Kleine Mitteilungen aus Neffen und den Nachbarstaaten. In Münster a. St. erlitt eine ft rau Strauß, deren Sohn nach IGjähriqcr Abwesenheit mit Weib und Kind aus Amerika zum Besuch eintraf, vor ftreude einen Schlaganfall, der am anderen Tage den Tod der Frau herbeiführte.
Vermifebte»*
• Ein erbender Redakteur. ES dürfte gewiß nicht oft vorkommen, daß ein Redakteur auS der Mitte seines LesepublikumS heraus eine Anerkennung erhält, wie sie in diesen Tagen dem Redakteur einer Zeitung in dem thüringischen Landstädtchen Tennstedt zu teil geworden ist. Der Redakteur war vor einer Reihe von Jahren wegen Beleidigung eines Superintendenten zu einer beträchtlichen Geldstrafe verurteilt worden. Als jetzt ein vermögender Landwirt in Tennstedt gestorben war, fand man in seinem Testament die Bestimmung: Dem Redakteur M. sind, weil er so treu zu seiner Partei gestanden hat, die wegen Beleidigung usw. entstandenen Gerichtskosten im Betrage von 110 Mk. auS meinem Nachlasse zu ersetzen." — Ein weißer Rabe!
Kleine T a g e 6 ch r o n i k. Gegen die Züge der westfälischen Eisenbahnstrecke Uchte -Enk hör st wurden wiederholt A n - schlage verübt, indem die Weichenschlüsse losgelöst, wurden. Zwei Maschinen entgleisten infolgedessen. Menschen sind mcdt verletzt worden. — In der protestantis ch c n K irche von Springborn (Schottland^ wurde eine Dnnamitbombe gefunden. Es handelt sich offenbar um eine Tat religiösen Hasses, der einem tiefgehenden Zwist zwischen Kath^'-iken und Protestanten entsvringt. Dieser Zwist ist in letzter Zeit wiederholt ausgebrochen und hat zu solchen Gewalttaten geführt,_ daß die Polizei gezwungen war, sowohl die Wohnung des protestantischen Geistlichen als auch die des katholisirn Pfarrers Tag und Nacht zu überwachen. — Auf dem Fluß Mersey nahe der Stadt Formby England sind zwei Flußdampfer zusammengestoßen. 7 Mann von der Besatzung des einen Dampfers sind ertrunken. Gegen den Fürsten nicht Großfürsten Kotschoubey aus Petersburg ist wegen Mißhandlung des Portiers des dresdener Hotels, in d»m der Fürst wohnte, eine Untersuchung eingeleiter worden. Ter Fürst wurde durch Stellung einer Kaution von 10 000 Mark auf freiem Fuß belassen. — InLöwen lBelg.) kam es zwischen demonstrierenden Arbeitern und einer Gruppe katholischer Studenten auf offener Straße zu einer Prügelei, wobei mehrere Studenten von den Arbeitern mißhandelt wurden. Die Polizei schritt jedoch nicht ein. — In Newyork erregt die Tatsache Aufsehen, daß eine junge Frau, welche m einem Irren Hause untergebracht ist, bei einem Wettbewerb unter Schriftstellerinnen, welcher von einem Boltoner Blatt ausgeschrieben war, den ersten Preis erhielt, bestehend in einer ko ste nl o s e n R e i' e n a s!' E 'a r o p a.
Zlniversttäts-Machrichlen.
Berlin, 2. Dez. Der „Reichsanz." veröffentlicht die Ver- leihung des W i l b e l m o rd e n s an Professor Rob. Koch.
Kiseubahn-Zkitung.
— ZurBehandlung desNeisegepäcks. Da immer wieder über die schonungslose Behandlung des Reisegepäcks aui der Eisenbahn geklagt wird, bringt der Minister der öffentlichen Arbeiten den Erlaß vom 24. Oktober 1885 in Erinnerung, in welchem es heißt: Bei der Behandlung des Reisegepäcks seitens der mit der Beförderung desselben betrauten Beamten u n d Arbeiter der Eisenbahnverwaltung wird nach den gemachten Wahrnehmungen häufig nicht mit der erforderlichen Um si cht und Sorgfalt verfahren, infolgedessen Beschädigungen der Gepäckstücke herbeigeführt und Beschwerden sowie nicht selten auch Schadenersatzansprüche gegen die Verwaltung veranlaßt worden sind. Da die Beschädigungen des Reisegepäcks ebenso häufig auf eine ungeschickte und unzweckmäßige wie auf eine nachlässige und sorglose Handhabung desselben zurückzuführen sind, wird es darauf ankommen, cinerictts die Gepäckträger soweit dies in den bezüglichen Dienstanweisungen nickst bereits geschehen sein sollte, über die Behandlung des Gepäcks zu instruieren und sie namentlich,daraus mnzuweisen, daß die Beförderung einzelner Gepäckstücke stets nur durch Heben, Tragen oder Fahren, niemals aber .durch sch leisen oder Werfen zu erfolgen habe, anderseits die Aufsichtsbeamten zu veranlassen, der strengen Durchführung der gegebenen Instruktionen eine crlwhte Aufmerksamkeit zuzuwenden, .'cachlassige
oder instruktioiiSlvidrige Behandlung des Reisegepäcks wird zu bestrafen, geeignetenfalls auch der Schuldige zum S m a - d e n e r f a li b e r a n ; u z i e h e n sein. ___
Kandel und Aerkeljr. ^offminrlfifitifL
Frachtsätze für Getreide. Es wird gemeldet, daß der Frachtsatz für (betreibe von New York nach Liverpool hm Va bl)., also um 50 Prozent, erhöht wurde. Der Getreidefrachtsatz zwischen Newyork und Hamburg resp. Bremen ist schon vorige Woche um 5 Pf. erhöht worden. In den amerikanischen Häfen ist das Gc- treideverladungSgcfchäft, besonders nach den deutschen Häfen, sehr lebhaft. Selbstverständlich wird der hieraus entstehende Nutzen für die Schiffahrtsgesellschaften erst im nächsten Jahre zur Verrechnung gelangen, da einer Gepflogenheit entsprechend, alles was nach dem 30. November eingeht, erst im folgenden Jahr abgerechnet wird.
Märkte.
Gießen, 3. Dez. Marktbericht. Auf heutigem Woebeiunarkt kosteten: Butter vr. Pfd. 1.15—1.25 Mk., Hühnereier 1 St. 8-10 Vfg. 2 Stck. 15—00 Vfg., Gänseeier 00—00 Ma., Enteneier 7—0 Pfg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., .stäseniatte LStck. 5—6 Pfg. Erbten vr.Liter 21 Pfg., Linsenvr. Liter 32 Pfg., Taubenpr.PaarO,80- 0,90Pik., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Häbne vr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1.80—2,20 Aik., Gänse vr. Md. 55—65 Pfg., Dchfenflcifch vr. Pfund 70—80 Pfg., Knb- und fstindsieisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweine- fleisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Cchweinefleifch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch vr. Pfd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch vr. Pfund 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—6,50 Mk., Zwiebeln vr. Ztr. 8,00—10,00 Tlf., Milch per Liter 18 Pfg., Aevfel per Zentner 5 bis 8 Pik., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 25-30 Pfg. Zwischen per Zentner 0.00- 0.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.10—0.15. Marktzeit 8-2 Uhr.
te. Frankfurt a. M., 2. Dez. Heu- und Stroh- mar k t. Heu kostete heute Alk. 3.20-3.70, Stroh All. 2.00 bis 'Mk. 2.20. Alles per 50 ,Qilo. endenz: feit.
<fi f t (fi 521 arfjrtditen» Katholische Gemeinde.
Eharbin vom 1. Dezember: Viele Japaner laufen zu den Russen über. Ein Unterossizier, der mit seiner 8 Mann starken Abteilung desertierte, erklärte, daß die Leute auS Mangel an Nahrung und Winterkleider wegliefen. Man wird den Ueberläufern gestatten, sich in Sibirien anzusiedeln. — Fortwährend kommen Truppenverstärkungen hier durch. Die Disziplin ist wunderbar. Der größte Teil der zweiten Armee ist hier ein getroffen. Die Leute sind in vorzüglicher Verfassung und in begeisterter Stimmung. General Grippenberg wird heute oder morgen in Chardin erwartet und geht nach dem Süden weiter, wohin die Entsendung von Truppen beschlossen ist.
London, 3. Dez. Der „Standard" meldet au§ Kapstadt von gestern: Gewaltige Menschenmengen bildeten in dem Hasen und in den Straßen Spalier, als die Leiche des früheren Präsidenten Krüger landete. Die Konsulate, die Schiffe im Hafen und die meisten Häuser der Stadt haben Halbmast geflaggt. Vor der Landung fand an Bord ein kurzer Gottesdienst statt. Der Sarg wurde an Land getragen und auf den Leichenwagen gesetzt. Er trug nur einen einzigen Kranz, den der Königin von Holland, lieber 100 Wagen folgten dem Trauerzuge zur Andachtshalle der Hugenotten. Tie Stadt ist voll von Holländern auS den Landdistrikten.
Paris, 3. Dez. Ein Komitee zur Errichtung eines Beet bovendenkm altz in Paris, an dessen Spitze die Gräfin Bearn und die Komponisten Saint-SaenS, Theodor DiibouiS und Sigfried Wagner stehen, gibt bekannt, daß das Denkmal im Mai 1905 auf dem Trokaderoplatz enthüllt werden wird. Bei diesem Anlasse wird ein großes Musikfest veranstaltet werden.
© n m § t a a, den 8. Dezember 1 904. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.
Sonntag, den 4. Dezember 190 4.
2. Advents-Sonntag.
Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Komnmuion.
r um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.
„ um 9 '/, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 5 , Uhr: Christenlehre: darauf Andacht.
Donnerstag, am Feste der unbefleckten Empfängnis Mariä, ist um 7'/, Uhr Seaensamt.
Briefkasten der Uedliktmn.
(Anonpmc Anfragen bleiben unberücksichtigt.1
Fahrbeamten. lieber das Recht des Vorstandes, Mitglieder aus dem Verein auszufchließen, ist iiiSIrt. 6 in den Statuten nadi- zulesen. Eine Gerichtsentscheidung anzunifen, dürfte danach für Sie ausgeschlossen bleiben. Etwas anderes ist cs, in einer Geueral- verfauimlimg Schritte tun zu lassen, um einen für Sie günstigen Ausgang hcrbeizuführen.
11 rncltr liklimiiurn.
Dresden, 3. Dez. Bedeutsame Erklärungen gab gestern die königliche Staatsregiertrng bei Beratung der königlichen Zivilliste in der Kommission bcS sächsischen LandestagcS ab. Sie versicherte, daß das bare Privatver- mögen, welches der verstorbene König Georg hinterlassen habe, sich aus nicht ganz zwei Millionen beziffere. Von diescni Vermögen sei auf den jetzt regierenden König nichts übergegangen. Der HauSministcr erklärte ferner, daß unter der Regierung König Georgs dem PeterSpfennig in Rom auch nicht die geringste Zuwendung auS der Civtlliste gemacht wurde. Schließlich erklärte der HauSininister auf eine Anfrage bezüglich eventueller Ansprüche des Prinzen Max, daß dieser am 1. August 1896 auf die im königlichen HauSgesetz geordneten Ansprüche verzichtet habe und daß dieser Bericht vom König Albert angenommen worden sei.
London, 3. Dez. ,5)aih) Telegraph" meldet aus
Telephonischer Kursbericht.
3. Dezember.
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Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß auf Hrund des DrtSftatutS vom 27. Juni 1892 am 4., 11. und 18. Dezember l. I. als den drei Sonntagen vor Weihnachten die Beschäftigungszeit der Handlungsgehilfen p. p. und die Verkaufszeit für das gesamte Handelsgewerbe bis 7 Uhr abend? ausgedehnt werden kann.
Gießen, den 2. Dezember 1904.
Großherzoglic- - * ^lizeiamt Gießen.
Herberg.
Bekanntmachung.
In der Zeit vom 26. November bis 3. Dezember 1904 Murde in hiesiger Stadt gesunden: 1 Nickeluhr;
verloren: 1 silb. Ring mit Nainen Karl Klein, 1 gold. Ring mit 2 Perlen und 4 blauen Steinen besetzt, 1 Trauring gez. T. -D. M. W. 22. I. 74 und 1 braune Regendecke.
Der Empfangsberechtigte des gefundenen Gegenstandes beliebe seinen Anspruch alsbald bei uns geltend zu machen.
Gießen, den 3. Dezember 1904.
Großherzoglw oiupiamt Gießen. Herberg.
Gewerbebank
Die am 1. Januar 1905 fälligen Zinsen der bei unserer Bank angelegten Spareinlagen können bereits vom
5iristig im 6. Irjemltr tr. eli
während der üblichen Geschästsstnnden an unserer Kasse in Empfang genommen werden.
Arbeitsnachweis der Stadt Gießen
Garteustratze 2 (Bürgermeisteretgebäube) Zimmer Nr. 14.
Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Virbettflebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln.
An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 5 Uhr geöffnet.
Es können eingestellt werden: B3/12
2 Schlosser, 1 Eiserrdreher, 2 Schreiner, 1 Wäscherin, 1 Haus- fi)ne;ber, 1 Glaser, Erdarbeiter, 9 Dienstmädchen, 1 Kinder,nädchen, 3 Lauffrauen.
Es suchen Arbeit:
3 Schlößer, 1 Lackierer, 1 Bäcker, 1 Schneiderin, Fabrikarbeiter, 2 Packer, Ausläufer, 2 Fahrburschen, 2 Lauffrauen.
Bekanntmachung.
Ter Voranschlag der Gemeinde Lindenstrnth für's Rech- runrctflbr 1905 06 liegt vom 5. Dezember d. I. acht Tage laug zur Eu'^cht nffr. mterefienten auf uuterzeichneter Stelle offen.
Lindenstrnth, den S. Dezember 1904.
G^oüherzogliche Biirgermeffterel Lurdenstruth.
c x . ( h MC. /f)
Gewerbebauk zu Gießen
c3/11
finnctriinciic GkiioHensch'st mit unbrschr. Haftpflicht.
Ttiifltijldtt WphMliSilHwtiS Kienen.
Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 14.
(Geschäftssttmden von 8—1 und von 3—6 Uhr.)
Es find zu vermieten:
32 Wohnungen von 2—7 Zimmern, 2 möbl. Zimmer.
Zu mieten gesucht:
45 Wohnungen von 2—6 Zimmern. , .
Tie Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten wio zwar für eine Wohnung mit einem jährlichen Mietwert dis 300 im. einschließlich 0,20 Mk., von mehr als 300 Mk. bis 500 sDu. em» schließlich 0,50 Mk., und von mehr als 500 Mk. 1 00 Mk.: auszer- , dem ist für jede Wohnungsanmeldung 1,00 Alk. zu hinterlegen.
Für die Wohnungssuchenden erfolgt die Vermittelung um I entgeltlich. 15 *
Emma Seuling
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