Schweine und Schweinepreise.
Latte in O lich unter
ist gekommen!
Am 19. d. M. war Schweinemarkt in Gedern. Am frühen Morgen wanderte ich von Gedern aus in den hohen Vogelsberg In der klaren Nacht hatten sich dre Pfützen hier und dort mit Eis bedeckt, auf allen Straßen, die auf die meinige einmündeten, sah ich zahlreiche Bauern- fuhrwerke. Im Stroh unten im Wagen grunzten die jungen Borstenttäger, die mau in aller Morgenfrühe bei Laternenschein aus dem warmen Strohlager — nach notdürftigem Frühstück — in den kalten Wagen gepackt hatte. Oben auf dem Lattenverschlag des Wagens Hutten Mann, Weib und Kind Platz genommen. In ihnen glühte die Hoffnung auf die schöne Einnahme aus dem Verkauf der Ferkel ans dem Gederner Markt, auf die Genüsse, die ein erfolgreicher
der Preis für Schweinefleisch verhältnismäßig so hoch war, wie bei uns. Der Schweincfleiscbmangel herrschte zremuch überall. In London schlossen die Metzger vielfach ihre Läden, weil sie kein Fleisch zu verkaufen hatten (Bericht der Franks. Ztg.). Und heute? Vor einem Jahre erhielt der Landwirt vom Metzger 70 Pfg. für das Pfund Schweinefleisch, heute 5 0—52 P f g.
der Landwirt heute schon, rentiertdieMastnocho der. nicht? Und der Schiweinezüchter fragt sich, ob er hrt jungen Ferkel koflfpielig durch den Winter füttern oder verschenken soll. Die Zeit der Liebhaber von Spanferkel
** Wohnungen der Beamten. Bekanntlich wurde bei den letzten Ständekammerverhandlungen die hessische Regierung interpelliert, eine Erhöhung der von Zivilbeamten für Dienstwohnungen zu leistenden Mietentschädigungen herbeizuführen. Zwecks Gewinnung von Material für eine bezügliche Stellungnahme läßt das Gr. Ministerium seit kurzem in den verschiedenen Vemntercklafsen Erhebungen über die Mietpreise ihrer Wohnungen anzustellen.
4- Kinzenbach, 25. Okt. Die Besitzer der hiesigen Dampfziegelei haben im Laufe dieses Jahres abermals ein bedeutendes Gelände zur Erweiterung ihres Unternehmens käuflich erworben. Es liegt unterhalb der jetzigen Ziegelei in der Gemarkung Heuchelheim und wird durch den Bahnkörper und die Straße, die von Heuchelheim nach dem Kurzen- bacher Bahnhof fühtt, von derselben getrennt. Gegenwättig werden auf diesen Parzellen Bohrversuche vorgenommen und man hat in einer Tiefe von 13 Meter gutes Material gefunden.
L. Bad-Nauheim, 24. Okt. Zu der von uns schon am Samstag kurz gemeldeten Verhaftung des Paderborner Gelddiebes Franz Lippe wird uns weiter ausführlich geschrieben: Der Verhaftete war als Kassenbote bei der Paderborner Bank angestellt und wußte genau,' daß in einer Kassette, die einem Pfarrer gehötte, ein großer Geldbetrag enthalten sei. Während der Pfarrer sich am 14. Oktober auf einer Reise befand, wußte der Kassenbote sich des Geldbehälters zu bemächtigen, entwendete daraus die Wertpapiere in Höhe von 60000 Mk. sowie 2000 Mk. in bar und legte dafür einen Brief in den Behälter, welcher verriet, wer der Dieb sei. Darauf flüchtete der Dieb. In Hagen imd Franksutt hielt er sich auf und reiste zur Abholung eines Chiffcebriefes am Freitag nach Nauheim. Der hiejigen Polizei wurde aus Paderborn mitgeteilt, daß der Gelddieb auf dem Nauheimer Postamte wahrscheinlich Briefschaften abholen werde. Sogleich wurden vom hiesigen Polizeiamt umfassende Maßregeln getroffen und der Schutzmann Ewald im Postgebäude postiett. Bei seiner Verhaftung war der Dieb sehr überrascht, daß er verraten worden sei. Nachdem Lippe im Polizeiamt vernommen und nach dem Amtsgerichtsgefängnis überführt worden war, sandte er eine Depesche an den Bestohlenen, damit derselbe umgehend seine Freilassung bewirten solle. Recht mysteriös ist vorläufig der Umstand, daß der Verhaftete den vorerwähnten Brief in die erbrochene Kassette legte und sich selbst des Diebstahls bezichtigte. Auch hat die an den bestohlenen Pfarrer abgesandte Depesche nach der Verhaftung des Gelddiebes die Aufmerksamkeit der Behörden erweckt.
H. Reichelsheim, Wetterau, 26. Okt. Gelegentlich der am 5. September stattgehabten Bürger meist er st ich - wahl wurde der seitherige Bürgermeister August Hermann Steten mit 89 gegen 80 Stimmen wiedergewählt. Diese Wahl ist vom Großh. Kreisamt Friedberg soeben bestätigt worden.
r. Frankenbach, 25. Okt. Kaum hat unser Dorf die Kanalisierung der Dorsstraße vollendet, so sind demselben auch schon wieder für das nächste Jahr neue Aufgaben gestellt. Wie in so manchen Orten liegt auch hier der Friedhof noch inmitten des Dorfes um die Kirche herum. Er ist noch nicht vollständig ausgenutzt, sondern birgt noch ein großes, ' freies Gelände, auf welchem sich aber ein Brunnen befindet, : der wegen seines vortrefflichen Wassers viel benutzt wird. . Aber dieser alte Friedhof darf für die Folge nicht mehr weiter i benutzt werden, und man hat daher beschlossen, nm unteren , Ausgang des Dorfes nach Crumbach am östlichen Berg- i abhange einen neuen Friedhof anzulegen. Außerdem ist
beihllfen ober sonstwie ein ober mehrere Krankenzimmer, eine Pflegerin ober einen Heilgehilfen an die Hand geben unb einen Praktikanten bazu. Dann werben bie Kranken zufrieden sein, bann werben die praktischen Aerzte einmal Sergen, was sie können. Dr. S. in L.
nicht gerade besonders geschickt „bearbeitet" hat, so hätte doch der größte Teil des kleinen Publikums, als die drei Abteilungen zu Ende waren, noch Lust und Geduld genug gehabt, um vier- und fünf- und sechsmal noch den Vorhang auf und ab gehen zu sehen. Möge ihnen bald wieder eine Kindervorstellung beschert sein.
Man schreibt uns aus landwirtschaftlichen Kreisen Ob er he ssen s:
Es ist nun rund ein Jahr her, als die Schweinenot ihren Höhepunkt erreicht hatte und die Zeitungen, die Stadtverordnetenversammlungen und die Metzger über die unerhörten Preise des Schweinefleisches klagten und verlangten, daß die Grenzen des Reiches ausgetan werden müßten, um das Borstenvieh hereinzulassen. Aber damals * ?Tkreich-Ungarn die Schweineseuche so gründen Schweinebeständen aufgeräumt, daß dort
?“5° Vft'n 0 »no b“cin §. „Saure Wochen, frohe Feste". Bon einer Feier zur andern. Sind sie von der Art, tote das vor sonntägliche des evangel. Jünglingsvereins oder des Stiftungsfestes des evangel. Arbeitervereins, bann kann man nach sauren Arbeitswochen bas frohgemute Fest- 'eiern nicht bloß gönnen, sonbern bar an seine helle Freude haben gleich dem 70jährigen eisgrauen Berichterstatter. Abends 5 Uhr begann die Feier mit einem solennen Gottesdienst in der sehr zahlreich besuchten Stadtlirche, welcher durch Mitwirkung des trefflich geschulten gemischten Chors des festfeiernden Vereins und die durch Pfarrer Euler gehaltene Liturgie ausgeschmückt, durch die geistvolle, christ- 'ich-patriotische Sprache und herzandringende Wärme atmende, meisterhaft vor getragene, hoffentlich bald veröffentlichte Predigt des jugendlich-kraftvollen Pfr. Wieber vom Wertherschen Garbenheim seine schönste Weihe empfing. Der trefflich gewählte Text war das im Ev. T. 4. B. 5 verzeichnete väterliche Mahnwort Pauli an den Jüngling Timotheus. — Zwei Stunden später setzte sich die Festlichkeit in der vollständig besetzten Turnhalle fort Ein reiches Programm wurde zur vollen Befriedigung aller Festteilnehmer mit bewundernswerter Präzision, von Anfang bis zum Schluß (kurz vor der Geisterstunde) gespanntes Interesse heischend, durchgeführt. Es fehlte unter den empfangenen Eindrücken nicht an Beittittsanmeldungen ans der stattlichen Zahl von Gästen. Wir wurden erfreut durch viermalige Liedervorträge des von Herrn Gernhard geleiteten gemischten Chors, durch eine zündende Deklamation des Vereinsrechners, Herrn Schuch, durch einen drolligen Einakter, von einer Dame und drei Herren flott und musterhaft bargestellt, burch ein allerliebstes, stürmisch beklatschtes Trio für' Klavier (Frl. .Hüttenberger), Zither (Hr. Wälke) und Cello (Hr. Seeger), und daran gereihtes, von zwei der genannten Kräfte, vorgetragenes Duo für Klavier und Cello. Tie kurzen Pausen wurden durch ein Anerkennung findendes Streichquartett ausgefüllt. Das von der Versammlung gesungene Bundeslied durchbrauste den schönen Saal.. Den mit gutem Humor gewürzten, Gottes Schutz und Beistand preisenden, ernste Mahnungen zu immer regerer Lebensbetätigung an die 350 Vereinsgenossen richtenden Jahresbericht erstattete der unermüdliche, verdiente, an die Stelle des unvergeßlichen Grein getretenen Vorsitzenden, Pfarrer Euler. Gott segne fernerhin ihn und den von ihm mit Hingebung geleiteten Verein. Zum Schlüsse sei freudig erwähnt, daß unser neugewählter Reichstagsabg. Beigeordneter Kommerzienrat Heyligenstaedt dem der Verein so großen Dank schuldet, fast bis zum Ende am Vorstandsttsch ausharrte. Anmeldungen zum Verein nimmt gern entgegen der Schriftführer, Bibliothekar Dr. Häuser.
Kennt man an den leitenden Stellen überhmcht die Schwierigkeiten, welche sich einer geordneten ärztlichen Behandlung in vielen Fällen in der Praxis entgegen- stellen? Da sind Vorurteile und Gepflogenhetten zu be- kärnpfen, die so tief im Volke wurzeln, daß der älteste prakttsche Arzt sein Leben lang erfolglos dagegen ankämpft. Ich erinnere nur an Federbetten, Applikation von Eis, Lüftting u. a. m. Alle bxe)e Dmge find mit Sicherheit gar nicht zu reformieren. Febern Prakttker erscheint sofort ein Gespenst, bas ihm eine gelinbe Gansehaut verursacht': ich meine ben vielfach gefürchteten und Mit dem erwähnten Begriff unzerttennlich verbunbenen „Rot- lau ft'. Was nutzt es, wenn man das Federbett wegwrvft, eine Eisblase auflegt, das Fenster öffnet! Sobalb mau ben Rücken wenbet, wirb bcr Status quo wieber hergestellt. Ich kann diesen Gedarrkengang nicht weiter auslpinnen, da ich sonst zu weitläufig würde. Jeder Mann bcr Praxis kann diese Beispiele vernehmen. , . . ,
Was folgt daraus? Nicht in Akademien wird das Heil des neu approbierten Arztes zu holen sein. Zugegeben ai< daß er die Hälfte seines praktischen Jahres tu einer solchen verbringt, die zweite Hälfte müßte er bet einem praktischen Arzt durchmachen.
Ich bin mir der Schwierigkeiten wohl bewußt, welche die Auswahl geeigneter prakttscher Aerzte machen würde. Cm
A^r^te IM«ktU'©tobt GÄern in Aussicht stellte, nud ^elt .
ßWMZMUM MWUWMWBMMMS
Stafotfel als möglich für seine Fortbildung an diesenILadern so,^oi^ern auO>m an Kaiserstratze^au°'d«n e|pnSdMe ^en V^ew/zu^engaqier m Speisekarten der ^Hotels überall sttablt einem das knusperig
die die (^samtbett der Aerzte gebratene Spanferkel entgegen und macht dem jetzt zu
^Ti^Äickt^ile die es den in ben Akademiestädten sticht billig genug, daß muß ganz anders toerben!
formieren vermöchte, wäre cur werterer Vorteil, der aller-Iß^IW Getreideschrot von Gerste oder Hafer. Sind sie dtngs der Regimrmg w« weniger wichtrg w«d. so nnen in dies^Artterration
So malt sich dos praktrsche Jähr rn den Ideen des d I Kartoffeln schon zum größten Teil durch gekochte Dick- trfchen Arztes, und es oll dres hrer einmal offentlrch oax%- ÄmoneLn y Diese H a ck frü ch te
gedrückt werden. llnf«e Koryphäen m Bmlin weÄen srch Wurzen Kohlraven ersetzt wm°eu »ese
W<“ WtL Wege lassen sich, andere F-uttermMel herbeischaffen
und Wunsche der Nächscheterff^em or<—,fpftanh die sodaß auch der kleine Landwirt kleine Mengeri gut und
Wre »bercckl, so macht sich- Eh rm A^st°nd dre ^.^ürdig beziehen kann: Futtermehl, Melasse und an- Großmanns>ucht, die Landflucht, d«Zug nach Gelingt es ihm so, durch Arbeit und Sorgfalt die den ^oßen Verke^^ntrenb«nerDar In der Großst^t in ^Xen und reinlichen Ställen durch den Wnter leidet mcm lr^r Hunger, daß man srchauf dem Lmche Brin bctt Mai und Juni hinein, dann hat er
ern anstandrges Auskommen sucht, das bewerfen dre Ba° » ^Lsten und zu vorteilhaftem Verkauf. Der kan^n tn den wenrger Of>n b dann keinen Ruf nach Oesfnung der Grenzen
rn E^brrosgegenden, fern von ^°dtm. Wrevrelschwrerrger die Schweineeiufuhr und läuft nicht Gefahr, daß ihm rst a^ che Ausübung der isff:^ rn fol^ gott^lassmm, i^rch Massenimport von mageren und fetten Schweinen untmrtlrchen, raumlrch ausaedchnwn Vezrrken! Welche An- > „ ' . yerjeu<to werden.
forderungen fteCfen f« an dre Wchtigkert auf stch> allern ^so ruhig Blut, setzt nicht übereilt handeln, sondern angewresenen Arztes, an seme korperlrche überlegen, wie man die vorhandenen Schweine gut und
kert! Aerztliche Wersorgmrg -Mrssen d'es° ^rte d^ nun I 8^ ben allerdings langen Winter bringt. Die
einmal auch haben. Unb wahrlich, sie haben meist nicht I mirb sich aller Voraussicht nach in jeber Beziehung die schlechteste. , „, . Ynfinpn,
Wer nicht mit Blindheit geschlagen ift, der mußte ern-I^^"'
sehen können, daß das Eindämmen des Stromes ---------— “ “ "
in ber Großstadt eine nation alökonomischei AUS KM! UNS LUNS.
Rotwendigkeitwäre. Statt dessen aber unterstützt man ®
rwch diesen Konflux durch; Schaffung von Akademien! I (Sieben, 27. Oktober 1903.
Wieviel näher läge es, ben aus ber goldenen Freiheit Vom Friedberger Predigerseminar. Laut
kommenden Musensohn, bevor er die schwere Verant- Darmst Ztg." ist der Professor des evangelischen Predigerwortung einer eigenen Pr^is ubernimmtz den Ernst einer / inQrg Sllbrecbt Schöler in den Ruhe-
solchen täglich und stündlich fühlen zu taffen, ohne daß er 1 r . / .
daran allein zu tragen hat! Meviel wichttger wäre es, st^ud^versetzt wor e. f { b .
dem geplagten unb abgehetzten Landarzt, dem nicht nach ,,^e^er als Neserveoffrzrere. Jett den etwa des Tages Last unb Hitze Theater, Konzert unb sonstige 130 Emlahng-Frerwillrgen, die Ende September vom hiesigen Freuden ber Stadt zur Erholung winken, der zudem für «Regiment Nr. 116 entlassen wurden, gingen auch zwei Fuhrwerk unb um Fühlung mit ben Zentren der Wissen- Lehrer ab, die mit noch 14 Einjährigen die Offiziers- schast zu nehmen viel höhere Opfer bei verhällnismäßig prüfung bestanden.
schlechteren und weniger sicheren Einnahmen bringen muß, *• „Das tapfere Schneiderlein." Im Siadt- durch die Prakttkanten eine Erleichterung zu schaffen. Daß Uheaiersaal war Sonntag nachmittag die Kinderwelt ver- auf dieseWeise manche Operatiouinit Afffftenz glatter vor- Das war ein Trampeln, ein Murmeln, ein Flüstern,
statten iginge, daß manche auch auf dem Lande auygefuljrt I * . A ~ erp:npn biriht-
werden könnte, was heute unterbleiben nruß, daß mancher das durch den Saal gmg, womit die Klemen die dichtem stadttsche Verhältnisse gewöhnte junge Mann auch am gedrängt m den Rechen sich streckten, oder oben von der Landleben Freude zu sinden uwd dadurch mitzuhelfen Tribüne ihre vor Vergnügen funkelnden Augen auf die Buhne vermöchte, ben Ueberflliß der Stadt und die Not des richteten, ihre gespannte Erwartung kundgaben. Wie aber Landes zu mildern, ist ohne weiteres klar. «die Musik ihre tänzelnden Weisen begann, wurde auf einmal
Damit wäre aber dem Interesse des Kranken, für das ja alles still. Der Vorhang hob sich, und in der Schneider- ,woM in letzter Linie auch das prakttsche Jahr bestimmt ist, roexf[fQtf schafft der Schneider Zwirn, in dem ein Kriegsheld ein besserer Dienst geleistet. . . ^ steckt, sein Lehrbub Meck, der auch Keck heißen könnte, und
Mag der Staat lieber dafür sorgen, daxWieder Arzt Großnmtter, in deren Rolle Frau Jenny in ihrem ur- auf dem Lande und tn klein eren Städten die , p a»k n ck fnh n[§ SAnpihpi1
Möglichkeit hat, in einem ordentlichen Zimmer mit ge- ngensten Elemente war L e n b a ch ah als Lchne der schulter Assistenz eine Operation vorzunehmen, einen Zwirn, den sie recht flott und launig spielte, zwar stark und ^Kranken klinisch zu behandeln. Mag er ihm durch Kreis- unternehmend aus, aber manch kleiner Schelm wird sie ' ' 1 kritisch gemustert und, wenn er es nicht sogleich ferner
Nachbarin zugeflüstert hat, bei sich selber gedacht haben: Ei, der Schneider sieht aus wie eine Frau. Das störte aber das Vergnügen in keiner Weise. Meck, der Lehrbub, war, von Frl. Großmüller dargestellt, so vorwitzig, wie er sein
mußte; Draht, ber Schuster, ein so klebriger Feigling, daß mancher der kleinen Theaterbesucher mit Herzenslust beim Hinausbalgen sich beteiligt hätte. Barabas, der 97., im gewöhnlichen Leben Herr Conradi, trug von Gottes Gnaden > mit größter Bereitwilligkeit und Sicherheit auch einmal die güldne Königskrvne, und Frl. Hell berg nahm bezaubernd ! lächelnd auf dem Throne Platz und spielte reizend, nut I rührender Liebe zur Sache, den Kindern die Königstochter. Die verwunschenen und sprechenden Tiere, das Wildschwein und das Einhorn, traten mit viel Wirkung in die Erscheinung, und wenn auch Herr v. Wegern das Bechstein'sche Märchen


