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1.2.1904 Erstes Blatt
 
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Orleans, 31. Jan. Ter Gouverneur von Luisiana, Hoard, empfing die Offiziere des hier vor Anker liegenden deutschen KreuzersVineta". Kapitän z. S. Schröder, der Kommandant derVineta" drückte oas Bedauern des Kais er § aus, daß deutsche Schiffe an der Centennarfeier des Ankaufs von Louisiana durch die Vereinigten Staaten nicht teilnchmen konnten. Er dankte -ferner für die erwiesene Gastfreundschaft und brachte einen 'Trinkspruch' aus den Präsidenten Roosevelt aus. !Ter Gouverneur erwiderte mit einem Toast auf Kaiser Wilhelm, wobei er der Hoffnung Ausdruck gab, noch häufig deutsche Kriegsschiffe in New-Orleans zu sehen. Später begab sich der Gouverneur an Bord derVineta" und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staa­ten sich durch Herzlichkeit und Zuneigung weiter- hin auszeichnen mögen.

Aur «Lage im fernen Asten

wird gemeldet, daß Rußlands Antwort an Japan noch nicht abgesandt ist. Rußland laßt sich betreffs der Mandschurei mit Japan auch nicht in Unter­handlungen ein, sondern behält "sich vor, einzig und allein mit China zu verhandeln. Zahlreiche Frei­willige aus Petersburg und den umliegenoen Garnisonen sind dieser Tage nach dem fernen Osten abgereist. Nach einem Telegramm aus London erklären dasForeian Office und der dortige japanische Gesandte, keinerlei Nachricht über die Tendenz der bevorstehenden russischen Antwort zu besitzen. Wolffs telegr. Bureau meldet aus London: Da, soweit hier bekannt, überhaupt noch keine russische Antwort in Tokio empfangen worden ist, sind alle über den Inhalt derselben verbreiteten Kombina­tionen mit großer Vorsicht aufzunehmen. Bezüglich des Eindrucks, den die russische Note eventuell auf Japan machen wird, muß daran festgehalten werden, daß nicht nur der Don, sondern der Inhalt derselben maßgebend sein wird. Das von russischer Seite in der letzten Zeit wiederholt betonte Bestreben, Japan b i s a n d i e Gr enzen des Möglichen entgegenzukommen, dürfte in Tokio unbedingt ein williges Echo finden, wenn, wie zu hoffen, der konkrete Inhalt der russischen Mitteilung eine Anerkennung der japanischerseits aufs Unerläß­lichste beschränkten mäßigen Vorschläge enthält.

Tie Meldung deutscher Mütter, am 28. Januar sei unter dem Vorsitz des Zaren ein Mini st errat ab gehalten worden, in dem die endgiltige Feststellung der Antwort­note an Japan beschlossen toinäe, ist ebenso falsch wie die Petersburger Meldung des Reuterscheu Bureaus, daß die Antwortnote am Samstag abend nach Tokio abgesandt werden sollte. Außer der Beratung unter dem Vorsitz des Großfürsten Alexej Alexandrowitsch hat in der russisch­japanischen Angelegenheit keinerlei Beratung stattgefunden. Tie Antwortnote dürste kaum vor Mitte dieser Woche zur Absendung gelangen.

Gegenüber englischen Preßmeldungen, nach denen in Charbin und anderen Orten der Mandschurei infolge von Kriegsbesürchtungen große Beunruhigung herrsche, tele­graphiert der Agent derRufs. Telegr.-Agentur" in Charbin: Hier herrscht vollkommene Ruhe und durchaus zuversichtliche Stimmung.

Alls Stadt und Land.

Gießen, den 1. Februar 1904.

* Das Glatteis brachte leider vorgestern einen schweren Unglücks fall mit sich. Ein Arbeiter, welcher allabendlich nach seinem Heimatsorte Großen-Linden wandert, glitt so unglücklich an einer Böschung hinunter, daß er sich außer einer Verenkung deS Fußgelenkes auch noch eine Gehirner­schütterung und erhebliche Hautabschürfungen zuzog. Ein des WegeS daherkommender Fuhrmann nahm den bedauerns­werten Arbeiter auf seinem Wagen nach seinem Wohnorte mit, wo er ihn der sich schon ängstigenden Frau übergab. Ein zufällig anwesender Arzt nahm sich deS Verun­glückten an.

** Die Kirmes des Sangerkranze s. In der Turnhalle herrschte am Samstag reges Leben. Alles, was zu einer richtigen Kirmes gehört, war da: ein Karussell, eine Schießbude, Gelegenheit zu Unterhaltungen aller Art, auch zu kaufen, feilschen, sich die Zukunft wahrsagen zu lassen, nicht nur von den Zigeunern, die anwesend waren, sondern auch von demAmsterdamer Männchen", welches Unternehmen mancher holden Maid Herzklopfen ver­ursachte, als derKleine Mann in die Diese stieg". Tvch, da klingt Marschmusik an unser Ohr, und aller Augen richten sich auf den Kirmeszug, der den Festplatz betritt: voran die Gendarmerie, der Ortsdiener, der Bürgermeister, der Gemeinderat und dann die Jugend männlichen und weiblichen Geschlechts von ganz Dromersheim. Alles lauschte gespannt, als der hohe Herr Bürgermeister eine feine, hochdeutsche Rede hielt, in der er in ergreifender Weise beim Rückblick auf die gute, alte Zeit, wobei er besonders an seine eigene kirmesverherrlichte Jugend dachte, seinen Gefühlen Worten verlieh. Ta ihm das Sonntagshochdeutsch nicht leicht fallen konnte, riet ihm der Ortsdiener davon ab, und der Herr Bürgermeister richtete darauf in gemein- und nicht mißverständlicher Weise an die weib­liche Jugend von Dromersheim die Aufforderung, durch sittsames Verhalten denStadtfrabm" keine Ursache zu Geschwätz zu geben, denn die Kreisbehorde habe die Ab­sicht,uns unsere Kirmes zu nehmen". Ter Ortsdiener unterstützte diese Aufforderung mit einem Hinweis auf die Ortsobrigkeit, den er mit einemund die sein ich", beendete. Dieser Einzug des Festzuges war außerordentlich lustig, und Herr Gerbermeister Plank war ein famoser Bürgermeister, Herr Berg jun. ein prächtiger, autoritätsbewußter £rtg* diener. Nach solchen Reden und Ermahnungen konnte der Kirmestrubel beginnen. Tie Restauration zum blauen Aff wurde eifrig frequentiert, es wurde geschossen, wahrgesagt, gesungen, und alles kostete Geld, nur das Schäkern und Liebeswerben kostete, abgesehen von den körperlichen und geistigen Anstrengungen, mit denen man die Jungfrauen umgab, nichts weiter. Es wurde nach altem Herkommen getanzt in aller Ungezwungenheit im Rock, Frack, Säckchen, Kittel, Joppe, mit 'bedecktem Haupt und der brennenden Zigarre, und die ältesten Hausknechte erinnern sich nicht, je so was Schönes mitgemacht zu haben. Toß dieStadt­fratzen", auch Studenten, sich doch auch eingesunden hatten und geduldet wurden, gereicht Tromershcim zu Tank und Ehre. Wie lang eine Kirmes dauert und welcher Seelen­zustand die Besucher am andern Tag erfüllt, so etwas erlebt man, aber man sagt es nicht.

** Tas Kostüms e st des RadfahrervereinS 1885 am Samstag im Neuen Saalbau war außerordentlich gut besucht und verlief ungemein vergnüglich Neben den Unterhaltungen verschiedenster Art, die man aus einem

Kostümfest findet, waren ganz besondere lleberraschungen geboten worden. Das Festspiel ,Lm Märchenreich" ent­zückte besonders durch die wundervollen Reigenaufführ­ungen weiß und duftig gekleideter junger Damen, die präch­tig einstudiert waren. Tie Dornröschen und F^en, Loreley, der Berggeist, die Kobolde, die ebenfalls Reigen tanzten, gefielen auch allgemein. Tie bengalische Beleuchtung der hübschen Damengruppen gewährte einen prachtvollen An­blick. Die ganze Nacht hat man sich in dem freundlichen, hübsch dekorierten Saalbau bei guter Musik und Tanz vor­trefflich unterhalten.

**Der GießenerZitherklub feierte am gestrigen Sonntag im Cafe Leib einen Maskenball, der einen unbe­schreiblichen Trubel die Gallerien waren ebenfalls dicht­gedrängt besetzt und eine überaus fröhliche Ungebunden­heit entwickelte. Die lebenden Bilder und Gruppenaufsühr- ungen, sowie andere Ueberraschungen, u. a eine pracht­volle Sommernacht in Venedig erfreuten sich des dankbar besten Erfolges. Allgemein war das Bewußtsein, kaum je ein so unterhaltsames, ungezwungenes Fest gefeiert zu haben.

** Allgemeiner Staatseisenbahnverein. Am Sonntag beging der hiesige allgemeine Staatseisenbahnverein die diesjährige Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers in der Turnhalle deS Turnvereins. Der Anfang des Festes fand bereits um 5 Uhr nachmittags statt, um auch den auswärts wohnenden Vereinsmitgliedern Gelegenheit zur Teilnahme zu geben. Dementsprechend war der Besuch derartig stark, daß der zu Gebote stehende Raum nicht aus­reichte, um alle erschienenen Vereinsmitglieder aufzunehmen und manche sich die Teilnahme am Feste versagen mußten. Ter Verlauf der Feier war in allen Teilen seines Zweckes würdig. Der Vorsitzende, Eisenbahnbauinspektor Schmidt, hielt die Festansprache und brachte daS Kaiserhoch aus, in welches alle Anwesenden begeistert ein Stimmten. Die dem Verein aus dem KreiS seiner Mitglieder zur Verfügung stehenden tüchtigen Kräfte boten in Gesang, Deklamationen, Theateraufführung das beste auf, um den Teilnehmern den Nachmittag und Abend genußreich zu gestalten. Es ist dies auch in vollstem Maße gelungen, wie der Beifall aller Zu­hörer bekundete. Nach Schluß der Feier trat die tanzlustige Jugend in ihre Rechte bis zum frühen Morgen.

** Kaiser-GeburtStagS feier des Krieger- vereinS ehemaliger Kameraden der Großh. Hess. (2 5.) Division zu Berlin. In Verbindung mit den beiden süddeutschen Kriegeroereinen, den ehemaligen Kame­raden der bayrischen Armee und dem Verein Kameraden der badischen Truppen, beging, wie man uns auS Berlin schreibt, der hessische Kriegerverein zu Berlin am 23. Januar die Geburtstagsfeier des Kaisers. In den Konkordiafestsälen fand die außerordentlich zahlreich besuchte Festlichkeit statt. Se. Exzellenz General der Artillerie Rothe, der Bruder des hessischen Staatsministers, Mitglied des hessischen Krieger­vereins, hielt eine längere Rede, in der er hervorhob, welche vaterländische Bedeutung die Bestrebungen der Kriegervereine in einer Weltstadt wie Berlin hätten. Dann feierte der bayrische Militarbevollmächtigte zu Berlin, General von EndreS, die Großherzoge von Heffen und von Baden und den Prinzregenten von Bayern. Uns Heffen führte General von Endres unseren geliebten Landesfürsten in seiner ganzen HerzenSgüte vor und ganz besonders innig haben ihm an diesem Abend die Herzen seiner getreuen LandeSkinder in der fernen Reichshauptstadt entgegen geschlagen. Mit einem Hoch auf die drei süddeutschen Kriegervereine, daS Herr Feulner, 1. Vorsitzender des bayrischen Kriegervereins ausbrachte, schloß der offizielle Teil der Feier. Der daran anschließende Ball vereinte bis zur frühen Morgenstunde die Teilnehmer. Für daS laufende Jahr besteht der Vorstand deS hessischen KriegervereinS aus folgenden Mitgliedern: Ehrenvor­sitzender Generalmajor Keim, 1. Vorsitzender Kreistierarzt a. D. Dr. Schäfer, 2. Vorsitzender Apotheker und Fabrik­besitzer Walter Weiß, 1. Schriftführer Kaufmann Emil Fisch­bach, 2. Schriftführer Gärtnereibesitzer Karl Kuhn, Rendant Karl Gebler und Kassierer Schneidermeister Karl Krüger. Beisitzer: Polizeileutnant von Carnap, Zahnarzt Leutnant der Res. Schmidt und Chemicker Dr. Bienecker. Vergnügungskomltö die Kameraden Fischbach, Kuhn, Füller und Benk.

** ©banget Jünglings- und Männer- verein Gießen. Kaisers Geburtstag wird auch vom Ev. Jünglings- und Männerverein alljährlich in kleinem Kreise gefeiert. Am 31. Januar versammelten sich die Mit­glieder und Gäste im Saale der Kleinkinderschule, um den Worten des Präsidenten, Pfarrer Schwabe, zu lauschen. In großen Zügen wurde un)er einiges deutsches Vaterland geschildert, dann gingen die hingegangenen Kaiser Wil­helm I., Friedrich III. an unserem geistigen Auge vorüber. Tie markante Gestalt unseres Fried euskaiser s Wilhelms II. wird uns so nahe gerückt, daß wir fühlen, wie so viel besser wir es in Deutschland haben als andere Länder. Tie Festesstimmung wurde erhöht durch gut vorgctragene Gedichte, gemeinsame Gesänge, begleitet vom Posaunenchor.

** Die Kriegerkameradschaft Gieße n feierte am Samstagabend ihr Winterfest, verbunden mit der Feier von Kaisers Geburtstag im Cafe Leib. Ter geräumige Saal war bis zum letzten Platz gefüllt. Einige Musikstücke leiteten die Feier ein, worauf Kamerad Bruchh äuse r die von echt patriotischem Sinne durchwehte Festrede hielt Ter Redner schilderte einzelne Episoden aus dem Feldzuge 1870/71, darunter im Wortlaut die Kaiserproklamation vom 18. Januar 1871 und wie sie damals, von den Truppen im Felde, in gehobenster Stimmung ausgenommen wurde. Im weiteren ging er auf die Geburtstagsfeier unseres geliebten Kaiser Wilhelm II. über, betonend, in welch' hohem An­sehen und mit welcher großen Verehrung nicht nur wir Deutsche, sondern die ganze Welt auf ihn schauen. Mit den herzlichsten Wünschen, daß Gott unseren Kaiser zum Wohle aller noch lange erhalten möge, brachte die Ver- sammliing ein dreimaliges kräftiges Hurra aus und fang hierauf stehend die Nationalhymne. Tann folgte prog.amm- gemäß ein Prolog, verschiedene Liedersolis und drei Ein­akter:In Uniform",Singvögelchen" und diemusika­lische Kochschule", welche in formvollendeter Weise zum Vor­trag kamen und den Darstel'ern den brausenden Be'fall der Festversammlung eintrug. Hierauf fand der übliche Tanz statt, welcher die Teilnehmer bis -um frühen Morgen in gehobeu''er Stimmung znsammenhielt.

i. Klein-Linden, 31. Jan. Ter Kriegervercin feierte gestern abend im Saale zurDeutschen Eiche" 'den c b- r 161 a g de? Kaisers, wozu auch der Ortsvorstand ' .1) eingefunden hatte. Nach der Begrüßung durch den

Präsidenten Jrmg brachte Lehrer K. das Hoch auf den Kaffer aus. Er gedachte der glücklich abgewendeten Krankheit des Kaisers und sprach bann über besten Hochherzigkeit und Opfermut gegenüber ber burch Feuer zerstörten Stabt Aale- sund in Norwegen, sowie über die Entschlossenheit gegen An. griffe auf die Ehre be§ deutschen Reiches, wie gegeroärtiq in Südwestafrika. DaS Programm des Feste? brachte mehrere Theaterstücke und lebende Bilder zur Aufführung, die sämt­lich mit größtem Beifall aufgenommen wurden. In einer weiteren Ansprache gedachte ber Gemeinberechner Joh. Germer ber Kameraben, welche ihr Leben in Sübafrika für Deutsch­lands Ansehen einsetzten und forderte zu Liebesgaben für sie auf. Dann rühmte er den Opfermut des HestenvolkeS ge- legentlich ber GroßherzogSspenbe imb brachte ein Hoch auf ben Lanbesherrn auS. Die Sammlung zu Gunsten bet Kameraben in Sübwestafrika ergab 13.50 Mk. Zu dem schönen Gelingen des Festes trug sehr wesentlich die Kapelle Becker aus Wieseck bei.

§ Klein-Lind en, 30. Jan. Dem Kirchendiener Philipp Weigel wurde heute durch Regierungsrat Dr. Heinrichs die VerdienstmedailleFür treue Arbeit" überreicht, die ihm ber Grotzherzog verliehen hat. Weigel versieht seit etwa dreißig Jahren den Kirchendienst, den er jetzt mit Rück­sicht auf sein hohes Alter nahezu 80 Jahre nieberge- tegt hat. Vor drei Jahren war es ihm vergönnt, seine goldene Hochzeit zu feiern.

w. Kesselbach, 31. Jan. Bei der gestern stattgehabten Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Stein einstimmig wiedergewählt. Es ist dies die dritte Wahlperiode, welche unser Bürgermeister antritt Von 82 Wahlberechtigten gaben 80 Wähler ihre Stimmen ab, welche alle auf Herrn Stein fielen. Abends um etwa 7 Uhr brachten der Krieger- und Gesangverein mit einem Fackelzuge dem Bürgermeister ein Ständchen.

§ Breitenbrunn, 1. Febr. Der hiesige Weber I. Riedel und Eheftau, beide 86 Jahre alt, begingen gestern das seltene eiserne Hochzeitsjubiläum in voller Rüstigkeit. Sie haben viele Enkel, Urenkel und zwei Ur­urenkel.

+ Alsfeld, 31. Jan. Wichtige Projekte und Pläne für die Weiterentwicklung unserer Stadt beschäftigen gegen­wärtig ©ememberat unb Behörden. So befaßte sich am Dienstag eine Gemeinderatsversammlung mit der geplanten Erbauung eines Schlachthauses, das in Kürze in Angriff ge­nommen werden soll, und mit der Erweiterung der Real- schule in eine Ober - Realschule. DerLandwirtschaftliche Verein" hielt gestern abend imDeutschen HauS" eine Ver­sammlung ab, m welcher die Gründung eines Getreide-Lager- hauseS in hiesiger Stadt in die Wege getestet wurde. Die Verwirklichung zweier Bahnprojekte wird eifrig angestrebt; die eine Strecke führt nach Nieder-Aula-Hersfeld, die andere nach Ulrichstein.

R. B. Darmstadt, 1. Febr. (Eigener Draht­bericht.) S. K. H. der Groß Herzog hat dem Vor­stand des Alicefrauenvereins aus London ein Beileidstelegramm gesandt, das wörtlich lautet:

Von ganzem Herzen kann ich Ihre fürchterliche Sorge mstempsinden. Wenn irgend etwas zur Erleichterung notig sein sollte, so bitte ich, sich an das Hofmarschallamt zu wenden. Gez. Ernst Ludwig.

Von der Prinzessin Heinrich traf ein herzliches Beileidstelegramm ein.

E. B. Darmstadt, 31. Jan. Ein größeres Schaden­feuer entstand gestern nachmittag kurz vor 3 Uhr m der Möbelschreinerei von Markus Allmreiner in der Heidelberger- straßc. Das Feuer fand in den zahlreichen dort aufgespeicher­ten HolzvorrÄen reiche Nahrung imb erforberte von der sofort herbeigeeilten Feuerwehr große Anstrengungen, bis die Gefahr des weiteren Umsichgreifens de§ Brandes befeitigt war und e§ gelungen war, feiner Herr zu werden. Neben dem starken Holzlager wurde auch der Dachstuhl des Gebäudes zum größten Teil zerstört.

sd. D a r m ft a b t, 31. Jan. Eine ganz bedeutende Umgestaltung des Bades Nauheim ist von ber Regierung geplant und wird demnächst zum Gegenstand einer Vorlage an die Kammer gemacht werden, nachdem auch der Finanzausschuß der 2. Kammer während des kürz­lich in Gemeinschaft mit Regierungsvertretem gemachten Besuchs des Bades und eingehender Besichtigung zu ber Ueberzeugung gelangt ist, daß die geplanten, stückweisen Ver­besserungen die gewünschte Abhilfe doch nicht bringen, son­dern daß nur durch eine von Grund ausgehende Neugestaltung einen den heutigen Verhält­nis serr entsprechenden würdigen Zustand schaffen kann; voraussichtlich soll das Projekt auf mehrere Millionen veranschlagt sein. Der Gesetz­gebungsausschuß der 2. Kammer wird am Montag zusammentreten, während die Finanzausschüsse der ersten und zweiten Kammer am Tienstagvormittag jeder für sich und am Nachmittag in gemeinsamer Beratung das Budget erledigen werden.

Offenbach, 30. Jan. Tie Preise für Schweine­fleisch und Wurst gehen endlich herunter! Wre die Offenbacher Fleischerinuung in einem Inserat in der Offenb. Ztg." bekannt macht, wird sie vom 1 Februar ab eine zum Teil recht beträchtliche Ermäßigung in den Schweinefleisch- und Wurstpreisen eintreten lassen. Tie Preise für die anderen Fleischsorten bleiben auf der gegen* wärtigeu Höhe.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 1. Febr. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") AmtlicheNoticrimgen der heutigen Fruchtmarrtprene: Weizen 9)lt 16.75-00.00, Kurhessischer Mk. 16.7500.00, La Plata Mk. 17.2518.00, Kansas Mk. 17.2518.00, Rogge», (hiesiger) Mack 13.2513.50, Gerste (Wetterauers Mk. Ib.50-15.io, Franken, selber Mk. 15,7516,00, Hafer Mk. 12.7513.75, Ma, SMk. 12^5012.75, Weizenmehl 0 Mk. 25.7526.25, 2. Qualität Mk. 23. w

bis Mk. 24.25, 3. Qualität Mk. 21.75-22.25, Roggenmehl 0 Mk. 22.0022.50,1. Qualität Mk. 1S.25-20.00, Wcizenklere Mk. 8.7° bis Mk. 9.00, RoggenkleieMk. 9.75-10.25, Maiskeime 10.75 bis Mk. 11.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00-000.0. Alles per 100 Kg. ab hier. _ . . . .

fc. Frankfurt a. M., 1. Frbr. (Telegr. Onq.-Bericht der Gieß. Anz/'s. Amtliche 9totierungen ber beutigenJUiebma r H- preise. Zinn Verkaufe standen: 474 Ochsen, 104 an^ OeN- reich, 35 Bullen, 0 aus Oestreich, 680 Kühe, Fersen, euere und Rinder, 0 ans Oestreich, 286 Kälber, 215 Schafe und Hammel, 1606 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaslämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 70(3 2. Qnal. 6466 Tif., 3. Qual. 6062 Mk.; Bullen 1. Qual. bi» 66 Mk., 2. Qual. 6163 Mk.; Kühe 1. Qual. 6163 Ult, 2. Qual.