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tote die Geschichte lehrt, L...
Wir können die Klassengegensätze nicht überbrücken, Wohl aber können wir die Kämpfe besser, vernünftiger und milder gestalten bisher. Wir können auf dem Wege des Gesetzes und der
Organisation dafür sorgen, daß in maßvollerer Weise als bisher Arbeiterintereßen vertreten werden. Wir können dadurch, daß wir das Rechtsgefühl mehr betätigen, dabin wirken, daß keine einzige Klasse die Herrschaft allein ausübt. (Zustimmung.) Diese Klassengegensätze zu mildern, ist die Aufgabe der sozialpolitischen Gesetzgebung, und das ist auch allein "es modernen Staates würdig. Gelingt das, dann wird der Staat als rocher de bronze da-
Ziuiversttäts-Dachnchteu.
— Die Zahl der Entbindungen in der Gieße n e r Universitäts-Frauenklinik für 1903 — so wird uns mitgeteilt — beträgt (inkl. der Fehlgeburten) -147, bei denen im Sommersemester 73, im Wintersemester 57 Praktikanten tätig waren, sodaß aus den einzelnen im Institut beschäftigt gewesenen Praktikanten mehr wie drei Geburten entfallen.
Aachen, 31. Jan. Wegen eines unliebsamen Auftritts anläßlich des geplanten Kaiserkommerses der
In England ist tatsächlich eine Reihe kleiner Industrien der Konkurrenz unterlegen, weil durch die ewigen Streiks die Löhne Zu sehr in die Höhe getrieben waren. Das Bild, das der Abg. ti. Gerlach von den ländlichen Verhältnissen gegeben hat, ist ganz falsch. Die landwirtschaftlichen Arbeiter stehen sich im großen und ganzen durchaus nicht schlecht, denn man muß doch auch den Wert der Naturalien berücksichtigen, die sie bekommen. Sie haben fast überall ihr Buch auf der Sparkasse. Meine Freuiide sind früher gegen die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine gewesen und stehen auch noch heute auf demselben Standpunkte. Das Gesetz über die Arbeiterkammern wollen wir uns erst einmal ansehen, ehe wir darüber ein Urteil abgeben. Ich hoffe nur, daß die zu erwartenden Gesetze möglichst frühzeitig veröffentlicht werden, damit die ganze Nation rechtzeitig dazu Stellung nimmt. Ich würde es für ganz falsch halten, wenn sie sofort dem Reichstag zugehen. Ich halte es auch für falsch, daß jetzt im Reichstag so viele Interpellationen verbandelt werden. Wenn das so weiter geht, dann wird der Etat frühestens zu Johanni fertig.
Der Staatssekretär hat sich neulich gegen meine Bemerkung in meiner Etatsrede gewandt, daß wir von der Revolution ebenso überrascht werden, wie seinerzeit Frankreich. Er meinte, unsere Zustände seien besser. Gewiß, aber vergessen wir nicht, daß jetzt schon die Sozialdemokraten weit mehr Arbeitgeber sind als selbst der Fiskus. In alle Kassen sind sie eingedrungen und üben da Terrorismus aus. Ich wiederhole, wir werden von der Revolution überrascht werden, gerade so wie die Kolonialverwaltung vom Aufstande ber Hereros. (Lachen bei den Soz.) Auch die ländlichen Kreise sind schon von der Sozialdemokratie ergriffen. In Frankreich wollten die Bauern von der Sozialdemokratie nichts wissen. Da wurden die Sozialdemokraten einfach Agrarier, und heute sind sie die Herren in der Kammer. Ist es dem Zentrum aber recht, daß in Frankreich die Schule entchristlicht wird? In Deutschland werden die christlichen. Arbeitervereine dem Zentrum unter den Händen weglaufen und 'Sozialdemokraten werden. (Beifall rechts.)
Abg. Brejski (Pole) beschwert sich über das Vorgehen der Negierung gegen polnische Arbeitervereine. Wenn die Herren von der Rechten für den Schutz der Landwirtschaft eintreten, wenn die Herren Großindustriellen für den Schutz der Industrie eintreten, dann müßten sie auch für das Koalitionsrecht der Arbeiter eintreten.
Abg. Stöcker (b. l. Fr.) führt aus, daß alle christlichsozialen Arbeitervereine ein allgemeines Reichsvereinsgesetz, ein freies Koalitiousrecht und Arbeitskammern haben wollten.
Aba. Dr. Pottlwff ( r. Vag.) erklärt, daß auch seine Partei den Wünschen des Interpellanten sich anschließe. Er träte auch Ttr ein allgemeines Neichsvereinsgesetz ein, trotzdem der Bundesstaat, den er verträte, das' Fürstentum Waldeck, das beste Vereinsgesetz von allen habe, nämlich gar keins. Er würde jedoch dieses Vereinsgesetz für Preußen wenigstens nicht empfehlen, da das einfach die Vereine der Polizei ausliefern hieße.
Nach einigen Bemerkungen des Abg. Trimborn beantragt Abg. Dr. Beumer (nl.) die Vertagung.
Präsident Graf Ballcstrem: Dieser Antrag ist überflüssig, weil niemand sich mehr zum Worte gemeldet Hatz (Große Heiterkeit ) Damit ist die Besprechung der Interpellation beendet. In einer persönlichen Bemerkung spricht
Abg. Scherre sein Bedauern über den von ihm gegenüber dem Abg. Legien gebrauchten Ausdruck „Unverschämtheit" aus.
Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr. (Tagesordnung: Zweite Lesung des Gesetzentwurfs betr. Verlängerung der Friedens» p r ä s e u z st ä r k e des deutschen Heeres, erste Lesung des Gesetzentwurfes betr. die Entschädigung unschuldig Verhafteter und Fortsetzung der Etatsberatung.
Schluß 74j Uhr.
unter der Überschrift: „V a D c r i j ch e '1. i l i t ü r h o h e i t in Gefahr' gebrachte Nachricht, toß eine Alarmierung ber Münchener < arn fon . ; r_
lulle unp daß nach dem Belanntw erden uLjer Abftcht oer Kriegsminister v. Asch sofort direkt zum Vortrag bei dem Prinzregenten befohlen sei, ist vollständig ans der Luft gegriffen.
allgemeines Reichsvereinsgesetz ergangen ist. Wenn also ein Bundesstaat jetzt sein Vereinsgesetz ändert, so steht das zu den Vorschriften der Reichsverfassung nicht in Widersvruch.
Abg. Dr. Hicber (nat.-lib.s: Ich werde mich beschränken, auf bxe Fragen einzugehen, die in der Interpellation erwähnt sind. Die Erklärung des Staatssekretärs über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine hat uns befriedigt. Allerdings war es höchste Zeit, denn es sind jetzt gerade neun Jahre her, daß der Reichskanzler Fürst Hohenlohe hier im Reichstag erklärt hat, daß sich der Bundesrat mit dieser Sache beschäftige. Also kann man jetzt verlangen, daß Die Regierung wenigstens in diesem Jahre noch den Entwurf ein- pringt. Man muß endlich den berechtigten Forderungen der Ar- petter cntgcgenlommen. Von größter svmptomatischer Bedeutung sind die Verhandlungen des nichtsozialdemokratischen Arbeiterkon- kwesses in Frankfurt. Diese Arbeiter, die mit beiden Füßen auf dem Stoben des Gegenwartsstaates stehen, verlangen gleichfalls die Rechts- fäl)igfeit ber Berufsvereine, während die Sozialdemokratie als politische Partei dieser Forderung außerordentlich kühl gegenüber« stehl. Daß durch die Anerkennung mehr Berufsvereine entstehen, glaube ich nicht, es handelt sich nur um eine praktische Gestaltung per Vermögensverhältnisse dieser Vereine. Schon die bloße Tat- fache, daß ein solcher Verein auf die Gesetzgebung einwirken will, macht es möglich, ihm die Rechtsfähigkeit zu entziehen. Heute schwebt die Entziehung der Rechtsfähigkeit wie ein Damoklesschwert über jedem Berufsverein, und das ist der Grund, daß so wenig Vereine sich eintragen lasten, obwohl sie es nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch können. Es bedarf deshalb eines besonderen Gesetzes. Für Vereine mit vielen, über das ganze Reich verbreiteten Mitgliedern ist es heute nicht möglich, Grundbesitz zu erwerben, weil dazu die Unterschrift aller Mitglieder erforderlich ist. Es werden Bestimmungen nötig sein darüber, aus welchen Gründen ein solcher Verein aufgelöst werden kann, und über die Sicherung der llnierstiitzungs- dfticht gegenüber den Mitaliedern. Ich bermute, daß der Staatssekretär darunter das versteht, was er als Schutz der Minoritäten bezeichnet hat. Unsere Fraktion hat stets die Anerkennung der Berufsvereine gefordert, und Herr Trimborn, der seine Fraktion so lobte, hätte das doch anerkennen müssen. Ich erinnere mir an die Rede unseres verstorbenen Führers von Benniasen. Daß wir die Schaffung eines einheitlichen Reichsvereins- und Versammlungsrechts fordern, versteht sich von selbst. Nur möchte ich als Süddeutscher einer Befürchtung Ausdruck geben. Wir haben in Württemberg ein sehr freies Vereins- und Versammlunasrecht, und ich fürchte, daß ein Neichsvereinsgesetz unsere Freiheiten und Rechte einschränkt. (Sehr wahr I links.) Das Neckst, das man uns gibt, kann man auch anderen deutschen Staatsangehörigen geben. (Sehr wahr! links.)
(?§ war mir sehr interessant, 31t hören, daß über die Frage der Arbeitskammem die Ansichten innerhalb der sozialdemokratischen Fraktion geteilt sind. Hätten wir eine solche Erklärung abaeaeben, fo wären wir mit Hohn und Spott überschüttet worden. Nock vor einigen Jahren hm sich ?egien ;m Korresvondenzblatt der Gewerkschaften Deutschlands scharf aegen die Arbeitskammern erklärt, unb 5eufe. beaeidbnet er sie als uwas Nebensächliches. (Hörti Hört!) Die Arbeitaeber sind nicht bloß, wie es bas sozialduno- kratisckie Dogma bezeichnet, gewistenlose, vrofitaieriae Ausbeuter, sondern sie haben m erster Linie d'e Interessen dee Gesamtheit im Sfuge. Der Abg. Trimborn sagte, er sei neugierig, ob mit dem Ausscheiden Bastermanns aus dem Reichstage der sozialvolitisebe Geist mis unserer Fraktion geschwunden sei. Nun, di? Zentrumspartei hätte ja durch ein geschlossenes Eintreten die Wahl de' Herrn Bassermann bewirken fönner.. (Sehr gut! bei den Naüonal- Liberalen ) Glauben Sie nicht baß Der sozialpolitische Geist aus unserer Fraktion aeschwunben ist! Wir werden Die Anregungen unseres Freundes Bassermann auch künftig in seinem Sinne befolgen. Der Geist, der in uns lebt, wird nach wie vor der einer besonnenen Sozialroform sein. (Zustimmung bei den National- Liberalen.) Die Klassengegensätze werden wir niemals ganz aus der Welt schaffen. Es wird niemals ein gesellschaftlicher Zustand eintreten, in welchem alle Klassengegensätze überbrückt sind Finden Kulturfortschritt ist aber eine demokratische Klassenherrschaft,
Aus Slaist uni) Laub.
Gießen, den 1. Februar 1904.
** Personalien. S. K. H. der Groß Herzog h^aben den Hausvater und ersten Lehrer cm der Anstalt für Schwach,-, und Blödsinnige „Alieeftist" bei Darmstadt, Inspektor Emil Roth unter Anerkennung seiner mehr als 50 jährigen treuen Dienste auf sein NacUuchen in den Ruhestand versetzt und ihm die Krone zum Ritterkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
Darmstadt, 31. Ja«. Gestern nachmittag starb im 80. Lebensjahre der Großh. Hessische Staatsminister i. P. Dr. I. Finger. Die Beerdigung findet am Dienstag statt.
N. B. Darmstadt, 31. Jan. Die traurige Vergift- ungskatastrophe hat gestern abend lerder noch ein weiteres Opfer gefordert, das neunte. Die Dahingeschiedene ist die 62 Jahre alte Witwe des früheren Privatiers ©auff aus der Wilhelminenstraße. Die hatte nur eine winzige Menge von dem verhängnisvollen Bohnensalat genossen und man hatte daher gehofft, ihr Leben erhalten zu können. Die noch im städtischen Krankenhaus untergebrachte Frau Bernius befindet sich außer Gefahr, dagegen ist der Zustand der im Elisabeth- stift untergebrachten Kranken sehr bedenklich Gestern nachmittag fand unter außerordentlichem Andrang des Publikums die Leichenfeier für die Lehrerin Göhring und Frl. Bernau statt.
() Beuern, 30. Jan. Heute nachmittag ertrank in einem bei der Kleinkinderscl nlc stehenden Rcgenfasse der ca. 5jährige Sohn des Invaliden C. A. Somme r l a d von hier. Während die Mutter im Hause den Saal aufwusch und die Schwestern ihrer Arbeit in der Wohnung nach gingen, mach e sich Her Kleine draußen zu schaffen. Er kletterte vermutlich — niemand hats gesehen — am Rcgenfasse in die Höhe, bekam das Uebergewicht und stürzte so unglücklich mit dem Kopfe zuerst hinein, daß er ertrank. Seltsamerweise betrug die Höhe des Wasser st arides im allerdings engen Fasse wenig mehr als Handbreit. Alle Wiederbelebungsversuche, die sofort angestellt wurden, waren erfolglos. Ter ganze Vorgang jLicite sich in ein paar Minuten ab. Die Teilnahme mit den auch sonst schwergeprüften Eltern ist allgemein.
stehen, im Interesse ber Crbnung unb beS Fortschritts gegenüber allen Klassenkämpfen. Dos ist ber Punkt, von dem aus wir die Sozialrefvrm betreiben. (Lebhafter Beifall.)
Abg. Frhr. v. Richtkjofen-Damsdori skons.): Unsere Fraktion h?irb sich hier auf denselben Stoben stellen, auf bem sie immer gestanden hat: auf den Boden einer vernünftigen Sozialpolitik. Die Grundsätze der kaiserlichen Botschaft sollen ausgeführt werden. Uetzer ben Zeitpunkt kann man sich aber nicht binden. Die Berufsvereine will die Sozialdemokratie doch nur ousnutzen, um mit ihrer Hi'fe bie Gesellschaft zu beherrschen. Das Hat ja der Abg. v. Elm im Januarheft der „Sozialistischen Monatshefte" deutlich ausgebruckt. Da gehen wir nicht mehr mit. Und von einer Ausdehnung der Koalitionsfreiheit auf die landwirtschaftlicl'-n Arbeiter kann nie und nimmer die Rede sein. Das würde ja nur bie Auslninge'-ung des ganzen deutschen Volkes bedeuten. (Gelächter link^ l Auch auf anderen Gebieten darf keine Koalitionsfreiheit herrschen. Beim Kohlenbergbau muß sie entschieden eingeschränkt werden Hört! hört! links) unb überall, wo Streiks eine öffentliche Griahr bedeuten. Ueberhaupt darf bas Koalitionsrecht nur dann ait?a?vfint werden, wenn es auf ber andern Seite wieder eingeschränkt wird. (Heiterkeit links.) Daher muß ein notwendiger Bestandteil se5 zu erwartenden Gesetzes über bie Rechtsfähigkeit der Berufsvereine die Einfügung einer Bestimmung zum Schutz ber Betriebe gegen gefährliche Streiks fein.
Was unsere Stellung zu Punkt 2 der Interpellation betrifft, fo scheint es uns doch noch sehr fraglich, ob die Errichtung von Arbeitskammem den richtigen Weg bedeutet. Man darf nicht ver- geffen, daß derartige Institutionen immer in die Hände einer Minderheit, der Organisierten, geraten. In Holland hat sich der Segen der Arbeitskammern nicht erwiesen. Dort hat man ja gerade versucht, durch einen Generalstreik die ganze Produktion lahmzulegen. Wir können uns in diesem Punkte nicht festlegen, sondern behalten uns eine eingehende Prüfung der Vorlage ber. Wir wollen tun, was wir können, zum Wohl der Arbeiter, wie wir es verstehen! (Beifall rechts. Zuruf von den Sozialdemokraten: Wie Sie es verstehen I)
Abg. Dr Ablaß (frei?. Vp.): Im Gegensatz zum Vorredner l'inb wir der Meinung, daß die Koalitionsfreiheit nicht angetafter werden kann. Wir dürfen auch nicht mit ber einen Hand geben unb mit der anderen nehmen. -.ade bie Koalitionen, die sich mto Vorliebe der agrarischen »Organisation M Bundes der Landwirte bedienen unb stolz sind auf ihre Landwir 1 sckaft?kammern, sollten am wenwchen den Arbeitern das Rwbt bestreiten, sich zur Wahrnehmung ihrer Interessen zns nnincnz-utun.
Eine Unsumme von Streitigkeiten Ware vermieden worden, wenn die Regierung schon früher der alten, schon von Schntoe- Delitzsch erhobenen liberalen Forderung der Anerkeninmg ber Be- rufsvercine Geltung verschafft hatte. Daß mir Freisinnige uns ein sozialpolitisches Mäntelchen umgehänat hä-ton, hc streiten wir du red- au?. Höher als das Interesse eines Einzelnen ober das einer Klasse steht uns das der Allgemeinheit.
Abg. v. Knrdorff (Rp): Wenn alle die schönen Wünsche, die wir heute aus den Reden des Abg. Trimborn und des Abg. Hieber gehört haben, in Erfüllung gehen, dann hätten wir ja ein glückliches Zeitalter vor uns. (In diesem Augenblick fällt mit Tonnergopolier die Schublade des Abg. Lenzmann zu Boden. Abg. v. Kardorff häli verblüfft über diesen ungeahnten Effekt in seiner Rede inne. Große Heiterkeit) , Man soll die sozialpolitische Maschine nicht zu stark heiaon Wir wollen doch nicht mit Dampf in den Zukunftsstaat.
3>er Aufstand der Kereros.
Ter Kommandant des „Habicht" meldet: B.i den Ausfallgefechten bei Lkah andja sind bis zrm 21. Januar gefallen: Eisenbahn)ekretär Rock, Kux und Sp0ckkamp. Omaruru wurde am 27. Januar von einer großen Macht angegriffen. Ter Angriff wurde abgeschlagen. Von Otjimbingwe liegt Laine Nachricht vor; es ist wahrscheinlich belagert. Ter Bahnbau hinter Karibib ist wieder aufgenommen, da der Regen nachläßt.
Nach einer Meldung aus Swakopmuud ist am 15. Januar bei der Farm „Hoffnung" der Schutztruppeilsoldat Weiß gefallen. Weiß war der Sohn des Oberinspektors der Kaiserwerft Kiel. Er war am 6. Januar bei der Schutztruppe in Swatopmund ein getreten und wurde nach Windhoek kommandiert, wo er acht Tage später bei der Farm Hoffnung" den Tod fand.
Nach einer Meldung der „Braunfchw. N. N." wird aus Okahandja mitgeteilt, daß die Nachricht von der Verbündung der Hereros mit den Bergdamaras uni) Bergkasfern keine Befor gnis zu erwecken braucht, da diese unterworfene Völkerstämme der Hereros sind.
„ lieber die Reife des Hamburger Dampfers „Ad 0 l s Wörmann" mit dem für Südwestafrika bestimmten Schutztruppentran-öport wird gemeldet: Tas bei der Abreise nebelige Wetter klarte sich bald nach dem Verlassen des Hamburger Hafens auf. In der Nähe der Reede Brunshausen erwarteten den Dampfer 75 Kisten dNunition, die ohne Schwierigkeit auf Teck genommen wurden. Gegen 31/2 Uhr nachmittags setzte das Schiff die Reise fort. Tie Truppen sind begeistert von dem ihnen in Hamburg bereiteten Empfang und befinden sich in heiterster Stimmung. An Bord ist alles wohl.
Studenten korporalionen der lechn sch n Hochschule, dessen Stattfinden durch das Verhalten des Korps des Meinheimer S. E. vereitelt wurde, ist durch den Senat der.Hochschule ein Disziplinarverfahren ein» geleitet worden. Durch Anschlag am schwarzen Brett ist den Korporationen das Farbentragen und öffentliche Auftreten verboten worden.
Zürich, 30. Jan. Ter außerordentliche Professor Louis Betz hst gestern gestorben. Prof. Tr. Betz wurde 1861 in Newyork geboren. Er schrieb u. a.: Heine in Frankreich, Heine und Muffet und Studien zu vergl. Literaturgeschrchte der neueren Zeit.
— In Würzburg habilitierte sich der Assistent der Frauenklinik, Tr. P 0 lan 0, als Privatdozent für Geburtshilfe und Gynäkologie. Polano war von Oktober 1901 bis Ostern 1903 Assistent an der Gießener Frauenklinik unter Professor Löhlein und nach dessen Ableben bei Professor Pfannenstiel.
Ianamentarilches.
Berlin, 30. Jan. Im preuß. Abgeordneten- haus stand heute die zweite Beratung des Etats der To- 'mänenverwaltung auf der Tagesordnung. Ter Titel: Ertrag der Mineralbrunnen wurde an die Budgetkommission verwiesen, während der Rest des Ordinariums und Extra- ordinariums des Etats ohne wesentliche Debatte bewilligt wurde. Beim Etat der Forftverwaltung vertagte sich das Haus.
— 3» der Frage der Bewilligung der Oberstleut- xants-Zulagen hat das Zenrrum durch den Abg. Spahn der 5-eeresverwaltung gewissermaßen ein Kompromiß angeboten, nämlich für den Fall der Erhöhung Der Oberstlcurnantsgehälter um die fraglichen 1340 Mt. auf den Posten für Servis- und Wohnungsgeld- Zuschuß (450 Mk.) z u verzichten, außerdem aber diese Gesamterhöhung in der Form einer Zulage auf die Infanterie zu beschränken. Dieser Antrag ist bisher Uocf) nicht definitiv gestellt worden. Ter Kriegsm in istevtzhat sich aus diesen Kompromißantrag noch nicht bestimmt er» tflärt, man nimmt in Abgeordnetenkreisen aber an, daß der Kriegsminister, wenn er vor der Tatsache steye, 511= ,stimmen werde.
«Heer unö Grotte.
München, 31. Jan. Die „Ztzorreipondenz Hoffmann" Meldet: Die in der gestrigen stummer des „Voltsrechts"
biel f($Iimmer als eine aristokratische.1 Man muß auch mit der Erhöhung der Lohne Maß halten, damit die
—k. Konkurrenzfähigkeit nicht leibet.
gKUtpUiaal.
Gießen, 1. Febr. Die le^ie Strafkammersitz- u n g galt zunächst dem unbestraften, 24 Jahre alten Lano- wirt I. Kr. von Udenhausen, der widernatürlicher Unzucht bezichtet war. Der Angeklagte bestritt die Tat. 15 Zeugen wurden vernommen uni) als Gutachter Medizinalrat Dr. Haberkorn und Prof. Tr. S 0 m in c r. Die toe^andlung erfolgte unter Ausschluß per Oe Deutlichkeit. K. wurde zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten verurteilt und wegen der Höhe der Strafe sofort in Haft genommen. Aus der öffentlich verkündeten Urteilsbegründung erfuhr man, daß Kr. in der Dunkelheit einen alten Mann auf o,,ener Straße überfallen hatte. Die Tat wurde als überaus brutal vom Gerichtshof bezeichnet. — Der 22 Jahre alte Marmorarbeiter Hrch. E. H., ein vielfach vorbestrafter Mensch, hatte sich wegen Betrugs und Dienbstahls im Rückfalle zu verantworten. Er war beim Jahrmarkt zu Büdingen in einer Glücksbude beschäftigt und hatte sich von den Gewinngegenständen eine Weckuhr im Werte von 1,80 Mk. angeeignet, die er für 1,50 Mi. zu Geld mackste. Es wird festgestellt, daß H., welcher während der letzten acht Jahre neun Freiheitsstrafen verbüßt hat, 6 Monate im Irren hause gelebt hat. Medizinalrat Tr. Haberkorn und Prof. Dr. Sommer sind der Ansicht, daß man es mit einem Epileptiker zu tun hat, doch fei bargetan, daß der Angeklagte bei Begehung der Tat seines Bewußtseins nicht beraubt gewesen, also für sie verantwortlich sei. Allerdings sei der Angeklagte, wie jeder Epileptiker, milder zu beurteilen, wie ein normaler Mensch, der die gleiche Straftat begangen hat. Der Gerichtshof erkannte auf eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Ter Vertreter der Staatsbehörde hatte deren zehn beantragt.
Vermischte».
*Berlin,30. Jan. . u_.no enlsu.no im neuen königlichen Operntheater durch Kurzschluuß ein Kabelbrand. Es gelang rechtzeitig die Gefahr zu be eitigen, ohne daß das Publikum beunruhigt wurde.
* Ehristiania, 31. Jan. Heute ist hier der Diretl der Landmannsbank aus aalefunb eingetroffen, zu versuchen, durch Feuer versengtes Papiergeld Betrage von 50000 ftronen bei der Bant von N01 einzulösen.


