Ausgabe 
1.12.1904 Erstes Blatt
 
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Nr. 283

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Erstes Blatt.

154. Jahrgang

Donnerstag 1, Dezember 1VVL

Amts- und Anzeigeblali für den Kreis Gietzen

VezngSpeetSr monatlich 75 otertel* jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- it Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch biePosrM.2.-<iettel- jahrb außfcht. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnummer bis oormUtagS 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pf*

LuSwärrS 20 Big. Verantwortlich füt den polit und allgem. Teil P. Wtttkoi für .Stadt und ßanb* und .GenchlSsaal*: August Goetz. für den An- Aeiqentetl: HanS Beck.

Are heuiige Wimmer umfaßt 10 Seiten. eLÜLZ»""- i ...I .............n.»

Aie Aeratung der Kikernia-Workage

Wurde am Mittwoch im preuß.. Llbgeordnetenhause fort­gesetzt.

Abg. Gamp (sk.) sucht das Verhalten der Regierung als einwandfrei nachzmveisen. Er halte auch den Preis von 240 Mk. für die Aktie und die Provision an die Dres­dener Bank für durchaus angemessen. Redner schließt mit der Hoffnung, daß eine Verständigung aller Parteien er­zielt werde.

Handelsminister Möller betont, daß die Regierung besonders auch im Saarbrückener Revier auf die heimischen Konsumenten und zeitweilige Notstände der Industrie alle Rücksicht genommen habe.

Abg. v. Eynern (nl.) betont, er sei seit 21 Jahren in der Verwaltung derHibernia". IN ihr sei ein Werk geschaffen, auf das die deutsche Industrie mit Stolz blicke. 1882, als Aufsichtsrat der Bergisch-Märkischen Bahn, sei er, Redner, sirr die Verstaatlichung gewesen, da habe dies im Interesse des Staates gelegen. Fetzt sage der Minister, daß die Rücksicht auf "die fetten Aufsichtsratsstellen den Widerstand erkläre. Das fei eine so schwere Beleidig­ung, wie er sie von einem preußischen Staatsminister in seiner amtlichen Eigenschaft nicht erwartet hätte, und die durch eine leichte Zurücknahme nicht erledigt werde. Die öffentliche Meinung im ganzen Ruhrrevier sei gegen den Minister und seinen Plan. Diese Art der Ausführung des Pltmes habe eine wüste Spekulation und Vermögensverluste von beträchtlichem Umfange zur Folge gehabt. Wenn der Minister den ein­sichtsvollen Aussichtsräten mit einem strengen Kartellgesetz drohen wolle, so würden diese ihm antworten: Es gibt noch Richter in Berlin. Wenn der Minister sich rühme, er sei kaufmännisch vorgebildet, so entgegne er ihm, seine Redners kaufmännische Erziehung sei eine andere. Noch vor zwei Jahren hätte der Staat keinen weiteren Gruben­besitz gewollt. Nachher seien die Gründe wohlfeil wie die Brombeeren, um seine geänderte Stellung zu verteidigen. Hätte der Minister von vornherein 252 Prozent geboten, wäre sein Angebot vielleicht nicht abgelehnt worden. Die Motive für das Vorgehen des Ministers seien dunkel. Der Zweck des Syndikats ist der Kohlenverkauf und seine Haupt- tätigkeit die Festsetzung des Preises. Wenn sich daran nach den Erklärungen des Ministers die Beamten nicht beteiligen würden, so sei ihm (Redner) die Art ihres Ein­wirkens auf das Syndikat nicht klar. Redner legt die Unrentabilität des Staatsbertiebes dar und erklärt das plötzliche Anschwellen der Syndikatsbewegung aus den Ver- 'taatlichungsplänen der Regierung. Redner schließt mit )er Bitte um Ablehnung der Vorlage. (Beifall.>>

Handelsminister Möller erhärt, er müsse sich wun­dern, daß diese Angelegenheit ihm Anlaß zu einem un­erhörten Vorgehen gegeben habe. Es sei ihm (Redner) gar nicht eingefallen, die Verwaltung der .Hibernia anzu­greisen oder gar alle Bankiers und Aufsichtsräte zu be­leidigen. Sollte jemand in seinen Worten eine Beleidigung finden, so wolle er das trotzdem ausdrücklich zurücknehmen. Weiter sucht der Minister einzelne Darstellungen des Abg. v. Eynern richtig zu stellen und den Vorwurf der Inkon­sequenz zu entkräften. Von einer angebotenen Teilung des Raubes könne gar keine Rede sein, weil der ge­botene Aktienpreis fkfy gerade in der Folgezeit als dem Durchschnittskurs entsprechend erwiesen hat. Es sei auch nicht richtig, daß viele Leute ihr Geld verloren hätten, nur einige haben nicht soviel verdient, wie sie nachher hätten verdienen können. Er perhorresziere die staatliche Verantwortlichkeit für die gesamte Verantwortlichkeit des Staates für die gesamte Preisbewegung und lasse da lieber die Weltmarktkonjunktur wirken.

Abg. Hirsch-Essen (nl.) erklärt, einen Einfluß des Staates auf das Kohlensyndikat halte er für be­rechtigt, aber das Mittel, das er hier anwenden will, erscheint uns ganz falsch. Preisermäßigend habe der ,Fiskus noch nicht gewirkt, er habe immer die Preise im Saarrwier höher gehalten, als sie im Ruhrrevier waren. Die Bildung der großen Organisationen entspreche einer wirklichen Notwendigkeit. Sie aufhalten, hieße unserer In­dustrie eine Waffe aus der Hand schlagen, die sie notwendig braucht. Tie rheinisckp-westsälische Industrie wolle .sich ihre Entwicklung nicht unterbinden lassen und aus dieser Er­wägung heraus sei die erregte Abwehr gegen die Verstaat­lichung der Hibernia zu verstehen. Die Verstaatlichung der Hibernia allein könne für den erstrebten Zweck des Ein­flusses auf das Syndikat nicht genügend sein. Die Vor­tage sei nur geeignet, die schon bestehende Beunruhig­ung im westlichen Industriegebiet zu verstärken. Des­halb lehne er die Vorlage ab.

Hieraus wird cyt Antrag, die Debatte zu schließen, an- genommen. , __ __

Der Krieg.

Port Arthur

Petersburg, 30. Nov. Tie hiesige Stadtverwal- t u n q beschloß, 100000 Rubel zum Besten der Verteidiger oon Port Arthur und ihrer Familien zu stiften und um Erlanvms nach.'.usuchen, g a n z R u ß l a n d zu solchen Spenden aufzurufen.

London, 30. Nov. Tie Morgenblättcr melden aus Tokio, nach den neuesten Nachrichten von Nogis Streitkräften bätten bie Japaner dm Angriff auf das Zentrum der^russischen Beses ig- unaen vor Port Arthur begonnen; 50 große Vclagcrungsgesfyutze seien in beb'reichender Position ausgestellt worden und richten gegen die Stadt und die Hafenanlaqcn ein verheerendes Bombardement als Vorbereitung eines neuen allge­meinen Angriffs, der heute, Mittwoch, beginnen sollte.

London, 1. Dez.Daily Telegraph" meldet aus Tschifu vom 30. Nov: Die Japaner , eröffneten in der Nacht zum 23. November ein neues heftiges Bombardement. Nach Berichten kam es bei dem Sturm auf die Forts Erlungtschan und den 203 Meter-Hügel wiederholt zu Vajonettkämpfen. Ti' Verluste der Japaner sind schwer. Aus guter Quelle seitens der Belagerungsarmee wird erklärt, daß seit Beginn der Belagerung 25 000 Mann auf dem Schlachtfelde u m g e - kommen sind.

Aus der Mandschurei

Petersburg 30. Nov. General Kuropatkin meldet dem Kaiser von gestern: Tie japanische Abteilung, die nach dem Kampfe mit unseren Truppen bei Tinhetschen zurückgegangen war, machte bei dem Torf Suidun und in dem Paß, 12 Werst südöstlich von Tsinhctschen, Halt. Nach Aussagen der Dorfbewohner ist die Stimmung derJapaner gedrückt. Sie führen viele Verwundete mit sich. Heute morgen gingen unsere Truppen 10 Werst von der Stellung unserer Vorhut zum Angriff über; sie wurden mit Feuer empfangen. Um 12 Uhr mittags eröffnete unsere Artillerie das Feuer. Tie Infanterie ging zum Angriff über. Weitere Berichte sind nicht eingegangen.

Vom Kriegsschauplatz.

London, 30. Nov. Tas Reuterbureau meldet aus Tokio: Es heißt, das; die Japaner heute den südöstlichen Teil des 203 M eter-H ügels mit Erfolg erstürmten und ihn besetzt halten.

Eröffnung des japanischen Parlaments.

Tokio, 30. Nov. Tas Parlament wurde feierlich vom Kaifer mit einer Thronrede eröffnet, in der erklärt wird, daß die Beziehungen zu allen neutralen Mächten zu­nehmend freund schaftlich seien. Tie Thronrede kündigt eine Vorlage an betreffend die Bestreitung außerordentlicher Kriegsausgaben.

In der Thronrede heißt es in Bezug auf den Krieg:Wir geben kund, daß unsere Expeditionstruppen in jeder Schlacht siegreich gewesen sind und wiederholt neue Beweise der Treue und Tapferkeit gegeben haben, so daß der Verlauf des Krieges mehr und mehr zu unserem Vorteil gewesen ist, und daß wir erwarten, durch loyale Hingebung unserer Unter­tanen unser schließliches Ziel zu erreichen." Tie Thron­rede fordert am Schluß die Mitglieder beider Häuser auf, ihre Aufgaben in einmütigem Zusammenwirken zu erledigen und da­durch des Kaisers Wünsche und Ziele zu fördern.

London, 1. Dez. Tie Blätter berichten, daß das japanische Budget weitere Ermächtigungen verlangen werde, im Auslande Geld aufzunehmen und weitere Serien von inneren Anleihen auszugeben.

Die Untersuchungskommisfion.

Der amerikanische Wmiral Tawis hat seine Ernennung als Mitglied der Nordseekommission angenommen. Der Kaiser von Oesterreich ernannte den Admiral v. S p a u n zum Mit- gliede der Kommission.

London, 1. Dez. DerStandard" teilt mit, die englische Regierung habe auf c-fte Anfrage der japanischen Regierung eine genaue Untersuchung eingeleitet über die Ko hl en­de r sch iffungen für die Baltische Flotte in eng­lischen Fahrzeugen, der ganze Regierungsapvarat sei in Tätig­keit gefetzt worden und außerdem seien Maßregeln getroffen wor­den in Bezug auf Kohlenlieserungen an eine der kriegführenden Mächte. Alle Tatsachen sollen geprüft werden, um die Wieder­holung einer Handlungsweise zu verhindern, die als Neutrali­tätsbruch ausgelegt werden könne. ,

Russische Bemühungen.

Liverpool, 30. Nov. Seit einiger Zeit versuchen russische Agenten, Bei englischen Wersten Schnelldampfer und Kriegs­fahrzeuge zu erwerben. Vor kurzem wurde in Birkenhead zwecks Ankaufes eines für die. peruanische Negierung gebauten Kanonen­bootes unterhandelt. Derselbe Agent, ein Russe, welcher mehrere Sprachen fließend spricht, begab sich auch nach anderen Wersten und verhandelte dort wegen des Erwerbes von zwei Schnell­dampfern und besuchte auf den Tayne-Werften mehrere bereits fertig gestellte Kriegsschiffe.

Englands Neutralität!

Cardiff, 30. Nov. Es ist ein offenes Geheimnis, daß England beiden k r i e g f ü h r e n de n M ä ch t e n Kohlen verkauft. In den letzten zehn Monaten wurden in Cardiff 374 549 Tonnen für Rußland, 85 774 Tonnen für Japan und 625 773 Tonnen für China, versandt. Im vergangenen Jahre wurden für Japan 82 228, für Rußland 95 374 und für China 159 361 Tonnen Kohlen versandt. Es liegt auf der Hand, daß der größte Teil der nach China zur Versendung gelangten Kohlen für die japanische Regierung bestimmt ist. In den letzten 30 Tagen sind 60 000 Tonnen Kohlen für Rußland in Bestell­ung gegeben worden, für welches im ganzen 70 Dampfer aus Cardiff, Newcastle und Bary nach Ostasien abgegangen sind, zwecks Versorgung des Baltischen Geschwaders. Tie Kohlen werden sämtlich von Agenten meist deutscher Nationalität, besonders der Hamburg-Amerika-Linie versandt. Am Schlüsse des Jahres bleiben noch große Mengen Kohlen für Japan und China zu verschiffen; dieselben belaufen sich auf insgesamt 41 Millionen Tonnen. Für Japan erfolgt der Versand offen nach dem Hafen von Nagasaki und neutralen Häsen.

Politische Tagesschau.

Die italienische Thronrede, mit der am Mittwoch die erste Session des neu gewählten römischen Parlaments eröffnet wurde, konstatiert die guten Beziehungen Italiens zu allen Mächten. Sie versichert, daß innerhalb der Grenzen der Gesetze der Re­gierung die freiheitliche Politik fortgesetzt werde. Ferner fordert sie die neugewählten Volksvertreter auf, ihr Hauptaugenmerk der Sorge um die Interessen der ar­beitenden Klassen zuzuwenden, damit ihre LebenS- verhältnisse gebessert und der Konflikt zwischen K a - p i t a l und Ar b e i t einer L ö s u n g zu geführt werde. Weiter hebt die Tchronrede den Absclcknß der H a n d e l S v e r t r ä g e hervor, wodurch die Schäden eines Zollkrieges vermieden werden. Das Budgetstleichgewicht werde besonders die In­teressen der unler'en Klassen wahren, denn nur durch Verminderung der Zinsenlast könne eine Steuer­reform möglich werden. Alle Vervollkommnungen zur Erhöhung der Schlagfertigkeit des Heeres und der Marine durch geführt werden.

'Tie Thronrede betont ferner den offenkundigen wirt- schaftlichen Aufschlvun^, den der früher nie er­

reichte hohe Rentenkurs, das Verschwinden des Goldagios, der Kapitalzufluß in Banken und Sparkassen und der un­begrenzte Kredit, dessen sich der Staatsschatz erfreue, be­weisen. Hierzu habe der Friede beigetragen, der durch feste Bündnisse und aufrichtige Freundschaft sichergestellt sei, die in den Besuchen Kaiser Wilhelms, König Eduards und des Präsidenten L o u b e t in Rom zum Ausdruck kamen. Schiedsgerichtsabkommen seien ab­geschlossen mit Frankreich, England und der Schweiz und vorbereitet werden solche mit anderen Staaten; so habe Italien seine Friedensmission bestätigt. Möge, so schließt die Thronrede, die Erhaltung des Friedens von außen und innen gelingen, möge die Festtgkeit des Budgets und des Staatskredits gewahrt bleiben, dann werde Italien weiter schreiten auf der Bahn der Zivilisatton.

Ter König hatte die Cchronrede selber verlesen. Auch die Königin war zu dem feierlichen Akte erschienen.

deutsches Reich.

Berlin, 30. Nov. Auf das vom Herrenhaus aus Anlaß des heutigen 50jährigcn Jubiläums an den Kaiser gesandte Huldigungstelegramm ist heute abend während des Festdiners, an welchem außer zahlreichen Mitgliedern des Hauses und des Staatsministeriums, Vertreter des Abgeord­netenhauses teilnahmen, folgendes Antworttelegramm des Kaisers aus Slawenkritz an den Präsidenten Fürst zu Inn- und Knyphausen eingegangen:

Mit freudiger Genugtuung habe ich die Versicherung treuer Hingebung des Herrenhauses entgegengenommen und entbiete Ihnen und den Mitgliedern meinen landesväterlichen Dank. Möge Gottes Segen auch fernerhin auf der dem Wohle des teuren Vaterlandes gewidmeten treuen Arbeit ruhen. Wilhelm I. R.

Aus Anlaß des Jubiläums des Herrenhauses wurden Orden verliehen an den Präsidenten Fürsten zu Jnn- und Knyphausen, die Professoren Dernburg und Löning, die Oberbürgermeister Struckmann, Büchtemann und Dr. Jungerblodt. Zlußer dem Vizepräsidenten Frhrn. v. Manteuffel erhielt auch Frhr. von Landsberg-Velen-Steinsurt den Titel als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz.

Wenn der neue Etat so genehmigt wird, wie et vom Bundesrate vorgeschlagen ist, wächst die Reichsschuld auf über 3^ Milliarden Mark. Von einer Schulden­tilgung kann natürlich nicht die Rede sein; im Gegenteil, die Schuldenlast wird immer mehr wachsen, wenn man sich nicht 31t der notwendigen gründlichen Finanzreform entschließt.

Schwerin, 30. Nov. Der Landtag in Malchin stimmte der Erhebung einer Prinzessinnen - Steuer in Höhe von 70 000 Mk. für beide Großherzogtümer Mecklen­burg zu.

Paderborn, 30. Nov. Ein Erlaß des Bischofs von Paderborn ordnet die Errichtung von Mäßigkeits­vereinen in sämtlichen Gemeinden des Bistums in den nördlichen Missionen sowie in den Hansestädten und Mecklen­burg und Holstein an.

Dresden, 30. Nov. Ein ungemein warmer und herz» sicher Ton geht, wohltuend berührend, durch die Thronrede, mit welcher heute König Friedrich August den außer­ordentlichen Landtag eröffnet hat. Besonders bedeutsam ist der Schluß:Möge das teure Kleinod des gegenseitigen Vertrauens zwischen Fürst und Volk, welches stets den schönsten Schmuck Meiner Vorfahren auf dem Thron gebildet hat, auch fernerhin unverkümmert erhalten bleiben l Der Landtag hat sich nun mit der Zivilliste und den Apanagen zu beschäftigen. Die Zivilliste des Königs bleibt mit 3 550 000 Mk. unverändert, ebenso das Wittum der Wittwe König Alberts mit 210 000 Mk. Für die Prinzessin Mathilde, die Schwester des Königs, sind 37 000 Mk. Apanage und 8500 Mk. für Gründung eines eigenen Haushalts ausgesetzt. In Wegfall kommt die bisherige Apanage der Prinzessin mit 20 000 Mk. und die Kronprinzen-Apanage mit 300 000 Mk. Die Bezüge des Prinzen Johann Georg fließen aus dem Vermögen der Sekundogenitur, kommen also nicht in Betracht. Rach der Regierungsvorlage hat Sachsen somit 3 797 000 Mk. statt bisher 4 080000 Mk. für die königliche Familie auf­zubringen.

Lübeck, 30. Nov Zwischen Lübeck, Preußen und Mecklenburg ist eine Lotteriegemeinschaft gebildet worden, nach welcher die Lübecker und die Mecklenburger Lotterie eingehen und in beiden Staaten Einnahlnestellen der preußilchen Lotterie errichtet werden.

Speyer, 30. Nov. Bei der heutigen Stadtrats- ivahl siegte die vereinigte Liste des Zentrums und der Sozialdemokraten.

UarlamkntarischsS.

Berlin, 30. Nov. Die sozialdemokratische Reichstaossrcikiion bestimmte als Redner für die erste Lcsimg des Reichshaushaltsetats Bebel und v. V 0 l l m ar, für die Hapdelsvertrüge Bernstein und Singer.

Die polnische Landtagsfraktion beschloß mit Rück­sicht auf die zahlreichen polnischen Bergarbeiter gegen die Verstaatlichung der Hibernia zu stimmen

Wien, 30. Nov. (A b g e 0 r d n e t e n h a n s.) Jtn Ein», laufe befindet sich ein von der freien deutschen Agrar­vereinigung beschlossener Dringlichkeitsantrag, be­treffend die *).' 0 tstands v 0 r l a g e. Tie Antragsteller ver­weisen auf den einer Katastrophe glcimkoinmenden Röt­st and der L and wir tf ch a f t hin und unterbreiten einen! mit der Regierung. Vorlage fast identischen Entwurf, in wcl-