Ausgabe 
3.5.1904 Zweites Blatt
 
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Nr. 103

Zweites Blatt.

154. Jahrgang

Erscheint tSgNch mit Ausnahme deS Sonntag«.

DieSiebener LamMenblStter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der «hessische Landwirt^' erscheint monatlich einmal.

Siebener Anzeiger

Dienstag 3. Mai 1904

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch« Unwerfttätsdruckeret. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.V.

Tel. Nr. BL Telegr.-Adr. r Anzeiger Gießen.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen.

Die heutige Yurnmer umfaßt 10 Seiten.

Vatitische Tagesschau.

Verstärkungen nach Südwestafrika.

lieber die neuen Verstärkungen für Südwestafrika wer­ben allerlei Zahlen genannt Im Reichstag erzählt man von 2000 Mann, dasBert Tagebl." erfährt, h>ie wir schon heute früh mitteilten, daß demnächst 1600 Mann mit zwei Batterien Feldgeschützen abgehen. Doch dürste die Tagesztg." Recht haben^ mit der Behauptung, daß feste Beschlüsse über die Stärke des Transports noch nicht gefaßt sind. Immerhin wird nach den sehr umfang­reichen, mit größter Beschleunigung durchgesührten Vor­bereitungen auf ein sehr erhebliches Truppenausgebot ge­rechnet werden müssen, sodaß wohl die höhere Zahl das größere Maß von Wahrscheinlichkeit für sich hat. Sicher ist vorläufig, daß Gouverneur Leutwein im Besitz des Oberbefehls bleibt

Entschädigung unschuldig Verhafteter.

Es darf angenommen werden, daß der Gesetzentwurf betreffend die Entschädigung für unschuldig erlittene Unter­suchungshaft, für den letzt der Bericht der vvrberatenden Kommlssion vorliegt, im Reichstage in nächster Zeit zur Erledigung gebracht werden wird. Voraussetzung da,ur wird allerdings sein, wie die offiziösenB. P. N." betonen, daß im Plenum nicht auf die in erster Lesung der Kom­mission angenommene, in zweiter wieder verworfene Gleich­stellung der vorläufigen Festnahme und Vorführung mit der Untersuchungshaft zurüctget'ommen wird. Eine solche Erweiterung Der Vorlage könne aber auch um so eher zurück- geftellt werden, als es sich dabei nur um kaum den sechsten Teil aller nicht verurteilten Verhafteten handelt, und bei der in Aussicht stehenden Reform Der Strafprozeßordnung eine erneute Prüfung der Materie erfolgen soll. Diese Prüf­ung ist regierungsseitig, zugesagt. Eme Wiederaufnahme der Erweiterungsvestrebungen in dem angebeuteten Sinne würde das Zustandekommen der Vorlage gefährden. Das würde aber zu bedauern fein. Die verbündeten Regier­ungen sind schon mit der Begrenzung des Umfanges der Entschädigungspflicht weiter gegangen als die wenigen größeren Staaten, Die eine ältere Gesetzgebung auf diesem Gebiete besitzen. Das Reich würde also mit dem Gesetze, falls es zustande käme, an die Spitze der ganzen Reform­bestrebung auf diesem Gebiete treten. Umsomehr liege auch für das Reichstagsplenum Veranlassung vor, das Erreich- bare anzunehmen._____________________________________

Beratung des städtischen Korauschlags 11)04/05-

Sitzung der Stadtverordneten.

Schluß.

Stadtv. Petri stellte, wie wir schon berichteten, den Antrag, die im Jahre 1898 aufgehobene Verbrauchs-Ab­gabe auf Mehl und Backware, welche nur vorüber­gehend, zur Probe, beschlossen worden war, wieder zur Erhebung zu bringen. Der Kollege Heyligenstaedt habe ihm mitgeteilt, daß bei den maßgebenden Parteien im Reichs­tage die Absicht bestehe, den Beschluß, die Abschaffung des Oktrois im Jahre 1910 betreffend, wieder aufzuheben. Die Stadt habe aber seither einen Ausfall von lOu 000 Mark durch den Fortfall der Verbrauchsabgabe auf Mehl und Backwaren gehabt, ohne daß das Brot in der Stadt da­durch billiger geworden sei. Der erwartete Vorteil für die'Bevölkerung sei eben ausgeblieben, und da die städti­schen Finanzen recht gut die Einnahme aus der Mahl­

steuer vertragen könne, stelle er den Antrag, das Oktroi auf Mehl und Backware wieder zu erheben. Der Ober­bürgermeister erklärt, daß der gestellte Antrag insofern zur unrechten Zeit komme, als er zurzeit sich mit der Vorlage einer Oktroireform beschäftige, welche noch in diesem Sommer zur Beschlußfassung an das Kollegium gelangen dürfte; er bitte daher üver den Antrag Petri nicht ab^u- [timmen. Stadtverordneter Schmall bemerkt, daß eine Reform des Oktrois schon seit Jahren versprochen wäre, ohne daß es bis jetzt dazu gekommen sei. Er sei auch Der Ansicht, daß die Aufhebung der Abgabe auf Mehl uno Backware ein Schlag ins Wasser gewesen sei, denn das Brot in der Stadt sei nicht billiger geworden. Schmall legt Brötchen von Rodheim und von Gießener Bäckern auf den Tisch des Hauses, um darzutun, daß die Aufhebung des Oktrois auf die Größe der Bröt­chen nicht günstig eingewirkt habe. Man habe mit dem Fortfall des Oktrois auf Riehl und Backware den heimischen Bäckern, welche die Lasten und Steuern der Ge­meinde mit tragen helfen, zwar eine auswärtige Konkur­renz geschafs.n, ohne aber da , di. s das Brot an die Bevölker­ung billiger oder besser lieferten als unsere Gießener Bäcker. Wenn man auch den Antrag Petri wegen der vom Ober­bürgermeister in Aussicht gestellten Oktroi-Reform nicht annehmen könne, so sei man sich doch einig darüber, daß die Verbrauchsabgabe für Mehl und Backware im Prinzip wieder einzuführen fei, und er beantrage, daß die Ver­sammlung ihre Ansicht in einem dahingehenden Beschluß tunbgebe. Stadtv. Loder erklärt, daß er seinerzeit die Auf­hebung des Oktrois auf Mehl und Backware als ein Ge­schenk an die Bäcker bezeichnet habe und daß, er gegen diese Aushebung gestimmt habe. Beig. Georgi bemerkt, es werde wohl niemand bestreiten, daß es nicht der Zoll allein sei, der bestimmend für die Preisbildung einer Ware sei. Es sprächen hier noch andere Faktoren mit. Im vorliegenden Fall fei wenigstens festzustellen, daß Die Backware in unserer Stadt seit dem Fortfall der Mahl- [teuer nicht teurer geworden fei, obgleich Die Löhne im Bäcker gewerbe und vielleicht auch das Brennmaterial teurer geworden ist. Jedenfalls wolle er betonen, daß der Kollege Löber seinerzeit wohl nur aus dem Grunde gegen den Fortfall Der Verbrauchsabgabe auf Backware gestimmt hat, weil das Oktroi Den Bäckern der Stadt Die auswärtige Konkurrenz vom Harfe gehalten hat. Jeden­falls sei auch nicht in Abrede zu stellen, daß durch die Zufuhr vom Lande der Bevölkerung in unserer Stadt gutes Brot geschaffen ivorden sei. Die Stadtv. Brück, Kirch und Heichelheim sowie Haubach sprachen sich für die Aushebung der Ottroifreiheit von Mehl und Backware aus. Stadtv. Krumm erklärt, er sei ein Gegner aller Verbrauchsabgaben, weil sie die Bevölkerung ungleich­mäßig und ungerecht u erteilt belasteten. Er müsse sich über die Logik des Kollegen Schmall wundern, oer im Reiche sich gegen eine Erhöhung des Tavakzolls erklärte, weil damit die Zigarre verteuert wird, und hier in der Gemeinde spreche er sich für einen Zoll auf Brot aus und behaupte, dieser Zoll komme bei der Preisbildung dieses Lebensmittels nicht in Betracht. Krumm stimmt mit dem was Beig. Georgi gesagt hat, überein; er ist der Ansicht, daß Die Bäcker bei ihrer Kalkulation für das ausgelegte Oktroi noch einen kleinen Mehrbetrag auf Das Brot Darauf schlügen. Er wolle nur bei dieser Ge­legenheit den Oberbürgermeister bitten, die Oktroi- Reform noch recht lange hinauszuschieben, denn dabei komme für die Bevölkerung doch weiter nichts heraus als daß noch mehr Steuern gezahlt werden müßten. Was nun die Preisbildung für Brot uno Fleisch in den Städten an gehe, so wisse man ja, welche Faktoren dabei besonders

bestimmend sind. Es hänge dies mehr oder weniger ganz von der Stellung Der betreffenden Innungen ab; wo diese am Platze sich kräftig fühlten, da diktierten sie den Konsumenten die Preise, und hiergegen könne nur die auswärtige Konkurrenz ein Gegengewicht bilden. Stadtv. Leib ist der Ansicht, daß man seinerzeit besser getan hätte, das Oktroi nicht aufzuheben, da es aber einmal nicht mehr erhoben wird, würde es falsch sein, es aufs neue wieder einzuführen. Stadtv. Wallenfels spricht sich gegen die WieDererhebung von Oktroi auf Mehl und Backware aus. Die geplante Oktroi-Reform solle in der Hauptsache darin bestehen, daß die Erhebung der Ver­brauchsabgaben an einer Zentralstelle stattfinde, sodaß Die Belästigung Des Verkehrs an Den Toren ganz fortfällt. Wolle man aber auf Mehl und Backwaren wieder eine Abgabe einführen, dann müsse man schon der Kontrolle wegen noch 6 bis 8 Torhäuser bauen. Wolle man aber dennoch die Sache machen, so dürfe man eine Rückvergüt­ung nicht mehr gewähren, denn wohin es komme unbi was es heiße, von einer Einnahme, die jährlich 18000 Mark betragen habe, wie es früher geschehen mußte, 6000 Mark zurückzugeben für die Ausfuhr, das werde jeder, der unsere Verhältnisse kennt, begreifen. Äamit war Die Oktroi-Debatte ohne Abstimmung beendet.

In Die Einzelheiten Des Etats eintretend, verlas Ober­bürgermeister Mecum Die Zahlen in Der Gesamteinnahme unD -Ausgabe der Titel, wobei sich keine Anstände und nennenswerte Debatten ergaben. Die Zeit war auch schon sehr vorangeschritten.

Titel 1 Der Betriebsrechnung Rest aus vorher» gehenden Jahren, sieht in Einnahme 125151,31 ML, m Ausgabe 69 536,84 Mk. vor. Titel 2, Gebäude, in Einnahme 2564^,57 Mk., in Ausgabe 8385 Mk. Stadtv. Hauback) meint, es sei bedenklich, daß man in 6 Jahren ca. 160 000 Mk. für städtische Gebäude ausgegeben habe. Auch er sei der Ansicht, daß man die Gebäude in gutem Zustande erhalten müsse, aber man müsse sich hüten, des Guten etwas zu viel zu tun. Oberbgm. Mecum ging auf einige der von Stadtv. Haubach erwähnten Gebäude ein rechfertigte die Ausgaben und erklärte unter anderem, die Stadt habe auch beispielsweise an kleinen Wohn­ungen nicht unerhebliche Mietaussälle, wogegen man in den meisten Fällen nichts tun könne. Stadtv. Kirch bemerkte, er glaube, daß bei unseren städtischen Gebäuden kein Luxus herrsche und die Bedenken Haubachs, wohl etwas übertrieben seien. Daraus hob Stadtv. Haubach nochmals hervor, daß er einen Vorwurf nicht habe er­heben wollen, sondern aus den Zahlen nur den Eindruck gehabt habe, daß man etwas zu weit gegangen sei.

Titel 3, Grundstücke hat in Einnahme 33 215,13 ML, in Ausgabe 10 906,31 Mk. Titel 4, Waldungen 81805,94 ML und (Ausgaben) 36 770,30 Mk. Titel 5, Elektrizitätswerk ergibt einen Betriebsüberschuß vorerst nicht, verzeichnet aber keine Ausgaben. Titel 5 a, Gaswerk: Einnahme (Betriebsüberschuß) 74 000 ML, Ausgaben leine; Wasserwerk 18050 ML Einnahmen gegen keine Ausgaben; Titel 7, Fleischbeschau und Schlachthaus 45 230 gegen 45 230 Mk. Titel 8, Jagden, 4015 gegen 190 ML Titel 9, Märkte, 3650 gegen 5678 Mk. Titel 10, Eichau st alten, 210 gegen 125 ML Titel 11, Waganstalten, 4700 gegen 2130 ML Titel 12, Kirchen, 54333 gegen 56 167,92 Mk. Titel 13, Friedhöfe, 27379 gegen 29830 ML (es gehen die 36 000 ML zu, die für eine israelitische Friedhofs-- halle bewilligt worden sind). Stadtv. Krumm bemängelt bei der Gelegenheit die Gebührenordnung der Beerdigungen, Die dem kleinen Mann viel zu viel Ausgaben auferlegten. Da kein Antrag gestellt wurde, kam man, nachdem Stadtv.

Feuilleton.

Das Programm für die 40. Donkünstler- Versarnmlung, die bekanntlich vom 27. Mai bis 1. Juni in Fr an kf urt a. Mr ab gehalten wird, ist nun­mehr festgestellL Die Hauptpunkte desselben sind die fol­genden: 1. Freitag, den 27. Mai abends, Festaufführung im Opernhaus:Der Bundschuh", Oper in 3 Akten; Dichtung von O. Erler, Musik von Waldemar v. Baußnern (Uraufführung). 2. Samstag, den 28. Mai, vormittags 10 Uhr Hauptprobe; abends 7 Uhr im großen Saale des Saalbaus I Orchester-Ko nzert mit Werken von Fr. Delius, E. N. v. Reznicek, Bruno Walter, Hermann Zilcher, Alfred Schattmann, Hans Psitzner und Volkmar Andreae, darunter drei Uraufführungen. 3. Sonntag, ben 29. Mai, vormittags 10 Uhr im großen Saale des Saalbaus I Künstlerkonzert (Kammermusik) mit Werken von Max Reger, Theodor Müller-Reuter, Hugo Kann, L Heuser, Felix vom Rath, Paul Scheinpflug und Walter Lampe, dar­unter zwei Uraufführungen. Nachmittags Ausflug nach Heidelberg, dort abends in der neuen Stadthalle Konzert, ausgeführt vorn verstärkten städtischen Orchester und vom Bach-Verein, mit Werken von Friedrich Klose und Gustav Charpentier. 4. Montag, den 30. Mai, vormittags 10 Uhr, Hauptprobe, abends 7 Uhr im großen Saale des Saalbaus II Orchester-Konzert mit Werken von Jean Louis Nicods und Heinrich Zöller. Nachmittags 3 Uhr Hauptversammlung des Allgemeinen deutschen Musikvereins. 5. Dienstag, den 31. Mai, vormittags 10 Uhr, im kleinen Saale des Saalbaus II Künstlerkonzert (Kammer­musik) mit Werken von Ludwig Thuille (Urauf­führung), Wilhelm Rohde, Ludwig Heß, Hans Sommer, Philipp Wolfrum und Dirk Schäfer. Sracbmittags AuSslug nach Mannheim, dort abends im Hof- uno Nationaltheater Festaufführung der OperDie Rose vom Liebes­garten" von Hans Psitzner. 6. Mittwoch, den 1. Juni, vormittags 10 Uhr Hauptprobe, abends 7 Uhr im großen Saale des Saalbaus III Orchester-Konzert mit Werken von August Reuß und Sigmund v. Hausegger (Uraufführungen) und Richard Strauß (erste Aufführung in Europa). Festdirigent ist Kapell­meister Sigmund v. Hausegger. Die Herren Andreae,

Nicods, Dr. Strauß und Malter werden die Aufführung ihrer Werke selbst leiten.

Schopenhauers Grab. Ein Frankfurter erzählt:Als ich gestern einen hier durchfahrenden Freund am Bahnhof begrüßte, sprach er mir den Wunsch aus, einen Zug zu überschlagen, um eine stille Andacht zu halten an der Ruhestätte eines der größten Bürger unserer Erde, am Grabe des Philosophen Arthur Schopenhauer auf dem hiesigen Friedhof. Wie wir eine halbe Stunde spater vor die Gruft traten, sah mich mein Freund be­troffen an und fragten mich entrüstet:Ehrt ihr so eure großen Toten?" Mährend ringsum die Gräber, von liebe­vollen Händen gepflegt, im Blütenschmucke des Frühlings prangten, lag der unscheinbare Stein des Frankfurter Geistes fürsten versteckt und verwittert da, mit welkem Winterlaub und Schmutz und Staub be­deckt, verwahrlost und vergessen. Beschämt muhte ich auf die Frage meines Freundes schweigen und an die vielen Pilger denken, die von nah mid fern zu dieser Stätte wallfahren und bann mit Groll auf Frankfurt wieber scheiben."

Anatole France, Komöbianten-Ge- schichte, Roman, geheftet Mk. 2.50. Verlag von Albert Langen in München. Was bieses Werk von France be- sonbers geeignet macht, ihm bei einem breiteren Publikum in Deutschland Freunde zu werben, ist der rein stoffliche Reiz des Themas, das der Franzose sich gestellt haL Er versetzt uns in die Welt hinter den Kulissen, das bunte Treiben oer Komödianten tut sich vor unseren Blicken auf. Feiner ist die Psyche des Schauspielers wohl noch von niemand analysiert worden, sicherer sind diese höchst merk­würdigen Leutchen kaum schon gesehen, graziöser, mit herr­licherer Ironie kaum je geschildert worden. Dabei zeichnet ben Roman eine kräftige, in knappen Strichen vorwärts- geführte Handlung aus, die zwar her tragischen Momente nicht entbehrt; aber auch sie sind mit einem Humor behandelt, der die Lektüre dieses kleinen Meisterwerks zu einem reinen und ungetrübten Genuß macht. Die deutsche Wiedergabe durch Heinrich Mann stehl hoch über Dem, wa§ man sonst von Uebersetzunaen aus Dem Französischen ge- wöhnt ist Sie schmiegt sich ben feinsten 9tuancen be^

Originals aufs glücklichste an und charakterisiert sich eher als eine Nachdichtung, denn als eine Uebersetzung.

FriedrichPreller der Aeltere, Nordische Landschaften, herausgegeben vom Kunstwort. Neun Bilber mit erklärendem Text von Ferd. Avenarius. Preis 3 Mark. Verlag Georg D. W. Eallwey, München. In großen schönen Autotypien gibt der Kunstwort diese größten­teils nach noch nie veröffentlichten Originalen aus dem Nachlaß des Künstlers hergeftellten Blätter: sie zeigen Prelldr als Schilderer des heimischen Hochgebirgs der deut­schen und der skandinavischen Küsten, als mächtigen Ge­stalter nordischer Natur.

! Friedrich Preller der Aeltere, Bilder zur Odyssee, herausgegeben vom Kunstwort. 16 Bilder mit Begleitstellen ans Homer. Preis 3 Mark. Verlag Ge­org D. W. Eallwey, München. Der Kunstwort gibt mit; dieser ausnehmend billigen Mappe Prellers berühmte große Odyssee" endlich in einer Volksausgabe und glaubt vielen seiner Freunde eine große Freude mit ihr zu machen, denn Preller gab Dem deutschen Jüngling, dem deutschen Manne, der, an humanistischer Bildung genährt, seinen Homer liebt, die Augenbilder zur Odyssee, er sieht ben Gefahrengewohnten von Ithaka ganz unwillkürlich im Geiste so, wie Preller ihn Dargeftellt hat. Die Ausführung ist die gleich sorgsame wie bei ben anbereu Künstler­mappen.

Friedrich Preller der Jüngere, Bilder zur Ilias, herausgegeben vom KunsrwarL 12 Bilder mit Begleitstellen ans Homer. Preis 2.50 Mark. Verlag Georg D. W. Eallwey, München. Diese Mappe ist die Ergänzung zu den ODyssee-Bildern, eine Ergänzung des Vaters durch den Sohn l Bei den Freunden der Preller- schenOdyssee" ist das Verlangen nach einer entsprechen­den Bilder folge zurIlias" so allgemein, daß der Kunst­wort zur Ausgabe dieser Blätter sich um so mehr berechtigt hielt, als Vater und Sohn ganz auf dem gleichen Wege schritten. Der Preis ist denkbar niedrigst angesetzt, die Ausstattung genau dieselbe wie die der Odyssee-Mappe.