Ausgabe 
2.12.1904 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Kleine Mitteilungen aus Neffen und den Nachbarstaaten. In Münster a. St. erlitt eine ft rau Strauß, deren Sohn nach IGjähriqcr Abwesenheit mit Weib und Kind aus Amerika zum Besuch eintraf, vor ftreude einen Schlaganfall, der am anderen Tage den Tod der Frau herbeiführte.

Vermifebte»*

Ein erbender Redakteur. ES dürfte gewiß nicht oft vorkommen, daß ein Redakteur auS der Mitte seines LesepublikumS heraus eine Anerkennung erhält, wie sie in diesen Tagen dem Redakteur einer Zeitung in dem thüringi­schen Landstädtchen Tennstedt zu teil geworden ist. Der Re­dakteur war vor einer Reihe von Jahren wegen Beleidigung eines Superintendenten zu einer beträchtlichen Geldstrafe ver­urteilt worden. Als jetzt ein vermögender Landwirt in Tenn­stedt gestorben war, fand man in seinem Testament die Be­stimmung: Dem Redakteur M. sind, weil er so treu zu seiner Partei gestanden hat, die wegen Beleidigung usw. entstandenen Gerichtskosten im Betrage von 110 Mk. auS meinem Nachlasse zu ersetzen." Ein weißer Rabe!

Kleine T a g e 6 ch r o n i k. Gegen die Züge der westfälischen Eisenbahnstrecke Uchte -Enk hör st wurden wiederholt A n - schlage verübt, indem die Weichenschlüsse losgelöst, wurden. Zwei Maschinen entgleisten infolgedessen. Menschen sind mcdt verletzt worden. In der protestantis ch c n K irche von Springborn (Schottland^ wurde eine Dnnamitbombe gefunden. Es handelt sich offenbar um eine Tat religiösen Hasses, der einem tiefgehenden Zwist zwischen Kath^'-iken und Protestanten entsvringt. Dieser Zwist ist in letzter Zeit wiederholt ausge­brochen und hat zu solchen Gewalttaten geführt,_ daß die Polizei gezwungen war, sowohl die Wohnung des protestantischen Geist­lichen als auch die des katholisirn Pfarrers Tag und Nacht zu überwachen. Auf dem Fluß Mersey nahe der Stadt Formby England sind zwei Flußdampfer zusammengestoßen. 7 Mann von der Besatzung des einen Dampfers sind ertrunken. Gegen den Fürsten nicht Großfürsten Kotschoubey aus Peters­burg ist wegen Mißhandlung des Portiers des dres­dener Hotels, in d»m der Fürst wohnte, eine Untersuchung eingeleiter worden. Ter Fürst wurde durch Stellung einer Kaution von 10 000 Mark auf freiem Fuß belassen. InLöwen lBelg.) kam es zwischen demonstrierenden Arbeitern und einer Gruppe katholischer Studenten auf offener Straße zu einer Prügelei, wobei mehrere Studenten von den Arbeitern mißhandelt wur­den. Die Polizei schritt jedoch nicht ein. In Newyork er­regt die Tatsache Aufsehen, daß eine junge Frau, welche m einem Irren Hause untergebracht ist, bei einem Wettbewerb unter Schriftstellerinnen, welcher von einem Boltoner Blatt aus­geschrieben war, den ersten Preis erhielt, bestehend in einer ko ste nl o s e n R e i' e n a s!' E 'a r o p a.

Zlniversttäts-Machrichlen.

Berlin, 2. Dez. DerReichsanz." veröffentlicht die Ver- leihung des W i l b e l m o rd e n s an Professor Rob. Koch.

Kiseubahn-Zkitung.

ZurBehandlung desNeisegepäcks. Da immer wieder über die schonungslose Behandlung des Reisegepäcks aui der Eisenbahn geklagt wird, bringt der Minister der öffentlichen Arbeiten den Erlaß vom 24. Oktober 1885 in Erinnerung, in welchem es heißt: Bei der Behandlung des Reisegepäcks seitens der mit der Beförderung desselben betrauten Beamten u n d Arbeiter der Eisenbahnverwaltung wird nach den gemachten Wahrnehmungen häufig nicht mit der erforderlichen Um si cht und Sorgfalt verfahren, infolgedessen Beschädig­ungen der Gepäckstücke herbeigeführt und Beschwerden sowie nicht selten auch Schadenersatzansprüche gegen die Ver­waltung veranlaßt worden sind. Da die Beschädigungen des Reisegepäcks ebenso häufig auf eine ungeschickte und unzweck­mäßige wie auf eine nachlässige und sorglose Handhabung des­selben zurückzuführen sind, wird es darauf ankommen, cinerictts die Gepäckträger soweit dies in den bezüglichen Dienst­anweisungen nickst bereits geschehen sein sollte, über die Behandlung des Gepäcks zu instruieren und sie namentlich,daraus mnzu­weisen, daß die Beförderung einzelner Gepäckstücke stets nur durch Heben, Tragen oder Fahren, niemals aber .durch sch leisen oder Werfen zu erfolgen habe, anderseits die Aufsichtsbeamten zu veranlassen, der strengen Durchführung der gegebenen Instruk­tionen eine crlwhte Aufmerksamkeit zuzuwenden, .'cachlassige

oder instruktioiiSlvidrige Behandlung des Reisegepäcks wird zu bestrafen, geeignetenfalls auch der Schuldige zum S m a - d e n e r f a li b e r a n ; u z i e h e n sein. ___

Kandel und Aerkeljr. ^offminrlfifitifL

Frachtsätze für Getreide. Es wird gemeldet, daß der Frachtsatz für (betreibe von New York nach Liverpool hm Va bl)., also um 50 Prozent, erhöht wurde. Der Getreidefrachtsatz zwischen Newyork und Hamburg resp. Bremen ist schon vorige Woche um 5 Pf. erhöht worden. In den amerikanischen Häfen ist das Gc- treideverladungSgcfchäft, besonders nach den deutschen Häfen, sehr lebhaft. Selbstverständlich wird der hieraus entstehende Nutzen für die Schiffahrtsgesellschaften erst im nächsten Jahre zur Ver­rechnung gelangen, da einer Gepflogenheit entsprechend, alles was nach dem 30. November eingeht, erst im folgenden Jahr abgerechnet wird.

Märkte.

Gießen, 3. Dez. Marktbericht. Auf heutigem Woebeiunarkt kosteten: Butter vr. Pfd. 1.151.25 Mk., Hühnereier 1 St. 8-10 Vfg. 2 Stck. 1500 Vfg., Gänseeier 0000 Ma., Enteneier 70 Pfg., Käse vr. Stck. 68 Pf., .stäseniatte LStck. 56 Pfg. Erbten vr.Liter 21 Pfg., Linsenvr. Liter 32 Pfg., Taubenpr.PaarO,80- 0,90Pik., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Häbne vr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1.802,20 Aik., Gänse vr. Md. 5565 Pfg., Dchfenflcifch vr. Pfund 7080 Pfg., Knb- und fstindsieisch pr. Pfund 6268 Pfg., Schweine- fleisch pr. Pfund 6072 Pfg., Cchweinefleifch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch vr. Pfd. 7074 Pfg., Hammelfleisch vr. Pfund 5074 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,006,50 Mk., Zwiebeln vr. Ztr. 8,0010,00 Tlf., Milch per Liter 18 Pfg., Aevfel per Zentner 5 bis 8 Pik., in Körben 0000 Pfg. Nüsse 100 St. 25-30 Pfg. Zwischen per Zentner 0.00- 0.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.100.15. Marktzeit 8-2 Uhr.

te. Frankfurt a. M., 2. Dez. Heu- und Stroh- mar k t. Heu kostete heute Alk. 3.20-3.70, Stroh All. 2.00 bis 'Mk. 2.20. Alles per 50 ,Qilo. endenz: feit.

<fi f t (fi 521 arfjrtditen» Katholische Gemeinde.

Eharbin vom 1. Dezember: Viele Japaner laufen zu den Russen über. Ein Unterossizier, der mit seiner 8 Mann starken Abteilung desertierte, erklärte, daß die Leute auS Mangel an Nahrung und Winterkleider wegliefen. Man wird den Ueberläufern gestatten, sich in Sibirien anzusiedeln. Fortwährend kommen Truppenverstärkungen hier durch. Die Disziplin ist wunderbar. Der größte Teil der zweiten Armee ist hier ein getroffen. Die Leute sind in vorzüglicher Verfassung und in begeisterter Stimmung. General Grippenberg wird heute oder morgen in Chardin erwartet und geht nach dem Süden weiter, wohin die Ent­sendung von Truppen beschlossen ist.

London, 3. Dez. DerStandard" meldet au§ Kap­stadt von gestern: Gewaltige Menschenmengen bildeten in dem Hasen und in den Straßen Spalier, als die Leiche des früheren Präsidenten Krüger landete. Die Konsulate, die Schiffe im Hafen und die meisten Häuser der Stadt haben Halbmast geflaggt. Vor der Landung fand an Bord ein kurzer Gottesdienst statt. Der Sarg wurde an Land getragen und auf den Leichenwagen gesetzt. Er trug nur einen einzigen Kranz, den der Königin von Holland, lieber 100 Wagen folgten dem Trauerzuge zur Andachtshalle der Hugenotten. Tie Stadt ist voll von Holländern auS den Landdistrikten.

Paris, 3. Dez. Ein Komitee zur Errichtung eines Beet bovendenkm altz in Paris, an dessen Spitze die Gräfin Bearn und die Komponisten Saint-SaenS, Theodor DiibouiS und Sigfried Wagner stehen, gibt bekannt, daß das Denkmal im Mai 1905 auf dem Trokaderoplatz enthüllt werden wird. Bei diesem Anlasse wird ein großes Musikfest veranstaltet werden.

© n m § t a a, den 8. Dezember 1 904. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Sonntag, den 4. Dezember 190 4.

2. Advents-Sonntag.

Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Komnmuion.

r um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.

um 9 '/, Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 5 , Uhr: Christenlehre: darauf Andacht.

Donnerstag, am Feste der unbefleckten Empfängnis Mariä, ist um 7'/, Uhr Seaensamt.

Briefkasten der Uedliktmn.

(Anonpmc Anfragen bleiben unberücksichtigt.1

Fahrbeamten. lieber das Recht des Vorstandes, Mitglieder aus dem Verein auszufchließen, ist iiiSIrt. 6 in den Statuten nadi- zulesen. Eine Gerichtsentscheidung anzunifen, dürfte danach für Sie ausgeschlossen bleiben. Etwas anderes ist cs, in einer Geueral- verfauimlimg Schritte tun zu lassen, um einen für Sie günstigen Ausgang hcrbeizuführen.

11 rncltr liklimiiurn.

Dresden, 3. Dez. Bedeutsame Erklärungen gab gestern die königliche Staatsregiertrng bei Beratung der königlichen Zivilliste in der Kommission bcS sächsischen LandestagcS ab. Sie versicherte, daß das bare Privatver- mögen, welches der verstorbene König Georg hinterlassen habe, sich aus nicht ganz zwei Millionen beziffere. Von diescni Vermögen sei auf den jetzt regierenden König nichts überge­gangen. Der HauSministcr erklärte ferner, daß unter der Regierung König Georgs dem PeterSpfennig in Rom auch nicht die geringste Zuwendung auS der Civtlliste gemacht wurde. Schließlich erklärte der HauSininister auf eine An­frage bezüglich eventueller Ansprüche des Prinzen Max, daß dieser am 1. August 1896 auf die im königlichen HauSgesetz geordneten Ansprüche verzichtet habe und daß dieser Bericht vom König Albert angenommen worden sei.

London, 3. Dez. ,5)aih) Telegraph" meldet aus

Telephonischer Kursbericht.

3. Dezember.

I n ii ktiir» a.

. 101.75

4% Oosterr. Godrerte

Tendenz.: fest.

Eine

Sanatogen

. 130.40

48.30

k

2

Zu haben in Apotheken u.Drogerien.Broschüre gratis u. franko von Bauer & Cie., Berlin SW.48.

. 101.55

. 89.85

. 101.80

90.00

. 100.20

8% Mexikaner 4V01/ Cbineaon FJrotric. ScVuckort Nordd Lloyd . . Krnditnktien Diakonto-Komniandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Beriner Handolsgea Oesterr. Staatubahn Lombarden . . Gotthardbabn . . Laurahiittü . . . Bochom .... Ilnrp<*nof . . Schatzscheinc . .

4 °q Unear. Ooblrento , 4°/ Italien Rente , .

4' , 56 PortueioRer . . , 0/ Porhierieaen. . . .

1 % C. Türken . . .

I'ilrkenloan . . . .

4°/o <lrieeh. Monopol.-Anl. 4l/,?6 iiuasero Argentiner

. 104.70

. 64.15

. 62.19

Roiobnanloihe do.

Konsola . do . .

HoRHon Oberhn8R<'n

33 30 . 91.90 . 125.00 . 108.60 . 113 60

193.50 . 144 00 . 159.20 . 165.00 . 140 50

. 18.10

194.30 . 259.50 . 232.20 . 217.00

3/2n/0 3" rV 0/ 3^

3'/, 56

Von mehr als 2000 Aerzten aller Kulturländer glänzend begutachtet.

415n Oeßterr. Rilherronto 100 25

- ~ . 100.00

Duelle der Kraft für Alle die sich matt und elend fühlen, nervös und energielos sind, ist

Bekanntmachung.

Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß auf Hrund des DrtSftatutS vom 27. Juni 1892 am 4., 11. und 18. Dezember l. I. als den drei Sonntagen vor Weihnachten die Beschäftigungszeit der Handlungsgehilfen p. p. und die Verkaufszeit für das gesamte Handelsgewerbe bis 7 Uhr abend? ausgedehnt werden kann.

Gießen, den 2. Dezember 1904.

Großherzoglic- - * ^lizeiamt Gießen.

Herberg.

Bekanntmachung.

In der Zeit vom 26. November bis 3. Dezember 1904 Murde in hiesiger Stadt gesunden: 1 Nickeluhr;

verloren: 1 silb. Ring mit Nainen Karl Klein, 1 gold. Ring mit 2 Perlen und 4 blauen Steinen besetzt, 1 Trauring gez. T. -D. M. W. 22. I. 74 und 1 braune Regendecke.

Der Empfangsberechtigte des gefundenen Gegenstandes beliebe seinen Anspruch alsbald bei uns geltend zu machen.

Gießen, den 3. Dezember 1904.

Großherzoglw oiupiamt Gießen. Herberg.

Gewerbebank

Die am 1. Januar 1905 fälligen Zinsen der bei unserer Bank angelegten Spareinlagen können bereits vom

5iristig im 6. Irjemltr tr. eli

während der üblichen Geschästsstnnden an unserer Kasse in Empfang genommen werden.

Arbeitsnachweis der Stadt Gießen

Garteustratze 2 (Bürgermeisteretgebäube) Zimmer Nr. 14.

Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Virbettflebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln.

An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 5 Uhr geöffnet.

Es können eingestellt werden: B3/12

2 Schlosser, 1 Eiserrdreher, 2 Schreiner, 1 Wäscherin, 1 Haus- fi)ne;ber, 1 Glaser, Erdarbeiter, 9 Dienstmädchen, 1 Kinder,nädchen, 3 Lauffrauen.

Es suchen Arbeit:

3 Schlößer, 1 Lackierer, 1 Bäcker, 1 Schneiderin, Fabrikarbeiter, 2 Packer, Ausläufer, 2 Fahrburschen, 2 Lauffrauen.

Bekanntmachung.

Ter Voranschlag der Gemeinde Lindenstrnth für's Rech- runrctflbr 1905 06 liegt vom 5. Dezember d. I. acht Tage laug zur Eu'^cht nffr. mterefienten auf uuterzeichneter Stelle offen.

Lindenstrnth, den S. Dezember 1904.

G^oüherzogliche Biirgermeffterel Lurdenstruth.

c x . ( h MC. /f)

Gewerbebauk zu Gießen

c3/11

finnctriinciic GkiioHensch'st mit unbrschr. Haftpflicht.

Ttiifltijldtt WphMliSilHwtiS Kienen.

Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 14.

(Geschäftssttmden von 81 und von 36 Uhr.)

Es find zu vermieten:

32 Wohnungen von 27 Zimmern, 2 möbl. Zimmer.

Zu mieten gesucht:

45 Wohnungen von 26 Zimmern. , .

Tie Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten wio zwar für eine Wohnung mit einem jährlichen Mietwert dis 300 im. einschließlich 0,20 Mk., von mehr als 300 Mk. bis 500 sDu. em» schließlich 0,50 Mk., und von mehr als 500 Mk. 1 00 Mk.: auszer- , dem ist für jede Wohnungsanmeldung 1,00 Alk. zu hinterlegen.

Für die Wohnungssuchenden erfolgt die Vermittelung um I entgeltlich. 15 *

Emma Seuling

Wetzsteinstrasse 45 Wetzsteinstrasse 45 empflehlt sämtliche Spielwaren in größter Auswahl sehr billig. 8665

KHWmislfWlk. = Lichter. Lichttthalier.