Nr. 30h
BWr" Z Blatt.
153. Jahrgang
Donnerstag 31 De,zen-H'^ i 1)03
Erichen», täglich mtt Ausnahme des Sonntags.
Di ..Gtetzener Somtltenblätter* werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^hessische Landwirt" erfchernl monaüid) einmal.
GNtzeKsr Anzeiger
verantwortlich füt den allgem-wL» I*Ü| P, gBlltCo; tot den Hryctflcnlttli & B«Ä
iRoianonSömcf und vertag der BrL-ilch« Unwerftlätsdruclere» (Pirtlch ’&ibcn), #ubcn»
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
j>ie Heutige Plummer umfaßt 16 Kelten.
Deutsches Reich.
Berlin, 30. Tcz. Der Kaiser empfing gestern den General der Infanterie Generaladjutanten v Plessen. Zur Frühstücks täfel beim Kaiserpaare waren geladen Drinz Rens;' XVIII., der Gesandte v. Müller, Gräfin Alvensleben die Gemahlin des Botschafters in Petersburg, und General der Infanterie v. Vlesten. Rach der Tafel empfing der Monarch d"n Vize Admiral Düchfel Hmte hörte der Ka ser den Boriraa des Chefs des Zivillabinetts Wirkt. Geh. Rots Tr. v. Lncanns. „ t ,
— Wie der „Reichsanz." meldet, ist dem General- lentnant z. T. Behm in Grfrr+, dem Generalmajor Dem- mes in Hannover und dem Gestütsdirektor in Gudwehlen Schlüter, der erbliche Adel verliehen worden.
— König Eduard von England gedenkt in der ersten Aprilwoche Kaiser Wilhelm einen Besuch
Kolouialpost.
— Wie aus London telegraphiert w'.rd, besagen englische Meldungen aus Kapstadt, man befürchte dort einen allgemeinen Hottentotten-Auf st and auf dem! ganzen deutschen Gebiete gegen alle Europäer. Banden von Ein^bormen durchleben das Land und plündern die Europäer. Ein deutscher Posten zu Oaprs soll überwältigt und getötet worden fein.. Hierzu berichtet die „Post", daß amtlicherseits eine Bestatrg- una oder eine Richt'gitellung der Meldung nicht zu erhalten war, doch sei an unterricht"ter Stelle bekannt, daß der Aufstand eine weitere Ausdehnung genommen hat. Der aenannte deutsckE Posten Oa"üs dürfte mit der milttarsick)en Versuchsstation Nhabis identisch sein, die etwa 120 Kilometer nordwestlich von Warmbad liegt.
nehmen.
Braunschweig, 30. Tcz. Infolge Erkältung M der Regent in den letzten Tagen die gewöhnliche Ausfahrt unterlassen müssen und die Gratulationscour sowie das Galadiner am Neujahestage abgesagt; doch ist zu hoffen, daß der Erkältungszustand in einigen Tagen wieder vollkommen behoben sein wird. ti.ru -rr ^n
- Hamburg, 30. Dez. Die B..rger,chaft bewilligte 8V4 Mill, zu einem neuen Kanal für den oberes a>en /ilustichisfsverkehr und eine neue C i s e n b a^)n-Verbi n d u n g nach dem Bahnhöfe Wilhelmsburg und 2 200 000 Mark für die Vertiefung der Hamburger Häsen.
München, 30. Dez. Die große Cour Und das
— Der Prinzregent empfing heute den nach Lissabon abberufenen hiesigen Nuntius Msgre. Maccht in Abschiedsaudienz, bei der auch Ministerpräsident Frhr. v. Podewils und Kultusminister v. Wehner anwesend tu ar en. Ter Prinzregent überreichte Macchi das Großkreuz des Verdienstordens der bairischen Krone.
Hvfkvns^t, welche am Neujahrstage aüendv m den königlichen Residenz stattfindeu sollten unterbl' erb en auf Befehl des P r i n z r e g e n t e n, welcher noch an derr Folgen des während der dies öhrigeu a g d s a 1 s 0 n er- littenen leichten Unfalles leidet und auf Grund ärztlicher Anordnung längeres Stehen vermeiden muß Tas Befinden des Prinzregenten g bt indessen zu keinerlei^Besorgnis Anlaß. Der Hosball sotl Mitte Januar 1904 statt-
Kirche urd Schule.
Rom, 30. Dez. „Giornale d'Jtalia^ weiß über die gestrige Versammlung der Kardinale, die sich mit der Frage des Vetorechts bei der Papstwahl be- ckMigte, zu melden, daß-dieselbe unter dem Vorsitz Oreg- lias stattfand, 31/2 Stunden dauerte und von 18 Kardinalen besucht war. Oreglia befragte die Kardinale um ihre Meaw- ung darüber, 06 das Vetorecht heutzutage, während der Papst lediglich die -'üliäxe Gewalt besitze, anerkannt werden sollte 'und ob ein Kardinal der Dolmetscher und Ueber- bringer des Vetos sein dürfte. Agliardi sprach sich dahin aus, daß das Veto bei der gegenwärtigen L^ge d^s Papstes! nicht zu rechtfertigen sei. chotti und Serafino ^unuteur hatten sich ihm angeschlosseu. Ajuti wres auf die^ Notwendigkeit hin, herzliche Beziehungen zu allen Machten zu unterhalten, betonte aber, immerhin dürfe kein Einfluß geduldet werden. Von einigen Kardinalen wurde angeregt, _ augenblicklich von einer Beschlußfassung ahz-sehm. ^reglia 'timmte dem zu urtb teilte mit, daß er die heute wicht anwesenden Kardinäle bereits von der Versammlung unterrichtet habe. Das Blatt bemerkt noch, mebrere Kardinale hätten voraeschlagen, Kardinal Puz'ma solle aufgefordert werden, Erklärungen über seine Stellungnahme a^zngeben, indessen sei jegliche Beschlußfassung bis zur nÄchsten Zusammenkunft verschoben worden. Nach Schluß der Versammlung habe der Kardinalkämmerer dem Papste über den Verlaus derselben Bericht erstattet.
Huslanö.
Rom, 30. Dez. Das vorläufige Handelsabkommen zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn wird morgen früh unterzeichnet.
Brescia, 30. Dez. Der Sarg mit der Leiche Za- nardellis traf heute mittag hier ein. An der Porta Venezia erwarteten der Gral von Turin als Vertreter des Königs, Ministerpräs'dent GmWti, der Mariuemiuister Mirabello, die Präsidenten der Kammer und des Senats, der Bürgermeister von Rom s-wie der französische Konsul in Mailand den Trauerzug mit der Leiche. In der Stadt l<errscht trotz des Schnees austerordentliche BeweMng. Tie Beisetzung vollzog si ch in eindruckvoller Weise. Truppen erwiesen die militärischen Eh^en.
Wien, 30. Dez. Die „Neue Fa?cie Presse" und das „Fremdenblatt" melden übereinstimmend, daß Kaiser Franz Josef während seines letzten Aufenthaltes anläßlich der ZLeihnachtsseiertage in WA si^ t't'ücklich durch Ausgleiten zu Fall gekommen sei und sich eine un''deutende H a u t a b s ch ü r f u n g oberhalb des rechten Auges und eine leichte, vollkommen bedeut mgslose Zerrung am Rücken zugezogen habe. Der Kaiser habe ärztliche Hilfe gar nickit in Anspruch genommen und bch'nde sich bei b e st e m W 0 h l s e i n in der Hofburg; er empfing gestern den Grafen Goluchowski und arbeitete heute seit dem
schließen!"
Läßt sich die Wiedereinstellung einer größeren Anzahl Weber nicht ermöglichen, so werden diese sich ja wohl der Versprechungen sozialdemokratischer Blätter erinnern, die deutsche Arbeiterschaft werde unbedingt hinter ihnen stehen, wenn die Streikkatastvophe zum völligen Untergang der Krimmitschauer Textilind u st rie führen sollte, ein Verbrechen, das wahrscheinlich niemals eingelöst werden lann. Finden sich jetzt sck)on Opfer der Katastrophe, so tritt jetzt schon die Verpflichtung an die Streikleitung urvd ihre Hintermänner heran, sich ihrer anzunel-men. Ter Streikkasse fließen noch immer bedeutende Mittel zu, so daß jetzt für Verheiratete 13 Mark, für Ledige 7 Mark pro Woche Unterstützung gez-ahlt werden kann. Wie aus Plauen i. V. geschrieben wird, wollen auch die dortigen Fabnkanten und Maschinenbesiher sich zu einer Hilfsaktion für die Krimmitschauer Unternehmer zusammcn- schlreßen. , .
Ter Verband sächsischer Industrieller hat an sämtliche Mitglieder em Rundschreiben versandt, m dem er zur tatkräftigen Unterstützung der Krimmitschauer Arbeitgeber durch Einsendung von Beiträgen an den Verband auffordert. .
Tie „Deutsche Tagesztg." teilt mit, daß Geheimrat Roscher nur zu dem Zweck nach Krimmitschau gereist sei, um von dem jetzigen Stande der Tinge Kenntnis zu nehmen. Irgendwelchen Auftrag, seinerseits Einigungs- Verhandlungen einzuleiten, habe der Geheimrat nicht.
Dr. Heim und Dr. Gäch.
In einer der letzten Siüungen der bayerisch-en Kammer der Abgeordneten hatte bekanntlich der.bauernbündlerische Abg. Dr. Gäch den Zentrumsabg. Dr. Heim aus das schärfste wegen seiner Tätigk.'it im Genossenschaftswesen angegriffen und die heftigsten Vorwürfe gegen ihn geschleudert, Tr Heim der Kammersitzung nicht beiwohnte, antwortete er in der Presse, und zwar mit der Auffordermng, Tr. Ga;ch möge seine Angriffe außerhalb der Kammer wiederholen, dann werde er (Tr. Heiml den Beweis führen, daß sie erlogen seien. Selbstverständlich war die Erklärung Tr Heims mit den stärksten Ausdrücken abgesaßt und mit sehr scharfen Wendungen gewürzt. Sie Erwiderung Dr Gächs wiederholt seine Ausführnnoen in der Abgeordnetenkammer zum Teil. Tr. Gäch schreibt u. a.:
Ich verlangte und verlange Aufk.arnna seitens der Kgl ^Staatsregieruna, ob Tr. Heim im baßerechen Bearnten- fnrher eine Ausnahmestellung emnimmt, ob bw für den niedersten Bediensteten geltenden Vorschriften auf den Realerer Tr Heim keine Anwendung finden Hatte Tw Heim die ^nebmiquna. eine Aufsichtsratssteile bet der M N-.eder- beuern nocl? in chlechtem Andenken stehenden Hamburger mfiförhic-n-t» und Aussteuer-Versicherungs-Gesel schäft zu bekleiden hat ^er die Genehmigung als Aufsichtsrat der
Horde das 9«He -3 d Gehalt als Reallehrer
Halten, wuh«nd « ^inem anderen Staats-
beamtend dn .in Land- aber Reichstagsmandat hat, ein-
Volitische Tagtsschau.
Aus Krimmitschau
Wird geschrieben:
Tie „Säckus. Arbeiterrtg." und die „Lc'pz. Vokksztg." wetteifern da^in, den einen Ausgleich durchaus nicht ab geneigten Ter^ilarbeitern klar zu machen, daß alle Agitatoren auis Pflaster fließen und dauernd a's Crimmitschau verbannt werdw sollten, damit „Kirchh'üsrube" herrsche. Schwarze Listen würden dann weiter dafür sorgen, daß diele ,L)pfer" auch anderwärts verschlissene Türen fänden. Mit den Aaitat^ren sollten auch afte älteren, weniger leistungsfähigen Arbeiter abgeschoben und so die „Rache" mit dem Profit verbunden". Etwa 1000 Streikende sollen von der Proskription betroffen sein. Tie Fabrikanten sollten sich beeilen, durch alsbaldige Bekanntgabe richt'gstellender. beruhigender Er- tlärun^en den jetz'- eingetroffenen sächsischen Regierungsvertreter zu unterstützen.
Tie Fabrikanten in Kr'mmitschau haben übrigens /einen Hehl daraus gemacht, daß sie unter keinen Umständen sämtliche Ausständigen bedingungslos wieder einstellen würden.
Geheimrat Vöhmert bemerkt über das Ergebnis seiner Sendung:
„Tie o raanisierte Arbeiterschaft scheint nicht abgeneigt, auf dieser Grundlage Frieden zu schließen; es sind auf feiten der Unternehmer jedoch sachliche Schwierigkeiten vorhanden, dieselbe Zähl von Arbeitern wie ftüher jetzt fckwn zu befchättigen, weil die Hauptsaison verloren ist und weil viele Betriebe erst allmählich auf Grund neu aufzusuchender Brs'ellnnoen die volle Arbeit wieder mif- nehmen können. Immerhin bietet der obige Veraleichs- vorschlag doch vielleicht einen Ausweg zur Verständigung Tie Arbeitgeber können schon von sich aus den IOH2 stündigen Arbeitstag einführ'en und auf Giumd der verkürzten Arbeits'eit ihre Arbeiter zur Rückkehr zur Arbeit aufsordern. Es wird in Krimmitschou auf allen Seiten viel guter Wille nötig sein, um wieder friedliche Verhältnisse herbeizusühren, welche zur gemeinsamen Arbeit und zinn G-edeihen der Industrie so nötig sind- Um dauernde Sckiadigungen von der ganzen Bevölkerung Krinimitschaus abzuwenden, wird man sich vor allem hüten müssen, den Kampf lediglich als Machtfrage zu, betrachten und ihn bis zur Erschöpfung oder wolkständigen Niederlage des anderen Teiles ftrtzusetzen. Es würde dadurch nur andauernder Haß gesäet werben. Möge man in Krimmitschau noch vor Schluß des Jahres einen ehrenvollen Frieden
abzustatten. ,
— Wieviel Minister bereits unter Kaiser Wilhelm II. verbraucht worden sind, geht aus einer Aufstellung in der „Post" heitbvr. (£3 leben z. Z- 16 inaktive preußische Staatsminister, die staatliche Ministerpension bez'ehen. s-chern sie nicht ein anderes Staatsamt erhalten Haven. Verschiedene andere, wie Miguel, Caprivi usw., sind gestorben; nur wenige unter ihnen stammen aus der Zeit vor Kaiser W-.lhelm II. Dem Datum der Ernennung nach kommt zuerst Tr. v. Hofmann, der am 6. Juni 1576 als Präsident des R''.chskanzleramts preußischer Minister wurde, 1879 die Leitung des §>andels- ministeriums übernahm und seit 1880 inaktiv ist. Es folgen Graf zu Eulenburg und v. Maybach, die beide am 30. März 1878 Staatsminister wurden, Dr. Freiherr Lucius v. Ballhausen (13. Juni 1879), Dr. von Boetticher (13. Sept. 1880), und Dr. v. Scholz (28. Juni 1852). Es kommt alsdann ein Zeitraum von über fünf Jahren, ans dem kein inaktiver S aa sminister vorhanden ist. Tann folgen Fürst Herbert v. Bismarck, der am 22. April 1888 (unter der Regierung Ka;cr Friedrichs) Staatsminister wurde, Dr. v. Schelling (31. Jan. 1889), Freiherr v. Berlepsch (31. Jan. 1890), v. Heyden (14. Nov. 1890), Graf v. Z e d l i tz-T r ü tz s chl e r (1^Marz 1891), v. Thielen (ebenfalls 1891), v. Köller (29. Okt. 1894), Freiherr v. Marschall (30. Okt. 1894), Freiherr v. Hammerstein-Loxten (9. Nov. 1894), Freiherr v. d. Recke (8. April 1895), Brefeld (26. Juni 1896).
— Das vom Reichstage neu bewilligte Handels- Provisorium mit England bezieht sich bekanntlich nicht auf Kanada. Jetzt wird ans London telegra phiert, daß wegen Kanada zwischen Deutschland und Eng land Verhandlungen schweben, aber keinen rechten Fort- aana nehmen, was mit dem Hinweis auf den Umstand erklärt wird, daß Kanada die deutsche Einfuhr ungünstiger als diejenige anderer Länder behandelt.
— Der „Neichsanz." veröffentlicht das G.'sey, das den Birndesrat emiächtigt, dem britischen Reiche die Meistbegünstigung b's zum 31. Dezember 1905 weiter zu gewähren und eine Bekanntmachung, nach der der Bundesrat beschlossen hat, die Geltungsdauer der bestehenden Bestimmungen für die Zeit nach dem 31. Dezember 190o bis aus weiteres zu verlangen.
— Ter Hauptvorstand des deutschen Ost markender ei ns richtete an das preußische Staafsminchterlum eine Eingabe, im Wege der G.setzgebung dahin zu wirken, daß in Versammlungen, in denen öffentliche Angelegenheiten erörtert werden, nur die deutsche Sprack-e für zulässig erklärt wird.
— Der Deutsche Verein für Frauenstimmrecht hat an die Deutsche und die fteifinnige Volkspartei, dre freisinnige Vereinigung, das Zentrum, die naNonallide- rale und die beiden konservativen Parteien den Antrag gerichtet, die Erstrebung der politischen Gleichberechtigung der Frauen in das Parteiprogramm auszu-
Keer und Kiotle.
— Die Aendcr ungen i n Forbach^ Das. „Mil^ tar-Wochenblatt" meldet: v. Nathusius, Maivr des Tragonerregiments Nr. 6, ist zum Kommandeur des Trmn- bataulons Nr. 16 (Forb ach) ernannt, Ev, Rittmeister des Trainbataillons Nr. 16, ist mit der gesetzlichen Penswn zur Disposition gestellt und zum Vezirksosiizher iw Gnesen ernannt, Gerpott, Rittmeister des Tram-Ba- taillous Nr. 8, ist in das Trainbataillon Nr. 16 versetzt, Freiherr v. L a r i s ch und Groß-Nimsdorfs, Hauptmann und zweiter Offizier des Traind^pots des 11. dlrmee- korps, ist ziwi ersten Offizier des Traindcpo's des 1b. Armeekorps ernannt, Fuchs, Major und Kommandeur des Trainbataillons Nr. 16, ist mit den Erlaubnis '.um Tragen der Uniform des Ulanenregiments -Nr. 12 und mit ber gesetzlichen PenOon d"r w 5 f rf) i e b bewilligt. Bandel, Rittmeister des Trainbataillons Nr. 16, ist mit der gesetzlichen Pension der Abschied bewilligt, Koch, Oberleiltnant. beauftragt mit der Wahrnehmung der Stelle des ersten Offiziers des Traindepats des 16. Korps, ist als Halbinval'de mit der gefehTi^en Pension aus geschieden und zu den Offizieren der Landwehr des Tram übergeführt, Habenicht, Oberleutnant des Drain- bataillons Nr. 16, ist mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt.
geräumt ist? Zeugeneidlich wurde am 28. Filli d. I. vor Hofkonzert der Ferienstraftammer des Kgl. Landgerichtes Amberg fest- gestellt, daß Tr. Heim als Vorstand der genossenschaftlichen Zentrale Ansbach jährlich 2000 Mk. bezieht, seine Frau 1000 Mark für Buchführung. Ich stecke mich nicht hinter meine Immunität, sondern ich verlange, daß ich se.tens einps Kgl. Regierungskommissars vernommen werde; ich werde mich vernehmen lassen und auch das in meinen Händen besindlick)e Material zur Einsicht vorlegen; es ist das gleiche Verlangen, das seinerzeit Herr Tr. Heim gegen den Hofbräuhausdirektor Staubwasser stellte, welchem seitens d 9 Herrn Finauzministers sofort entsprochen wiirde. Ich werde von der gleichen Stelle aus aniworten, wo Herr Dr. Heim mich provo'iert hat — und auch allen jenen Zentrmnsabge- ordneten, die gegen mich die unwahrsten Behauptungen cnifstellten, ohne sie deswegen als Schurken, Verleumder und Ehrabschneider zu beschimpfen. Es muß endlich einmal Klarheit geschaffen werden — die Wortklaubereien des Herrn Dr. Heim können darüber nicht binwegtäuschen. Hat die Kgl. Staatsregierung eine Mitschuld an den unhaltbaren Zuständen, wie sie sich jetzt herausgebildet, dann soll sie auch zur Rechenschaft gezogen werden; fühlt sie sich keiner Schuld bewußt, dann muß sie endlich einmal Wandel schaffen; denn baß ein königlich bayerischer Iugendbildner, ein bayerischer Staatsbeamter in solchem Tone Regierung, Llbgeordnete wie überhaupt Andersdenkende behandelt, wäre in keinem anderen Bundesstaate möglich."


