde uunmehr, nach­dem er aus der Hast entlassen ist, pensioniert. Hagen, der von einem Kameraden beleidigt wurde, hat diesen gefordert, woraus das Duell auf Pistolen ausgeiragcn wurde; das Duell verlief indes unblutig.

Die aus einem Bataillon bestehende Garnison von von dort beri stet wird, bisher aus den Namen des neuen Regenten Grafen Leopold noch nicht vereidigt worden. In Detmold wird ange­nommen, daß die V icidigung aus den Namen des Grasen Leo­pold vor: ujig überhaupt nickn statijinden ivcrde. Die Er­klärung für das Hinaus schieben der Eidesleistung dürfte darin zu fuu>en sein, daß gegen die Aach folge des OJrafeu Leopold in der R:g.::tst ein Proic st von Schvumburg-Lippe vor­liegt. Mit du jein Einspruch i 'l die Möglichkeit gegeben, daß dem El ras en Leopold das Rechi zur Nachfolge in der Regent­schaft abgesprochen roird. In diesem Falle müßten die Truppen, die eben erst einen Treueid geleistet haben, von ihrem Eide wieder entbunden werden, und sie müßten aufs neue vereidigt werden. Um dieses Verjähren zu vermeiden, wird man vorläufig von der Vereidigung Abstand genommen haben.

Kolonialposr.

Zu den bereits gemeldeten Unruhen a in Kongo berichtet der PariserEclair" sagendes über den Ucberfall der, der Jbeni-Gesellschaft gehörigen, Faktorei am 7. April: Beide lvciße Angestellte konnten sich mit knapper Not retten, desgUich.u die Leute einer zweiten Faktorei. Am 5. und 15. Juli überfielen bie Schwarzen eine Ebrenzwache und töteten vier Belgier. Am 29. Juli rourbt' ioied.rum eine Faktorei angegriifen und von 5000 Aufstandisä-en belagert. Die beiden Franzosen, k-.idx mit bet Leitung der Faktorei betraut luarcn, hielten Stand bi- aus Brazzaville Unterftü&ung kam. Heber den Grund des Aufstandes erfuhr derCclair", daß diesmal nickst die Steuererhebung, sondern die schlechte Behand­lung der Eingeborenen seitens der belgischen Handels- Angestellten der Grund k r. Kommandant Gcntil wurde mit der Unterwerfung des Ausstandes betraut.

Mailand, 2. Lkt. Tie Generalversammlung der oft» afrikanischen Kolonial-Geseklschaft in Benadir verlies äußerst stürmisch. Da- Jahres-Defizit beläuft sich auf 184 000 Lire. Es wurde mitgeteilt, daß die Eingeborenen noch immer Merca belagern, sag die Verproviantierung der dortigen Truppen äußerst schwierig sei und zuletzt durch einen deutschen Dampfer erfolgt sei. Tic Beschlnsjsassung über das Fortbestehen der Gesellschaft mürbe vertagt.

Aer Krieg zrvijLeu ^apan unb ZLußland

Ans der Mandschurei.

London, 2. Lkt. Tas Reul ersehe Bureau meldet aus dem Hauptquartier der Armee General Okus über Fusau vom 1. Oktober: Der erste jaPaNische Eisenbahn- zug ist heute nachmittag in Liaujang cingetrosfen. In einigen Tagen wirb ber regelmäßige Dienst eingerichtet sein. Die erften Züge führen Lebensmittel, Munition unb Eisen- bahnmaterial mit sich

London, 2. Okt. Nach einer Reutermeldung aus Tschifu vom 2. Oktober haben, wie Chinesen melden, am am 28. unb 29. September heftige Kämpfe westlich von Liauteschau in der Nähe ber Taubenbucht statt- gesunden, bei welchen die Russen vergeblich versuchten, sich der Geschütze großen Kalibers zu bemächtigen, welche die Japaner dort aufgestellt hatten.

Port Arthur.

Mukdcn, 2. Okt. Hier ist der aus Port Arthur über Tschifu entkommene russische Leutnant Prinz Radziwill ein- getroffen. Er berichtet, das; die Garnison und die Zivilbevöl­kerung der Festung geiund sind und reichliche Verpfleg­ung haben. Es wird allerdings zuweilen Pferdefleisch ausgcgeben, aber nur, um die besseren Fleischsorlen für die Verwundeten aujzuspareu. Die Versorgung des Platzes mit Trink wasser ist nicht gefährdet, weil in der Stadt ein Destillierapparar Uuil;aiibcii ist, der täglich 20 000 Eimer gutes Wasser liefert. Auch haben die Kriegsschiffe solche Apparate an Boro: ferner gibt es viele Zisternen zur Ansammlung des Regenwaffers und einen Teich mit gutem Wasser. Immerhin ist in den Erg.wmf jen de- letzten Stunuaugriffs ein erheblicher Fortschritt der Japaner zu erblicken.

London, 1. L'ti. An- Tschifu wird gemeldet, ein Teil von Togos Flotte bejinde ilck in der Nähe von Tsingtau und i/atroulherc Dor der Kiautschau-Bucht, angeblich um die eventuelle Flucht russischer Schifte dorthin zu verhindern.

Kaiser Wilhelm schreibt eine Belohnung au8.

Berlin, 1. Lu. v>n den Hafenstädten de- gelben Meeres ilt dieser Lag b.lanut gegeben lvorden, daß der deutsche .\(aner eine Zelohnung von U) 000 Marl' für die Ausfindung pvj verjci o'llenen oeutjchen Äiarine-Attachecs von Gilgen- deimb ausgesetzt bat.

Für den Prinzen Friedrich Leopold treffen noch immer in Schloß Glienicke bei Potsdam Ausrüft- ungsgegcustl'i ide zu feiner vorläufig aufgcfdxobencn Reise inS ruf fische Hauptquartier auf beut ostasiatischen Kriegsschauplatz ein. Es ist ein bedeutendes Warculager, das der Prinz mitnchmeu wollte. Darunter befinden sieb unter anderem für etwa 700 bis 800 Mark Haudstlmhe, für ca. 50 Mark Frostsalbe, eine größere Anzahl Rasier- und Hühneraugemncsser und nament­lich viele Paar Stiefel. Von diesen besitzt der Prinz in Schloß Glienicke überhaupt einen so reichlichen Vorrat, daß ein ganzes' Zimmer damit vollgepfropft ist. Es mögen wohl ca. 800 Paar stiefel, meistens Reiterftiefel mit Sporen sein, die sorgfältig geordnet in Regalen stehen.

Aus Stadt und Sand.

Gießen, 3 Oktober.

* Empfang Se. Kgl. Hoheit der Großherzog empfingen am 1. Oktober u. a. den Bauinfpektor Heyer unb ben Landgerichtsrat Neuenhagen, beide von Gießen.

Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben den von dem Frei Herrn Schenck zu Schweinsberg- Rülfenrod auf bie evangelische Pfarrstelle zu Ober-Breiden- bach, Dekanat Alsfeld, präsentierten Pfarrverwalter Paul Vogt für diese Stelle bestätigt. Dem Forstwarten der Gcmeindeforstwartci Treburer Obcnvald, Konrad Luley II. zu Treburer ForsthauS, wurde auS Anlaß seiner Versetzung in ben Ruhestand der Charakter alsFörster" verliehen. Slcueraufseher Joh. Weihrauch in Mainz wurde zum Psandmeister in Nidda ernannt.

** Zu Lehranrtsassessoren ernannt wurden, wie uns ein Drahtbericht aus Darmstadt rnelder, folgende Lehramts<lkzessi.sten: F-riedr. Balser-Friedberg, Ferd. Dreher- F-riedberg, Aug. E cke lüAlsfeld, 'Dr. W. Brünrnger - Laubach, Herrn. Sandmann- Laubach, Konst. Schüler- Butzbach,, Dr. H. Stock hausen- Schlitz, Ludw. Weber-Gießen, Walter Wimmenauer- Gießen und Otto Weider-Lauterbach^.

** Hessisch-Thüringische Staats! otterie. Bei ber heute fortgesetzten Ziehung ber 6. Klasse wurden folgende Gewinne gezogen: 10 000 Mk. auf Nr. 25832 87137, Ge­winne von 5000 Mk. aus Nr. 14759 32461 3649b 64197 85270, Gewinne von 2000 Mk. auf Nr. 3065 3458 6555 8713 17317 28769 44460 51654 53466 54171 66671 59108 69282 71124 71680 82991 88964 90677. (Ohne Gewähr.)

* Gießener Volksbad. Im September wurden 8898 Bäder verabreicht gegen 10513 im August 1904 und 8597 im September 1903, ober im Durchschnitt pro Tag 297 Bäder gegen 339 im August 1904 unb 307 im Sep­tember 1903. Der Besuch hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad 4257 Männer, darunter 791 zu 10 Pfg.,

, 1314 Frauen, , 239 , 10

Wannenbäder 1. SUaffe 264 Männer, 97 Frauen,

, 2. 583 , 435

Dampf- unb Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 145 Männer unb 19 Frauen, Brausebäder 1508 Männer und 276 Frauen. Die Personenwage wurde von 280 Per­sonen benutzt, das Bad von 5 Personen besichtigt.

"Versammlung vonKrankenkassen-Beamten. Im EafH Ebel tagte gestern die Bezirksgruppe Hessen unb Hessen-Nassau des Verbandes der Beamten der Kranken­kassen und Berufögenossenschaften Deuschlanbs. Die Versammlung war außerordentlich gut besucht. Auf ber Tagesordnung stand u. a.. bas Referat des Vorsitzenden der Ortskrankenkasse Frankfurt a. M. über ben Münchener Krankenkassenkongreß unb inSbesonbere über bie bort gefaßten Beschlüsse bezügl. der Anstellung, Befolbung unb Pensions­berechtigung der Kassenkranken. Der Referent führte aus, baß bie auf bem Breslauer Kongreß im Jahre 1903 gewählte Kommission ein Gehaltsregulativ eingebracht hat, wonach für Deutschland vier Servisklassen geschaffen und Mindestgehälter festgesetzt wurden. Als Vorbild hatte ber Kommission der Buchbnlckcrtaris gebient. Bezüglich der Anstellung sei ein Vertragsentwurf vorgelegt worben, nach welchem beiben Teilen im Falle einer Entlassung Rechnung getragen sei. Für bic Rcliktcnvcrsorgung hat diesmal noch nicht eine allgemeine Institution geschaffen werben können, jeboch sei berjenigen Kaffe, welche in der Lage seien, jetzt schon mehr in bieser Hinsicht für ihre Beamten zu tun, geraten worben, nicht zu warten, sondern sofort auch diesen Punkt zur Ausführung zu bringen. Die Vorlage ber Kommission war schließlich inifc großer Majorität angenommen worben, jeboch nicht ohne eine kräftige Opposition. Es sei nun noch Sache ber Kommission, baß bie Beschlüsse beS Kongreffes ausgeführt würben. In ber an den Vortrag sich anschließenden Diskussion wurde von ben meisten Rednern geklagt, baß gerabe von ben Arbeit­nehmern in ihren Bestrebungen ber größte Wibcrstanb ge­leistet wurde. An den Vortrag schloß sich ber Geschäftsbericht bes Vorstandes, bie Wahl des Vorstandes sowie des Ortes des nächsten Bezirkstages an. Als letzterer wurde Mainz ge­wählt; ber alte Vorstand wurde wiebergewählt. Nach ber Sitzung versammelten sich bie Teilnehmer zu einer gemüt­lichen Zusammenkunft im Felsenkeller.

C. Verhaftungen. Der wegen Betrugs von ber Kgl. Staatsanwaltschaft Aschaffenburg steckbrieflich verfolgte Ar­beiter Johann Kamm aus Unter-Kreuzberg würbe hier ver­haftet unb nach Aschaffenburg eingeliefert. Verhaftet würbe gestern ferner ein fremder junger Mensch wegen ZechbctrugS in mehreren Fällen.

** Aus bem Bure a u des Stabttheaters. In ber morgigen Eröffnungsvorstellung bes Stabttheaters ist so ziemlich baL ganze Personal beschäftigt. In bem szenischen Prolog treten ber neue jugenbliche Helb Herr Lüttjohann unb bic neue Heroine Frl. Gartner auf. ImTalisman"- finb in Hauptrollen beschäftigt bic Herren Sanborff (König), Anbreas (Dinar), Habakuk (Lippert), Bcrenger (bc Giorgi),. Dioniedcs (Linzcn), Niccola (Ellen), sowie bie Damen Dülfcr (Magbalena) unb Nori (Pcita). Die Vorstellung finbet, worauf nochmals hingewiefen sei, außer Abonnement statt. Die erste Abonnenientsvorstellung am Freitag bringt Gustav Freytags klassisches LustspielDie Jo ur na listen". Nochmals werden bie alten Abonnenten bringenb gebeten, ihre Plätze so weit bics noch nicht geschehen sein sollte zu be­legen, ba bei ben zahlreichen Neuamnclbungcn mit anber- ivcitiger Vergebung nicht mehr zurückgehalten werben kann.

k Heuchelheim, 3. Okt. Am SmnStag abenb fand im Gasthauszmn Treppchen" eine Versammlung statt, welche von den beiben Gabelsbcrgerschcn Stenographen-