Ausgabe 
2.9.1904 Zweites Blatt
 
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Arveitervewegrrrrg.

Seit heute früh haben sämtliche Glashütten des Beckens Von Charleroi ihr Feuer ausaetÄcht. Tie Einstellung her Arbeit ist allgemein; nur eine Glashütte in MaraMNnes, in tvelcher keine Ausisperrung vorgenommen wurde arbeitet. . Ueberall herrscht Ruhe.

(Sette, .1 iLept. .(W. A) Auf Anordnung aus Marseille begann der allgemeine Ausstand der Dv'ckarbeiter.

Marseille 4L ^Pt. (W. B.) Der Präsident bei Handels- tounet W die auf Beendigung des Ausstandes abzielenden Schritte fort.

Sport.

C<yS« i' 21' u S ft e H u n g. 8ür die 1. Jntcruairmrale Trxtors Terrasse m Gieften ist vrm der Grotzh L>ttmtsreM«>mg als Staats preis für hervar- rasendc »ucht-r-Lche LeLtarrgen der Betrag von 50 ML bewilliat Gemeldet lrnd w fcunbe, selbftverstm,blich nur bo» ädfrfflZ teagl, welches überhaupt vmchanden isL Richter ist der in Sport- ficiiat tvell belamrte 3- Bella-Erfurt. Unter den ausgestellten Pm>chM srlld mich pcrschradcne »eriiäuM Tie ersten Hunde ans Ämllrrdam und BromKcrg lind }ni Ausstellung bereits ein- getroffen mrd haben dr? Reise gnt Lberftanden. «

Kavst und Wissenschaft.

Frankfurt en Oper. Es hat ein bischen lange gedauert bis die elektrische Beleuchtung sich bte Frankfurter Oper Se und wer werß, ob nur uns nicht noch lange mit dem altväterischen Gas beholfen hatten, wenn bie Notwendigkeit emer weitgehendsten Sicherung des PublrLums nicht em gebieterisches Machtwort ge­sprochen hatte, das aüerdrngL dem Stadtsäckel ein hübfches Sümmchen über hunderttausend Mark kostet. Dafür präsentiert sich der formschöne Bau mit ferner edlen Linienführung, feinem gefchrnack- volkreichen ftgurlrchen und ornamentalen Schmuck jetzt aber auch in neuer Pracht. Früher dämmeriges Halblicht, jetzt strahlende Helle. Das Vestibül, das Foyer, vor allem aber der Zufchauer- ramn haben gegen früher bedeutend gewonnen. Da die Installa­tion der elektrischen Lampen sehr zweckmäßig vorgenommen wurde, kann man die Einführuug der elektrischen Beleuchtung in der Oper als einen in jeder Beziehung gelungenen Fortschritt bezeichnen. Natürlich wurde auch hmter den Kulissen alles elektrisch eingerichtet. Bon den mächtigen Schaltbrettern, die von einer Hand bedient werden können, dis zum Brennapparat in den Garderoben ist jetzt alles elektrisch. Auf der Bühne werden nun bie voll­kommensten BÄeuchtungsefferte erzielt und die erste Vorstellung, Tannhäuser" bot genügend Gelegenheit, bte Vorzüge der modernen Errungenschaft ins Treffen zu.führen; allerdings funk­tioniert der Apparat noch nicht vollkommen, im dritten Akt brach die Nacht mit tropischer Geschwrndi gleit in bie Lande, welche die DLmmemug decken stcklle, und dann gab es ergötzliche Griff­irrtürner am Schallbrett aber sonst empfand man die vervoll­kommnete Belenchtm^seinrichtung aufs angenelpnüe. Die Vor­stellung erreichte eine gewisse festliche Höhe, obwohl Forch- ha m m er - ,Lcrnnhmtser" nicht sonderlich disstoniell schien. Das Ensemble ging in seiner Aufgabe völlig auf, .Dr. R o 11 e n b e r g hielt bat Tonkörper gut zuHaumren und erzielte schon mit der fein nuanzierten Ouvertüre einen starken Erfolg. Auch bie Regje funktionierte erMvaudIfrei. Alles in allem ein verheißungsvoller SmstxtlbsgMn.

S a lz buw g,.ll S^ü. Die ckhte Versammlung dent-^ sche^r Historiker'wurde heute hier eröffnet

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Berliner Börse vom 1. September 1904.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2% Prozent

Anfangs* u. Schlußkurse.

Oest Kredit.... 2Ot50 204.37

Deutsche Bank . . . 224L0 225J.0

Darmstädter Bank . 143.10 143.12

Bochumer Guß . . . 207.10 206.00

Harpener Bergbau . . 216.00 216.00

Tendenz: Maller.

Nus fische Anleihe. Da östreichischen, französischen und Berliner Zeitungen doch nicht mehr geglaubt wird, wenn sie melden, .daß eine neue russische Anleihe in Sicht ist, kommt nun einmal eine Königsberger und zwar die altangeseheneAar- tungsche Ztg." mit der Meldung, daß eine russische Anleihe von 500 Millionen (um welche Geldsorte es sich handelt, wird nicht gesagt) in Verbindung mit dem Handelsvertrag abgeschlossen worden ist. Ter russische Finanzminister hat bei seinem letzten Aufenthalt in Berlin direkt mit Mendelssohn unterhandelt, der zu diesem Zwecke seine Sommerreise unterbrechen mußte. Man kann gespannt sein, ^wann auch hier das Tementi erfolgt.

Markte.

p Marburg, 1. .Sept Der heute hier abgehaltene Sch weine markt war mit zirka 700 Schweinen befahren. Da anfangs wenig Kauflust zutage trat, gingen die Preise sehr zurück. Man verkaufte z. .B. oüchtz'chnittlich 46 Wochen alte Ferkel für 1214 Mk., .810 Wochen alle für 2530 Mk., 3 Monate alle Lauser für 4044 Mk. und allere je nach Größe und Qualität für 6090 Mk pro Paar. Viele Verkäufer nahmen ihre Ware wieder mit.

Eingesandt

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Lebaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Göestan, 1. Sept. Verehrte Redaktion!

In letzter Zell werden von feiten zahlreicher hiesiger Ein­wohner die/schörren musikalischen Weisen verdammt, welche Milllär, Vereine, Theater, .KonzellMellschaften durch ihre Instrumente erklingen .lassen. ,Jch habe in großen Städten gewohnt und in meiner Nachbarschaft ist immer Musik der erwähnten Art gewesen. Aber ich muß zugestehen. daß ich trotz diesesGebimmels", nachdem ich daran gewöhnt war, ruhig geschlafen habe, ohne auf- zuwachen. .Betrachtet Euch, liebe Gießener Bürger, die Leute, welche in der 9Lahe der Eisenbahn oder in großen Städten, wo immer Tumull auf den Straßen ist, wohnen. Sie alle hören von diesem Getöse nichts mehr. Und Musll ist doch wirk­lich etwas Schönes. Man möchte aufjauchzen vor Freude, die Brust hebt und senkt sich rascher, bie Pulse schlagen, wenn man gute Musik hört. Was gibt's Schöneres in dieses Daseins Dunkel? Trum Feuerwehr und Milllär, Vereine und Musikanten, nur feste und mit heitrem Sinn drauf losgeblasen! Und wenn Gießen auch voll von bösen Musikfeinden wäre, so fürchten mir uns nicht so sehr, wir lassen Euch schöne Musik gern machen.

Am Morgen, am Abend, Zu welcher Zell es sei. Erquickend ßchr und labend Ist eine wundersame schöne Melodei

Gar buele hatten gewtg nupts dagegen, wenn oci vccgmumus-, kommandenr unserer strammen 116er schon um zwei Uhr morgens spielen ließe.

Ein Gießener im Namen derer, die Gießen auch etwas- vom gro^* städtischen Geiste durchdrungen wissen wollen.

Ausrug MS dr« Kirchkkbmhrr« der Stadt Gieße«.

Evangelische Gemeinde.

Getraute.

Lnkasgemeinde: Den 20. August: Andreas Oberhauses. Gerber zu Gießen, und Katharine Bardas, geb. Lepper. Ludwig! Herzberger, Rangierer zu Frankfurt a. M., und Marie Phillppme Bella Margarete All, .Tochter des Taglöhners Christian .All M

Matt'häus'gemeinde. Den 21. August Deut Will Friedrich Appel eine Tochter, Erna Eüsabethe, gäboren den 26. Juli. Markus gemeinde : Den 21. Aug.r Dem Kutscher Heinrich Völpel eine Tochter, Antonie Margarete>' Anna, geboren den 14. Mai. Johannesgemeinde: Den 21. August: Dem Tapezier Heinrich Enders ein Sohn, Gustav,! geboren den 28. Juni

Beerdigte.

M atthäusgemeinde : Den 23. August: Christian Wallenfels senior, Kaufmann, 74 Jahre all, starb den 21. August Johannesgemeinde: Den 22. August: Karl Düpfer, Diener am chemischen Laboratorium, 44 Jahre alt, starb den 202 August. Den 23. August: Christiane Leo, geb. Petri, Witwe des Uhrmachers und Goldarbeiters Christian Leo, 80 Jahre alt; starb den 21. August zu Alzey. Den 25. August: Heinrrch Keuchst Bierhändler, 46 Jahre all, starb den 23. August zuFrankfull a. M.'

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

September 1904.

Barometer aui 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Nelative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Weller

1.

226

746,9

18,6

11,9

75

WNW

4

Bed. Himmel

L

934

748,4

16,0

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84

WSW.

4

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2.

736

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