Ausgabe 
31.8.1903 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

ck

herab. Die folgenden sieben Wagen entgleisten. Das über, wofür Hessen die Ortschaft Michelbach erhält.

gegen 6 Uhr siel von einem Wagen des Güterzugc Nr. 8778 em über 20000 Kilogramm schwerer Eisenbloi

alt.

Art

wird einstimmig angenommen.

Vom Kaiser ist aus bo3 HuLdigungstelegramm ein Llntworttelegramm eingegangen, welches lautet: Se. Majestät der Kaiser und König haben mich zu beauf­tragen geruht, dem Deutschen Landwirtschaftlichen Genossen­schaftstage Allerhöchst Ihren wärmsten Dank für den fteundlichen Gruß auszusprechen. Se. Majestät freuen Allerhöchst sich über die treue Arbeit der landwirtschaft­lichen 'Genossenschaften an der wirtschaftlichen Hebung der ländlichen Bevölkerung und werden die segensreichen Be­strebungen auf diesem Gebiete auch ferner mit Allerhöchst- ihrem landesväterlichen Interesse und Kaiserlichen Schutze begleiten, von Lucanus." (Lebh. Beifall.)

Dann wendet sich der Genossenschaftsurg der Frage zu, in welcher Weise Genossenschaften die Deckung etwaiger Verluste unter Berücksichtigung der gesetzlichen Bestimm­ungen bewirken können. Nach längerer Aussprache nimmt der Genosseuschaftstag folgende Resolution an:Da es nach dem zurzeit geltenden Genossenschaftsgesetz nicht mög­lich ist, eine nach Abschreibung des eigenen Vermögens und der Geschäftsguthaben verbleibende Unterbilanz im Wege des Umlageversahrens bet bestehender Genossen­schaft zu decken, muß den Genossenschaften noch mehr als sonst empfohlen werden, für die Stärkung ihres Vermögens durch Festsetzung angemessen hoher Geschäftsanteile und reichliche Dotierung der Reserven Sorge zu tragen."

Verbandsdirektor von Brockhausen-Stettin sprach dann über dasVerhältnis der ländlichen Kredit­genossenschaften zu den öffentlichen Spar­kasse n."

Nach einem Referat des Direktors der Buchführungs- genossenschast Euskirchen, Rittergutsbesitzer Krewel- Burgzievet empfiehlt der Genossenschaftstag zur Erzielung einer geordneten Buchführung der Landwirte die Gründ­ung von landwirtschaftlichen Buchführungs­gen o s s e n s ch a f t e n.

Zur Frage der Heranziehung der Vorstandsmit­glieder und der Rechner der landwirtschaftlichen Ge­nossenschaften zur Alters- und Invaliden- Versicherung spricht sich der Genossensa)ajtstag dahin aus, daß die Vorstandsmitglieder nicht der Versicherungs- vflicht unterliegen sollten, weil sie Lohnarbeit nur in ven seltensten Fällen verrichten, vielmehr selbständige

Im August 1823 erschienen die ersten Wagen dieser in Paris und wurdenOmnibus", d. h. Allen, dem öffentlichen Verkehr gewidmet. In London hielten sie 1824, in Berlin 1825 ihren Einzug. Hier hielten sie am Branden-

Vermischtes.

Niederlahnstein, 29. August. Heute nachmittag

Aus Stad! und Kand.

Gießen, den 31. August 1903.

Die Omnibusse sind in diesem Monat 80 Jahre

burger Tor und wurden nach ihrem Unternehmer, dem rüheren Hofagenten Kremser, benannt, welchen Namen die offenen Wagen für Landpartien noch heute führen.

k- K l e i n - L i n d e n, 30. Aug. Ueberfahren wurde das dreijährige Töchterchen des Arbeiters Gg. Beppler von einem Bierfuhrwerk. Der Unfall ereignete sich heute tnittag; t>cid Kind trug derartige Verletzungen davon, daß es sofort in die Klinik nach Gießen verbracht werden mußte.

Bad.-Nauheim, 30. Aug. Unterhaltungen. Dienstag den 1. September, nachmittags und abends von 810 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kur- iäpelle. Abends Theatervorstellung:Die Schmetter- ingsschlacht." Mittwoch, nachmittags von 4 bis ßi/2 Uhr und abends von 7%93/4 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kapelle des Ulanenregiments aus Hanau; abends von 810 Uhr im Saale Symphonie-Konzert der Kurkapelle unter solislischer Mitwirkung der Opernsängerin Emmy Dommersdors aus Berlin. Donnerstag, nachmittags von 4i/agi/, und abends von 810 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle; von 810 Uhr im Saale Tanz. Freitag, nachmittags von 4x/26% und abends von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle; abends

8 Uhr Theatervorstellung:Der Bibliothekar." Samstag, nachmittags von 4Va6*/, und abends von 810 Uhr aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale Zaubervorstellung des Hofkünstlers Rud. Meunier- Selar aus Frankfurt a. M.

Darmstadt, 29. Aug. Se. Kgl. H. der Großherzog empfingen heute zum Vortrag den Staatsminister Dr. Rothe und den Geh. Kabinetsrat Römheld, wohnten heute vor­mittag auf dem Truppenübungsplatz der Besichtigung des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 durch den kommandierenden General bei und haben sich heute mittag zum Besuch der Prinzessin Ludwig von Battenberg nach Schloß tzeiligenberg begeben.

Offenbach, 30. 9(ug. Von dem Besuche Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs tragen wir nach derOffenb. Ztg." noch folgendes nach: Auf dem Wege zur herrlich geschmückten Villa Oehler wurde dem Großherzog vom Bureau- personal der Firma Oehler eine spontane begeisterte Huldig­ung dargebracht, über die er sichtlich freudig überrascht war. Er nahm dann zunächst das Innere der Villa mit ihren zahlreichen Kunstwerken, sowie den Wintergarten in Augen- chein und begab sich dann in den prachtvollen Garten, wo ich etwa 55 geladene Gäste eingefunden hatten. Bei Tee und reichbesetztem kaltem Buffet unterhielt sich der Groß­herzog in vottresflichster Laune besonders angeregt mit den anwesenden Damen. Ebenso aufmerksam aber lauschte er den meisterhaften Vorträgen des unter seinem Protektorat stehenden Turner-Sängerchors, von dem er gar nicht genug hören konnte. Als ihm dasRepertoire" der Sänger über­reicht und er gefragt wurde, welches von den Liedern er zu hären wünsche, sagte er kurzweg:Allel Den Beginn machte der Kienzl'sche Stundenchor vom Gesangswettstreit, weiter folgtenSchön Rottraut",Guten Abend, guten Nacht", die Villanella Neapolitana",Steh' ich in finstrer Mitternacht", Mach' auf des Herzens Fensterlein",Schönster Schatz, mein Augentrost" undVineta". Den Beschluß machte, der besseren Akustik wegen in einem eigens hierfür errichteten Zelte vor­getragen, der gewaltige Meßner'sche PreischorSiegesgesang nach der Varusschlacht". Der Großherzog, der dem Gesang mit der Partitur in der Hand folgte, war besonders von der hinreißenden Steigerung am Schluß sichtlich ergriffen und kargte dem Vorsitzenden des Chors, Karl Steuerwald, und seinem musikalischen Leiter, Musikdirektor Glück, gegenüber nicht mit Ausdrücken der höchsten Bewunderung für die herrlichen Leistungen der Sänger, denen er, wie er sagte, am liebsten noch stundenlang gelauscht hätte. Den Dank der Sänger brachte Reallehrer Stahl, der Vorsitzende des Turn­vereins, mit einem Hoch auf den Landesfürsten aus, dem der Sängergruß sich anschloß. Fast zwei Stunden später, als ursprünglich beabsichtigt war, gegen 3/48 Uhr, erfolgte die Abfahrt des Großherzogs, während der Sängerchor auf Ein­ladung des Geh. Rats Oehler noch un Garten blieb und die Gäste durch prächtige Lieder erfreute.

* Der Schwein estall als Re t ter in der Not. Ein Bettler flüchtete in dem b a d i s ch - h e s s i s che n Ort Kürnbach vor einem badischen Polizisten in einen Schweinestall. Der Polizist eilte nach^ aber der Fechtbruder befand sich bereits auf hessischem Gebiet, denn mitten durch den Stall ging die Grenze zwischen Baden und Hessen. Ter Badenser rief nun den hesftschen Sicherheitswüchter her­bei, der durch eine Hintertür in das hessischeViertel" drang, Währeno der Badenser von Baden aus angrifs. Ter Bettler aber prügelte die Vertreter Badens und Hessens, von denen jeder, ihn haben wollte, mörderisch durch. Als man ihn nun deswegen vor Gericht stellen wollte, wußte lein Mensch, mi\ welchem Gebiete bi: Hiebe gefallen waren und ob der Fall an ras oavi-che voer hef,i,ch? Gericht zu verweisen sei. Solcyeu Berleg.nheiten ist übrigens für die Zukunft vorgebeugt, ocnii Kuruoa^ geht ganz an Baden

Berggleis Köln-Frankfurt ist gesperrt. Verletzungen sind nicht vorgekommen, dagegen ist der Materialschaden erheblich.

Freienwalde a. d. Oder, 30. August. Der Ar­beiter Schameika drang in die Wohnung der von ihm ge­liebten Frau Sommerfeld, tötete diese durch einen Schuß in die Brust und verletzte deren fliehende Tochter gefährlich durch einen Schuß in den Rücken. Der Täter wurde verhaftet nachdem er auch den Polizisten durch einen Schuß in den Arm verletzt hatte.

* Brüs sel, 29. August. Auf Veranlassung des General- Prokurators wurde gestern abend die Frau eines hiesigen angesehenen Bürgers wegen Mordversuchs an ihrem Schwiegersohn verhaftet. Die Betreffende hatte einen Ringkämpfer beauftragt, den ihr lästigen Schwiedersohn zu ermorden, wofür sie ihm eine große Geldsumme angeboten hatte. Da man annahm, daß die Frau geistesgestört ist, wird sie vorerst einer ärztlichen Beobachtung unterzogen werden.

* Cherbourg, 30. August. Hier wütete gestern em heftiger Südwest sturm, welcher großen Schaden anrichtete. Zahlreiche Fischerbarken gelten als verloren. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt.

* Budapest, 29. August. Auf der Besitzung der Gräfin von derOsten brannte ein Holzsägewerk nieder. Hierbei verbrannten ein Maschinist, 2 Arbeiter uud 8 Kinder.

* Therese Humbert erhielt, nach einer Meldung aus Paris, die Vergünstigung, bis auf weiteres in der Concier- gerie zu bleiben, doch wurde ihr nicht gestattet, sich vom Gatten und den Brüdern, die im Zellenwagen nach dem Strafhause Fresnes gebracht wurden, zu verabschieden.

* Die Eröffnung des Simplon-Tunnels, die, wenn nicht unvorhergesehene Schwierigkeiten eintreten, für das Jahr 1905 zu erwarten steht, soll durch eine große Ausstellung in Mailand gefeiert werden. Das Unternehmen oll wenigstens zum Teil einen internationalen Charakter ragen und seinen Schwerpunkt in einer Vorführung der Be- örderungsmittel in Land, Wasser und Lust finden.

* Die Pest. Nach einer Meldung derFrks. Ztg." aus Sidney sind inNeu-Caledonien bis zum 10. August 97 Pestsälle vorgekommen, von denen 8 7 tätlich ver­liefen.

Landwirte, Kaufleute usw., die nur nebenbei dieses Anft bei der Genossenschaft ausüben. Auch die Rechner sollten nicht versicherungspflichtig sein, sobald die dienstliche Be- chäfttguug bei der Genossenschaft nicht ihren Hauptberuf bildet.

Dann folgte ein Vortrag des Verbandsdirektors Rechtsanwalt Bangr atz-Landau über die Verant­wortlichkeit solcher Vorstandsmitglieder für Majoritätsbeschlüsse des Vorstandes, welche in der Mino­rität geblieben sind. Er meint, daß ein solches Vor-, tandsmitglied dann entlastet sein dürste, wenn es be­antragt, daß das Geschäft, bas es für verlustbringenb hält, nicht vollzogen werde und es bann sofort bem Aufsichtsrat und nötigenfalls auch der Generalversammlung ferne Be­denken mitteile. Damit hätte es die Sorgfalt eines ge­wissenhaften Kaufmanns angewandt. Es müsse aber, auch noch später, falls sich Gelegenheit dazu biete, alle Schritte zur Verhütung des Schadens tun. Der Genosseuschaftstag erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einver- tanden und empfiehlt den Genossenschaften, in den Sta­tuten und Dienstanweisungen den Vorstandsmitgliedern entsprechende Einweisung zu erteilen.

Zum Schluß erörtert dann noch der Generalsekretär Dr. Grabein-Darmstadt die Angriffe gegen die Tätigkeit der Konsumvereine als Rohstoffbezugs-Ge- nossenschaften. Damit ist die Tagesordnung erledigt und Geheimrat Haas schließt mit Dankesworten den 19. landw. Genossenschaftstag.

* Eine sehr überraschende Erscheinung ist nach den neuesten Feststellungen der Medizinalabteilung des preuß. Kultusministeriums der Rückgang der Ge­burtenziffer in Preußen. Er bettug 1876 für Preu- 3en noch 40,9 (von Tausend), ist 1900 auf 36,98 zurück­gegangen und betrug 1901 nur 36,52. Berlin hatte 1876 noch eine Geburtenziffer von 46,0 auf Tausende, sie betrug 1901 nur noch 26,68. Dieser gewaltige Rückgang gibt sehr zu denken und ist die Annahme nicht unberechtigt, baß in Berlin die künstliche Verhütung ber Konzeption und die Unterbrechung ber -L-chwangerschaft eine größere Rolle pielen als vermutet wirb. Im allgemeinen haben die höchsten Geburtsziftern bic östlichen Bezirke unb Bezirke des Westens, welche eine hochentwickelte Industrie haben wie Arnsberg. Eine Zunahme der Geburtsziffer zeigen Marienwerder 42,56 (41,51), Danzig 42,59 (42,20),, Posen 41,05 (40,73), Trier 40,09 (39,65), Gumbinnen 36,98 (35,41), Stettin 36,39 (36,13), Köslin 36,30 (35,26), Aachen 36,13 (35,30), Königsberg 35,77 (34,66), Stralsund 34,98 (32,97), Osnabrück 34,15 (34,12), Hildesheim 32,52 (32,49), Aurich 32,09 (31,85), Frankfurt 31,79 (31,25), Lüneburg 30,75 (30,43). Aber wie gesagt, diese lleine Zunahme in einzelnen Regierungsbezirken gegen 1900 kann über die Tatsache nicht hinweg täuschten, daß die Geburtenzif­fer in Preußen ziemlich st ar k sin k t. Von 18961901 zeigen eine Abnahme der'Geburtenziffer 349 Kreise, eine, Zunahme 210. Letztere erstreckt sich fast ausschließlich auf das platte Land und vorwiegend auf den Westen.

* Eine eigentümliche Ansicht von der Pflicht der Presse bekundete in der jüngsten Stadtverordnetensitzung der Bürgermeister Hirschfeld zu Ko bürg. Einige Stadtväter führten Klage darüber, daß der Magistrat oft außerordentlich wichtige Bekanntmachungen für die Bürgerschaft nur im Re­gierungsblatt veröffentliche und nicht in den Tageszeitungen. Das Regierungsblatt hat etwa 300 Auslage. Die Veröffent­lichung im Regierungsblatt gegen Bezahlung eines höheren Zeilenpreises als desjenigen der Zeitungen ist eine Amts­pflicht, die Veröffentlichung in den Tageszeitungen kann als ein Gnadenbeweis für die Zeitungsverleger betrachtet werden. Der Bürgermeister der Residenzstadt Koburg meinte nun, die Zeitungen könnten ja die Bekanntmachungen des Magistrats aus dem Regierungsblatt (natürlich umsonst) abdrucken. Eventuell erständen in Koburg noch mehr Zeitungen und dann würden die Unkosten für den Stadtsäckel noch größer. Die richtige Abfertigung gibt dem Bürgermeister nun das Kob. Tageblatt", indem es schreibt:Man kann wahrlich von der Presse nicht beanspruchen, daß sie die hiesigen amt­lichen Bekanntmachungen unentgeltlich aufnimmt I Die Zeitungsoerleger muffen ebensogut ihre Steuern bezahlen und ihre Leute entlohnen, wie andere Geschäftsleute auch, und können daher ebensowenig unentgeltlich arbeiten wie diese." DieSaale-Ztg." in Halle druckt dieses Geschichtchen ab und fügt hinzu: Uebrigens teilen auch noch andere Bürger­meister und sonstige Verwaltungen die Ansicht des Herrn Hirschfeld in Koburg. Es gibt da nur ein Mittel, die Herren, welche fortwährend die Mitwirkung der Pressekostenlos" für sich in Anspruch nehmen, zu bessern, nämlich sie bei Gelegenheiten, bei denen sie ohne Zeitung ab­solut nicht fertig werden können, einfach im Stiche zu lassen.

Haltbar, und doch drangt der Wümsber Ham dal Sv e r-r tr äae auf gemeinsames .Handieln beider ftch immer feind­licher werdenden Reichshälften. Lchon Langer denn zwei Wochen bauert nun bie ungarische Krisis, ^e ist aber deute noch um keinen ZolL wetter gediehen als am .lnfang. Zu ber Zwischenzett, während welcher der uttiser in -öien toeOi, um den König von England zu empfangen, werden die Verttauensmänner der Krone unb der Oppo­sition die Wege zur Bellegung der Krise zu ebnen suchen. Bon Men wttl dann der Kaiser wieder nach Pest zuruck- kehren In Wiener diplomattschen Kreisetl wird versichert, baß bei der Anweserchett deS Königs von England zwar eine Besprechung der Battan-Angelegenheiten Mttjmden wevde, daß aber kein Grund vorhanden sei, daraus zu schließen, daß England seine bisherige Reserve ausgeben werbe. Tie ,Miener Abendpost" begrüßt den heute, Älontag, in Men eiuttesfenden öiönig von England sehr herzlich. Sie schreibt: ,Mtt verehrungsvollen Sympathien heißt die Be- vötternng Mens den erlauchten Gast des Kaisers will­kommen und begrüßt in dem Köiiig von England das Ober­haupt eines mächttgen, welliunspaiinenden Reiches, einer Nation von großer, reicher Lulttir, uud den Freund des Kaisers. Die herzlichsten Beziehun gen verbinden das englische Königshaus ürrd die habsburgische Dynastie. Dieselben Beziehungen kennzeichnen das polittsche Verhält­nis der österreichisch-ungarijchen Rtonarchie zu dem ^nsel- reiche."___________________________

Aeulscher landwirtschaftlicher Keuossenschaftstag.

IL

Bonn, 28. August.

In ber heutigen Sitzung wird die Debatte über die aeaenwärttge Lage und die Aufgaben der Winzer-Ge­nossenschaften fortgesetzt. Geh. Regieruugsrat Ha a s- Darmstadt empftehlt zuni Zwecke der Förderung der Winzer- aenossenschaften die Abhaltung regelmäßiger Zusamnien- ttlnfte der Vertreter dieser Genossenschaften, sowie bic Bildung eines Sonderausschusses im Allgememeri Ver­bände.

Pfarrer Winter- Hermersheim: Im AhrtaL fabriziert der Handel aus minderwertigeii Weißweinen und italieni­schen Ausschußtrauben einen Wein, der unter dem Namen Ahrrotwein 'in den Handel kommt und der im großen und ganzen noch besser schmeckt wie unser Ahrrotwein. (Heiter­keit.) Redner empftehlt die Schaffung eurer Zentral­stelle, welche mtt dem Weinhandel in Verbindung treten soll. Wenn jemand regelmäßig einen Rotwein trintt, dann schmeckt er chm immer besser, bei dem Verschnitt­wein hat man nach 1 oder 2 Jahren genug und trmkt Weißwein. (Sehr nchttg.) Wir im Westen sind in Not, die Herren im Osten nicht. (Oho! Große Hetterkeit.)^

Der Genossenschaststag nimmt schließlich folgende R e - /olution an: ,^Jn Ansehung der Tatsache, daß durch die Mldung der Wmzergenossenschaften zwar eine bessere Kultur des Weinstockes, sowie eine sachgemäße Behandlung der Weine erzielt werden, es aber nicht gelungen ist, die dem Absatz des Weines entgegenstehenden großen Schwie­rigkeiten zu beheben erscheint es dringend notwendig, wettere Mittel zur möglichsten Besettigung dieser Schwie- rigketteu zu finden. Es ist zu erstreben, daß an stelle des bis jetzt durchgängig üblichen direkten Verkaufs der Weine an die Verbraucher eine Geschäftsverbindung mit dem Weinhmidel eingeleitet wird. Zur Förderung des Absatzes erscheint die Schaffung von Zenttal-Weinver- triebsstellen erstrebenswert, denen auch die Aufgabe zu- fallen würde, die wünschenswerte Geschäftsverbindung mit dem Weinhandel nach Möglichkeit anzubahnen. Zu dem Zwecke der Förderung der Interessen der Mnzergenossen- schasten empfiehtt sich die Abhaltung regelmäßiger Zu­sammenkünfte der Vertreter dieser Genossenschaftsart, so­wie die Blldung eines Sonderausschusses im Allgemeinen Verbände. Zur Bttdung dieses Sonderausschusses wolle der Anwalt baldigst die erforderlichen Schritte einleiten."

lieber die Milchverwertung und bie Betriebs- Unkosten bei denMolkereigenossenschaften be­richtete Verbandsdttektor Oekonomierat P1 e h n - Berlin. Er beantragt, nachstehender Resolutton zuzustimmen:Die Verwertung der DttLch in den Molkereigenossenschaften ist vielfach unbefriedigend, in den Molkereien desselben Be- zttks sehr wechselnd, ebenso der Betrag der Unkosten. Es ist dringend zu empfehlen, daß die Molkerei-Statistik in höherem Maße als bisher zur Vergleichung herangezogen und alle Mühe daran gewandt wttd, die Unkosten herab­zusetzen und die Verwertung zu erhöhen." Die Resolution