Ausgabe 
3.8.1904 Erstes Blatt
 
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Meratim

Der Kupferstich" von Prof. Dr. Hirns W. Singer (Illustrierte Monographien. Velhagcn u. Klasina in Bielefeld und Leipzig, 4 Mk.). Das Buch ist, bei ernstester wissenschaftlicher Gründlichkeit, nicht zuletzt für den gebildeten Kunstfreund bestimmt, der sich über die Technik, der sich vor allem aber auch über die Geschichte der vornehmen .Kunst, über den Jünger, und ihre Entwicklung bis auf die Gegenwart- orientieren will. Ueberaus erfreulich ist der reiche bildliche Schmuck, der gerade bei diesem Buche so unentbehrlich "war. Die 107 Blätter, die den Text begleiten, sind mit prächtigem Verständnis ausgewählt, meisterlich reproduziert und geben in ihrer Gesamtheit auch ein Bild der Geschichte des .Kupferstich vom Meister des Amsterdamer Kabinetts' bis auf die Kunst unserer Tage.

Temperatur der Lahn und der Luft

am 3. August 1904.

Nach Reaumur gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr.

Wasser 20°, Luft 22°.

Albert R u b s a m e n.

WöchkoMe Nebkriicht drr TodksM in der Stadt Gikßeu-

25. Woche. Vom 12.-18. Juni 1904.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 (inkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 18,19

nach Abzug von 5 Ortsfremden: 9,45 °/Cn.

Kinder

Es starben an:

Zusammen: Erwachsene:

im

vom

Tuberkulose

1. Lebensjahr:

2.-15. Jahr

2(1)

2(1)

Krebs -

2 (2)

2 (2)

-

Keuchhusten

1

1

_

Bronchitis

1

1

_

Atrophie Knochenmark»

1

1

-

entzündung

1(1)

1 (1)

Altersschwäche

1

1

HK.

toll. Körperverletzung 1 (1)

1 (1)

-

Summe 10 (5) 6 (4) 3 1 (1)

Anm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.___________________

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldrmgen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 3. Aug. Zu der angeblich geplanten Abänderung des Reichstags-Wahlrechtes schreibt heute derVorwärts": Wir sind in der Lage, unsere bis­herigen Ausführungen noch weiter zu vervollständigen. Der Plan, der unter den Parteiführern zur Erörterung gelangt ist, geht dahin, daß das Reichstags-Wahlrecht bedeutend ver­schlechtert und andererseits das preußische Landtags-Wahl- recht ein wenig verbessert werden soll, so daß für beide

Parlamente ein und dasselbe Wahlrecht besteht. Man hofft durch Verbesserungen am preußischen Landtags-Wahlrecht die Opposition gegen die sehr erhebliche Verschlechterung, be­ziehungsweise Beseitigung des bisherigen Reichstags-Wahl­rechts abzuschwächen. Die preußische Regierung steht diesen Verhandlungen nicht nur freundlich gegenüber, sie sind sogar unter ihrer Mitwirkung geführt worden.

Ka-ise-rslautern, 3. Aug. DiePfalz. Presse" meldet aus Speyer: In den Ausrüstungsräumen des 2. Pionierbataillons erfolgte gestern abend bei der Herstellung von Sprengmunition mne heftige Explosion. Ein Teil der Sprengmunition kam zur Entzündung. Der Raum wurde vollständig demoliert. Der Unter- offtzier Suppinger und die Pioniere Müller und Holtermann wurden schwer verwundet. An dem Aufkommen Müllers wird gezweifelt. Ter die Aufficht führende Unteroffizier hatte sich kurz vor der Explosion einen Augenblick entfernt

London, 3. Ang. DieTimes" meldet ans Newyork: vVTt den Anthrazid-Koohlenbezirken steht ein großer Aus-' stand bevor. Der ^Verwaltungsrat der vereinigten Berg­arbeiter des ersten Bezirks beschloß, sofort den Ausstand beginnen zu lassen, falls die Kohlengesellschaften nicht die Forderungen der Arbeiter bewilligen.

Wien, 3. Aug. Rach polnischen Blättermeldungen haben anläßlich der Ermordung Plehwes vorgenommene Haus­suchungen der russischen Polizei ein ungemein reich­haltiges Material in die Hände geliefert. Aus den Vor­gefundenen Papieren geht hervor, daß ganzRußland von geheimen revolutionären Gesellschaften förm­lich unterwühlt ist, deren Organisation selbst die höchsten Kreise bis in die unmittelbare Nähe des Thrones einschließt. Das oberste Ziel der Revolution ist, den Zaren zum Verzicht aus die Alleinherrschaft und zum Erlaß einer freisinnigen Verfassung zu zwingen. Die Regierungskreise sind überzeugt, daß Rußland sich am Vorabend einer Revolution befindet und daß nur außerordentliche Maßregeln den Aus­bruch einer solchen verhindern können.

Wien, 3. Aug. Der Streik der Laftfuhrwerks- kutscher wurde dadurch beendet, daß den Streikenden von zwölf Bedingungen neun bewilligt wurden, darunter 25 Kronen Minimallohn, Sonntagsruhe und Aufhören der Stallwachen. Die Forderung auf Einführung einer llstündigen Arbeitszeit, sowie einer Kündigungsfrist bleibt einer künftigen Vereinbarung vorbehalten.

Petersburg, 3. Aug. Kuropatkin berichtet, daß die Armee Kurokis auf dem Wege nach Liaoyang an­fangs zurückgeschtagen worden sei. Tie russische Avantgarde warf die japanischen Vorposten zurück, mußte schließlich aber den Rückzug antreten. Das Korps des Generals Bilderling, des Nachfolgers des Generals Keller, hat sich auf das Haupt­korps zurückgezogen. Kuropatkin erklärte, er sei entschlossen,

emen Kampf aufzunehmen selbst gegen überlegene Streitkräfte. Man erwartet vor Liaoyang ein entscheidendes G-e- secht. Die Japaner gingen mit großer Schnelligkeit vor.

Petersburg, 3. Aug. Der Statthalter Alexetew wird sein Hauptquartier nach Wladiwostok verlegen. Augenblicklich befindet er sich in Charbin. Seit 8 Tagen werden die Vorräte an Munftion und Lebensmitteln, welche in Lraoyang aufgestapelt waren, nach Norden weggeschafst. Der Rückzug in nördlicher Richtung, welchen Kuropatkin gleich zu Beginn des Krieges befürwortet hatte, wird nunmehr beginnen.

Chicago, 3. Aug. Der deutsche Botschafter Speck von Stern bürg übernahm den Vorsitz des nationalen Beirats des germanischen Instituts der Northwestern Unioersity. Das Institut hat die Pflege der deutschen Sprache und der deutschen Kultur sowie die Förderung der 93e» Ziehungen zwischen Deutschland und Amerika zur Ausgabe.

Telephcmscher Kursbericht.

Fr

3l/8% Reicheanleihe . . 102.05 3% do. ... 89.80 3V,% Konsole .... 101.90 3% do.....89.90

3/2% Hessen .... 100.20 3*/,% Oberhessen . . .. 4% Oesterr. Goldrente . . 101.55 4*/6% Oesterr. Silberrente 100.50 4% Ungar. Goldrente . . 100.40 4% Italien. Rente . . . 103.80 41/2 % Portugieser . . . 61.95 3°/ Portugiesen.....61.55

1% C. Türken ....

Türkenlose.......

4% Griech. Monopol.-AnL 47.10

41/,% äussere Argentiner 43 40

ankiiert a X3., 3. August.

3% Mexikaner .... 27.35

Chinesen .... 89.60 Electric. Scbuckert . . . 106.00 Nordd. Lloyd . . . . 100 80

Kreditaktien ..... 200.40 Diskonto-Kommandit. . . 188.20 Darmstädter Bank . . 137.50

Dresdener Bank .... 153.10 Berliner Handelsges. . . 154.90 Oesterr. Staatsbahn . . . 134.80 Lombarden . ... 17.80

Gotthardbahn.....190.50

Laurahütte...... 252J)0

Bochum ....... 20525 Harpener......214L0

Tendenz: fest.

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Bekanntmachung.

Die am Jugendfest teilnehmenden Schülerinnen der höhere« und erweiterte« Mädcheufchnle versammeln sich Donnerstag den 4. August um ls/4 Uhr nachmittags auf dem Hofe der Bürgermeisterei.

Gießen, den 2. August 1904. B3/8

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

I. 23.: Eurschmann.

Bekanntmachung.

Die Benutzung des öffentlichen Brunnens im Philosophcn- wald ist bis aus Weiteres nicht gestattet, da dem Genuß des Wassers gesundheitliche Bedenken entgegenstehen.

Für das Jugendfest mtrb von dem städtischen Wasserwerk für Bereithaltung genügender Vorräte an Wasser zu Genuß- und Wirtfchaftszweckcn aus der städtischen Wasserleitung gesorgt werden.

Gießen, den 2. August 1904.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

I. V.: Eurschmann.

Gießener Volksbad.

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Bezüglich des Jugendfestes werden die Kameraden ge­beten, morgen, Donnerstag, nachmittags präzis 722 Uhr am Turmhaus anzutreten.

Uniform: Tuchrock und Mütze.

B7fl Das Kommando.

Submission.

Der Transport der Wäsche von der chirurgischen und Augen-Klinik in die Zentral­waschanstalt für die Gr. Uni­versitätskliniken und zurück soll auf dem öffentlichen Sub­missionsweg vergeben werden. Angebote mit entsprechender Aufschrift sind verschlossen bis Freitag den 12. August er., mittag 12 Uhr, bei Gr. Verwaltung der neuen Kliniken einzusenden, wo auch die Be­dingungen einzusehen sind.

Gr. Verwaltungsdirektion

der neuen Kliniken. b8/8

Ochfeufleifch 45 Pfg.

Kuhfleifch 40 Pfg.

Schweinefleisch 40 Pfg. [B3/fl

Die Freibank ist heute bis 9 Uhr geöffnet.

Die Freibank ist morgen, Don- nerstag, von 82 Uhr geöffnet.

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Donnerstag, am Tage des Jugendfestes, schliessen wir unsere sämtlichen Büreans bereits

um 4 Uhr nachmittags.

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