Ausgabe 
1.10.1904 Erstes Blatt
 
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Vermischtes.

«Die Herkunft der Arier. Viktor Henry hot so­eben einen populären Aussatz über die schwierige Frage der Herkunft der Arier geschrieben, der gemäß dein /Athenaeum" folgendes enthält. Henry zeigt, auf linguistischer Basis, daß die Indo-Europäer, ivic er sie zu nennen vorzieht, zu aller­erst in den Steppen zwischen dem Schtvcirzen und >>aspi.id)en 9)1 cer gelebt haben muffen; sie waren ein Nomaden- und Hirtenvolk, die den Gebrauch des Felkers kannten und die gewaltigen Naturerscheinungen wieDammernng, Sturin, Nacht und Sonne, zu ihren Gottern machten. Der Gebrauch der Metalle muß ihnen nach Henry von den Sumeriern gelehrt worden sein, da die Bezeichnung von ^Axt* undKupfer" in beiden Sprachgebieten übereinstimrnt. Dagegen sollen sie von Anfang an die Herstellung von Töpfereien und sehr früh Webekunst gekannt haben. Wie alle Nomaden waren sie in Stämme geteilt, und Henry nimmt an, daß sic in Polygamie gelebt haben. Monogamie war von allen indo-europäischen Stämmen nur bei Griechen lind Römern in Ehren gehalten und doch rechneten sic auf die Herkunft nur von der Vatcrseite. Ttir das Aeußere wcn blondes Haar und schlanker Wuchs charakteristisch. Die Zeit ihrer ersten Wanderungen aus dem Urgebiete wagt Henry nicht einmal approximativ 511 bestimmen. Al<§ ste auszuzichcn begannen, wandten sie fid) sicher nach verschiedenen Richtungen:Nach Südosten gegen das asiatische Land jen­seits der genannten Nteere; nach Süden nach Griechenland und den Inseln deß Mitteln,eereS; nach Westen und Nord­westen zu den Gletschern und Wäldern Zentraleuropas. Sie dachten nur mehr Platz und mehr Weide für ihre Herden zu suchen und sie drängten, ohne es zu wissen, zur Eroberung der Welt.

Flucht eines geisteskranken Oberleutnants. Der 44jährige geisteskranke Marine-Oberleutnant a. D. Karl Müller, welcher von Mainz aus der Provinzial-Jrrcn- anstalt m Schleswig geführt werden sollte, ist auf dein Haklptbahnbofe in Altona entwichen. Der Kranke, befand sich unter Aufsicht zweier Wärter im Wartesaal dritter Klaffe. Als einer der Wärter sich auf kurze Zeit entfernt hatte, stürzte Müller plötzlich zur Tür hinaus und war sofort im Gedränge verschwunden. Die sofort aufgenonunene Verfolgung des Flüchtigen blieb resultatlos.

.Prosit, Herr Kollege!" Gelegentlich des

ArbeiterfcstcS, welches die Eisenbahndirektion Essen aus Anlaß der Eröffnung des neuen Bahnhofes in Gelsenkirchen gab, trank der anwesende Eisenbahn Minister v. Budde dem bei dieser Gelegenheit mit dein Allgemeinen Ehrenzeichen dekorierten Weichensteller Gcse mit den Worten zu: Prosit, Herr Kollege!" Dieser ahnte nicht, daß ihm die Ehrung gelten sollte'. Doch trat ein höherer Eisenbahnbeamter auf Gese zu und machte ihn darauf ausiucrksam, daß der Minister ihm zutrinken wolle. Inzwischen rief Exzellenz v. Budde nochmals:Prosit, Herr Kollege!" Gese stand sofort aus, ging zum Minister, stieß mit ihm an und trank dann tapfer und voller Freude seine Halbe bis auf die Neige.

Sport.

Der Verein der Hundefreunde in Frankfurt am Main hielt nm 25. und 26. Sept, seine 7. Intern. Aus­stellung von Hunden aller Nassen, 800 an der Zahl, darunter die besten Vertreter ibrer Rassen; auch die. Schlveiz, Holland und Oesterreich bind,teil gutes Material. Daß unsere Giegener Hunde - Besitzer nicht bei der überaus großen Konkurrenz zurstäuehen mußten, beweisen folgende Auszeichnungen: (Leonberger)Hektor", Besitzer Kaufmann Nassauer, in offener Si L J2. und Ehren- preis; Neufundländer:Mentor", Besitzer Lvuis trotz, 5. Pr.; Dobermauupiusrl er:Dell", Besitzer Justus Lenz, em 2. und zwei 3 Preise; Dobermannpinscher:Perry von Gießen". Be­sitzer Louis Lotz, 3. und 4. Preis; Dobermannpinscher-Hündin Helga von Gießen", Besitzer Otto Sette gast, in der Jugend­klasse 2. Preis: den ersten und Ehrenpreis für beste Tober- luauulu'indm der Ausstellung erhieltHcddj von Gießen", Bes. >l arl B 0 l k.

Kiseuvayn-Ktitung.

DemReichsanz." zufolge ging dem Bundesrate der im Neicbs-isenbalmarnt aufaestellte Entwurf einer n c u e 11 Eise 11 - l a h it B a u und Betriebsordnung zu. Er enthält Vorschriften für den Bau neuer und den baulichen Zustand bc- subcnder Bahnen, für den Bau, die Ausrüstung und die Unter­haltung der Fahrzeuge, für die Handhabung des Bahnbetriebs, die Bahnpolizei und endlich Bestimmungen für das Publikum. Bon Interesse wird sein, daß für die Hauptbahnzüge unter be­sonders günstigen Verhältnissen künftig größere als die bisher gestattete >? 0 ch il g e s ch w i u d i g k c i t von 100 Kilometer ut der Smnde zugetasscn werden kann und auf den Nebenbahnen unter gewissen Bedingungen 50 Kilometer, bisher 40 Kilometer, in der Stunde statthaft, sein sollen.

HerichLssaal.

Leipzig, 29. Sept. Wegen Beleidigung des Oleh. Bcrgrals H i l g c r-Saarbrücken und der dortigen Bergdirektion

hatte das Landgericht Saarbrücken durch Mei Urteile dom 31. Oft. und 23. Dez. vergangenen Jahres den Redakteur derJcciin* kirchener Ztg." Ludwig Lehnen zu insgesamt 14 00 Mark Geldstrafe verurteilt. Die von Lehnen hiergegen eingelegte Revision wurde heute vorn Reichsgericht verworfen. Gleict> falls perworfen wunde die Revision des Staatsanwalts g^gen das letzte Urteil, soweit cs eine dem Angeklagten günstige Aus-- fassung des Sachverhalts enthält.

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Alistig niis Len Kirchliidiilhkr!, irr 5taüt Giehtti.

Evangelische Gemeinde.

Getraute.

Lu kasge rnei nde. Den 17. September: Heinrich Eudard Otto Karl Martin Ludwig Schalch, Stationsgehilfe zu Gießen, und Ida Dictri-ch, TlXhter des verstorbenen Lehrers Ferdinand Dietrich zu Eictiewerg. I 0 han n e s g e me i n de. Ten 17. September: Ernst Friedrich Christian Töpfer, Schlaffer zu Offen­bad) a. M.. und Wniui Maria Schick, Tochter des Taglöhners Küspar Schick zu Kesselbach.

Getaufte.

M a t l h ä u sg e m e. i n d e. Den 18. September: Dem Spengler meister Rudolf Rüdiger eine Tochter, Anna, geb. den 1. Juli. Dem Postsekretär Kart Drescher eine Tochter, Else, geb. b;ii 8. Aug. Trm Fuhrlnecht Michael Rödel ein Sohn, Wilhelm, geb. den 20. Juni. M a rl u sg e me i n dc. Den 18. Sept.:

Küfer August Klemmrath ein Sohn, Ludwig Karl Emil August, geb. b?n 23. August. Dem Modellschreiner Martin Wacker eine Tochter, Marie. Ottilie, geb. den 21. Juli. Lukasge- mcindc. Den 18. September: Dem Tckegraphen-Mechaniker Heinrich Ferdinand Bachmann ein >L-ohn, Hermann Friedrich, geb. d u 29. Juli. Dem Schlosser August Heinrich Noll ein Solin, Waller Heinrich, geb. den 23. Juli. Dem Schlosser Friedrich Bachmann ein Sohn, Friedrich ftarl Wilhelm, geb. den 13. August.

Beerdigte.

Matthäusgemei n d e. T-en 20. September: Friedrich Wilhelm Reibeling, Gendarm i. P., verheiratet, 54 Jahre alt, fffltb den 18. Sept. Den 22. September: Friedrich Moritz Kahle, Hausvater b.i1 Herberge zur Heimat, 56 Jahre alt, starb den 18 Sept. Markusgemeinde. Ten 22. September: Lud- loig Pirr, Obermeister, Kirchenvorstehn: und Stadtverordneter, 53 Jahre alt, starb den 20. Sept.

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Beranntmactzurlg.

Lamstag, den 8. Oktober, vormittags 10/, Uhr sollen im Bürgermetftereigebäude die in den Forslwarteien I und III (Drück und Geisel) sich ergebenden Birkeu-Bcsenreiser, geschätzt im Ganzen aus 80 Wellen, meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 28. September 1904. ' Bx/x0

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Mecum.

Bekanntmachmrg.

Diejenigen, welche noch Forderungen an die Stadt aus An­laß des Jugendfestes haben, werden aufgesordert, ihre Rechnungen ins spätestens Lamstag den 8. Oktober do. Jo. bei Herrn Vektor Hahn einzureichen. B3%

Gießen, den 29. September 1904.

Lurschmann, Beigeordneter.

BrkanntmaÄuna.

Samstag, den 8. Oktober, vormittags 10 Uhr, sollen im Bürgermeistereigebäude die Holzhauer- und Setzerlöhne für die Waldungen der Stadt Gießen öffentlich vergeben werden.

Tie Großherzoglichen Bürgermeistereien der benachbarten Ge­meinden werden ersucht, dies in ihren Gemeinden ortsüblich be­kannt machen zu lassen.

Gießen, den 28. September 1904. B/10

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

M e c u m.

I Brauer-Akademie WiIltSXsti1 Worms a. uh. am 18. Oktober 1904. !

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