Nr. 180
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Erstes Blatt. 154. Jahrgang Mittwoch 3. August 1904
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GlchenerAnzeiger
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AmK- und Anzeigeblatt fiir ben Kreis Metzen MHZ
। in , zetgentei!: Hans Beck.
Die heutige Yummer umfaßt 10 Seiten.
Z>er Krieg zwischen Japan und Zlußsand.
Da8 Vorrucken der Japaner.
General Kuroki meldet folgendes: Unsere Armee begann am 31. Juli bei Tagesanbruch zum Angriff gegen den Feind vorzugehen, der Kushulintzu, 4 Meilen westlich von Hsihoyen, und Pangtzuling, 6 Meilen westlich von Motienpaß, besetzt hielt. Beide Orte sind 25 Meilen von Liaujang entfernt. Die in Kushulintzu stehenden russischen Truppen bestanden aus zwei Divisionen mit entsprechender Artillerie. Die Angriffsoperationen wurden nach einem vorher festgelegten Plan durchgeführt. Bei Sonnenuntergang waren beide Flügel des Feindes geschlagen. Da der Feind aber sehr stark war und in festen Stellungen stand, war es uns nicht möglich, die Stellungen zu nehmen. Beim Anbruch des folgenden Tages wurde der Angriff wieder ausgenommen; es gelang uns, den Feind um die Mittagsstunde aus seiner Stellung zu vertreiben. Wir verfolgten den Feind in der Richtung auf Anpsing; er floh vier Meilen nach Westen. Bei Dangtzuling standen die Russen in der Störte von 2% Divisionen und vier Batterien. Der Angriff wurde auch dort erfolgreich durchgeführt. Bei Sonnenuntergang nahmen wir die Hauptstellungcn des Feindes; ein Teil des Feindes leistete aber hartnäckigsten Widerstand. Wir mußten die Nacht über in Schlachtstellung biwakieren. Bei Tagesanbruch am 1. August gingen wir von neuem zum Angriff vor. Um 8 Uhr morgens fielen alle Höhen in unsere Hände. Der Feind floh auf Tanghoyen zu. Ueber unsere Verluste werden Ermittelungen angestellt. Wir haben eine Anzahl Feldgeschütze erobert. In diesem Gefecht hatten wir bei den Angriffsoperationen mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, da wir gegen schroffe Abhänge vorgehen mußten, ohne eine passende Stellung für unsere Artillerie zu haben; dabei betrug die Hitze gegen 40 Grad Celsius.
Ein Telegramm des Generals Kuropatkin an den Kaiser besagt: Ich zog die Ostabteilung unserer Truppen, die die vorderste Stellung am Tanselinpaß innehatten, auf dem Wege nach Liandiansianiu zurück. In der Richtung auf Simatsi-Liaujang gaben unsere Truppen die vordersten Stellungen auf und zogen sich nach hartnäckigem Kampfe zurück, wobei sie schwere Verluste erlitten.
Die Russen zur See.
Ein Telegramm des Admirals Skrydlvw an den Kaiser meldet: Der von mir mit einem Kreuzergeschwader bestehend aus der „Rossija", dem „Gromoboi" und der „Rjurik" an die O st k ü st e I a p a n s ausgcschickte Kontreadmiral berichtet: Das Geschwader traf bei seiner Ausfahrt aus der Meerenge von Sangar in den Ozean am 20. Juli auf den kleinen japanisckien Dampfer „Okasima-Maru". Nachdem die Besatzung das S(isf verlassen hatte, .wurde dieses versenkt und die Besatzung fuhr auf Booten an das Ufer. Gleichzeitig .wurde der englische Dampfer „K a m a r a" angehalten und einem ^Verhör unter- lvorfen. Ter Dampfer führte Kohlen nach Moror an. Obgleich Grund zu der Annahme vorhanden war, .daß das Schiff mit der- Beförderung von Kriegskontrebande beschäftigt sei, wurden wir durch das Fehlen direkter Indizien bestimmt, es fteizugeben. Bald darauf stieß das Geschwader auf den japanischen Küsten- dampfer „Kiodu n iu-M aru" mit 50 Passagieren, größtenteils Frauen. Tiefer Umstand bestimmte uns, den Dampfer freizug-'ben. Auf der Weiterfahrt nach Süden trafen wir nacheinander 2 japanische Dschunken, beide mit Fischen und Salz beladen. Die Dschunken wurden nach llebernahme der Mannschaft versenkt. Am 22. Juli wurde 100 Meilen von Yokohama der deutsche Dampfer „Arabia" angehallen, der eine bedeutende Ladung Kriegskontrebande führte. Tie Kontrebande bestand aus Eisenbahrrmaterjal und Mehl, das für japanische Häsen bestimmt war; die „Arabia" wurde nach Wladiwostok geschickt.
„Knight Commander".
In dem Bericht des Kommandanten des Wladllvostvk-Geschwa- ders heißt es weiter: Am Morgen des 23. Juli stieß das Ote» schwader auf einen großen Dampfer, der erst nach dem vielten aus ihn abgegebenen Schuß hiell. Die Untersuchung des Schiffes ergab, daß es der englische Handelsdampfer „Knight Commander" war, der aus Newport über Europa nach Dokohama und Kobe fuhr. Aus den unvollständigen Schiffspapieren und Angaben des Kapitäns erhellte, daß der Dampfer Eilenbahnmaterial nach Japan führte, das den größten Teil der Ladung ausmachte. Da uns klar war, daß der „KniAt Commander" Kontrebande der krieg führenden Macht zuführte, wurde er für eine gesetzmäßige Prise erklärt, und da der Dampfer nicht genügend Kohlen führte, daher nicht ohne Gefahr für das ganze Geschwader nach dem nächsten russischen Hafen gebracht werden konnte, wurde er nach llebernahme der Mannschaft und der Schiffspapiere versenkt.
Die anderen Beschlagnahmungen.
Der Bericht des Kommandanten des Wladiwostok-Geschwaders schließt: Am 23. Juli Mittags wurden mxh zwei japanische Dschunken mit einer vollen Ladung Salz versenkt. Gleichzeitig wurde ein englischer Dampfer gesichtet und angehalten, der mit einer neutralen Ladung und mit Paffagieren von Australien nach Yokohama fuhr. Da die Prüfung der Ladung und der Schiffspapiere ergab, daß leine Kontrebande an Bord war, würbe der Dampfer wieder freigelaffcn. Am Morgen des 24. Juli wurde der deutsche Dampfer »Thea" gesichtet und angehalten. Er befand sich aus der Fahrt von Amerika nach Yokohama. Da er eine volle Ladung Fische führte, wurde der Dampfer als gesetzmäßige Prise erklärt: da es munöglich war, die „Thea" nach einem russischen Hafen zu schaffen, wurde die Mannschaft übernommen und dos Schiff ver
senkt. Ich bin glücklich, Ihnen melden zu können, daß unsere Kreuzer die lange Fahrt ohne Verlust an Menschenleben und ohne Beschädigung zurückgelegt haben. Auch auf den versenkten Schiffen ist keiner umgekommen.
Port Arthur.
Es berteiltet, die Japaner nahmen nach dreitägigem, verzweifeltem Kampfe Shantai kau, eine wichtige Verteidigungsposition bei Port Arthur.
Nachschub russischer Truppen.
Ein aus Charbin in Tschifu eingetroffener europäischer Kaufmann berichtet, daß dort wahrend der letzten fünf Wochen 110 000 Mann russischer Truppen eingetroffen sind». Sie sind mit Vorräten gut versehen und weitere Nachschübe treffen fortwährend ein. Sechs Mühlen verarbeiten das reichlich vorhandene Getreide, das die Chinesen zu den von den Russen gezahlten hohen Preisen gern verkaufen. In Charbin befinden sich viele Verwundete, für die ausgezeichnet gesorgt ist. Die japanischen Gefangenen sind nach Tomsk geschickt worden, wo sie gut behandelt werden. Die Eisenbahn arbeitet gut, wenn auch langsam. Alle 10 Werst sind Weichen eingebaut worden, um den Verkehr zu erleichtern.
Der deutsche Dampfer Holsatia.
Aus Alexandrien wird dem „Daily Chronicle" depeschiert, der freigelassene Dampfer holsatia" werde scharf überwacht, da er verdächtig sei, Kohlen und Vorräte für die russische Freiwilligenflotte an Bord zu führen.
Mlitische Tagesschau.
Besseres Reisen!
Die Vorschläge, die der Präsident des Deutschen Handelstags für eine Reform der Eisenbahn-Personentarife in einer Denkschrift an die Eisenbahnverwaltungen macht, zeichnen sich durch Einfachheit und Mäßigung aus. Die Verwaltungen leiden unter dem verwickelten und dadurch nach jeder Richtung kostspieligen System der verschiedenen Fahrkarten; das Publikum leidet nicht minder unter den Umständlich-- keiten, welche die Ausklügelung des vorteilhaftesten Reisewegs bei den Rundreiseheften usw. verursacht. Man braucht nur einmal in einem amtlichen Reise- und Auskunftsbureau gewesen zu sein, den gefährlichen Andrang besonders vor den Ferien beobachtet, die ungeheure Menge von hülflosen Fragen gehört zu haben, um die Ueber- zeugung zu erlangen, wie wenig die gegenwärtige Praxis geeignet ist, den Leuten das Reisen zu erleichtern. Die meisten sogenannten Vergünstigungen werden mit soviel Zeitverlust und Acrger bezahlt, daß sich mancher gelobt, in Zukunft auf den kleinen Nutzen zu verzichten und dafür die Ruhe des Gemüts sich zu wahren. Noch verdrießlicher und keineswegs selten ist, wenn der Reisende durch Zufälligkeiten überhaupt nicht dazu kommt, die sauer errungenen Vergünstigungen auszunützen. Der Vorschlag, einheitlich einfache Fahrrarten zum halben Preise der preußischen Rückfahrkarten einzuführen, erscheint ebenso zweckmäßig wie ohne besondere Schwierigkeiten durchführbar. Daß die Zuschläge für Benutzung der Schnellzüge in Fortfall kommen, entspricht der gebotenen Einfachheit der Reform. Die Lösung von Zuschlagskarten, mitunter während der Reise, in größter Hast auf einer Zwischenstation, hat auch schon viel zur Versäuerung der Laune beigetragen. Beispielsweise: man hat auf einer kleinen und nicht genügend ausgestatteten Station eine Fahrkarte zweiter Klasse genommen und entdeckt nun während der Fahrt die kleingedruckte Aufschrift auf der Karte, daß von einer benannten größeren Äatiou aus die Weiterfahrt nur mit dem Personenzug zulässig ist. Also man muß an jener größeren Station herausskürzen — vorausgesetzt, daß noch Zeit genug ist, imt den ?lnschluß-Schnell- zug zu erreichen — und die Zuschtegskarte lösen. Wenn man dann im letzten Augenblick von einem mitleidigen Schaffner ins Koupee hereingeworfen wird, dann segnet man wahrlich nicht wnfere Eisenbahnzustände. Ueber die weiterhin gewünschte Ermäßigung der Gepäckfracht unter Beseitigung des Freigepäcks dürfte sich eher unter den Eisenbahnverwaltungen Einverständnis erzielen lassen, als über die letzte der Forderungen: Beibehaltung der vierten Wagenklasse. Der Entwurf einer prellßischon Personentarif- Reform aus dem Jähre 1891 — so lange also spuken schon die Abänderungspläne, ohne daß sie Gestalt annehmen! — sah die Aufhebung der vierten Wagenklaffe vor. Dafür sollte in der dritten Wagenklasse der Fahr Preis pro Kilometer auf 2 Pfg. im Personenzug, 3 Pfg. im Schnellzug bemessen werden. Die Vorschläge des Deut scheu Handelstagö gehen darauf hinaus^, den gegenwärtigen 2 Pfg.-Satz in Preußen-Hessen und Sachsen aufrecht zu erhalten und in Mecklenburg und Oldenburg, wo er zurzeit etwas höher ifty entsprechend zu ermäßigen. Der alte amtliche Person entarif-Enttvurf ist danackt der günstigere; es ist natürlich vorzuziehen, in der dritten Klasse zuuc 2 Pfg.-Mlometersatz, statt in der vierten Klasse zu dem^ selben Preise zu fahren. Die „Nopdd. Allg. Ztg." bringt, in ihrer heutigen Mimmer die Reformvorschläge zum Ab druck, ohne jedoch dazu Stellung zu mH men.
Deutsches Reich.
Berlin, 2. Aug. Der „ReictMiizeinee" veröffcntlicist eine kaiserlicl/e Verordnung vorn 24. Juli betreffend dir teilweise I u k r a s 1 s e tz u u g des Gesetzes betreffend die B e k ü m p f u n n der Reblaus.
Der A b l ü s u n a s - T r a n s p o r t da in p f e r der ost
111 [\V c ir Besatzung^ Brigade, „Rhein", bat mir 1. August von Tsingtau mit 59 Offizieren, Sanitätsoffizieren und Beauiteu und 886 Unteroffizieren uud Mannschaften, darunter 31
Angehörige der Marine, .die Heimreise angetreten. Transportführer ist Major und Depot-Direktor Thiemig. Hongkong rotd* auf der Heimreise nicht angelausen.
— Tie Berliner Anarchisten nahmen gestern in einer öffentlichen Versammlung zu der Ermordung des russischen Ministers Plehwe Stellung. Ter Referent des Abends, Senna Hoy, hielt die Tat im Hinblick auf die Handlungen des Ermordeten für gerechtfertigt und sprach "seine Sympathien für die russischen Revolutionäre aus. .Zu tumultuarischen Szenen kam es, als in der Diskussion zwei Gegner sich gegen die Ausführungen Hoys wandten und die Ermordung Plehwe's scharf .mißbilligten. Tie Versammlung verlief stürmisch. Die AnssühiwngeL dieser beiden Gegner und der Lärm wurde zeitweise so stark, daß die Versammlung vertagt werden mußte, pa sonst Auflösung zu befürchten war.
— Tas preußische Landwirtschaftsministerium hat dem neu* traten Deutschen Gärtnerverba nde das Material zu einer statistischen Ermittelung über die Berussgliedttung und Betriebsverhältnisse im Gärtnergewerbe zur Begutachtung übersandt. Nach einem Begleitschreiben des Ministerialdirektors Dr. Thiel soll das Ergebnis dieser Erhebung, wie die „Deutsche Gärtnerzeitun^ schreibt, als Unterlage dienen für die schwebenden Verhandlungen über wichtige Fragen für den Gartneifftand. Es handelt sich besonders um die gesetzliche Regelung der gewerbe- und arbeitsrechtlichen Berhältniffe des Gärtnereigewerbes.
Hamburg, 2. Aug. Gegenüber verschiedenen auch auswärts verbreiteten Gerüchten teilt die Polizeibehörde amtlich mit, daß in .Hamburg kein Cholerafall vorgekommen ist, und daß der Gesundheitszustand der Bevölkerung zu Befürchtungen in dieser Hinsicht nicht den geringsten Anlaß bietet.
Dresden, 2. Ang. Aus Gastein wird von heute berichtet: Ter König beendet am 4. August seine Gasteiner Kur und wird am 5. August die Rückreise antreten. Der Erfolg von dem Aufenthalte im Hochgebirge uud von dem Gebrauche bet Bäder ist nicht ausgeblieben. Tie Schmerzen in den Beinen sind geschwunden, und das Körpergewicht nahm um mehrere Pfund zu. Es ist zu hoffen, daß. die allgemeine Kräftigung noch weitere Fortschritte macht, und daß die Atembeschwerden sich weiter beffern.
— Tie Sa chsisch-B ö hm i s che Dampfschiffabrt- gesell schäft stellt wegen des nitiyrigm Wafferstandes den Betrieb ab 3. August ein.
Leipzig, 2. Äug. Tas „Leipz. Tagebk." dementiert auf Grund amtlicher Ermächtigung die hier und auswärts verbreiteten Gerüchte von dem Ausbruche der Chvle-ra in Leipzig.' Essen (Ruhr), 2. August. Nachdem Geh. Justizrat Haarmann in Tortmund die Kandidatur bei der Landtagsersatzwahl in Bochum ausgescblagen hat, wird jetzt der frühe« Reick^stagsabgeordnete Franke-Schalke als Kandidat gemrnnt.
Stuttgart, 2. Aug. Nach "bent „Schwab. Merkur" feiert Mittwock in Friedrichshafen der frühere württembergische Ministerpräsident Dr. Freiherr v. Mittnacht das Fest der goldenen Hochzeit und gleichzeitig sein Schwiegersohn, der frühere Kommandant von Stuttgart, Generalleutnant z. T. v. NeÄ- Hardt die silberne Hochzeit.
AustanÄ.
Paris, 2. Aug. Der Vatikan ernannte Canomcr für die sieben vakanten französischen Bistümer und verlieh ihnen Befugniffe für die rem geschäftlichen Dinge ohne administrative Rechte.
— Aus Rom wird berichtet: Das französrfche Wappen und die Fahne auf dem französischen Botschaftsgebäude beim Vatikan wurden gestern enfr fernt. Das Gebäude gilt von heute ab mir noch als Privat» Wohnung, bis die Aufhebung der französischen Vertretung beim Vatikan von der französischen Kwnmer beschloffen worden ist
Bern, 2. Aug. Mit einer Begrüßungsrede des Bundes- Präsidenten Comtesse wurde hier der zweite internationale Kongreß zur Förderung des Zeichnenunterrichts eröffnet. Deutschland ist auf demselben terrch 67 Delegierte vertreten.
Newyork, 2. Aug. (Reuter.) Nach einem Telegramm aus Port-auftPrince klagte der Präsident von Haiti, General Nord, in einer Ansprache bei einem öffcnttlichen Empfang die Fremden an, daß sie den Wechselkurs und die Waretrpreise in die Höhe trieben in der Msicht seim Regierung stürzen. Er deutete an, er ivütbe strenge Maßregeln zu seiner Verteidigung ergreifen, und nahm in droheitder Weise Bezug auf was sich 1804 in Haiti ereignet habe. Die Fremdenkolonre ist dar- i'iber beunruhigt. _______________________________'
Peutsch-Südweltafrika.
Zum Vormarsch nach dem Waterberq gibt die ^Noichd. Allg. Ztg." folgende Erläutermrgxn mit auf den Weg:
Bon den letzten Nachrichten über die Herero erscheint als die wichtigste die, welche erfcimni läßt, daß es dem von Samuel Maharero gefilhrten Teil der Auffräudischen nicht gellrngen ift, dem sich immer enger um die Umgebung Waterbergs fcgnrben Ring unserer Truppen zu ent- schlispfen und nach Nordvsten zu entkommen. Das von Major v. Estorfs gemeldete Gerücht, daß Siimuel mit Groß leuteu bei Otjahewita am Ostrande des Waterbcrgplateaue eingetrvffen fein solle, hatte mehrfach zu der von schon abgelehnteu Mutmaßung geführt, cs seien tatfich sich größere Mengen der Herero nach dem genannten <urtr abgezogen uud hätten dort den Weg nach 'Nordosten frei gefunden. Daß diese Annahme aber der Berechtigung ent betret, ergibt die jetzige Meldung, Major v. Estorff stehe noch bei Otjahewita. Da' Major v. Estorff in der Nacht zum 7. Juli mit der ausgesprochenen Absicht nach .^arupuka aegen Otjahewita vorrückte, nm den fernMüben Abzug nach Nordosteu zu verlegen, nn'ttde er nicht in Otjahewtta stellen geblieben fein, wenn die Herero diesen Ort bereits passiert hätten, und hätte nicht die Verprotnantlerimg von Groot fvntein, die ihm Oberleutnant Volkmann sandtt'. erhalten können. Eine Bewegung der Herero gehren Otjahewita wird wohl den Anlaß zu dem Otcrüd>t gegeben hallen, ♦Dimitri befinde sich bereits hort.


