Ausgabe 
3.9.1904 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

ich

Mente u fUe aller

Sie hm;jNen

®<l, 3f'hmlafle25

> Rekurs«

05038 Hi*«, »achermeijtn.

rum ggmirdTHl [Ogg

mtae Leidig, bleib! .'Tramfl einige Tage chlosiea.«

h Saflerteüuog ^ü-omMeG jirfa jy xriatytn. ua, Ärgtzr. 11

Ueciti m» t)t4 E- . ttmeb rmeö jr» :c Heuten Fabü- mM,M»er-achrkL jUff. d.«M le Ke Ru-rlM i 1500 qm, M ck

ÄpetiBL ObL rr.'hrartn&t 75, rchühmchtl tir-aen rchuhmt Utul il Gelegt .7 Onednmg *

.r üitcrriAi ^owagderfE ,4,» Vtr.tn^' iSÄT

!«kvchene tz^chov JL nehme td) F

e*w*

r i^A sojL

ytntid) <orl

ji«) $1 vrn, ld>W tttn >n '

ärtSü- r

Wr. 207 Zweites Blatt 154* Jahrgang Samstag 3. September 1S04

Erscheint küglich mit Ausnahme de» Sonntags. T O ro A

-_______ Ä «dgL^ .ZK X. idL AZK Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch«

Die Lietzener SamilienMätter werden dem ffl WW R ETCh FW IJ'j LdU MU Univerfitätsdruckerei. R. Lange, Dietz«.

^LZ IV II V I l V > W# I t | W- i-U ^öattton. erpeMtiDn u.S)ru<Ieret Schülp

tzM XyF *cL yit*6L Telegr.-Adr.i Anzeiger Dietzen.

General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Dienstag finden Vor-

Kinderarbeit.

Den

wird mitgeteilt, daß am

b

um sich unkenntl ffludpt vollständige 3»cnhii'i Kleide, weißem Hut und we

owie Sonntag, Montag und tellungen statt.

* Landwirtschaftliche Lehrern an unseren Volksschulen

15. November im ganzen Deutschen Reiche Erhebungen über die Beschäftigung von Kindern in landwirtschaftlichen Be­trieben angestellt werden. Bei den Ermittelungen soll die Tätigkeit der Kinder vom 15. November 1903 bis 14. No­vember 1904 berücksichtigt werden. Ein besonderes Augen­merk soll darauf gerichtet werden, ob Kinder in der Ferien­zeit mehr als sechs Stunden beschäftigt sind. Wenn die An­gaben der Kinder unklar sind, können auf Anregung der Lehrer durch die Kreisbchörden und Gemeindevorstände die Angehörigen der Schüler vernommen werden. Die Ermitte­lungen werden als Grundlage für einen Gesetzentwurf, betr. die landwirtschaftliche Kinderarbeit, verwertet werden.

St. Lich, 2. Sept. Wiederum veranstaltete der hiesige Stenographenverein im Holländischen Hof eine patrio­tische Gedenkfeier anläßlich der Schlacht bei Sedan. Gestern abend beginnend, währte sie bis in die ersten Morgenstunden des heutigen Tages. Nach dem Gesänge patriotischer Lieder hielt Finanz-Aspirant Gg. Keck die Festrede, die mit einem Hoch auf unsere Armee endigte. Anknüpfend an die Ereignisse um Metz schilderte der Vortrag den Verlauf und die Be­deutung des Sedantages, trat für eine Friedenspolitik, nicht aber für eine Politik des Friedens um jeden Preis ein und schloß mit einer Mahnung an die heutige imb zukünftige Generation, das zu erhalten, was unsere Väter mit Blut und Eisen geschmiedet haben. Auch noch andere Herren hielten Ansprachen.

bf. Friedberg, 1. Sept. Heute wurden durch Kreis­rat Fey folgende Feuerwehrleute für 25jährige Dienstzeit mit Orden und Ehrenzeichen ausgezeichnet: Feuer«ehr-Hauptmann F. Damm, Feuerwehr-Inspektor E. E. Müller, Jean Kissel, G. Schneid, Herrn. Strauß, Heinr. Hohmann, Christ. Haustein. In Paetows Garten folgte dann ein feuchtfröhliches Beisammensein.

(?) S e l t e r s, 2. Sept. Gestern sand die erste G e m e i n d c- Versammlung zur Besprechung der Beteiligung an Anteil­scheinen der Gewerke Selterö zur Errichtung des geplanten

Auf polizeiliche Anordnung hin halten die Gendarmen Amtliche Landstraßen des Kreises Saarbrücken e s e tz t, um die stüchlige Prinzessin Luise, falls sie dort durch- ahren sollte, festzuhalten.

In sehr geschickter Weise haben die Flüchtenden in Elster alle Spuren verwischt und so die Versolgung beträchtlich erschwert. Wie lestt feststeht, hatten die Flüchtenden in einem Stubenmädchen des Hotels Wettiner Hof die uneinigste Helferin. Dieses verein­barte die letzten Details des Flmistpr»gr«nmS mit der Prinzessin und verschaffte ifyr auch den Nachschlüssel »ur Orffnung der Gürten tür. Weitzer aus Graz batte am 'agc vor der Flucht in der Apotheke eine ganze Anzahl von H a a r f ii r be Mitteln ge­kauft, die von der 9>

Kus Stadt und Kaud.

Gießen, den 3. September 1904.

Ordensauszeichnung. S. ft. H. der Groß. Herzog haben Allcrgnädigst geruht, am 24. August dem Bau- rat Dr. Eser zu 'Bad Nauheim die Genehmigung zur

Deutsches Deich.

"B' T." lieft man:Kaisev yVjy trotz seiner grundsätzlichen Beharrung Bei ÄfhJe .18fi(ßJefee Geregenheit vortibergehen, ohne baß es nicht an iBtn liegt, wenn die Au s sS hn- «h JLT H?use Wels nicht zu stände kommt.

® m b e- auf dem Dempelhofer Felde die innge Großherzogin von Mechlenburg-Schwerrn, die Tochter des Herzogs von Oumberland und Enkelin des Königs Georgs V öon Hannover an der Seite ihres Gemahls zu Pferde in Dragoner-Umform erschienen. Biel Bemerft wurde die Be- sondere HerAlrchkert und Mtterlichkeit, mit der Kaiser Ml- der Zungen Wvlfentochter Begegnet«. In der Suite wurde der ganze Vorgangs der außerordent- erv«gte allgem«in als ein Beweis für die Absicht des K-nserZ gedeutet» dem Hause Wels damutun daß er jederzeit M einer Versöhnung Bereit ist. soBald man auf welsischer Seite geneigt ist, sich, in die Ereignisse von 1866 und 1870 fru fügen. (Vgl. den Besonderen Artikel über die große Berliner Parade.)

Berlin, 2. Sept. Zu der Frage, weshalb der Kai. (er der an chn .ergangenen Einladung des Bauvereins für Bte Protestationskirche in Speyer zu der Einweihungsfeier nicht durch persönliches Erscheinen entsprochen hat, wird mitgeteilt, daß es Grundsatz des Kaisers ist, daß an Einweihungen oder ähnlichen Festen, die in außerpreußischen GeBie- ten des Reichs vor sich gehen, dar Reichsoberhauvt sich persönlich nur dann Beteiligt, toeitn im einzelnen Falle eine ausdrückliche Einladung des Betreffenden Landesherrn vorlregt.

Der hiesige Marineattachee der französi­schen Botschaft hat sich nach Wilhelmshavem be­geben, ihm ist gestattet worden, die dortige Werft zu besichtt gen.

Der gegenwärtige Gesundheitszustand des rsten Herbert Bismarck soll viel zu wünschen übrig lassen. Der Fürst kränkelt seit einiger Zeit.

Vorgestern starL zu Altenhagen in Pommern Graf Otto zu Solms-Rödelheim und Assenheim, Erbtruchseß in Neu-Vorpommern, Mitglied des preußi­schen Abgeordnetenhauses. Der Verstorbene war am 5. Juni 1829 geboren. Nachdem er als Major beim Regiment Garde du Corps seinen Abschied genommen hatte, widmete er sich der Bewirtschaftung seiner Güter. Er war ein Oheim des regierenden Grasten Franz zu Solms-Rödelheim.

Dr. v. Behr, der zum Kabinettssekretär und Schatullverwalter der Kaiserin ernannt worden ist, war früher Leutnant in Plön. Dort hatte die Kaiserin wiederholt Gelegenheit, die administrativen Gaben dieses Becnnten kennen zu lernen, v. Behr arbeitete zunächst als Assessor beim Polizeipräsidium in Frankfurt a M. und wurde 1897 mit der Verwaltung des Landratsamtes in Plön betraut. Am 14. Januar d. I. wurde er zum dienst­tuenden Kammerherrn der Kaiserin ernannt. Am 17. Fe­bruar nahm er Abschied von Plön. Er ist Großgrund­besitzer auf Pinnow in Pommern. Kammerherr Dr. jur. Carl Friedrich Ludwig von Behr ist. 1864 zu Pinnow im Kreise Greifswald geboren und hat sich 1888 zu Wiesbaden mit Freiin Diana Eliza Hermine Vincke, geb. 1868, ver­mählt, deren Bruder mit einer Tochter derLandgräfin von Hessen verheiratet ist.

Schwerin, 2. Sept. Justizminister Dr. v. Ams- berg ist aus Gesundheitsrücksichten auf sein Ansuchen in den Ruhestand versetzt worden.

Ausland.

London, 2. Sept. Die St. James-Gazette meldet: In Anbetracht der Herstellung eines besseren Einver­nehmens zwischen Deutschland und England wird eine Deputation englischer Vertreter des Handels von ntindefwns 200 Teilnehmern Ber lin im April besuchen.

Brüssel, 2. Sept. DieAgence Havas-Reuter" er­klärt auf Grund von Erkundigungen an zuverlässiger Stelle, daß der Kongo st aat in keiner Weise neue Be­festigungen errichtet, noch auch neues Geschützmaterial nach dem Kongo entsende. Anders lautende Nachrichten feien deshalb als tendenziös anzusehen.

P a r i s, 2. Sept. Die Polizei in Toul hat einen Mecha­niker mit Namen Gonichon, 33 Jahpe alt, verhaf­tet, welcher in den Geschützwerxen von Toul tätig war und der Spionage verdächtig ist Es wurden bei ihm mehrere kompromittierende Schriftstücke gefunden.

Olten, 2.Sept. Der internationale Ältkatho- liken-Ko ngreß wurde heute hier eröffnet.

Marienbad, 2. Sept. König Eduard ist heute nachmittag nach England ab gereist

Konstantinopel, 1. Sept. (Wiener K.-B.) Das Fest der Thronbesteigung des Sultans wurde hier in der üblichen feierlichen Weise begangen. Bei dem Em­pfang der zur Beglückwünschung erschienenen Kirchenober- häupter ermahnte sie der Sultan augelegentlichst zur Ein­tracht. Hier wurden verschiedene öffentliche Anstalten feier­lich eröffnet; auch fand heute die Eröffnung einer Teilstrecke der Mekkabahn statt.

Athen, 2. Sept. Nachdem die Frage der Bereinig­ung Kretas mit Griechenland bei den Mächten keinen Mn klang gefunden hat, wird der Zentralgouverneur von Kreta, Prinz Georg von Griechenland, der sich zurzeit in Italien aufhalt, den Mächten den Vorschlag machen, Kreta dem griechischen König zu übergeben.

Annahme und zum Tragen der ihm von Seiner Hoheit dem Herzog von Anhalt verliehenen Ritterinsignien 1. Klaffe des HauSordens Albrechts deS Bären zu erteilen.

** Die feierliche Ueberreichung der Meister­briefe an die Prüfungskandidaten, welche in diesem Jahre die Prüfung bestanden haben, findet am Sonntag, dem 11. September, vormittags */,ll Uhr in dem unteren Saale de§Cafe Ebel" statt.

** Die Anlagemusik am Sonntag vormittag um UV, Uhr an der Südanlage bringt folgendes Programm: 1. Ouvertüre zur Oper ^Cagliostro", von Adam. 2. Venus aus Erden! Walzer von Lincke. 3. Finale aus der Oper Aida", von Verdi. 4. Armee-Marsch 205 von Voigt.

" Konsumverein Gießen und Umgegend. Die Mitglieder werden nochmals aus die morgen nachmittag 3 Uhr bei A lbold im GambrinuS stattfindende Generalversammlung aufmerksam gemacht. Auch Frauen sind willkommen.

§ Vom Manöver. Die 49. Jnfmrtevie-Brigade ist jetzt vollzählig auf ihrem Uebungsgelände eingetrosfen! und. heute beginnt das Brigadeexer?,keren bei Steinbach- Schiffenberg. Gestern fand im Beisein des Korpskomman- deurs General v. Eichhorn, Divisionskommandeurs Frhrn. v. Gall und des Brigadekommandeurs Grafen v. Kanitz die Regimentsbesichtigung statt. Zuerst war ge­meinsame Gefechtsübung, woran sich die Parade schloß; um 2 Uhr kehrten die Regimenter in die Stadt zurück. Das dritte Bataillon der 115 er traf bei Großen-Buseck zum Scharffchießen ein und bezog in Steinbach und Hausen Quartier. Das 1. Bataillon ist gestern an gekommen, hatte ebenfalls Scharffchießen und ist mit dem Regimentsftab^ in Gießen einguartievt, während das 2. Bataillon in Watzenborn-Steinberg liegt. Die Brigadebesichtigung findet nächsten Freitag statt. Hier herrscht ein buntes militärisches Treiben. Es liegt 'jetzt darin das ganze Regiment 168 und das erste Bataillon 115 er im Ganzen 2000 Alaun, ohne bas Regiment 116 und mehrere Kavallerieabteilungen. Seit gestern sind nun drei MilitärLipellen hier! Bei Lich, Münzenberg, Arnsburg donnern seit Montag die Kanonen der 25. Feldartilleriebrigade. Die 61er liegen in Hungen und Umgegend, die 25 er in und um Lich und Münzenberg, die 21. Feldartillerie-Brigade (27 er und 63 er) übt z. £ bei Salzschlirf, die 50. Infanterie-Brigade 117 er und 118 er haben Z. ihr Brigadeexerzieren auf dem großen Sand bei Mmnz, die 42. Infanterie-Brigade übt bis zum'9. Sept, auf dem Truppen-Uebungsplatz bei Darmstadt-Griesheim. Die 21. Kavallerie-Bvigade rückt nächsten Dienstag aus der Garnison. Die 13. Husaren beziehen am 7. September in ihrer früheren Kaserne zu Bockenheim, am 8. Sept, in der Ulanenkaserne zu Hanau Quartier. Diese Brigade (13 er Husaren und 6 er Ulanen) bat drei Marschtags- übungen am 6V 7., 8. Sept., am 9. Sept, ist Ruhetag, und am 10. Sept, beginnt bei Fulda das Manöver. Me 25. hessische Division hat ihr Manöver in dem' Gelände zwischen Gießen, Butzbach, Hungen, Schotten, Ulrichstein, Alsfeld, Ehringshausen, Rornrod und Homberg a. O. In­nerhalb dieses Kpeises sind zahlreiche Proviantämter er­richtet, z. B. bei Gießen, Lich, Großen-Buseck, Burg-Gemiln- den, Zell-Romrod und Laubach. Große Vorräte an Heu und Stroh werden dort ausgeftapelt. S. K. H. der Großherzog trifft am 10. September im Romroder Schloß ein.

* Kunst-Arena. Unter starkem Andrang produzierte sich gestern abend die Familie Knie auf dem Brandplah. Halsbrecherisch tollkühne Künstler zeigten bei heller Beleuch­tung und unter den Klängen der Musik ihre Künste und e§ wurde mit Beifallsbekundungen nicht gespart. Auch heute,

Bad^8 statt. Vor zahlreich versammelten Gememdemrt- gliedern hielt Herr Albert Strauß als Vertreter des Bank­hauses Joseph Herz aus Gießen einen Vortrag. Redner wieS am Schluß seines Vortrages darauf hin, daß nicht nur die Gemeinde Selters, sondern auch die einzelnen Mitglieder sich durch Zeichnung von Kuxen an dem Unternehmen beteiligen mögen, damit mit der Inangriffnahme der erforderlichen Gebäude bald begonnen werden könne.

g. Büdingen, 2. Sept. Mit großen Schwierigkeiten hat man in unserem Kreise bei der geplanten Errichtung einer Kreiswasensammelmeisterei zu kämpfen. Der Bau der Anstalt, die in die Nähe des Bahnhofs Stockheim kommen soll, wurde schon 1901 beschlossen. Gegen die Errichtung an der genannten Stelle lief jedoch bald eine große Anzahl von Beschwerden ein, u. a. von der Kömgl. Eisenbahn­direktion, Stadt Ortenberg usw. Nach langen Verhandlungen kam die Sache vor den Provinzialausschuß, der zu Gunsten der Reklamanten enffchied. Der Kreis ergriff Rekurs gegen die Entscheidung beim Ministerium und zwar mit Erfolg. Jedoch sind in dem Ministerialurteil derartig schwer zu er­füllende Bedingungen enthalten, daß die Errichtung an der genannten Stelle sehr fraglich erscheint.

Frankfurt, 2. Sept. Die Tage der Raubmörder Groß und Stafsorst, die bekanntlich wegen Ermordung des Klavierhändlers Lichtenstein vom Schwurgericht zum Tode verurteilt wurden, scheinen gezählt zu sein. Wie aus Preunges­heim gemeldet wird, ist dort alles für die Hinrichtung der Raubmörder vorbereitet. Das Gerüst ist in aller Stille auf­gerichtet und außerhalb der Gefängnismauer hat man eine Anzahl Bäume gefällt, um Unberufene nicht in Versuchung zu führen, von einem solch erhöhten Sitze aus dem traurigen Sitte zuzuschauen. Da auch im Laufe der letzten Woche in Preungesheim telephonisch angefragt wurde, ob alles in Ord­nung sei, so dürfte der Raubmord schon in nächster Zeit seine Sühne finden.

pveisellWs bcnufit nrorbcu sind, ic Prinzessin Luise hatte zur Klent, MtdKitb aus braunem uibmantcl mit grünem Futter.

5>te Alucht der Minzesstn Luise von Koöurg.

.Ter BrüsselerPetit bleu" veröffentlicht einen längeren Artikel über bte Flucht der Prinzchsin, worin über das Ent­stehen des Planes folgendes 'mitgeteilt wnL. Bereits im Dezember 1902 hatte Graf Mattachich ein Komitee organi­siert, welches sich an eine belgische Gruppe wandte mit dem Ersuchen, die Flucht der Prinzessin moralisch und auch materiell zu untefitützen. Diese belgische Gruppe sagte anfangs zu unter der Bedingung daß die Prinzessin nach Belgien gebracht werde, wo sie verschi'edenen Psychiatern zur Untersuchung ihres^ Geistes­zustandes übergebe» werden sollte. Die Liga der Menschen­rechte hat sich ebenfalls mit der FluÄ der Prinzessin be- Mftigt. In einem Bericht heißt es, daß mehrere ehemällge Führer im östveichischen und deutschen Parlament sich der Sache der Prinzessin annehmen würden. Auch die fianzösische Liga der Menschenrechte gab ihre Zustimmung zu der Flucht. Der Pariser Korrespondent desPetit bleu" teilt seinem Blatt mit, daß Graf Mattachich ihm Einblick in verschiedene Briefe gegeben habe, wonach am 15. Juni eine Dienerin, die der Prinzessin sehr zugetan war, sich im.Hotel zur arünen Weide einlogierte, welches nur durch die Essenbahn von der Hellanstalt getrennt war, in der sich die Prinzessin befand. Auf diese Weise habe mit der Kammerjungfer als Vertreterin des Grafen Mattachich und der Prinzessin andererseits ein vollständiger Meinungsaustausch statt­gefunden. Weiter wird rwch berichtet, daß die Schwester der Prinzessin Luise, Prinzessin Stefanie, sich nnt ihrem Gemahl in St. YRoritz in der Schweiz befindet. Man nimmt an, daß die Flüchtigen sich dorthin begeben haben.

Wie aus sicherer Quelle mitgeteilt wird, sind die Prinzessin Luise und sihre Begleitpersonen bereits in Sicherheit. Die Prin­zessin beabsichtigt, ihre Leiden und traurigen Erfahrungen durch Publikation der Oessentlichteit zu übernntteln und ein von ihr in den letzten fünf Jahren heimlich geführtes Tagebuch teilweise veröffentlichen zu lassen. Wie von beteiligter Seite versichert wird, wurde das geplante Eingressen der Prin­zessin eine RevisiondesPrvzesses Mattachich bedingen. Verschiedene dem Prinzen von Koburg ergebene Personen er- ckreinen durch die Angaben der Prinzessin arg belastet. Die Publi­kation wird bereits in allernächster Zeit ersolgcu.

Man darf sich also auf einen neuen Mlichen Skandal, aus neue Verleumdungen gefaßt machen.

Prinz Philipp wollte g-ejbrn Strafantrag stellen und zwar wird er die Verfolgung Matkachiclis und die Zurück­bringung der Prinzessin Luise in eine .Heilanstalt verlangen.

Nach Privatmeldungen aus Zürich ist die Prinzessin Luise dort angekommen. Nach anderen Gerüchten hält ie sich bei dem Psychiater Pros. Forel in Genf auf.

Zwischen dem Vertreter des Prinzen von Koblirg, Dr. Bach- rach und dem Anwalt des Grafen Matachichs, Stimmer, fand eine Konferenz statt behufs Anbahnung eines gütlichen Vergleichs beider Parteien.

Von Seiten des Wiener Hofes werden keinerlei Schritd. unternomrnen. In der Wiener Aristokratie ist man überzeugt, daß das geflüchtete Paar bereits in Frankreich unter sicherem Schlitze wellt. Mattachich bekam häufig Geld aus Frankreich und dw ganze Flucht scheint von einem Teil der Pariser Gesellschair emgeleitet worden zu sein.

. Pariser Informationen sind Freunde der Prinzessin da» mit beschäftigt, dort eine Wohnnng für sie zu mieten imb zu möblieren.

Nach Genfer Depeschen wurden Priuzessm Larise imb Mattachich m K o n st a n z gesehe n. In Luzeni zickuliert beHarrkstb das Gerücht, die Prruzessin habe in dem dortigen ersten Hotel llirzen Aufenthalt genommen. In ihrer Begleitung tv>nr Mattacküch und eine ältere Dame.