Erstes Blatt
Samstag 3. Dezember 1904
Gchalpratz« 1.
Ubreffe für Tfveld)Ot! Anzeiger «tetze«.
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154. Jahrgang
Gietzener Anzeiger General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen
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aube, tzannrags.
Dem Gletzener Anzeiger «erden im Wechsel mit dem lsesfilchen Landwirt die Siebener KamUien» llfitlei viermal in bet Woche beigelegt.
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Verantwortlich füi den polt! und augem, teil: U Wittko: Mr «Stadt und Land^ und , GenchtSj aal E-. August Goetz, für den Anzeigenteil: banS Beck.
bonnenten.
Di, Heutig, Kummer umfaßt 24 Seiten.
Volilifche Tagesschau.
Ruhig Blut!
-tt- B e r l in , 2. Dezember.
fhlt die Agrarier ist das Fehsschlagen der Wiener Unter* handsnngen eine lieblich klingende Botschaft gewesen. Ein frischer fröhlicher Zollkrieg mit Oesterreich-Ungarn, diesem Konkurrenten der deutschen Landwirtschaft, unter Anwendung hoher deutscher Kampfzölle Barriören aufrichtend gegen die Einfuhr von Vieh, von Gerste und Malz: das wäre etwas, was unsere extremen Agrarier brauchen könnten. Tie landbündlerische „Taqesztg." ist denn auch unermüdlich, die Regierung für ein energisches Vorgehen scharf zu machen. Nur keine Nachgiebigkeit, keine überflüssige Höflichkeit, keine falsche Rücksicht auf die politischen Beziehungen! Zweimal täglich bekommt Graf Bülow solche Ratschläge vorgesetzt. Wenn man das im Ausland liest, dann wird man dort kaum den Eindruck erhalten, daß unsere Regierung eine besonders starke Position gegenüber Oesterreich-Ungarn hat. Denn es ist nötig, jemandem Mut und Entschlossenheit zuzusprechen, der sich seiner Haut zu wehren weiß? Von der extrem agrarischen Presse werden gern bricmnen als ,.Agenten des Auslands" bezeichnet, die einer Verständigung das Wort reden. Indessen, der Wunsch nach Verständigung. geht davon aus, daß ein Zollkrieg, obwohl Deutschlands Position von vornherein durch das Uebergewicht der Einfuhr von Oesterreich-Ungarn her weitaus günstiger ist, im Interesse des Handels und der Industrie nach Möglichkeit vermieden werden sollte. Und ob die Führer des Bundes der Landwirte es bestreiten mögen: unter dem wirtschaftlichen Streit würde sehr bald auch die Festigkeit des Bundesverhältnisses frit leiden haben. Auf beiden Seiten hegen die Negierungen den aufrichtigen Willen, es nicht zum äußersten kommen zu lassen. Allerdings wird von deutscher Seite, da auf eine Einigung im Laufe dieses Monats kaum zu rechnen ist, am <31. Dezember der geltende .Handelsvertrag gekündigt werden. Ties muß geschehen, weil am 1. Januar 1906 der neue deutsche Zolltarif in Kraft tritt. Am selben Tage werden auch die neuen Handelsverträge in Kraft treten, die bereits zum Abschluß gelangt sind und demnächst den Reichstag beschästigen. Uebrigens hat, worauf aufmerksam gemacht wird, auch Griechenland, mit dem ebenfalls noch kein neuer Vertrag zustande gekommen ist, wie Oesterreich-Ungarn die Kündigung des jetzigen Vertrages vor Mlauf dieses Jahres zu erwarten. . . . Nachdem die Kündigung erfolgt ist, braucht keineswegs ein wirtschaftlicher Kriegszustand an zu heben, sondern es ist noch während des ganzen Jahres 1906 Zeit und Gelegenheit, mit Oesterreich-Ungarn sowohl wie mit Griechenland einen neuen Handelsvertrag abzuschließen, dessen Wirkung dann am 1. Jan. 1905 beginnen würde.
Also die Situation ist durchaus nicht darnach, um mit der leidenschaftlichen Erregung erörtert zu werden, wie sie namentlich in Wien und Budapest zum Ausdruck kommt. Ebensowenig bedarf es der Flammenschürung auf Seiten der preußischen Agrari -r. Es ist zu erwarten, daß die Beratung der Handelsverträge im Reichstag, in der Graf Pofadvwsky nähere Mitteilungen über seine Wiener und Budapester Mission machen dürfte, auf Oester- reich-Ungarn einen guten Einfluß ausüben wird. Tie Tatsache, daß sechs auswärtige Staaten mit Deutschland zu neuen Verträgen gelangt sind unter Bedingungen, die von diesen Staaten als wertvoll und hinreichend erachtet wurden, spricht doch dafür, daß die deutschen Fordewmgen fr ine unbilligen ober gar unerhörten. Zumutungen an das Ausland enthalten. Graf Posadowskl) ist vi-'lleicht, bei all seiner Beherrschung oer Handelspolitik, gerade für die Verhandlungen mit Oesterreich-Ungarn zu sehr ein die Offenheit liebender Staatsmann und nicht Kaufmann genug gewesen, der das, was er bi-'tet, ins Licht zu setzen weiß. Graf Posadowskp war heute im Reichstag und pflog mit dem Präsidenten Grafen Ballestrem eine längere Unterredung.
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Pückler.Jntermezzo.
—i— Berlin, 2. Dez.
Der schlesische „Dreschgras" hat's erreicht. Er sieht sich auf Grund der volksparteilichen Interpellation vor das Tribunal de/ Reichstags gestellt. Heber den Verlauf der Pückler-Debatte f(rnrt ja kein Zweifel fein. Vielleicht werden auch die antisemitischen ?lbgeordneten in ihrer Mehrzahl diesen exzentrisch ver- anlagttn Herrn von ihren Nockschößen abschütteln. HöckOens daß ihm in seinem Geschäftsfreund, dem Abg. Bruhn, Verleger der „Staatsb. Ztg", ein Fürsprecher ersteht. Staatssekretär Tr. Ni^berding durfte sich in Beantwortung der Jnterpellatton, der Sachlage entsprech-end kurz fassen. Ti? Zeit des Reichstags ist zu kostbar, um über Gebühr einem unmöglich ernst zu nehmen^ den Agitator gewidmet zu werden. Aber es kann ein heiteres Intermezzo werden, falls es dem „Treschgrafen" und seinem tatendurstigen Anhang gelingt, Zutritt zu den Tribünen zu erlangen. Der Reichstag mag sich dann immerhin auf Verbalinjurien aus der Höhe gefaßt machen. Graf Pückler und seine Leute sind arab in solch-n urmück sioen Einsäll"N.
Tentsckes Neich.
Berlin, 2. Tez. Ter Kaiser unternahm heute einen Spaziergang im Tiergarten, stattete dem Reichskanzler Grafen v. Bülow einen Besuch ab und hörte später litt Königlichen Schlosse den Vortrag des Hausmintsters von Wedel.
— Reichskanzler Graf Bülow hatte heute eine Unterredung mit dem Grafen Posadowskp.
— Zu der Meldung, daß kein österreichischer Minister und kein bei den Handelsvcrtragsverhandlungen beteiligter Kommissar sich bei der Abreise Posadowskys am Bahn- Hofe eingefunden habe, schreibt die „Nat.-Ztg": In Wirklichkeit stattete Graf Goluchowsky dem Grafen Posa- dowsky vor dessen Abreise einen freundschaftlichen Besuch ab, in dessen Verlauf von den beiden St-aatsmännern vereinbart wurde, daß Graf Posadowskys Mission in Wien erledigt sei und er keine Besuche mehr empfangen wolle.
— Dem Kultusminister hatte der Verband fortschrittlicher Frauen vereine die Bitte unterbreitet, das Korsett in den preußischen Schulen verbieten zu wollen. Tabei wurde aus die schweren Schädigungen hingewiesen, welche das Korsett auf die Atmungs-, Ver- dauungs- und Unterleib sorg an e ausübe, und als ganz widersinnig das Tragen des Schnürleibes bei den Turnübungen bezeichnet. Im Königreich Sachsen ist die Maßregel oes Verbots bereits durch Erlaß des Kultusministers vollzogen. Auf diese Eingabe hat der Kultusminister erwidert, daß er schon vor ihrem Eingang zum Gebrauch einer geeigneten Kleidung durch die jungen Mädchen Anregung gegeben habe: durch Hinweis der ihm unterstellten Behörden auf die hygienische Abhandlung des Tr. med. Julius Krebs in Breslau „Wie sollen sich unsere jungen Mädchen kleidend Wegen etwaiger weiterer Maßnahmen seien Erwägungen eingebettet
Kiel, 2. Tez^ Ein vom Konsistorium eingeleitetes Disziplinarverfahren gegen den Pastor von B r i n ck e n in Svandet, Vertrauensmann der dänischen Partei, endete mit der Pensionierung des Geistlichen zu Neujahr.
Stettin, 2. Dez. Sämtliche beim Eisenbahnbau Stargard-Küstrin beschäftigten russischen Arbeiter wurden durch die preußische Negierung nach Rußland ausgewiesen.
Schwerin, 2. Dez. Bei der Reichstags st ich- wahl wurden bis abends 11 Uhr fürBüfing (na t.) 9832 und für Antrick (Soh.) 8738 Stimmen abgegeben. Aus 157 Ortschaften stehen die Ergebnisse noch aus.
Braunschweig, 2. Dez. Gegenüber anderweitigen Meldungen stellt die „Braunschw. Landesztg." fest, die seit einiger Zeit schwebenden Verhandlungen zwischen Braunschweig und Preußen weg-n der künftigen Gestaltung der Lotterie seien noch nicht abgeschlossen.
München, 2. Dez. Prinz Friedrich von Hohenzollern ist heute nachmittag gestorben. (Ter Verstorbene war der zweite Bruder des Fürsten Leopold. Er^war^ geboren 1843.)________________________________
«Heer und Htotte.
Dresden, 2. Dez. König Friedrich August hielt anläßlich der heutigen Rekruten-Vereidigung der Dresdener Garnison folgende Ansprache an die Rekruten: Soldaten! Sie baden jetzt unter Anrufung GotteS des Allmächtigen und Allwissenden den Fahneneid geleistet. Was Sie jetzt in ihrem Eid ihrem König gelobt und versprochen haben, soll Ihnen durch Ihr ganzes Leben eine Richtschnur sein und bleiben. Sie sollen mährend Ihrer Dienstzeit Pflicht und Treue wahren. Ich hege die Erwartung, daß ein Jeder sein Land lieben, das Gelobte halten und dem Kaiser und dem Gesetz gehorsam sein werde. Ich hoffe, daß auch Sie wie die Armee in der großen Zeit vor 34 Jahren mit Blut und Leben für unser Vaterland eintreten werden und sich, wenn Deutschlands Armee eS verlangt, stets als pstichtgetreue, vaterlandsliebende und tapfere Soldaten bewähren werden. Ich knüpfe daran die Erinnerung vom vorigen Jahre, wo meine Armee unter der Regierung meines hochseligen Herrn VaterS die Ehre hatte, neben preußischen Truppen aus S. M. des Kaisers Munde das allerhöchste Lob zu ernten. Seien Sie nach dem Beispiele Ihrer Vorgänger der alten Sachsentreue eingedenk gegen König und Vaterland und Kaiser und Reich!_______________________________________
Ausland.
Rom, 2. Tez. (Kammer.) Auf Anfrage über die Vorgänge in Innsbruck erklärt Minister T i t t o u i: Tie Ereignisse in Innsbruck können nur beklagt werden. Indessen kann eine Ausschreitung einer erregten Volksmenge nicht die Bande lockern, die deutsche Wissenschaft und Zivilisation mit der italienischen verbinden und die Beziehungen zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn nicht beeinflussen, die ihre tiefen Wurzeln im Schutze der großen Interessen, in der Arbeit zur Erreichung großer Ziele und in den festen loyalen Absichten der beiden Regierungen haben.
T a n g e r, 2. Tez. Harris, der Ko rre s p o n d e n t d e r Londoner „Times" wurde in der letzten Nacht in seinem Haus durch Benimsawers angegriffen, die sehr entschlossen versuchten, ihn gefangen zu nehmen. Die Bergbewohner hatten das HauS geräuschlos umzingelt, die Wachen, ohne zu schießen, überwältigt und einen, der Alarm )it schlagen versuchte, erstochen. Die Wache sagte den öeuimsawers, daß Harris in der Stadt wäre. Tie Angreifer warteten einige Zeit und Aogcn sich zurück, nachdem sie den Wachmannschaften die Gewehre und Kleider fortgenommen hatten. Harris hat aus Ersuchen der britischen Gesandtschaft sein Haus verlassen. Tie britische (^sandt- chaft hat den Vertreter des Sultanö, Muhammed el Torres tni) den Hof benachrichtigt, daß sie die Regierung für eben Schaden haftbar mache, der durch die Plünderung oder Zerstörung des viele Kostbarkeiten enthaltenden Hauses entstehen sollte. Tie Beuimsawer haben heute die in der
Nähe des Hauses ausgestellte Wache a!bermals angegriffen, einen Mann g etö tet und den übrigen eine> Anzahl Gewehre und Patronen abgenommen. Gerüchtweise verlautet, daß in der letzten Nacht, als das Feuern vernommen wurde, bemannte Boote des französischen Kriegs-^ schiffes „Kleber" gegenüber dem Hause Harris in See gegangen, aber, nachdem die Mannschaften mehrere Salven? abgegeben hätten, zu ihrem Schiff zurückgekehrt seien.
Newyork, 2. Dez. Dem nächsten Kongreß wird ein* Gesetzentwurf zugehen, wonach das Gehalt des <ßräH^ denten von 50 000 auf 100000 Doll, erhöht werden soll.
Akü und LM'd.
Gießen, den 3. Dezember 1904.
"Von der Landesuniversität. Der Ausschuß der Gießener Studentenschaft hat anläßlich der heute statt- findenden Eröffnungsfeier derLese- und Redehalle der deutschen Studenten in Prag ein Glückwunschtelegramm dorthin abgesandt. — Nach der vorläufigen Feststellung beträgt die Zahl der in diesem Semester an der hiesigen Universität immatrikulierten Studierenden 1068.
" Von einem tollwütigen Hund gebissen. In Groß-Rechtenbach wurden gestern, wie und mitgeteilt wird, 2 Kinder, von einem fremden, das Dorf durcheilenden tollwütigen Hund gebissen. Die Kinder wurden sofort in die hiesige Klinik eingeliefert und an das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin zur Behandlung w eitergegeben. Die Bürgermeistereien der Umgegend wurden bereits aufgefordert, in der ortsüblichen Weise bekannt zn machen, daß sämtliche Hunde fortan an eine Kette gehalten und mit Maulkorb versehen werden müssen, bis sicher steht, daß keine Gefahr vorhanden ist.
" Militärkonzert. Unsere Regimentskapelle wird, wie aus dem Inseratenteil hervorgeht, morgen, Sonntag, nachmittag um 5 Uhr im Neuen Saalbau ein Konzert veranstalten.
" Eine Wiener Singspielgesellschaft veran« stattet z. Z., wie schon bemerkt, im Saale ded Hotel Einhorn Unterhaltungsdarbietungen, deren reichhaltiges Programm den Besuchern viel verspricht. Morgen, Sonntag, finden die zwei letzten Vorstellungen statt und zwar, wie aus dem heutigen Inserat ersichtlich ist, nachmittags und abends.
c. Selbstmord. Am 29. v. Mts. verschwand aus der Kaserne der Rekrut Wagner der 10. Komp, des hiesigen Regiments. Gestern nachmittag fand man seine Leiche im Rödger Wald an einem Baum hängend. Wagner war gebürtig von Großen-Buseck. Heber die Ursache des Selbst- inords ist nichts bekannt.
" Ein Lorberbaum steht zur Zeit im Cafs Am end. in voller Blüte.
r. Krofdorf, 2. Dez. Das hiesige Bürgermeisteramt hat die Ausführungen von Bohrungen nach Wasser- guellen ausgeschrieben. Hoffentlich werden die ersten Vorarbeiten den gewünschten Erfolg haben, damit man schon im nächsten Jahre auch hier die Segnungen einer Wasserleitung genießen kann.
Büdingen, 1. Dez. In Trauer wurde unser Städtchen durch die Kunde von dem Ableben I. Durchl. der Prinzessin Gustav versetzt. Der Tod hat dem längeren Leiden der Verblichenen gestern abend ein Ende bereitet. Bertha, Gräfin von Holleben, geb. zu Eisleben am 16. November 1818, vermählte sich am 31. Oktober 1840 mit dem am 1. Januar 1883 verstorbenen Prinzen Gustav zu Isenburg und Büdingen. Für die Trübsal anderer hatte die hohe Dahingeschiedene stets ein mitfühlendes Herz. (B. A. A.)
- sd. Darmstadt, 3. Dez. (Eigener Drahtbericht.) Der Großherzog, welcher heute abend um 7.25 Uhr mittels Sonderzuges mit Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen hierher zurückkehren wird, hat die hier versammelten Mitglieder des Verbandes der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein, deren Wanderversammlung bekanntlich morgen im Ernst-LudwigS-Hause eröffnet wird, zu einer Abendgesellschaft ins alte PalaiS eingeladen, an welcher ca. 90 Personen teilnehmen werden. Prinz Heinrich von Preußen wird von hier auS heute abend um 10 Uhr nach Breslau fahren und anfangs nächster Woche zu einem weiteren achttägigen Aufenthalt hierher zurückkehren.
Mainz, 2. Dez. Das Stadtverordnetenkolle* gium setzt sich nunmehr wie folgt zusammen: 10 Sozialdemokraten, 8 Demokraten, 9 Freisinnige, 9 Nationalliberale, 4 Zentrum und zwei Unparteiische. — Am vergangenen Samstag in der Frühe zwischen 4 und 6 Uhr erschoß sich in seiner Wohnung, Hasenstraße 10, der 27jähr. Husaren- ieutnant Friedrich Dietz aus Magdeburg von der zweiten Schwadron der 13. Husaren. Der Erschossene soll ein äußerst solider, bei feiner Schwadron hochbeliebter Offizier gewesen ein. Er lebte in denkbar geordnetsten Verhältnissen.
Hanau, 1. Dez. Die hiesige Staatsanwaltschaft erläßt einen Steckbrief gegen den Stationsgehilfen Rudolph Lenz von Groß-Auheim wegen Unterschlagung amtlicher Gelder, deren er sich während seines DieiüteS am hiesigen Ostbahnhof schuldig gemacht hat. Vor der Strafkammer war dieser Tage dieserhalb bereits Termin angesetzt, der Angeklagte Lenz hatte es aber vorgezogen, vorher daS Weite zu suchen.


