Allerhöchsten Befehl: Geh. Kabinettsrat v. Lucanus.
Zukunft erblicken. Redner brachte ein freudig ausgenom-
Trier, 27. 9(ug.
In Diesdorf erkrankten vier Ar
beiter und eine Frau nach Genuß giftiger Pilze; einer
Der letzte Wagen eines Stadt
der aller Herzen gewonnen habe durch seine Freundlichkeit gegenüber jedermann, sein tiefes Verständnis für alles und seine unermüdliche Bereitwilligkeit, zu helfen, wo es galt. Die Gabe für die Ueberschwemmten solle der Ausdruck der Liebe und Dankbarkeit für seine Tätigkeit im Hessenlande sein. Graf Zedlitz-Trützschler dankte tief gerührt für die Anerkennung seiner Tätigkeit und auch zugleich im Namem der Provinz, welcher er jetzt seine Kräfte im aller- höchsten Auftrage widmen solle.
ist gestorben.
* Paris, 27. Aug.
bahnz uges fing auf dem Bahnhöfe „Hotel de Ville" Feuer. Infolgedessen entstand eine große Verwirrung unter den Insassen, welche teils auf den Bahnsteig, teils auf die Schienen sprangen. Eine Dame erlitt einen Schädelbruch, ein Mann ■ brach bte Schulter. Die Dame ist ihren Wunden erlegen.
* Krakau, 27. Aug. In Koniuchow zerschnitt em Pfarrer in einem Anfall von Wahnsinn mit einem Rasiermesser sich das Herz; er war sofort tot.
Vermischtes.
* Berlin, 27. Aug. Heute früh entstand in einet Spiritusfabrik in der Artilleriestraße eine heftige Explosion, diirch welche das ganze zweistöckige Gebäude zerstört wurde. Ein Heizer der Spiritusfabrik wurde von den Feuerwehrleuten so schwer verletzt aus den Trümmern gezogen, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.
Gerichlssaal.
-i- Marvu r g, 28. August. Bor dem Schöffengericht rtmrbc heute ein Prozeß wegen Beleidigung durch die Presst gegen den verantwortlichen Redakteur der Oberhess. Ztg. verhandell. Grund der Anklage bildete eine während des Wahlkamp les in dem konservativen Organ erschienene Korrespondenz aus Wangershausen im Kreise Frankeuberg, m der behauptet worden war, der Assistent an der landwirtschaillichen Bersuchsslatioii, Dr. Gässel, habe gelegentlich einer Dienstreise für den natiouatsozialen Kandidaten v. Ger lach agitiert und Stimmzettel verieilt. Trotzdem nachgewiesen wiirde, daß der Kläger in einem Falle zwei Stimmzettel für den iiationalsozialen Kandidaten zur offenbaren Wctterverwendung aus- gegeben hatte, war das Gericht doch der Alisicht, daß die fraglichen Stellen iin Artikel, die Dr. Gässel Zellelverteileii iisw. vorwerfen, unwahr seien und veriirieille den Beklagten zii 50 Alk. Geldstrafe und in die Kosteii. Strafschärfend kam noch die Urteilsbegründung in Betracht, daß bei der konservativen Zusammensetzung des dem Tr. Gässel^vorgesetzten Vorstandes der Landwirlschaitslammer zu Kassel die Schädigung einer anders gearteten politischen Gesinniliig eilens der ersteren schwere Nachteile für diesen ziw Folge haben würden. Der Schutz des § 193 wurde dem Beklagten liicht zugewiesen, da das Gericht der Ansicht war, daß es sich bei dem Artikel nicht um Kritisierimg und Aufdeckwig öffentlicher Mißstände gehandelt hätte. Die von dem Beklagten vor Beginn der Berhandlung beantragte Vorladung eines weiteren Entlastungszeugen wurde abgelehnt. Gegen das Urteil soll Berufung eingelegt werden.
Hanau, 27. August. Ein Nachspiel zu den letzten Reichstagswahlen bildete eine Privatklage, welche bei der letzten hiesigen Schöffengerichtssitzung zum Auslrag kam. Ver- chiedenc junge Leute in Niederissigheim waren unter sich in einen Wortwechsel geraten, und dabei tat der Landwirt Gärtner zu dem Sohn des Landwirts Gruner die Aeußerung, „er könne ganz ruhig ein, sein (des Gr.) Vater sei ein Sozialdemokrat und habe den Hoch gewählt^. Gr. sen. strengre gegen Gä. eine Privatklage wegen Beleidigung an, das Schöffengericht erkannte aber gegen den Angeklagten auf F r e i s p r e ch u ii g, da in dem Worte „Sozialdemokrat" keine Beleidigung zu finden sei.
sechs Monate im Besitz, der Landwirte fein, die Mitglieder des Landespferdezuchtvereins oder der landwirtschaftlichen Provinzialvereine des Großherzvgturns fü^/ a) ^artoeife w prämiieren: 1. Preis 50 ML, 2. Preis 30 ML, 3. Preis 20 ML; b) einzelne Pferde: 1. Preis 30 Mk., 2. Preis 20 Mark, 3. Preis 10 ML 6. Abteilung: Fohlen kalten und warmen Schlages, a) dreijährige: 6 Preise von 50, 40, 30, 30, 20, 20 Mk.; b) zweijährige: 6 Preise von 40, 30, 30, -0, 10, 10M 7. Abteilung: Zuchtstuten kalten und warmen Schlages. Prämien für inländische Züchter, welche Mitglieder des Landespferdezuchtvereins finb._ Mutterstuten mit Fohlen oder nachweislich gedeckt. 8 Preise von 75, 50, 50, 40, 30, 30, 20, 20 Mk. In den Abteilungen 1—4 wird für im Privatbesitz befindliche Pferde, die nicht um Geldpreise konkurrieren, je ein Ehrenpreis gegeben. In den Abteilungen 2, 3 und 4 werden nur Händlerpferde und in den Abteilungen 5, 6, 7 nur Pferde zügelassen, die auf der landwirtschaftlichen Ausstellung nicht prämiiert worden sind. Der Prämiierungsplan, welcher die näheren Bedingungen enthält, ist von Herrn Oekonomierat Schlenke-Hardthos bei
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
12. Sonntag nach Trinitatis, den 30. August. Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer S ch e u n e m a n n.
Zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten aus der Markusgemeinde.
Vormittags 9Va Uhr: Pfarrer Schlosser.
Nächstkünftigen Sonntag, den 6. September findet BeichN und heil. Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde im Hauptgottesdienst statt. Anmeldungen dazu werden bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Ju der Johanneskirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler.
Zugleich Christenlehre iür die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und die Joyannesgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Sonntag abend 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechunc. im Konsirmandensaale der Johanneskirche. Ev. Johannes Kap. 8, ~ < ^stchsten Sonntag, den 6. September, kirchliche Feier bei ^»edanfestes. An diesem Tage wird nach allen Gottesdienstrn eine Kollekte zum Besteii der Kaiser-Wilhelm-Stiftung für deuische Invaliden erhoben werden.
Katholische Gemeinde.
Samstag, den 29. Augu st 1903.
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit mr- hl. Beichte.
Sonntag, den 30. Augu ft.
13. Sonntag nach Pfingsten.
Vormittags von 6 V2 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht
" um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselbe!' Austeilung der heil. Kommunion.
„ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe.
„ um 9 V2 Uhr: Hochami mit Predigt.
Nachmittags um 27, Uhr: Andacht.
Israelitische Religionsgemenrde.
Gottesdienst in der Synagoge, Südaniage. Samstag, d e n 29. A u g u st 1903.
Vorabend 7 Uhr. Morgens 8.30 Ubr
Nachmittags 4 Uhr.
Schriftei kläruug.
Sabbathausgang 8.05 Uhr.
Mark erfordern. Die jetzige Orgel ist äußerst schadhaft unb unzureichend. Architekt Hofmann hob in seinen Ausführungen hervor, baß sich bei den Restaurierungsarbeiten der Kirche unvorhergesehene größere Schäden ergeben hätten. Wenn die Bauarbeiten bis jetzt langsame Fortschritte ge- macht haben, so liege der Grund dafür darin, daß bei den Renovierungsarbeiten von stilreinen Bauwerken eine Ueber- eilung stets der Sache schade. Die Ansicht, die Renovierungsarbeiten würden sich bis zum nächsten §erbft hinziehen und das Doppelte des Voranschlags kosten, ja noch über 100 000 ML. kommen, bestritt der Architekt und schätzte die Summe, um welche edr Voranschlag infolge der zu tage getretenen außergewöhnlichen Schäden überschritten werde, aus höchstens 10000 Mk. Einschließlich der Neubeschafsung eilier Orgel beliefe sich sonach die Bausumme aus ea. 66 000 Mark. Die Summe soll außer der Verzinsung mir 1 Prozent amortisiert werden. Architekt Hofmami hofft, daß die Kirche bis kommende Ostern ihrer Bestimmung übergeben werden rann. (B. Z.)
a. Röthges b. Laubach, 27. Aug. Kürzlich gab es betrübte Herzen in unserer Schule. Lehrer Weisel, der länger als 10 Jahre in hiesiger Gemeinde gewirkt hat, nahm Abschied von seinen Schülern. Es ist ihm eine Stelle zu Planig in Rheinhessen übertragen worden. Die Liebe und Verehrung seiner Schüler, sowie die Dankbarkeit der Eltern begleiten den verdienstvollen Lehrer nach seinem neuen Wirkungsorte. Die hiesige Schulstelle wird aus Mangel an Schulverwaltern von benachbarten Lehrern bis auf weiteres versehen.
s. Muschenh e im, 27. Aug. Unlängst sand hier Ge- meinderatswahl statt. Es standen sich wieder die zwei alten Parteien — weiß und blau — gegenüber. Weiß errang zwei Sitze, vertreten durch Metzgermeister Otto Roth und Schneidermeister Heinrich Becker LI., während „Blau" ich diesmal mit einem Sitze, vertreten durch Landwirt Karl Weisel II., begnügen mußte. Hoffen wir, daß bei den nächstjährigen Wahlen der Fehdehandschuh begraben ist und unserem Torfe der so sehr nötige Friede wiederkehrt.
l. Büches, 26. Aug. D^trch das Unwetter am verflossenen Sonntag wurde unsere Kirchweihe auf einmal empfindlich gestört. Der Wind warf einen Teil des Tanz- unb, Trinkzeltes um, sodaß die Gäste mit Tischen, Stühlen, Flaschen, Gläsern, Zeltstangen und Zelttüchern ein unentwirrbares Durcheinander bildeten. Allmählich arbeiteten sich die Kirmesbesucher aus den fliegenden Zelttüchern heraus und niemand war verletzt. Nun aber ging es rasch daran, den Schaden auszubessern. Stangen wurden aufgerichtet, Zelttücher ergänzt unb festgemacht, unb die zerstörte Musikantentribüne wurde durch einen Erntewagen ersetzt. Mit erneuter Lustigkeit, als wollte man das Versäumte nachholen, wurde die Kirmes fortgesetzt.
l. Geiß-Nidda, 26. Aug. Unsere Wasserleitung wurde nun definitiv dem Betriebe übergeben. Baumeister Kraft von Nidda prüfte den Hochbehälter unb übergab nach zufriedenstellendem Resultat die Leitung der Gemeinde.
Frankfurt, 27. Aug. In einer geschlossenen Versammlung der Nationalsozialen von Hessen-Nassau begründete Pfr. D. Naumann in längerer Rede die Unmöglichkeit, nach. dem Ergebnis der Reichstagswahlen als selbständige nationalsoziale Partei weiter zu arbeiten. Der Anschluß an die freisinnige Vereinigung sei nach längeren Bedenken und Verhandlungen in die Wege geleitet worden. Die lokalen Organisationen sollten möglichst geschlossen eintreten. Die Kritik an der freisinnigen Vereinigung sei erklärlich, es werde natürlich auch von der anderen Seite an den Nationalsozialen kritisiert. Es sei aber die in erster Linie in Bettacht kommende liberale Partei, die für Volksrechte und sozialen Fort-« schritt eintrete. Die Fusion könne auch auf den ge- [ten Liberalismus einwirken zum Zusammenschluß in freiheitlicher und sozialer Richt- u n g. ^ann werde die Resignation der Nationalsozialen ein "r°rt|"^tt für die gesamte deutsche Politik. Nach langer, über Mitternacht währender Besprechung, in der die Be- denken sehr stark überwogen, wurde schließlich von vier eingebrachten Resolutionen folgende mit geringer Mehr- heit angenommen: „Die heutige Versammlung der Na- cionalsozialen spricht sich für den Vorschlag Nau- manns aus mit dem Wunsche, daß die nationalsozialen ^okalorgauisationen als solche und die „Hilfe" möglichst unverändert erhalten bleiben."
Kassel, 27. Aug. Ein Älusschuß hiesiger Bürger überreichte heute nachmittag als Gabe des Hessenlandes und dem scheidenden Oberpräsidenten eine tunstterisch ausge,ührte Lioresse, zugleich mit der Liebes- gabe sur die Ueb er schw e m m t e n in Schlesien im Wrage üon 2 0 7 00 M art. Die Adresse spricht das Ge- suyt des Bedauerns aus über das Scheiden des Grasen,
Aus Atuüt und Lund.
Gießen, 28. August 1903.
** Professor Sievers trat Donnerstag abend mit 14 Teilnehmern eine Exkursionsreise nach Ost- und West- preußen an, für die etwa 17 Tage vorgesehen sind. Tie Fahrt geht zunächst über Berlin, Posen unb Tyorn ohne Unterbrea)ung nach, der ostpreußischen Seenplatte, wo danii die eigenttiche Exkursion beginnt.
Dienstjubil äum. Der Großh. Steuerkommissa- riatsgehche Hermann Höpfner feiert am 1. Sept, sein 30jahriges Dienstjubiläum. Höpfner hat vom 1. Sevt. 1873 brs Erwe August 1901, also volle 28 Jahre, am Großh Steuerkommissariat Gießen gewirkt und ist seit dieser Zeit bei der gleichen Behörde zu Alsfeld tätig.
i. Der Vortrag über 30jährige Erfahrungen in Hospitälern, den Schwester Friederike aus Frankfurt am Donnerstag abenb im Cafe Leib hielt, bot
man uns berichtet, eine Fülle einfacher und wirkungsvoller Ratschläge. In eindringlicher Weise befürwortete die der Schule und Leben gestählte Schwester Friederike Nächstenliebe.
** Herbstpserdema rkt zu Gießen. Am 14. Sep- 5^L190n3r lchdot zu Gießen im Anschluß an die landwirt- jchaftliche Ausstellung Pferdemarkt mit Prämiierung statt. Der Fruhiahrsmarkt war mit etwa 350 Pferden befahren und von Händlern und Landwirten sehr gut besucht Es ?U^V^ faebeutetl£e Klluse abgeschlossen. Auch in diesem Herbst steht ein guter Markt zu erwarten. Die Prämiierungs- tpmmriiion besteht aus den Herren Oekonomierat Schlente- Hardtoof bei Gießen (Vorsitzender), Gutspächter Bene-Ober- weimar, Ocronomierat Hofsrnann-Hofgüll, Schlachthosdirek- tor ^r. Liebe-Gießen unb Gutsbesitzer Müller-Neuiwr. Bei der landwirtschaftlichen Ausstellung sind an Prämien für pferbe aus der Provinz Oberhessen 2730 Mark vorgesehen. 1. Abteilung: Reitpferde 1. Preis 30 Mk., 2. Preis 20 Mk. £ ^Aung: Wagenschläge (paarweise zu prämiieren): 1. I^^- Mk., 2 Preis CO Mk., 3. Preis 40 Mk. 3. Abteilung: Arbeitssthlage (paarweise zu prämiieren): a) schwere- 1 Preis 80 ML, 2. Preis 60 ML, 3. Preis 40 ML; b) leichte-
Gießen zu beziehen.
Butzbach, 27. Aug. Gestern fanden Sitzungen des hiesigen Kirchenvorstanbes und der Kirchengemeindeverttetung tatt, denen als Gäste Professor Meiioelssohu-Darmstadt als Musiksachverständiger und Professor Walbe-Tanmstadt als Denkmalspfleger, sowie Architekt Hofmann und Bau- ührer Schatte beiwohnten. Es wurde auf Befürworten der zugezogenen Sachverständigen von beiden Korporationen beschlossen, die Orgel in der Stadtkirche von ihrem jetzigen Standpunkte, der einen der schönsten Teile der Kirche bilde, zu dessen Freilegung zu entfernen und eine zu beschaffende neue Orgel unter Benutzung des jetzigen wertvollen Orgelgehäuses auf der Westseite des Chores anzubringen. Tiefe Anlage soll einen Gesamtkostenaufwaiid von 6000
menes Hoch auf den Kaiser aus.
Hieraus sprach Frhr. v. Her kling - München über die oerftorbenen Männer der katholischen Wissenschaft, beginnend vom Jahre 1863. Frhr. v. Hertting führte in seinem Vortrag aus, die apologetische Wissenschaft dürfe nicht stumm bleiben, aber sie dürfe auch, nicht die reine Wissenschaft verdrängen; es gebe Berührungspunkte der Wissenschaft mit der Religion; aber es seien auch Disziplinen vorhanden, die nichts mit ihr zu tun hätten. Redner bemerkt, die Inferiorität der katholischen Wissenschaft beruhe zunächst auf der Vereinzelung der katholischen Gelehrten. Diese seien zu kleingläubig. Einen Gegensatz zwischen Glauben und wirklichem Wissen gebe es nicht.
Hieraus ergriff Oberlehrer Kummer- Gelsenkirchen das Wort zu einem Vortrag über Volksbildung. Der Vor- trag war von Anfang an sehr breit angelegt. Als daher der Redner nach einstündiger Dauer des Vorttages und nach mehrmaliger 91dahnung des Präsidenten, seine Rede zu beendigen, noch immer kein Ende fand, klatschte die Versammlung an einer Stelle, die den Abschluß zu bilden schien, so lange und rief: „Schluß!" bis der Redner die Tribüne verließ. Dabei war die Versanunlung mit dem Inhalt des Vortrages durchaus einverstanden. Es war lediglich die Länge, welche ihr zu mißfallen schien. Die Tendenz des Vortrages gipfelte im wesentlichen in dem Satz: „Wir Katholikeri sind keine Bildungsfeinde, keine Rückwärtsler, wir sind moderne Menschen, wir können und wollen das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. In seiner Einleitung bezeichnete er indes charakteristischerweise Nietzsches Gedanken als den größten Schandfleck des 19. Jahrhun
derts.
Alsdann sprach der Präsident Dr. v. Ort er er das Abschiedswort zu der „herrlichen goldenen Versammlung", wie er sie nannte. Er zog das Resumo, indem er feststellte, daß die Versammlung alle Wege der Katholikenversammlungen seit 55 Jahren wieder durchschritten habe. Als bei Erwähnung des Wortes „Jesuit" ein Sturm des Beifalls losbrach, sagte er: Wir sind alle Jesuiten und ich bin ein Erzjesuit (Große Heiterkeit.) Er dankte bann besonders den Kardinalen Fischer und Ferrari, welch, letzteren er in lateinischer Sprache anredete. Der Präsidenft bat schließlich ben Kardinal Fischer um den Segen.
Kardinal Dr. Fischer drückt hierauf in längerer Ansprache seine Freude über den schönen Verlauf der Tagung aus, besonders freute ihn die Kundgebung der A r b e i t e r, die nie der Part ei des Umsturzes verfallen würden; er b e klag e die Glaubens spaltung in Deutschland, die man als großes Unglück tragen müsse, aber wehe b em, b e r die Kluft erweitern möchte.
In ber Schlußrede des Mailänder Kardinal-Erzbifchpfs Ferrari, welche die „Köln. Volksztg." in deutscher Sprache veröffentlicht, finden sich folgende Sätze: „Ich habe den ttesflichen Geist bewundert, der Sie alle erfüllt, wie Sie eintraten für das Recht der Kirche und für die Freiheit ber Jesuiten. Sie sind die Ulttamontanen, die bereit sind, unter den Fittichen bes kaiserlichen Adlers für die Re chte »i nb Freiheiten der Schlüssel Petri einzutreten. Muster unb Beispiele sind ihnen dabei die thebanischen Märtyrer. Sie haben treue Gefolgschaft ihrem Kaiser geleistet. Wenn auch nicht desselben Glaubens wie er, haben sie, auch, als sie wegen ihres Gewissens verfolgt wurden, nicht sich gegen den von Gott eingesetzten Herrn empört» Sie waren die tapfersten und die besten Soldaten, denn sie waren Christen, sie waren Ultta- montane.
Mit Umarmungen unb Küssen ber beiden Kirchenfürsten schloß diese Endszene, an der die Versammlung durch stürmische <Hoch- und Evvivarufe teilnahm. Präsident von Ort er er hielt noch einmal eine dankende Ansprache in dor Sprache des Horaz an den Mailänder Erzbischof. Mit dem Segen des Erzbischofs von Köln und dem Gruße des Präsidenten „Gelobt sei Jesus Christus", schloß der 50. Katholikentag.
• •
Rechtsanwalt Rumps - München hat an die „Köln. 3tg." ein Schreiben gesandt, in dem er seine bereits mitgeteilte Berichtigung nochmals berichtigt. Danach habe er in dem Satz: „Der Papst ist der unfehlbare Lehrer aller Nationen" einen Schjreiofehler gemacht, es müsse heißen statt „aller Nattonen" ,aller Katholike n".
Anstatt aiü ICO 000 ober aav noch fsssisFI 7> •
Gothaer Geldlotterie schon am 17 500 o»5e C siowahrs bie von eventuell 125 000 ober von 60 600
10 000 Mk. u. s. w. Wer lieh noch Xm ' ü . 25 000, beeilen, da bie Ziehung bestimmt am 2 mncl)te >icl>
schon für 3 Mc. bei allen LofeveFans'sWn. '‘““^448
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beit allerhöchst ihren wärmsten Dank auszusprechen. Auf 1. Preis 60 ML, 2. Preis 40 ML, 3. Preis 20 ML 4 Ab- Allerhöchsten Befehl: Geh. Kabinettsrat v. Lncanus. teitung: Arbeitsschläge (einzeln zu pramueren : a) schwere: Nach der Vei'lesung erscholl stürmischer Beifall. Der 1. Preis 30 ML, 2. Preis 20 ML, 3. Preis la ^Rk.; b) leichte. Präsident bemerkte: Unsere Huldigung fand ein fteunbliches 1. Preis 30 ML, 2. Preis 20 ML, 3. Preis la E. 5 Üb- Echo. Mögen wir darin eine gute Vorbedeutung für die teilung: Arbeitsschläge: Diese Pferde muslen nachwewbar


