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Nr. 98
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Dem (Siebener Anzeiger werden tm ©edjlel mit dem Kesstschen tonbiplrl die Siebener Kamillen blätter viermal tn der Woche beigelegL
Hoiationebrud u. Der» lag bet Brühl ’leben Unioer1.-Buch-a.Siem- b ruderet (Uiexidj Itrben) VtebaftWR, ®rpeömo« und Drude ren «ch°l,ra»e 7.
tlbrefle tüt Depelchen: Ou-eiger Gleheu.
Kern iprcdionidilufc Wr 51.
Dienstag 28. Slpril 1908
158. Jahrgang
Erstes Blatt.
/ÖE3HT Q Cä monatiictTbUi^wertti»
GlchenerAnzeigerW
General-Anzeiger v
v den polU. and atigern.
Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WrRs
V r " zeigen test: -an« Beck.
Wc. Aigelow.
In den 50 er und 60 er Jahren des vor. Jahrhunderts gehörte ein Mr. Bigelow zu den angenehmsten amerikanischen Journalisten. Ursprünglich Advokat, dann Miteigentümer und Mitredakteur von Bryants „Newyork Eve- ning Post", wurde er spater amerikanischer Gesandter in PariS und bennes in dieser Stellung seine hervorragenden diplomatischen Fähigkeiten. Endlich wurde dieser einstige findige Journalist, dem es gelungen war, in irgend einem verborgenen Weltwinkel die Urhandschrtft von Franklin- Selbstbioarophie zu entdecken, sogar Staatssekretär und erwarb seinem ehrlichen Namen dauernden Ruhm.
L^eute hat man den amerikaniscl-en Staatsmann John Bigelow in Deutschland freilich so gut wie vergessen, um so gründlicher aber lernt man einen anderen Journalisten dieses Namens kennen, Herrn Poultney Bigelow, der eine Zeitlang den Vorzug besessen hat, sich Kaiser Wilhelms 11. Freund zu nennen. Daß er heb diese Freundschaft auf irgend eine Weise versck)erzt gaben muß, lehrt ein Artikel der „Di ünch Ze i tu na", der, in Form eine- Briefes von Germanns an den deutschen Michel, in verschiedener Hinsicht außerordentlich interessant ist. Wir lassen darum feine Hauptsätze hier folgen:
„Heber Poultney Bigelow hatte man sich allerdings tn Berlin erkundigt und das hatte auch gewisse Folgen. Ta aber Bigelow in Münä>en doch eine gewisse Jtolle spielte und sich für die deutsche Gastfreundschaft „drüben" revanchiert, inbem er gegen München und Berlin abwechselnd oder gleichzeitig ,Lingo-like" sveecht oder schreibt, und da er außerdem, wie ich höre, die liebenswürdige Absicht hat, demiiächst nach München zurückzukehren, so Mächte ich Ihnen, lieber Michel, einige nette Sächelchen aus seiner Bwgraphie erzählen. Sie erinnern sich noch: Poultney Bigelow entstammt einer sehr vornehmen und ehrenwerten amerikanischen Familie. Sein Vater, der vor Jahrzehnten als Gesandter der Unions- fLaoten in Paris beglaubigt war, ist einer der angesehensten Staatsbürger, und Poultney genoß eine außerordentlich gute Erziehung. Mit Kaiser Wilhelm verbrachte er feine Spiel- u»id Studienjahre, die er in einem schönen Buche beschrieben hat. „Ter deutsche Kaiser und seine östlichen Nact,barn" heißt die Monographie, in deren ersten Kapiteln Roultney sehr hübsch erzählt, wie er mit den Prinzen Wilhelm und Heinrich vorzüglichen Unterricht genoß und in der freien Zeit den spartanisch einsack-en Studierzimmern entfloh, um .^Indianer zu spielen". Unb die Freundschaft blieb noch lange Jahre bestehen. Poultney Bigelow war noch vor nicht ferner Zeit ein gern gesehener Gast am Hofe zu Berlin. Zu ben Armee- und Flottenmanövern war er immer eingelaben unb er wußte die Freundsck-aft des deutschen Kaisers mit warmen Worten zu danken. Er charakterisierte den Kaiser mit dem Ausspruch: „Erstens, er ist mutig, zweitens, er ist ehrlich, drittens, er ist durch und durch deutsch." Noch im Oktober 1902 stand im „Neuen Pester Journal" am Schlüsse eines Feuilletons über Bigelow und feine Schriften zu lesen: „Daß Kaiser Wilhelm IL einem solchen Manne in herzlicher lebens» länglicher Freundschaft verbunden ist, dazu ist beiden Freunden zu gratulieren." — Beim Theater giebt es ein Sprichwort. Das Sprichwort heißt: ES kommt immer anders. Bigelow halle in feiner Charakteristik des Kaisers mandjeä vergessen. Er hatte u. a. noch sagen müssen, daß der Kaiser hug unb nicht leicht zu täuschen ist.
Poultney Bigel >w war eines Tages nicht mehr hoffähig in Berlin, unb amerikanische Blätter erzählten ein Seltsames über bie Ursachen ber Tatfache, baß Wilhelm IL darauf verzichtet hatte, Poultney Bigel)w ferner seinen Freund zu nennen. Ich weiß nicht, was von ben „Ursachen" wahr ist, ob es zutrifst, daß Poultney Bigelow die Sache ber amerikanischen Versicherungsgesellschaften, bie aus inzwischen bekanntlich erledigten versicherungstechnischen Grüiidcn damals vom Geschäftsbetrieb in Deutschland ausgeschlossen waren, mlltels seiner freundschaftlichen Beziehungen zum Kaiser, und zwar um ein Entgelt von 20 000 Dollars ins Blei bringen wollte. Ich weiß nur, daß 20000 Dollar fein Blei und wie Franz tun Moor sagt, „ein hübsches Taschengeld sind". Ich weiß außerdem, daß unser Kaiser nicht der Mann ist, der mit seiner Freundschaft Schockier treiben läßt. Tat fache ist — das wissen Sie selbst, mein lieber Michel — baß Po ul Wey Bigelow in Berlin nicht mehr akkreditiert war und nach München übersiedelte, um, wie er sagte, ein Buch „über die Deutschen in den Befreiungskriegen" zu schreiben. Von seinem Aufenthalt in München ist Ihnen, mein werter Freund, vieles bekannt. Unbekannt ist Ihnen vielleicht, daß der "Name Poulwey Bigelow bereits im Tamenkalender des Münchener Hofes für 1C03 zu lesen stand, woraus ein Unkundiger entnehmen könnte, Poultney Bigelow sei vom Prinzregenten empfangen worden. Aber das ist nur ein Versehen in dem Tamenkalender, beim als man sich in Berlin über Herrn Bigelow erkundigt hatte, verzichtete man in ber Residenz darauf, seine nähere Bekanntschaft zu machen. Nun können Sie sich wohl vorstellen, daß Poultney auf München ebenso schlecht z,u sprechen ist, wie auf Berlin. „Aber er hat dock? hier, wie dort viel Freundschaft genossen, und Undankbarkeit ist nicht fair", werden Sie sagen. Ja, mein lieber Michel, sehen Sie: Poulwey ist unter bie Jingos gegangen unb schreit! Ich will Ihnen, verehrter Freund, aus ben „Town Topics" ein wenig vorlesen. Es heißt bi — verzeihen Sie bie harte Uebersetz- ungl —: „£>eri poulwey Bigelow warnt mit Recht vor einem wirtschaftlichen Kriege mit Deutschland unb stellt die Forderung, daß wir uns zur See stärker machen müssen, um deutschen Eventualitäten begegnen zu können („tn meet German eveittuolltieS"). Dieser Gedanke wird weiter aus-
aesührt und conduMert in den Worten:„Nurdersrühe Lot des gegenwärtigen Kaisers (,^only the pre- mature death of the present Kaiser") kann einen schliiß- lichen Kamps ß,struggle") zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten verhüten." Wäre es nicht schade, wenn man dieser Gemeinheit ein Wort binzusügte? Was sagen Sie zu Poulweys Dankbarkeit. Auch über München ist von ,w>ohlunlerricbteter ©eite" hübsches zu lesen. Dor mir liegt bie „Worlb", ein Hetzblatt, das seinem Namen bamit Ehre zu mack)en sucht, baß es die alte Welt und bie neue Welt aneinander hetzt. Eine Beschreibung eines Münchener Hossestes steht barin, batiert vom 21 Januar 1903. Einzelne an sich belanglose Wahrheiten über bas Menü ic beweisen, baß ber Amerikaner, ber dieses Eittrefile schrieb, ein Eingeweihter sein muß. Unb bas hat er benutzt, um bie gemeinsten Lügen und Schmähungen über ben nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland geliebten Regenten au schreiben. Ich will mir die Finger an diesem giftigen Gespinst von Lüge unb Verleumdung nicht beschmutzen. Aber zu Ihrer Belustig- uno, mein Freund, will ich Ihnen „bie phantastischen Uebertreibungen" erzählen, mit benen ber ,Hingv bas Menü schildert. Es heißt ba u. a.: „Die Fische waren zu schwierigen Sevrearbellen gestaltet, nach Zeichnungen ber Werke ber berühmtesten Meister kopiert. Ochsensllets waren so geformt, baß sie bie bayerischen Staatsgebäube barftellten. Tas Gefrorene würbe flach auf ©ilberplaiten gelegt unb so arrangiert, baß es bas Porträt beS Priii-regenten bildete." Also nur ben Humbug zu Ihrer Belustigung, lieber Michel, vom übrigen rein Wortl Mir ist der hohe Herr in ber ge egneten Rüstigkeit seiner Jahre zu lieb, als baß ich zugeben möchte, daß eine beutsche Truckertype in Bewegung ge etzt würbe, um bie albernen Verleumdungen nachzu- brucken. Welcher Deutschenhetzer bas ber „Worldc' gekabelt hat, weiß ich nicht, aber ich weiß, daß kein Amerikaner bei bem Fest zugegen war, außer Poulwey BigelowS Schwester, eine achtbare Dame, bie selbst gewiß nur Wahres über ben gastfreundlichen Münchener Hof erzählt haben wird. Aber gerade die Wahrhickt oraucht ein geschickter Macher; er muß einen haltbaren Haken haben, um seine Hetze solid anhangen zu können.
Warum ich Ihnen das alles erzähle? Um Ihnen zu zeigen, wie die Artikelchen ber gelben Presse entstehen, unb um Sie zu versichern, daß einsichtige und gebildete Ntenschen in Amerika unb in Deutschland ben JingoS nicht glauben. Aber wem die Mäglichkeit geboten ist, ber fall auch dafür sorgen, das Hetzerwm unschädlich zu machen.
Aber Sie verstehen jetzt, warum ich Ihnen soviel Bige- low'scheS erzählt habe. In den Münchener Blattern stand letzter Tage zu lesen, daß Frau Ebich Bigelow von ihrem Manne geschieden, baß sie aus gcsetzlick)en Gründen geschieden worden. Diese Scheidung ist an sich für uns gänzlich irrelevant, umsomehr, als leider auch bei ben Europäern aus gesetzlichen Grünben beS öfteren geschieden wird. Es giebt zwar verschiedene „legislatif grounds" in bem Erdteil, in bem Brigham Young, ber em halbes Dutzend Witwen hinterläßt, vor kurzem begraben wurde, aber es giebt da nur einen „statutory grvunb": den Ehebruch 9tun wäre es immer noch kein exotisches Kuriosum, daß man Frau Ebich Bigelow ben „statutory grounb" ^gebilligt hat, beim ber „statutory gvound" ist leider auch bei ben Scheidungen in Europa des öfteren der einzige „gvound". Ich lömiie Ihnen noch viel Jnteresscmtes erzählen, aber bas ist gar nicht mein Zweck. Ich habe nur den einen Wunsch, mein kleines Scherflein zur Klärung, zur „Absägung" ber Hetzer beizutragen unb gelegentlich werde ich mir gerne auch einen „mabt in Germany-Jingo" kaufen. Denn baß man die Hetzer im rechten Lichte sieht, ist hüben wie drüben zu wünschen, baß man sie oerla-cht — ,,'t iS a conjummation bevoutly to be wish'd". Ein Ziel, aufs innigste zu wünschen, unb auch bas Ziel meiner Worte."
Agrarische Keetschau.
Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 27. April:
Mit ber Interpellation über bie Kündigung der bestehenden Handelsverträge gedenken die Konservativen im Reichstag ber Regierung ben Mund zu öffnen. Die „Kreuzztg." unb anbere Organe ber Rechten haben es unmutsvoll beklagt, daß bie Regierung ^sich in schweigen hülle unb keine Wahlparole ausgebe. So will man denn auf bem nicht mehr ungewöhnlichen Wege einer varlarnentarischen Anfrage die Regierung zum Reben rringen. Wie bie Antwort ausfällt, bas weiß natürlich jeher Agrarier im Voraus. Die Regierung wirb eine Kün- bigung ber bestehenden Handelsverträge ablehnen, bevor sie nicht die Gewißheit hat, neue Verträge zu schließen. Aber, wie gesagt, bie Befriedigung ber Wißbegierigen ist ja auch nicht ber Zweck ber Hebung. Das Schauspiel einer Sammlung aller Agrarier unb Agrarier genossen des Reichstags soll vor den Wahlen geboten werden. Zunächst haben da die Konservativen unb der „Bund der Sanbroirtc" Gelegenheit, ihre Einigkeit in halbem Lichte zu zeigen, denn in ber Forderung der Kündigung ber Handelsverträge steht Gras Limburg ebenso fest und unerschütterlich, wie Frhr. von Wangenheim. Ties Seite-an-Seite-Fechten kann nicht verfehlen, nach den vorausgegangenen Mißhelligkeiten zwischen Bund unb Konservativen Eindruck zu machen. Wetter hofft man im Stillen, daß die Zentrumsagrarier ebenfalls ein kräftig Wörtlein zur Regierung sprechen werden. Ten anderen Zentrumsmännern, den Vertretern industrieller Wahlkreise, wird diese Heerschau gedacht als eine imponierende Kundgebung für bie Intens,en der Landwirtschaft, weniger angenehm sein. Nach dem „Bert. Tagebl." war im Reichstag das Gerücht Verbreiter, die Linke werde eine Gegentnterpellation einbrinaen.
Dies sei jedoch nicht der Fall. Aus der Linken hatte man e» nicht für opportun, der Regierung die Unbcguemlichkeich bie ihr durcy bie Interpellation der Agrarier bereitet wird^ irgendwie zu erleichtern. Wieso „Unbequemlichkeit? ES ist doch anzunehmen, daß bie Regierung vielmehr Werl daraus legen wird, festzustellen, daß m der HandeIsvertragS- polittk der Kurs der alte bleibt, daß also Deutschland gar keine Neigung hat, ohne N)t sich in Zollkriege zu stürzen, was die wohischeinliche Folge übereilter, vorzeitiger Kündigung der geltenden Handelsverträge sein würde. Die Vorteile solcher Kündigungen werben ja yüeifcILte in der lockendsten Weise geschildert werden — selbstverständlich nur zum Besten der deuftchen Volkswirtschaft. Der Eifer, daß doch ja gute unb Deutschland ben Löwenanteil zuwendend« neue Handelsverträge geschaffen werben, könnte rührend erscheinen — wenn man nur nicht babei an bie Gesck-enK bringenden Danaer erinnert würde. Eines ist zu wünschen: daß bie Anttvort ber Regierung klar unb deutlich auA» fällt Nur eine präcise Stellungnahme hat Zweck. Die Wahlen werden entscheibend beeinflußt durch die Frage: Für oder gegen die neuen Handelsverträge? Und wenn, wie zu erwarten, ber Regierung daran liegt, daß sie den Boden vorberettet für diese ihre kommende Hauptaufgabe, bann ist es an ber Zeit, mit aller Offenbett bes Programm not* Anträgen, doch sie sich stellt So betrachtet, verspricht die Interpellation eine nützlich«, klärend« Wirkung.
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jMlische Lagesschau.
Erst yraakreich, bann Deutschland.
Im Hinblick auf bie bevorstehenbe Begrüßung de- Präsibenten Loubet burch ein amerikanisches Geschwader in Marseille erscheint e* an gezeigt, daran zu erinnern, baß von ber Unionregierung auch in der Denkmalsangelegenheit Frankreich eine vorzugsweise Behandlung vor Deutsck-land erfahren hat. Tie Statue bes Feldmarschalls Grafen Rochamdeau steht seit Jahresfrist auf amerikanischem Boben unb wurde seinerzeit unter prunkvoller Beteiligung ber amerikanischen Regierungskreise enthüllt. Nun hat Graf Rock)ambeau 1780 als Führer eines ftanzösischen Hilfstorps im amerikanischen Freiheitskampf aller dingpersönlich mitgeholfen. DaS konnte Friedrich der Große natürlich nicht, aber mit feinen Sympathie en stand er burchauS auf ©eiten ber Freiheitskämpfer, was Kaiser Wilhelm in seiner die Denkmalsschenlung ankünbigenden De* vesche an Präsident Roosevelt auch hervorhob. Das von ben Vereinigten Staaten bem General von Stauben errichtete Denkmal kann keineswegs vergleichsweise beran- gezogen werden, ba dieser zwar anfangs in mehreren deutschen Staaten Kriegsbienste leistete, aber nach einem höchst abenteuerlichen unb mchts weniger als rühmlichen Leben, wie wir vor etwa Jabresfrist an biefer Stelle ausführlich erzählten, seine deutsche Heimat verlasfen mußte. Er hat dann als nordamerikanischer GeneralstabS- ckef Hervorragendes geleistet, unb die Kapitulation von Yorktown 1781 erzwungen, aber als amerikanischer Offizier, der alle Beziehungen mit seinem Vaterlande hatte ab* brechen müssen.
Ein zerlegbare- Wahlklosett.
Eine Hamburger Firma empfiehlt ui einem Schreiben an uns eine transportable zerlegbare Wahlzelle. Sie schreibt uns darüber folgendes:
Die „Wahlzelle" nimmt 2 Quadratmeter Grundfläche in Anspruch kann in jedem Wahllokal direkt am Wahl- vorstanbstisch leicht aufgestellt unb nach Gebrauch in wenig Minuten zerlegt werben, um bei den nächsten Wahlen bem gleick-en Zwecke zu dienen. Die Anschaffung einer Wahlzelle erfordert eine einmalige Ausgabe von geringem Betrage — ca 35 Mk. — und macht jebe bauliche Veränderung im Wahllokal oder mit demselben in Verbindung stehende Siebenräume, Nebentische entbehrlich. Bei Benutzung ber Wahlzelle nnrb bei starker Beteiligung ber Wähler keine Zeit verloren und findet im Wahlgang keine Unterbrechung statt. Der Wähler nennt bem Wahlvorstanbe feinen Namen unb erhält, nachdem derselbe in der Wahlliste aufgefunden unb angemertt ist, das amtliche Wahllouoert. Nun betritt der Wähler die Wahlzelle am Eingang, steckt seinen Wadlzettel, ohne dabei beobachtet zu werden, in das Wahllouoert und verläßt bie Wahlzelle am Ausgang, wo ihm vom -wetten Wahlvorstande das Wahlkouvert abgenommen und in bie Wahlurne gelegt wirb. Beim Verlassen der Wahlzelle burch die Ausganstür öffnet sich selbsttätig die Eingangsrur und g^gt bem folgenden Wähler an, daß bie Wahlzelle zu feiner Verfügung steht. Die Wahlhandlung wirb demnach automatisch reguliert
Aus und
Gießen, am 28. April 1903.
** Evang. Bund. Am 3. und 4. Mai findet zu Frankfurt bas Jahresfest bes Hauvt Vereins Wiesbaden-Frankfurt des Evangelischen Bundes statt. Tie Tagung beginnt Sonntag, den 3. Mai, abends 5 Uhr mit einem Fesigottesdienst in der St. Paulskirche unter Mitwirkung des Paulskirchenchors. Als Festprediger ist Superintendent T. Meyer von Zwickau gewonnen. Abends 7i/? Uhr ist Begrüßungsversammlung tm evangelischen Vereinshause „Westens (Neue Mainzerstt. 41). Der folgende Montag iü für bie Sitzung des Vorstandes und Die Hauptversammlung des nas auischen Hauptvereins vorgesehen unb ,i-ar • enial _ in Cem genannten Vereins- Hause. Am ’Jiu„.nidtage soll ein Ausflug nach bem Ober- sorsthauic i'iaUfinvcri, unb für den Abend ist die Ausführung des Reformationsfestspiels von Pfarrer Dr. Dechertt:


