Ausgabe 
2.11.1904 Zweites Blatt
 
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hastet.

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Verwaltung wurde hier, wie wir der ,RL Pr." entnehmen, eine Liste in Umlauf gesetzt zur Herbeiführung des Acht- uhrladenschlusscs, mit 79 Unterschriften ist die nötige Zweidrittelmehrheit erreicht. Eine Versammlung der Be­teiligten beschloß, den Achtuhrschluß für alle Läden einzu­

gezogen werden mühten.

Des Längeren wurde auch über die Wüchsig kert deö Rindviehes gesprochen. Allgemein war man der Auf­fassung, daß nicht die Riesentiere die besten seien, sondern solche Tiere, die im bestimmten Mer und Geschlcchtszustand eine dem Schlage entsprechende schöne, Entwickelung zeigen. Tie zu großen Tiere sind für Zucht^wecke ebenso wenig brauchbar, wie die zu kleinen oder jene Tiere, die nach zweiJahren ausgewachsen sind. Tie erstrebte Ausgeglichen­heit des Körperbaues stellt sich erst nach dem dritten Jahre ein.

Weiterhin tagte noch die Geräteabteilung. Hier beriefAsmIaerschky GartzenÄerg) über eine

s Herbftversammlurrg

der Deutschen Landwirtjchaftsgesellschast.

Berlin, 1. November.

Tie Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft hält in Berlin ihre Herbstversammlung ab. Zunächst ragten die zahlreichen Ausschüsse. Bon besonderer Wichtigkeit waren die Verhand­lungen der Tierzuchtabteiliung, da hier die Vor­bereitungen für die nach st jährige große la^rdw.irt- schastlicheAusstellung in München getroffen wer-

Aus Stadl u::d Lund.

Gießen, 2. November 1904.

** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtvcrordneten-Ver|ammlung Donners­tag, den 3. November 1904, nachmittags 4 Uhr. 1. Mitteilungen. 2. Baugesuch des Tr. Jung für, die Bahn­hofstraße. 3. Baugesuch des Joh. Georg Pfaff für den Riegelpfad. 4. Baugesuch des Heinrich Winn für den Riegel­pfad. 5. Baugesuch für die Neuen Baue Nr. 18. 6. Aus­bau der Seitenestraße neben dem veterinär-niedizinischen Jn-

138 Männer und 24 Frauen, Brausebäder 1493 Manner und 226 Frauen. Die Personenwage wurde von 260 Per­sonen benutzt, das Bad von 4 Personen besichtigt.

-* Eine Zigeunerhochzeit. Aus Niederrad schreibt man der »Kl. Pr." r Ende voriger Woche hatte man hier das seltene Schauspiel einer Zigeunerhochzeit. In der "Nähe der hiesigen Gummiivarenfabrik hatte die Gesellschaft einen Acker gepachtet, auf dem die Feier abgehalten wurde. Der Hochzeiter war ein schmucker junger Mann namens Paul Lichtenberg, sie eine gebräunte Schöne mit wallendem Locken- haar, Luisa Petroski) mit Namen. Nach Erfüllung der gesetz­lichen Bestimuiungen, die auch für die Zigeuner gelten, be­gann auf freiem Felde der HochzeilSschm aus. In einem rußigen Kessel über dem Lagerfeuer wurde das Hoch- zeitsmahl bereitet. Hammelfleisch und Schnecken, Schweins­füße und Speck, Kraut und Rüben, alles das kochte in dem unergründlichen Kessel. Außerdem wurden drei große Fässer Frankfurter Bieres spendiert. Ziim Schluß kam der Tanz. Die Geigen wimmerten, die Harmonika brummte und fröhlich miegten sich die schwarzen Gestalten im Tanz.

-n- Dorf-Gill, 1. Nov. In Dors-Gill ist für ver­hältnismäßig wenig Geld ein Musterschulhaus geschaffen worden. Das Hauptgebäude ist für eine einklassige Schule bestimmt und enthält demgemäß einen Lehrsaal und eine Lehrerwohnung, außerdem ein Zinimer für das Standesamt. Tas schöne, schmucke HanS und seine sämtlichen Nebenanlagen werden für alle Zeit eine Zierde des Ortes sein. Die Em- weihungsfeier verlief sehr erhebend und ansprechend. Sie begann mit einer kleinen Abschiedsfeier am alten Schulhause junb einem längeren Gottesdienste. Am Schulhause erfolgte l die Uebergabe des Schlüffels durch Straßenmeister Hermann unter öffentlicher Belobung der Bauhandwerker, die am Bau beteiligt waren, an den obersten Bauleiter, Baurat Diehm. Letzterer übergab ihn an den Vertreter der Staatsregierung, Kreisamtmann Dr. Kranzbühler, der den wärmsten Dank der Regierung für die Opferfreudigkeit der Gemeinde und Herz» liche Segenswünsche aussprach. Kreisschulinspektor Kleinschmidt empfing den Schlüffel, erwärmte in längerer Ansprache die Herzen der großen Festversammlung für die hohe Bedeutung der Schule und überreichte den Schlüffel dann dem Bürger- insister, der nach einer kurzen Rede das herrliche Gebäude zur Besichtigung erschloß. Ansprechende Gesänge und Vor- träge des Pojaunenchors verschönten das Fest.

B a d - 9t a u h e i m, 31. Oft. Aus Anregung der Polizei­

Prüfung von HedcricWttnaschtnen, nursveiryer 'A)r. w' Der t (Münchhof) über eine Prüfung von Sclbsteinleger- Dreschmaschmen und großen Häckselmaschinen. Ritterguts­besitzer Meyer (Kl. Eichholz) machte cimae Vorschläge zur Verbesserung der Ackerwagen. Er empfahl die allgemeine Einführung des etwas geänderten mitteldeutschen Kasten- wageiis. Von anderer Seite wurde über Erfahrungen mit' amerikanischen Wagen berichtet. Diese haben eine breite Ausladesläche und dasselbe Gewicht (121300 Kilogramms Die Versuche sollen fortgesetzt werden. Die Verbesserung^ bedürstigkeit der jetzigen Wagen wurde allseitig anerkannt

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter bi?)er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 1. Nov.

Auf dasEingesandt" in Nr.^5 bett. Klagen in Friseur kreisen ist zu erwidern, datz Abhilfe nur geschaffen werden kann, wenn ein einheitliches Zusanimengehen sämtlicher lstesiger Friseure versucht tvürde, Ter Euiseiider dieser Zeilen, ebensalls Friseur, betrachtet es jedoch für vollkommen unkorrekt, wenn der Kundschaft der Vorwurf gemacht wird, fie wolle den Friseur auSbeuten. Glaubt man denn, damit zu erreichen, daß Die Kundschaft großmütig eine höhere Taxe zahle, als die, welche Die Friseure sich scheuen, für ihre geleistete ^lrbeit zn fordern'^! Meine langjährige Selbständigkeit hat mich eines anderen belehrt, und ich kann fonftaticren, daß sich bis heute noch niemals ein Kunde geweigert hat, mir das gewünschte Frisieren nach der Taxe zu bezahlen. Würde man Die Geschäfts Prin­zipien hochhalten, so Hütte man keine Ursache Derartige ütlagen zu führen. . r

Ein Friseur.

* Kleine Tageschronik. In Hornburg r. d. Pfalz erregt Aufsehen die Verhaftung des Postexpedienten Bähr, Der sich bedeutende Unter)chlagungcii in fernem Amt zu fchuldcii hat kommen lassen. Auch die ihm anvertraute Kasse des Schützcnvereins zog er in Mitleidenschaft, indem er 2300 Mk. daraus für sich verwandte. In Lüde ct ist nach Beendigung der Vorstellung das 2000 Personen fassende Gebäude des Zirkus Reuterkrug abgebrannt. Vier Pferde und zahlreiche Garderobe- und Ausstattungsstücke, sowie Musikinslrumenle sind verbrannt. Ter Landschastsdirektor Laer aus Münster i. W. wurde auf einer Treibjagd bei Jägerhaus schwer ver- t e t51. In dem braunschweigischen Torf Liersse schnitt ein Arbeiter aus Wut Darüber, Daß eines feiner Kinder laut meinte, dem dreijährigen Kinde mit einem Messer die Zunge durch. Tas Kind starb bald Darauf. Der Unhold wurde Der*

Landwirtschaft.

Die schlesische landwirtschaftliche Berufs» genossenschaft nahm das Statut einer Haftpflichtversicher- uiigsanstatt an und stimmte dem projektierten Zusammen­schluß mit der ostprcußischen und he s s en-na s s a u i > ch e n Haftpf lichtversicherungsanftalt zu einem Garantier-Ver- band bei. .

wieder und es kam zu einem neuen Zuummenstoß. Elf Verhaf­tungen wurden borgen.mimen. Tie Teilvdmer der deutschen Ver­sammlung wollten später dem Obmani des OttSfckmlrats eine Huldigung dar bringen, wurden aber gewtigt, au S einan d er zugeben.

Petersburg, 1. Nov. ES vcsiautet gerüchtweise, daß am fo mm en Den Tanner 5 tag. Dem Jalwstag Der Thronbeldngung des Zaren, ein kaiserlicher Ukas verösentlickst werden wird, in | n>elchem eine Erweiterung der Preßfreiheit imb, sonstige Reformen an gekündigt werden ollen.

Belgrad, 1. Nov. TieBeogcadSke Novine", ein über I Die Vorkommnisse in Makedonien gut unterrichtetes Blatt, meldet I von einem blutigen Zusammenstöße zwischen bul­garischen Bandeii und Leuten ds serbischen Wostvooen Misko in Poretsclx Beiderseits gab tS viele T o t e und Ver> i wundete. Ter bulgarische Führer Sugareiv soll saIver ver-1 wundet sein. i

Sofia, 1. Nov. Ter König von ^erbten sandte an den Fürsten Ferdinand beim Belassen Bulgariens ein herz­liches Tanktetegi-amm für den warmrn Empfang. Er betonte, der Aufenthalt in Bulgarien bilde ehrit Der schonsdm Augenblicke feines Leb«is. Fürst FerdinanD ertnDcrte, er schätze sich glücklich über bie von Dem Könige gebotene Gelegcnl)eit, Die Ge)uiste Des bulgcrrtf&en Bvlkcs und dessen Ersten gcgcnul-t-r bem-nige Pettr und dem serbisck)en Volke ztm Ausdruck zu bringen.

Cetinje, 1. Nov. Ter Köllig von ^erbie^n un^der Fürst von Bulgarien sandteL dem r )ten NtTo la us gemein i a m Telegramme, h denen es Heißt, )ie begrüßten um, crfEt von brüderlicher HerzkckKeit, und betonen ferner die uniuanbetbarc Freundschaft znifckxni Serbien, Bulgaineii und Montenegro. Fürst Nikolaus antwortete in gleichem ^innc. _

Washington, 1. Nov. Staatssekretär vay und der rran- zosische Bolsck>after, Jusserand, haben den V e r t r a g ^unterzeichnet, nach welchem jeder möglick^erwüse eintretende streit lall zwischen den Vereinigten Staaten und <y r a n f r^e i rt) auf schiedsgerichtlichem Wege geregelt,werden soll. Tem Ver- ttage haben die Bestimmungen des eugli)ü>sranzo)i)c1>en Schieds­gerichts vertta g es zum Vorbilde zcdiem.

O-SsottorilrÄ bekomme x hübsche Tarnen- oder Herren-Remontoir-Ubr, welcher 400 Umhüllungen der beliebten Gioth's gemahlener Kernseife an den Fadr^anten I. Gioth, Hanau, cinsendet. hv >* i

ftitut. 7. Ausbau der Crednerstraße. 8. 9(u§bau des Wetz­larer WegS. 9. Gesuch des Hilfsvereins vopi Roten Kreiiz um Ueberlaffung von Baracken für ein im Kriegsfall zu er­richtendes Veremstazarett. 10. Befchaffung von Schultafeln für die Stadtrnädchenfchule. 11. Aufräumen der Jlutgräbcn im Neustädterfeld. 12. Gesuch des 1. Bataillons Inf.- Regiments Nr. 116 um Geländeverpachtung. 13. Bejchädi- gung des Geländers an der Lasuvaage auf dem Sett-rsb-rg . ^h- ^^Äus'n°hm- der Bäcker und r'!etzger, über di-nach 14. Bcüreibcing der Ferdcrungcn ber ^ent ' "fl Qen fmb. Samstag abend ist um

Gießen. 1b. Der H-lzpre.sl-nf für d.-stadstschenWa düngen. ^°"ngen anzui.e ny Dezember bis

18. WirtschaftSplan für die Gießener Stadtwaldungen. ! yanuac um ,ct)n uhr. Das gilt natürlich nur für den 17. Gesuch der siadtischen ^or;rwartc um Gewährung cmcr faic Uch eine besicre Regelung

m f^ ^r Beiwohnen der den H°lz°Mte-gcrungen und - ,,^ach du!chlöchei1en Sonntagsruhe ist m Aussicht ge. Aufstellen der AbzShlungsprot°r°lle. 18. Genehmigung von I trüber soll eme weitere Versammlung entscheiden.

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^luß an d,e vor Kurzem gemachte Mitteilung wird unser m bie Radspeichen und wurde, da der Wagen Mitglied Herr Oberbergrat Proscsfor Dr. Chelius den an- 3.Bewegung befand, förmlich vom Bein ab-

gekündigten Vortrag über den Erzbergbau in Ober- 31,1

tjefien in Beziehung zur Lahnkanalifation am Ntarburg, 1. Nov. Ein Volksbad beabsichtigt, wie 19. November nachmittag-- 4 Uhr m Stern s Garten o.-Ztg ' hört, die hiesige Ortskrankenkasse zu

lNeuer Iaalbau) halten. Roirzkundc errichten, wa- aus hygienischen Gründen sehr zu begrüßen

Ler am Montag iUckö Ebel"abgeyaltene erste Mitglieder- wäre. Am 10. November soll eine Generalversammlung der aöend der Hessischen Vereinigung für Volkskunde erfreute Mitglieder slaitsinden, um Beschluß zu fassen, ob bic J. httcl sich eines zahlreichen Besuches. In seiner Begrüßungs-s zu diesem Volksbad zur Verfügung gestellt werden sollen. anfprache verriet der Vorsitzende zugleich das. Winter- progrcrmni, wonach den Miügliederu Boriräge^ aus den verschiedensten Gebieten der ,'Vdlkslunde in Aussicht stehen. Es wird im Laufe des Winters über Mythus, Sage und Märchen, über rnohanrincdanische Gesellschaft in Aegypten, I über Abendmahl und Tärnonen, über Spottnamen und > Spottverse in Oberhessen und schließlich über Hexenglaubeu in neuerer und alber Zett gesprochen werden. Rach der Ve-- grfiAung ertzeitte der ?Lorfinende bem Lehrer Leutz- GeTshausen, das Wort zu seinem Vortragsiiber den Tod. Als Grundlage für seine auf eingehenden Studien beruhen­den Ausführungen dienten dem Vorttcrgenden Sitten, Ge­bräuche und Anschcruungeu, wie sie im Lunrdatal heimisch, sind, Sitten, Dciiuche und Vorste-llungen, die bei allen uns bekannten Bvtkern ]o viele AetMichkeiten und doch wieder so mancherlei Verschiedenheiten anftoeifen. Am meisten interessieren uns dabei solche Bräuche, die sich

im Lumdatal vielleicht allein erhalten haben oder wenig­stens vor nicht allzu ferner Zeit dort noch beobachtet wor­den fiwb. Hierher gehören das Äusagen des Todes durch die Leichenbitter und die Verwendung von Totenbrettern. Nicht ausschließlich auf dem Lande ,inden wir noch jetzt den Aberglauben, daß der Torenvogel den bevorstehenden Tod anlündigt, daß vor Geist oes Verstorbenen umgeht, daß er einen Lebenden nach sich zieht, daß von 13 Tisch- genossen einer sterben muß. Tie Erklärung bietet viel­fach Schwierigkeiten. Manche Sitte, die wir heute im Zei­chen der Pierüt zu nennen geneigt sind, stellt sich Der wissenschaftlichen Betrachtung als Den Ausfluß der Angst vor dem Wiederkonnnen des gefürchteten Toten dar. Auch der Sprachgebrauch ist bisweilen dunkel. Der Ausdruck er geht in die Hohmerstiele" ist noch nicht besriedigend erklärt. Daß der an sich so ernsten Unterhaltung auch der Humor nicht fehlte, dafür sorgte die Mitteilung einer Reihe von originellen Grabschriften, die aus der Mitte der V.r- scrmnrlung ergänzt wurden. An den Vorttag knüpfte sich eine rege Tiskussion, die teils Aufschlüsse gab, teils neue Fragen stellte.

** Gießener Volksbad. Im Oktober wurden 9618 Bäder verabreicht gegen 8898 im September 1904 und 6449 tm Oktober 1903, ober pro Tag 310 Bäder gegen 207 tm September 1904 und 291 im Okltober 1903. Der Besuch im emgejnen hat sich wie solar verteilt:

Schwimmbad 5038 Männer, darunter 964 zu 10 Psg., H 1 1 '/

Wannenbäder 1. Klaffe 229 Männer, 88 Frauen,

472

Dampf- und Heißluftdcrder, sotvie Massage zusammen

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Breslau, 1. Nov. Tas Kriegsgericht Der 1. Division ver­urteilte die Reservist en Joschke unD Jakudek vom 10. Grenadier- rcgiment wegen Gehorsamsverweigerung unD tätlidjcm Angriff auf eine militärische Wirtshauspatronille zu je fünf Jahren Zuchthans.

Budapest, 1. sJioü. Baron Ernst von Wallburg^ der beschuldigt war, aus den 2aibad>cr Militärmaterialien zwet Blätter herausgerissen und aus denselben die Trauung seiner Mutter Laura Sknblits mit Erzherzog Ernst ge­ätscht zu haben, nmrbe heute vom Verdrecken der Urkunden- ätschung f re i g e spr o cken. .

Tie Sehnsucht nach einem Kinde hat drc Kauf- mannssrau Gertrud Sch. in Berlin zu einem törichten Streich verführt, Der ihr eine Anklage wegen Vergehens m Be­ziehung auf Den PersonenstanD zugezogen hat. Neben ihr hatte Das TicnstrnäDchen D. auf Der. Anklagebank Platz zu nehmen. Tas Eheglück Der Frau Sch. wurde Durch Den UmstanD getrübt, daß sich Der Wunsch nach Nachkommenschaft nicht erfüllen wollte. So oft fie auch in schlaflosen Nächten Die Gunst Des Himmels in Dieser Beziehung erflehte, sie bat und hoffte vergebens. Ta griff sic zu einem verz-iveifelten Nttttel, welches ün Kwilecki- Prozeß eine so große Rolle gespielt hat: zur Äi n des unter- chiebuug. Sie täuschte ihrem Ehemann allerlei vor und be- chenkte ihn eines Tages mit einem jungen Weltbürger, der auch als sein MinD standesamtlich angemeldet wurde. Tatsäckdich war es aber Das KinD der ziveiteu Angeklagten, Die Das Neugeborene mit Freuden der Frau S. überließ. Da sie damit Das Glück deS Kindes zu begründen hoffte. Turch einen Zufall ist die Sache ruchbar geworden, und Frau S. hatte nicht nur Den Schaden, daß sich ihr empörter Ehemann ob Dieses törickxten Streiches gänzlich von ihr abgewendet hat, sondern sie mußte nun auch auf Die Anklagebank. Ter Gerichtshof verurteilte sie nur zu einem Tag Gefängnis. Ter Staatsanwall erklärte sich bereit, em etwaiges Gnadengesuch seinerseits zu unterstützen.

Kandel und KerKeyr. IolKswirlschast.

Neue russische Anleihe. Berliner Blättern zufolge oll die neue russische Anleihe schon perfekt und unter-eächnet ein. Auch daS Deutsche Kapital soll dabei beteiligt werden. Ob diese Meldung richtig ist, darüber liegt sickjeres nichts vor. In derFr. Ztg." kommen wieder Berichte aus Paris, nach welchen zuverlässige Mitteilungen bestätigen, daß eine neue russische An­leihe für dieses Jahr nicht mehr in AnssicA steht. So widersprechen sich, ivic schon seit fUtonaten, auch jetzt noch alle Nachttästen, Die über diesen Gegenstand in die Oefsentlichkeit gelangen.

RussischeBestellungenbeiderdeutschenSchuh- inbuftrie. Wegen der Lieserung von einer Million Paar Schuhen, und zwar von 500 000 Paar Stiefeln und 500 000 Paar Halbstiefokn unterhandelt Rußland mit deutschen Unter* nehmern. Auftrage auf die Lieferung von Proben nach bestimmten Mustern sind bereits erteilt Tie Preise, die geboten werden, sind jedoch sehr niedrig und es sollen sich auch wegen zu niedriger Gebote die Verl-andlungen mit Unternehmern anderer Staaten zerschlagen haben. Es wäre bedauerlich, wenn die dentscheii Schuhfabriken Den russischen Auftrag äu Schundpreisen übernehmen würden, da es hier wieder, unD nickst mit Unrecht, hieße: Den Teutfchen kann man eben alles bieten.

den mußten.

Tie erste öffentliche Versammlung war die der Rin­derrichter. Sie beschäftigte sich yauptsächlich mit der Frage, ob der bei der Ausstellung in Tanzig gemachte V?rsuch mit dein Punktrichten sich bewährt hwt und in München nnederhcllt werden soll.

Geh. Oberregierungsrat Prof. Tr. Werner von der tterärzttichen Hochschule in Berlin berichtete über die Er­gebnisse einer bezüglichen Umfrage. Tanach hat das Punkt­richten allgemein Anklang gefunden. Nach verschiedenen Richtungen könnte das ^Verfahren noch vereinfacht werden. In Zukunft soll auch keine Abteilung mehr als 40 Tiere zur Beurteilung erhalten. Auf das Punktierschcma der Land wir ts ch a j t sge sellschast haben sich die landwirtschaft­lichen Vereine in Nord- und Süddeutschland geemigt.

In der Tiskussion wurde u. a. die Frage aufgetvvrfen, ob nicht genauere Bestimmiun gen über die Ab- stanimung der ausgestellten Tiere zu erlassen seien, und wie insbesondere die Mstammung bei dem aus der Schweiz importierten Simmentaler Rindvieh zu be­werten ist. Bei dem Simmentaler Zuchtvieh sei in der Regel kein sicherer Nachweis der Mstammung zu erbringen, und wo Angaben gemacht würden, seien sie zu 99 Prozent falsch. Tie Versammlung wurde schließlich dahin einig, oaß auch in München beim Fehlen des Absta.nttnungsnach- weises mindestens zwei Puutte bei der Bewertung ttbV

Nur acht mit Drei eck-

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Marke auf der Sohle