Ausgabe 
28.2.1903 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt.

153. Jahrgang

Samstag 28. Februar 1903

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Nie heutige Dummer umfaßt 16 Seiten

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Heer und Flotte.

von

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und Kaufhäuser hat hier stattgcfunden. Es aus 9 Mitgliedern bestehender Ausschuß gewählt.

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1. Großh.

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eine Einladung erhalten, auf dem neuen D opp elsch ra u b.en- Schnelldampfer .Kaiser Wilhelm II.* eine Ver­gnügungsfahrt in die Nordsee zu unternehmen.

Dem General v. Werder wurden anläßlich seine- heutigen 80. Geburtstages zahlreiche Ehrungen zuteil. Der Kaiser überbrachte dem Jubilar die Kette des Hohen- zollern'schen Hausordens, die er ihm mit einer Ansprache um­hängte. Die Kaiserin ließ durch ihren Oberhofmeister Frei- Herrn v. Mirbach ihr Bild überreichen. Mehrere militärische Abordnungen überbrachten ebenfalls Geschenke. Mittags folgte der General v. Werder einer Einladung des Reichskanzlers Grafen Bülow zum Frühstück.

General z. D. o. Manteuffel, der bis 1879 Kommandeur der 6. Division war, ist heute früh gestorben.

Em allgemeiner Krankenkassen-Kongreß findet am 15. und 16. März vormittags hier statt mit der Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme der Krankenkassen Deutschlands zu dem Regierungs-Entwurf der Krankenversicherungs-Novelle. 2. Anträge. Zu diesem Kongreß sind sämtliche OrtS-, Be­triebs-, Fabriks-, Jnnungs-, Knappschafts- und Freie Hilfs­krankenkassen Deutschlands eingeladen. Veranstalter des Kon- gresses sind bie Orts-Krankenkasse für Leipzig und Umgegend und die Zentral-Kommission der Krankenkassen in Berlin. Wir ersuchen daher die Krankenkassen-Vorstände allerorts, Delegierte hierzu zu entsenden.

Der BundeSrat hat über die Aufhebung des § 2 des Iesuitengesetzes noch keinen Beschluß gefaßt. DerNat.-Ztg." zufolge wird angenommen, daß, falls der preußische Einfluß eine Mehrheit für den vom Grafen Bülow angekündigten Antrag Preußens zusammenbringen werde, doch die Minderheit stark sein wird. Als sicher für bie Auf­hebung bes § 2 werden bis jetzt nur bie 18 Stimmen Preußens unb bie 6 Stimmen Bayerns, zusammen also 24 Stimmen unter 58 angesehen. Gegen ben Antrag werden, soviel man bis jetzt weiß, Sachsen mit 4, Württemberg mit 4 unb Braunschweig mit 2, zusammen 10 Stimmen, fein. Wie die anderen Staaten votieren werden, ist nicht bekannt.

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außei Sonntags.

Den, (Siebene, Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessische« Londwltt die Siebener Kamillen, blähet viermal tn der

Woche beigelegt

AoianoiiÄörud u. Ver­lag bei Brüh l'scheu Unioer1.-Buch- u.6tetn- biuderei (Pielsch Erben) Rebafhon, Exvednio« unb Drucker ei r

Echnlstraße 7.

Adresse tüt Depeschenr «ozetger Gießen.

FernsptkchonschiiißAt 51.

Drnisches Keich.

Berlin, 27. Febr. Die Majestäten unternahmen jeute vormittag einen Spaziergang in den Tiergarten und besichtigten sodann im Atelier^ des Prof. Reinhold Vegas den für bie Friedenskirche in Potsdam bestimmten Sarkophag der Kaiserin Friedrich, unb ber Kaiser beauftragte Begas mit bcr Anfertigung bes Sarkophages besFürsten Bismarck für die Gedenthalle bes Berliner Tomes.

Wie verlautet, gebentt der Kaiser den großen deutschen Stäbtetag zu besuchen, ber in Verbindung mit ber am 20. Mai beginnenden deutschen Städte-AussteUung in ber zweiten Septemberwoche in Dresden stattfindet.

Das Kaiserpaar hat vom Norddeutschen Lloyd

Die Konstituierung des Verbandes deutscher Waren-

M Aba. Dr. Gutfleisch spricht der Regteruug seinen Dank aus für die Antwort auf die Interpellation Köhler. Die Antwort sei so richtig und klar, daß er nicht verstehe, wie man dagegen sein könne. Prof. Brermer fei ihm nur non einer Unterredung her bekannt gewesen, Pros. Ruhland nar nicht; dieser sei Herrn o. Brerttano viel besser be­sannt denn er habe ja von ihm Vollmacht zur Anstrengung ettres'Teleidigungspwzesses bekommen. Biermer sei in

in einem hiesigen rtialroax'en=(ingro69eid)aubf t hat, mit schon. Handschr. u. idjtig. zum eich.-freiw. 2iemi, Slülg. als angeh. ttoinmib ni nlÄigros-od. ondnlgejch.hier I-latze. Oss u.M a.d. lfip.

[ als Koni., Lagmst od. H auch Uedernahine einet le. Jtaulion fahn geiielliiD. unt. Nr, 0897 an die iMaerT^ettögräM"^ ? mit guter il sucht Stellung. Ok*

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Ausland.

Madrid, 27. Febr. Ten verschiedenen Konsuln ist die Mitteilung zugegangen, daß der italienische Anarchist P i g n a t e l l i von London nach Spanien abgereist ist, von wo er sich nach Argentinien einschiffen wird. Derselbe soll beabsichtigen, den Präsidenten Rocca zu er­morden.

Lissabon, 28. Febr. Der König nahm die De­mission des gesamten Ministeriums an und beauf­tragte den bisherigen Ministerpräsidenten Hinze Ribeiro mit ber Neubildung des Kabmets.

Rom, 27. Febr. Ter Papst empfing heute im Thron­saal das diplomatische Korps, das ihm aus Anlaß seines fünfundzwanzigjährigen Pontifikats-Jubiläums die Glück­wünsche darbrachte. Ter portugiesische Gesandte verlas als Doyen eine Glückwunschadresse, wofür der Papst mit wenigen Worten seinen Dank aussprach.

Aden, 27. Febr. Hier trafen vier russische Tor­pedoboote zu dem nach China bestimmten Geschwader ein. Man nimmt an, daß der übrige Teil des Geschwaders in Dschibuti Kohlen emnimmt.

Peking, 27. Febr. Ter Aufstand in Kwan gst nimmt, amtlichen Terichten zufolge, einen immer größeren Umfang an, und verbreitet sich über die Grenzen von Hunan. Ter Bizekönig von Hunan entsandte Truppen in das Grenzgebiet, um der weiteren Ausbreitung des Auf­standes Einhalt zu tun. 500 Mann kaiserlicyerTrup- pen gerieten am 10. ds. im Vangning-Paste in einen Hinterhalt und wurden sämtlich getötet Große Waf­fenvorräte, welche sie der eingeschlossenen Garnison von Ehiguen überbringen sollten, fielen in die Hände der Auf- stänoischen.

Prätoria, 27. Febr. Gestern ist eine Verfügung er­gangen, die den öffentlichen Unterricht in Transvaal betrifft. Der Unterricht in ber holländischen Sprache soll banach nicht mehr wie 5 Stunben wöchentlich betragen.

Washington, 27. Febr. In einem hier eingegangenen Telegramm meldet Admiral Glaß die gestern erfolgte An­kunft von brci amerikanischen Kriegsschiffen in Naunyon unb San Salvabor nnb berichtet ferner, paß bie telegraphische Verbinbung mit Annaka unb Honburas unter­brochen sei. Es heißt weiter, baß am 22. Februar auf dem Fesllanbe ein Gefecht ftattfanb, in dem Präsident Sierra doUllänbig geschlagen worden sei, doch sei es ihm gelungen, mit 3400 Mann zu entkommen. Bruilla werde jetzt auf die Hauptstadt vorrücken, die von feinen An­hängern bereüs besetzt ist.

Keflflcher Landtag.

R. B. Darmstadt, 27. Febr.

§Schluß der Freitag-Vormittag-Sitzung. Vgl. unsere heutige Parlamentsausgabe.)

Auf Antrag des Abg. Köhler tritt das Haus in eine Besprechung der Interpellation ein.

Abg. Köhler: Gr habe die Großh. Regierung über thre Stellung zu der Fraae interpelliert und müsse be­dauern, eine so ablehnende Antwort zu erhalten. Als im preußischen Abgeordnetenhause vom Frhrn. v. Wangen­heim eine ähnliche Anfrage gestellt wurde, habe die Re­gierung Preußens im Gegensatz zu der heutigen Antwort den Bescheid erteilt, daß sie dieser Anregung entgegenkom­men werde. Wenn der Staatsminister sage, er wolle die Lebrfreiheit hochhalten, so solle man ihm doch nicht übel nehmen, wenn er für die landwirtschaftlichen Interessen eintrete. Er sei der Meinung, daß das, was die Land­wirtschaft für wichtig halte, auch an der Hochschule des Landes gelehrt werden sollte. Auf die Stellung des Pros. Biermer näher einzugehen, sei er als Bauer nicht in der Lage. Er müsse aber dagegen protestieren, daß Biermer ihn als A. B. C.-Schüler der Nationalökonomie hinstelle. Ter Nationalökonomie gegenüber verbalte er sich so, wie zu seinem Schuhmacher. Menn ihm oer Schuh nicht passe, so sage er, das geht nicht, der Schuh drückt mich, ich muß einen andern Haden. Wenn er in seiner Anfrage einen Namen nannte, so habe er es nicht getan, um eine be­stimmte Person vorzuschlagen, sondern weil der Name des Pros. Ruhland ein Programm bedeute. Dieser sei der erste gewesen, der die wissenschaftliche Grundlage für Has, was heute die Landwirtschaft erfüllt, geschaffen habe. Er, Redner, sei zwar Laie, aver er komme mit einem war­men Herzen für bie Landwirtschaft und den Bauernstand und das habe ihn veranlaßt, zu versuchen, den Ruhland- schen Ideen, die das ganze Land durchgehn, auch auf der Landesuniversität Eingang zu verschaffen. Das sei keine Afterwissenschaft, sondern entspreche den Anschauungen der hessischen Landwirtschaft.

Abg. v. Brentano (Ztr.) Der Anftage Köhler werde ui einer Weise entgegengetreten, die er außerordentlich bedauern müsse. Die Anfrage sei ganz ruhig, ohne jede Beleidigung gestellt, und nun finde sie eine solche Antwort auch von Prof. Biermer, der ja inzwischen noch zum Auf­sichtsratsmitglied der hessischen Hypothekenbank ernannt wurde. (Heiterkeit.) Er erkläre, dem Abg. Köhler sei von Prof. Biermer in einer so ungehörigen Weise entgegen­getreten worden, daß man bedauern müsse, daß sich ein Universitätsprofessor zu einer solchen Aufgabe verstehen könne; es fei dazu gar fein Grund vorhanden gewesen. Es sei die Frage, was die Regierung unter Lehrfreiheit verstehe, er erkläre hier aber auch im Namen seiner Parteifreunde, daß sie gar nicht daran dächten, irgend einen Eingriff auf die Lehrfreiheit zu machen. (Beifall.)

v. Seid, Major und Bats. Kommandeur im , Hess. Inf. (Leibgarde-) Regt. Nr. 115, unter Be­förderung zum Oberstlt., zum Stabe des Gren. Regts. König Friedrich III. (2. Schlest) Nr. 11 versetzt. Br 0 n- fort v. Schellendorff, Major aggreg. dem 1. Großh. Hess. Inf. (Leibgarde-) Regt. Nr. 115, zum Bats. Komman­deur im Regt, ernannt.

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Gießen ein angesehener Mann, den zu verteidigen er keine Veranlassung habe. (Der Präsident rügt hier die häufigen Zwischenrufe des Abg. Köhler.) Er habe erst geglaubt, es handle sich hier um einen persönlichen Streit zwischen den beiden Herren, allein die Interpellation trage eine wissen­schaft-feindliche Tendenz. Man schädige die Wissenschaft, wenn man die Dozenten in den Tagesstreit hineinzichc. Der Angriff Kohlers auf die Wissenschaft sei sowohl inhalt­lich, als auch in der Form höchst bedauerlich, und er nehme Veranlassung im Namen der Universität, sich dem ernten Proteste der Regierung awzuschließen. Cs sei noch in keinem deutschen Parlament ein s0 grober Angriff auf die Wissenschaft erfolgt! (Lhoruse und Lachen.) Wer da bei einer so wichtigen Sache mit Lachen komme, der verstehe die ganze Wissenschasl über­haupt nicht. Nicht Lachen, sondern Enrrüstuiig sei hier am Platze, und dieser Ausdruck zu geben, habe er sich als Vertreter von Gießen und der dortigen Universität berufen gefühlt.

Abg. Brauer führt aus, er sei von der Antwort ber Regierung nicht überrascht gewesen, seine Partei habe schon längst bemerkt, baß die Regierung sehr zur Linken neige. Er habe schon früher angeregt, daß bie Regierung einen Professor der mehr agrarischen Richtung berufen möge, aber vergebens. Seine Partei wolle in keiner Weise die Freiheit der Wissenschaft beschränken, aber sie beanspruche das Recht, daß neben der manchesterlichen Richtung in der National­ökonomie auch die andere, neben derselben stehende An­schauung zur Geltung gelange. Wenn sich die Regierung zum großen Bedauern so vieler h.er im Hause ablehnend verhält, so müsse er das lebhaft beklagen. Er und seine Freunde würden aber im nächsten Jahr wiederkommen und immer wieder aus ihre Forderung der Gleichberechtigung bringen. Die Universität müsse die Bestrebungen be­günstigen, die zur Erhaltung eines gesunden, kräftigen Mittelstandes gemacht würden.

Staatsminister Dr. Rothe: Wenn Abg. Brauer eine solche Erklärung gebe, so sei das ein Standpunkt, auf dem sich weiter sprechen lasse. Wenn er nicht die Freiheit der Wissenschaft antasten zu wollen erkläre, so würde sich über die Errichtung einer weiteren Professur wohl eher eine Verständigung erzielen lassen.

Abg. v. Brentano: Diese eben gehörte Erklärung vom Regierungstisch laute ganz anders, als die zuerst ver­lesene. Er stelle das ausdrücklich fest. Wäre diese Erklärung vorhin erfolgt, so würde er (Redner) nicht zu feinen Aus­führungen genötigt gewesen sein. Auch er und seine Partei wollten unter allen Umständen die Lehrfreiheit haben und sie unterstützen. Das Recht der Regierung, einen Dozenten von der Biermerschen Richtung an bie Universität zu be­rufen, könne gar nicht bestritten werden. Die Biermersche Stellung sei gleichberechtigt mit ber agrarischen Richtung, aber nicht alleinberechtigt, und der Sinn des Antrages Köhler war nur der, eine unserer Landwirtschaft ent­sprechende Richtung an der Universität zu schaffen. Redner wendet sich dann noch in scharfer Weise gegen Dr. Gut- fleisch, dessen persönliche Bemerkungen er bedauere. Auch von einemunerhörten Angriff" auf die Universität könne gar keine Rede fein.

Staatsminister Dr. Rothe betont, er halte die zuerst verlesene Erllärung aufrecht und nehme nichts davon zu- rück. Wenn man aber unter voller Aufrechterhaltung der akademischen Lehrfreiheit die Errichtung eines zweiten Lehr­stuhls für die Nationalökonomie wünsche, so werde sich darüber reden lassen.

Es folgen nun noch einige weitere Ausführungen der Abgg. Kohler, Dr. David unb Dr. Gutfleisch. In­zwischen ist folgender, von 31 Mitgliedern des Hauses unter­zeichneter Antrag eingegangen:

In Erwägung, daß es im volkswirtschaftlichen Gesamt­interesse liegt, daß auf der Landesuniversität auf dem Ge­biete der Nationalökonomie die verschiedenen wissenschaft­lichen Strömungen angemessene Vertretung finden, bean­tragen die Unterzeichneten: Großh. Regierung zu erfuchen, neben der bestehenden Professur eine weitere Professur für Nationalökonomie zu errichten, in welcher die agrarwissen­schaftliche Richtung ihre Vertretung findet".

Ein Antrag der sozialdemokratischen Partei lautet: Wir beantragen zu dem Antrag zu Kap. 36 Titel 1 Ziffer 4 des Voranschlags 1903/0-1 die Errichtung einer weiteren Pro­fessur für Nationalökonomie auf ber Landesuniversität oetr. a) in der Einleitung statteiner weiteren Professur" zu ägen:weitere Professuren"; b. im Schlußsatz ebenfalls tatt:eine Professur"weitere Professuren"; c) im Schluß- atz hinteragrarwissenschaftlicher' einzuschiebensowie ) i e sozialistische Richtun g".

Beide Anträge werden mit großer Mehrheit zur ge- chäfisordnungsmäßigen Behandlung an ben Ausschuß ver­wiesen. Tas Haus genehmigt darauf die Einnahme unb Ausgabe für die UnioerfitäL

Ter Bauernstand habe gar nicht unrecht, wenn er wünsche, daß an ber Universität des Landes nicht ein internatio­naler manchesterlicher, sondern ein für die Landwirtschaft zweckmäßiger Stützpunkt in ber Nationalökonomie vertreten werde. Wir wollen wirllich eine freie Wissenschaft und deshalb dürfen wir nicht zugeben, daß in Gießen nur eine ganz einseitige Richtung in ber Nationalökonomie vor­getragen werde.

Abg. Dr. David (Soz.) bemerkt: Daß sich Abg. Brentano auf die Seite der Gegner des Professors Biermer stellt, könne nicht überraschen, denn Prof. Ruhland sei früher an der Dominikaner-Lehranstalt in Frerburg in der Schweiz tätig gewesen. Derselbe sei auch kein so unentwegter Führer, sondern er habe ftüher eine acmz andere Stellung auch in der Presse eingenommen. Wenn Abg. v. Brentano glaube, ben Prof. Biermer in solcher Weise angreifen zu sollen, der sich nicht hier verteidigen könne, so müsse er das zurückweisen. Es sei doch ein schreiendes Unrecht, wenn man es so dar stelle, als habe Biermer so ohne weiteres den Abg. Kohler angegriffen. Nein, dieser habe Biermer in einer nicht zu rechtfertigen­den Weise angegriffen, indem er ihn einen ben Börsen- freijen nahestehenden Herrn nannte, unb ihn als Juden bezeichnete, während er unb feine ganze Familie gute Christen jinb. Redner zitiert zum Beweise seiner Behaupt­ungen Sätze aus einem Artikel berDeutschen Volksmacht", dem Sprachrohr Kohlers. Taß dieser die Wissenschaft einem Schuhmacher gegenüberstellt, sei bezeichnend. Tie Wissen­schaft möge ja vielen unbequem sein, aber sie dürfe nichts darnach fragen; sie habe unbenimmert um alle iarteifrrömungen lediglich die Wahrheit zu erforschen unb ben Studenten zum selb ständigen Denken und zum Verständ­nis ber Probleme zu erziehen. Er könne deshalb die Erklärung der Regierung nur in jeder Weise billigen.

Staatsminister Dr. Rothe bemerkt, er wolle Zeit- üngspolemik nicht in ben Bereich ber Diskussion hinein- nehen. Allein er müsse erklären, daß Abg. Kohler zu der Polemik Veranlassung gegeben habe. Ter Regierung gleich einen Kandidaten zu nominieren, gehe ,u weit. Er bleibe dabei, die akademische Lehrfrei­heit müsse vor allem hochgehalten werden.

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