Zum Schluß geben wir noch ein Poem wieder, das uns
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v. Strietzow mit komischer Steifheit als vollendeter Fatzke. Auch Frl. Kellermann verdient als „gewesene Heroine vom Münchener Volkstheater" mit Anerkennung erwähnt zu werden, die das Landleben an der Quelle studiert und, um mit dem guten alten Ramspeck von Alsfeld zu reden, das schwere, aber ach so schöne Geschäft des Melkens der Kühe mit künstlerischer Hingebung und Ausdauer vollzieht.
So hat denn auch bei uns „Der Hochtourist" ohne erhebliche Abstürze, die keine besonderen Rcttungsarbeiten erforderten, sein Probestück abgelegt ' zur sichtlichen vollsten Zufriedenheit der meisten Anwesenden, unter denen sich indeß verwunderlicher Weise die Koryphäen unser beiden Alpenvereins-
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.... ,t der Porabeirde die ganze kaiserliche Familie beteüigt. Am Freitag morgen gingen der Kaiser, die Kaiserin und die kaiserlichen Stint)er zum Gottesdienst nach
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der Friedensttrclxe und lehrten auch zu FuW nach dcttc Neuen Palais zurück. An der Familien-Frühstückstafel nahmen die in Potsdam und Berlin weilenden Mitglieder des königlichen Hauses, der Erbprinz von Hohenzollern und Prinz Karl von Hohenzollern mit Gemahlin teil. Nachmittags unternahm die kaiserliche Familie einen Spaziergang im Park von Sanssouei, ebenso heute vormittag. Zur heutigen Frühstückstafel war der Flügeladjutant Fre- gatten-K'aPitän v. Grummer geladen. Nachmittags arbeitete der Kaiser allein.
Zwischen dem Kaiser und dem Könige von England findet alljährlich zu Weihnachten ein eigenartiger Geschenkaustausch statt. Regelmäßig geht jedes Jahr am 21. Dezember von Windsor nach dem jeweiligen Sitz der kaiserlichen .Hofhaltung ein fertig angerichteter Eber köpf, ein Riesen-P lumpuddin g und eine Gewürzspeise. Der Kaiser sendet ebenfalls einen Eberkopf und eine Anzahl seiner neuesten Aufnahmen, eingerahmt und eigenhändig unterschrieben. Tie Bilder dienen als Geschenke für die Damen des engeren königlich englischen Hofhattes. Für die Kaiserin legt König Eduard stets zwei Flaschen Lawendelwasser bei, von welchem Parfüm die Königin stets zwölf Flaschen erhält.
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R. B. Darmstadt, 28. Dez. (Drahtberichit.) S. K. H. der Großherzog hat die Feiertage still verbracht. Am heiligen Abend waren die Fürstlich Erbach-Schön berg- s ch e n, die B a t t e n b e r g i s ch e n und die griechischen Herrschaften im dienen Palais versammelt. Am ersten 'Feiertage besuchte der Großherzog bereits um 5 Uhr morgens den Gottesdienst in der Hofkirche. Dann begab er sich mit Hosprediger Er Hardt in die Herberge zur Heimat, wo er dem Geistlichen einen Hundertmarkschein überreichte und jeden der anwesenden Handwerksburschien mit einem blanken Markstück erfreute. Als die Leute kurz vor seinem Weggänge erfuhren, wer der gütige Spender war, brachten frei. hm ein dreifaches Hoch aus. Auch an den beiden andern Tagen besuchte der Großherzog den Gottesdienst in der Hofkirche. Am Meilen Festtage war er bei den Erbach- Schön berg scheu Herrschaften zu Gaste, am dritten waren diese und die anderen Fürstlichkeiten wieder im Neuen Palais.
Potsdam, 26. Dez. Das WeihnachtSfest wurde am kaiserlichen Hofe in der seit Jahren hergebrachten Weise begangen. Nachdem der Kaiser am Donnerstag vormittag den üblichen Spaziergang in der Umgebung des Neuen Palais gemacht l-atte, begab er sich um 3 Uhr nach dem Kasernenrent des 1. Garde-Regiments zu Fuß. um hier den Bescherungen bei der Leibkompagnie und der 2. Kompagnie beizuwohnen. Währenddessen nahm die Kaiserin an der Bescherung für die Dienerschaft im Neuen Palais teil. Um 4 WVyc vereinigte sich die kaiserliche Familie mit den Damen und Herren der Umgebungen und Gefolge zu dem Wechnachtssestmahl, an das sich um 5 Uhr die Bescherung anschloß. Hier waren die Gejchenktaseln hufeisenförmig aufgebaut. Wie immer war je eine gewattige Tanne neben der Tafel der Majestäten und neben derjenigen der Damen und Herren aufgestellt. Sieben kleinere Weihnachtsbäume schmückten die große Längstasel. Zwar kann Prinz Adal- bert das Fest nicht bei seinen Ettern verleben, doch nahm Prinzessin Feodora von Schleswig-Holstein an der Feier ...... ".düng der Wcichhnachtsbäume hatte
15. d e tot na toti lick
— Rich Wagners Parsifal in Newyork. Ein musikalisches Ereignis ist die Aufführung des Parsifal in Amerika, der bisher bekanntlich nur in Bayreuth gehört woroen ist. Ter erste Akt würbe von einem ernsten, fast andächtig zu nennenven uPblikum gehört. Die Damen trugen entjprechend der Gelegenheit, Empfangstoilette mit hoch- geschlossenem Kleid. Nur wenige Damen waren dekolletiert. Tie Bayreuther Tradition, nicht zu applaudieren, wurde gewahrt. Ebenso wurde der Beginn durch Trompetenstöße angetündigt. Tie musikalische Ausführung steht sicherlich auf der Hohe der besten, je gehörten Wagner-Oper. Nach Schluß des zweiten Attes wurden die Haupcharsteller stürmisch gerufen. Bon den Darstellern gebührt ort. T e r n i n a die Palme, die die überaus schwierige Rolle der Kundry mit unerreichten dramatischen Mitteln darstellte. Burgstaller gab den Parsifal ganz nach. Bayreuther Muster mit voll entfalteter präckstiger Stimme. Van Roys Am- fortas war ergreifend, Göritz war ein guter Klingsor nno Blaß ein lobenswerter Guruemanz. Kapellmeister Hertz feierte einen großen Triumph. Seme Wiedergabe oes Vorjpiels war hauptsächlich, die das Publikum in eine feierlich anoächttge Stimmung versetzte uno fein Werk im eigentlichen Festspiel bringt ihn in eine Reihe mit den
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größten Wagner-Drrigenten. Die szenischen Esfette waren viel besser clls in Bayreuth- namentlich wirkte der Zaubergarten, dessen Schönheit selbst in den amerikanischen Ausstattungsstücken unerreicht dastand. Tie Blumen waren nicht, wie in Bayreuth, große Phantasiegewächse, sondern machten den Eindruck der Wirklichkeit. Die Blumenmädchen waren in lose Gewänder gehüllt statt des Versuches, sie Blumen darstellen zu lassen. Der Gralssaal, sowie Klings- ors Zauberschloß waren ebenfalls Meisterwerke der Inszenierung.
— Aus Newyork erhalten totr heute vom Lalfau-Bur ean folgende s Telegramm:
Das Blatt „The American" meldet, KaiserWilhelm habe an den Tenoristen Kraus ein Kabeltelegramm gerichtet, worin er ihm die Mitwirkung bei der Aufführung des „Parsifal" in Amerika verbietet.
— MaxNeal, der eine Verfasser des „Hochtouristen", hat in München einen neuen Erfolg gehabt. Sein vier- aktiges Volksstück „Die Bauer n-Br u n h il d e" errang im „Deutschen Theater" einen sehr lebhaften Erfolg. Nach den beiden letzten Akten wurde der Verfasser wiederholt gerufen.
— „Der keusche Casimir" nennt sich die Novität des Frankfurter Orpheums. „Der keusche Casimir" von Maurice Tesvalliöres und Antony Mars wurde im vergangenen Winter in Paris unter dem Titel „Maitre Nitouche" am döouveautes-Theatre viele Monate hindurch gespielt. Es ist eine ausgelassene Zote ohne Sinn und Verstand.
— Die Direktion des Kleinen Theaters in Berlin hat anläßlich der bevorstehenden BuO. Ausführung des „N a ch t a s Y l" Maxim Gorki eingeladen, dieser Jubiläums-Aufführung beizuwohnen. Tie Hoffnung ist nicht unbegründet, daß der Dichter des „Nachtasyl" der Aufforderung Folge leistet und die Reise nach Tentschland unternimmt.
schönen turnerischen Aufführungen der Musterriege am Barren. — Der Gesangverein „Ar i o n" feierte gestern abend jein Weihnachtsfest im „Benchardshäuser Hof". Gesangvorträge wechselten mit Tanz und theatralischen Aufführungen. Auch ein Weihnachtsbaum wurde angezündet, unter dem die zur Bescherung dienenden (.Wegen[taube bereit lagen. Ter schön geschmückte Saal war dicht besetzt.
gl. Lollar, 27. Tez. Gestern abend führten Schüler der hiesigen Volksschulle aus allen Klassen das Weihnacht s s e st s p i e l „Liebe aus Erden", Dichtung von Elisabeth Douneß, zum Besten der Kleinkinderschule auf. Tre Dichtung behaitbett die Zeit der kindlich frohen Erwartung vor dem Feste, den Weihnachtsmarkt u. a., sodann den Weihnachtsabend selbst, wo das Christkind überall, beim „verlassenen Mütterchen, bei den Kranken und Verwaisten, bei Armen und Reichen", wahre Herzensfreude bereiten will. Ties wurde in zahlreichen, lebenden Bildern dargeftellt, welche jedesmal durch Teklamationen dreier Schülerinnen eingeleitet und erläutert wurden, den Engel der Liebe, des Trostes und die Freude darstellend. Zwischen die Hauptabschnitte waren dreisttmmige Gesangschöre der ersten Schulklasse eingeschaltet. Vorträge auf Harmonium mit Violinbegleitung füllten die Pausen. Tie Oberleitung und Einübung des schwierigen, aber sehr eindrucksvollen Stückes hatte Lehrer Da ab übernommen, w'lchem nebst den anderen Lehrern, die ihn bei der Einübung unterstützten, lebhafte Anerkennung gebührt. Tre Aufführung selbst ging flott von statten. Große und Kleine taten ihr Bestes. Man sah, Ivie sie atte mit dem Herzen dabei waren. Die umfangreichen Deklamationen der Mädchen waren sehr sicher und ausdrucksvoll, die Gesangsck)öre rein und präzis. Eine Versammlung von über 500 Personen, meist Eltern und Angehörige der Kinder, verfolgten mit großem Interesse die Ausführung bis zum Schlüsse. Infolge der zahlreichen Beteiligung war der materielle Ertrag recht befriedigend, aber größer ist hoffentlich der ideale Gewinn, nämlich eine schöne lebenslängliche Erinnerung der Kinder an das Weihnachts- sest 1903 und die Freude der Eltern an der reinen Freude unb Begeisterung der Jugend.
h. Burkhards, 27. Tez. Wie alljährlich, jo fand aud; diesmal wieder eine Christvesper für beide Gemeinden des'Kirchspieles statt, und das Gotteshaus war dicht besetzt. Aus dem Altar stand ein präckstig geschmückter Christbaum. Verschönt wurde die Feier durch Vorträge und zweistimmige Lieder der Schuttinder, sowie Chorlicber des Kirchengcsang- vereirrs unter Leitung des Lehrers Rüohr.
Bei Hofe.
verkleidete Mann „Charleys Tante", jeder Offizier »Reif-Reislingen^ 2C?
Die lustige Komödie der Irrungen war hier in Gießen von Herrn Conradi lebensvoll inszeniett, in der Aufführung zeigten sich freilich ein paar kleine Unregelmäßigkeiten, falsches Abtreten, verspätetes Erscheinen rc. Auch wäre man besser über einige Szenen des 2. und 3. Aktes schneller, flotter hinweggegangen. Das echte sprudelnde Schwanktempo hat eigentlich von allen unseren Künstlern nur Herr Conradi, der selber den falschen Alpenstürmer darstellte. Als un- genierter Hemdenmatz hatte er natürlich einen Extraerfolg, und auch sonst fühtte er seine ganze drastische Komik erfolgreich ins Treffen. Nur Herr Gronert noch tut es Herrn Conradi in der Flinkheit des Tones nach. Er stellte den Interviewer, eine Figur, die Herr Neal, der Redakteur eines Münchener Blattes vom Range der Scherlpresse, gezeichnet haben dürfte, in seiner ganzen Lächerlichkeit recht nett dar.
Wohl zu viel gemessenes Pathos verwendete Frau Fischer auf die Nolle der Madame Mylius, erschien aber ganz distinguiett und jedenfalls eher passend in das Heim eines Berliner Großindustriellen als ihr Herr Gemahl. Auch Frl. Hell berg, der übrigens das Reformkostüm vorzüglich stand, nahm m. E. die Alice etwas zu schwer und ernst, nicht flott, nicht züricherisch genug, ohne neckischen und kecken Studentinnenfrohsinn. Herr Teleky machte aus dem alten Onkel Niertens eine ganz hübsche Charakterfigur, Herr San dorff war als Dr. Mertens frisch und lebendig, und auch Herr Tamke war als Lindenburg von ungezwungener Beweglichkeit. Mit derber fescher Komik und nicht ohne Pikanterie packte das stattliche Frl. Lembach das Regerl an, und sah hübsch und „gut gestellt" aus, nur leider waren ihre Liedchen gestrichen. Lieb und leicht hielt Frl. Grofirn älter die Lore. Recht gut war das Bergführerpaar der Herren Haag (der allein richtig bayerisch loslegte) und Acht erb erg, und Herr Pichler gab den neuen Herrn
Nah uud fern.
-i- Klein-Lind en, 27. Tez. Der Turnverein hielt gestern abend inder „deutjchienEiche" seine Weihnachtsfeier bei Konzert, theattalischen und turnerischen Aufführungen ab. Ehrenmitglied Lehrer Karcher gedachte in einer Ansprache der Gründung des Vereins im Jahre 1889 mit nur 20 Mitgliedern, deren Zahl schon 1900 auf 50 und jetzt auf über 100 gestiegen ist. Einen Beweis des regen Strebens geben die Preise, die die Turner bei den festlichen Veranstaltungen des Gaues errangen; es sind dies etwa 15 Preise. Ter Redner schloß mit einem Hoch auf die deutsche Turnkunst. An die Versteigerung des Weihnachisbanm.s schloß sich eine Verlosung. Besonderen Beifall ernteten die
^Fraa" eines alten treuen Mitarbeiters zugeht: Die Feiertag, je sein vorbei, Vorbei aach das Gerenne;
Vorbei die Kuchebackerei Un nebebei das Flenne, Wann sitze blieb de Kucheteig, Die Küche gar verbrannte — Der Hausfraa sicher zum Verdruß Un alle Kaffeetante.
Vorbei is aach all' das Gekrisch, Das Driber und das Drunner, Un leer nun aach der Weihnachtstisch Un 's Porlmannee — ka Wunner. Ich glaab, mei Ahler hott's die Tag E bische mehr wie toll Getriebe — Doch seggt er immer: „Ich täts Dir Un aach nor unsere „Kirn" zu liebe.
Mei Mann kies mir en neue Hut, Denn setzt ich aach gleich uff (Er schteht mer wirklich gar zu gut), E Boa un en Musi. — En Regenschirm, e Garnitur Im neuste Jugendschtiel: Die schpart er uff bis nächstes Johr, Weils diesmal wär' zu viel.
Von mir krooch er e Reiseplee, E Schachtel Teeringsseif, E Sigarrntasch, e Porlmannee Un aach e lange Peif, Un weiter noch geschlickte Schuh, En Schlafrock, zwei Paar Schlappe, Er den desür — un wirds aach tu — Die Rechnung selbst berappe.
Der Schorsch, was unser Aeltster is, Krooch Schliewel, Schtnmp, Sackticher Un aach e Dutt voll Pefferniß', Vom Unkel Bilderbicher.
Zwar mächt em's Lerne kaa Vergniege Die Zensur — na was soll ich schwätze — Er seggt, das tät am Lehrer liege Un aach am Vielzuschpäwersetze.
Der Jingst, der Emil, krooch en Schlitte En Schottelgaul, en braune, Da holt er aach glei druff geritte — Ich tät selbst driber schtaune.
Was aber störrisch Gäul' als kenne Des sollt' der Emil aach bald wiffe — Gleich bei dem erjchte Pferderenne Hat er den Plumb sack abgejchmisse.
Das Liesche krooch e Poppeschtub, E Kich un aach en Poppewage; Doch hat von: Kochgeschirr der Bub Zwaa Dippe schon kapul gehaage. Un aach de Popp, die jchee, lüt not Am Krollekopp, im Kniegelenk, Ich glaab — eh ichs verseh — sie hott Schon morge ganz und gar de Krenk.
Was all die Feiertäg getriebe, Un wie mer sich hat amefiert, Des schteht im Wocheblatt geschriebe Nach Tag un Schtund lokalnotiert. Doch leider is nid) angegebe, Wie viel gekost das Fest, das schee; Ich glaab, 's is mancher arg bemebe Im Kopp un aach im Portmannee.
enmnntuito gaben die MtögNckMt, über die geäußerten Wünsche hinaus den alten Leuten eine Wcihuachtssreude zu bereiten. Für die Raucher Ritten einige Cigarren- und Tabakirrdustrielle in reichlicher Weise gesorgt, sodaß über Neujahr hinaus den Besckxeirktcn das Pfeifchen oder bie Cigarre nicht ausgehen wird. Originell tvar der Wunsch eines jüngeren Mannes, der vom Weihnachtsmann tveiler nichts begehrte als eine Sehnnrrbartbinde, während ein anderer den Wunsch hatte, eine Leberwurst zu besitzen.
Gegen 41/2 Uhr war der Betsaal der Anstalt, im Männer- Hau zu ebener Erde, dicht besetzt. Das Kuratorium der Anstalt war durch die Stadtverordneten Larchgerichtsrat Dr. Schäfer und Schiele vertreten. Ein mächtiger Christbaum erinnerte daran, zrr welchem Zweck man hier versammelt war. Da ertönte, die Feier einleitend, das Weihnachtslied „Vom Himmel hoch", gesungen von einem, von dem Personal gebildeten gemischten Chor, der von einigen Pfleglingen verstärkt worden war und den die Sck)wester Leni einstudieü hatte, welche mit Geschick die abendlichen Gesänge leitete. Darauf verlas eine andere Schwester das Evangelium der frohen Botschaft Lukas 2, 1—14. Es erklang „Ehre sei Gott in der Höhe", woran sich der Schluß aus Lukas 2 anrechte. „Stille Nacht, heilige Nacht", so ertönte es von dem gut geschulten Chor. Hier Überwältigte manchen die Erinnerung und manche Trärre roltte den allen Leuten über die gerunzelten Wangen.
Einer kurzen Dellamatton und erneutem Gesang folgte zine Ansprache des Lairdgerichtsrats Dr. Schäfer. Sie, die hier versammelt sind aus der Wetterau, aus dem Vogelsberg und aus dem Schützer Lande, so führte der Redner aus, fern von der Heimat begingen das erste Mal in diesem Hause das Fest der Liebe in Erinnerung an die Vergangenheit. Um ihnen zu beweisen, daß sie hier nicht verlassen sind, darum sind wir hierher gekommen, um gemeinsam mit ihnen den heiligen Abend zu begehen. Trösten Sie sich mit dem Gedanken, daß sie in diesem Hause ebenfalls und zwar einer größeren Gemeinde angehören, unter der Liebe und Einttacht herrschen muß, wenn der Einzelne in ihr sich wohl fühlen soll. Und nicht um Dankes willen seien die Gaben gespendet, sondern wenn damit erreicht wird eine fröhliche Weihnacht bei jedem Einzelnen, dann ist der Zweck der Gabe erfüllt
Tas Weihnachtslied ,F) du fröhliche, o du selige" bildete ven Beschluß der WeihnaLtsfeter im großen Mannerbau. Tie Schwestern teitten darauf die Gaben aus, wobei man gerührt beobachtete, wie die rüstigeren Greise den weniger Mistigeren in Liebe beistanden.
In demselben Rahmen bewegten sich die anderen Feiern im Äechenhanfe, welche neben anderen Gründen aus Mangel an einem größeren Versammlungsraum an Vier Stellen statt fanden und zwar sonst noch im Männer- pavillon, im Frauenpavillon und im Frauen bau. Jedenfalls nahm man allenthalben wahr, daß die Leute im Siechenhaufe in jeder Beziehung gut untergebracht sind, daß ihnen eine Pflege und Aufmerksam kett zutell wird, Wie sie sie bei ihren Angehörigen, sofern diese überhaupt in der Lage sind, ihnen solche zu gewähren, nicht besser haben können.
Zn den Vereinen.
Die 30jährige Jublläums-Bescherung beging der Verein Jugend freund am 20. Dezember in der Turnhalle der höheren Töchterschule. Die Vereinigung, welche sich überaus großer Syrnpaihien zu erfreuen hat, tonnte diesmal 32 Kinder vollständig einfleiben und hat während ihres Bestehens im ganzen 500 Kiirder zu Weihnachten mit Kleidung versorgt. Die diesmalige Feier, welche vom gemischten Chor der Bürgergesellschaft eingeleitet wurde, wonach Rendant Döring eine Ansprache hielt, zeichnete sick) dadurch aus, daß Herr Jaskowsky bem langjährigen Vorsitzenden Döring ein Diplom überreichte und dabei mit schlichten herzlichen Worten des Dankes dessen Verdienste um den Verein hervor hob und anerkannte, wie sehr der Verein seine Popularität der Tätigkell seines Vorsitzenden verdankt.


