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1.6.1904 Erstes Blatt
 
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WW R.-A. Bet. Grafen Hoensbroech, dii t Prozent Zinsen vor begründen. Tn Redrn n- Es ivnde seit Ich )en Grundsatz ausgestel" ion int Jahre 1852 had ireis von 1OOO Gulda es, daß diese Behaupt^ ). 3. habe dann der $' lichen Versammlung c nämlich 2000 Gulda. weis erbringe, er zlvch diesmal vergeblich srv snsbroech unter der. ndt und nach längere: folgt präzisiert worin tdlung ist dadurch, dri Erreichung eines gut» inauf habe Graf Lorr: bündigen Nachweis dm roherer dm obigen Sa? e Nuszablung der aus» Wejming dieser Forder-

ls Vertreter des Mg. lange, io hätte es Äbg. wpt ans bem Dege yi Bericht bei seinm W rteil gelangt sein wurd- der Lacke nicht zu wt< arede des SchiedsvcrtW clichen Gesetzbuchs hM-'s i habe Graf Soensbm rten anheimgestellt Hal- ine Preisbewerbung va> r vorliegenden Sache m öheres Interesse und -- iaß sie vor einem oM i das Gericht garnck«

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England: Oesterreich Italien: Frankreich Belgien: Schweiz:

Arbeiterbewegung.

London, 31. Mar. Der Streik der Droschken­kutscher nimmt zu. Bei dem andauernden Regenwetter ist er erfolgreich. 1000 Kutscher von den sogenanntenprivilegierten Droschken", welche in die Bahnhöfe eiuzufahren berechtigt sind, ferner auch die nicht zum Verbände gehörigen Kutscher traten heute in den Streik ein, was das auf den Bahnhöfen ankommende Publikum besonders unangenehm empfand. Der Gewerkverein der Kutscher hat seit zwei Tagen fast 2000 neue Mitglieder ge­wonnen. Die Heinen Droschkenbefitzer haben nachgegeben.

üöU UOO Mark belaufen. Ein neues Preisausschreiben würde zn einem andern Resultat nicht führen.

Sir Henry E. Roscoe, der große englische Chemiker, feierte kürzlich die 50. Wiederkehr des Tages, an welchem er fein Doktorexamen inHei bclbercj bestand. Die Heidelberger Freie Studentenschaft landte bei Beginn dieses Semesters noch nachträglich ihre Glückwünsche und erhielt jetzt von dem greifen Jubilar die nachfolgende, auf Kartonpapier gefchriebene Antwort:Mit den Gefühlen des größten Vergnügens und der größten Genugtuung habe ich die Glückwünsche der Heidelberger Freien Studentenickiast bei Ge­legenheit meines Doktorjubiläums empfangen. Ich bin stolz dar­auf, mich zusammen mit den gegenwärtigen Mitgliedern der Studentenschaft als einen akademischen Bürger der Ruberto Ca­rola zu betrachten und mich der herrlichen Tage zu erinnern, welche ich in Heidelbergder Feinen" zu den Füßen jenes großen Meisters der Wissenschaftunseres unvergeßlichen Bunsen" verbracht habe. Möge sein Beispiel von Ihnen Allen befolgt werden: möge sein hohes Ideal der deutschen Wissenschaft immer vor Ihren Augen stehen und möge so die Universität Heidelberg immer ein scheinendes Licht bleiben, welches mit den Wahrheiten der Wissenschaft in alle Welt hineinleuchtet. Henry E. Roscoe."

Spielplan der Bereinigten Frankfurter Stadttheater.

Schauspielhaus.

Donnerstag den 2. Juni *):Salome." Hierauf:Wann wir altern." Zum Schluß:Die Empfehlung." Freitag den 3. Juni:Faust." Erster Teil. Samstag den 4. Juni:Krieg im Frieden." Sonntag den 5. Juni:Krieg im Frieden." Montag den 6. Juni:Lumpaei Vagabundus."

*) Anfang, wenn nicht anders benierkt, abends um 7 Uhr.

angeruDte ver Tarwcye, oay örraj voensvroecy ita» vocy üet 1 einer Beweisführung streng an den Wortlaut seiner, Dasbach's Erklär- ungen gehalten habe. Er müsse endlich eine knappe und klare Antwort darüber erbitten, was denn dann eigentlich bewiesen werden solle, da das Gericht sonst genötigt sein würde, auch dar­aus seine Schlüsse zu ziehen. R.-A. Kneer wiederholt, daß sein Klient nähere ErHärungeu nickt abzugeben vermöge, bevor ein rechtskräftiges Urteil vorliege. Ter Vorsitzende verkündet darauf, daß das (Bericht seine Entscheidung in 8 Tagen fällen werde.

Landwirtschaft.

)( Aus der We11erau, 31. Mai. Tie Gewitterregen der letzten Tage haben das Wachstum der Feldfrüchte sehr ge­fördert. Ueberall ist man mit dem Vereinzeln der Zuckerrüben beschäftigt, in manchen Orten sind hierzu Ferien eingerichtet. Die Aussichten auf eine gleichgute Ernte der Zuckerrüben wie voriges Jahr sind sehr günstig. Ter Stand der Kartoffeln und des Weizens, dieser Haupterzeugnisse der Wetterau, berechtigt zu den besten Hoffnungen.

ganges der Meldungen die nachstehende Reihenfolge: Deutschland: 1 814 (Erkennungsfarbe weiß) grün) schwarz-gelb)

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Aus Berlin, 31. Mai, wird uns geschrieben: Zur großen Verblüffung der Berliner Börse ist heute das Projekt der Auf­nahme der Berliner Bank in die Deutsche Bank gescheitert. Aber das Erstaunen über das Ereignis war freudiger Art. denn die Börse ist längst dahintergekommen, daß Bankenfusionen, so glänzend sie sich äußerlich darftellen, die Umsätze vermindern und die Macht der Finanzgrößen erhöhen auf Kosten der Kleinen. Die Börsianer liefen daher heute Bravo, als die Nachricht bekannt wurde. Zu denselben Bravorufen haben die Angestellten der Berliner Bank Anlaß: ihr Schicksal erschien, trotz beruhigender Versicherungen, durch die Verschmelzung großen­teils ein recht ungewisses. Es mag sein, daß dieFlucht in die Oeffentlichkeit", die die Bankbeamten angetreten hatten, der Deut­schen Bank den Verzicht auf die Ausführung ihres Planes nahe­legte. Eine andere Auffassung geht dahin, daß der Deutschen Bank möglicherweise die Erörterungen peinlich waren, die sich an die in Aussicht genommenen Abfindungen knüpften. DasBerk. Tagebl." ist der Meinung, daß der Banken-Kompensationsprozeß, wenn er auch noch nicht zum Stillstand gekommen sei, doch nun­mehr den Höhepunkt überschritten habe. Wir sind nicht dieser Ansicht. Wir glauben vielmehr, daß bet Stein im Rollen ist, und daß noch eine größere Anzahl von Vereinigungen und Ver­schmelzungen vorgenommen werden wird, weil eben der Eine den Anderen an Kapitalmacht zu überbieten sucht. Die Deutsche Bank teilt bereits den Blättern mit, daß die Erhöhung des Grundkapitals um 20 Millionen Mark zur Stärkung der Be- ttiebsmittel zur Ausführung gebracht werden soll. Ein Keil treibt den anderen. Man wird bald von weiteren Kapitalerhöh­ungen der Berliner Konkurrenz hören. Tie Ironie des Schick­sals fügte es übrigens, daß die Aktien der Berliner Bank, ob­wohl deren Leiter beglückwünscht wurden, ja, wie ein Börsen­bericht meldet, Gegenstand von Ovationen waren, heute die ziem­lich beträchtliche Einbuße von zwei Prozent erlitten. Der Kurs stellte sich auf 88. Glück und Unglück liegen auch in diesem Fall bei einander. Ob die Berliner Bank nach dem Intermezzo mit der Deutt'cken Bank nicht ihre Position verschlechtert hat, diese Frage wird von mehreren Seiten aufgeworfen. TerLokalanz." weist auf den mißlichen Umstand bin, daß die Berliner Bank anläßlich der Verhandlungen zwei kauflustiger Banken den Ein­blick in ihre intimsten Verhältnisse gewähren mußte. Ganz recht, eine solche Preisgabe der Geschäftsgeheimnisse, bei aller möglichen Diskretion und Loyalität auf Seiten des Einblick Er­haltenden, ist stets unförderlich, sobald aus dem Projekt nichts wird. Insofern empfangen die Banken außerhalb Berlins, an die etwa einmal ähnliche Anträge oder Anregungen, wie bei der Berliner Bank, herantteten, eine beherzigenswerte Lehre. Die Deutsche Bank hatte sich die Rückzugspforte offen gelassen, daß der Uebernahmevertrag nur daun in Kraft trete, falls in der den Vertrag genehmigenden Generalversammlung kein Wider­spruch gegen den Beschluß zu Protokoll gegeben werde. Es ist klar, daß die Deutsche Bank gegen die Möglichkeit langwieriger Anfechtungen des Vertragsschlusses sich fiebern mußte. Ebenso Har ist aber, daß eine Bank, der der Rückttitt erklärt wird, dadurch nicht eben an Nimbus gewinnt. Dies in der Tat tragi­komische Schicksal, das die Berliner Bank betroffen, da sie sich schon im sicheren Hafen wähnte, dürste, wie bemerkt, nicht ohne Eindruck bleiben.

Serichtssaal.

0 Marburg, 31. Mai. Wegen llebertr etung des Sprengstoff-Gesetzes hatte sich heute der Bergmann Hein­rich Jung aus Günterod im Kreise Biedenkopf zu verantworten. Während der Neujahrsnacht wurde nämlich in diesem Orte so heftig geschossen, daß die Häuser zitterten und auch Fenster­scheiben zersprangen. Die Nachforschungen führten zu dem Re­sultat, daß der obengenannte Bergmann, der in den Braunstein­werken bei Gießen beschäftigt war, eine Dynamitpatrone entwendet und auch ohne Genehmigung Sprengstoffe in seiner Behausung aufbewahrt batte. Es wurde erzählt, daß sich die Burschen bei ihm das Sprengmaterial, mit welchem der Höllenlärm in der Sylvesternacht vollführt war, geholt hätten. Wegen Verdachts der Mittäterschaft machten deshalb auch mehrere Zeugen von dem Rechte der Zeugnisverweigerung Gebrauch. Ein 72 jähr. Greis Namens Rink, der ohne triftigen Grund den Eid verweigerte, wurde zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt. Der angeHagte Jung hingegen wurde der Uebertretung des Dynamitgesetzes für schuldig erachtet und zu der geringft zulässigen Strafe von drei Mo­naten Gefängnis verurteilt.

In der Konitzer Mordaffaire ist, so erfährt das Berl. Tagebl.", eine neue überraschende Wendung eingetreten. Tie letzten Nachforschungen ergaben den gravierendsten Verdacht gegen den Arbeiter Maßlosf aus Könitz auf Grund aufgefun­dener halbverkohlter Uebcrreftc von Kleidungsstücken Winters. Maßloft sei bieier Tage in einer Halberstädter Fabrik ermittelt und von einem eigens zu diesem Zwecke dorthin gereiften höhern Beamten verhaftet worden.

Kunst und Wissenschaft.

Das Heidelberger Schloß. Im Badischen Landtag warf Abg. Wilckens (nl.) am 31. Mai die Frage der Erhaltung des Heidelberger Schlosses tn die De­batte im Anschluß an das Schreiben des Finanzministeriums über die Entwicklung der Heidelberger Schloßftage in den beiden letzten Jahren. Die Regierung habe sich auf den Standpunkt der Konservierung des jetzigen Zustandes des Otto-Heinrichbaues gestellt, durch Anbringung eines Daches, verbunden mit dem inneren Ausbau und Verglasung der Fenster. Wenn er für seine Person nun auch den jetzigen ruinenhasten Zustand vorziehe, so dürfe man vor der Restaurierung dock nicht zurückschrecken Ane vorn Oberbaurat Eggert-Berlin vorgeschlagene Eisenbetonkonstruk- tion, durch welche eine Versteifung und Erhaltung der Hos- fafsade zu erreichen sei, habe die Konferenz zurückgewiesen, ^etzt würden neue Gutachten über die Art der Verdachung erhoben, wobei er bitte, alle Ricktungen zu Worte kommen zu lasten. Abg Obkircher (nl.) halt es für dringend geboten, einmal ein internationales Preisausschreiben ergehen zu lassen, wie der Otto-Heinrichsbau in seiner jetzigen Gestaltting zu erhalten Jet. Finanzminister Becker erklärt, daß die Regierung sich ihrer hohen Verantwortlichkeit in dieser Frage wohl bewutzt 1«. Nach den neuesten Erhebungen dürfte heute als festgestellt zu betrachten sein, daß ohne Dachaufwand und ohne Verglasung der Fenster die Erhaltung unmöglich sei. Bei dem forstchrcitenden Verfall fei es geboten, fo bald wie möglich vorzugehen. Man werde sich also bemühen, die Fassade vor einem weiteren Verfall zu schützen. Das zwei'e und dritte Stockwerk werde aber unauv- gefübrr bleiben. Tie Kosten würden sich insgesamt auf etwa

7 rot-gelb)

Es'erhalten somit die drei deutschen Wagen, die berufen sein werben, den Gordon-Bennett-Preis zu verteidigen, die Start­nummern 1, 8 und 14. Als Erster startet der Sieger des vor­jährigen Gorben-Bennett-Nennens, Jeuatzy mit einem Daimler- Mereebes-Wagen. Der Start, der um 7 Uhr morgens beginnt, wirb in Intervallen von je 5 Minuten erfolgen. Um Kollissionen mög­lichst zu oermeiben, ist bie Bestimmung getroffen, baß an benAus- gangs-Kontrollstationen ber neutralisierten Orte bie Rennwagen in Intervallen von minbestens 2 Minuten abgelaffen werben, ber- qeftaÜ, baß, wenn gemäß ber für bie Neutralisation festgesetzten Zeit ein Wagen früher als 2 Minuten nach dem Letztabgelassenen abgelassen werben müßte, bie Neutralisationszeit bes zweiten Wagens um bie an zwei Minuten fehlenbe Zeit verlängert würbe.

Vermischtes.

Koblenz, 31. Mai. An derselben Stelle, wo vor einigen Tagen der Expreßzug entgleiste, wurde wiederum ein Anschlag aus einen süddeutschen Schnellzug ver­übt; man entdeckte das Hindernis jedoch rechtzeitig und wandte dadurch weiteres Unheil ab.

* Hannover, 31. Mai. Zu einem blutigen Ren- ko n t r e kam es hier in der letzten Nacht zwischen Offi­zieren des Beurlaubten st andes und Polizei­beamten. Baron v. Bodenhausen, Hauptmann a. D., Besser, Bergwerksdirektor Heye und ein Offizier a D. Rein- beld kamen gegest 3 Uhr morgens in lebhafter Unterhalt­ung aus einem Weinrestaurant und wurden von einem Schutzmann zur Ruhe ermahnt. Bald kam es zu Tätlich­keiten, wobei ein Polizeibeamter seinen Säbel zog und den Baron v. Dodenhausen über den Kops schlug. Es entstand eine Prügelei, die erst durch das Einschreiten mehrerer Polizeibeamter beendet wurde. Baron v. Bodenhausen mußte in eine Klinik überführt werden, wo die Aerzte einen komplizierten Schädelbruch und eine schwere Arm­verletzung feststellten. Die übrigen Herren wurden nach der Polizeiwache gebracht und nach Feststellung ihrer Per­sonalien wieder entlassen. Sie sind heute strich wieder nach Berlin zurückgekehrt. Baron v. Bodenhausens Zustand ist bedenklich.

* Kattowitz, 1. Juni. In dem Emanuelsanger, dem Fürsten Pleß gehörenden Walde, entstand gestern vormittag ein Wald brand, der bis zum Abend 200 Morgen 30jährigen Hochwaldes vernichtete.

* Wien, 31. Mai. Thomas Maischberger, Be­amter der ersten österreichischen Sparkasse in Wien, einer der bekanntesten und tüchtigsten Bergsteiger, wird seit Sonntag vermißt- Maischberger fuhr Samstag nachts von Wien nach Schladming Obwohl im Dachsteingebikt die Witterungsverhältnisse ungünstig sind, dürste er die Tour nach der Dachsteinmittelspitze über die Südwand versucht haben. Heute sind 12 Wiener Touristen und die Schwester des Vermißten in Schladming eingetroffen und haben eine umfassende Rettungsaktion eingeleitet.

New York, 31. Mai. Ter Bürgermeister von Baltimore, Maelanes, erschoß sich gestern in seinem eigenen Hause, nachdem er erst 14 Tage verheiratet war. Enorme Verluste bei dem großen Stadtbrande sollen die Ursache des Selbstmordes sein-

* Der erste Kongreß der Volksuniversitäten! Frankreichs wurde letzte Woche an zwei Tagen in Paris abgehalten. Die ältesten Gründungen dieser Art waren in Paris im Jahre 1899 unternommen worden. Sie litten von Anfang an unter der doppelten Tendenz der Volksbildung in bürgerlichem Sinne und der sozialistischen Propaganda. Im Laufe der Zeit .hat sich das bürgerliche Element mehr und mehr zurückgezogen, während die Arbeiter die Volksuniversitäten in eigenem Interesse weiterführten. Schon im Jahre 1901 definierte Charles Guievsse die Volksuniverfttät mir noch alseinen Arbeiterverein, der den passendsten Unterricht für freie Arbeiter einzurichten sucht." Ter Kongreß begann daher mit der Debatte über den Punkt, ob die Volksuniversitäten die Fusion der Klassen oder den Kamps ber Massen zum Zweck haben. Eine Entscheidung erfolgte nicht: aber es wurde klar, daß der sozialisttsche Klassenkampf stärker vertreten war, als die andere Dokttin. Eine lange Diskussion wurde darüber geführt, ob zwanglose Einzelvorträge oder zu­sammenhängende Serien über den gleichen Gegenstand vorzu­ziehen seien. Auch hier wurde kein Beschluß gefaßt. Erst in den zwei letzten Sttmden des Kongresses wurde dieser beschluß­fähig, aber was entschieden wurde, das waren bloß fromme Wünsche politischen Charakters. Man brandmarkte den Kapitalis­mus, den Zarismus, den Krieg, den Alkohol, man forderte die Trennung von Kirche und Staat, den Achtstundentag, die Er­mäßigung der Fleischpreise usw. Eine große Stärkung haben die Volksuniversitäten, deren Existenz meist auf schwachen Füßen steht, aus diesem Kongresse jedenfalls nicht geschöpft.

Sport.

ZumGordon-Bennett-Rennen. Für den Start des Gordon-Bennett-Rennens ergibt sich nach Maßgabe des Ein-

Kleine Ftnanzchrontk. Die Zigarettenfabrik Gg. A. Jasmatzi Akt. - Ges. in Dresden, hat im Jahre 1903 nach Abschreibungen im Gesamtbeträge von 115 779 Mark einen Verlust von 227 603 Mark. Auf neue Rechnung wird ein Verlust von 179161 Mark vorgetragen. Es gehen Gerüchte von einer Fusion der Rheinischen Stahlwerke mit dem Bochumer Guß­stahlverein. Es ist jedoch anzunehmen, daß es sich hier nur um eine Mutmaßung der Spekulation handelt. Die Bergbau- Aktiengesellschaft Friedrich Segen a. d. Lahn wird 5 P r o z e n t verteilen; es ist dies das erste Geschäftsjahr als Aktiengesellschaft.

Eingesandt.

(Für Form und Jnbalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 1. Juni.

Einsender dieses war bisher stets der unmaßgeblichen An­sicht, daß jedes außergewöhnliche Geräusch und Lärmen in den Straßen der Stadt, auch bei Tage, volizeilich verboten sei, nament­lich dann, wenn hierdurch 9(nwobner der betreffenden Straßen nicht allein aufs äußerste belästigt, sondern ihnen jede geistige Arbeit geradezu unmöglich gemacht wird. Seit einiger Zeit sind im oberen Teile der Grünbergerstraße Gegend der Wolfstraße mehrere Buben mit Trommeln ausgerüstet, die faktischeinen Stein erweichen, Menschen raieub machen können." Mit einer Ausdauer und Kraft, die einer besseren Sache würdig wäre, wirb tagaus tagein, vom frühen Morgen bis zum späten Abend von diesen zweifelhaften Trommelvirtuosen das Kalbfell in einem Falle sogar aus Blech bestehend gerührt, und wie gerührt! Falls nicht eine schleunige Abhilfe in dieser Hinsicht geschaffen wird, werden die Zinnnervermieter in der Grünbergerstraße sehr bald die betrübende Wahrnehmung machen müssen, daß ihre disponiblen Wohnungen von Leuten, die geistig zu arbeiten haben, was ja wohl bei der Mehrzahl unserer Ziinmermieter der Fall sein dürfte, plötz­lich wie die Pest gemieden werden, wohl kaum zum Vorteil mancher Familien, für welche die aus der Zimmervermietung er­zielte Summe oft ein wesentlicher Faktor ist. Auch Einsender dieses mußte bereits seine ihm sonst liebgewordene Wohnung ber lieben Straßenjugend wegen aufgeben. Ist denn für solche gewiß recht unschuldige Vergnügungen nicht Platz genug außerhalb ber Stadt ? auf dem Trieb :c. ? ober fällt es im lieben Gießen nur unter den Begriff:Störung und Belästigung seiner Mitmenschen", wenn mal ein etwas übersideler Bruder Studio in vorgerückter Stunde feinen musikalischen Gelüsten in Form eines wenn auch oft etwas unharmonischen Gesanges Ausdruck giebt; in letzterem Falle müssen doch meist ohne Gnade einige Silberlinge in den Stadtsäckel geopfert werben. -ng-

Gicßener landwirtschaftlicher Wetterdienst

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag den 2. Juni 1904: Zeitweise starkwindig, zeitweise heiter, kühler, zu­nächst Gewitterregen, später vereinzelt Regenschauer.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Temperatur der Lahn und der Luft

am 1. Juni 1904.

Nach Reaumur gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr.

Wasser 16°, Lust 20°.

Albert Rübsamen.

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 1. Juni. Gestern fanden in zwei Kommunal- Wahlbezirken Ersatzwahlen statt. Im 32. Wahl­bezirk wurde der sozialistische Redakteur Leid, im 40. Wahlbezirk der Privatdozent Dr. Leo Arons ge­wählt.

Kiel, 1. Juni. Die gesamte aktive Schlachtflotte und 24 Torpedoboote traten gestern eine UebungSfahrt nach Neufahrwasser an. Die Flotte bleibt dort zwei Tage und kehrt am 6. ds. Mts. nach Kiel zurück.

München, 1. Juni. In der gestrigen Kamm er - sitzung erklärte der Finanzminister von Riedel, ihm sei von einer ablehnenden Haltung Baierns in der Diäten­frage im Bundesrat nichts bekannt. Die bairische Regierung sei überhaupt prinzipiell nicht gegen die Diätengewährung, sondern stehe dieser durchaus freundlich gegenüber.

Petersburg, 1. Juni. Bei der Ausfahrt von Dalny sank der Dampfer der mandschurischen Bahn, Nonni, nachdem er auf eine russische Mine aufgefahren war. Die Mannschaft wurde gerettet. Nur der Heizer fand den Tod.

Petersburg, 1. Juni. Hier zirkuliert das Gerücht, daß auf den Grafen Lambsdorff ein Attentat verübt worden sei.

Telephonischer Kursbericht.

Frankinrt «. 31

o Im ~ Seife

. 100.80 99.90

. 99.35 . 103.30 . 60.60 . 60.00

129.20

47.30

43.25

. 102.00

. 89.75

. 101.80

. 89.80

. 99.70

4% Oesterr. Goldrente .

4x,6% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . .

40/3 Italien. Rente , . . 4*/2% Portugieser , . , 30/. Portugiesen. . . .

1% C. Türken . . .

Türkenlose.....

4% Griech. Monopol.-Anl. 4X),% äussere Argentiner

3ü/o Mexikaner 4i/2ty) Chinesen Electric. Schuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Komniandii Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthard bahn . . Lanrahütte . . . Bochum .... Harpener . . .

Tendenz: fest.

372% 30/9 3</,O/o

3% 3*/2% 3l/,%

Reichsanleihe do.

Konsole do . .

Hessen Oberhessen

Verantwortlich für die gesamte Redaktion: I. V.: A u g u st Goetz.

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1. Juni.

. . 26.30

. . 87.00

. . 106.00 . . 102.45 , . 201.70 . . 187.25

. 137.10 . . 151.90. . . 152.90 . , 136.50 . . 17.10 . . 191.75 . . 241.00

. . 191.75 . . 198.40

Schutz des Eigentums

gegen

Einbruch-Diebstahl.

Tie Preußische National-Berficherungs - Gesellschaft tu Stettin empfiehlt sich bei Beginn der Reise-Saison zum Ab­schluß von Versicherungen gegen Einbruch - Diebstahl. Mäßige, feste Prämien. Liberale Bedingungen.

Nähere Auskunft erteilt gerne 4232

Carl! Herber,

Gießen, im Mai 1904. Seltersweg 58.