Ausgabe 
2.5.1904 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Anfangs- u. Schlußkurse.

von Peterseim

und

-c

t«

Wetter

2

2

de:

April

ööcftftc Temperatnr an

Nieorigste _______

am 80.

30.

sei

Mai.

101.60

747,3

746,5

746,8

1.

1.

2.

20,5

14,3

12,1

128.80

45.80

63

96

94

Bed. Himmel Bem. Himmel Bew. Himmel

103.20

60.10

58.60

Oest. Kredit. .

Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß .

3*/a% 3%

3V,%

3%

3V2%

11,2

11,6

9,8

Mai 1904.

go/o Mexikaner . . 41/2a/c Chinesen . . Electric. 8chackert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diakonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatabahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum . . . . .

2«

95

735

*5 -O c Z

. 202. . 216.75 . 138.25 . 191.50 . 196.20

201.50

216.25

138.25

191.

196.12

bis 1. Mai

. 191.

. 240/0

. 190.60

196.60

= + 20,90 C.

= + 9,8° C.

Batteriechef der 6. Artilleriebrigade Oberstleutnant Maler wurde am Kopfe schwer verwundet. Ferner wur­den verwundet von der 6. Artilleriebrigade Oberst Mester, Hauptmann Worobjew, Stabshauptmann Ssa- winikow, Oberleutnant Filadelfow, sowie der Stabs­hauptmann Atroschenko vom 2. Sappeurbataillon. Bei Chussan wurde der Oberleutnant des 22. Regimentes An­tropow am Kopfe schwer verwundet. Die Verluste an Mannschaften sind noch nicht genau sestgestellt. Soweit bis jetzt bekannt, sind drei gefallen und 19 verwundet worden.

Washingt 0 n, 1. Mai. Die hiesige japanische Ge- andtschast veröffentlicht eine Depesche aus Tokio vom 1. Mai, welche besagt: Am 26. April griffen Abteilungen der kaiser­lichen Garden und der zweiten Division die Russen aus einer Jaluinsel an und zersprengten sie, worauf sie die Insel besetzten. 16 Soldaten von der kaiserlichen Garde wurden schwer und 9 leicht verletzt. Die zweite Di­vision hatte keine Verluste. Die Ruffen zogen sich unter Mitnahme vieler Toter und Verwundeter in der Richtung auf Kiulientscheng zurück. Am 30. April morgens war eine Brücke über den Jalu bei Sukchin fertiggestellt. Die Armee überschritt den Fluß in der Zeit von 10'/, bis 1 Uhr. Es folgte eine starke Kanonade, doch wurden die Ruffen bald zum Schweigen gebracht. Auf japanischer Seite wurden in diesem Kampfe fünf Ofsiziere leicht verwundet, zwei Mann getötet und 22 leicht verwundet. Am 30. April, 8 Uhr abends, war die Brücke über den Hauptarm fertin. Die japanische Armee rückte auf Kasan vor. Bei Tagesanbruch am 1. Mai beschossen die Japaner den Feind auf einem Hügel nordwestlich von Joschoko mit Geschützfeuer und brachten ihn zum Schweigen. Um 7 y, Uhr rückten sämtliche' Divisionen vor. Um 9 Uhr nahmen sie Besitz von dem hoch­gelegenen Gelände von Kiulientscheng bis jenseits von Makou und Joschoko. ____

Harpener......

Tendenz: schwach.

sich um eine Beleidigung handelte, rneicve von anu-wegen durch die Staatsanwaltschaft verfolgt wurde. Am Tage der Reichs- taqsstichwahl erhielt der Landwirt Aug. Schlosser in Grob- Felda mit der Post eine irn Orte selbst abgesandte Postkarte, worin der Empfänger aus der Adresse als Sozialdemokrat bezeichnet wurde. Der Inhalt der Karte, welche keine Namensunterschrift trug, wimmelte von Beleidigungen. Als Absender der Karte wurde der Apotheker B. G. vom Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 40 Mk. verurteilt. G. verfolgte gegen dieses Urteil Berufung und erklärte aus Ehrenwort vor der Strafkammer, er habe die in- krimiuierte Postkarte nicht verfaßt und auch nicht geschrieben, er wolle zwar zugestehen, daß er sich über Schlosser, der ein reicher Mann sei, und bei der Stichwahl gegen das Beamtentum agitiert habe, geärgert hat. Aber darüber hätten sich auch andere Leute in Groß-Felda geärgert. Richtig sei, so gibt der Angeklagte an, daß er am Tage nach der Stichwahl sich aus dem Pferdezucht- Verein, dessen Vorsitzender Schlosser sei, ausgemeldet habe, weil er einem Verein, der von einem derartigen politi- chen Gegner vertreten wird, nicht angehören wolle. Mehrere Zeugen erklären, daß sie den Gerber nicht für fähig hielten, an jemand anonym derartige Beleidigungen zu schreiben. Die Schreibsachverständigen Landgerichts-Sekretär Paehler-Frank- furt a. M. und Dr. Mäuser-Mannheim erklärten jedoch überetn- timmend, daß die Postkarte zwar mit verstellter Hand aber un- zweiselhast vom Angeklagten geschrieben sei. Frau Professor Tillov- Berlin war dagegen der Ansicht, daß die Schrift des Angeklagten zwar recht große Aehnlichkeit mit den Schriftzügen der fraglichen Zostkarte, um die es sich handelt, habe, daß aber auch gewisse Ab­weichungen davon vorhanden seien. Die Strafkammer verwarf die Berufung des Angeklagten und trat dem Gutachten der Sach- verständigen Dr. Mäuser und Paehler bei.

57 5 6=0

40/0 Italien. Rente . . . 4V, % Portugieser » . < 30/. Portugiesen. . . .

15a C. Türken . . . , Türkenlose......

4% Grieoh. Monopol.-Anl.

41/., % äussere Argontiner

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen. _____

Universitäts-Nachrichten.

Leipzig, 1. Mai. Der Anatom an der hiesigen Universität, P r 0 s e s s 0 r W i l h e l m dis, ist heute g e st 0 r b e n.

SE. still 8.

geschütze und 12 Zwölfzentimeterges chütze in aus­gezeichnet ausgeführten Schanzen ausgeführt waren. Der Feind gab nicht weniger als 2000 Schuß ab. Die Stellung bei Tiurentschen ist aber nach wie vor von den russischen Truppen sicher besetzt. Ebenfalls am Mor- gen des 30. April überschritten die Japaner bei Sshndiagou wiederum den Jalufluß und griffen die russischen Truppen auf der Höhe bei dem Dorfe Chussan an, indem sie den linken Flügel um­gingen. Wegen der bedeutenden Ueberlegcnheit der feind­lichen Kräfte zog sich die russische Abteilung nach dem Dorfe Potentynza zurück. Auf russischer Seite 'iel bei Tiurentschen der Oberleutnant Pachalow; der

. 26.2) . 86.0 . 107.1) . 103 D . 200.0 . 18310 . 137.70 . 164.70 . 153..c0 . 137.70 . 13.70

Keker'j

Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt a. 51., 2. Mai.

3*/,%

456 Oesterr. Goldrente

Harpener Bergbau

Tendenz: Ziemlich fest.

Erfurt, 30. Mai. Die Blumengärtnereien

erreichten im verflossenen Jahre in der Anzucht und Versayd eine Gesamtziffer von 14 Millionen Pflanzen und Zwiebelgewächsen.

Berliner Börse vom 30. April 1904.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 3 Prozent.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 2. Mai. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz/'). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt­preise. Zum Verkaufe standen: 504 Ochsen, 240 aus Oest­reich, 38 Bullen, 9 aus Oestreich, 643 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oestreich, 259 Kälber, 229 Schafe und Hämmel, 1566 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 7173 Mk^ 2. Qual. 6463 Mk., 3. Quäl. 6062Mk.; Bullen l.Qual. 63 bis 65 Mk., 2. Qual. 6062 Mk.; Kühe 1. Qual. 6668 Mk., 2. Qual. 6163 Mk., 3. Qual. 5860 Mk, 4. Qual. 4547 Mk., 5. Qual. 0000 Mk. Kälber: 1. Qual. 8788Pfg., Lebendgewicht 5153 Pf., 2. Qual. 8084 Pfg., Lebendgewicht 4850 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg., Schlachtgewicht 6466 Pfg., Schafe: 1. Qual. 6870 2. Qual. 6062 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg.; Schweine 1. Qual. 5300 Pfg., Lebendgew. 42 Pfg., 2. Qual. 5152 Pfg., Lebendgewicht 4100 Pfg., 3. Qual. 4446 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. fo. Frankfurt a. M., 2. Mai. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise: Weizen Mk. 17.2500.00, Kurhessischer Mk. 17.2500.00, La Plata Mk. 17.5018.75, Kansas Mk. 17.5018.50, Roggen (hiesiger) Mark 13.0013.25, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.0015.25, Franken­felder Mk. 00,0000,00, Hafer Mk. 18.0014.00, Mais Mk. 12.0000.00, Weizenmehl 0 Mk. 26.0026.50, 2. Qualität Mk. 24.00

bis Mk. 24.50, 3. Qualität Mk. 22.0022.50, Roggenmehl 0 Mk. 22.0022.50,1. Qualität Mk. 15.5020.00, Weizenkleie Mk. 8.75 bis Mk. 9.00, Noggenkleie Mk. 9.5010.00, Maiskeime Mk. 9.00 bis Mk. 10.75, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00000.0. Alles per 100 Kg. ab hier.

^Ig i*1 der qp

StÄ «Uf < ®tohei

Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Aus­stattung, stilrein und preiswert die

Brühlsche Universitäts-Druckerei, Schulstr. >

c p c N

Gerichlssaal.

Gießen, 30. April. Einen häßlichen Nachklang an die letzte Wahl bew egung zum Reichstage liefe'- eine gestrige Verhandlung vor unserer Strafkammer, n 1 es

4xJ6% Oesterr. Silberrente 100.50 4% Ungar. Goldrente . . 99.60

** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben htzN evangelischen Pfarrer Johannes Frees zu Bornheim, Dekanat Alzey, auf sein Nychsuchen, mit Wirkung vom 1 JÜnt 1904 in den Ruhestand versetzt und den Philipp Bro hm zu Darmstadt zum technischen Hilfslehrer und WekÄariats- kund Bibliothekgehilfen bei der Landesbau- Mverkschule ernannt.

Der Mai hat mit einem günstigen Wetter emge- ,setzt. Viele Naturfreunde benutzten das und verbrachten in den Wäldern unserer schönen Umgegend herrliche Stunden. Wenn eS auch mitunter regnete, so war es doch nachher, .wenn der Donner schwieg und die Blitze aufhörten, doppelt schön in der Natur, die mit wunderbarer Schnelligkeit das .Kleid des Sommers anzulegen beginnt. Eine Maifeier «wurde auch hier abgehalten. Da der 1. Mai auf einen ,Sonntag siel, so war die Feier stärker besucht als in früheren Jahren. Von OSwaldsgarten aus setzte sich ein Zug nach der Licherstraße in Bewegung, wo im Stadtwald eine Feier abgehalten wurde. In Wieseck fand eine Volksversamm­lung statt.

-k. Lollar, 29. April. Gestern nachmittag ereignete sich ein besonderer Felddiebstahl in hiesiger Gemark- nng. Zwei Frauen ackerten und hatten ihren Wagen vor das neMenanliegende Grundstück am .Hangelstein an die Straße Gießew-Daubringen gestellt. Ihrer Oberkleid ese entledigt, chatten sie damit ihr reichliches Vesperbrot zugedeckt. Als 'die Arbeit ziemlich vorgeschritten war, regte sich der Appetit, aber wie groß war ihr Erstaunen, als das Vesper fehlte. Raben konnten es nicht geholt haben, die nahmen kerne Flasche mit. Jetzt gesellte sich zum Hunger auch noch die Angst vor Spitzbuben im nahen Walde, da sonst keine Leute in dem Felde waren. Ein Bauer erzählte heute früh, er habe zwei Stromer an der Walbecke nach Daubrrngen liegen sehen: jedenfalls haben diese sich das Vesper im Schatze des Waldes schmecken lassen in der Wendsonne.

4 Friedberg, 1. Mai. Der nationalliberale Landtags- abgeordnete Weith (Bad-Nauheim) legte sein Mandat nieder.

(f) Alsfeld, 29. April. Während das Rathaus, eins altehrwürdige Zierde unseres Marktplatzes, Nunmehr einer gründlichen Mparatur unterzogen wird, hat der Gtadtvorstand auch bezüglich eines anderen altertümlichen Gebäudes, der Malpurgiskirche, den Beschluß ge­faßt, mit deren Renovierung spätestens im Frühjahre 1908 zu beginnen. Nach oberflächlicher fachmännischer Schätz­ung werden die Kosten dieser Renovierung ca. 120 000 Mk. betragen. Man gibt sich deshalb in Anbetracht dieser Kosten- Höhe der Hoffnung hin, daß der Staat, ähnlich wie bei fe Wiederherstellung der Friedberger und Wimpfener Stadtkirche, einen Zuschuß gewähren wird. Einstweilen ist der vor etwa einem Jahre ins Leben gerufene Kirchenbau­verein bemüht, auf privatem Wege Gelder zu sammeln. Demselben sind bereits von Einheimischen sowohl, als auch von in der Fremde lebenden Alsfelder« in dankbarer, Er- ,innerung an ihre Vaterstadt namhafte Beträge überwiesen wurden; weitere Gaben werden jederzeit gerne entgegen- gtznommen.

Offenbach, 1. Mai. Die Feier des ersten Mai verlief in der bisherigen Weise. Heute vormittag war eine öffentliche Versammlung im hiesigen Gewerkschaftshause. Abg. Ulrich hielt die Festrede. Mittags erfolgte ein Festzug durch die Stadt.

vcrreimgre eine japaruioje -Anregung von 'wer ^aranior:;i des 4. Garderegimentes mit Gebirgsgeschützen und einer kleinen Älbteilung Gardeartillerie. Unterstützt durch das Feuer der russischen Artillerie in Potethnza verdrängte die russische Abteilung die Japaner aus ihren Stellungen. Auf russischer Seite wurden zwei Schützen ge­tötet und 13 verwundet. DieIapaner ließen lO Tote und 26 Verwundete zurück. Außerdem wurde ein Teil der Verwundeten weggettagen. Einige krochen die Abhäm^e hinunter zum Jalu. Tie Gebirgsbatterie wurde von b?n Japanern weggebracht, nachdem die russische Abteilung die Höhen bei Sfyndiagou eingenommen hatte unter dem starken Feuer einer nördlich von Widschu aufgestellten japanischen Batterie. Zwei russische Geschütze feuerten auf eine Ponton­brücke. Die Japaner wurden gezwungen, die Brücke aus- einanderzufahren. Die japanische Abteilung zog 'ich von Lissawen und Chusson teils zum Jalu, teils nach Norden zurück. Auf den von den Japanern eingenom menen Plätzen wurden bis jetzt 10 Gewehre, viele Patron H Schießbedarf und Karten gefunden. Besonders tapfer kämpf­ten die Freiwilligen des 10. und des 12. Regiments unter )em Befehl des Oberleutnants Jantschis. Am 29. April begann um 10 Uhr vormittags eine gegen 1500 Mann tarke japanische Jnfanterieabteilung mit 12 Geschützen bc' Ambiche und Schogopudsa über den Fluß zu setzen. Bei Ambiche befand sich eine kleine russische Abteilung unter dem Befehl des Oberstleutnants Gussew. Diese Wteilung wurde gezwungen, sich unter ununterbrochenem Feuer zweier japa- mnischer Batterien von je sechs Geschützen zurückzuzieh en. Vier Mann wurden verwundet. Gussew wurde am Kopf und an der linken Hand verwundet. Die russischen Ge­birgsgeschütze konnten" der weiten Entfernung wegen das kindliche Feuer nicht erwidern. Ter Abteilung wurde Ver­stärkung gesandt mit dem Befehl, die Japaner über den Jalu zurückzudrängen. Wie General Mischtschenko meldet, eröffneten am Morgen des 29. April japanische Schiffe in der Jalumündung das Feuer auf die russischen Truppen, das 20 Minuten dauerte und keinerlei Schaden anrichtete. Am 30. April beschossen die Japaner von 10 Uhr vor- mittags bis 5 Uhr nachmittags die russische Stellung bei Tiurentschen. Das Feuer ging von den Bat­terien des linken Jalu-Ufers aus, wo gegen 24 Feld-

Verinischtes.

* Hamburg, 30. April. Im Unterkunftsh aus für unbemittelte Israeliten fanden heute nacht schreckliche Szenen statt. Ein älterer polnischer Aus­wanderer geriet über die Störung seiner Gebetsübung durch einen Glaubensgenossen in Wut und versetzte ihm einen tötlichen Stich mit einem Dolch in den Hals. Die Frau des Erstochenen fiel bei dem Anblick in Tobsucht. Der Täter versetzte dann sich selbst mehrere Dolchstiche und wurde tätlich verletzt in das Krankenhaus gebracht, ebenso die irrsinnige Frau.

Straßburg, 30. April. Ein Unfall hat sich auf der renovierten Hohkönigsburg zugettagen. Während der Abgabe der Salutschüsse beider Ankunft des Kaisers auf der Hohkönigsburg entstand eine Pulverexplosion. Drei Mann von der Fußattillerie in Sttaßburg wurden ver­letzt, davon einer am Unterleib. Bemerkenswett ist, daß zum Salutschießen mittelalterliche Kanonen verwendet wurden. (Die Arrangeure der Salutschießerei hätten dem Architekten der Hohkönigsburg in punkto Liebe zur Antike mehr nach­eifern sollen.)

Paris, 2. Mai. Der Schnellzug von Basel über- fu|hr heute nachmittag bei Ozoir la Ferriöre im Depatte- ment Seine et Marne ein Automobil und tötete sechs Insassen.

Kunst und Wissenschaft.

Düsseldorf, 1. Mai. Der Kronv rinz traf heute früh hier ein und fuhr sofort nach der Ausstellung, wo sich bereits die Minister Frhr. v. Rheinbaben und Dr. Studt, Oberbürgermeister Dr. Marr und viele andere eingefunden hatten. Professor Fritz Roeber hielt die Eröffnungsrede, dann sprach Professor Clemen über die Entwicklung der Kunst. Der Kronprinz eröffnete da­rauf dieAusstellungmit folgendenWorten:Zunächstspreche ich meinen herzlichen Dank aus für die freundlichen Wotte der beiden Herren Vorredner. Vor zwei Jahren war es mir vergönnt, an derselben Stelle, an der ich jetzt stehe, die Ausstellung für In­dustrie und Kunst zu eröffnen. Der glänzende Verlauf und der großattige Erfolg, der diese Ausstellung ausgezeichnet hat, mögen ein gutes Omen für die jetzige Ausstellung fein. Ich bin überzeugt, daß die Ausstellung der Kunst und des Gartenbaues von großem (Erfolg sein und einen guten Schritt vorwärts in der Entwicklung der Stadt Düffeldott bedeuten wird." In der Festhalle fand ein Festmahl statt. Kultusminister Dr. Studt begrüßte die An­wesenden im Namen des Kaisers. Der Minister feierte den Kaiser als Hort des europäischen Friedens und wies insbesondere darauf hin, daß der Kaiser jüngst beim Einzuge in Karlsruhe die Not­wendigkeit der Pflege des inneren Friedens betont habe. Auch der innere Frieden der deutschen K ü n st l e r s ch a f t müsse ge­pflegt werden. Der Minister schloß mit dem Wunsche, daß dem Kaiser, dem Schützer des Friedens und der Kunst, noch lange eine segensreiche Regierung beschieden sei.

Prag, 1. Mai. Der Komponist Dvorak ist gestorben

Reiohsanleihe . . 101.90 do. ... 90.00

Konsole .... 101.80

do......90.00

Hessen .... 100.10

Oberhessen . . ..

Bekanntmachung.

Mittwoch, 4. Mai 1904, abends 6 Uhr, wird dcSt Gras von den Wiefeckboschungen zur einmaligen Ernte 1 an Ort und Stelle meistbietend versteigert.

Die Zusammenkunft ist in der Bahnhofstraße an drr> Wieseckbrücke.

Gießen, den 30. Apttl 1904. _ , 39W

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Mecum.____

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst

Voraussichtliche Witterung in Oberhessen für Dienstag, den 3. Mai 1904: Windig, zeitweise wolkig, stellenweffe noch geringer Regen, kühler.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Neueste Meldungen.

Originaldrahttneldungen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 1. Mai. Bei dem heutigen Radrennen um das große goldene Rad in Friedenau über 100 Kilo­meter mit Motorschrittmachern siegte Ro bl-München mit 1 Stunde 25 Min. 47 Sekunden.

Magdeburg, 2. Mai. Ein Familiendrama spielte sich in Guebs bei Gommern ab. Der Ortsvorsteher Sachs ermordete seine drei Kinder, einen 12jährigen Knaben und zwei erwachsene Töchter und seine Frau und verübte schließlich Selbstmord. Ob der älteste 28 Jahre alte Sohn Selbstmord versucht hat oder gleichfalls von seinem Vater ermordet wurde, steht noch nicht fest. Er ist durch drei Revolverschüsse lebensgefährlich verletzt. Als Grund für das Familiendrama wird V.ermögensverfall angegeben.

Bütow (Pommern), 2. Mai. Die Körner sch eHolz- b earbeitungsfabrik, int Ganzen 8 Gebäude, mit sämt­lichen Maschinen, wurde ein Raub der Flammen. Der Schaden wird auf 8/4 Millionen geschätzt. 300 Bauhand­werker sind brotlos.

Vom Kriege.

Petersburg, 1. Mai. Eine Mitteilung des General­stabs über die Lage am Jalufluß am 29. und 30. April besagt: Ten heute eingetrosfenen Telegrammen des Ober­befehlshabers der mandschurischen Armee Kuropatkin ist zu entnehmen, daß die Japaner, nachdem sie bei dem Dorfe Sstmdiagou auf das rechte Jaluufer übergesetzt sirL, die Dörfer Chussan und Lissaro en besetzten. Ge­neral Sassülitsch, der Lissawen und die 5)öhen bei Chussatt wiederum zu besetzen beabsichtigte, beauftragte nach erner am 29. April ausgeführten genauen Rekognoszierung der von den Japanern eingenommenen Stellungen hiermit eine Abteilung unter Führung des Oberstleutnants vom Gene­ralstabe Lind. Die Stellungen bei Lissawen und Chussan

3995