aus zu kraftvoller Tat in seinem Geist. Was
wollen wir?
Mir brauchen
tracht war von je
erheben
eine uns
LeS Frieders in der Hand. 9iid)t um neue Sonderbekcnntnisse wollen wir ringen, sondern daS freimütig und einhellig zum Ausdruck bringen, was uns allen gemeinsam ist. Die LutAr stabt öffnet uns ihre gastlichen Tore, unseren Versammlungen ihre schönsten Halürn zu ernster, verheißungsvoller Arbeit. Wir bunten ihr sür diesen freunblicben Tienst, wir grüßen die von Sage, Poesie und Geschichte verherrlichte blühende Stadt und bitten Sott, daß er sie und unsere Arbeit in ihren Mauern segne. Lassen Sie uns unseren Tank 5uni Ausdruck bringen, indem wir rufen: WormS lebe hoch!
Weitere Ansprachen hielten u. a. die Herren Geh. Regier- ungörat Albrecht ans Metz, der der Versammlung zurief: Seid eimg, einig, einig! Pfarrer Toffet aus Kurzel-Urviille bei Metz, der von den Erwartungen sprach, die die zerstreuten Evaugelnchen in Lothringen voii einer solck.^en Einigung hegten, Superintendent Miß mann aus Hof-Gei§mar, der mi Landgraf Philipp ben Großmütigen als den Patron dieser Tagung er- innerte, Superinterwenl W c tz e l auS Pommern, der die Grüße der, am 25. O ktober abgehalteneu Bersammliilig, die ähnliche Ziele versolgte ,nberbrachte, Geh. Rat Tr. SclMidt - M c v 1 e r Epcelleur. Präsident der ^anksurtcr Synode, und Pfarrer Enders aus Bonames, der den Arbeitsausschuß leben ließ.
Man spürte es der Versammlung an, daß alle diese Reden tuten leohaften Widerhall fanden. Tie Stimmung für die morgende Fügung ist die denkbar beste.
Arbeitsausschuß und den von diesem durch Zuwabl zu bestimmenden Mitgliedern bis zur Mindestzahl von 06. 3. Ter Ausschuß wird beauftragt: a) bei den deutschen Synoden und Kirchenregier- imyen dahin zu wirken, daß zur Stärkung dcS deutschen evangelischen ZnrchenauSschusscs bi cf em eine synodale Vertretung zur Seite gesetzt werde; b) sobald es der Zweck deö Verbandes erfordert (mindestens aber einmal jährlich), eine Wiederholung des Synodal- tageS in die Wege zu leiten und die erforderlichen Vorarbeiten zu erledigen."
' Heute abend 6 Uhr fand vor dem Lutherdenkmal eine imposante Feier statt, bei der Geh. Kirchenrat Prof. Tr. Lemme-Hcidelberg die Festansprache hielt.
Tie Rede galt der Erinnerung nn die Bedeutung des 31. Okt. 1517, der ben Frühlingsanbruch eines neuen Geisteslebens bezeichnete. Ter deutsche Professor, der bie 95 Thesen nn bie Schloh- kirche zu Wittenberg schlug, war nur ein einzelner Mann; aber dieser Mann war ein Mairn von Geist, und er hatte die Kraft allein zu stehen, er war eine Persönlichkeit. Persönl ichkeiten bilden die B^ewegungs kraft der Geschichte. Luther steht an der Spitze der Neuzeit. Wenn wir bie vierhundertjährige Jubelfeier ber Reformation feiern werden, werden wir uns als echte Söhne dessen fühlen können, der deutsches Wesen auf die höchste Höhe der Kulturwelt stellte?
Tenkmäler bedeuten redende Geschickte. Was hat das Lutherdenkmal uns zu sagen? Größe vereinsamt, aber wirkliche Größe zwingt auch zur Nachfolge. Luther brach mit der Ueberlieferung. Aber er ward nicht bloß der Lehrer Teutschlands, sondern der Lehrer der Christenheit. Nach den höchsten Bergspitzen bemißt man die Linie der Gebirge. Luther schloß die Bewegung der Kiredengeschickste seit der apostolischen Zeit ab, die Tendenzen seiner Vorläufer klärend und erfüllend, und erschloß die religiöse, damit überhaupt die geistige Bewegung der Neuzeit. Sein Gent möge uns voranlenchten auf der Bahn des Handelns!
Was für eine Persönlichkeit! Mit voller Energie wirkend in der Zeit, weil ganz wurzelnd in der Ewigkeit! Tic Ehren der Welt verschmähend, und eben darum groß luie in Deutschland fein zlveiter. In Demut auf der Gnade Gottes stehend, und eben darum von durchschlagender Wirkungskraft. So anspruchslos einfach, und dabei eine ideale Gestalt! An ihm müssen wir uns aufrichten in den Kämpfen dar Gegenwart. Ten Sckädeu seiner Zeil trat sein reformatorisches Wirken entgegen. Tie Schäden der Gegenwart rufen
te.n9 Lon Max 50? e t) ej sei b. Buchschmuck von Lucian Bernhard. Verlag von Egon Fenchel u. Co., Berlin. — Der unglück- iLyl en.^Alber- vor einigen Jahren einem allzu rigo- Sittengewtze zum Opfer fiel, ist den meisten lediglich als Veganer der faszinierenden „Salome" bekannt aslhetischen Sch-nstm, bie, voll von Paradoxes Ä Wn.en dem Ltteraturir-undc erschließen unü eine hern^, „ richtiger neuer Gedanken neben Absurdem S Ä e"3elf von Kunstgeniebern bekannt. Giesteuer 'N Berlin, eine g e bo teuer
vpießener und Schüler des verstorbenen Tirektors Schiller An» T 6Aufi9er Mitarbeiter des „Gies;'
neu^u' Wildes verdeuticht, das uns Wilde von einer
"ehrt Ste 6e»DQi ,m1ien„,®n^ri3e'1 ec&li.Ict Thakespeares kennen un^tr^t all « ama ,1|t ?tn >>ugendwerk des Dichters «5? a^e Merkmale feiner Entstehungszeit au
fl£k . 'b€r ^ift des großen Briten aber hat den Gedankenflna des r.uulfen Wilde in ragende Höhen emporgetragen. Wer das Stück ?U,a Ä wird dem Geschicke grollen das den
d #8 «ft»
menn m Szenen von m.ttemenoer, stammender Leiden chast b^ »eiten erklügelte erzwungene Vergleiche dem gar zu sehr äst ie- tifierenden Poeten auf oie Lippen kommen die in hn?
terische Feuer t-lötzlick wie kalte Wasserstrahlen hinejnzisch.n w nn rem Dichter die Nachahmung ^halepv uiiiujcn Volkshumors auch gänzlich mißlungen ick, fo hab.n wir vor dem hohen -ck" , schn-unge, von dem das ganze Wert getragen wird/dcn^ vielen Proben reinster lynick-er Tictstkunft, bie über das Werk mit verschwenderischem Reichtum auSgesrreut sind, hohe Achtung und freuen uns deS reichen Genusses, den uns die Lektüre gewährt Ter Uebersetzer hatte keine leichte Arbeit, seine Eindeutfckrnnö dan als musterhaft gerühmt und i;t eine Parallele gestellt werden mit der prachtvollen Verdeutschung von Shakespeares Othello durch Wilhelm Jordan.
W ir brauchen fine Organisation der Kirche, bie alle Kräfte entfaltet. Nicht Pastorcnkirche wostte bie Neformations- ' *■“ das Unglück ber Deutschen; Gott gebe uns bald
tracht war von je das Unalü derck Teutfck-en; Gott gebe uns bald
starke, geeinte deu tscst-evan gelische Volkskirche.
mit Geibels Türmerlied:
Worms, 31. Okt.
Heute vormittag fand im Saale des stäbtischcn Spiel- und Festhauses die geschlossene Versammlung der deutschen Synodalen statt. Ten Vorsitz führte Prof. Tr. Stamm- Gieße u. Zunächst ermattete Pfarrer Julius Wiener einen Bericht über den ^tanb der Bewegung. Sodann referierten Pfarrer L 0 rdes - Hamburg über „bie gegenwärtige Lage der evangelischen Kircki-e Deutschlands, namentlich im Hinblick auf das öffentliche Leben"; Pros. Tr. v. Kirchen heim-Heidelberg über „die freie Vereinigung ber Synodalen und der verfassungsmäßige Zusammenschluß der Landeskirck-e" und Pfarrer Th. Wahl- Langen (Hessen। über,chie Rückwirkungen einer solchen Organisation auf das evan- gelische Bewußtt'ein, die Hebung des synodalen Lebens urb die Belebung und Vertiefung evangelischer Gern einbearbeit".
Tie Versammlung faiibte die folgenden Begrüßung s telegram m^e an ben Kaiser und den Großherzog von Hessen:
„S. 9)L dem Kaiser, Wildpark bei Potsdam. Ew. Kaiserlichen und Königlichen Majestät senden die in der alten Lutherstadt Worms am Gedächtnistage der Reformation zu freier Beratung evangelischer Lebensinteressen aus allen deutschen Gauen ocr- fammdten Synodalen ehrfurchtsvollen Gruß. Tas deutsch-evangelische Volk, das die Einigung der denlscken Landeskircku'ii heiß ersebnt, dankt Eurer Kaiserlichen Majestät für die hockcherzige Förderungen ihrer Bestrebungen. Wir hoffen zu Gott, daß di: im deutsch-evangelisck-en Kirchenausschuß gegebenen Anfänge des Einigungswerkes durch die Mitwirkung ber synodalen Elemente einen volkstümlichen Ausbau erfuhren mögen! Professor Tr. Stamm, 1. Präsident, Generaldirektor Tietze, 2. Präsident.^
K. H. dem Großherzog von Hessen und bei Rhein, Wolfsganen bei T arm stabt. Dem hohen Landesherru entbieten deutsck-e Synobale aus allen Gauen Teutschlands, am Tage ber Reformation in Eurer Königlichen Hoheit treuer Lutherstadt Worms versammelt in dankbarem Gedenken an den erhabenen Ahnherrn Eurer Königlichen Hoheit, Philipp den Großmütigen, und in seinem Geiste bestrebt zu einem engeren Zufammenfchluß aller Evangelischen mitziuvirken, ehrerbietigsten Grutz. Gez. Pros. Tr. Stamm, 1. Präsident, General- drrettor Kietze, 2. Präsident"
Die Versammlung der deutschen Synodalen nahm Irutc folgende Erklärung an:
,,$te in Worms versammelten deutschen Synodalen erklären angefichts der öft'entlichen Zustände das Folgende: Wir b:klagen, daß nn Heimatlande der Reformation die evangelische Kirck^ nicht den Einfluß im öffentlichen Leben der Nation ausübt, die der geschichtlichen Ausgabe und der geistigen Bedeutung des Proteftantismus entspricht. Wir finden es u n e r t r ä g H ch, daß Don der Reichs- und Staatspolitik zur Erlangung äußerer Machtmittel dem Ultramontanismus Zuge- stanbnisse gemacht werden,, die dem deutt"ck--nationalen und dem proteftanttschen Volks empfind en widersprechen. Eine Haupturfache dieser beflagten Zustände erblicken wir auf unserer eeite im Mangel an Verständnis für die Ausgaben ber eoam gelttchen Kirche im öffentlichen Leben. Zur Besserung der beklagten Zustände erstreben wir: 1. daß überall evangelisches Gemeindeleben kraftvoll gepflegt iccrbe und namentlich bi: Männerwelt, die es so vielfach an kirchlichem Interesse fehlen läßt, für die kirchliche Mitarbeit zurückgeioonnen werde; 2. daß — ohne uns für eine bestimmte Parteipolitik zu erklären — alle beutscy-evangelischen Männer bei Reichs-, Landtags- und Gemeindewahlen auch auf kraftvolle Vertretung der LebenSinteressen des Protestantismus, die im Grund auch die unseres deutschen Volkes und, bedacht seien; 3. daß ber deutsck)-cvaiige!ische Kirchenausschuß
lne Zeorbnete Vertretung von synodaleti Elementen ergänzt und dadurch zu einer wahrhaft volkstümlichen Gesamtvertretung der deuttch-evangelischen Kirche ausgebaut werde."
Wetter wurde folgender Beschluß gefaßt: „Ter erste deutsche Synodaltag ui Worms am 31. Oktober 1904 besckstießt auf örunb der abgegebenen Erklärung bie Bildung eines freien QvLVIp V ? ? u tsche r evangelischer Synodalen. Zweck des Verbandes ist, das gemeindlicyc und synodale Leben iu ü^rken und die kirchlichen Freiheitsbesttebungen auf synodaler Grundlage zu fördern. 1. Mitglied dieses freien Verbandes kann jener ^bangelnche -synodale werden, der einen Jahresbeitrag von mindestens 3 Mk. zahlt. 2. Mit der Führung der Geschäfte loirb em llusfchuß beauftragt, der gebildet wird aus dem bestehendeti
Sieh herab vom Himmel brrben, Herr, den alle Engel loben. Sei gnädig diesem deutsche.i Land! Tonnernd aus der Feuerwolke, Sprich zu den Fürsten, sprich zum Vol'S reine~ sie mit starker Hand!
Sei du uns Fels uno Burg! Tu führst uns wohl hindurch.
Halleluja!
Tenn dein ist heut Und alle Zeit Tas Reich, die Kraft, die Herrlichkeit!
~cit -Lchluß des heutigen Tages bildete eine öffentliche Vollsoers^anim)uiig, tucldx heute abend 8 Uhr im ftäbt. ^pfel- und Felthause unter Leitung von Superintendent Hermes- Halberstadt stattsindet. Suvenntendent rümpelmann-Magdeburg, Rechtsanwalt Tr. Lucius-Piainz und Pfarrer I. Werner-Frankfurt a. M. sprachen über die evangelische Kirche in ihren Beziehungen zum geifHgen, politischen und sozialen Leben.
Justtzrat Tr. Lueius-Malli- spricht über: „Die Evangelische Kirche und das politische Leben". Er weist zunächst bie Angriffe ber ultramontanen Presse zurück, wonach der Wormser Synobaltag nur eine neue Auflage unduldsamer Hetze gegen die Katholiken fei; er zeigt an Kundgebungen des Regensburger Katholikentags und au ber katholischen Praxis bezüglich der Veerbigung Andersgläubiger, der Mischehen und der Wll'dcrtaufe übergctrelcner Protestanten, daß im Gegenteil der Protestantismus in einem ihm oufgebrungenen Kampfe stehe, den er ausnehmen und durchfechten müsse, um seiner selbst und um
Wohles des deutschen Volkes willen. — Trotz des zahlenmäßigen Uebergewicksts der Evangelisck>en in Deutschland sehen wir, nie der Ultramontanismus in allen Fragen des öffentlichen Lebens ausschlaggebend geworben ist; seine Erfolge sind enorm, man vergleiche Jesuitengesetz, marianisckn Kongregationen, Toleranzantrag re, und bei großen politischen Entscheidunge.n, in veeres- und Flottenfragen, in der Kolonialpolitik, in wirtschaftlichen und sozialen Angelegenheiten gebe das Zentrum den Ausschlag. Auch sei die Macht der Sozialdemokratie bereits eine so gewaltige geworden, daß ne sich vielfach deutlich erkennbar zeige in dem Verhalten der Regierungen ihren Ansprüchen gegenüber, dagegen sehen wir auf der anderen Seite eine völlige Einfluß- lojigfeit der evangelischen Kirck)e, des Protestantismus auf poli- tllchem Gebiete, so geradezu eine Mißachtung derselben von feiten der politißckxn Faktoren. Diese ttübselige Lage sei zum großen Teile selbit verschuldet; die Regierungen würden gern mit dem Protestantismus zusammengehen, wenn er nur irgend eine Macht darstellte. Diese sei zu erkämpfen, nicht in erster Linie durch Bekämpfung der politischen Maüst des Zentrums, sondern Positiv durch Wirkung und Vertiefung des evangelisck^n Bewußtseins, durch Aufrüttelung der Lauen aus ihrer Gleichgiltigkeit in nationalen Angelegenheiten, durch Aufklärung in kirchlich-politischen Fragen und schließlich durch geeignete Organisationen. Solche besäßen wir ja schon in dem deutschen evang. Kirchenausschusse und im evang. Bunde. Allein sie genügten nicht, so wertvoll und unentbehrlich sie auch seien. Solle der Protestantismus im öffentlichen Leben wirklich eine aussckstaggebenbe Macht werden, so sei dazu ein stärkerer Zusammenschluß der verschiedenen evangelischen Landeskirchen dringend geboten; hier genüge aber nicht der Zusammenschluß der Kirck>en regier- u n g e n im Kirchenaussck-usse, es müsse unbedingt das synodale Element, als Vertretung der evangelischen Gemeinde, des evang.. Volles ergänzend hinzutreten. Ter Redner sieht in dem Wormser Synodaltage einen ersten und zugleich höchst bedeutungsvollen Schritt auf dem Wege zu dieser Einigung und hofft, daß die Zukunft glänzend erfüllen werde, was der heutige Tag im Vertrauen auf den inneren Reichtum und bie unbesiegbaren Mächche des Protestantismus verspreche!
Pfarrer Julius Werner-Frankfurt a. M. spricht über: „Tie Evangelische Kirche und das soziale Lebe n". Tie Zeiten sind vorüber, in denen eine ängstliche Bureaukraten- seele behaupten konnte: „Tas Wort sozial gehört vor den Staats-! anwalt." Wie die Lust den Raum, so erfüllt jetzt der soziale Gedanke bie Geisteswelt. Mißlingt bie Lösung der sozialen Frage, dann stürzt bie äußerlich so glänzende Kultur doch in den Abgrund. Tie Lösung erfolgt nicht durch brutale Gewalt, weder von oben noch von unten. Tie Entscheidung fällt nicht im Straßenkarnpf, sondern im Geister kämpf. Und da darf man die Kirche nicht hinter die Front kommandieren; sie muß in dem heißen Ringen um sittliche und soziale Besserung an führender Stellung mitkämpfen.
In der geistigen Einwirkung erschöpft sich nicht die Ausgabe der Kirche gegenüber dem öffentlichen Volksleben. Tas persönliche Innenleben hängt auch ab von ber sozialen Außenwelt. Eine geisrig gesunde Volksseele gebraucht einen wirtschaftlich gcjunbcii Vollslörper. Tie Kirche soll auch im öffentlichen Leben mit Prophetenmacht, furckttvs unb unparteiisch ihre Stimme erheben und auf alten Gebieten Gerechtigkeit und Wahrheit fordern. Der Redner zeigt, wie daö die Kirche als Freundin eines gesunden Fortschritts in der Lohnfrage, Wohnungsfrage, Sonntagsfrage und Frauen frage tun kann, ohne ihren eigenen Boden zu verlassen.
Aber wer ist die Kirche? Es fino nicht die Geistlichen. Tie evangelisckie Kirche i.; fein hierarchchcs Gebilde, sie ist Gc- memechrche und soll Volkstira-e lu.r^e;i! 4, ar am sind Alle, Geistliche und Lairn zur Niitarbell ocru,cn, rar Mitvcrrintwortung
verpflichtet; vor allem gilt es, das „schlafende Veer" Der «synodalen zu wecken. Unsere Kirckie findet dann auch wieder ben Weg zum Herzen des Volkes. Tie evangelische Kirche als organisierte Macht/ befreit vom Bureaukratismils Byzantinismus und Feminismus tritt dann aus dem Winkel der Einflußlosigkeit und verkündet kraftvoll in den sozialen und politischen Kämpfen ihre Botschaft. Es ist ein geistiger Waffenruf, aber in der letzten Wirkung auch eine soziale und konfessionelle Friedensbotschaft!
Kenctalvcrsammlung des Turnvereins Kießen.
Gießen, 1. Nov.
Tie C^eneralversamnilung des Turnvereins gestern abend war. so überaus zahlreich besucht, wie dies seit Jahren in diesen Versammlungen nicht der Fall war. Der seitherige 2. Sprecher Louis Althofs erftatbete den Geschäftsbericht für das abgelauscne Jahr. Er gedachte des schmerzlichen iVer- lustes, welchen der Verein durch dem Tod seines 1. Sprechers Pirr erlitten hat. Mer auch sonst habe der herein durch das Hinscheiden wackerer Mitglieder und treuer Freunde der Turnsache Trauer erfahren. Es sind gestorben die Herren Bankvorstand H. Wagner, Kaufmann Rob. Haas, Earl Schneider, Fabrikant Klingspor, Zahntechniker Kohlermanu, Rentner Schreiber, Schreinermeister Sack, Ehr. Busch, Kaufmann Hahn, Fr. Klotz, Gcrichtsdiener Gümblein und Rentner I. Ronstadt.
Im abgelaufenen Jahre war die für den ^Verein einschneidendste Frage die durch einen Polizeibefehl der Bürgermeisterei wegen angeblicher Feuersg'efahr in der Turnhalle herbeigeführte Beschränkung in der Benutzung der Halle. Tie Angelegenheit hängt nun seit März d. I. bei der Mrger- mcisterei. Der neue Korstand wird es als seine Aufgabe zu betrachten haben, die Angelegenheit weiter zu betreiben. In turnerischer Hinsicht ist das abgelaufene Jahr überaus günstig verlaufen. Ter ^Verein hat beim Gau- und Kreisfest sowohl wie bei dem Feldbergturnen gezeigt, was er zu leisten vermag. Ter Mitgliederstand beläuft sich auf 681 gegen 715 im »Vorjahre-, doch, ist hierbei zu bemerken, daß die Zahl der Zöglinge von 77 im Vorjahre auf 50 in diesem Jahre zurüekgegangen ist,
lieber den Turnbetrieb im Verein berichtete der erste Turnwart Franz Wigandt folgendes: Geturnt wurde vom 1. Oktober 1903 bis 1. Oktober 1904 an 142 Menden mit einem Gesamtbesuch von 7673 Turnern. Es entfallen hiervon auf Ricgcnturncn 90 Mende mit einem Gesarntbesuch von 5593 Turnern, im Durchschnitt also pro Wend 60 bis 65 Turner. Auf Kürturnen entfallen 52 Wende, welche tiori 2080 Turnern, also durchschnittlich pro Abend von 3'5 bis 10 Turnern besucht wurden. In den Monaten, Mai bis' 1. August waren die Turnabende am stärksten besucht; es turnten während Lieser Zeit durchschnittÜch 60 bis 70 Turner, deren Zahl vom Januar bis 1. April jedoch auf etwa 32 bis 45 Turner Herunterging.
Turnwart Wigandt beklagt es, Latz im Winter ein starker Besuch der Turnabende durch die Zöglinge schwer zu erreichen sei, weil die kaufmännische Fachschule den jungen Kaufleuten hierzu keine Zeit läßt.
Ter vom Beisitzer Erle erstattete Kassenbericht ergab, daß die Einnahmen im Betrage von 5626.12 Mk. gerade hinreichten, um die 5610,26 Mk. betragenden Ausgaben LU decken.
Taö Vermögen des Vereins beträgt 52008.61 ML
Ter 1. Turnwart Wigandt teilt mit, Laß es ihnt, tet nun über 20 Jahre im Amt sei, aus privaten Gründen nicht mehr möglich sei, dieses A!mt weiter zu bekleiden. Auf Antrag Althosf beschließt die ^Versammlung einstimmig, den um die Turnsache sehr verdienten Herrn Wigandt zum! Ehren-Turnwart mit Sitz und Stimme im Vorstand zu ernennen, um so des RateL des beivährten ersten Leiters' des Turnbetriebes dem .Verein zu erhalten. Ein Antrag der Vorturnerschaft, den Vorstand, welcher aus 15 Mitgliedern besteht, um 4 ^Personen zu verringern, sand nicht die nötige Unterstützung in der iVersammlung und konnte daher nicht beraten lucrben. Nach überaus lebhafter Debatte, in der sich Herr Louis Althofs ganz entschieden weigerte, an Stelle des verschiedenen 1. Sprechers Pirr die Leitung des Turnvereins zu übernehmen, lvurde der Genannte einstimmig zu diesem Amte gewühlt, behielt sich jedoch seine Entschließung, ob er die Wahl definitiv annehmen wird, noch einige Tage vor. Die weiteren Vorstandsümter wurdejn durch Wahl folgendermaßen besetzt: 2. Sprecher: RicharL Duchacker, Schriftführer: Ludw. Noll I., Weidmann jr. und Karl Eichmann, 1. und 2. Turnwart: Hrch. Pieper und Karl Erb, Zeugwart: Weidmann feit., GegenschrÄer: H. Marx, Turnülteste: Mam, Earl Noll und Schubecker, Beisitzer : Friedrich, Bellof und Erle.
MkEROAK WOHER
95
ABTEILUNG: & T-
THE AMERICAN OERGAL COMPANY,
Kaiser Wilhelmstrasse 82, Hamburg.
an jede beliebige Adresse in Deutschland falls uns die unten angegebene Anzahl [r™ Schutzmarken, die aus der Vorderseite jS der Packete zu schneiden sind 83SF* HK und so aussehen, franco in einer Send- ung und vor dem 31. Dezember 1905 *
zugehen.
EO Schutzmarken von H Pfd. Packeten oder 100 „ ,, ’/9 „
Um deutliche Angabe des Namens und Adresse wird höfl. gebeten.
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