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In der Strafsache
gegen
1. Friedrich Jockel zu Grünberg wegen Beleidigung, hat die Strafkammer Gr. Landgerichts in Gießen am 12. Januar 1904 für Recht erkannt:
Die Angeklagten: L Friedrich Jöckel, Uhrmacher und Kaufmann zu Grünberg, geboren daselbst am 2. November 1867, verheiratet, evangelisch, unbestraft, find des ihnen zur Last gelegten Vergehens der Beleidigung im Sinne der §§ 185, 186 St. G. B. — auch im Sinne des § 200 St. G. B. schuldig und werden demgemäß: 1. Jöckel zu einer Geldstrafe von dreihundert Mark, welche im Un* einbringlichkeitSfalle mit zwei Monaten Gefängnis zu verbüßen ist, verurteilt. Von den Angeklagten hat jeder die durch das gegen chn gerichtete Verfahren entstandenen Kosten zu tragen einschließlich der dem Nebenkläger erwachsenen notwendigen Auslagen. Zugleich wird dem Beleidigten Rechtsanwalt und Notar Beilstein zu Grünberg die Befugnis zugesprocheu, den entscheidenden Teil dieses Erkenntnisses, soweit sich derselbe auf den Angeklagten Jöckel bezieht, im Alsfelder, Gießener und Grünberger Anzeiger innerhalb zwei Wochen nach Zustellung einer Ausfertigung des rechtskräftigen Urteils, auf Kosten des genannten Angeklagten öffentlich bekannt zu machen.
Die Richtigkeit der Abschrift der Urteilsfonnel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urteils bescheinigt.
Gießen, den 28. Jan. 1904. Gerichtsschreiber Gr. Landgerichts: [1131
Braun, Ger.-Assessor.
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Verdingung.
Das Setze» und Reinigen der Oefe« in den städtischen Gebäuden im Rechnungsjahr 1904/05 soll
Montag d. 8. Febr. d. I., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden.
Die Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhÄtlich, sind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. — Znschlagsfrist 14 Tage.
Gießen, 1. Februar 1904.
Städtisches Hochbauamt.
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Fünftes Konzert
Sonntag den 7. Februar 1904, abends 5 Uhr, mit einer Hauptprobe vormittags 11 Uhr im grossen Saale des Gesellschaftsvereins:
Beethoven-Abend
Dirigent: Herr Grossh. Universitäts-Musikdirektor G. Trautmann.
Solist: Fräulein Nina Rode (Violine).
Orchester: Das verstärkte Vereinsorchester (Kapelle des Inf. -Regiments Nr. 116, Kaiser Wilhelm II.).
Programm.
1. Ouvertüre zu Leonore Nr. 2. 3. a) Romanze, G-dur.
2. Konzert in D-dur für Violine. b) Romanze, F-dur.
4. Symphonie Nr. 6 (Pastorale).
Eintrittskarten der Musikalienhandlung des Herrn Ernst Challier (Rudolph’s Nachf.) । ■ ür Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork und abends an der Kasse
zu haben. Zum Konzert: Sperrsitz Mk. 4.—, Eintrittskarte Mk. 2.50, Studentenkarten 1 Mk. Zur
Hauptprobe: Eintrittskarte 1 Mk., Schülerkarte 50 Pfg. 1114
__________________________Oeffnuug des Saales 41/, Uhr.
Uortriige
GeschDsöstett des DeMcn Vereins gege« Misbraiilh geistizer ketränke Sem J. Gonsei* ass Berlin
Freiing den 3. Febrnsr, im Laale des Gaßhoss zum Eiuhoni.
I. nachmittags 3y2 NHr (besonders für Auswärtige) über: Grundsätze und Ziele des Deutschen Vereins gegen Misbrauch geistiger Getränke.
EL aöeuds 81/* Zthr: Warum uud wie käuchfeu wir gegen den Misbranch geistiger Getränke.
An die Dorträge soll sich eine Beratung über das, was bei uns getan werden muß und kann, anschließen. Wrr fordern von unseren Mitgliedern und Mitarbeitern keine völlige Enthaltung von geistigen Getränken, sondern wollen nur den MrSbramb mit Wort und Tat, auch durch Schaffung von Einrichtungen vorbeugender Art (Wärme- und Kaffeehallen, Dolksunterhaltungs- ställen, Ersatz für alkoholische Getränke, Gasthausreform), bekämpfen. Wir rechnen dabei aus die Mitwirkurg aller Freunde unseres Volkes aus allen Kreisen, Männer und Frauen, auch der Vertreter des ehrsamen Gastwirtsstandes, und laden daher zur Teilnahme an der Versammlung dringend ein
Die Vertrauensmänner des Hessische» Laudesvereins:
Profeffor Dr. Sommer. Pfarrer D. Schlosser.
Dekan Bayer. Werkführer Magnus Becker. Bezirksvorsteher, Reallehrer Büttner. Georg Dahmer, Dor» sitzender der Ortskrankenkasse. Rendant Törüig. Landgerichtsrat Dornseiff. Professor D. Drews. Kommerzienrat L. Emmelms. Pfarrer Eitler. H. Fourier, Geschäftsführer der Ortskrankenkaffe. Medizinalrat Dr. Haberkorn. Rektor Hahn. Professor Dr. Haupt. Poltzeiamtmanu Hechler. Rabbiner Dr. Hirschfeld. Frau Professor Höhlbaum. Max Jaskowsky. Geh. Rat Profeffor D. Kalten- dusch. Fabrikant E. Kauffmann. Oberbriefträgcr Keßler. Dr. Koeppe. Kaufmann E. Krumm. Jnstitutsvorsteher Dr. Kübel. Bezirksvorsteher Lahr. Oberbürgermeister Mecum. Hotelbesitzer Gustav Mund, Vorsitzender des Vereins der Gastwirte. Pfarrer Dr. Naumann. Dr. med. Ploch. Land- gerichlsrat Prätorius. Geh. Rat Profeffor Dr. Riegel. Landgerrchtsrat Sandmann. Hauptlehrer Schaaf. Postdirektor Schäfer. Dr. Schliephacke. Landgerichtsrat Schmeckenbecher. Professor D. Stamm. Werkmeister Schufst. Pfarrer Schwabe. Bezirksvorsteher, Brcutddirektor Traber. Privat- dozent Dr. Volhard. Oberkonsistorialrat Waas. Kaufmann Gustav Windecker. Pfarrer Gußmann- Kirchberg. Bürgermeister Heller-Lich. Oekonomierat Hoffmaun-Hoi-Giü. StistSdechant Kllngelhüffer- Lich. Bürgermeister Strömer, Steinlmch. Oberamtsrichter Micket-Grünberg. Medizinalrat Dr. Rouge- Hungen. Dekan Wagner-Grün berg. Bürgermeister Zimmer-Grünberg. 923
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