Ausgabe 
1.6.1904 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

154. Jahrgang

Mittwoch 1. Juni 1904

GicheimAiizeiger

w General-Anzeiger

Nr. 186

Orffttlttt täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesstschen Landwirt die Siebener Familien. Härter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Univeri^Buch-u. Stein» druckerei. R. Lang«.

ve-ug»vret»r monatlich 75 Ps., viertel- jäbrlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2. viertel- fährt. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für bie Tagesnummer bis vormütagS 10 Uhr. ZeUenpreiS: lokal 12 Ps* auSwärlS 20 Pfg.

verantwortlich für den polit. und allgem. TeU: P. Wittko; für ,©tabl und Land* und .DerichtSfaal*: A u a u st Goetz; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

St Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

FkrnfprechanfchlußNr.bl.

Ire Wasserverhättnisse der ©her.

Die Kanalkommission des Abgeordnetenhauses in Berlin beriet am 31. Mai die Vorlage betreffend Maß­

nahmen zur Regelung der Hochwaffer-, Deich- und Vorflut­verhältnisse an der oberen und mittleren Oder. § 1, welcher an­genommen wurde, sieht vor, daß der Oberpräsident von Schlesien einen Plan zur Regelung der Hochwaffer-, Deich- und Vor­flutverhältnisse der Oder von der österreichischen Grenze bis zum Eintritt in die Provinz Pommern aufzustellen hat. Wagner (freikons.) beantragte ein Amendement, wonach die Mit­wirkung des Oberprasidenten der Provinz Brandenburg und eine öffentliche Auslegung des Planes vorgesehen wird. § 2 wird auf Antrag Arnim etwa in folgender Fassung mit 11 gegen 10 Stimmen angenommen. Zur gut­achtlichen Mitwirkung bei der Regelung der Hochwaffer-, Deich- und Vorflutverhältniffe der Oder wird am Amtssitze des Oberpräsidenten von Schlesien ein Oderstromausschuß ge­bildet, bestehend aus dem Oberpräsidenten von Schlesien als Vorsitzenden, dem Oberpräsidenten von Brandenburg, dem Oderstrombaudirektor, je einem von den Oberpräsidenten von Schlesien und Brandenburg zu bestimmenden Meliorations­baubeamten, den Landeshauptleuten von Schlesien und Brandenburg, sowie vier von dem Provinzialausschuß Schlesiens und drei von dem Provinzialausschuß Brandenburgs zu wählenden Mitgliedern. Bei der Beschlußfassung steht dem Vorsitzenden und dem Oberpräsidenten von Brandenburg, den Landeshauptleuten sowie den von den Provinzialausschüffen gewählten Mitgliedern je eine Stimme zu. Die übrigen Mit- glieder haben beratende Stimme.

H.sterreich-Angaru.

Die Österreichische Delegation nahm das außer­ordentliche He eres erford ernis und den 88 Milll- Kredit an. Gegen letzteren stimmten'sechs Jungtschechen, der Slovene Sustersic, sechs Mitglieder der deutschen Volkspartei, der Christlichsoziale Thurnher und das klerikale Herrenhausmitglied Rhombery. Der Kroate Zaffron, der Christlichsoziale Schneider, Walz von der Deutschen Volks­partei und vier Italiener enthielten sich der Stimmenabgabe. Bei der Abstimmung über die Refundierung schloffen sich der Opposition an der Klerikale Dollinger, der Verfaffungstreue Baernreither und das Herrenhausmitglied Graf Merveldt, der ehemalige Tyroler Statthalter. Die beiden Feudalen, Graf Lazansky und Baron Parish, enthielten sich der Stimmen­abgabe. Rhombery bekämpft auf das entschiedenste den Duellzwang in der Armee. Kramarsch richtete hef­tige Angriffe gegen die Regierung KörberS. Reichskriegsminister Pitreich erklärte, er habe sich nur nach schweren Kämpfen zu den neuen Forderungen ent­schlossen, eS sei aber seine unabweisliche Pflicht, Heer und Marine in einen solchen Stand zu setzen, daß der Monarch, wenn ihm eine kriegerische Aktion aufgedrängt werde, in diese, mit entsprechender Sicherheit eintreten könne. Der Minister erörterte nochmals die Gründe für die rasche Umbewaffnung der Artillerie, und wies darauf hin, daß andere Staaten diese Umbewaffnung bereits in verschleierter Form vor­genommen hätten. Er schilderte die Schwierigkeiten einer Einigung im gemeinsamen Ministerrat und erklärte, daß von einer Ueberraschnng nicht die Rede sein könne, da die Not­wendigkeit der ganzen Aktion durch frühere DelegationS- beschlüffe bereits anerkannt sei und nur das Tempo in der Beschaffung beschleunigt werde.

Der Aegierungsantritt

des Kroßherzogs von Wecklenöurg-Strelih.

In einem Erlaß vom 31. Mai teilt Gr oßherzog Adolf Friedrich nut, daß er infolge Ablebens seines erlauchten Vaters die Regierung angetreten habe und die bisherigen Großherzoglichen Hof-, Staats- und Kirchen­diener in ihren Aemtern und Würden auf Grund ihres bereits geleisteten Diensteides bestätige, indem er erkläre, daß er unablässig bestrebt sein werde, allen Einforderungen zur Förderung des Wohles seiner Untertanen in Treue zu Kaiser und Reich zu entsprechen. Der Erlaß schließt: Der Großherzog hoffe, auch der Erve der Liebe und Treue zu werden, die seinem unvergeßlichen Vater in so hohem Grade zuteil geworden. In einem weiteren Erlaß wird angeordnet, daß in allen Kirchen des Landes sechs Wochen Trauergeläute zu erfolgen hat, in den ersten drei Wochen von 121 Uhr mittags und von 34 Uhr nachmittags, in den letzten drei Wochen von 121 Uhr mittags- Während zwei Wochen ist weder Schauspiel noch Danz erlaubt- Die Behörden haben sich sechs Wochen lang des schwarzen Siegels zu bedienen. Für die Hof- und Staatsdiener wurde eine dreimonatliche allgemeine Landestrauer angeordnet, ferner wurde eine sechswöchentliche Hoftrauer verfügt- Als eine der ersten Beileidskundgebungen ist folgendes Telegramm des Kaisers bei dem Groß­herzog Adolf Friedrich eingetroffen:Neues Palais, 30. Mai. Mit tiefer Betrübnis über das Ableben Deines Herrn Vaters, meines hochseligen Herrn Großonkels, bitte ich, Dir meine und der Kaiserin aufrichtige Teilnahme ausfprechen zu dürfen. Mit dem hochseligen Großherzog geht einer der letzten aus der alten Generation dahin, welcher, wir so unaussprechlich viel zu danken haben- Der Allmächtige tröste Dich in Deinem Schmerz, stehe Dir bei in der Erfüllung Deiner hohen Aufgaben für Mecklen­burg und unser gesamtes deutsches Barerland- Wilhelm." Ter königliche Hof in Berlin legt für den Großherzog von Mecklenburg-Strelitz Trauer auf 14 Tage an bis ein- schließlich 13. Juni.

Deutsches Reich.

Berlin, 31. Mai. Heute abend fand im Weißen Saale des Schlosses P a r a d e t a f e l statt, wobei der Herzog von Anhalt die Kaiserin führte, der Kaiser die Erbprinzessin von Hohenzollern. Anwesend waren der Kronprinz, die Fürstlichkeiten, der Reichs­kanzler, die Generalität, die Minister und fremden Militär- attachees. Später war im Opernhause Festvorstellung, wobei dieWeiße Dame" neu einstudiert, aufgesührt wurde. Die Ma­jestäten und Fürstlichkeiten wohnten der Vorstellung bei.

DieNordd. Allg. Ztg." meldet: In der gestrigen ersten Sitzung der zur mündlichen Beratung über die Erneuerung des Handelsvertrages zwischen dem DeutschenReich und Oesterreich-Unaarn von der östreickisch-ungarischen Regierung entsandten uno hier eingettoffenen Herren mit den deutschen Delegierten hieß der Staatssekretär des Auswärtigen Freiherr v. Richthofen die östreichisch-ungarischen Herren mit einer Ansprache willkommen, auf die der Botschafter Szoegyeny, Sek­tionschef Freiherr Beck und der Ministerialrat von Bico er­widerten. c

Der Rittergutsbesitzer Hans von Arnim wurde durch königlichen Erlaß auf Lebenszeit ins Herrenhaus be­rufen. , , t

Gera, 31. Mai. Der Landtag überwies heute der Re­gierung eine Petition um Erlaß eines Landesgesetzes gegen die I e s u i t e n g e f a h r. Zugleich wurde ber Ueberzeugung Aus­druck gegeben, daß jetzt noch kein Grund für ein solches Gesetz vorliege, da die Reichsgesetze ausreichend seien und die Regierung scharf wachen werde.

Stuttgart, 31. Mai. Heute sand hier unter Vorsitz des Senators Frese-Bremen die Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft zurRettung Schiffbrüchiger statt. Ihr wohnte auch der Vizepräsident der ftanzösischen Gesellschaft Emil Roubin bei, welcher der Deutschen Gesellschaft zu El)rcngabcn und Unterstützungen ein Kapital von 30 000 Mark gestiftet hat. Die Versammlung genehmigte u. a. 61 000 Mark für Errichtung neuer Rettungsstationen. Als Ort der nächsten Jahresversammlung wurde Emden gewähll. _

Sicheren! Vernehmen nach bezchloy die württemvergsiche Regierung die Zulassung der Feuerbestattung in Würt­temberg. ,

M ü nchen, 31. Mar. Aer Prrnzrcgent verlieh dem preußischen Kriegs Minister das Großkreuz des Mi- litärv erdien stord ens.

In dem Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz wurde

dommandeur deS Hafens von Kronstadt die Oberleitung über stie Häfen Reval, Sveaborg und Libau und über die See­kreitkräfte des baltischen Meeres unter Ernennung zum Ober­kommandierenden der Flotte und Häfen, sowie zum Chef der Verteidigung deS genannten MeereS.

Ruffifche Rüstungen.

Aus Triest wird gemeldet, daß die russische Regierung bei den Stabilimento Tecnieo fünf Panzerkreuzer bestellt hat. Der Auftrag sei das Ergebnis einer vor mehreren Wochen unternommenen Reise des Direktors Bendecke nach Petersburg. _____________________________________

Politische Tagesschau.

Die Lage in Ostafien

nimmt gegenwärtig eine Gestalt an, welche geeignet ist, auch die nicht direkt beteiligten Mächte in hohem Grade zur Aufmerksamkeit zu zwingen- Es ist bisher in Eng­land im allgemeinen vermieden worden, von einer Ver­einbarung mit den Japanern zu sprechen oder Schlüsse aus einer solchen Vereinbarung zu ziehen- Dieser Standpunkt scheint iedoch nicht derselbe bleiben zu sollen. In einer der angesehensten englischen Wochenschriften für Armee und Marine wird am 28- Mai am Ende einer Be­trachtung über die gegenwärtige Kriegslage in Ostasien ausgeführt:

Es ist wichtig für England, sich daran zu erinnern, daß der Krieg gegenwärtig noch im Anfang ist, daß aber sein Ende bezeichnet werden wird durch eine neue Gleichgewichtsverteilung innerhalb der Welt­mächte, welche auf den englischen Standpunkt einen tiefen Einfluß haben kann- Es ist nutzlos, über das Ende der Kriegsoperationen, welche niemand vorherfehen kann, Mutmaßungen anzustellen; zeitgemäß aber ist es, eine wachsame Haltung anzunehmen und sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Kein englischer Staats­mann oder Jurist wird sich gegen die Tatsache verschließen, daß England den Japanern bindende Zu­sicherungen gegeben hat- Diese wichtige Ueberein- kunft legt uns keine Pflicht außer der Neutralität auf, solange als Rußland ohne Unterstützung bleibt, aber sie wird uns zwingen, jeder Intervention entgegenzu- treten, welche sich gegen die Interessen unseres Verbün­deten richten. Die Lehre, die wir aus dem bisherigen Verlauf des Krieges ziehen, ist die, daß die Nation vor­bereitet sein muß. Es ist möglich, daß wir in einem oder zwei Jahren in eine feindselige diplomatische Kon­troverse mit einer oder der anderen der europäischen Mächte kommen, und wir haben unaufhörlich daran zu arbeiten, unsere Verteidigungsmittel zu prüfen und uns zu vergewissern, daß unsere Flotte fertig und unsere Armee vorbereitet ist."

Wir wissen nicht, am welche Adresse sich diese un­zweifelhaft deutliche Erklärung der englischen Wochenschrift richtet. Da es sich hier aber nicht um eine Auslassung einer mehr oder minder untergeordneten Tageszeitung, sondern um ein Organ der englischen Landesverteidigung handelt, so muß die Aeußerung unter allen Umständen als wichtig zur Kenntnis genommen werden. Bemerkens­wert ist jedenfalls, daß in der ganzen Auslassung immer von Europa, nicht aber von Amerika die Rede ist.

Japaner an

Giljaken, Tungusen und Golden.

Rufs. Telegr.-Agentur aus Nikolajewsk

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Wie die Rufs. Telegr.-Agentur aus Nikolajewsk Primoski meldet, ist erwiesen, daß die Japaner seit langer Zeit die eingeborenen Giljaken gegen die Russen aufzuhetzen suchen, indem sie ihnen für den Fall, daß sie ihr Land besetzen, allerhand Versprechungen machen. Die Giljaken haben sich nicht nur bestimmt ge­weigert, als Freiwillige sich einreihen zu lassen, sondern sie haben sich auch bemüht, anderen Eingeborenen, tote den Tungusen und Golden, davon abzuraten. Letztere sind als gute Schützen und Führer bekannt und geschätzt-

Die Küsten des baltischen Meeres.

Um die Maßnahmen zur Verteidigung der Küsten des baltischen Meeres entsprechend der Kriegszeit einheit­lich zu gestalten, überträgt ein kaiserlicher Ukas dem Ober-

DasMilitärnwchenblatt" in Berlin bringt eine ver­gleichende Uebersicht der zunächst in Aussicht genommenen Streitkräfte Rußlands und Japans in der Man dschurei. Hiernach werden die Russen stark sein: 221 Bataillone, 183 Eskadrons, 81 Vk Batterien, d. h. 248 450 Mann und 683 Yjefchütze; die Japaner 234 Bataillone, 68 Eskadrons, 130 Batterien, d. h. 226 500 Mann und 780 Geschütze. Somit sind die Russen an Kavallerie bedeutend überlegen, die Artillerie.

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Ier Krieg zwischen Japan und Kußtand.

Eine Meldung des russischen Generalstabes

ist in Petersburg eingelaufen. Danach herrschte am 29. und 30. Mai in der Umgebung von Fongwang- tschöng Ruhe. Am 27. Mar begann die japanische Infanterie um 10i/2 Uhr abends von Kuandiansian aus einen Front- und Flankenangriff auf un­sere Kosaken, welche eine Stellung bei Schaogo, 15Werst nordwestlich von Kuandiansian besetzt hatten. Unter dem Schutze der Dunkelheit eröffneten die Japaner ein an­haltendes, unregelmäßiges Feuer. Dom Beginn des Ge­fechts ab bemerkte man elektrifche Signalzeichen. Die Kosaken zogen sich zu Fuß bis zum Tschaulinpaß, zwei Werst westlich von Schaogo zurück, später nach Ainia- mino, 16 Werst westlich des Tschaulinpasses- Das Gewehr­feuer nahm am 28- Mai früh 2 Uhr ein Ende.

Am Ende des Tschaulinpaffes,

so fährt die Meldung fort, hörten die Japaner mit der Verfolgung auf. Am Morgen des 28. Mai erschienen die ersten Kolonnen einer japanischen Abteilung bei Ainia- mine- Sie gingen später auf die Höhen westlich Mnia- mine zurück. Um 10 Uhr vormittags stellten die Japaner sich in Schlachtordnung auf, zwei Bataillone mit einem dritten in Reserve. Um 11 Uhr traf eine Batterie auf der Stellung ein und eröffnete ein Schrapnellfeuer. Während des Marsches durch das Flußtal litt die japanische Infanterie, die in dichten Massen vorrückte, unter dem Feuer der Kosaken, llnt 11 Uhr 20 Min. gingen die Ko­saken, die bemerkt hatten, daß die Japaner den rechten Flügel auf der Seite von Tajangkou umgingen, in guter Ordnung nach Saimantsi zurück. Das Feuer der Nachhut hörte nachmittags 2 Uhr auf. Der Verlust der Russen be­trug zwei Offiziere und sieben Kosaken. Am 30. Mai rückten die Japaner in der Richtung auf S aim an tsi vor. Sie wurden dabei von Kosaken überrascht- Zurzeit des Ab­ganges des Telegrammes waren die Japaner noch nicht ein getroffen. Am 29. Mai war die Stadt Sajan noch nicht von den Japanern besetzt. Auf dem Ufer bei Jnku, Kaitschu und Hfiunjuetschoeng herrschte Ruhe. Am 30. Mai gegen mittag begann unsere Kavallerie bei der Eisenbahn­station Vaganvopu ein Gewehrfeuer mit einer japanischen Abteilung, welche in Stärke von acht Kompagnien, acht Eskadrons und vier Mitrailleusen vorrückte. Während des Gefechtes machten unsere berittenen Sotnien einen glän­zenden Angriff auf eine japanische Eskadron auf der linken Flanke der feindlichen Schlachtordnung und sprengte sie fast vollständig auseinander. Dann stürzten sie sich auf die Infanterie, mußten aber unter dem Feuer der Mitrail- leusen^urückgehen. Dem. Marsch der japanischen Infanterie, welche unsere rechte Flanke umgehen wollte, wurde durch das Feuer unserer Batterie Einhalt getan, welche dem Feinde beträchtliche Verluste beibrachte. Unsere Verluste sind noch nicht festgestellt. Nach unseren Ermittelungen sind ein Offizier und 21 Mann verwundet, 25 Pferde verloren.

Räumung Dalnys.

Die Russen räumten Dalny Hals über Kops, nachdem sie versucht hatten, die Stadt zu zerstören- Javanische Pa­trouillen berichten, daß mehr als 100 Gebäude, Kaferne- ments, Depots, Eisenbahn-, Telegraphenbureaus beschädigt sind- 200 Eisenbahnwagen wurden unbeschädigt vorgefunden. Die Russen zerstörten den großen Quai und sperrten die Einfahrt zum Hafenbassin mit versenkten Dampfern- Die Anlegebrücken litten nicht- Man glaubt, daß die Armee des Generals Oku Dalnv unverzüglich besetzen wird-

Dor Port Arthur.

Am 31. Mai morgens sandte Admiral Togo vier Ka­nonenboote, zwei Torvedobootszerstörer und zwei Torpedo­boote nach Port Arthur, die dort unter heftigem Feuer der Strandbatterien eine sorgfältige Rekognoszierung vornahmen und feststellten, daß die Russen auf einem der beiden neuen Forts am Liautischan-Vorgebirge eine neue Scheinwerferstation einrichteten. Das Kanonenboot Nr. 3 wurde von einem feindlichen Geschoß getroffen, wobei ein Unteroffizier getötet, drei Mann verwundet und ein Ge­schütz beschädigt wurden, die übrigen Kanonenboote blieben unbeschädigt. Auch die Russen zerstörten eines ihrer Kanonenboote, welche sie während des Kampfes um Nau- schau vom Talienwan aus gegen die linke Flanke der Ja­paner benutzten. Der Name des Schiffes ist unbekannt. Es dürfte derBobr" gewesen sein-

Die Stärke der Streitkräfte.

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