Ausgabe 
1.3.1904 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Zweites Blatt

Nr. 51

154. Jahrgang

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen.

Nie ßtufißt Kummer umfaßt 12 Seiten.

ein mit

omit nicht

Feuilleton

8.

isen«

i *61«5

g»

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieLiehener Lamilienblättek" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der HSe|fl|d)t Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Dienstag 1. März 1904

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche« Universitälsdruckerei. R. Lange. Gießen.

Redaktion, Expedition u.Druckerei: SchuIstr.V, Del. Nr. 61. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.

legen und sich dann mit der Annahme der Autzschußantröge im Plenum zu begnügen; der Abgeordnete, der prinzipielle oder sonstige Gesichtspunkte dabei erörtern will, findet im Ausschuß genug Gelegenheit dazu; das Plenum und damit die Oeffrntlichkeit interesiieren sie in den vielen Fällen wenig. Bor allem aber dürfte es sich empfehlen, den ruhigen Gang derBerat ungen nicht durch das Dazmischenbringen von Interpellationen oder Erörterungen zu unterbrechen, die unnütz die Parteileide ns cha ften entfachen. ES wäre nach unserem Dafürhalten das richtigste, wenn man dem alt­bewährten Beispiel deS Reichstags folgend von Zeit zu Zeit sogenannte »Schwerins tage" abhielte, an denen nur An­träge ftuS dem Hause und vielleicht noch Petitionen erledigt würden. Da in unserer Kammer ja die Debatten über Hunde­steuer und ähnliche Dinge eine so hervorragende Rolle spielen, so würden wir empfehlen, diese besonderen EihungStage kurz und treffend alsHundstage" zu bezeichnen. Wir sind überzeugt, diese temporären Hundstage in der Kammer selbst in den kalten Wintermonaten viel Gute? stiften könntent

Graf Oriola gegen Herrn v. Werner.

Graf Oriola veröffentlicht folgende Erklärung:

Herr Akademiedirektor Anton v. Werner hat sich! bewogen gefunden, in einer BroschüreTie Kunstdebatte hn Reichstag am 16. Februar 1904" sich auch mit den Ausführ-

Lttlichlj

rtr zu 1,20 M. «eiert te

-sät

Jpie Klalsviraluntt in der Kammer.

Man schreibt und aud Darmstadt:

Als wir vor einigen Wochen an dieser Stelle über Über­flüssige Reden und Zeitvergeudung in der Kammer redeten, taten einige empört darüber und eS wurde sogar mit der Anwendung von Gewaltmaßregeln gegen die Missetäter ge- droht. Tatsächlich sind auch Erwägungen darüber angestellt worden, auf welche Weise man den Blättern, die ein freies Wort über die Tätigkeit unserer Zweiten Kammer zu äußern Vw Kühnheit hatten, an den Kragen gehen könnte, ein Beweis, daß dem stolzen Mond das Bellen deS PreßmopseS doch nichtwurschtig" gewesen ist. Ja, daS Wort von den .eventuellen Konsequenzen', die man ziehen würde, ließ er­kennen, daß die ruhige Wandelbahn deS guten MondeS einiger- «naßen ins Schwanken geraten war.

Wie recht wir mit unserer Mahnung zur Eile in den Kammerberatungen hatten, zeigt sich schon jetzt in klarster Weise. Der Monat März ist herangerückt und wir stehen in den Etatsberatungen noch immermitten drin'. Nun muß man zugestehen, daß die Kammer seit ihrer viel zu späten Einberufung tüchtig gearbeitet hat; nach Einführung der ein­jährigen Budgetberatungen ist »aber auch die Redelust so manchen Parteigrößen ganz gewaltig in die Höhe geschossen t nb da erweist sich die Zeit von Mitte Februar ab zur Etats- euledigung als viel zu kurz. Der Kammerpräsident hat sich mm in letzter Zeit wiederholt bemüht, die Verhandlungen möglichst dadurch zu fördern, daß auch am Samstag oder cuent. am Nachmittag Sitzungen abgehalten werden. Für LiieseS Auskaufsmittel herrscht aber im Hause wenig Neigung, timb mit Recht. Denn einmal kann eS niemanden angenehm ft in, nach vier- bis fünfstündiger strenger Arbeit auch noch ebne fast ebenso lange Nachmittagssitzung mitzumachen, anderer- si its aber wird man auch denjenigen Abgeordneten nicht ganz umrecht geben können, die neben ihrer Tätigkeit in der Kammer noch VerufSgeschäfte zu erfüllen haben und für diese den § amStag freigehalten wissen wollen. Für letzteres spricht anch noch ein anderer Umstand, der Geldbeutel der Steuerzahler. Artikel 64 der landständischen Geschäfts­ordnung bestimmt, daß die Abgeordneten während ihres Auf- etvthalts an dem Orte der Versammlung 9 Mark Tage- gsld und 8 Mark Vergütung für Uebernachtung bk ziehen. ES ist nun Sitte, wenn am Samstag eine Kammer­sitzung stattfindet, die Diäten ohne Unterbrechung auch für Sonntag und Montag anzurechnen, sobald die weiter entfernt do'mizilierenden Abgeordneten ihren Wohnsitz nicht mehr am selben Tag erreichen. ES würde also durch die SamStagS- süjungen, die sich doch gewöhnlich nur mit unwesentlichen Dingen beschäftigen können, weil eine Anzahl Abgeordneter ihrer Berufstätigkeit wegen fernbleiben, auch eine nicht un­erhebliche Mehrausgabe für Diäten verursacht werden.

Wir möchten zur Beschleunigung der Beratungen einige andere Vorschläge in Anregung bringen. Man suche zunächst biee vielen sozialpolitischen Interpellationen mög­lichst zurückzudammen und, wenn daS nicht erreichbar, sie inhaltlich zusammenzufasien und die ein ähnliches Thema Behandelnden zur gleichzeitigen Beratung auf die TageSord- nwng zu stellen. Jetzt kommt vor, daß etwa bei Punkt 8 oder 9 der Tagesordnung noch einmal eine ganz ähnliche' Debatte sich entfpinnt, wie sie kurz vorher schon bei Punkt 2 ober 3 stattgefunden hat. Viel kostbare Zeit könnte auch ersipart und für bessere Dinge verwendet werden, wenn man rin nach der Geschäftsordnung durchaus zuläsiigeS abge­kürztes Verfahren bei Erledigungen von Vor­stellungen und Petitionen einrichtete. Man brauchte nur daS Schwergewicht auf die AuSschußberatung zu

ingen

> ennä^

Ausführung geknüpfte Kritik, welche ich auf sch-iedenste ablehne, hinfällig ist und mich fi trifft."

|mi anwuchs. Die Aufführung unter Leitung des Hofrats be Haan war glatt und einwandsfrei. In der Darstell- Mg zeichneten sich besonders Frl. Kapust alsMaria", Frll. R ö d i g e r alSLieschen" und Frau T o l l i alsSa­hin e", und die Herren Weber (Rappelkopff), Geßner l^enkänig) und Birrenkoven (Diener Habakuk) aus.

ässe 58

, G. Freiburger ^Lotterig £*^.3.30 Mo i lijJ 12,184

Mark 122500 niWwtnDe. yerk opooo gooo 20000 10000 5000- 5000 *3000- 6000 *2000- 4000 *1000- 5000 1*500-10000 10-100-20000 0-50-10000 10-20-20000 0-10-20000/ ß-6-52500\ Är&Co.

rmstadt, Bheimtrasee U »e in Giessen bei R'chard !haoker,Cig.,Neoenbäuell, lipp Weller, Markt 1, wllt liier, Cig, Seitenweg ä, Cirl Volk, Cig, Grti-

Kobold". Ein paar Wünsche an die deutsche Musikkritik. Isadora Duncan. Von Schwind und Richter. Firmenschilder-Geschrei und Modernität. Der Kragenschoner. Neue Kunstwart-Unternehmungen. Notenbeilagc: Anton Scandellus, Trinklied. Bilder-Bei- laaen: Otto Greiner, An Max Klinger; Max Klinger, Brusd- bild einer Frau; Ein Bild aus dem ZyklusEine Liebe"; und Die Pest.

*

Eine enorme Ueberschreitung des Vor­anschlags ist bei dem Bau der neuen Freiburger Universitätsbibliothek, dessen Leitung in den Hän­den >( des Heidelberger Schloßrenovators Oberbaurat Schäfer liegt, vorgekommen. Wie aus dem Berichte der Budgetkommission hervorgeht, beträgt der Bauaufwand, der nach den ursprünglichen Plänen 476 000 Mk. kosten sollte, jetzt nach Fertigstellung der Bibliothek 1005 600 Mk. Die vom Landtage jeweils bewilligte Exigenz wurde viermal überschritten, und es ist dabei beute noch sehr frag­lich, ob die genannte Summe ausreicht. Die bei diesem Bau gemachten Erfahrungen veranlassen die Budyetkom- mission zu dem Antrag, die Regierung soll künftig btc Bau­pläne, so genau prüfen lassen, daß Ueberschrcitungen der ge­nehmigten Bausumme nicht mehr als 10 Prozent derselben auSmachen können. Die Regierung soll künftig die Bau­ausführungen nur solchen Architekten übertragen, welche die erforderliche Garantie für rechtzeitige unb planmäßige Aus­führung gewähren und die Bauausführung ständig über­wachen lassen.

Dr. Behr end, Professor für laichwirtschaftlichie Technologie und organische Chemie an der landwirtschaft­lichen Hochschule in H o h e n h e i m, erhielt einen Ruf an die in Danzig zu errichtende Technische Hochschule. Tem Neuen Tagbl." zufolge wird Behrend dem Rufe folgen.

Kolilische Talzesschau.

Aus dem Reichstage.

Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 29. Febr.:

ungen meiner Rede und mit meiner Person zu beschäftigen. Ich sehe davon ab, an dieser Stelle mich mit Herrn vott Werner über unsere allerdings sehr von einander ab­weichenden Anschauungen bezüglich der Förderung deut­scher Kunst und der Vertretung derselben bei großen Ausstellungen auseinanderzusetzen. Nur eine mich per­sönlich betreffende Behauptung will ich richtigstellen, die Herr v. Werner kaum gemacht haben dürfte, wenn er vor Abfassung, seiner Broschüre den stenographischen Bericht der betreffenden Neichstagssitzung durchgelesen hätte. Herr v. Werner sagt auf Seite 15 der Broschüre:Und nun! kommt Herr Graf Oriola, welcher mich seit seiner Gym- nafiastenzeit persönlich kennt, und spricht die ungeheuer­liche, von dem Abg. Singer aufgestellte Behauptung nach, daß ich mich in die Zentraljury in Hamburg eingedrängt hätte, ohne derselben anzugehören!" Im stenographischen Berichte meiner Rede (84. Sitzung Seite 1009 B) steht in­dessen das folgende:Aber charakteristisch ist . . . die Be­schreibung, die Herr Sihmcmn von den Vorgängen macht, die sich in der Zentraljury abspielten, nachdem Herr von Werner, der gar nid# zur Jury gehörte, aber nach Ham­burg als Negierungsvertreter gekommen war, seinen Ein­fluß geltend gemacht hatte, welche Bilder aus den Ga­lerien mit nach St. Louis gehen sollten." Tie Auslegung meiner Worte, wonach ich von einemSich-Einbrängen" gesprochen haben soll, ist um so weniger zulässig, als ich! bei meiner Ausführung von der Voraussetzung ausging und aus Grund der öffentlichen Erklärung des Herrn Professor Hans Meyer ausgehen zu müssen glaubte, daß Herr Anton von Werner, welcher von dem Herrn Staatssekretär er­sucht worden war, der Reichsvertretung beratend zur Seite zu stehen, nur in amtlickjer Eigenschaft an den Verhand­lungen in Hamburg beteiligt war. Hiernach ergibt sich von selbst, daß die von Herrn Anton von Werner an meine f das ent*

schau: Wilhelm Jordan. Felix. Dahn. Thomas MannsTristan". NochmalsHerderfcicr". Berliner Theater. Münchener Theater. Dresdener Theater. Vater

t/U*

Um diese Stunde erschien (Mraf Bülow im Sitzungs­saal. Er hörte Herrn Bebel sehr aufmerksam zu, der seinerseits nickt verabsäumte, das Interesse deS Reichs­kanzlers wackgubalten. So sprach er wiederholt von der bis zur Selbstentwürdigung gehenden, atavistischen" Ireundickaft Deutschlands zu Rußland, was tumultuari- scheu Widerspruch auf der Rechten entfesselte. Tris Er­eignis des Tages aber war da? rednerische Eingreifen deS Reichskanzlers. Gras Bülow war, wie er eingangs bemerkte, telephonisch in Kenntnis gesetzt worden, daß Herr Bebel eine donnernde Rede halten werde, und aus d e m K r a n k e n z i m m e r h e r b e 1 a e e i l t, um die Ant­wort auf der Stelle zu erteilen. Sie war in der Form glücklich und sachlich von größtmöglicher Schärfe gegen die Sozialdemokratie,die Berater und Helfershelfer frem­der Nihilisten", die er auf dem Gebiete der nationalen! Würde nicht für zuständig halte. Auf das entschiedenste aber wandte sich Graf Bülow peg-m dieimpertinente" Protest­erklärung der russischen Studenten in Berlin.Mr sind in Deutschland noch nicht so weit, von Schnorrern und Verschwörern uns auf der Nase herumspielen zu lassen!" Lebhafter, immer neuer Beifall tönte zum Kanz­ler empor, der sich mehrfach auf Fürst Bismarck bezog, auch heute wieder die Waffe der Satire mit Eleganz handhabte und das Gefecht mit einem Schlage zu einem für die Sozialdemokratie verlorenen machte.

Abg. Haase (Soz.) bemühte sich vergeblich, dieWirk- ung dieser Neoe abzusckwächen. Ebensowenig gelang es allerdings dem Abg. v. Kardorff (Np.) und den preu- ßischen Ministern, sie zu vertiefen. Ter Unmut, der auf der äußersten Linken am Schluß zum Ausdruck kam, war) nach alledem begreiflich.

Tie Russendebatte gilt der Oefseicklichkeit, nach den dichtbesetzten Reichstagstribünen zu sckl'eßen, als eine parlamentarische Aktion ersten Ranges, den Abgeordneten keineswegs. Im Parkett zeigen sich große Lücken, auch die Linke, von der der Vorstoß gegen die Re- pferung ausging, war spärlich besetzt. Abg. Dr. M ü l le r- M einingen (fr. Vp.) leitete heute das Gefecht einer scharfkritischen Rede u. a. über den preußisch-russi- fducnAuslieferungs-Vertrag", durch die er den Staats­sekretär des Aeußeren Frhr. v. R i ch t h o f e n und die preu­ßischen Minister der Justiz und des Innern, Schönstedt und Frhr. v. Hammer st ein, zur Erwiderung veranlaßte. Frhr. v. Nichthofen erklärte, daß die Fremdenpolizei speziell gegenüber rufiifdjen Staatsangehörigen heute genau so ge­handhabt werde wie zur Zeit des Fürsten Bismarck. Von Auslieferung könne nicht gesprochen werden, es handle sich einfach um Ausweisung. Frhr. v. Hammerstein lehnte es bei dieser Gelegenheit rundweg ab, im Reichstag über die preußische Polenpolitik Rede und Antwort zu stehen. Abg. Fürst Nadziwill (Pole), dem dieser Bescheid galt, hatte aber die Genugtuung, daß der Minister die Tapfer­keit der polnischen Soldaten als über jeden Zweifel er­haben bezeichnete. Tas wird Balsam sein auf die Wunden dergeknechteten" Polen. Im übrigen konnten die Minister­reden den Eindruck nicht verwischen, daß von der Aus- weisungsbefuanis gegenüber den russischen Studenten in besonderem Maße Gebrauch gemacht wird, wenn auch bei den von sozialdemokratsicher Seite angezogenen konkreten Fällen die preußische Negierung in der Lage war, ihr Ver­halten zu rechtfertigen. Speziell ist der Vorwurf, die vreußischen Behörden hätten sich Gesetzwidrigkeiten zu schulden kommen lassen, nickt länger aufrecht zu erhalten. Auf keinen Fall aber darf man russische Studenten und russische Anarchisten in einen Topf werfen, hier muß mit großer Vorsicht unterschieden werden. Und was daS Fremdenrecht betrifft, so darf gegen die in Deutschland lebenden Ausländer polizeilich nur vorgegangen werden, wenn sie den in Teutscmand, nicht im Ausland, bestehen­den Gesetzen zuwidergehandelt haben. Tarin waren auch die Redner der bürgerlichien Parteien einig, die Abgg. Schrader (fr. Vg.), Tr. Sattler (nl.) und Dr. Spahn (Ztr.), von denen im übrigen Tr. Sattler sich durchaus aus die Seite der Regierung stellte. Unter solchen Um­standen Ijatte Abg. Bebel (Soz^ mit seiner Rückzugs­kanonade keinen leichten Stand. Er bemühte sich mit dem vollen Aufgebot seines Temperaments, die Position seiner Partei zu decken und dieLiebesdienste" der preußischen Polizei gegen Rußland in bengalische Beleuchtung zu rücken.

Ausstellungen auf von T. Klein Chevalier, Berlin und Carl Küstner, München. Eine reichhaltige Auswahl von Einzel- Werken unserer ersten Meister vervollständigt die umfang­reiche Sammlung. Wir nennen neue Gemälde von T. A. v. Kaulbach, F. v. Lenbach, Ed. Grützner, A. Hengeler, M. Kusckel, Hugo Kauffmann, Franz Stuck, A. Lier f, W. Leibl T, Spitzweg f, Defregger ic. Tito Lessi, Florenz sandte zwei seiner sein durchgeführten Figurbilder.

Der Kunst wart. Rundschau über Dichtung, Thea­ter, Musik und bildende Künste. Herausgeber Ferdinand Avenarius. Verlag von Georg D. W. Nallwe in München. (Vierteljährlich 3 Mk., das einzelne Heft 60 Pfg.) In einer Zeit, die, wie die unserige, in ihrer Hast so manches Gute und Edle vorschnell über Bord wirft oder aus Ver­ständnislosigkeit unbeachtet läßt, andererseits aber auch so viel Wertloses und Embryonales hervorbringt, ist es nicht hoch genug einzuschö'tzen, daß es einem so ideal gerichteten Kunstblatt, wie dem Kunstwart, in nunmehr lüjähriger Tätigkeit gelungen ist, eine große Gemeinde um sich zu sammeln, die überzeugt von seinem Wert sich willig von ihm belehren und leiten läßt. Und die Leser sind gut beraten. ES muß immer wieder anerkannt werden, daß der Kunstwart seine Aufgabe, das ivahrhast Gute und Echte, das künstlerisch Erhabene, wo er es auch immer findet, zu fördern, dagegen alles Unwahre, Gemeine und Wertlose zu brandmarken und zu bekämpfen, stets in seltener Weise erfüllt hat. Inhalt des zweiten F^ebruarheftes: Sehen und Schauen. Vom Herausgeber. Zur Psychologie des Theaterprlblikums. (Schluß.) Bon Ferdinand Gregori (Mitalied be-> Wiener Hofburg-Theaters^. Felix Draeseke. 4. (Schluß.) Von Georg Göhler. Lose Blatter: AusFamilie P. C. Behm" von Ottomar Enking. Rund-

Aus Frankfurt a.M. schireibt man uns: Die erneute - , ,. , .

Kitz-Ausstellung im Kunst-Salon Hermes weist Sonder- Goethe. Gralsraub-Prozeß. Siegfried Wagners OperDer

R. B. D a r m st a d t, 29. Febr. Als dritte Opernnovität Lrachte unser Hoftheater gestern Leo BlechsAlpen­tön ig und Menschenfeind" auf die Bühne. Das von Dem Prager Schriftsteller Richard Batka verfaßte Libretto lehnt sich ziemlich eng an Raimunds altes gleichnamiges -jaubermärchen an, dessen packender biderber Znhalt in der ^per eine geschickte Bearbeitung fand. Das neue Werk des 1 jungen Komponisten, der sich mit seiner ersten OverDas Ivar ich" recht vielversprechend in der deutschen Buhnenwelt kiivsührte, bedeutet, einen großen Schiritt aufwärts zur Be- Mmtheit. Zwar ist dem Tonkünstler der echte, volkstüm- ;i ließe Humor unb die schlichte, empfindungsvolle Melodie versagt, die für die graziöse Dichtung anaeme sen wäre, ebtr es fehlt der Musik nicht an reicher Erfindungsgabe rnb wilckt'ger, wirk mgs.'oller Instrumentation, die n ment- jidj in dem am besten gelungenen zweiten Akt glänzend lervortritt. Von einem einheitlichen Stil und originaler llu sgestaltung ist in der Oper noch wenig zu verspüren, der I o inponift arbeitet viel im Wagnerchiarakter und läßt auch säme Verwandtschaft mit Humperdinck oft mehr als gut hiukchblicken. Die Anforderungen, die Blech an die meisten ber zahlreichen Künstler stellt, sind außerordentlich hohe, ynfo das wird auch die Popularisierung des Werkes sehr

| l.solhweren. Die gestrige Aufnahme war eine freundliche, luemn auch die beifällige Haltung des Publikums nur lang»

aiAiai

len