Nr. 102
Zweites Blatt.
154. Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Gießener ZamlllenblStter" werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt Der Ehesache Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Gießener Anzeiger
Montag 2. Mai 1904
Rotationsdruck und Verlag der Brüh loschen Universttätsdruckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.^
Tel. Nr. 5L Tetegr.-Adr. i Anzeiger Gießen.
General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen.
Die Heutige Mmmer umfaßt 12 Seiten.
per Krieg zwischen Japan und Ziußkand.
Mukden, 1. Mai. Eine japanische Abteilung von 1500 Mann mit 12 Geschützen überschritt am 29. April den Jalu bei Ambikko. Eine russische Abteilung unter Oberstleutnant Gousew in Stärke von zwei Kompagnien, drei Sotnien und zwei Gebirgsgeschützen wurden von an- haltendem Feuer der japanischen Artillerie empfangen und iOfl sich in voller Ordnung auf die hinter ihr liegenden verstärkten Stellungen zurück. Auf russi sch er Seite wurden vier schwer verwundet, einer leichtverletzt; nach den am 29. April eingegangenen Meldungen empfing eine russische Abteilung, bestehend aus dem 220. ostsibirischen Schützenregiment, einer Abteilung Jägern vom 10. und 12. Regiment mit zwei Geschützen unter Oberstleutnant Lind, Befehl, die Japaner bei Lisawan und Choussan anzugreifen. Die feindliche Abteilung, bestehend aus zwei Bataillonen des 4. Garderegiments mit einem Gebirgsgeschütz und wenig Kavallerie, wurden gezwungen, die besetztenAnhöhen zu verlassen. Der Feind hatte 6 Tote und 26 Verwundete, er ließ 10 Gewehre und viel Schießbedarf zurück. Auf russischer Seite wurden zwei Schützen getötet und dreizehn verwundet. Eine von den Japanern geschlagene Pontonbrücke nördlich von Widschu wurde durch russisches Artilleriefeuer unbrauchbar gemacht.
Deutsches Reich.
Berlin, 1. Mai. Ein Aufenthalt des Kaiserdaares ist, tote die „Germania" hört, in Schloß Ur* ville für die nächste Zeit nicht geplant, da dort der Gesundheitszustand nicht gut ist. Dagegen werden sich der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise demnächst nach Homburg vor der Höhe zum längeren Aufenthalt begeben. Für später ist auch Uoch Wilhelmshöhe bei Kassel als Aufenthaltsort in Aussicht genommen.
— Der Seniorenkonvent des Reichstages versammelte sich heute zu einer Plenarsitzung und einigte sich dahin, daß die Beratungen bis Mittwoch vor Pfin gftett fortgesetzt und nach Pfingsten wieder ausgenommen werden sollen. Vor Pfingsten sollen mindestens der Etat und die Reichsfinanzreform in zweiter und dritter Lesung erledigt worden. Nach Pfingsten würden die Gesetze an die Reihe kommen, welche von der Regierung als dringend bezeichnet werden und eine Beschlußfähigkeit nicht nnbÄüngt voraussetzen, so das Reblausgesetz, bte Münznovelle und eventuell die Eisenbahnvorlagen für die Kolonien und Kaufmannsgerichte.
Karlsruhe, 1. Mai. Der Kaiser und die Kaiserin verbrachten den gestrigen Abend bei den erbgroß- herzoglichen Herrschaften. Gegen halb 10 Uhr erschien der Gesangverein „Liederhalle" und trug eine Reihe von Volksliedern vor. Der Kaiser zog darauf den Vorstand in ein längeres Gespräch und äußerte u. a., das Volkslied wäre das schönste, was die Männergesangvereine pflegen könnten. Er glaube, durch das Sängerfest in Frankfurt a. M. habe die von ihm seinerzeit gegebene Anregung wette Verbreitung gefunden und sei auf fruchtbaren Boden gefallen. Die vorgetragenen Lieder hätten ihm besser gefallen als die Gesänge, die er auf seiner Reise im Auslande M hören bekommen habe. Die Karlsruher Liederhalle könne sich den besten deutschen Männergesangvereinen zur Seite stellen. Die Abreise des Kaiserpaares nach Mainz erfolgte heute vormittag 91/» Uhr.
— Der Kaiser hat dem Herausgeber der Süddeutschen Reichskorrespondenz und Chefredakteur der „Karlsruher Ztg.", Julius Katz, den Kronenorden 3. Klasse Verliehen. __ ____
Ausland.
Marseille, 30. April. Im hiesigen Häfen traf das spanische Panzerschiff „Pelayo" ein und aus Rom langte Präsident Loubet auf dem Schiffe „Marseillaise" an. Der spanische Admiral begab sich an Bord der ^Marseillaise", uw den Präsidenten Loubet zu begrüßen. In seiner Ansprache betonte er, er schätze sich glücklich, dazu ausersehen zu sein, dem Präsidenten Loubet bei seiner Rückkehr von Italien die Grüße des Königs von Spanien zu überbringen. Präsident Loubet erwiderte, er sei von der Aufmerksamkeit sehr angenehm berührt und bitte den Admiral, dem König seinen Dank zu übermitteln. Darauf war ein Frühstück, bei dem Loubet auf die Gesundheit des Königs von Spanien und auf das Wohl der spanischen Flotte trank. Am Abend hat der Präsident an den König von Italien eiu Telegramm gerichtet, in dem er nochmals seinen Dank für den ihm in Italien zuteil gewordenen Empfang ausspricht und seinen Gefühlen Ausdruck gibt. Sogleich erwiderte der König mit einer Depesche, in welcher er nochmals seinen Dank für den Besuch Londets ausspricht. Mit ihm werde das ganze italienische Volk die angenehmste Erinnerung an diesen Besuch bewahren.
Bern, 1. Mai. Der heutige Demonstrationstag der Berner Arbeiterschaft zählte etwa 2400 Teilnehmer. An der Spitze gingen russische Studenten und Studentinnen mit der Standarte: „Es lebe der Frieden! Nieder mit dem russischen Absolutismus!" Eine andere Aufschrift !d!er Russen lautete: „Meder mit den Mördern von
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Beratung des städtischen Aoranschlags 1904/05.
Sitzung der Stadtverordneten.
(Fortsetzung.)
Gießen, 29. April.
Die Erwiderung von Oberbgm. Mecum auf die Vergleichungen des Stadtv. Haubach über die Entwicklung der padt. Finanzen legte Folgendes dar:
Bei den städtischen Gebäuden hat sich das Verhältnis von Einnahme und Ausgabe derart verbessert, daß die Ausgaben, die 1898 42 Proz. der Einnahmen betrugen, im Jahre 1902 auf 33hg Proz. der Einnahmen herabgingen. Bei den Grundstücken sind die entsprechenden Zahlen 36Vs bis herab auf 32 Proz. „Wald" erforderte 1902 20 500 Mk. mehr Ausgaben und brachte 6000 Mk. weniger Einnahmen als 1898. Daran ist schuld, daß früher zu viel Holz geschlagen wurde, weshalb jetzt große Flächen wieder auf- geforstet werden müssen. Der Erlös aus Holz ist um 8000 Mark herunter gegangen, während Mehrausgaben erforderlich waren bei Gehältern 1400 Mk., für Holzhauerlöhne 7000 Mk., für Kulturen 9000 Mk., für verschiedene Ausgaben 1900 Mk.; dazu kam 1902 eine einmalige Ausgabe von 1200 Mk. für Instandsetzung und äußeren Verputz an dem damals neu erworbenen Forsthaus an der Licher- straße. Beim Gaswerk und Wasserwerk ist die Mindereinnahme nur scheinbar, weil die Beträge für Tilgung und Verzinsung der Schulden anders verrechnet wurden. Won 1898—1902 hat sich der wirkliche Ueberschuß des Gaswerks von 59 400 Mk. auf 70000 Mk. und der des Wasserwerks von 15400 auf 22800 Mk. gesteigert. Schlachthaus und Fleischbeschau stehen um 4000 Mk. ungünstiger, lediglich infolge oer Gehaltsregulierung von 1899 und des etats- mäßigen Ansteigens der Gehälter. Die Ausgabe für Märkte ist um 1100 Mk. gestiegen: infolge des stärkeren Auftriebes erfordert die tierärztliche Ueberwachung 650 Mk. mehr, und in der Zwischenzeit ist als neue Ausgabe die Unterstützung der Pferdemärkte mit jährlich 600 Mk. hinzugekommen. Die Ausgabe für die Volksschule und Fortbildungsschule ist um 44 000 Mr. gestiegen, wovon allein auf Gehälter und sonstige persönliche Ausgaben für den Unterricht 37 200 Mk. entfallen. Die höhere Mädchenschule stellt sich 3500 Mk. günstiger. Beim Realgymnasium und Realschule waren mehr erforderlich an städtischem Zuschuß an den Staat 5500 Mk., für bauliche Unterhaltung 7200 Mk. infolge der einmaligen großen Ausgabe für Erneuerung des äußeren Verputzes und Anstrichs und für Erneuerung von Fußböden. De ff ent- liche Feierlichkeiten erforderten 1902 einen erheblich höheren Zuschuß wegen des Jugendfestes und des Festes für die Immatrikulation des 1000. Studenten. Die Ausgaben für Denkmäler haben zugenommen durch das Kriegerdenkmal und dessen Wasserverbrauch. Für gemeinnützige Zwecke wurden 3000 Mk. mehr ausgege'ben, weil die Stadt das Defizit der Omnibusgesellschaft gedeckt hat. Die Länge der von der Stadt zu unterhaltenden Straßen hat von 1898 bis 1902 um rund 50 Proz. zu genommen. Iw gleichen Zeitraum wuchsen die Kosten ftir Straßenunterhaltung um 62 Prozent, für Reinigung um 35 Prozent und für Beleuchtung um 21 Proz. Mit Rüch ichk darauf, daß die hinzugekommenen Straßen nur chauffiert und meist breiter sind als die älteren, ist die Zunahme der Unterhaltungskosten mit '62 Prozent naturgemäß, während die Kosten für Reinigung und Beleuchtung erheblich weniger gewachsen sind als die Straßenlänge. Die Unterhaltung der städtischen Anlagen erforderte ein Mehr von 5000 Mk., wovon 700 Mk. auf Gehälter, 2300 Mk. aus regelmäßige Unterhaltungsarbeiten, der Rest auf einmalige Ausgaben, hauptsächlich Bepflanzung des Eisenbahndammes in der Westanlage, Umgestaltung der Südanlage und des Platzes an der Nordanlage bei der Einmündung der Dammstraße entfallen. Die Arbeiterversicherung verursachte eine Mehrausgabe von 1100 Mk. wegen der Zunahme der städtischen Arbeiter. Die Polizei brachte 2600 Mk. Einnahme weniger, wovon 2070 Mk. durch die an sich erfreuliche Abnahme der Polizeistrafen sich erklären und verlangt eine Mehrausgabe von 12500Mk. Davon wurden erforderlich für die Gehälter der Polizeibeatnten 10100 Mk. mehr und der Felbschützen 1500 Mk. mehr, zum Teil eine Folge der Vermehrung des Personals, hauptsächlich aber infolge der Gehaltsaufbesserung von 1899. Die allgemeine Verwaltung brachte 2400 Mk. mehr Einnahme und 26 500 Mark rnehr Ausgabe; letztere ist zum größten Teil ebenfalls eine Folge der Gehaltsaufbesserung von 1899. Die Gehälter haben um 19190 Mk. zugenommen; im einzelnen nahm das Gehalt für Bürgermeister und Beigeordnete um 310 Mk. ab, das Gehalt des Bureaupersonals stieg um 7270 Mk., wovon etwa 840 Mk. auf Perlonenvermchrnng, der Rest auf Gehaltssteigerungen fällt. Die Ratsdiener erhielten infolge der Aufbesserung von 1899 830 Mk. mehr, die Gehälter oer Stadtkasse nahmen um 5240 Mk. zu, wovon 4600 Mk. auf Gehaltsauf besserring entfallen. Bei den städt. Bauämtern wurdet: 5380 Mk. an Gehalt mehr aus gegeben, wovon 3320 Mk. auf Gehaltsaufbesserung entfallen; der Rest ist Ausgabe für Beamte, für die Kanalisation, die 1898 noch nicht vorhanden war. (Wenn nicht die Teilrmg in Hoch- und Tiefbauamt eingetreten wäre, würden die Gehälter sich noch mehr gesteigert haben.) Der Pfandmeister erhielt durch Gehaltsaufbesserung 330 Mk. mehr, für das Vermessungsamt wurden bei der gleichen Personenzahl nur 450 Mk. mehr aus gegeben. Die Gehaltssteigung der an- gestellten Beamten beträgt erheblich mehr, während bei den nicht angestellten Beamten wesentliche Ersparnisse erzielt wurden. Schreib- und Zeichenmaterial erforderten 2170 Mk., Portoausgaben 700 Mk. mehr. Neu hinzugekommen sind 1000 Mk. für Bureaumiete und 1600 Mk. für Haftpflichtversicherung. Die restlichen Mehrausgaben mit 1840 Mk. verteilen sich auf eine Reihe kleinerer Posten.
Hinsichtlich der Straßenb aukosten, so führte Oberbgm. Mecum noch weiter aus, sind die hessischen Gemeinden gegen die in anderen Staaten schlechter gestellt. Während anderswo die gesamten Straßenbaukosten bis zu einer Straßenbreite von 26 Meter wieder eingezogen werden können, kann dies in Hessen nur bis 16 Meter Breite geschehen, wobei für die Fahrbahn nur die Kosten für ihre Chaussierung in Rechnung aestellt werden dürfen. Die für eine Breite von mehr als lv Meter erforderlichen Kosten einschließlich des Grnnderwerbs für die hinzugetretene Fläche sind von der Gemeinde allein aufzubringen, efcenfo die Kosten, die für Pflaster oder andere bessere Be- ftstigung mehr erforderlich sind als für Chaussierung. Eine Aenverung dteser Bestimmung ist von den hessischen Städtebürgermeistern schon vor drei Jahren an zuständiger Stelle angeregt toorben. In Gießen haben wir uns durch das
Ortsbaustatut noch weiter schlecht gestellt, indem wir nur die Hälfte der Trottoirkosten und auch diese nur bis zu einer größten Breite von 2V2 Meter einziehen können. Diese Bestimmung des Ortsstatuts bedarf einer alsbaldigen Aen- derung. Bei dem Gemeindesteuergesetz ist seitens der Bürgertneister angeregt worden, den Gemeinden neuq SteuerqueUen durch Erhebung indirekter Steuern, nament- lief) einer Umsaksteuer und einer Wertzuwachssteuer zu- zu führen. Eine Umsatzsteuer von 2 Proz. würde in Gießen jährlich 80 000 Mk. bringen, also eine Ermäßigung der direkten Steuern von 114 auf 103 Proz. ermöglichen. Wieviel noch eine Wertzuwachssteuer bringen kamt, wird ganj von dem zu ertuartenben Gesetz abhängen und läßt sich zurzeit nicht beurteilen. Bei den Verhandlungen deS Handelskammertages in Mainz deutete ein Regierungs- Vertreter an, daß der Staat einen Teil der Wertzuwachse steuer für sich beanspruchen müsse. Dem Staat steht aber hierauf kein Recht zu, denn die Wertzunahme der Grundstücke ist nicht eine Folge staatlicher Leistungen und Ausgaben, sondern wird lediglich durch die Veranstaltungen der Gemeinden herbei geführt, und diese allein haben daher das Recht, von den Grundstückseigentümern, deren Ländereien ohne eigenes Zutun durch die Leistungen der Gemeinden im Wert erheblich gesteigert werden, einen Teil dieses Wertzuwachses als teilweisen Ersatz ihrer Ausgaben zurüchufordern. Daß der Wertzuwachs nicht vom Staat veranlaßt wird, geht schon daraus unzweifelhaft hervor, daß er sich auf die Umgebung der Städte beschränkt. Wäre er eine Folge der staatlichen Veranstaltungen, bann müßte er beispielsweise in Annerod ebenso in die Erscheinung treten wie in Gießen. Mr müssen uns also mit aller Macht gegen die Forderung des Staates sträuben und die Wertzuwachssteuer für die Gemeinden allein in Anspruch' nehmen. ' Rj7? |<^
Nach diesen interessanten Ausführungen des Oberbürgermeisters begann bte ebenfalls schon am Samstag erwähnte Oktroi - Debatte, die auch so bemerkenswerte Einzelheiten ergab, daß wir in der nächsten Nummer au& jährlicher darauf zurückkommen müssen.
Aus Stadt und Aaud.
Gießen, 2. Mai 1904.
LU. Prof. Dr. Hoehlbaum -f. In der Nacht vom 1. zum 2. Mai ist der ordentliche Profesior für Geschichte an der Landesuniversität, Dr. Johann Matthias Konstantin Hoehlbaum, nach längerem Leiden gestorben. Hoehlbaum wurde am 8. Oktober 1849 zu Reval in Esthland geboren, studierte von 1868—71 zu Dorpat und Göttingen Geschichte, bezw. Rechts- und Staatswisienfchaft und wurde am 14. Nov. 1871 bei der philosopischen Fakultät -der Universität Göttingen zum Doktor promoviert. Seit November 1871 Beamter beS „Hansischen Geschichtsvereins" und Herausgeber des „Hansischen Urkundenbuches * vervollkommnete er seine Ausbildung auf wissenschaftlichen Reisen im Reiche und im AuSlande, indem er seinen Wohnsitz abwechselnd in Hamburg und in Göttingen nahm. Mit Wintersemester 1875 habilitierte er sich an der Universität Göttingen für mittelalterliche und neuere Geschichte und folgte September 1880 einer Berufung zur Leitung deS Stadtarchis von Köln a. Rh. Am 16. März 1887 wurde er zum Professor ernannt. Zum 1. Oktober 1890 als ordentlicher Professor für Geschichte an unsere Universiät berufen, hat er sich seit dieser Zeit um die Hebung und weitere Ausgestaltung des Unterrichts in der mittelalterlichen Geschichte große Verdienste erworben. Während des Jahres 1897 war er Dekan der philosophischen Fakultät. 1901 wurde ihm daS Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen. Hoehlbaum war korrespondierendes Mitglied der Königl. Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen und Ehrenmitglied der Niederländischen Historischen Gesell-, schäft, seit 1903 auch Mitglied deS Großh. Hess. Denkmal- ratS. Von März 1897 bis Januar 1903 war er Vorsitzender des Oberhessischen GeschichtSvereinS.
** Zu Ehren von Professor Dr. ©turmfel6* dessen Versetzung an die Oberrealschule zu Darmstadt wir kürzlich meldeten, veranstalteten am Samstag Abend AmtS- genossen und Freunde des Scheidenden ein Abschiedsmahl im Hotel Viktoria.
**KaufmännischerVereinGießen. Am Samstag abend fand im Vereinshause die satzungsgemäße ordentliche Generalversammlung statt. Es kamen zunächst zur Verlesung der Geschäftsbericht des Vereins durch Herrn O. Meyer, bann der vom Hauptlehrer Knauß verfaßte Jahresbericht ber Kaufmännischen Fachschule und bie von Herrn Böhm aufgestellte unb bereits geprüfte Jahresrechnung. Die Versammlung erteilte dem Vorstand unter Dank-' fagung für feine Mühewaltung einstimmige Entlastung. — Es ging ein Antrag eines Mitgliedes ein, betr. Unterrichtserteilung an Handlungsgehilfinnen ober sonstige weibliche Personen, ber sich grundsätzlich bagegen ausspricht. Ter Antrag kommt auf der nächsten Generalversammlung zur Absttmmung. Mit Stimme)) mehrhett wurde zur Unterstützung bes Vorstandes, namentlich bei ber Bibliothek, die Bestellung eines jungen Kaufmanns beschlossen, bem dafür bis zu 200 Mk. vergütet werden sollen. — Jit den Vorstand werden fast einftimmig wiedergewählt die Herren Emil Horst als 1., Hermann (Ächenauer als 2. Vorsitzender, Georg Bohm als Rechner unb Mwlf Hepipeler als 1. Bibliothekar. Anstelle des langjährigen, bestimmt ablehnenden 1. Schriftführers Otto Meyer wird gewählt Herr Konrad Bramw, ferner als 2. Schriftführer unb 2. Bibliothekar die Herren föugo Engel funb I. Rosenthal. — In der Besetzung des 9iechnungsprüfungs-, Aufnahme-, Schul- unb Vergnügungs- Ausschusses finbeu Feine wesentlichen Veränderungen statt. Der famfgeffefCte Voranschlag wirb einstimmig genehmigt, bagegen wird der beantragte Anschluß an bie Knmken- unb Begräbniskasse des Frankfurter Kaufmännischen Vereins aus mehreren Gründen, namentlich auch mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Zeit zurückgestellt. Auf die 23eri$t£ deS Vereins kommen wir im Laufe Der Woche zurück.


