Ausgabe 
31.12.1903 Zweites Blatt
 
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froren ist, so wurde

Ge^en

gönnen.

Lange-Dedekam,

Werk des Berliner Künstlers F. Dan.

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wurde für die hier oerbot* erlassen, weil bcmofrcitcn verkehren.

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ans. Die Zahl der Toten wird auf mindestens geschaht. Tie Feuerwehr nimmt sog-ir an, daß 30 0 500 Leichen in der ersten 6 öl er e sich befinden.

Eine spätere Depesche meldet:

Chicago, 31 Dez. Amtlich wird die Zahl der Thealerbrand llmgekommenen auf 392 angegeben.

Eine dritte Depesche berichtet ausführlich folgendes:

der, wie auch dieses Kunstblatt beweist, jahrelang die lienische Frührenaissanee studierte. Das Blatt möge in neuen Jahre allen unseren Freunden in allen seinen meisterhaft charakterisierten vier Jahreszeiten viele schöne glückliche Tage zeigen.

Der ärmste Kreis in Oberhessen, Schotten, brachte sehr vielen kleinen Beiträgen Mk. 1200 zusammen.

** Der Großherzog und derVorwärts*. Vorwärts* bemerkt zu dem Weihnachtsbesuch Großherzogs in der Darmstädter Herberge Heimat:

Gabe zu gering erschien. Die rohen Burschen wurden in den berüchtigten Personen der Taglöbner Zerb au§ Schwalheim und Naßeben aus Bruna durch die Polizei ermittelt und zur Anzeige gebracht. Recht trübe Feiertage wurden durch den plötzlichen Tod eines 16jährigen Mädchens einer hiesigen beliebten Familie bereitet. Froh und gesund wurde in der Familie der heilige Abend gefeiert. Am nächsten Tage aber schon stellte sich bei dem Mädchen so heftiges Unwohlsein ein, daß außer dem Arzte noch ein sehr bekannter Professor zur Hilfe herangezogen wurde. Doch war es bereits für eine Operation zu spät. Die so plötzlich aufgetretene Krankheit entpuppte sich als eine schon weit vorgeschrittene Blinddarm- Entzündung und Darmverschlingung. Am nächstfolgenden Tage ist das Mädchen schon seinen Leiden erlegen. Anstatt am Neujahrstage Verlobung zu feiern, wie vorgesehen, wird der Bräutigam seine Braut nach dem Friedhöfe geleiten.

-o-. Mainz, 31. Dez. (Telegramm.) Im Hause der Witwe Mösle in trug sich ein entsetzliches Unglück zu. Einer ihrer Söhne hantierte mit einer scharfen Patrone, die plötzlich explodierte. Am Boden des Zimmers wälzten sich alsbald drei schwer Verletzte, die ofort nach dem Rochushospital geschafft wurden. Das vier­jährige Töchterchen starb dort gleich nach der Ankiinft. Der Mutter ist der Leib auf gerissen und ihr Tod ist stündlich zu erwarten. Der Sohn Karl ist gleichfalls schwer verletzt.

sc. Mainz, 30. Dez. In der heute nachmittag statt­gehabten Stadlverordnetenfttzung wurde mitgeteilt, daß der in Frankfurt <u M. verstorbene, aus Mainz gebürtige Rechts­anwalt und Notar Laske sein Ver mögen von 7 5000 Mark und eine wertvolle Kupserstichsammlung der hiessen Stadt vermacht hat.

fc. Aus Rheinhessen, 30. Dez. In der Gemarkung Ibersheim geriet ein fremder Hund in eine Schaf heerde, biß 9 Stück tot und trieb 31 in den Rhein.

[] Marburg, 30. Dez. Eisenbahnzüge mit Gendarmenbedeckung konnte man vor dem Feste wieder aus der Strecke Creuzthal-Marburg beobachten. Diese Maßregel ist wegen der vielen aus Westfalen in die hessische Heimat reisenden Arbeiter angeordrwt. Man will dadurch vermeiden, daß Angetrunkene die Mallagiere be­lästigen oder aus den Stationen Unfug verüben. Irr der Woche nach Neujahr wird auf der genannten Strecke Gen­darmeriedienst eingeführt, da dann die meisten Arbeiter in das Industriegebiet zurückfahren.

* Ehrenpromotion. Die philosophische Fakultät der Landesuniversität hat zum 1. Januar 1904 Herrn Hermann Strebel in Hamburg zu seinem 7O. Geburts­tage die Doktorwürde honoris causa verliehen. Strebel hat sich wissenschaftlich durch umfang- und inhalt­reiche zoologische und archäologische Arbeiten ausgezeichnet. Die zoologischen Arbeiten gehören der ersten Zeit seiner wissenschaftlichen Tätigkeit an, sein Hauptwerk trägt den Titel: Beitrag zur Fauna mexikanischer Land- und Süßwasser- Conchylien*. Später hat sich Strebel, der als Kaufmann in Mexiko gelebt hat, überwiegend mit zentralamerikanischer Archäologie beschäftigt und auf diesem Gebiete ganz Hervor­ragendes geleistet.

** Von der Großherzogs-Geburtstags spende wird heute berichtet, daß aus den beiden Kreisen Worms und Darmstadt nahezu Mk. 30 000 zusammenkommen dürften.

Chicago, 33. Dez. Der Brand brach Während des zweiten Aktes der Pantomime Nittcr Blaubart" aus. Als die flammen anfc

loderten, vernr-^cbte der SchreckensrnfReiter" eine Panik. Alles stürzte, mit einander kämpfend, den Ausgängen zn. Rra n en wurden ohnmächtig n i e d e r g e t r e t e tt. Von der obersten (^allerie ist niemand entkommen. Die Leute sind teils ver­brannt, teils erstickt. Die Leichen wurden zwischen !)cn Sitzen stehend anfgefnnden. Cbenso ging es in der zweiten (tzallerie zu. Wer herab sprana, and den Tod in den Flammen. Die Treppen sind mit Leichen angesnNt. Die meisten Toten sind junge Frauen und Kinder. Die Leichenschauhäuser ' onnten die Leichen nicht alle anfnehmen. Die Schreckensszene erreichte ihren Höhepunkt, als die beiden Gasbehälter platzten und alles mit feuriger Glut erfüllten. Auch viele Künstler werden ver­mißt. Ihn 10 Uhr abends war die Zahl der Toten noch nicht festgestellt. Die Polizei teilte mit, 6 37 Leichen seien geborgen.

TieFrks. Zig." bringt noch so gmde Meldungen: Am Fuße der Treppen lagen die Leichen zwölf Fuß hocl> Tie meisten der'Toten, die geborgen wurden, sind j u n g e M ä d a) e n von zwanzig Jahren und K iudex. Manm-e der für tot Gehaltenen sind noch am L.bm. Um 71/2 Uhr hielten sicy he z erreiß nde Szenen in der Nähe des Tl)eaters ab, wo Eltern nach ihren Kindern jam­merten. Da die Nachmittagsvorstellungen besonders von jungen Mädchen besuchit werden, sind die Mütter in be­sonders großer Zahl Herbeigeström t, da die Männer erst pät vom Brande erfuhren, weil sost alle bis sechs Uhr in den GesckMen waren. Große Scharen vm Polizei sind auf geboten, um die Volksmenge von den Ruinen zurück­zuhalten.

Tas Theater in Chicago war ein prächtiger Bau, nach­gebildet der Opera Comigue in Paris und vor kurzem er­öffnet. Ter Brcnrd brach auf der Bühne au§, die nicht, wie bei anderen Th.atcrn durch einen feuersicheren Vor­hang geschützt war. Tas Feuer sprang mit großer Schnel- ligkeit auf den Zuschauerraum über. Tie Thca'.erleitung erklärt, daß der Vrm.d auf der Bühne leicht hätte gelöscht werden können, daß aber jemand im Zuschauerraum Feuer!" gerufen hätte, w.durch die furchtbare Katastrophe eingetreien sei. Tie Menschen nmrden vielfach totgetram­pelt oder totgequetschl, indessen sind auch viele durch den 'Jlaud) umgekommen ober besinnungslos geworden. Grauenhafte Szenen müssen sich im ersten Rang abgespielt haben, wo man die Tote gesunden wurden, die sich, wahr­scheinlich infolge des Kampfes um den Ausgang, fest umschlungen hielten. Viele Gesichter sind zerkratzt, die Kleid­ungen sind zerrissen.

Noch ein viertes Telegramm geht uns kurz vor Schluß der Redaktion zu:

Chicago, 31. Dez. Die Angaben über die Zahl der Toten lauten immer noch verschieden. Die Citq-Pol zei flieht fie auf 636 an. Die Blatter sprechen von 5 62 Toten. Außerdem werden 65 Personen vermißt.

teilweise bereits mit der Eisernte be- die WirtschaftZur Stadt Newyork" weilenden Soldaten einWirtschastS- in dem betreffenden Lokale viele Sozial- Der Wirt erleidet dadurch einen em- Zwei Bettler haben in dem Hause

pfindlichen Schaden.

eines Arztes hier eine wertvolle bemalte Fensterscheibe zer­trümmert aus Aerger darüber, daß ihnen eine dargereichte

Aks Stadt und Lund.

Gießen, 31. Dezember 1903.

** Als NeujahrSgruß übermittelt heute derGieß. Anz.E feinen Abonnenten den feit Jahren beliebten künstlerisch wertvollen Wandkalender. ES ist diesmal wieder ein

frühesten Morgen an dem Sckweibtische. Ter Kaiser beab­sichtigte, morgen allgeme-n 9Iubienten zu erteilen. Tas Gerücht von einem Sckflagansall ist vollkommen unge- aründet. . _

Budapest, 30. Dez. Im A b g e ord n e t e n h a n s e spielte sich eine ungewöhnliche Szene ab Die Ob­struktion aegen die Welwgeseben«würfe und die hiermit ver­bundene Schädigung aller Landesinterellen hat viele arg verstimmt. Insbesondere die notwendig gewordene Em- berufung der Ersatzreftrvi''en zn cinmonatlichem Waffen- bienst? hat einen jähen Umschlag ber ö'f"ntlichen Meinunng zu Gunsten bes parlamentarisck>en Friedens und cpgen die Fortsetzung ber Obstruktion ltervorgernfen. Eben hatte ein Dauerredner ter Ob' r'ktion seine Rede er hatte drei Stunden Stroh gedroschen beendet, als sich auf ber für das Publikum bestimmten G a l l e r i e eine lange hagere st alt mit wallendem weißen Barte erhob und also zu spreck^en begann:I m N a m e n des Vaterlandes und d e r V a t e r l a n d s l i e b e b i 11 e i ch S i e , m e i n e Herren, stellen Sie doch endlich die Obstruk­tion ein." Weiter kam er nicht; der Vorsitzende gab das Glockenzeick)en und gebot Ruhe; unter den Abgeordneten aber entstand große Bewegung. Mer Augen wandten sich dem zweiten Stockwerke zu, und ein Saaldiener eilte rasch« hinauf, um dem Redner begleiflich zu machen, daß im Parlamente nur gewählte ?ll>geordnete das Wort ergreifen dürfen.Lassen Sie mich los", bat der Greis,ich bin kein Irrsinniger, ich bin kein Narr: ich bin in einem Volks- Hause und hier kann jedermann frei seine Meinung äußern: mein ältester Sohn, der Ernährer meiner Familie, ist als Ersatzreservist jetzt zur Winterszeit einberusen worden; nun können wir zu Hause Hungers sterben." Es half dem alten, armen Manne jedoch nickfts, er mußte das Haus verlassen. Unten aber im Parlamentssaal war auf ber oppositionellen Seite hneber ein Ob^truktionsrebner aus- gestanden und begann eine endlose Rede.

Konstantinopel, 29. Dez. Ter montenegrinische -Geschäftsträger lenkte die Aufmerksamkeit der Pforte darauf, daß die christlichen Schulen und Kirchen im Ti­strikte Plava bedroht sind, niedergebrannt zu werden, sowie daß das fortwährende Sehießen an der Grenze zahl­reiche Opfer fordert. Er empfahl die Entwaffnung der Mohammedaner des Distrikts Plava, da sonst große Gefahr zu befürchten fei Tie Pforte verspracht den Lokalbehörden entsprechende Auftrage zu geben.

Ealcu11a, 30. Dez. (Reuter.) Die englische Ti­bet-Expedition hält sich immer noch im Chumbitale auf. Tie schweren Verluste der Expedition an Trans­porttieren dürsten zu einer wesentlichen Einschränkung der Begleitmannsck)aften führen, sobald ein weiterer Vormarsch erfolgt. Ter Gesundheitszustand der Expeditivnstruppen ist ausgezeickxnet.

Lokodscha, 30. Dez. (Renier.) Der Akapoto- Stamm südlich von Venue ist aufständisch Ter britische Resident und ein P olizei 0 ffizter wur­den getötet Es wird baldigst eine Strafexpedition ab» gesandt.

Newyvrk, 30. Dez. In einer Unterredung äußerte Roosevelt, Rußland habe aus freien Stücken versichert, daß neue Judenverfolgungen ausgeschlossen seien.

Fiutzland und Japan.

DieNat-Ztg." schreibt zu den Vorgängen in Ost- aflen: Tie jüngsten Meldungen aus Tokio lassen feinen Zweifel darüber obwalten, daß die japanische Negier­ung ernstere Mobilisierungs-Maßnahmen ge­troffen hat sowie die Absicht erkennen läßt, ein Ultima­tum an Rußland zu richten, falls dieses nicht auf die geltend gemachten Forderungen eingehen sollte. Nur er­scheint durckmus nicht ausgeschlossen, daß die japanische Negierung ihre Absicht, die diplomatische Aktion durch die militärische zu ersetzen, zu dem Zweck betont, ihr diploma­tisches Vorgehen zu unterstützen.

Tie japanische Regieinlng hat den in Tokio beglaubig­ten Vertretern der auswärtigen Mächte die Mitteilung ge­macht, die augenblickliche Lage der Dinge sei unhaltbar. Japan muffe zu schlag en, wenn Rußland nicht sofort die ihm gestellten Bedingungen akzeptiere. Es könne auch nicht länger auf die enbgittige Entscheidung Iiußlands märten.

Auf der Berliner japanischen G-llandtschiast wurde er- Äärt, daß man auf eine derartige Zuspitzung der Rage, wie sie nach ber vorstehenden Meldung aus Tokio eingetreten sein müßte, an hiesiger Stelle keineswegs vorbereitet sei und es wurde ferner von einer maßgebenden Persönlich­keit der Gesandtschaft versichert, daß sie keine gleichlautende Nachricht von ihrer Negierung erhalten hätte. Eine ähn­liche Erklärung gab der japanifcfye Gesandte in Wien ab. Der japanische Gesandte in Washington dagegen erklärte dem Staatsdepartement, die Situation sei äußerst kritisch Japan treffe Vorbereitungen für beit Ernstfall.

Eine Depesche berNowoje Wremja" aus Wlodiwosto empfiehlt, die Alarmnachrichten aus Japan nicht zu überschitzen. Tie Aussicht auf Erhaltung des Fri e dens sei noch nicht verloren Die japanische Regierung sei zweifellos bestrebt, gute Beziehungen zu Rußland zu erhalten. Die Mobilisienmg der japanisck^en Flotte könne veranlaßt fein durch den Ausstand in Süd­korea gegen die Japaner, sodaß Japan zu Gunsten seiner Untertanen einfcfyreiten müsse.

Ter Pariser Börsenbericht lautet: Ta die Besorgnisse hinsichtlich der Angelegenheiten im äußersten Osten an- halten, schritt die Spellilation zu Real'sa'ionen. Die Börse eröffnete träge. Später zeigte fürfn einige Tätigkeit, doch war wegen des Mangels an TranÄ ktionen eine Erholung nicht möglich Tie Bör^e schloß träge.

läutet wurden Der Stadtturm ryt ja ein A-awzeiwen unserer Stadt, er ist übrig geblieben, als das Feuer die ehemalige Pankratiuskirckje vernichtete, deren Trümmer und Banreste 1808 weggeräumt wurden, um Platz zu schaffeu für die im griechischen Style erbaute heutige Stadtki"che.

(!) Ettingshausen, 30. Dez. Dem Schuhmacher K. flog bei seiner Arbeit ehr Nagel ins Auge und ver­lebte dasselbe schwer, sodaß er sich in die A u g e n f (i n i f nach Gießen begeben mußte. D'r Nagel kmute ent ernt werden, doch hat das Auge die Sehkraft eingebüßt. Gegen die Wahl des Ioh. O v p e r zum Beigeordneten wurde Berufung eingelegt.

L. Friedberg, 30. Dez. Die seit einigen Tagen herrschende Kalte hat auch in hiesiger Gegend bei den Land­wirten die Befürchtu ng hervorgerufen, daß die Saaten erfrieren könnten, wenn nicht recht bald die schützende Schneedecke niederiöllt und sich über Feld und Flur breitet, Ta bei dem starken Froste das Eis schon ziemlich dick ge-

vermischter«

Breslau, 30. Dez. Rechtsanwalt Jahn aus Zoblin, der wegen Unterschlagung von 10000 Mark verurteilt und inhaftiert war, ist in die Nervenheilanstalt in Bunzlau überführt worden.

Hamburg, 30. Dez. In der Volksbank wurde ein Raub an fall auf einen Postbeamten aus geführt, der 500 Mark Ersparnisie einzahlen wollte. Ein Unbekannter warf ihm Pfeffer ins Gesicht, entriß ihm die Scheine und entfloh. Schließlich wurde der Dieb ergriffen.

Neustadt (Hardt), 30. Dez. Gestern abend ist in HeideSheim die weit über die Pfalz hinaus bekannte Wein­handlung deS Kommerzienrats Fritz Eckel völlig nieder- gebrannt. Wie derPfalz. Kurier" meldet, iit das ganze Anwesen bis auf den Erdboden ausgebrannt, nur ein Teil der wertvollen Gemäldesammlung, und das Kontorinventar konnte gerettet werden. Der Schaden ist enorm, jedoch durch Versicherung gedeckt.

Regensburg, 30. Dez. Ein großes Petroleum- tager steht in Flammen. Sehr gefährdet sind fünf be­nachbarte Petroleumtanks.

Rappoltsweiter, 31. Dez. Großfeuer äscherte in Jngersheim eine größere Anzahl Bauernhöfe ein. Ein Knecht wurde von einen ausbrechenden Stier getötet.

* Zu den Fälschungen bei der Tarmstäbter Bank wirb weiter mitgbteilt, baß die Frau bes in Wien festgenommenen nngetreuen Bankbeamten Mar? Baltzer aus der'Hast entlaßen wurde; es konnte burch bas sftort ein» geleitete Crm'ttelllng^ve fehreu sest-estel t werden, daß ie von den Verfehlungen ihres Mannes nichts gewußt hat. Frau Paltzer ist zu ihren in Wien lebenden Eckern zurück- gekehrt. Tas Vorverfahren hat int übrigen ergeben, daß Paltzer den ersten Kreditbrief, der auf Par^S in Höhe von 50 000 Fr. au-gestellt wurde, am 19. Dezember in Berlin gefälscht hat. Da- Geld wurde am 22. Dezember von ihm in Parts erhoben. Die Reise nach Paris hat Paltzer allein unternommen; seiner Frau erzählte er, baß er einen kurzen Besuch bei seinen in Brüssel lebenden Eckern gemacht habe. Beide reiften bann am 25. b. M. nach Wien, wo ihre Festnahme erfolgte.

* Furchtbare Szenen bei einem Brande spielten sich in Metz ab. Dort war in der Schreibstube des Kohlenhäuchlers Saillet in der Tränkstraße Feuer ausge­brochen, bas sich auf den neben dem Bureau liegenden Kohlenraum auSdehnte und bann mit so großer Sch:iellig- keit weiter um sich griff, baß nach kurzer Zeit bas gaicze

Der Großherzog von Hesien, der wiederholt die Spießbürger entsetzt hat durch sein vorurteilsloses Verhalten auch Sozialdemo­kraten gegenüber, dürste am Weihnachts-Heiligenabend wieder An­laß zum Kopsschütteln bei allen alten Philistern gegeben haben. Wie uns geschrieben wird, hat der Gronherzog auf der Verberge zur Heimat an der Weihnachtsfeier der Haudwerksbur'chen tcil- genotnmen. Man denke: unterKunden", unterLandstreicherlck ist ein regierender LandeSvater gewesen! Nachdem der (Äroßherzog die bescheidene Feier verlassen hatte, teilte d-r Herbergsvater mit, daß einwohltuender Herr^ für die Kunden 100 Mack gespendet habe. Die 91 -Vagabonden* erhieltet, je eine Mark ausgezahlt. Hesien dürste berjenige deutsche Bundesstaat sein, in dem am wenigstenNtajestätsbeleidigungen" soweit sie den eigenen Landes­vater betreffen begangen werden. Alan muß in der Tat an­erkennen, daß der junge Fürst seine Zeil gut cmzuwend>m versteht, wenn er sie benutzt, um mit eignen Augen das Elend der Aermsten zu sehen. Obendrein scheittt uns das christlicher ztt sein, als jene (eutklige Sozialpolitik", die ein paar Taler oder Goldstücke am Weihnachtsfestspendet", ohne im übrigen die Nase mit dem üblen Duft der Not zu beleibigcn.*

** Gießener Radfahrer-Verein 1885. Wie wir erfahren, feiert ber Gießener R'cksch erverein 1885 sein Wintervergnügen am 30. Januar 120-1 tin neuen Saalbau lSteinS Garten). Er beabsichtigt baS Fest im gleichen Charakter beS vorjährig von ihm gefeierten Kostümfestes, bas jedem Teilnehmer noch in anter Erinnerung geblieben sein dürste, ju halten undIm Märchen reicht sowieEl sen- lanz" uubFrühlingsreigen" zur Aufführung zu bringen. Wir wünschen bem tätigen Verein gleichten Erfolg wie bei seinen früheren Veranstaltungen.

** Tas üOjahri^e Jubiläum begehen heute die Glocken unseres Stadtturmes, welche im Jahre^ 1853 umaegossen uitb das erste Mal zit Neujahr 1854 ge-

tz n fürchterlicher Töraterkravd.

Mit einem entsetzlichen Brandunglück, das in feiner Un­geheuerlichkeit den schrecklichsten Katastrophen gleichkommt, von denen je die Zeitungen zu melden hatten, hat das alte Jahr seinen Abschied genommen. Heute in aller Frühe gingen uns folgende Depeschen zu:

Chicago, 31. Dez. (Telegramm d es Gieß. An;.) Während einer Matinae im JroqnoiStheater brach ein Feuer

200 bis