Ausgabe 
1.3.1904 Zweites Blatt
 
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Deutsches Reich.

Berlin, 29. Febr. Der Kaiser hatte für den 7. und 8. Mär- Einladungen zu Diners bei dem sp^n'seben und russischen Botschafter angenommen. Infolge des Trauer- falls im kaiserlichen Hause hat er aber seine Teilnahme wieder absagen lassen.

In nnterrichiteten Kreisen gilt zurzeit eine Zusam­menkunft des Kaisers Wilhelm mit König Vik - torEmanuelim Zusammenhonoe m't der bevorstehenden Mittelmeerfahrt nicfyt als unmöglich. Bon irgend welchen Plänen ist jedoch in dieser Hinsicht nicht die Rede, zumal t>i die Mittelmeerre-se des Kaisers dem Erholungszwecke dient.

D^rReichsanz." veröffentlicht das Gesetz betr. die Kontrolle des Reichshanshalts und des Landeshaushalts von Elsah-Lothringen und des Haushalts der Schutz- gebiete, sowie die Bekanntmachung betr. Vorschriften für Auswandererschiffe.

In der Mainzer Volksztg. svrach der Reichs- und Landtagsabg. Dr. David dem sächisischen Zentralkom'tee, das gegen die Kandidatur Göhres Protest erhoben hat, seine Mißbilligung aus. Das Vorgehen des Ko­mitees sei durchaus unberechtigt, und er (Davids hoffe des­halb auch, daß Göhre, in dem die Fraktion einen außer­ordentlich kenntnisreichen und befähigten Mitarbeiter er­halten würde, nichit verzichtet, sondern dem Stufe der Partei­genossen des Wahlkreises Folge leistet. (Wir haben bereits in unserem heutigen Morgenblatte m'tgeteilt, daß Göhre auf die Kandidatur verzichtet. D. Red.)

Straßburg, 29. Febr. Das reickiZländische Ministe­rium hat die Einführung und die Verbreitung der in Frank­reich erschienenen französischen Übersetzung des Bilseschen RomansAus einer kleinen Garnison" für Elsaß-Lothringen auf Grund des § 2 des reichsländischen Paßgesetzes verboten._____________________________

Seer und Ätotte.

S. M. der Kaiser teilte am 29. d. M., wie ans Kiel gemeldet wird, den Offizieren des 1. Seebataillons mit, daß er S. K. H. den Großherzog von Hessen a la suite der Marine-Infanterie gestellt habe.

Marinebefehl. Eine Sonderausgabe desMa­rineverordnungsblattes" enthält folgenden Marinebefehl: Aus Anlaß des Ablebens Meines Reffen des Sohnes Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Hein­rich von Preußen bestimme Ich hierdurch folgendes: 11 Die Offiziere Meiner Marine haben für 3 Tage Trauerflor um den Unterarm anzulegen. 2) Bei der Ueberführung des SargeS nach der Rikolaikirche sowie am Beisetzungs­tage ist der Sarg von Fähnrichs zur See zu tragen. Leut­nants zur See des jüngsten Jahrgangs und Fähnrickis zur See haben den Ehrendienst in der Kirche während der Rächt zu Übernehmen. Truppen der Garnison bilden stehen­des und wandelndes Spalier. Anzug: Paradeanzug. 3) Am Beisetzungstage, Montag, den 29. Februar, sind die Gaffel­und Tovpflaggen aller in der Heimat befindlichen Schiffe sowie die Flaggen am Lande Halbstocks zu setzen. Vor der Kirche stellt die Marine-Infanterie eine Ehrenwache. Bei der stillen Ueberführung des Sarges in der Nacht vom Sonntag zum Montag bildet je eine Eskorte von 1 Offiziier und 30 Mann der 1. Matrosendivision die Spitze und den Schluß. 4) Mit Beendigung der Trauerfeierlichkeit in der Kirche feuert je ein Schiff des 1. und 2. Geschwaders und der Ausklärungsschiffe sowie das Wachtschiff in Kiel einen Trauerfalut von 21 Schuh. Sie haben diese Meine Ordre der Marine bekannt zu machen.

Berlin Schloß, den 27. Februar 1904.

Wilhelm. An den Reichskanzler lR^ichs-Marine-Amt.l

Ausland.

London, 29. Febr. Lord Lansdowne und der spa­nische Botschafter unterzeichneten am 27. Februar den Schiedsgerichtsvertrag, der dem zwischen Eng­land, Frankreich und Italien abgeschlossenen Schieds- gerichtsvertrage entspricht. Der Vertrag gilt auf 5 Jahre, vom Tage der Unterzeichnung an gerechnet.

Brüssel, 29. Febr. Der Nordoeutsche Lloyd telegra­phierte an seinen Antwerpener Vertreter, daß Kaiser Wilhelm der Trauer wegen seinen BesuchinVelgien auf den Sommer verschoben habe.

Paris, 29. Febr. Das Datum der Ankunft des Präsi­denten Lonbet in Rom wurde offiziell auf den 24. April festgesetzt. Das Programm umfaßt auch einen Besuch Lou- bets in Neapel.

Rom, 28. Febr. DieTribuna" schreibt: Die deutsche und die italienische Regierung schlossen in verhältnismäßig kurzer Zeit ein Handelsabkom­men, da beide überzeugt waren, daß ein Uebereinkommen auf diesem Gebiete notwendig sei und nicht in die Länge gezogen werden dürfe. Wie das Blatt hinzufügt, würden die Bevollmächtigten am Dienstag den Wortlaut des Ver­trages feststellen, worauf die deutschen Delegierten nach Berlin zurückkehren würden.

In politischen Kreisen verlautet, zu Ostern werde eine Zusammenkunft zwischen dem Reichskanzler Grafen Bülow und dem italienischen Minister des Aeußern T i t t o n i in Venedig stattfinden. Weiter berichtet man, in diesen Tagen hätten die Dreibundmäcyte ein Uebereinkommen bezüglich der Balkan an g e- legenheit beschlossen, welches das von Venosta unb Prinotti mit Oesterreich-Ungarn geschlossene vervollständige, damit keine der mehr an Deutschland an der Balkan­frage interessierten Dreibundmächte irgendwie benachtei­ligt werden könnte. Aus Neapel wird gemeldet, der Reichskanzler werde einen 14tägigen Erholungsurlaub auf Capri nehmen. __________________

Aus Klaöl uni) Land.

Gießen, den 1. März 1904.

Kommers zu Ehren des Geh. Kirchenrates Prof. D. Kaltendusch. Gestern abend fand im Cafs Ebel ein KommerS der theologischen Fakultät zu Ehren deS Geh. KirchenrateS Prof. D. Kattenbusch statt, der mit Ende dieses Semesters, einem Rufe nach Göttingen folgend, Gießen verläßt. Eine große Anzahl früherer Schüler hatte sich ein­gestellt, um mit ihrem verehrten Lehrer noch ein paar Stunden zusammen zu sein und ihm Lebewohl zu sagen. In ernsten und heiteren Reden wurde es ausgesprochen, wie er Vielen entscheidende Anregungen für ihr ganzes Leben ge­geben habe und wie er durch die warme Teilnahme, die er jedem seiner Schüler entgegenbrachte, im Laufe seiner 25jäh- vigen Wirksamkeit hier viele Herzen gewonnen habe, die in Dankbarkeit an ihm hängen. So gestaltete sich der Kommers zu einer Feier, die der herzlichen Dankbarkeit und Ver­ehrung aller seiner Schüler den rechten Ausdruck gab. Sie

hat ihm wohl gezeigt, daß er in diesen 25 Jahren Vielen zum Segen gewesen ist und ihm wohl deutlich gesagt, daß seine hessischen Schüler ihn und was er ihnen gewesen ist, nie vergessen werden.

** Kaiserpanorama. Wie au? dem Inseratenteile ersichtlich ist, hat sich der Besitzer des Kaiserpanoramas be­müht, die ungemein viel besuchte Serie9(u§ den glorreichen Tagen von 1870/71" bi§ inkl. Sonntag, den 6. März, aus­stellen zu können. Wer bisher das Panorama noch nicht besucht hat, hat damit Gelegenheit, es nachzuholen.

Alsfeld, 29. Febr. Schon seit langer Zeit ist, wie die Alsf. Oberh. Ztg. schreibt, die Rede von der Erbau­ung eines Krankenhauses in unserer Stadt; aber leider haben sich die Worte und Wünsche noch nicht zur Tatsache verdichtet, lieber die Notwendigkeit der Erbauung eines Krankenhauses herrschen wohl kaum ernsthafte Meinungs­verschiedenheiten; die Ursache der Verzögerung des Baues scheint auf finanziellem Gebiet zu liegen. Wie man hört, wird die vorliegende Frage gegenwärtig im Gemeinderat ernstlich erwogen.

Mainz, 29. Febr. Bei einem Kollekteur der Mittel­deutschen Klassenlotterie ist eine interessante Briefmarken - fälschung aufgedeckt worden. Vor einigen Tagen erhielt der Kollekteur einen Bries aus Rußland, welcher als Einlage eine größere Anzahl russischer Briefmarken enthielt, mit dem Ersuchen, dem Absender des Schreibens für die inliegenden Briefmarken die entsprechende Anzahl Lose der Mitteldeutschen Klassenlotterie zuzusenden. Da aber die Briefmarken alle einzeln in dem Briefe lagen, so schöpfte der Kollekteur den Verdacht, daß eS mit den Briefmarken ein besonderes Be­wandtnis haben müße. Die Marken darunter solche im Werte von einem Rubel wurden daraufhin einer genauen Besichtigung unterzogen, und nun konnte man erst auf allen Marken wahrnehmen, daß sie bereits im Verkehr gewesen waren und eine Abstempelung erfahren hatten. Die Stempel­farbe war aber mit einer chemischen Abwaschung so gut ent­fernt worden, daß dies bei einer oberflächlichen Besichtigung der Marken nicht wahrgenommen werden konnte. Nur dadurch daß einzelne Marken durch zu starkes Abstempeln einen zu tiefen Eindruck erhielten, konnte die Fälschung festgestellt werden. Nach dem Abwaschen der Stempelfarbe waren die Marken wieder geglättet und auch frisch gummiert worden, um denselben das vollständige Aussehen neuer Marken zu geben.

Frankfurt a. M., 29. Febr. Das Verhör des Klaviertransporteurs Bruno Groß, der sich frei­willig der Polizei gestellt hat, dauerte länger als vier Stunden, bis 9 Uhr abends. Es ist nicht bekannt geworden, ob die Vernehmung den Verhafteten belastet. Das Hans Zeil 69 war zur Abendzeit von Hunderten belagert, da sich das Gerücht verbreitete, daß Groß an den Thatort verbracht werde. Das soll aber nicht der Fall gewesen fein. Für den Fortgang der Untersuchung ist der Moment von Wichtigkeit, daß es der Polizei gelungen ist, ein Geschäft zu ermitteln, wo erst vor kurzem solche Schnur, die bei der Strangulation ver­wandt wurde, zum Verkauf gelangte.

Frankfu rt a. M., 29. Febr. Während ihr Sohn und ihre Schwiegertochter auf einem Maskenballe waren, er­tränkte sich die 73jährige Witwe Margarethe Bahlin in ihrer Wohnung in einer Badewanne. Auf dem Tisch hatte sie ihre Baarschast von 83 Mark nebst einem Briefe niedergelegt, in dem sie bestimmte, daß diese 83 Mark zu ihrer Beerdigung verwendet werden sollten. Ueber das Motiv ihrer Tat stand nichts in dem Briefe.

Frankfurt, 29. Febr. Tie ehemalige Hauptwache soll an Herrn de Giorgi für jährlich 25000 Mark ver­pachtet werden. Der Pächter läßt die baulichen Veränder­ungen auf seine Kosten bis zum Betrag von 100 000 Mark ausführen. Er erhält em Stück des Cchillerplatzes und ver­pflichtet sich dafür, unterirdische Bedürfnisanstalten mit einem Aufwand von 80000 Mark herzustellen. Letztere Summe ist bei den erwähnten Baukosten einzurechnen. DaS Pachtoer­

in einer kleinen Gasse nahe der Kirche mit zwei ihm be­gegnenden Zivilisten in Streit, der in Tätlichkeiten aus­artete, wobei der Hauptmann seine Waffe ge­brauchte. Zivilisten, Schutzleute, Soldaten und Offiziere kamen hinzu. Tie Menge zählte nach Hunderten. Der Kampf pflanzte sich durch mehrere Straßen bis auf di- Steinstraße fort. Lindner, der erhe bliche Verletz, ungen erlitt, wurde in das Haus des Kaufmanns Klemm aebracht. Die Pvli-ei zerstreute die aufgeregte Menge, lieber die Ursache des Streits gibt es zwei Lesarten: Nach der einen soll der Hauptmann von Zivilpersonen angerempelt sein, nach der anderen der Hauptmann den Streit provo­ziert haben.

* München, 29. Febr. Die Stickereigeschäfts-Jnha- berin Frau Tb euer wurde heute innigen von ujrem Zimmerherrn, dem Magistratssekretär Georg Schlund durch drei Revolverschüsse getötet. Schlund tötete sich bann selbst durch einen Schuß in die rechte Schläfe. Der Täter wollte mit Frau Theuer, welche an einen geisteskranken Arzt verheiratet ist, ein Liebes­verhältnis anknüpfen, worauf sich die Ermordete jedoch nicht einließ.

* Der Geisteszustand der Prinzessin Luise von Coburg. Auf Antrag des Wiener Kurators Dr. Feistmantel erfolgte in der HeilaichaT L^ederho' bei Dresden durch eine Sachverständ!g"nkommiss'on, d''e aus dem Wiener Professor Wagner von Jauregg, dem Berliner Professor Friedrich Jolly, dem Geh. Medizmalrat Dr. Guido Weber, dem Direktor der sächsischen Landes'rrenanstalt, Sonnen- stein, und dem belgischen Oberstabsärzte Dr. Leopold Melis zusammengesetzt war, abermals eine Untersuchung des Geisteszustandes der Prinzessin Luise von Coburg. Tas Gutachten erklärt, daß der Zustand der krankhaften Geistes­schwäche unverändert fortbesteht und die Patientin un'ähig ist, ihre Angelegenhe't selbst zu besorgen, sodaß ein dauern­der Aufenthalt unbedingt notwendig ist und daß in Pier­sons Anstalt Liederhof alle Beding"ugen gAgebm sind, welche eine zweckmäßige und schonende Behandlung der Prinzessin gewährleisten. Das kaiserliche Obersthofmarschallamt, das dieses Gutachten pub'iziert, erklärt, daß die Überprüfung des Gesundheitszustandes der Prin^'ssin Luise von Koburg keinen Anlaß zu einer kuratelsbehördlichien Verfügung ge­boten habe, das heißt, keine Aenderung im bisherigen Kuratelzustande Platz greife.

Kerichlssaat.

ko. Frankfurt a. M., 29. Febr. Vom Kriegsgericht der 25. Division sind in einer am 21. Januar in Gießen ab- gehaltenen Sitzung der Gefreite Winnecker und die Musketiere Hans, Werner, Albach, Kräher, Frey und Jllig von der 12. Komv. 116. Jnf.-Regts. zu Gefängnisstrafen verurteilt worden, weil sie am Abend des 6. Dezember v. Js. den Musketier Schmidt von der 1. Komp, des genannten Regiments gemeinschaftlich mißhandelt zu haben, für schuldig befunden wurden. Hans, der dabei von seinem Seitengewehr rechtswidrig Gebrauch gemacht hatte, erhielt 7 Wochen, die anderen je 14 Tage Gefängnis. Gegen das Urteil hatten alle 7 Berufung eingelegt. Das Oberkriegsgericht sprach den Albach frei und ermäßigte die Strafe des Hans auf 4 Wochen Gefängnis. Im Uebrigen wurde das Urteil der ersten Instanz bestätigt. Ter Vorfall hatte sich auf der Straße in der Nähe der Kaserne abgespielt.

L. Leipzig, 29. Febr. (R e i ch S g e r i ch t.) Wegen Be­leidigung des Geh. Schulrats Tr. Schädel, der Direktor des Gymnasiums, ist bekanntlich am 26. August v. I. vom Land­gerichte Gießen der praktische Arzt Dr. med. Klein zu einer Geldstrafe von 150 Mk. verurteilt worden. Man erinnert sich, daß eine Korrespondenz zwischen den beiden Herren wegen eines da­mals das Gymnasium besuchenden Sohnes des Dr. Klein Einlaß zu einer Beleidigungsklage gab. Die Revision des Angeklagten, der sich über die Nichtzubilligung des Schutzes des § 293 beschwerte, wurde vom Reichsgerichte als unbegründet verworfen.

M ü nch en , 29. Febr. In der Untersuchung wegen Ver­gehens wider die Religion, begangen durch den Si m p l i c i ss im u s", beschloß das Amtsgericht, das Haupt- verfahren nicht zu eröffnen, sondern die Angeschuldigten außer Verfolgung zu setzen.

Paris, 29. Febr. Der Untersuchungsrichter verfügte die Einstellung des Verfahrens gegen den Armenier Louban, welcher ki'irzlich den Anschlag auf MaxNordau, den Präsidenten des Zionisten-Kongresfes, verübte, da er nach dem ärztlichen Gutachten für die Tat nicht verantwortlich zu machen sei. Lauban wird in eine Irrenanstalt übergeführt.

Oppel ist, wie uns mitgeteilt wurde, nicht aus dem Ge°

zuslandes gebracht worden war. Der Turnverein in Krof

darf hielt am 28. d. M. sein 2. Winterfest ab.

VermiicVKi*

werden. Bei den im Anschluß an daS neue Scha uspiel- hauS erbauten drei Häusern an der Neuen Mainzerstraße

arzt es soll unter gleichen Bedingungen wie vorher, also auf zwölf Jahre bei 8 000 Mark Gehalt und 4000 Mark Pension im Fall der Dienstunfähigkeit vor Ablauf des Ver­trags, erfolgen. Der Magistrat beantragt ferner Bewilligung von 1000 Mark für einen weiblichen Arzt, der die Untersuchung der weiblichen Angestellten zu übernehmen hat.

Homburg v. d. H., 1. März. Der Güterzug, der 1036 Uhr hier eintreffen sollte, entgleiste im Bahnhof Oberursel. Ein Wagen siel um, sodaß die Passagiere des Schnellzugs Frankfurt-Homburg und des Personenzngs um- steigen mußten. Niemand wurde verletzt.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbar st aaten. Der in Wiesbaden verhaftetete Einbrecher

läufige Nachbewilligung von 192 000 Mark für eilige Forder- ^Gefa^hr^ine? ungen beantragt. Die Anstellung des neuen Stadt- ,

DaS neue Schauspielhaus zeigt nach vorläufiger Abrechnung znrückzuführen haben. In der ersten Hälfte des vergangenen Jahres 450000 Mark Ueberschre itung. Es wird die vor- war die Spekulation sehr zurückhaltend, weil der Geldmarkt allen - - -- ' -..... - »».»hovf.H) nmr. Als aber im letzten Drittel des Jahres

, stärkeren Geldversteiferuug als beseitigt angesehen wurde, begann eine, zum mindesten sehr forderte Spekulation in Dividendenvapieren. Die Kurse dieser Papiere wurden auf ein Niveau geschraubt, das in einem ausgesprochenen Mißverhältius nicht allein zu der tatsächlichen Rentablität, sondern auch, und das war das bedenklichste, zu den Zukunftsschancen stand. So sah man im Oktober v. I. eine Reihe der ersten Spekulationspaviere so in die Höhe getrieben, wie in der besten Zeit der wirtschaftlichen Hochkonjunktur, als jene Effekten eine wenigstens einigermaßen den damaligen Kursen entsprechende Rente abwarsen. Dieses Treiben wurde so ziemlich bis Jahresschluß fortgesetzt. Nur als der russisch-japanische Konflikt begann, wurde die Börse stutzig, ließ sich jedoch bald wieder trösten und wie gründlich |te bis in die jüngste Zeit hinein getröstet wurde, und mit welchem Erfolg, das haben wir schalidernd erlebt und wird allen In- tereffenteii daueriid im Gedächtnis bleiben. Ein anderer Umstand ist an dem rapiden Kurssturz auch mit schuld und dieser ist, da« die Banken und das Großkapital zri sehr bei ausländischen Ge- ..., ।viv un» iiuujvicui iuuwh ...Wv w.H schäften interessiert sind. Nicht nur eine Menge Minenshares stecken

fänaniS in G i - si -> n niiSnebrochcn sondern ans der leider heute noch in Deutschland, sondern auch andere ansländi che

r « er .? f.abgebrochen, sonoern aus oer ^erte. Beweis dafür war, daß insbesondere Berlin beim jüngsten psychiatrischen Klimk, wohin er zur Untersuchung seines Geistes- QUg(änbtfcben Rentensturz, der von Paris ariSging, hineingezogen wurde. Dann kam der Fall Fritz Meyer, der nach der letzterwähnten Richtung beinahe etwas Typisches an sich hatte es kamen noch einige andere kleinere Meyer zil Fall unb wie die Situation jetzt steht, ist es durcharls nicht ansgeschloffen, daß wenn ailch die Hoch­

finanz für den Augenblick vorgebengt hat, im März noch die eine oder die anbere Zahlungseinstellung nachfolgt. Kurz, bie Börse

* Berlin, 29. Febr. Nach Unterschlagung von steckt setzt mitten in einer Krise unb es ist sehr fraglich, ob sie 10 000 Mark ist der 34 jährige Expedient Stahlberg eines ,d)nca ro cbcr herauskommt.

hiesigen Vcrlagshauses flüchtig. Gießen, 1. März. Mark tbericht. Auf hentigem Wocbenmarkt

B e r l r n , 29. Febr. ^er F e r n z u g Nr. 376, der heute kosteten: B.itter pr. Psd. 0,90-1.00 Mk., Hühnereier J St. 6-7 Psg- nacht aus Magdeburg abfuhr, 2,36 in Potsdam eintraf 2 Stck. 00OOVfg., GänseeierOO 00 Pfg., Enteneier80 Psg., Kafe und 3,5 Uhr auf dem Potsdamer Bahnhof in Berlin an- vr.Stck. 68 Pf., Käsematte2 Stck. 56 Psg., Erbsen pr. Liter 21W, langen sollte, entgleiste heute morgen kurz vor drei Zinsen pr. Liter32Psg., Tauben pr.Paar0,801,00Mk., Hühner Uhr in der Nähe der Station Ncubabelsberg. Tie Loko- 1.301,40 Mk., Hähne pr. Stück 0^801,70 Mk., Emen pr. Sn motive geriet auf Sand und legte sich aus eine Seite, so- l'70~2'1°: ?anse pr. Ad. «),0 M., Ochsenckeisch A: d

daß der Zug mit einem plötzlichen Rucke h.elt. Tie Pasta- ®8e(fpr^Pfund giere erlitten heftige Erschütterungen, wurden jedoch, mcht % $ \ ^ld^isch^pr. Pfb.Ä-70 Pfg., HannUelsle.fch vr. Pfund verletzt. ^^ 6474Pfa.,Karcofselnvr.lOOKgr.6,OO-O,O0Mk.,Weißkrautver

^Bautzen, 29. ^ebr. Hier gao es in der Sonntag nacht Stück 912 Psg., per Zentner O.Ou0.00 Mk., Zwiebeln pr. Zeinner eine große Slagerei zwischen Offizieren, Sol- 7,0010,00 A!k., Aiilch per Liter 18 Psg., 9lcyfe( per Zenmer 2U baten und Zivilisten. Haup.m. nn L i n d n e r geriet bis 26 Alk., in Körben 0000 Pia. Nüjie 100 St. 8*4<) Psg.

bältniS ist auf zwanzig Jahre festgesetzt. Es soll ein feineres UNÜ Wtftdir NolKSwirisÜMft»

Kaffeehaus mit Schokolade- und TeeauSschank eingerichtet &fUllUn UUV

... Die eigentlichen Ursachen der jüngsten KursrückgLnge.

Der äußere Anlaß zur gegenwärtigen Börsenkrisis mag wohl in , , .. E . AAA an - < dem Ausbruch des ostasiatischen Krieges zu suchen sein, die inneren

hat sich eine Kostenüberschreitung von 54 000 Mark ergeben. Ursachen aber wird man wohl ober übel auf UeberspekulcMon