Ausgabe 
1.7.1904 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

154. Jahrgang

Nr. ISS

rlticlut täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessische« Landwirt die Sietzever Familien. Blätter viermal in der Woche beigelegt.

-rotationSdrnck u. Ber-

Freitag 1. JrmiL804

GietzenerAi.zeiger

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§» Amts- und Anzeizeblatt für den Kreis Sichen 88

U -. 11 ___________________-eigenteil: Hans Beck.

Aie Heutige Ummuer umfaßt 10 Sette«.

Wieder 2 japanische Schiffe vernichtet vom Wladiwostok-Geschwader.

laben und einen Dampfer unb ein Segelschiff

, rund bohrten, dann wieder sich drei außerhalb des Hafens liegenden Schiffen anschlossen und verschwanden. Zwei Koreaner und zwei Soldaten sind leicht verwundet. Der an den Gebäuden angerichtete Schaden ist unerheblich.

Tokio, 30. Juni. .(Amtlich.) Tie TaknschamArmee berichtet über die Besetzung von Tenschuiling: Die Armee be­gann, in drei Kolonnen geteilt, am 26. Juni vorzugehcn zwecks Besetz, Befesti

Besetzung von Fenschuiling, wo die Russen eine Art dauernder Befestigungen mit Forts, Verschanzungen, Drahthindernissen und Verhauen errichtet hatten. Sie Russen leisteten hartnäckigen Widerstand. Schließlich wurde Fenschniling am 27. Juni von ihnen genommen. Auf der Landstraße wurden 90 gefallene Russen gefunden, lieber die weiteren Verluste der Russen war noch nichts festznstellen. Sechs russische Offiziere und 82 Mann wur­den gefangen. Der Gesamtverlust der Japaner wird auf 170 Mann geschätzte

Söul 30. Juni. (Reuters Nach einer amtlichen Meldung besteht das vor Gensan erschienene Wladiwostokgeschwa­der aus 3 Kreuzern, 10 Torpri) »booten und Torpcdobrotszer-- störern. Es feuerte 180 Schuß auf vie japanische Niederlassung ab.

Tokio, 30. Juni. (Amtliche Meldung.) Aus Gensan wird berichtet, daß heute früh sechs russische Torpedoboote in den Hafen einfuhren, etwa 200 Schüsse auf die japanische Nieder­lassung abg " in den G

Tokio, 30. Juni. Das japanische Geschwader, das in nördlicher Richtung ausgelaufen war, um dem Wladiwostok- Ge schwader zu folgen, kehrte zurück, da es dieses nicht getroffen hatte.

Russisches Mißgeschick.

Kronstadt, 30. Juni. (Amtlich.) Vergangene Nacht ent­stand im hiesigen Arsenal im Torpedolagerraum durch Ex­plosion eines Dampfrohres ein Brand. Fünf oder sechs Torpedos alter Konstruktion sind zerstört.

Petersburg, 30. Juni. Gestern abend gegen 11 Uhr gelang es, das gesunkene TorpedobootDelPhin" zu heben. Als das Boot in Höhe des Wasserspiegels kam, be­gann man das Wasser anszusckwpfen. Als ein Offizier und drei Matrosen sich der Treppenluke des Bootes näherten, um sich von der Wasserabnalpne zu überzeugen, entstand durch.unbekannte Ursache eine Explosion . wodurch die Genaimten leichte Brand­wunden erlitten. Alle befinden sich außer Lebensgefahr.

Japaner und Deutsche.

lieber ein entschieden feindliches Verhalten der i a p a - Nischen Bevölkerung gegenüber Deutsä)en, die besuchsweise in Japan sich aufhalten, ist neuerdings von mehreren Seiten Klage erhoben tvorbcn. In einem Berliner Blatte berichtete ein Deutscher sogar von einem Uebersatl, dein er in Schimonoseki durch zwei anscheinend den gebildet'^ Ständen angehörende Japaner aus' gesetzt war. Wie wir hören, werden die Beschwerden die in dieser Richtung au unser Auswärtiges Amt gelangt sind handelt sich, wie gesagt, um mehrere Vorkommnisse der Prüfung unterzogen, um geeigneten Falles den Verletzten Ge nugtuung zu verschaffen.

Aer Krieg zwischen Japan «nd Wvßland.

Nachträglich«- vrm der letzten Schlacht bei Port Arthur.

Tschifu 30. $intl (Reuter.) 50 Europäer, die Port Mrthur am 23. Jmn verlassen hatten, kamen heute hier von der Pigeon-Bai an, wo sie sich auf einer Dschunke am 28. Juni erngeschifft hatten. Sie erzählen, daß in einer Seeschlacht am 23. Ium dieSewastopol" leichte Havarie gehabt hätte, die in 15 Tagen wieder in Ordnung gebracht sein würde. Der Streuminendampfer Jmuf wäre ziem- l.ichwer befch2digt. Die Europäer hörten nichts über em Nachtyefecht, in welchem die Japaner, wie sie behaupten, ein russisches Linienschiff zum Sinken gebracht hätten.

L o u d o n, 30. Juni. Dem Bureau Reuter wird aus Nint- schwang yom 29. Juni gemeldet: Nachmittags kam der russische Torpedobootszerstörer Dubarow aus Port Arthur an. Er war um 3 Uhr in Sicht gekommen, lief zwei Stunden später in den Fluß ein uitb machte längsseits des KanonenbootsSiwutsch" fest. Dem Bureau Reuter wird aus Petersburg gemeldet: Ter in Niutschwang angekommene Torpedobootszerstörer berichtet, daß die Gerückte Dom Sinken oder Beschädigtsein russischer Schiffe nicht auf Wahrheit beruhen.

Aus Petersburg meldet das Reutersche Bureau ferner: Tie Ankunft des TorpedvbootszerstörersBukarow" rief unter den Eingeborenen große Erregung hervor. Eine zahlreiche Menschen­menge war am Ufer versammelt. Tie Offiziere des Schiffes er­klärten den Bericht des Admirals Togo über die Niederlage der russischen Flotte am 23. Juni für übertrieben. In der Mandschurei herrsche heftiger Regen, welcher die Wege unpaffierbar mache.

Kaipi«g besetzt.

London, 30. Juni. .Wie derStandard" aus Tientsin andDaily Telegraph" aus Tokio übereinstimmend melden, fand am 25. Juni bei Kaiping ein heftiges Gefecht statt, infolgedessen der Ort am 26. Juni besetzt wurde.

Neue Gefechte.

Petersburg, 30. Juni. Einem Telegramm Kuro- palkins an den Kaiser von gestern zufolge nahmen die Japaner am 27. Juni die Stadt Seniutschen ein. Die Russen zogen sich mit geringem Verlust nordwärts zurück. Am 28. Juni fand ein Vorpostengefecht bei Tamialgou statt. Am 26. Juni besetzten die Japaner S i a n d i a o. In einem Gefecht bei Siahotau am 26. Juni wurden die Japaner zurückgeworfen und von den Russen bis Siandiao verfolgt. Letztere verloren tot und ver­wundet: zwei Offiziere und 39 Mann. Am 27. Juni wurde der Kampf bei Siahotau erneuert. Die Russen drängten die Japaner zurück und brachten die japanischen Batterien zum Schweigen. Die Verluste der Russen betrugen etwa 50 Mann. Am 26. Juni besetzten die Japaner Tfcheguanttn bei Siahotau. Am 27. Ium fand ein Kampf beim Dalienpaß .statt, bei dem die Russen sich zurückzogen mit einem Verlust von etwa 200 Mann. Am 26. Juni besetzten die Japaner den K o u d i a l i n p a ß aus der großen Straße nach Liaujang. Seit dem 25. Juni rücken die Japaner auch auf ihrem rechten Flügel vor. Sie besetzten am 26. Juni morgens Saimatsi. Eine aus Saimatsi vorrückende Abteilung von Kosaken wurde zurück­geworfen.

Politische Tagesschau.

Mirbach und Hammerstein.

Am Donnerstag nntrbe im preuß. AVgeordnetenyause daS Ansiedelunngsgesetz sowohl in der General- debatte wie in der Spezral^DiZkussion unter Ablehn­ung verschiedener polnischer Zusatzanträge und eines Zen­trums-Antrages nach außerordentlich stürmischen Debatten unter ununterbrochenen Zischchören der Polen angenommen. Das Flei sch Vesch äuge setz wurde in dritter Lesupg gegerl die Stimmen der Freisinnigen und Nationalliberalen angenommen und dann noch verschiedene kleinere Gesetz­entwürfe -erledigt.

Diesen Dingen voran ging eine überraschende Minister­erklärung. Auf dis Interpellation der freisinnigen Volkspartei über die Mirbach-Affäre erklärte sich zwar der Minister des Innern Frhr. v. Hammer stein bereit, die Interpellation sobald wie möglich zu beant­worten, er bedauere aber, den Tag der Beantwortung noch nicht angeben zu können, da die umfassenden und schleunigen Erhebungen noch nicht zum Abschluß gebracht worden seien. Das Haus nahm diese Erklär­ungen mit fortgesetzter stürmischer Heiterkeit auf. Zur Geschäftsordnung beantragte der Abg. Fischbeck (fr. Vp.) die Vorlage betr. Vertagung des Landtages von der Tagesordnung abzusetzen. Der Antrag wurde nach längerer Geschäftsordnungsdebatte abgelehnt. Das Abgeordneten- haus vertagte sich sodann auf unbestimmte Zeit.

lieber Frhrn. v. Mirbachs, des Oberhofmeisters, pri­vate Tätigkeit als Kirchenspenden-Sammler wird sich also das Abgeordnetenhaus einstweilen nicht zu unterhalten haben, und die Erörterung des Systems Mirbach wird bis in den Winter vertagt. Oder wie der Präsident mit ungewollter Satire feststellte,der Gegen st and er­ledigt. Kommt Zeit, kommt Rat. Die Absicht der Oppo­sition, nebenbei auch die verblüffenden Enthüllungen im Pommernbankprozeß, die großartige Wohltätigkeitspflege aufKonto K." zur Sprache zu bringen, war auf die ein­fachste Weise von der Welt vereitelt. Der Argwohn, daß mit der Verschiebung der Antwort dieser Zweck ge­wollt werde, machte sich in pointiertenHört! hört!" auf seiten der Linker: Luft. Um so vergnügter ja schadenfroh, zeigte man sich auf der Rechten ob desReinfalls" der Interpellanten.

Zur Angelegenheit Mirbach liefert derVorwärts" noch folgende Beiträge: Gelegentlich eines Kirchenbaues in Hamburg wandte sich der dortige Bürgermeister an einige reiche Leute, legte ihnen nahe, das Portemonnaie möglichst weit zu öffnen, und stellte ihnen den baldigen Besuch "des Freiherrn v. Mirbach in Aussicht. Einer, übrigens ein Jude, gab 25 000 Mk., ein anderer, ein an» dem Judentum Ausgetretener, antwortete, daß er ablehne, einen Beitrag zu geben. Er würde seinerseits die Diskretion über den Schritt des Bürgermeisters wahren und stelle es dessen Takt anheim, wie er Herrn v. Mirbach von der Wsicht dieses Besuches abbringe. Darauf ein neues Schreiben, in dem das Interesse des Kaiservaares für Homburg im all­gemeinen uNd flerabc für diese Kirche im speziellen betont wurde. Es handle sich um die Freilegung der Kirche, denn Barr und Ausstattung seien sichergestellt. Mso Herr v. Mir­bach würde sich doch, die Ehre geben. Neue Ablehnung des Homburger Mirgers, er lege absolut keinen Mert auf Orden und ähnliche Auszeichnungen, sehe sich nicht ver­anlaßt, Gelder für die Zwecke dieser Kirche beizustenern und bäte, daß der Besuch des Herrn v. Mirbach unterbleibe. Der dritte Brief des Bürgermeisters teilte daraufhin in lakonischer Weise mit, wann Herr v. Mirbach sich die Ehre geben würde. Der Homburger antwortete, er sei an dem betreffenden Tage geschäftlich verreist und bäte, Herrn von Mirbach davon zu verständigen.

Deutsches Reich.

Berlin, 30. Juni. Der K a i ser hörte heute in Kiel die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und des stell­vertretenden Ellefs des Eivilkabinetts, Geh. Oberrogie-rungs- rat v. Dalentini. Zur Mittagstafel waren geladen: Earl of Lonsdale, die Kabinettchefs, der Gesandte v. Tier sch kp- Boegendorff, die Kavitäne zur See Franz, Ehrlich, Eoerper, Poschmann und Pohl.

Der Kaiser tyat seinem hoben Interesse für )ert Automobilsport durch die Entgegennatnne drs Klubschildes, das ihm Freiherr v. Mcmdenstein im Namen des deutschen Automobilklubs überreichte, er* neuten Ausdruck verliehen. Das Schild zeigt die Ini­tialen des deutschen Automobilklubs mit der Krone dar­über und ist für den dem Kaiser gehörigen Wagen bestimmt.

An maßgebenden Stellen sieht man den Verlauf der Z u s a m m e u k u n f t König Eduards mit K a i s e r Wilhelm als nach jeder Richtung bin miß-erft befriedigend an. Man ist überzeugt, daß der König den nngenebniffen- Eindruck von seinem Kieler Aufenthalt mitgenommen hat. Es hat daher das Gerücht viel für sich, daß die beiden Mon­archen bereits im August einander wieder begegnen wür­den.Daily Expreß" wird aus Kiel gerneldet: D^rs in Kiel begonnene gute Werk »verde abgeschlossen werden, wenn Ka i s e r W ilhel m den König Eduard besuchen werde. Ihre nächste Zil sa m m en kn n f t werde, während eines vom Kaiser beabsichtigten Besuchs Englarids oder Schottlands, nurhrsebeinlich in diesem Herbst stattfiuden. Während König Eduard in Kiel war, habe Kaiser Wilhelm sein Bedauern ausgedrückt, daß er den König nicht in der Hauptstadt begriißen konnte: er versicherte dem englischen Herrscher, bafi ihm, wenn er nach Berlin käme, dort ein nxirmer Empfang bereitet wer den würde. Es sei jedoch nicht wahrscheinlich, daß ein Besuch in Berlin arrangiert werde.

_.Reichskanzler Graf Bülow ist heute abend aus Kiel hierher zurückgekebrt.

Der Präsident der deutschen Kolonial-Gesellschaft, Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, hat hier oie Abordnung der Ansiedler aus Deutsch-Süd­west afrika empfangen.

Der Bundesrat stimmte den Aenderungen der Ausfuhrungsbestimmungen zum Schaumweinsteuergesetz und zum Salzsteuergesetz, den neuen Bestimmungen über dre Beförderung lebender Tiere auf Eisen­bahnen und über die Beseitigung von Ansteck­ungsstoffen bei Beförderung» von Vieh un^ lebendem Geflügel auf Eisenbahnen zu.

DieB. N. N." melden: Wie ein mit letzter Seepost eingetroffener Feldpostbrief aus Deutsch-Südwestaftika mit­teilt, werden zum 1. Juli sämtliche Schutztruppe eingezogenen Reservisten und Landwehrleute entlassen.

Bremen, 30. Juni. Die «rgerschäft lehnte das Pachtanerbieten der hessischen Lotterie ab und genehmigte die Offerte der Braunschweiger Lotterie,

^arlamentarisÄes.

München, 3. Juni. Kammer der Reichsräte. Zu Beginn der heutigen Sitzung stellten sowohl der Vor­sitzende des Finanzausschusses Fries wie auch der Präsident Graf Lerchenfeld fest, daß Reichsrat v. Auer seinerzeit vom Ausschuß ermächtigt war, im Plenum die bekannte Erklärung abjngeben, durch welche die in der Kammer des Abgeordneten unbeanstandet gebliebenen Angriffe des Abg. Dr. Heim auf den Grafen Crailsheim zurückgewiesen wurden. __________________________________

Ausland.

Paris, 30. Juni. DieHumanit^^ meldet: Der ner* hafte te Hauptmann Francois gestand, daß Ma räch al, der in den Büchern d'Autriches genannte Austerlitz sei. Hauptmann Maröchal gab zu,r er habe 25 000 Francs erhalten, sie aber an verschiedene Nachrichtenagenten ver­teilt. Letzteres wird bezweifelt, da die Quittung des ehe­maligen österreichischen Beamten Przybororvski beweist, daß dieser, welcher mit Czernusky in Beziehungen stand, 25 000 Francs vom Generalstab erhielt, kurz ehe CzernuSky in Rennes die bekannten Aussagen machte. Um diesen Zu­sammenhang zu verheimlichen, habe d'Auttiche in dem Bucher- eintrag über die Auszahlung daS Datum auSradiert und abgeändert.

Wien, 30. Juni. In einer Besprechung der Zu­sammenkunft in Kiel führt dasWiener Fremüen- blatt cnrs: Die gehaltenen Trinksprüche in Mel itnb die Reden in Hamlmrg sind ein Zeichen des beiderseitigen Wunsches, freundschaftliche Beziehungen zwischen beiden Reichen herzustellen. Das' Pharttom von den deutschen Absichten eines Angriffes au.f die englische »Seeherrschaft wird durch den Ausspruch des deutschen Kaisers, in welchem er die deutsche Flotte als ein Werkzeug zur Aufrechterhalt­ung des Friedens bezeichnete, hoffenMch auch in Eng­land auf wirksame We:ise zerstört. Die Worte der beiden Monarchen lauten so warm, daß sie auf die öffentliche Mein- img Deutschlands und Englands tiefgehenden Einfluß aus­üben müssen.

Budapest, 30. Juni. Der Gemein berat nahm einen Antrag an, wonach das Abgeordnetenhaus ersucht werden soll, nicht nur die Erhöhung des Zivilliste, sondern die Zivilliste überhaupt abzulehnen, falls nicht ein nn- garischer Hofstaat in Budapest errichtet werde.

98 MivalLCagen gegen eine« ärztlichen Megiernngsvertreter.

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(Original-Bericht desGieß. Arrz.") Wiesbaden, 30. Juni.

Nach mehrmaliger Vertagung kam heute der Beleidig- ungsprozeß, den 98 Wiesbadener Aerzte gegen den Regier- uugs- und Geh. Medizinalrat Pfeiffer in Wies­baden angestrengt haben, zur Verhandlung.

Den Beleidigungsklagen liegt folgender Tatbestand zu (^runbe: Geh. Rat Dr. Pfeiffer steht seit fditgerer Zeit mit der Mehrheit der Wiesbadener Aerzte auf dem Kriegsftlße. Er soll als Dezernent der Regieiwng baS Aufsichtsrecht über die Aerzteschaft zu scharf gehandhabt und als Sach- vtwständiger vor Gericht, wie auch der Regierung gegen­über verschiedentlich die Wiesbadener Aer-zte desavouiert haben. Ganz besonders scharf aber soll Pfeiffer in dieser Beziehung gegen den hiesigen Arzt Dr. Fisch e n ick vor­gegangen sein, was zur Folge hatte, daß sich der hiesige ärztliche Verein, dem von den ca. 200 Wiesbadener Aerztcn ettoa 120 angehören und dessen _ Vorstandsmitglied Dr. Fischernch ist, mit diesem solidmnsch erklärte. Daranfh-irr trat Pfeiffer aus dem Vel-ein aus und erstattete einen vertraulichen Bericht an bem ReHierungssnchidenten, in welchem er sich über den ärztlichen Verein höckist abfällig äußerte. Er führte u. a. aus, daß bei* Verein längst in den Augen öfter a n ständig denkend e n A e r 31 e Wiesbadens jedes A nsehen verloren habe und daß er aus dem Sfrrein nottredrungen ausgeschieden fei, weil diesen Mtglieder anaehörßen, mit denen er als Re» gierungsbeamter intrnögttrb verkehren könne. Mit Rück' sicht ferner darauf, daß bei einer Abstimmung über die Einladungen zum Stiftungsfest des ärztlichen Vereine die Einladung des Otdi. Regierungsrates Dr. Pfeiffer mit 11 gegen 3 Stimmen abgelelin! worden tpxir, beschul- digb o'eb. Rat Pfeiffer in dem Bericht den Vereiusvorstand der ..Taktlosigkeit" und bemerkte im Anschluß daran: