Strom geeilten ipecfoncit nicht gelang, den Bären in den Zwinger -urückzubringen. mußte das Tier erschossen werden.
Brunsbütteler Hafen, 30. Juni. An Bord des englischen Kreuzers „Inno" platzte nach dem Passieren der Schleuse auf her Elbe im Vorderschiff eine Rakete, wodurch die Feuerwerkskörper explodierten. Zwei Mann sind tot. Tas Feuer wurde durch die Mannschaften des Kreuzers gelöscht.
Posen, 30. Juni. Bei dem Juwelier Dybizbaoski wurden durch einen Embrucbsdtebstahl für 12 000 Mar? Gold- und Wertsachen gestohlen. Die Einbrecher sind entkommen.
* Chemnitz, 30. Juni. .In der Nähe von Gelenau überschlug sich gestern abend auf der abschüssigen Landstraße ein Automobil mit vier Insassen. Ter Fabrikant Lohs. aus Einsiedel wurde getötet, die drei anderen wurden schwer verletzt.
* Falkenau, 30. Juni. Der Gendarmeriewacht- meister Storin wurde gestern abend im Lauterbacher Wald von Wilderern erschossen.
* Paris, 30. Juni. Ter junge Maler Paillard, der Sohn des bekannten Restaurateurs, hat sich in seinem Atelier aus Liebesgram erschossen.
* Wien, 30. Juni. Graf M ilewski, .welcher den Stud. Barber gestern angeschossen hat, wurde heute gegen eine Kaution von 80 000 Kronen auf freien Fuß gesetzt.
* TarnoPol, 30. Juni. Im Gebäude des hiesigen ruthe- nvschen Gymnasiums stürzte eine in Reparatur befindliche Mauer ein. Ein Gymnasiast blieb tot, einer wurde tödlich verletzt.
* N ewh ork, 30. Juni. Für die bei der „S l o c u rn"- Katastrophe Umgekommenen fand heute eine ergreifende Trau erfeier statt. .Die schwarz drapierte Halle war von einer weihevoll gestimmten Menge dicht gefüllt. Der Bürgermeister von Newyork hielt eine kurze, herzliche Ansprache, in der er den Verlust so vieler ausgezeichneter Staatsbürger betrauerte.
* Tödliche Unfälle im Gebirge. Der Wiener Tourist Hahn, der eine Tour ins Gesäuse unternahm, ist zwischen dem Hochkegel und der Plattspitze abgestürzt und tot geblieben. — Der Turnlehrer Durböck aus München ist im Kaiser- gebirge in die Winklerschlucht gestürzt und tot geblieben. Die Leiche wurde aufgefunden.
* Ein internationales Gaunergenie ersten Ranges, das auch schon Deutschland mit seinem Besuche beehrt und mehr als drei Jahre in einem deutschen Zuchthause zugebracht hat, ist jetzt der Mailänder Polizei in die Hände gefallen. Es ist der im Jahre 1843 in Holland als Sohn eines Nachtwächters geborene Adrian G o r d e r, der seit mehr als 30 Jahre unstät umherziehend, ohne jede Beschäftigung und reblicben, Erwerb, in der Rolle und dem Gewand eines Priesters oder Mönchs, ja selbst zeitweise mit dem Abzeichen der bischöflichen Würde geschmückt, die Mildtätigkeit von Geistlichen und Laien ausbeutet und Klöster und Stifte brandschatzt, lieber die Verbrecherlaufbahn dieses Menschen brachte seinerzeit der ,,P' taval der Gegenwart" einen interessanten Aussatz aus der Feder des Mainzer Oberstaatsanwalts Dr. Schmidt. 1896 kam er nach Malta, und in diesem und dem folgenden Jahre durchzog er Europa kreuz und quer als Priester und schädigte Geistliche und Klöster um viele Tausende, die er verpraßte, bis man ihn 1897 in Mainz erwischte und für drei Jahre unschädlich machte. Von 1900, an trieb er sich in Frankreich und Italien umher, bis ihn, jetzt in Mailand der deutsche Jesuitenpater Georg Fell als Fälscher und Dieb entlarvte und den Behörden auslieferte. Hoffentlich wird dem alten Gauner nunmehr für den Rest seiner Tage das Handwerk gründlich gelegt.
Kunst und Wissenschaft.
— Das Lessing-Theater in Frankfurt a. M. (Direktor Otto Neumann-Hofer) soll, wie bereits mitgeteilt, nach einem Plan des Baumeisters Sehring nahe am Bahnhof erbaut werden und über tausend Plätze erhalten. Die Erbauer sind e'nige Franksirrter Privatleute, von denen Neumann- Hofer das Haus zur Pacht erhält. An dem Unternehmen beteiligt ist auch der junge Schriftsteller Otto Ploecker-Eckbardt, ein Wiesbadener, der entweder in der Verwaltung des Lessing- Theaters eine beratende Stellung vertreten soll oder, falls gewisse Kombinationen eintreten, die zum Teil sogar nach Berlin hinüberspielen, als Direktor des in ein „Residenztheater" verwandelten Orpheums fungieren wird. Kommt das „Residenz- theater" zustande (was im wesentlichen davon abhangt, ob der Besitzer des Orpheums, Bruck, das von ihm in Berlin geplante Theater erbauen läßt), so wird es in ein KartellVerhältnis mit dem Frankfurter Lessing-Theater treten, insofern als das Personal Neumann-Hofers zum Teil auch die Bühne Ploecker-Eck- hardts darsteUerisch versorgt. Ueber das Repertoire des Lessing- Theaters verlautet noch nichts Gewisses. Zwar wird angenommen, daß neben dem feineren Lustspiel hauptsächlich das leichte Genre
von Neumann--Hosrr gepflegt werden soll, doch erscheint es nicht 'ausgeschlossen, daß Neumann-Hofer auch Pläne von höherer literarischer Art hegt. In jedem Falle wird die neue Bühne wohl als eine Ergänzung, nicht als Konkurrenz des Stadttheaters zu betrachten sein. __________________
Kerichtssaal.
"k- Mainz, 30. Juni. Im vorigen Frühjahr fand in Bingen die Explosion eines Pulvermagazins eines dortigen Eisenhändlers statt. Durch die Explosion wurden zahlreiche Gebäude geschädigt, Scheiben zertrümmert, Dächer zerstört usw. Die Eigentümer der beschädigten Immobilien erachteten die Stadt wie mich den Staatssiskus für den entstandenen Schaden für ersatzpflichtig, indem sie von der Ansicht ausgingen, daß die Explosion nur stattgeftmden habe, weil die gesetzlichen Vorschriften über die Lagerung von Pulver und sonstiger explosiver Stoffe nicht beobachtet rmd beaufsichtigt worden seien. 'Diese Ansicht vertraten 18 Hauseigentümer, die bei der Zivilkammer des lnesigen Landgerichts gegen die Stadt Bingen und den Fiskus klagbar geworden sind. Durch gestern verkündetes Urteil sind die Kläger von dem Gerichte kostensällig abgewiesen werden. Wie man uns mitteilt, werden die unterlegenen Kläger bei dem Oberlandesgericht in Tarmstedt B e r u f um g ergreifen.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
5. Sonntag nach Trinitatis, den 3. Juli, tioffesbiettff«
In der Stadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Zugleich Christenlehre für die Neukonstrmierten der Markus- gemeinde.
Vormittags 97, Uhr: Pfarrer D. Schlosser. .
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser.
In der Johanneskirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler.
Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lnkasgemeinde.
Vormittags 9V., Uhr: Professor P. Drews.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrasststent Schulz.
Katholische Gemeinde.
Samstag, den 2. Juli 19 04.
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.
Sonntag, den 3. Juli 190 4.
6. Sonntag nach Pfingsten.
Vormittags von 67«? Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
* rnn 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.
* um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.
„ um 9 7, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 21/, Ubr: Christenlehre; darauf Andacht mit Segen.
Israelitische Religionsgemeinde.
Hottesdrrntt in der Synagoge (Südankage). Samstag, den 2. Juli 1904.
Vorabend 7.45 Uhr.
Morgens 8.30 Uhr.
Nachmittags 4 Uhr.
Schrifterklarnng.
Sabbathmisgang 9.40 Uhr.
Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Diskontsatz der Deutschen Reichsbank. Seit dem 8. Juli v. I. ist in der Diskontpolitik der Deutschen Reichsbank keine Aenderung eingetreten, sie ist trotz aller Bewegungen auf dem Geldmarkt und trotzdem, daß in dem letzten halben Jahr sich zuweilen eine große Geldflüssigkeit bemerkbar machte, auf 4 Proz. stehen geblieben. Der Präsident der Bank hat in der jüngst abgehaltenen Sitzung noch ausdrücklich betont, daß die Banlleitung voraussichtlich noch für längere Zeit dabei bleiben werde. In erster Linie wird immer derselbe Grund, der nun schon seit Monaten gilt, angegeben: der Krieg in Ostasien, rmd dann, daß das Reich mit weiteren Ansprückren an die Bank herantreten werde. Die Bank selbst geht übrigens infolge deS Rückganges der Anlagen den Ansprückx'n des Halbjahresschlusses recht gekräftigt entgegen, sodaß dieselbe in ihrem nächsten Ausweis voraussichtlich nur mit einem geringen Bettag in der Notensteuer fein wird.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
9 Witterung in Hessen für Samstag, den
rTU 1 .. * ,Zenweise wolkig, etwas wärmer, nur im Norden stellenweise geringer Regen, sonst trocken.
—Oberes durch die Gießener Wetterkarte.___________
Neueste Meldungen.
R.-B. Darmstadt, 1.Juli. (Eigener Drahtbericht* Die heutige Kammersitzuug nahm nach langer Debatte den Artikel 4 der Wahlrechtsvorlage mit allen gegen vier Stimmen an. Artikel 3 wurde in der Regierungs- und in der Ansschußfafsung ab gelehnt, dagegen ein Kompromiß- an trag mit 27 gegen 10 Stimmen angenommen, demzufolge die von der Regierung verlangte Vermehrung der städtischen Mandate gewährt wird, dagegen die Privilegien der drei Städte Alsfeld, Bingen und Friedberg gestrichen werden. Sie sollen in die Landkreise neu eingeteilt werden. Wir haben also nun 12 ßädttsche und 42 ländliche Mandate.
Berlin, 1. Juli. Zur bayerischen Regentschaftsfrage geht dem „Berl. Tagebl." von verläßlicher Seite folgende Nachricht zu: Professor Dyroffs, welcher in seiner Schrift die Aufhebung der Regentschaft fordert, legte vor der Veröffentlichung derselben diese einer hohen, einem Prinzen des bayerischen Königshauses sehr nahestehenden Persönlichkeit vor. Diese hatte gegen die Veröffentlichung der Schrift nichts einzuwenden, da man am bayerischen Hofe die Volksstimmung gegenüber dieser Frage für die Zukunft kennen lernen will.
Magdeburg, 1. Juli. Das Kriegsgericht öerurteilte den Unteroffizier Peter vom 26. Infanterie-Regiment wegen Mißhandlung in 27 Fällen, darunter einen mit tätlichem Ausgang und wegen Verleitung zum Meineid zu 1 V2 Jahren Zuchthaus.
Paris, 1. Juli. Gerüchtweise verlautet, daß demnächst ein hoher Offizier im Zusammenhang mit der Dreyfus- Affäre verhaftet werden soll, der zur Zeit des Renneser Prozeffes das Vertrauen der Regierung genoß. Angeblich soll es sich um den früheren Kriegsminister Gallifet handeln.
Paris, 1. Juli. Das Blatt Presse* meldet in einer Extra-AuSgabe rmd unter der Ueberschrift „©in Gewaltstreich*, der Kriegsminister wolle den aus dem Dreyfus-Proz eß in Rennes bekannten Hauptmann Cuignet ins Irrenhaus sperren lasten. Das nationalistische Blatt fugt hinzu, General Andre wolle dadurch einen der gefährlichsten Zeugen vor der neuen Dreyfus-Ver- Handlung unschädlich machen. Die Nachricht bedarf der Be- stättgung.
Wien, 1. Juli. Der Kaiser emvfttr-g den neuen chinesischen Gesandten Pang Tscheng, der fein Be- glau'bigungsschreiben überreichte und dem Kaiser mitteilte, er sei in Begleitung einer großen Zahl junger Chinesen aus den besten Familien hierher gefonrmen, die zu. Studienzwecken hier blieben. Auch nach Berlin habe China junge Leute entsandt, da die chinesische Regierung gleich Japan nunmehr der eu.ro pü ischen Kultur E^ gang verschaffen wolle.
Telephonischer Kursbericht»
3y3o/o Reichsanleihe . . 101.90
50/0 do. . . . 90.20
3V,o/o Konsole .... 102.00
3°/n do......90.30
37g% Heesen .... 100.00
37,96 Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 100.80 4X/S% Oesterr. Silberrente 100.10 4% Ungar. Goldrente . . 99.90 4% Italien. Rente . . . 103.60 41t% Portugieser . . . 61.40 i°/- Portugiesen. .... 60.75 1% C. Türken .... —.— Türkenlose ...... 128.00 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 48.70 47, % äussere Argentiner 44.20 [
3% Mexikaner .... 27.50 4Vs’/g Chinesen .... 89.75 Electric, Schuckert . . . 102.70 Nordd. Lloyd . . . . 101 50
Kreditaktieu . . . . . 201.30 Diskonte-Kommandit. . . 187.30 Darmstädter Bank . . . 136.50 Dresdener Bank .... 150.60 Berliner Handelsges. . . 152.40 Oesterr. Staatsbahn . . . 135.30 Lombarden.....16.90
Gotthardbahn ..... 187.00 Laurahütte......241.50
Bochum.......185.75
Harpener ..... 197.20
Tendenz: still.
Alice-Tteetzsetzule.
Der Einmach-Kursus beginnt 5642
Bienstag den 5. Juli.
Anmeldungen nimmt die Lehrerin der Kochschule an.
Warum ist es wohl notwendig gewesen, dass zu all den vielen Sorten in der Naumannia - Seife noch eine neue Kernseife in den Handel gebracht wurde?
Sparsam, rein, n
Weil
eben darunter keine in so hohem Grade die für eine wirklich gute Haushaitungs- und Ktichenseife erfordert Eigenschaften besitzt, als gerade die Naumannia-Seife.
d, neutral, billig.
Wäsche und Hände nicht angreifend, für alle Waschzwecke gleich gut geeignet, sind die Eigenschaften,
welche bei TMR nur 12 Pfjr. per Stück die Naumannia-Seife 5656
bei jeder einsichtigen Hausfrau beliebt machen.
ßrWtnitt Psttde-PciMiWS- herein.
Die halbjährliche Besichtigung der Pferde für die Orte des Buseckerthals findet zu Großen-Buseck am 8. Juli, vormittags 73/Ä Uhr, statt. — Auf § 21 des Statuts w»rd verwiesen. 5667
Grünberg, den 28. Juni 1904.
Der Direktor: Georg Keil.
Wette Schlafzimmer ™±ACo-
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I Seife
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bei 10 Psund 4 19% Psg.
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^indenplatz 12.
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Gießen, den 30. Juni 1904.
Großherz »gliche '^iiraermeisterei Gießen. Mecum.
bei 10 Psund a 2O‘/2 Psg. ein Harrpt-Konsrrnrartikel, ist bei 10 Psund a. 2I1/, Psg.
la. Spar-Kernscise ist selbstverständlich auch ...... per Psund bei 5 Psund A 22% Psg. bei 10 Pfund A 22 P!g. Wir erklären dies fiter mit wiederholt und ausdrücklich.
damit im Publikum die irrige Annahme schwindet, als fiandle es sich bei der Bezeichnung „Konsumscife" um etwas Minderwertiges.
la. marmorierte Seife ist .
per Pfund bei 5 Pfimd ä 20 Pfg.
la. gelbe Harz-Kernseife ist ebenfalls
per Pßlnd bei 5 Pfund ä, 21 Pfg.
Ia. garantiert reine weiße Kernseife, per Pfund bei 5 Pfimd X 22 Pfg.
Jeder Geschästsinfiaber, der auch nur über die kaufinännischen Elementarkemitnisse verfügt, weiss, daß dies nicht der Fall ist und es dürste sich als zivecklos erweisen, mit der willkürlichen und Irreführenden Benutzung des Wortes
Konsum
und zwar in Verbindung mit allen möglichen Wortbildungen, wie
Bekanntmachung.
Die Revaraturarbeiteik an der Wage an der Margareten- hütte sind beendet und die Wage kann von heute an wieder benutzt werden.
2Confitmu>are, Uo«s»n,.Artikel, Uonsnn,-Seife etc.
krebsen zu gehen.
Gebrüder Berdux


