Wach dem Tode des Japstes.
Vermischtes.
alle unversorgt sind.
§ Ober-Seemen, 28. Juli. Der hiesige Lehrer S. hat vor einigen Tagen eine Ferienreise auf einem selbst! konstruierten Boote unternommen, die glücklich von statten gegangen ist. L. ließ das Fahrzeug auf einem Wagen nach Hanau bringen und bestieg es dort mit einem hiesigen Schulknaben. Die Reise ging den Main abwärts in den Rhein bis Ruhrort, von wo aus die Rückreise per Bahn angetreten wurde.
-h-. Vom oberen V ogelsberge, 28. Juli. Em Regenbogen bei Nacht wurde vor einigen Tagen hier beobachtet. Die Farben desselben waren aber viel matter I als bei einem Tagregenbogen. — In der Gemarkung Volkartshain wird in Kürze ein großer Fohlentummelplatz hergerichtet, da gerade die Pferdezucht in hiesiger Gegend seit einigen Jahren einen bedeutenden Aufschwung ge-
beteiligten Landwirte keineswegs dre beab- {1 rhti n te.n Vorteile aebabt. Die teilweise recht un-
die „Westminster Gazette" fesselnd zu plaudern: „Müssen wir alle sterben?" fragte einmal ein Knabe, und als ihm dies bejaht wurde, sagte er weiter: „Und wer wird dann den letzten Menschen beerdigen?" Ein kleines Mädchen ver- grub eines Tages einen Zettel mit der Aufschrift: „Bitte, Herr Teufel, kommen Sie und holen Sie die Tante ab." Ein Lehrer an einer Schule in Manchester stellte eines Tages an die 30 Schülerinnen seiner Klasse die Frage, was ihnen auf der Erde am schönsten erscheine. Fünf Kinder nannten den Mond und die Sterne, zwei die Sonne und eines die untergehende Sonne. Zwei Kinder nannten Blumen, zwei Landschaften und zwei Vögel. Nicht eines wählte das menschliche Antlitz! Andere Kinder bezeichneten als Schönstes, was ! sie gesehen, den Schnee, den Regen, einen Schmetterling, das Fell eines Tigers, Salz, Silber, Gold, eine Brosche, rosafarbige Seide und — den Union Jack (die britische Nationalflagge).
* Schwamm drüber! Ein einfaches Mittel gegen Tabaksqualm wird in der Zeitschrift „Fürs Haus" angeben: Man taucht einen großen Schwamm in kaltes Wasser, drückt ihn nicht zu fest aus und hängt ihn an die Decke möglichst in der Mitte des Zimmers auf. Der Schwamm saugt langsam den Rauch in sich ein. Bei starkem Rauchen muß man jeden Tag den Schwamm anfeuchten. In den mit Tabaksrauch ost reichlich angesüllten,, aber meistens nicht genügend gelüfteten Wirtsstuben dürfte sich die Verwendung mehrerer Schwämme empfehlen. — So ein stets bereiter Schwamm konnte auch ab und zu den schlimmsten Krätschern zur Abkühlung auf den Kopf aus- gedrückt werden.
Aus Stadt und Saud.
Gießen, den 29. Juli 1903.
Sorbonne, Henry, gesunden.
* Tödliche Radlerunsälle. Ein Radfahrer, welcher in Bochum zwtschen ein Lastfuhrwerk und einen Straßenbahnwagen geraten war, wurde beim Ausweichen von dem Lastfuhrwerk überfahren und sofort getötet. Aehn- lich erging es einem 18jährigen Agenten in einem elsässischen Orte. Er sank während des Radelns plötzlich tot von seinem Rade, wohl durch die große Hitze von einem Herzschlage getroffen. . . .
* Ueber die Beleidigung einer ganzen Stadt berichtet die „Nordd. Allg. Ztg.": Im Bericht der Handelskammer in Magdeburg war mit Bezug aus die Diebstähle an Schifssgütern gesagt worden: „In Aken an der Elbe hat keiner dem andern etwas vorzuwerfen, weil sie alle „machen" (das heißt gestohlene Schiffsgüter zu außergewöhnlich billigen l Preisen verkaufen)., der eine im kleinen, der andere im l großen." Der Magistrat von Aken hat von diesem Bericht Kenntnis erhalten und beschlossen, wegen der gegen die Einwohner der Stadt erhobenen Verdächtigungen gegen die Magdeburger Handelskammer vorzugehen.
• Drei W ilderer von einer Lawine verschüttet. Aus Interlaken wird gemeldet: Ein Tourist sah am Freitag unter einem steilen Abhange der Pulegg unweit der Jsenfluh im Berner Oberlande einen menschlichen Kopf aus dem schmelzenden Schnee ragen. Nachdem er seinen Fund genieldet hatte, wurde die Leiche mit noch zwei anderen Leichen, die gänzlich vom Schnee verschüttet gewesen und gut erhalten waren, geborgen und nach Wilderswyl gebracht. Man hatte dort schon seit langem auf die Schneeschmelze gewartet und drei Särge bereitgehalten, um die Toten aufzunehmen. Es waren junge Wildsrevler aus Wilderswyl, die im vergangenen Dezember, also zu emex Zeit, wo das Schweizer Jagdschutzgesetz die Gemsjagd verbietet, auf einer Pürsche von der herabdonnernden Lawine überrascht worden sind. Nur einer war verheiratet.
* Eindrücke uud Verständnis des KindeS. Ueber die Eindrücke und das Verständnis des Kindes weiß
nomnien hat. _ , t.
sd. Darmstadt, 26. Juli. In Friedberg fand! gestern im Hotel Trapp aus Einladung des Verbandes der Hessischen Landwirtschaftlichen Genossenschaften eine Versammlung statt, die von den Vertretern zahlreicher landwirtschaftlicher Vereine gut besucht war und in welcher der Anwalt des Allg. deutschen Verbandes landw. Genoffen- schasten den Vorsitz führte. Es wurde die Gründung einer Hauptgenossenschaft mit dem Sitz in Friedberg beschlossen und zu Direktoren gewählt Landtagsabg. O. Hirsche! !und Oekonomierat Sch lenke. Zum Präsidenten des Aussichtsrats wurde Kammerpräsident Geh. Rat Haas, zu dessen Stellvertreter Landtagsabg. Köhler- Langsdors gew ählt. Sämtliche anwesenden Genoffenschaften traten der Haupt
• Braunschweig, 28. Juli. Eirü seltener Fall von tätlich verlausener Schlafsucht hat sich in Blankenburg zugetragen. Am Morgen des 16. Juli kam der Schutzmann Ernst Bünger vom Wachtdienst nach Hause und legte sich schlafen, ohne daß bei ihm irgend welche Gesundheitsstörungen bemerkbar gewesen wären. Aus diesem
genoffenschaft bei.
Kassel, 28. Juli. Die Schwierigkeiten imGe- treidehandel werden in dem soeben erschienenen 2 Teil des Jahresberichts der hiesigen Handelskammer, abgesehen von der Lahmlegung der deutschen Getreidebörsen, vor allem auf das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen und die Ko rn l a g e r y a u s e r zuriickgeführt. Wie der Bericht bemerkt, wird auch von landwirtschaftlicher Seite offen zugegeben, daß der Gewinn beim Getreidehandel auf ein solches Minimum hcrab- gedrückt worden ist, daß der Händler das 5ntcrcj)e an i der Branche verlieren müsse und den Getreidehandel eigentlich nur noch, deshalb betreibe, um sich dadurch Abnehmer für Futter- und Düngemittel zu erhalten. Andererseits haben aber die Kornlagerhäuser für bte beteiligten Landwirte keineswegs dre b- sichtigteu Vorteile gehabt. Die teilweise recht günstigen Ergebnisse der Kornhansverwaltungen srnd ja bekannt; ob diesen Verhältnissen eine Ermunterung zur Errichtung neuer Kornlagerhäuser entnommen werden kann, müsse hoher als fraglich bezeichnet werden. Dennoch wird in unserem Bezirk zurzeit der Bau von Wer neuen derartigen Anlagen betrieben. Daß die Genossenschaften dabei ihren Geschäftsverkehr keineswegs auf den Kreis chrer Mitglieder und Geno;fen beschränken oder, doch bisher beschränkt haben, daraus wird gar kern Geheimnis gemacht.. Von mehreren Brauereien an klerneren Orten des Bezirks wird über die immer mehr überhand nehmende Einführung von kommunalen Biersteuern Beschwerde geführt. Die Brauereien müßten die Mehrbelastung selber übernehmen, um ihre Kundschaft nicht W verlieren; die. Steuer wirke daher keineswegs als eine Berbraucl)sab gäbe, sondern als eine Sonderbesteuerurrg des Gewerbes.
Rom, 28. Juki Heute wurde eine geheime Kardinaloersammlung abgehalwn und rn der Sixtinischen Kapelle Trauergottesdienstc für den Papst. Demselben wohnten außer 52 Kardinalen das diplomatische Korps, der Großmeister des Malteserordens, der Adel und wenige Geladene bei. In der Mitte der Kapelle war ein prächtiger, von der Tiara gekrönter, von brennenden Kerzen umgebener Katafalk errichtet Die Nobelgarden hielten an ihm Wache. Die Kardinale in violettem Trauerornat betraten in feier» lichem Zuge die Kapelle, begleitet von Nobel- und Schweizergarden. Serafino Vanutelli zelebrierte die Trauermesse. Alsdann vollzogen die Kardinäle Agliardi, Vincenzo Van- nutelli, Satelli und Richard vor dem Katafalk die Zeremonre der Absolution. Kurz nach 12 Uhr war die Feier beendet — Die Aerzte er Hären den Zustand des erkrankten französischen Kardinals Richard für nicht besorgniserregend. — Die Kandidatur V a nn u 1 ellis für die Tiara wird immer mehr als die aussichtsvollste bezeichnet. I Das Blatt „Pattia" will erfahren haben, daß der Kaiser und die Kaiserin von Rußland Ende Oktober nach Rom kommen und im Quirinal Wohnung nehmen werden. Sie werden den neuen Papst besuchen, dieser Besuch würde aber von der russischen Gesandtschaft beim päpstlichen Stuhl aus gemacht werden.
Berlin, 28. Juli. Heute fand in der katholischen Garnisonskirche in der Hasenhaide ein feierliches Requiem für den verstorbenen Papst statt, an dem sämtliche katholischen dienstfreien Offiziere der Garnison teilnahmen. Die Katholischen Mannschaften aller Truppenteile waren in Paradeuniform erschienen. Vor dem Hochaltar war ein Katafalk erbaut, der mit den päpstlichen Insignien geschmückt war. Das Totenamt wurde vom Generalvikar Vollmar zelebriert. — In der St. Hedwigskirche wurde heute eine zweite trauer feier für den Papst abgehalten.
Breslau, 28. Juli. Heute fand eine Trauer feier für den Papst Leo XIII. statt, an der die gesamte Tom- geistlich feit, sowie die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden teilnahmen. _
Paris, 28. Juli. In der Rotte Dame-Kirche wurde heute vom Nuntius Lorenzelli ein feierlicher Trauergottesdienst für den Papst abgehalten. Präsident Loubet, Ministerpräsident Eombes uno mefjrere Minister sandten Vertreter zur Teilnahme. Unter den Anwesenden befanden sich Minister Deleasse, Kriegsminister Andre, Frau 'Loubet, Wtt^ieder des diplomattschen Korps, Deputierte, Senatoren und Vertreter von Vereinen. Bor der Kirche! hatten sich trotz des Regens einige Neugierige eingefunöcn. Eine Person, die Schmahrufe auf die Geistlichkeit ausstieß, wurde verhaftet. Als der Kriegsminister Andre nach Beendigung des Trauergottesdienstes aus der Kirche trat, ertönte ein Pfiff. Der Manifestant, Redatteur eines sozial- demottatischen Blattes, wurde sofort verhaftet. 'Wegen der nach der Trauerfeier in Notte Dame vor der Kirche veranstalteten Kundgebungen wurden ad)t Personen verhaftet; die Verhaftungen wurden nicht aufrechterhalten.
*♦ Einen Apfelblütenstrauß brachte man uns als Seltenheit für diese Jahreszeit heute auf unser Rc- daktionsbureau. Die Blüten wurden getrieben von einem! ^weraapfelbaurn des Kaufmanns G. Karnes, Steinstraße 12. Der Baum zeigt zugleich neun ziemlich aut entwickelte Aepsel. Es handelt sich nicht xtwa um einzelne,
ifi wohl darin zu suchen, daß der Baum im Spätwinter l und Kneifen, machte auch, wenn man ihn führte, mechanische
Heer uud Flotte.
Die neuen Rohrrücklaufgeschütze. Bis zum Manöver d. I. ist in der deutschen Armee nach Mitterl- imgen aus unterrichteten Kreisen die Einführung von Batterien der neuen Mohr rücklau fgeschütze mge^n. 920X1)1 den diesjährigen Herbslübnngen werben von den Regimentern bei denen die neue Bewaffnung versuchswerje efriu geführt worden ist, eingehende Berichte über dw Lmstmigs- fädiakeit der Waffe eingesordert werden. Von diesen Gutachten wird es wesentlich abhängen, ob die Kanonen in der gesamten Armee zur Einführung gelangen. Gleichzeitig verlautet, daß die Erprobung der Geschütze auch mehrfach! im Scharfichießen erfolgen soll, wobei der Kaiser zugegen sein wird. Mit den bei der hiesigen Garde-Arttllerie probeweise eingeführten neuen Waffen ist man bis jetzt in den maßgebenden militärischen Kreisen recht zufrieden. Die DauerhGsttgkeit unt) Haltbarkeit des Materials läßt bis jetzt nichts zu wünschen übrig und der wesenttiche Vorzug vor den jetzt nock) im Gebrauch befindlichen alten Geschützen, erhöhte Feuergeschwindigkeit infolge Aufhebung des Rücklaufes nach dem Schuß, kommt bei allen Hebungen in der Batterie und in größeren Verbänden voll zur Geltung. Man glaubt, daß angesichts dieser Tatsachen die allmähliche Bewaffnung unserer gesamten Artillerie mit dem neuen Geschütz nach dem diesjährigen Manöver er- sttebt wird, wobei'man sich wahrscheinlich auch für Einführung der Schutzschilde entscheiden dürfte.
UniverMs-Uachrichten.
Karlsruhe, 27. Juli. Emer Abiturientin des hiesigen M ä d ch e u g h m n a s i u m S verweigerte die Universität München die Zulassung zum Studium der Medizin. Der Stadtrat wandte sich au den Oberschulrat mit dem Antrag, daraus hinzmvirken, daß die badische Regierung den Regierungen der übrigen deutschen Bundesstaaten mitteile, daß das Karlsruher Mädchengymnasium eine nach dem Lehrplan der Reiormgymnasien für Knaben eingerichtete Anstalt sei und in jeder । Beziehung, insbesondere auch hinsichtlich der Reifeprüfung, deu- selben Besliminungen unterstehe wie die Gyumasieu für die männliche Jugend. Nach einem Erlaß des Großh. Minisleriunis der Justiz, des Kultus und Unterrichts gedenkt dieses nun,, die Anerkennung der Gleichivertigkeit der von Mädchengynuiasien ausgestellten Reifezeugnisse mit den von Knabetigytunasien ausgestellten zu beantragen, sobald es Gewißheit Hal, ob das Reichsaint Ides Innern aus der Forderung besteht, daß die Abiturienünnen
Gehbewcgungcn und öffnete auf lauten Anruf die Augen, um sie aber alsbald wieder zu schließen. Ernährt wurde der Kranke, der von drei Aerzten behandelt wurde, durch fluffige Nahrung; ein Stückchen Weißbrot, das man ihm in den Mund schob, kaute er zwar, vermochte es aber nicht zu schlucken. Heute morgen 6 Uhr starb der Kranke, ohne wieder zum klaren Bewußtsein gekommen zu sein. Ter Der- storbene hinterläßt Frau und fünf Kinder; er stand tm Alter von 33 Jahren.
Bad Elster, 26. Juli. In dem hiesigen Bahnhofs- rcstaurant wurde der Wiener V i z e b ü r g er m e i st e r H o s- rat Abt festgcnoMinen. Abt bestellte sich Wern, warf mit den Flaschen um sich und zeigte durch sein Benehmen, daß er wahnsinnig geworden war. Zufällig anwesende ! Gendarnieriebeainte nahmen den Hofrat fest. Er war willig, umarmte und küßte die Beamten, ihnen Orden versprechend. Man brachte den Unglücklichen nach dem Gerichtsgefängnis zii Adorf, wo er in Tobsucht verfiel. Auf Intervention seiner Angehörigen wurde Abt gegen Hinterlegung einer Geldsumme für Ordnung des angerichteten Schadens bald entlassen und wird nach Wien befördert werden.
* London, 28. Juli. Nach einer bei Lloyds einge-. gangeiten Meldung aus Pmtta Arenas vom 27. d. M. ist der Camburger Dampfer „Theben", welcher, nachdem er im Graykanal aufgefahren und bei der Cunningham-Insel an Land getrieben ist, um das Sinken zu verhindern, mit Hilfe von Nettungsdampferri wieder flott gemacht, -ver Dampfer erlitt beträchtlichen Schaden und geht zur Reparatur weiter. Seine Ankunft wird am 31. Juli erwartet.
* Chur, 28. Juli. Am Sonntag stürzte beim Edelweißpflücken auf dem Piz Julies der in St. Moritz beschäftigte 21jährige Elektriker Max Sch wipp er t aus Koblenz ab und kam ums Leben.
* Chambery (Savoyen), 28. Juli. Auf dem Val- noisepaß in einer Höhe von 3527 Metern wurde der st eich na m des Professors der philologischen Fakultät der
zwar unter Beteiligung von ca. 40 Personen, über Homburg v. d. H. nach der Saalburg, wo nach angenehmer Fahrt und genußreicher Fußwanderung an vom Geist vergangener Zeiten geweihter Stätte manch treffliche Gesangsleistung unter der bewährten Leitung des Dirigenten Jäger erklang. Bel der Rückkehr nach Honiburg nahmen die gastlichen Hallen des Frankfurter Hofs die Teilnehnier auf. .
)( L o n d o r s, 28. Juli. Ein ähnlicher Unfall, wie sich vor iingesähr einem Jahre am Eisenbahnübergang nach, I Kesselbach ereignete, passierte heute nachmittag i/z4 Uchr am Eisenb ahii-Ueb ergang an der Nordecker Sttaße. Das Geführt von .Dr. Wagner von hier wurde, von Nordeck Tomin ent), von der Lvtornoiti v e des von Gießen to nun cito en Zuges ersaßt. Dr- Wagner, der selbst fuhr, wurde zu seinem großen Gluck aus dem Wagen geschleudert und erlitt nicht tue gerumste Verletzung. Der Wagen wurde ganz demoliert, dasj Pserd vom Zuge ein Stück fortgeschleift und vollständig zerrissen. Daß 2>r. Wagner das Läutewerk des Zuges zu spät vernommen hatte, war wohl schuld, baff er sein junges Pferd nicht mehr zum Stehen bringen konnte. Der Zug konnte ohne Verspätung seine Fahrt sortsetzen, da nur dre Lokomotive ein wenig beschädigt wurde.
h. Wallenrod, 26. Juli. Gestern nachmittag fuhr der Landwirt Joh. Habermehl 9. mit seinen Kindern in eine Lehnikaute, um einen Wagen Lehm zu holen. Er arbeitete erst den Lehm los und unterhöhlte, um gute Erde zu erhalten, die fast 3 Meter hohe Erdwand. Plötzlich rutschte die überragende Erdmasse ein und begrub ihn voll - ständig. Auf das Geschrei der Kinder eilte der Steinklopfer Henkel von der nahen Chaussee herbei und arbeitete ben Unglücklichen heraus. Er wurde sofort, da man schwere Verletzungen vermutete, in das Krankenhaus nach Lauterbach gefahren, wo der Arzt feftfteUte, daß ein Bein zweimal gebrochen, das andere ans dem Gelenk gerissen ist und zwei Rippen entzwei sind. Innere Verletzungen sollen nicht vorliegen. Der Unglücksfall findet hier die größte Teilnahme, da der bei jedermann geachtete Betroffene in feiner Familie schon viel Unglück erlitten hat und seine vier Kinder noch
Belgrad, die sie sicher in der Achdmg Europas-Ächti«. I versetzt
tiätte, zunächst euunal versuchen würden, drrrch ruhiges Vor» int . . ,llt Entwickelung brachte, die
hatten die Erinnerung an das Geschehene emigeruiaßenIvon Mütenknospen ^icht zur ^nmaetu '^ue
ÄÄSÄTÄ tt Ä &* Kj ’s ’S” Ä .uch
Ziele der Politik der Mächte - ^ kung des Friedens — entgeaenaibeiten und nur deshalb unschädlich ftrto, weil die Mächte es schon verstehen werden, einer dejr- arttaen serbischen Taktik angemessene Schranken zu setzen.
Wie der Privatsekretär des Fürsten Ferdinand der sJte* Aktion eines Koburgec Blattes mitteilt, äußerte der Fürst, dem die Redaktion folgendes Privattelegramm vorlegen ließ: „Die bulgarische Regierung verlangt auf diplomatischem Wege die Eruierung und Besttafung der Persönlichkeiten, die Gerüchte von einer ungeMidjen Flucht des Fürsten weiter verbreitet haben, „ihm (dem Fürsten) ser der Inhalt noch unbekannt, er halte das Telegramm für ruhtig." Ferner äußerte Fürst Ferdinand, die Urheber der über ihn von Serbien aus verbreiteten böswilligen Ger-üchte seien unter Personen in unmittelbarer Um- nebung des Königs Peter zu suchen. — Fmrst H-er- dinand reiste am Dienstag nachmittag mit den übrigen zum Todestage des Prinzen August in Koburg erschienenen Mitgliedern des Hauses Koburg-Kohary nach München. Er begiebt sich von dort sofort auf seine Güter in Ungarn.


